Adobe hat heute seine neue Creative Suite 4 vorgestellt. Ein kurzer Blick in die bei der Pressekonferenzen vorgestellten PDF zeigt, was das Upgrade liefern wird…

Mehrere «Artboards» sind jetzt möglich, also endlich die Option, mehrere Seiten zu verwalten (wie in Freehand vor … 15 Jahren oder so).
Dazu passend sind mehrere offene Dokumente jetzt in einer Art Tab-Leiste à la Firefox angeordnet.

Transparenzen in Verläufen. Jeder definierte Farbpunkt eines Verlaufs kann jetzt auch eine eigene Opazität zugewiesen bekommen. Überhaupt hat Adobe recht beeindruckend an der Funktionalität der Verläufe gedreht – war auch überfällig. Generell soll die neue Arbeitsoberfläche Optionen immer dann anbieten, wenn man sie braucht.

Blob Brush… eine Art Vektorpinsel-Tool. In der Tat auch nicht ganz neu, andere Applikationen haben längst solche lebendigen Vectorbrushes. Ganz grob ist auch dies ein FH-Feature.
Smart Guides, die etwa beim Rotieren o.ä, sichtbar werden. Auch ein Freehand-Feature, oder irre ich mich? Jedenfalls dürfte das jedem, der mit Keynote oder Pages arbeitet, bekannt vorkommen. Und es ist in der Tat ein hoch brauchbares, wenn auch mitunter mal etwas irritierendes Feature.

Überarbeitetes Interface. Dazu gehört ein stark zentralisiertes Appearances-Panel, das mehr Optionen und Kontrolle bietet. Auch bessere Transparenzvorschau, bessere Maskenvorschau und Farbseparation-Vorschau (ein Feature aus Indesign CS3, seltsamerweise) sind integriert.
Online. Wie alle CS4-Produkte gibt es neue Online-Dienste, die keiner will und die wir trotzdem zwangsverordnet kriegen. Erinnert sich noch jemand an Adobe Stock Photos? Genau. Diesmal ist es Kuler – Adobes Online Farbklaviatur-Tool, das an sich super ist, aber leider am Bildschirm nicht kalibriert angezeigt wird – und natürlich Acrobat.com, Das File/Screensharing und andere Dienste anbietet und wahrscheinlich kostenpflichtig sein wird. Schöne Idee – wenn es als Teil der CS-Suite einfach gratis oder sehr preiswert wäre. NOCH einen Abo-Dienst… da gibt es einfach zu viele derzeit. (Diese Tendenz ist etwas anstrengend – Mobile Me geht in die Richtung, TomTom geht in die Richtung,, Daylite will demnächst auch eine Art Server-gegen-Gebühr anbieten für die iPhone-Applikationen, Evernote ist ein kostenpflichtiger Online-Dienst…. und alles als einzelne, nicht zusammenhängende Systeme, das ist einfach nicht smart. Und gebündelt einfach zu teuer).

Objektbasierte Animation. Das sollte es gerade Anfängern leichter machen, mit Flash zu arbeiten, unterstreicht aber eigentlich nur, wie unsicher Adobe ist, ob Flash nun eine Programmieroberfläche sein soll, in der man alles via Actionscript macht – oder eine Art Animation-Tool. Irgendwie ist Flash die eierlegende Wollmilchsau. Vielleicht ist das eine Stärke, vielleicht aber auch nicht. Die Tatsache, dass in CS4 Motion Tweens vereinfacht wurden, aber die eigentlich jeder Programmierer die Nase rümpft, spricht dafür, dass Adobe Kunden von Konkurrenzprodukten wie Swish zurückgewinnen will. Aber vielleicht wäre es sinniger, eine eher programmier-basierte Oberfläche zu haben als FlashPro und eine eher animationsbasierte Version für Leute, die nur mal eben schnell was animiertes brauchen…? Wobei das dann wieder zig Versionen wären… als ob wir nicht schon genug Kraut und Rüben bei Photoshop haben :-D.

3-D-Transformation Tool à la Illustrator. Ich freue mich jetzt schon auf 100000 Seiten mit dem Effekt, oh jeh :-D.

