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Apple Magic Mouse

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So dezent kann das Ende eines Zeitalters daherkommen. Ohne große Ankündigung und eigentlich nur als Teil des ebenfalls ohne Keynote daherkommenden iMac-Upgrades hat Apple seine Mouse virtualisiert. Was immer noch vage aussieht wie eine normale, gewohnte Computermaus ist zu einem Touchscreen geworden, der in seiner Logik an die Macbook-Trackpads und iphone/ipod-Displays anknüpft, wenn auch zunächst mit vereinfachten Gesten, die nur den Trackball einer Maus ersetzen. Was gut ist, da der Mighty-Mouse-Trackball ein ungelenkes, fehleranfälliges Stück Hardware war.

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Im aktuellen Applelook gehalten kommt die Maus in Aluminiumgrau und weiß daher, mit einer distinktiven Naht zwischen dem berührungsempfindlichen Plastikoberteil und dem dazu seltsam unpassend wirkenden Aluminiumunterbau, in dem die deutlich leichtere Maus ihre Batterie und abgespeckte Technik untergebracht hat. Aus dem analogen Abtasten eines Gummiballs ist jetzt also auch hier ein digitales präzises Reagieren auf Fingerhaut geworden, die Ablösung der Mechanik durch kybernetischer wirkende Technologie, die eins anftes Berühren einer Oberfläche in virtuelle  Reaktion umsetzt.

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Die zunächst ungewohnt flache und tatsächlich nicht sonderlich ergonomische Maus, die ganz in der neuen Apple-Design-Tradition mit fast nahtloser Oberfläche ohne Buttons auskommt, verhält sich nach kürzester Umgewöhnungszeit, entsprechend wie eine mediale Verlängerung der Hand. Scrollen auf Homepages und im Finder geht wie mit der Mighty Mouse gewohnt, nur reibungsloser, reaktiver, schneller. Die von Logitech gewohnte Beschleunigung (bei Logitech das metallene Scrollwheel der MX-Mäuse) und den extrem schnellen Scroll, der aber bei langsamen Bewegungen in feinste Granulation wechseln kann, will man schon schnell nicht mehr missen oder mit der ruckeligen analogen Nippel-Lösung vergleichen. Die Maus ist nicht nur in Sachen Produktdesign ein weiterer Beweis, das Jonathan Ive wahrscheinlich als einer der einflussreichsten Gestalter dieses Jahrzehnts in Erinnerung bleiben dürfte, sondern eben auch technologisch ein Schritt nach vorne, der die ehedem feinen Schweizer Logitech-Mäuse plötzlich seltsam nach billiger Fernost-Ware aussehen lässt. Diese Maus ist so ätherisch, dass sie fast nicht mehr da ist, weniger kann Hardware kaum noch sein. Die Vorstellung, wie leicht es wäre, diese Maus gänzlich aus Glas oder Plastik zu machen und einen OLED-Screen einzubauen, der an sich wiederum touchsensibel ist und zusätzliche Funktionen bieten kann, liegt auf der Hand. Dezent wie immer – wie auch schon beim iPhone, wo man fast nicht wahrnimmt, dass Touchscreen-Interface und permanentes Onlinesein grundlegende Paradigmawechsel in der Nutzung von Computern darstellen, weil es so selbstverständlich, so beiläufig und dezent, gelöst war – bringt Apple hier die herkömmliche Maus um. Von hier ist es nur noch ein kurzer Schritt komplett weg von der Maus, wie man sie kennt.

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Denn abgesehen von einer solchen OLED-Display-Vision entkoppelt sich diese Maus von der Hardware – ihre Funktionalität kann Apple in Zukunft per Softwareupgrade ändern. Die noch fehlenden Gesten für Exposé und Dashboard lassen sich bereits wenige Tage nach dem Release mit einem Hack durch die Zweifinger-Swipes umsetzen, und weitere Gestenfunktionen sind absolut denkbar, wenn Apple nur will und die Kunden es fordern – ein Update macht’s möglich. Auch die Frage, inwieweit diese Maus noch Verschleiß haben wird (vielleicht an den schwarzen Schienen auf denen sie läuft bzw an der LED-Lampe für den Maus-Unterteil, darf man sich stellen… langlebiger als der anfällige Vorgänger wird wohl  sein, darf man hoffen.  Die nächsten Schritte dieser Entwicklung liegen auf der Hand und dürften noch weiter in Richtung berühungssensitiver Displays gehen – man darf gespannt sein und langsam aber sicher Abschied von der guten alten Maus als Eingabegerät nehmen.

2. November 2009 20:37 Uhr. Kategorie Technik. Tag , . 10 Antworten.

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