
I want to believe ist der US-Originaltitel des zweiten X-Files-Films, abgeleitet von Fox Mulders legendärem UFO-Poster und sicherlich der Kernsatz der neunteiligen Mystery-Serie aus den Neunzigern, und glauben möchte man tatsächlich, dass es Frank Spottnitz und Serien-Erfinder Chris Carter, der hier für Regie und Co-Drehbuch verantwortlich zeichnete, gelingt, den Mythos der X-Files erneut zu entfachen. Nach den mehr als entäuschenden letzten beiden Staffeln, die aufgrund des ausscheidenden David Duchovny das Serienkonzept umstellen und verwässern mussten, und nach dem mehr als irritierenden Serienfinale, das mit Logik einfach nichts mehr zu tun haben wollte, wäre es eine schöne Coda einer ursprünglich einmal so wegweisenden TV-Serie, ohne deren Kreatitivät und Mut es sicherlich moderne Formate wie Lost oder Heroes nicht gäbe, gewesen, einen glaubhaften, gereift zum Kern der X-Files-Mythos zurückkehrenden Film zu produzieren.
So viel Konjunktiv weckt den Verdacht, dass der Film hätte, aber nicht hat – und tatsächlich gelingt es Carter nur punktuell, einen Film für X-Philes zu machen. Es gibt kleine Freuden: Mulders Bleistifte in der Decke, Sonnenblumenkerne, die immerhin beiläufige Erwähnung von William, Die Namen von Ex-X-Files-Produzenten John Shiban und Vince Gilligan auf Mulders Kurzwahlliste, Skinners Cameo im dritten Akt, Mulders Arbeitszimmer, sein Bart (auch wenn das per se ein Klichee ist,der bärtige Has-Been, der mit dem Akt des Rasierens wieder in den Sattel steigt.) Ansonsten aber strengt sich Chris Carter an, einen Film zu machen, der sich so wenig nach X-Files anfühlt, wie eben möglich. Bildsprache, Dynamik der beiden Hauptdarsteller, Plot, selbst die Musik ist anders. Das ist an sich lobenswert und ein guter Ansatz nach sechs Jahren Pause – einen neuen zeitgemäßen Einstieg finden, die gereiften Figuren anders präsentieren, als Handlung etwas anderes als die von der Serie vertraute Monster-of-the-Week oder Mythology-Schiene zu fahren. Es wäre ein lobenswerter Versuch, und am Anfang des Films schaut es danach aus, als würde es gelingen. Die erste Viertelstunde ist vielversprechend, verwirrend, vielschichtig, und durchaus mit Tempo inszeniert. Aber eine solide Viertelstunde macht keinen guten Film.
Die Geschichte, um die es eigentlich geht, ist im schlimmsten Sinne hanebüchener Unsinn, der auch niemals wirklich aufgelöst oder erklärt wird. Spottnitz und Carter schnitzen einen wackligen Thriller aus beliebigen Versatzstücken, aber die Geschichte wird niemals sinnvoll, die Handlung wird durch abstruse Zufälle und Sprünge überhaupt erst vorwärts getrieben, die Auflösung ist eher lachhaft albern. Wieso ein exilrussischer Schneepflugfahrer versucht, mit Hilfe russischer Ärzte, seinem homosexuellen Freund den Kopf auf einen neuen (Frauen-)Leib zu nähen, bleibt komplett nebelhaft und auch woher er die Mittel für die Operation hat, und welche Hintergründe das Ganze hat, wird nie erklärt. Dass es keinen Sinn macht, wenn hauptsächlich Frauen entführt werden, wo es doch eigentlich um die OP an einem Mann geht und der Täter als Homosexueller eigentlich wahrscheinlich auch einen Männerkörper bevorzugen dürfte – egal. Dass die Auflösung also den Aufbau des Falls negiert und die Fragmente nicht zusammenpassen – egal. Dass Father Joes hellseherische Begabung (das einig halbwegs X-Files-artige Element dieses ansonsten eher diffus an Se7en oder Schweigen der Lämmer erinnernden Plots) in keinerlei sinnvoller Beziehung zum Fall steht (abgesehen davon, dass der Mann mit dem abgetrennten Kopf von dem Priester dereinst als Messdiener misshandelt wurde) – egal.