Bones. Auch hier wieder die Frage, ob Flash nun eine Animations- oder Programmieroberfläche ist, Websites macht oder Kurzfilmchen… aber Bones ist an sich natürlich als Werkzeug zum Modeln halbwegs natürlicher Bewegungen eine Bereicherung. Nur, wer sowas ernsthaft macht, macht es NICHT in Flash. Und ein ähnliches Modul gab es längst als Plug-In. Super, dass es nun Teil von Flash CS4 ist, aber erderschütternde News sind das nicht.

Deco-Tool. Ein Werkzeug, mit dem sich lebende, kaleidoskopartige Pattern erstellen lassen. Je nachdem, wie lebendig und wie variabel, könnte so etwas spannend sein – aber im grunde gibt es seit langem Sites, die solche lebendigen Strukturen selbst programmiert aufweisen.
Bessere Integration mit mehr Photoshop/Illustrator/InDesign, mehr AIR,mehr Video. Was nur die – irgendwie eigentlich immer noch relativ spürbare – Brücke zwischen Adobe und Macromedia schließt. Wobei es Sinn macht, Flash und die anderen CS4-Bestandteile enger zu verzahnen. In diesem Sinne sind alle Online-Services eben auch hier, wie in allen CS-4-Modulen vorhanden.
Marian ist sehr heiß auf Flash CS4, also wird es schon was können – aber so rein vom Blick auf die neuen Features ist das alles etwas wenig, oder? Gerade Flash fühlt sich mehr nach einem Aufräumen und Einfügen-in-die-Adobe-Logik an als nach Aufbruch. Wobei es sein kann, dass dort, wo es drauf ankommt, in der Programmierung-Uumgebung, kleine aber feine Sachen passiert sind. Ansonsten klingt es insgesamt nach einem Update, das sich fast eher an Einsteiger wendet… die Adobe eigentlich mit CS3 alle vergrault haben dürfte :-D.
Indesign
Flash-Export. Das mag nett sein für Präsentationen und Pitches, auch wenn die Powerpoint-artigen vorgegebenen Übergänge und die lustigen Buttons, die Adobe beipackt, mich eher am Sinn dieser Übung zweifeln lassen. Zumal man ja längst ganz solide mit PDF präsentieren kann – und auch sehr viel praktischer als mit Flash. Vielleicht sinnvoll, um ganz quick einen Scribble für eine Site zu testen… aber ansonsten bin ich gespannt, ob dieses Feature nicht eher Ballast ist. Wenn die Präsentationen daraus nicht mindestens ebenso smooth und perfekt sind wie die aus Keynote, ist das nur ein Spielzeug, sorry. Wobei es schon mehr als gut ist, dass Adobe eine Brücke zwischen ID und Flash baut. Definitiv ein Feature, dass schon in CS3 hätte vorhanden sein sollen. In der realen Arbeit, da hat Marian Recht, wird es wenig bringen, weil in Flash ohnehin alles von Grund auf neu gebaut werden muss, da es ja programmiert und dynamisch ist.

Live Preflight. InDesign zeigt jetzt bereits während des Designs an, was alles nicht stimmt. An sich ein sehr schönes Feature, stelle ich mir in der Praxis aber etwas anstrengend vor, wenn es nicht einfach zu deaktivieren ist. Denn gerade in der Scribble-hase stimmen Sachen wie Auflösung oder RGB/CMYK mal so gar nicht – und das WEISS man dann ja eigentlich auch. Sinnvoller wäre also eigentlich ein aufgeräumterer, schnellerer, informativerer Preflight am Schluss gewesen, der etwa ein Fixen von Problemen direkt aus dem Preflight heraus ermöglicht (Datei auswählen, öffnen, modifizieren, speichern, Update sofort im Preflight als behobenes Problem anzeigen, analog Suchen/Ersetzen bei Problemen im Dokument, analog Auto-Repair-Features für bestimmte Probleme mit Hilfe automatisierbarer Vorgänge.)

