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BALLADE VOM TAG DER NICHT VORÜBER IST

Auf der Rückfahrt von der RA habe ich gestern übrigens auf WDR5 Gert Loschütz Ballade vom Tag, der nicht vorüber ist, gehört, auch wenn ich auf der Fahrt noch nicht wußte, von wem das Hörspiel ist. Ein stark verdichtetes Stück, das sprachlich knapp aber wunderbar geschliffen, mit seltsam minimalistisch/überbordenden Details verschiedene Zeitebenen verwebt und simultan ineinandergreifenden Erinnerungsfragmenten zu einer Gesamtgestalt bringt. Die Geschichte scheint sich an Loschütz eigene Biographie anzulehnen, der in den späten Fünfzigern von der ehemaligen DDR in die Bundesrepublik flüchtete. Inszenatorisch, mit Ausnahme eines hier und da etwas nervigen Berliner Akzentes, hervorragend umgesetzt. Das Schöne am Hörspiel ist ja seine Zeitlosigkeit. Diese Aufnahme war von 1988 (damals Hörspiel des Monats) und hätte aber ebenso eine Produktion der letzten Woche sein können. Ausgezeichnet.

12. April 2006 08:26 Uhr. Kategorie Leben. Keine Antwort.

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