Es ist vielleicht symbolisch zu verstehen, dass in diesem Film im Stile von Dr. Frankenstein Glieder aneinandergenäht werden, die nicht zusammenpassen wollen und ein abgehakter Arm hier und ein abgetrennter Kopf dort auftauchen – dies spiegelt tatsächlich das generelle Flair des Drehbuchs wider, das sich ähnlich nach Patchwork anfühlt. Der Fall an sich wirkt bereits wie aus drei Ideen und anderen Büchern zusammengeklaut, das gesamte Ambiente des Films ebenfalls (Wer muss bei den im Schnee herumstampfenden Agenten nicht an Fargo denken?), und eigentlich käme der Film bestens ohne Mulder und Scully aus und würde ebenso gut – oder besser ebenso schlecht – auch als normaler Thriller mit generischen Agenten funktionieren, vielleicht sogar besser.
Denn die Dynamik des X-Files-Duo im Film ist nicht logischer oder kohärenter als die mitunter langatmige Filmhandlung selbst. Anscheinend wohnen Mulder und Scully nach der Flucht vor dem FBI zu Ende der neunten Staffel gemeinsam, Scully arbeitet als Ärztin an einem katholischen Krankenhaus, Mulder hockt in seinem Arbeitszimmer und sammelt Zeitungsausschnitte. Sie hat sich von den X-Files verabschiedet und lebt ihr Leben weiter, er anscheinend nicht, wie ein Photo von Samantha an der Tür und das I WANT TO BELIEVE-Poster (wo kommt das eigentlich her – sollte es nicht noch im Keller des FBI hängen?) beweisen. Wieso Mulder nach wie vor vom Verschwinden und Tod seiner Schwester besessen ist, nachdem die Serie den Fall bereits völlig aufgeklärt hatte, SamanthasEntführung und ihr Tod geklärt und Mulder sogar zu unsagbar kitschigen Geigenklängen seinen Frieden mit dem Geist seiner Schwester machen durfte bleibt etwas rätselhaft. Hat Carter das schlichtweg vergessen oder – wahrscheinlicher – verdrängt?
Die beiden Figuren operieren – wie zu den schlimmsten Zeiten der Serie, als Termine und persönliche Antipathien die berühmten Folgen ergaben, an denen Fox und Dana mehr telephonierten als gemeinsam Fälle lösten – im Film weitgehend aneinander vorbei. Es gibt zwei komplett eigene Handlungsstränge: Während Mulder versucht, den Fall der verschwundenen FBI-Agentin zu lösen, sitzt Dana Scully am Fall eines kranken Jungen, den sie eventuell mit einer Stammzellentherapie heilen kann. Scully und Mulder verfolgen ihre jeweiligen Plot-Elemente völlig unabhängig voneinander und begegnen sich eigentlich nur, um sich zu streiten. Erst am Ende greift Scully aktiv in Mulders Fall ein.
Scullys Teil der Geschichte fühlt sich etwas an wie ein abgelehnter Plot für Emergency Room – und ist zudem von politischen Obertönen der in den USA nach wie vor grassierenden Debatte um de Stem Cell Therapy geprägt. Es passt zu Carters klarer positiver Haltung zur Gentherapie, die von denrechtskonservativen Politikern in den USA strikt auf religiöser Basis abgelehnt wird, wenn vor dem Portrait von George W. Bush in der FBI-Zentrale kurz und prägnant die X-Files-Pfeifmelodie ertönt, so als sei es die größte X-Akte aller Zeiten, dass dieser Mann Präsident der USA hätte werden können. An sich ein schöner Gag, aber zusammen mit der unglaublich platt aufgelösten Handlung rund um Scullys Patienten eher unnötig. Dass Scully sich mal eben via Google zur Gentherapeutin entwickelt, ist absurd – ebenso wie die Tatsache, dass sie dabei zufällig auf den entscheidenden Hinweis auf Mulders Fall stößt. Ein weiterer Deus Ex Machina in einem Film mit einem ganzen Pantheon dieser falschen Theatergötter.