Neues Links-Panel. Die Informationen in der neu gestalteten Links-Palette sind jetzt weiterreichend, was sicher eine große Hilfe ist. Aber… mal ehrlich. Ist das ein erwähnenswertes neues Feature? Was kommt in CS5… ein überarbeitetes Druckmenü als Hauptfeature? An sich aber sicher hilfreich, auf einen Blick zu sehen, was Auflösung, Farbraum usw der eingebundenen Bilder so machen. Das man es selbst einrichten kann, ist ein klarer Vorteil. Auch hier wäre eine Automatisierung zu Photoshop sinnvoll, via Script oder Automator.

Bedingter Text. Adobe hat deutlich an der Textengine von Indesign gewerkelt – und dazu gehört konditionaler Text, den man sich am besten al eine Art Ebenenpalete für Text vorstellt, der – je nachdem ob man eine Ebene ein- oder ausschaltet – mal sichtbar wird oder nicht. Wie das in der Praxis funktioniert und ob das in einem Layout wirklich Sinn macht, müsste man in der Praxis antesten. Klingt ad hoc nicht nach einem wirklich wichtigen Feature für mich, kann aber sicher bei komplexen Dokumenten sinnvoll sein, zumal wenn sie autogeneriert sind.
Verweise. Indesign kann jetzt Cross-References und damit verbunden auch automatische Updates von verbundenen Texten. Wofür es seit Jahren gute Plug-Ins gibt. Schön, es endlich integriert zu haben, aber seufz… längst überfällig und eigentlich nur ein Aufholen eines Features von Quark.

Smart Guides. Wie bei Illustrator die aus anderer Software bereits vertrauten kontextsensitiven Hilfslinien fürs Verschieben und Transformieren von Objekten.
Seitendrehung. Nackenschonend: Endlich kann Adobe eine Seite visuell aber nicht faktisch um 90° drehen, so dass man senkrechten Text besser layouten kann. Auch läääängst überfällig.
Neues Interface. Der N-Up-View aus Photoshop, die App-Bar und die aus Bridge vertraute Möglichkeit, Workspaces zu definieren, ebenso wie die Tabs für Dokumente sind auch in Indesign, wie in PS und Illustrator vorhanden. Die AppBar, muss ich zugeben, sieht auf de ersten Blick eher nervig aus – das GUI von Adobe ist nicht gerade das eleganteste und scheint nur zu versuchen, Windows- und Mac unter einen Look zu bringen, um die Softwareentwicklung plattformunabhängiger zu machen.
Was fehlt? Das ist wirklich ein recht enttäuschendes Update. Vor allem, wenn man bedenkt, dass wirklich wichtige Features, wie etwa die komplett freie Handhabung von Seitengrößen- und formaten (DAS absolut wichtigste Feature überhaupt, wenn man es einmal hatte, es ist pervers, dass das theoretisch ght, von Adobe aber nicht integriert ist) oder eine History-Palette, schon unter CS3 als Plug-Ins für wenige Euro (DTP Tools) liefen. Und wirklich sinnvolle Integrationen gewesen wären. Ebenso ein smartes PDF-Batching, wie es andere Plug-Ins ermöglichen, oder verbesserte Ausgabeoptionen. Ich hätte gejubelt, wenn es Adobe gelungen wäre, den ansonsten in Photoshop und Lightroom ja halbwegs gemeisterten RAW-Workflow nach Indesign zu ziehen. Heißt: Kamera-RAW ohne Editieren für ein grobes Layout direkt ins Layout ziehen, dann per Doppelklick nach Photoshop oder Lightroom, am Ende durch finale TIFF oder PSD ersetzen. Auch 16-bit-Unterstützung, editierbarer PDF-Import à la Illustrator und zig andere Dinge fielen mir noch ein, die im Alltag Sinn machen würden. Und die es zum Teil als Plug-In gibt, die also in der modularen Architektur von Indesign Sinn machen.
Da bleibt nur zu hoffen, dass Indesign ultrastabil läuft und viel sicherer geworden ist – denn von den Features her ist das Ganze völlig unter meinem Begeisterungs-Level.
Photoshop

