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BLOC PARTY: A WEEKEND IN THE CITY

A Weekend in The City, der zweite Longplayer von Bloc Party, liegt hier auch schon seit Wochen und wartet auf Rezension, wie zig andere CDs auch, die inzwischen eigentlich auch alle nicht mehr so aktuell sind. Silent Alarm war definitiv mein Album 05/06, nachdem Bloc Party mich schon 2004 mit den ersten EPs ungemein beeindruckte. Eigensinnige Kompositionen, die sich einen Dreck um A-B-C-Schemata scheren, ungewöhnlicher Einsatz der Drums und der hochgradig einprägsame Gesang von Kele Obereke, rücken diese Combo für mich in eine Sphäre, die für Bands wie The Smiths reserviert ist. Und wie bei Morriseys Ex-Band ist es auch bei Bloc Party so, dass der Erstling zwar weniger homogen wirkte als die sets schwierige zweite Platte, dafür aber deutlich mehr Pfund und Energie hatte als das zweite Album. A Weekend beginnt fulminant mit Song for Clay und Hunting for Witches und The Prayer ist ein so genialer Brückenschlag zwischen Indie und Pop, das man diesen Song nicht laut genug preisen kann… aber gegen Ende des Albums hat man sich an immer gleichen Strukturen und Ideen etwas satt gehört – ein Effekt, den Silent Alarm keine Sekunde bei mir hatte. Positiv formuliert finden Bloc Party hier also ihren Stil, negativ formuliert landen sie auch in einer Schublade. Wie Meat Is Murder gegenüber Hatful of Hollow zugleich einen Vor- und einen Rückschritt darstellte, so ist auch Weekend berechenbarer, gleichförmiger, präsentiert eine Band, die sich stilistisch gefunden hat und bei der eine hochspannende Suche anscheinend abgeschlossen ist. Harmonien, Rhythmen, Strukturen, Hooks und Gesanglines sind dann doch recht selbstähnlich geworden, glatter. Was bleibt ist großartiger emotionaler Pop zwischen druckvollen Gitarren und moderner Ballade jenseits von Coldplay oder U2 und eine professionelle Produktion, die voller liebevoller und Details steckt, ohne Druck zu opfern. Weekend ist ein absolutes Must-Buy-Album, ein großartiges Stück Musik… aber die zum Niederknien schmerzhafte Ehrlichkeit des Debutalbums und der ersten beiden EPs erreicht es nicht mehr wirklich.

19. Februar 2007 18:55 Uhr. Kategorie Musik.
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