Wenn ich derzeit übrigens recht wenig blogge, dann neben einem etwas arg knappen Pitch-Termin primär deshalb, dass Arcor seit Donnerstag mittag nicht in der Lage ist, unseren Internetzugang wieder ins Laufen zu bringen. Trotz mehrerer Anrufe bei der Störungsstelle, wo man mal mehr mal weniger freundlich, mal mehr mal weniger kompetent aufgehoben ist, ist das tatsächliche Problem bis jetzt weder identifiziert noch behoben. Für einen Kommunikationsanbieter ist das schon eine ziemliche Schlappe – ein Ausfall von inzwischen deutlich über 10% eines Monats. Relativ entsetzlich ist dabei, dass man den immer wechelnden Hotlinemitarbeitern den Fall jedesmal von vorn schildern muss – gibt es keine interne Dokumentation – dass Hotlinemitarbeiter 3 dir sagt, dass 2 die versprochenen Maßnahmen gar nicht eingeleitet hat und dass man ja auch absolut verstehen kann, dass einem von zig Callcenterangestellten die relative Dringlichkeit des Kundenproblemes oder gar der Verlust des Kunden für Arcor relativ egal sein kann und darf. Ganz abstrakt muss man aber auf beraterischer Ebene sagen, dass Arcor zwar wirklich Punkte kriegt, weil nach dem Kampf mit dem Voicemailsystem wirklich relativ schnell meist relativ freundliche Ansprechpartner vorhanden sind (viel besser als noch vor einigen Jahren), diese Simulation von Hilfe aber natürlich nur ein Placebo bleibt, wenn die faktischen Probleme nicht behoben werden und keine vernünftigen Feedbackprozesse eingeleitet werden, die mich über den Bearbeitungsstatus up to date halten. Arcor ist da keineswegs besser oder schlechter als andere große Firmen – Adobe wäre ein Beispiel – die keinen vernünftigen Weg finden, mit den vielschichtigen Problemen der Nutzer ihrer Produkte fertig zu werden. Oft hat man das Gefühl, der Partner am anderen Ende schaut in die gleiche Knowledge-Base, die man online auch einsehen könnte. Ich erinnere mich an einen großen Hersteller, dessen Hotline mir bei einem Scanner-Problem empfahl, doch mal das Kabel zu wechseln. Möglicherweise ein guter Rat für Tante Liese – die diesen Scanner nur leider nie gekauft hätte -, aber bevor ich zum Hörer greife, habe ich die einfachen Lösungen meist durchgestellt und bräuchte eigentlich echten Support, nicht die Level-1-Firewall, die der normale Hotline-Telefonsupport ja meist darstellt, ein Schutzwall, der die wirklichen Techniker vor den Kunden schützt. Ähnlich bei Arcor: Wenn ich euch anrufe, habe ich Reset, Kabelaustausch und andere Sachen doch schon probiert, let’s go.Ich will hier keineswegs einseitig auf Arcor schimpfen, sondern vielmehr einen wichtigen Aspekt aufzeichnen: Größe bringt Hilfesysteme zum Kollaps. Arcor hat das vor einigen Jahren massiv erfahren, als der Telefonmarkt geöffnet wurde und die Technik, aber auch die Manpower absolut nicht mit den Anfragen hinterherkamen – und auch heute scheint es ein Defizit in der kompetenten Problembearbeitung zu geben. Auf der anderen Seite habe ich bei einem relativ kleinen Hardwarehersteller wie Quato binnen weniger Minuten einen Fachmann am Apparat, der schnell, kompetent und entscheidungsbefugt die Probleme löst und sei es, indem er einen Austausch anschiebt. Größe bringt also nicht nur Synergie-, sondern vor allem auch Dissolutionseffekte, Probleme bei der Organisation interner Abläufe, aber vor allem auch in der Kundenkommunikation. Zu einem guten Auftritt gehört aber nicht nur die schicke Broschüre und gute Homepage, sondern auch eine gute «Beschwerdestelle» für einen Konzern. Heißt für Arcor beispielsweise, dass ich nach der Hotlinenummer nicht suchen muss. Heißt, dass man leichter zwischen Level-1-Problemen (Ähm, hier blinkt mein Router, was mach ich) und Level-2-Problemen hochschalten kann, indem man weiterleitet (Geht bei Adobe, aber nur sehr schwierig, sobald du aber auf dem höheren Level BIST, wird das Problem effizient gelöst, vorher bist du im Hotline-Limbo). Heißt, dass es neben Webformularen und Telefon/Fax auch andere Wege geben muss (Chats zum Beispiel, langfristig videobasiert). Ein Konzern wie Arcor muss das von mir nicht hören, ich bin sicher, in diesem Bereich investieren alle großen Anbieter – aber als Endkunde kann ich derzeit nur sagen: «It sucks!» Und ich bin nicht nur frustriert, weil mein Problem nicht gelöst wird, sondern auch durch die Art, WIE es nicht gelöst wird. An ersterem kann man als Firma nicht immer etwas ändern, am zweiten Punkt aber schon. Kommunikation ist formbar.Denn was Arcor nicht sieht ist, dass ich, wenn das Problem bis dahin nicht beseitigt wird, ich wahrscheinlich Dienstag ind en sauren Apfel beisse und zum T-Punkt marschiere, wohl wissend, dass ein Providerwechsel Wochen dauern kann und ein unschöner Prozess ist, in der Hoffnung, dass die Telekom ihre Sache inzwischen besser zusammen hat. Was wahrscheinlich aus den gleichen Gründen eine leere Hoffnung ist, der T-Com-Service genießt ja auch einen legendär schwierigen Ruf, aber als Consumer hast du ja nur noch die Wahl, von einem Anbieter zum anderen zu springen, weil sie rein strukturell nicht mehr auf dich reagieren können.
