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Bonaparte: My Horse Likes You

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Bonapartes Pferd mag mich und ich mag Bonaparte. Das zweite Album von Tobias Jundts Berliner Zirkustruppe, eingeleitet von einer Art Overtüre und mit «The End»besiegelt ist so theatralisch und überspannt, wie dieser Rahmen vermuten lässt – ein wirsch blubberndes, nervöses Album das einen feuchten Pferdedung auf Genres gibt. Irgendwie ist das Kunst, irgendwie Indie, irgendwie sicher auch Pop und irgendwie egal, hauptsache auf die Zwölf. Ob mit fast jazzigen Noten wie «My Horse likes You» oder dancefloor-elektrisch wie «Computer in Love» oder «Technologiya». mal mit einem Hauch Rage Against the Machine bei «L’Etat C’est Moi», mal eine Prise Charles De Goal bei «Fly a Plane Into Me»und so weiter – es ist spürbar, wie wenig Jundt und sein Kollektiv sich festlagen lassen wollen, verbindendes Element ist bestenfalls der leicht gelangweilte, leicht hyperaktive Gesang, den der Schweizer über die Tracks scheuert, der ein wenig an The Streets oder The Fall erinnert, dieses famos nöhlende Timbre, das wie die Songs nervt irgendwie fast nervt, aber eben immer auch nur fast. Bonaparte strengen sich mitunter etwas an, immer «anders» zu klingen, aber die Anstrengung lohnt sich tatsächlich… selbst wenn man das Gesamtkonzept der Truppe außer Acht lässt, entsteht hier sehr saubere, sehr lebendige Popmusik, die sich selbst nie sonderlich ernst zu nehmen scheint und deren Brillanz bei allem Humor aber immer wieder durchscheint. «My Horse likes you» ist diese Sorte Platte, die dich sofort begeistert, dann langweilt und dann nach mehrfachem Hören erst richtig funktioniert, die vor allem weniger durch einzelne Songs als im Ganzen überzeugt, im Gegensatz einzelner Songs… so sehr, dass man sich fragen darf, ob der dritte Wurf dann nicht direkt eine Art Konzeptalbum werden müsste oder eine Art Oper. Aber Jundt wird schon was einfallen, um sich selbst zu toppen…

29. Dezember 2010 18:00 Uhr. Kategorie Musik. Tag . Keine Antwort.

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