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BEBEL GILBERTO:


Bebel Gilbertos
drittes Album, Momento, bringt brasilianisches Flair und sanfte Chilout-Klänge zusammen, die mal elektrisch, mal jazzy-akustisch aus den Boxen wehen. Einlullend sanft, spürbar weniger trippy Brazilectro als der Erstling, aber einen Hauch weniger akustisch als das zweite Album. Lasziv und laid back haucht die tochter von João Gilberto, einem der großen BossaNova-Köpfe, ein sehr internationales Album aus den Boxen, die ebenso gut in einer guten Bar in NewYork, einem Starbucks in Madrid wie auch in einer semischicken Mittelklassewohnung in Bochum stehen könnten, so konsenstauglich ist die Sache nun mal. Die Platte ist, wie bei solcher Musik unvermeidlich, einen Hauch zu glatt, zu Background, zu Ambient, in keiner Sekunde bemüht oder anstrengend, ein sanfter Tonfluss, der einen Hauch austauschbar wirkt. Von Weltmusik oder einem Mash-Up verschiedener Musik-Kulturen ist hier nichts zu merken, nahtlos fusionieren die Ansätze zu einem sanften Pop, der die Seelen gestresster Büromenschen massiert. Die Platte kann durchaus das schreckliche Schicksal erleben, auf den Nachttischen von Brigitte-Leserinnen zu landen, die die kontrollierte Glut der Stücke mit «schmusig» verwechseln – Tracey Thorn kann ein Lied von diesem Fluch singen…

Aber jenseits solch angreifbar plätschernder Glattheit präsentiert Bebel Gilberto eine warme, großartige Stimme in entspannten Kompositionen, und damit sicherlich eins der besseren «Kuschelalben», die es so auf dem Markt gibt. Musik fürs nachmittagliche Frühstück im Bett am Sonntag, wenn sahnig-leichten Brazilbeats, die globale Soundmelange und die sonnige Stimme von Gilberto einfach zum ersten, perfekten Kaffee passen. Mehr muss ja manchmal gar nicht sein…

18. September 2007 16:29 Uhr. Kategorie Musik. Keine Antwort.

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