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Alex Leu fragt 03: Selbstvermarktung

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Wie kann sich eine Agentur oder ein Designer vermarkten bzw. nach außen kommunizieren, um ein bevorzugtes Kundenprofil zu schaffen?
Hat die Kommunikation der eigenen Haltung in der Schaffung eines bevorzugten Kundenprofils, eine Rolle gespielt?

Keine Ahnung, ehrlich gesagt. Während es ein leichtes ist, Auftraggeber zu beraten, habe ich persönlich natürlich Probleme mit dem Selbst-Marketing und mit dem Erfolg von nodesign, dem Wachsen von der Ein-Mann-Show zum Büro, ist das ein wichtiges, immer wiederkehrendes Thema. Wie wächst man, wohin will man, wie kriegt man die passenden Klienten? Wir machen keinerlei Akquise-Marketing, haben über eine Dekade keine Form von Homepage gehabt (und die jetzige ist auch nicht besonders gut), wir machen keine Pressearbeit, versenden keinen Newsletter, machen kein eigenes Magazin oder profilieren uns über ein Buch bei einem namhaften Verlag. Selbst der Büroname ist irgendwie latent «anti». Und es läuft ja trotzdem gut, so dass man langsam aber solide wächst – so, dass man es selbst fast nicht merkt, bis man mal zurückdenkt, was in den letzten sechs Jahren eigentlich wirklich alles passiert ist. Und natürlich willst du immer auch «mehr». Ich fände ein größeres, noch kommunikativeres Team schön – wir sind jetzt bei fünf Leuten, ich fände acht optimal) und auch entsprechend neue Kunden, wir alle hätten Lust auf einen Verlag oder ein Museum, weil das in den letzten Jahren zu wenig bei uns war. Wir finden vor allem ja auch die ganz handfesten Unternehmen gut, Werkzeugmacher oder so etwas, bodenständiger Mittelstand, eine gute, ehrliche Firma, die ein positives Produkt, das man ehrlich und überzeugt bewerben kann. Während viele Büros ein Traum-Kundenprofil haben, bin ich so neugierig, dass ich mich eigentlich nicht nur auf Kultur – auch wenn das sicher unsere Stärke ist – verengen würde. Ich glaube, wir sind nicht so sehr auf eine konkrete Tätigkeit oder einen Designbereich spezialisiert als vielmehr auf einen Typus von Kooperationsansatz oder ein Denken – die meisten unserer Auftraggeber bisher wollten Erfolg, wollten Wandel, hatten Leidenschaft und, egal ob Unternehmen oder Institution, hatten etwas zu geben. Ob Theater oder Uhrenmanufaktur, Partei oder Architekturbüro – wenn da eine Idee, ein Tun oder ein Produkt ist, das wirklich ein positives Vorzeichen hat für die Gesellschaft, und wenn die Macher selbst daran glauben und intensiv daran arbeiten, ist es stets ein Traum, hier als Designer seinen Teil beizusteuern.

Insofern stehen wir fast genau so wie Studenten oder Berufsanfänger immer wieder vor der Frage, wer wir sind, was uns besonders macht in einer heillos überlaufenen Branche und wie man sich selbst kommuniziert. Was zudem schwierig ist, weil man sich selbst ja eher kritisch betrachtet, bei jedem Job im Nachhinein im Team Fehler analysiert, die man in Zukunft vermeiden sollte – und sich auch ehrlich gesagt insofern selbst anpreisen kann. Die Frage trifft mich insofern ins Mark, weil dieser Prozess für uns ansteht, wenn wir weiter wachsen wollen, weil ich die Vermarktung der meisten anderen Büros nicht 1:1 für uns passend finde und noch nicht so genau weiß, wie wir das anpacken sollten – das ist ein gerade laufender Prozess bei nodesign, der auch hochspannend ist und die gesamte Struktur des Büros umfasst. Der beste Weg ist hier wahrscheinlich, einfach ehrlich zu sein und nicht zu verkrampft drüber nachzudenken, sondern einfach zu machen.

26. Juni 2011 10:04 Uhr. Kategorie Arbeit, Design. Tag , , .
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