3D. Photoshop erlaubt jetzt, auf 3D-Modelle, die in Echtzeit editierbar sind, unmittelbar zu malen und mit einer neuen Raytracing-Umgebung zu arbeiten. Es gab vorher Plug-Ins, die ähnliche Funktionalität aufwiesen. Sicher ein sehr schönes Feature, aber für mich im Alltag eher nichts, was ich brauche, wie ich auch das perspektivische Zeichentool bisher kaum je verwendet habe. Ich denke, professionelle 3D-Producer arbeiten auch eher mit ihren Tools als in PS, also wendet sich Adobe hier eher an Gelegenheits-Macher, die im Grunde nur ein bestehendes 3D etwas veredeln wollen. Ohne damit gearbeitet zu haben, lässt sich hierüber wenig sagen.

Kontextsensitive Skalierung. Eines der WOW-Features bei den Präsentationen von John Nack in den letzten Monaten. Man muss sehen, ob das auch in der Praxis mit Bildern funktioniert, die nicht endlose Strände haben. Ganz generell ist die Vorstelung, ein Bild um ein paar Pixel strecken oder stauchen zu können und nur die unwichtigen Bildinformationen verschwinden unglaublich sexy – aber ich will das von nahem gesehen haben, bevor ich es wirklich glaube. Das ist eines der Features wie der Healing Brush – wenn es funktioniert, will man nicht mehr ohne arbeiten. Aber erst muß man sehen, ob es praxistauglich sein wird.

Neue Maskierung. Die Optionen für das Erstellen von Masken sind grundlegend überarbeitet worden. Wie bei allen Sachen, die in Richtung Freistellen gehen, kann man viel versprechen – aber meist sind die Resultate enttäuschend. Es wäre aber schön, wenn PS einige Funktionen der vielen Plug-Ins in diesem Bereich übernehmen würde und selbst das Chaos der verschiedenen Maskiertools – Ebenen, Masken, Alphakanäle, Zauberstab, neuer Zauberstab, Pfade und und und- endlich aufräumen wurde, da hat sich in den letzten Jahren zu viel angesammelt. Sinnvoll wäre etwa, einen kontextsensitiven Pad zu haben, der funktioniert (nicht wie der magnetische Pfad jetzt).

Bessere Navigation. Die Bewegung durch ein Bild soll schneller und flüssiger geworden sein, auch Rotation der reinen Bildansicht ist möglich, was gerade für Illustratoren eine große Hilfe sein kann, wenn sie mit Wacoms arbeiten.
Bessere Farbkorrektur. Das wäre wirklich überfällig. Abwedeln und Nachbelichten und der Schwamm sind überarbeitet worden. An die Power von Viveza wird PS damit aber wohl nicht herankommen. Ist mir nebenbei ein Rätsel, warum Adobe die u-Point-Idee nicht von nik adaptiert und anstatt in ein Plug-In völlig nahtlos in die Oberfläche integriert. Überhaupt ist es nach wie vor nervig, dass man bei den meisten Plus-Ins noch eine Art Vorschaufenster hat – wieso arbeiten die (und sei es optional für schnellere Rechner) nicht direkt im finalen Bild?
Bessere Integration mit Lightroom. HDR oder Panorama-Erstellung sind erleichtert. An diesem Punkt verstehe ich nicht, warum ein nur 200 Euro teures Tool nicht nahtlos entweder in die CS4-Suite integriert ist (zumal der RAW-Workflow von Photoshop ein Skandal ist) oder man Bridge, Photoshop und Lightroom zu einem griffigen Instrument kombiniert – es wäre überfällig. LR und Bridge haben fast die gleichen Features, und in Lightroom wünsche ich mir immer, dieses oder jenes Photoshop-Feature zu haben und umgekehrt. Eine Applikation, in der ich nahtlos von der Bildauswahl in RAW zu perfekten Bild komme, bitte. Nicht drei, von der ich eine noch dazukaufen muss. Auch strategisch ein Fehler – je weniger LR Teil von CS4 ist, desto mehr überlässt Adobe Apple und PhaseOne das Feld. Riesendummheit. Das Photoshop im Import fast die gleichen Bearbeitungsmöglichkeiten wie LR liefert, macht es eigentlich nur logischer, LR und Photoshop zu einem Tool zu fusionieren - jetzt… und nicht erst bei CS6 :-D.