Der Zwist zwischen Mulder und Scully erinnert unangenehm an ein altes Ehepaar, das routiniert einen längst vergessenen Streit durchspielt – und die Argumente nur noch müde vorträgt. Dass Scully die Nase voll hat von der «Dunkelheit» die Mulder in das gemeinsame Leben bringt, wirkt unglaubwürdig. Scully hat neun Jahre lang die absurdesten und lebensgefährlichsten Situationen mit Mulder durchstanden und ist im Laufe der Serie von der Zweiflerin zur treuen Mit-Kreuzzüglerin geworden. Bei diesem relativ harmlosen Fall nun einen solche Grundsatzdebatte zu führen, wirkt eher albern, ebenso wie die Tatsache, dass Mulder Scully in einer Szene ad hoc mitten im Schnee alleine stehen lässt, um seinen Täter zu jagen. Mulder ist hyperfokussiert, sicher, aber lange nicht so. Man nimmt den Figuren dieses Nebeneinander nicht ab. Ab dem Moment, an dem Mulder seinen Bart abnimmt, mutiert er zur Karikatur des getriebenen Kreuzzug-Mulders
Auch Scullys neuerlicher Zweifel an Gott ist eher langweilig, ein Thema, das Carter in der Serie mehrfach durchgekaut hat und das des Aufkochens nicht bedarf, nur weil ein pädophiler Priester und ein krankes Kind auftauchen. Die inneren Konflikte der Figuren wirken komplett unglaubwürdig und berühren insofern den Zuschauer nicht, ebenso wie der abrupte Tod von Amanda Peet kalt lässt - einfach, weil diese Figur niemals wirklich dreidimensional eingeführt wurde.
Insgesamt also jagt Carter zwei kaum wiedererkennbare Figuren (und das liegt nicht nur an Mulders neuer Synchronstimme, ein echter Faux Pas des deutschen Verleihs) durch eine Geschichte, die weder richtig X-Files-Feeling aufkommen lässt, noch an sich lohnenswert ist. Das Label X-Files wird hier wahrhaft nur missbraucht, um eine Kreatur ins Kino zu hieven, deren Drehbuch anderenfalls nie ein Grünes Licht gesehen hätte.
Es wäre ein leichtes gewesen, einen guten Film daraus zu machen. Die gealterten aber vertrauten Figuren eignen sich per se für eine «Whatever happened to…»-Geschichte zu erzählen, eine gereiftere Version der Serie mit zynischeren, müderen Helden. Der bärtige Einsiedler-Mulder, die Augenringe der verhärmten Gillian Anderson – da steckt Potential drin. Anderson wirkt hier noch genervter als gegen Ende der Serie, zur Randfigur degradiert, und in dieser Müdigkeit und der gleichzeitigen Unausweichlichkeit eines Lebens mit dem Übernatürlichen wären so viele schöne Momente zu fischen – fast widerwillige Helden, die nicht nur mit dem akuten Fall, sondern auch mit sich und den Behörden zu kämpfen haben.
Es wäre leicht gewesen, war es anscheinend aber nicht und so zeigen Spottnitz und Carter ein weiteres Mal, dass der Krug nicht nur so lange zum Brunnen geht, bis er bricht, sondern auch noch darüber hinaus versucht, zum Wasser zu humpeln. Bereits die Serie hätte mit der siebten Staffel enden sollen, und dieser zweite Film tut dem Mythos X-Files keinen Gefallen, ganz im Gegenteil. X-Files: I want to believe ist ein überflüssiger, langweiliger, überfrachteter Film, vor dessen Folie es umso beeindruckender wirkt, wie gelungen Carter und Co seinerzeit in nur 45 Minuten mit deutlich begrenzteren Mitteln und unter hohem Zeitdruck spannende, berührende und mutige Geschichten erzählen konnten und die Relation der beiden Hauptfiguren zugleich weiterentwickelt haben. Aus heutiger Sicht mögen viele Folgen der Akte X etwas angestaubt wirken – und der Film verleiht der Serienformell rein visuell tatsächlich einen zeitgenössischen Facelift – aber inhaltlich war die Serie vor zehn Jahren weiter als der Film 2008. In diesem Fall versetzt der Glaube eben leider keine Berge.
