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BILL GATES: WE WILL DO EVERYTHING TO MAKE YOU SWITCH TO APPLE…!

Microsoft weist freundlicherweise darauf hin, dass das lang erwartete bevorstehende Service Pack I für Vista einige Software von Drittanbietern deaktivieren wird – insgesamt zwar nur etwa 12 Anti-Virentools, aber Microsoft selbst sagt, die Liste sei nicht «komplett». Aufgrund der Probleme wird das Service Pack noch einmal weiter nach hinten verschoben – obwohl es Vista angeblich zumindest etwas der seit XP verlorenen Power zurück geben sollte. Wir selbst haben im Büro XP und Vista simultan laufen – und höflich gesagt ist ein mit nlite abgesprecktes XP deutlich schneller als Vista, selbst wenn das auch mit vlite entschlackt wurde (und Vista lässt sich deutlich abspecken, allein schon der Verzicht auf fernöstliche Sprachpakete bringt einige GB Ersparnis).

Ich bin mir todsicher, dass Steve Jobs Bill Gates einen Riesenbatzen Geld überwiesen hat mit der Anweisung, ein OS zu stricken, das sich exakt genauso anfühlt wie Mac OSX und im Grunde genau so funktioniert – nur eben ohne zu funktionieren, so langsam und buggy, dass die Leute frustriert zu Apple wechseln, weil Jobs Orwellsches Kontrolletti-Denken, dass die User gängelt und einengt, auf einmal als das geringere von zwei Übeln erscheint.

Ich selbst jedenfalls langsam an dem Punkt. Nach 15 Jahren Windows, nachdem ich Mitte der neunziger erschrocken war von der Borniertheit und technologischen WirlebenhinterdemMond-Strategie von Apple, hat mir ein halbes Jahr Vista fast alle Lust an Microsoft genommen. Der Mangel an Optionen und Möglichkeiten unter Apple schreckt mich inzwischen lange nicht mehr so wie ein Betriebssystem, das völlig unberechenbar und dysfunktional geworden ist und bei dem ein Service-Pack-Upgrade anfängt, sich nach einem Vabanque-Spiel anzuhören. Bei dem jedes Herunterfahren zum Risiko wird, vor allem bei multiplen RAID-Systemen und bei dem immer mal wieder Treiber und Tools einfach aufhören zu funktionieren und nachinstalliert werden müssen – so wie heute die YahooWidgets, um nur ein Beispiel zu bringen.

Es ist jedenfalls echt bezeichnend, dass als nächstes zum März/April hin ein 24″-iMac als Praktikantenrechner auf den Schreibtisch hier kommen wird. Es ist ein Zeichen dafür, dass sich Apple seit 2000 von einer absoluten Gurkentruppe durch gutes Marketing und richtige Entscheidungen zu einem sehr ernsthaften PC-Anbieter entwickelt hat und dass zugleich Microsoft die eigentlichen Vorteile eines dezentralen, lebendigen Systems mit freier Soft/Hardware-Wahl zu Nachteilen hat verkommen lassen. Und das betrifft nicht nur das OS, sondern nahezu alle Softwares, die Microsoft anbietet. Mithilfe von massiven Zukäufen kann sich die Firma sicher weiterentwickeln und vor allem eben die Konkurrenz beseitigen (indem es etwa Logitech schluckt, wäre Microsoft fast Alleinanbieter von hochwertigen Mäusen und Tastaturen). Aber solche Prozesse können den Verfall nur noch bremsen – Microsoft erstickt an der eigenen Größe. Bleibt abzuwarten, ob es Apple nicht irgendwann genau so ergehen wird. Meine vor drei Jahren vage formulierte These, dass Apple den PC-Markt eines Tages eher dominieren würde (damals hatte Apple einen Marktanteil von deutlich unter 10%) gewinnt an Kontur.

24. Februar 2008 14:10 Uhr. Kategorie Technik. 24 Antworten.

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