Neues Interface. App-Bar, n-Up-View undWorkspaces, siehe oben bei Indesign. Zudem gibt es eine neue Palette für nondestruktive Bildeditierung – die man bisher eigentlich ja auch hatte, nur eben ohne eine Palette dafür. Es wird demnächst, via Flash, eine Möglichkeit zur Erstellung eigener Paletten geben. Was vielversprechend sein kann – abwarten.
Fazit
In den ersten Vorankündigungen wurde ja schon geunkt, das CS4 wenig Anlass zu Begeisterungsstürmen geben würde – und das bestätigt sich. Anscheinend wurde intern viel Zeit auf den Aufbau eines neuen Interfaces verwendet – das aber weder revolutionär neu ist noch sonderlich wegweisend, sondern einfach etwas pragmatischer, wenn man sich einmal dran gewöhnt hat… hoffentlich. Rein von den neuen Features her wirkt das ganze solide, wie ein gemütlicher Ausbau bestehender Dinge, ohne wirkliche große Sprünge, wie sie die letzten CS-Pakete durchaus boten. Die Integration Macromedia-Adobe ist nicht mal richtig abgeschlossen, da wäre es eigentlich schon an der Zeit, ganz neue eigene Programme zu integrieren (Lightroom, Kuler, andere Neuentwickkungen) und das Ganze wirkt inzwischen mehr und mehr wie ein Sammelsurium von Einzellösungen, die nie so recht zusammenfinden. Wenn Adobe so weitermacht, wird es irgendwann wie Quark enden. Wenn ein 49-Euro-Tool wie Pixelmator nativ mit 64 bit auf Mac läuft, DIE Standardbildbearbeitung Photoshop aber nicht, wenn ein 39 Euro-Plug-In Indesign deutlich erweitert, Cs4 aber nicht, wenn CS4 anscheinend keine Quicklook- und Automator-Funktionalitäten liefert und überhaupt viel zu wenig mit dem OS harmoniert. Adobe hat es nicht geschafft, die auf Plug-In-Ebene und in anderen Oftwares ja durchaus bestehenden Möglichkeiten in die Creative Suite-Programme zu integrieren, oder gar mit etwas komplett neuen, aber unverzichtbaren zu kommen… was gerade bei Indesign schade ist, weil es im Gegensatz zu Photoshop noch nicht an dem Punkt der Glockenkurve ist, wo Verbesserung kaum noch denkbar ist.
Was passieren sollte, ist eine Fusion von Illustrator und Indesign und Acrobat, eine Fusion von Lightroom Bridge und Photoshop, eine Fusion von Dreamweaver und Flash etc. Plus EIN Tool für Audio und Video inklusive Effekte/3D. Weniger Tools, die freier editierbar sind. Schnellere Workflows, mehr Funktionalität. Statt dessen streckt sich Adobe in neue Richtungen – 3D etwa, obwohl es hier professionellere Anbieter gibt, denen man mit Photoshop das Wasser nicht reichen können wird. Niemand wird Maya abschalten, um mit Photoshop zu rendern. Das CS4-Update wirkt insofern seltsam unkonzentriert. Flash kriegt Newbie-User-Features, Indesign kriegt eine seltsame Flash-Export-Komponente, die etwa so sinnvoll oder-los ist wie ein Powerpoint-Export, Photoshop kriegt ein simples 3D. Und die User kriegen neue Online-Angebote von Adobe aufs Auge gedrückt, ob wir sie nun wollen oder nicht.
Aber wichtige Features bleiben unentwickelt – wo uns Drittanbiter wie nik (Viveza), AlienSkin (Exposure), Andromeda (LensDoc!!!) und DTP-Tools (PageControl, History) erst zeigen, was im Alltag unverzichtbar sein kann. und so werden wir uns wohl weiter mit Plug-Ins und Tricks helfen müssen, bis Adobe es endlich schafft, wieder klare, wegweisende Produkte zu machen.