25. Juli 2008 14:13 Uhr. Kategorie Film. 14 Antworten.
Okay, dann brauch ich mir den Film als ehemaliger Akte X-Fan ja nicht anzuschauen.
Für mich liegt die Serie sowieso schon zu sehr zurück und war stark von den 90ern geprägt. Obwohl ich damals auf Akte X versessen war, viel zu viel Geld für Merchandise und Fanclubs ausgegeben habe und sogar nach Vancouver gereist bin (!), um mir einige Original-Schauplätze anzuschauen, kam beim ersten Trailer das Feeling gar nicht mehr rüber. Wahrscheinlich war die Lücke zwischen Serie und Film zu groß. Obwohl ich finde, daß die Serie hätte weiterlaufen können – auch ohne Mulder und Scully. Welche Serie schafft es schon, die beiden Hauptcharaktere gegen andere Charaktere einzutauschen und das auch noch logisch zu erklären?! Ich fand es bei Akte X gelungen. Aber andrerseits sind 9 Staffeln auch mehr als genug.
Mehr als. Nach sieben sollte ja angeblich Schluss sein und das wäre auch adäquat gewesen. Der grundsätzliche Fall der Alien-Invasion war aufgelöst, die Dynamik zwischen Mulder/Scully am Ende einer gewissen Entwicklung. Doggett mochte ich per se, Reyes wurde mir nie warm und am Ende fühlte sich die Serie scheußlich an, bis hin zur letzten Folge. Von den letzten beiden Staffeln gab es wirklich nur noch wenige Folgen, die erwähnenswert waren – und das obwohl die X-Files IMMER und in jeder Staffel Durchhänger hatten. Die finale Folge fühlte sich nur nach Selbstparodie an, gruselig, ein ganz und gar unwürdiger und unlogischer Abgang, den aber kaum noch jemand sah, weil die Quoten ja zu Recht implodierten.
Das Schlimme am Film: Er könnte gut sein, ist es aber nicht. Schade drum.
Der neue deutsche Mulder geht gar nicht nach 9 Staffeln Benjamin Völz als Stamm-Sprecher…
Da weiß man nicht wem man die Schuld geben soll: Völz, der utopisch viel Geld für’s Einsprechen in einem mittlerweile ausgebrannten Franchise wollte, oder Fox die schnell und kalkulierend einen anderen Sprecher heranholten… Völz und Pigulla (Scully) sind hierzulande ebenso wichtig wie Duchovny und Anderson…
Das Interesse an der Serie habe ich mit steigender Staffelzahl verloren… Den neuen Film hätte ich mir noch fast aus Nostalgiegründen angesehen… Nach deiner Review und ohne Völz lass ich es… :-)
Das mit der Synchronstimme stimmt auf jeden Fall, obwohl man es im Laufe des Films weniger im Kopf hat und sich umgewöhnt, vielleicht auch, weil einen andere Dinge mehr ärgern :-D.
Aber es ist ja kein REVIEW. Ich schreib nur auf, was mir an Filmen auffiel, damit ich mich selbst dran erinnere, wie es war. Ist also komplett subjektiv und man sollte lieber selbst mal schauen, wie der Film ist :-D. Bei X-Files lohnt es sich angeblich ,auf die DVD zu warten, die Extended seinsoll. Gott, warum geht man eigentlich noch ins Kino, wenn jede DVD mehr Content bietet???
Wie war Dark Knight???