14. Juni 2009 09:56 Uhr. Kategorie Technik. Tag Fail. 11 Antworten.
Völlig richtig. Aber auch im T-Service hat sich was getan. Mit etwas Glück gelingt der Wechsel reibungslos und du bekommst dein neuen Zugang in wenigen Tagen schon ins Haus geliefert. Ich bin immer noch überrascht wie schnell das b eim letzte mal ging.
Bei ALICE genau das gleiche Problem. Schlechter Kundenservice. Ich surfe noch mit den Kundendaten meines Vormieters, da es ALICE nicht gebacken bekommt, meine persönlichen Zugangsdaten im System freizuschalten. Und das schon seit Monaten. Der Vormieter ist längst aus dem Vertrag wohlgemerkt, und seine Zugangsdaten funktieren noch immer!
Angeblich soll es heute um 20:00 wieder gehen. Zwischendurch ließ sich mal eine eMail versenden übers normale LAN. Wir bleiben gespannt. Wäre schon gut, wir müssen heute dringend aus Websiteprojekten einen kurzen Film zaubern – und da wäre schon gut, wenn das Web auch etwas schneller ist als der Web’n'Walk-Stick (wobei mobil HSDPA ja schon eine feine Sache ist, ich bin SO froh, dass ich mir das iPhone mit DuoSim geholt hab :-D)
Wenn Wechseln und ernsthaft discountgeplagt, versucht QSC. Da ist u.a. der Kundenservice wirklich einer. Beglückt mich seit Jahren (nicht dass ich ihn allzuoft gebraucht hätte). Natürlich ist, wie überall, die 1a Leistung nicht zu Discountpreisen zu haben… irgendwer muss sie halt bezahlen, aber spätestens nach dem ersten Störfall (und die kommen ja immer so unpassend) tut man’s überzeugt.
HÖR!!! mir auf mit alice!
Rock and Roll – wir haben wieder Web.
Zwar über 12 Stunden nach dem von der Hotline zugesagten Termin und verdächtig so, dass man denken könnte, nach den Feiertagen sei ein Techniker wieder da, der mal eben den Server rebooten konnte… aber egal. Endspurt ahoi!
Anna, QSC ist für ein Büro unserer Größe bei dem Tempo, das ich brauche, leider zu teuer. 800 Euro Onlinekosten im Monat sind etwas viel.
tja ja,
ich hatte ähnliche probleme bei 1und1, sechs wochen kein internet. die haben damal alles auf die telekom geschoben, die sich wahrscheinlich geärgert haben das ich sie ganz verlassen habe. erst als ich bei der telekom angerufen habe konnte das problem entfernt werden. das krasse war, dass ich laut vertrag ganz unabhängig von der telekom surfen würde. tja, da hätte es ja dann auch keine probleme mit der telekom geben dürfen.
also 1und 1 kann ich absolut nicht empfehlen !!!
HÖR! mir erst recht mit 1und 1 auf!!!
hab gerade bei der T-Kom, inzwischen übrigens zum 2. Mal, den VDSL-Antrag gestellt. 50 Mbit. Zum 1.7. Bin mal gespannt, wie der Wechsel so läuft :-D.
oh – sensibles thema. ewiges leiden. das im 21.jahrhundert!!!!
kommen grade ganz üble erinnerungen an t-com, arcor, 1und1 und mittlerweile auch kabeldeutschland hoch…
ich sag nur: ich möchte mich bitte über ihre beschwerdestelle beschweren!
t*