Meine Erwartungen waren utopisch hoch und die englische OV war wahnsinnig schwer zu verstehen (alle nuscheln, war bei Begins aber auch schon…), plus, es ist ein Film den man erstmal verdauen muss und am besten ein zweites Mal sieht…
Kann daher schwer ein kurzes Feedback abgeben… Irgendwas zwischen 8-9,5/10 Punkten… :-D
Perfekt ist er nicht… Der erste Platz(!) auf der imdb.de verwundert… Aber es sind eine Menge guter Ansätze drin… Joker rockt… Die Musik ist grandios und hält alles zusammen… Er ist schnell und hart… Aber es ist etwas zu viel Inhalt für 2 1/2 Std. Film…
Die zweite Sicht nächste Woche am “Bat-Event” sollte mehr Aufschluß bringen… :-)
Die beste Szene war definitiv der Schwenk auf George W. Bush’s Portrait welcher mit dem Theme unterlegt war ;D
Das Problem an dem Film: Ich wusste zwar im voraus dass sich der Film nicht mit der Verschwörung beschäftigen würde, dass es keine Aliens zu sehn gibt sondern dass es ein Stand-alone Fall werden wird, aber…
Wenn ich nach zig Jahren etwas neues von Akte X sehen will, einen neuen Abschluss, dann will ich auch einen Abschluss, dann will ich was neues sehen, dann will ich Antworten auf Fragen…all das habe ich nicht bekommen, der Film ist kein wirkliches Ende für die “Saga”, sondern einfach ein weiteres Kapitel und man könnte gut ohne dieses Kapitel leben…
Ein wirklicher Sinn oder Grund für den Film ist schlichtweg nicht gegeben, und das ist schade weil es das Gefühl hinterlässt dass das ganze einfach eine Geldbeschaffungsmaßnahme war für Drehbuchautoren, Regisseure und Schauspieler die anscheinend (leider) keine guten Projekte mehr angeboten bekommen…
Naja, leaves us hoping for part 3 ;)
@ADRIAN: Wer sagt, daß nicht noch ein weiterer Film kommt und die da nicht eine Film-Serie draus machen. Von daher hätte in bei einem »Monster Of The Week«-Film sowieso keinen Abschluß der Serie erwartet.
Und den Schauspielern sind eh so gut wie noch nie gute Projekte angeboten worden bzw. haben sie in keinen guten Projekten mitgespielt. Oder wüßtest Du einen richtig bekannten Film mit David Duchovny oder Gillian Anderson?!
Ich glaube, es ist nur gut, dass man keinen weiteren Mythologie-Film gemacht hat. Der erste zeigt auf, wie groß die Probleme damit bereits zu Hochzeiten der Serie waren. Obwohl nahtlos in den Kontext der TV-Show passend, konnte er ein breiteres Kino-Publikum nicht erreichen, weil er an sich nicht solo überzeugte.
Die «Saga» war ja an sich in der siebten Staffel durch, danach kamen nur noch drangepappte Plotelemente wie das Ufo an der Küste, William (seufz) oder am allerschlimmsten die albernen Super-Soldaten, um die Serie mehr schlecht als recht weiterlaufen zu lassen, obwohl alles gesagt und getan war. Insofern ist ein Abschluss gar nicht wirklich nötig. Aber eine Standalone-Story dieses miesen Niveaus hätte es eben nicht sein müssen, es gab in der Serie ja immer Highlight-Episoden – so etwas in dieser Richtung wäre schon schön gewesen.
Und in der Tat – wie so viele Seriendarsteller, die sich auf den Weg zum Silver Screen machen, stellt sich Hollywood als wenig erfolgreich heraus. George Clooney ist dabei die eine richtig große Ausnahme.
Wenn X-Files: I want to believe sich ausreichend verkauft (und vor allem auch Merchandise und andere Verkäufe der Franchise ankurbelt) wird es wohl einen zweiten Film geben, der laut Carter dann wieder eher mit der Mythologie zu tun haben soll.
Die Szene mit Bush fand ich eher etwas billig – der Mann ist zu leicht zu dissen. Die Amerikaner, die ihm erst jubelnd in einen albernen Krieg folgten bauen jetzt ebenso arational und emotional eine Distanz zu Bush und fokussieren ihre Gesamtschuld auf ihn, der doch auch nur ein Zahnrad der Maschine ist – und vielleicht einer der ersten/letzten Präsidenten, der aufgrund seiner Inkompetenz und seines schlechten Funktionierens als Schauspieler die Mechanismen der Macht so transparent werden lies. Ob McCain oder Obama, seine Nachfolger werden inhaltlich kaum besser sein, aber sich sicher besser verkaufen – ob das per se schon ein Fortschritt ist? Generell hätte ich mit dem Gag leben können, wenn nicht a) Bush schon zu Zeiten der TV-Serie Präsident gewesen wäre, also gar nicht wirklich neu ist und b) die Stammzellensache nicht so platt politisch kommuniziert worden wäre, dass ein weiterer Kommentar in diese Richtung einfach zu viel war.
@Peter
Wie gesagt, mir war schon klar dass die Verschwörung nicht nochmals aufgegriffen wird, und ich stimme HD auch zu dass es ganz gut so ist, aber TROTZDEM hätte ich mir irgendwas gewünscht dass die Sache abrundet…am Ende dacht ich mir hm ja gut, eig. hätte ich diesen Film nicht gebraucht (zumindest so wie er ist…) Und das ist einfach schade, weil der Film ja letztendlich als Ende im Gedächtniss bleibt (falls kein 3. kommt)
Und wie ich ja geschrieben hab, ich hab von den Beteiligten schon lange nix bewegendes mehr gesehn (Evolution war wohl das letzte) und daher kommt es so rüber als wäre ihnen garnichts anderes übrig geblieben als bei diesem Film mitzuwirken…
und @ HD
ich hab die Sache mit Bush eher so verstanden, dass die Wahl ein Teil der Verschwörung
war…war nicht wirklich ein Diss für mich :)
Aber irgendwie ist es ein bisschen doof zu sagen dass man froh ist dass es kein Mythologie-Film ist, ich hätte lieber einen guten Verschwörungsfilm gesehn als das hier…
»ich hätte lieber einen guten Verschwörungsfilm gesehn als das hier«
Wahrscheinlich wären sie besser damit gefahren, den Stoff für einen ganz anderen Film zu benutzen. Denn die Fans von damals sind dann enttäuscht und die nicht-Fans gehen entweder gar nicht rein oder sehen einen schlechten Film.
Ich hätte lieber IRGEND EINEN guten Film gesehen als diesen hier :D.
Ich glaube, Carter ist nur angepisst, weil 9/11 und die US-Stimmung danach (Patriotismus olé) einfach nicht mit dem «Der Staat intrigiert gegen seine Bürger»-Thema von X-Files zusammenpasste.
Anderson hatte ein paar Nebenrollen und hat, meines Wissens nach, etwas Theater gemacht. Duchovny.. keine Ahnung. Ist der noch mit Tea Leonie zusammen? Macht die irgendwas? Irgendwo ist mir ihr Name letztens untergekommen.
Andererseits verständlich, dass man nach 9 Jahren die Nase voll hat von einer bestimmten Figur, deren Möglichkeiten seinerzeit im TV dann auch ausgereizt waren.
Peter – es gab doch keinen Stoff. Das, was da an tatsächlichem Plot da war hätte jeder Produzent ohne den X-Files-Stempel blind abgelehnt oder bestenfals als Direct-to-DVD-B-Ware abgetan. Ich meine – was WAR denn die Handlung? :-D
ohne witz…und ich hab bis zum schluss nicht ganz gerafft warum sie unbedingt mulder (und warum scully??) brauchten…letztendlich haben sie ihm ja doch nicht wirklich geglaubt…
Und warum haben sie nen Frauenkörper genommen???? :D
Scully brauchten sie ja anscheinend nicht – und Mulder ausgerechnet wegen einem solchen Nicht-Fall eine Generalamnestie anzubieten ist mehr als absurd, da hätte schon mehr kommen müssen.
Das mit dem Frauenkörper… ich glaube, es sollte wie ein typischer Slasher-Film anfangen und am Ende kam dann dieser homophobe Twist am Ende, der allerdings keinen Sinn macht – unwahrscheinlich, wie der gesamte Plot, der einfach keinen Sinn macht und wahrscheinlich deshalb nie erklärt wurde. Vielleicht auch deshalb Frauenteile, damit es etwas gruseliger kommt.