Bleibt zu hoffen, dass das Upgrade den versprochenen Zuwachs an Tempo bringt und stabiler läuft als der Vorgänger. Den ersten Reviews nach zu urteilen ist das so – und machen wir uns nichts vor, beim Photoshop geht es nur um Tempo, bei Indesign vor allem um Sicherheit. Beides Bereiche, wo man ganz deutlich zulegen könnte. Wenn CS4 hier überzeugt, ist es die Anschaffung sicherlich wert – von den nackten New Features her eher nicht. Das Update von Premium 3 auf Premium 4 wird bei 440 Dollar liegen (was echt fair ist), die volle Suite bei etwa 1700 Dollar.
Und mal ehrlich: holen wird man sich das Update ja ohnehin;-)
23. September 2008 09:49 Uhr. Kategorie Technik. 26 Antworten.
John Nack stellt in seinem Blog einige der kleineren Features von PS CS4 vor:
http://blogs.adobe.com/jnack/2008/09/cs4_sweating_the_details.html#more
Sieht auch so aus, als würde ein Ansatz von u-Point zu Photoshop kommen:
Curves, Hue/Saturation, and Black & White feature an on-canvas adjustment tool that enables you to click a region of the image, then drag to adjust just the targeted tonal/color range.
Mir fehlt die Unterstützung für mehrere Prozesoren. Mir wurscht wie toll die Grafikkartenunterstützung ist, davon hab ich mit meinem Dualquad Mac Pro wenig dank der Kleingeistpolitik Apples bei Grafikkarten.
software-companies-run-by-sales-guy-syndrome
also zu 3d muss ich sagen das es son feature ist was man glaub ich nicht wirklich umbedingt braucht. es kann ab und zu ganz praktisch sein. sinnig wäre auch evtl ne 3s perspektive zu erstellen. also praktisch ein drahtgittermodell von einem runden körper mit dessen hilfe man dann perspektivisch retuschieren kann. geht mitlerweile ja auch mit nem normalen fluchtpunkt, aber im ehrlich zu sein habe ich das bisher nur 1 mal gebraucht.
andere features sind…. naja… ganz praktisch, aber noch nicht wirklich sachen die ich mir wünsche.
von den neuen automatischen werkzeugen habe ich bisher noch nichts gehalten. alle irgendwie genau so kacke wie der zauberstab. ein wenig verbessert, aber noch nicht so gut wie alles aus der hand zu machen.
was ich wirklich RICHTIG geil fände, wäre wenn man die original raw datei direkt bearbeiten kann mit allen funktionen und filtern. macht sinn wenn man den abwedler oder nachbelichter nutzt. aber nicht in lightroom oder so, sondern DIREKT in photoshop!
»Aber vielleicht wäre es sinniger, eine eher programmier-basierte Oberfläche zu haben als FlashPro und eine eher animationsbasierte Version für Leute, die nur mal eben schnell was animiertes brauchen…?«
eher programmierbasiert gibt es ja: flex
@designer: C4 wird GPU unterstützen:
http://news.cnet.com/8301-13580_3-10048014-39.html?part=rss&tag=feed&subj=Underexposed
Und Multiproz, wenn auch nicht ganz ideal, unterstützt PS ja schon seit einiger Zeit. Ich denke, da wird erst CS6 (64 bit) zusammen mit Snow Leopard einen Sprung bringen – weeeeennn Apple und Adobe sich mal einkriegen.
@Fabian: Absolut. Und natürlich der Monopolisten-Effekt.Wobei ich John Nacks Begeisterung für PS schon sehr cool finde. Ich glaube, in den Details hat sich sicher einiges getan. Nack ist ein Beispiel dafür, wie eine anonyme Company durch ein Blog und einen engagierten Mann ECHT an Gesicht gewinnen kann.
@Marc – ich bin derzeit sehr angetan von Lightroom. Ehrlich gesagt, wäre ein Mix aus LR, Aperture und Capture ideal – und das alles plus die Funktionen von Photoshop. LR ist wirklich sehr brauchbar, insbesondere de Option, direkt punktuell ins RAW mit Belichtung, Klarheit usw zu arbeiten. Schön ist, nebenbei, dass die LEBENDIGKEIT (Vibrancy) jetzt auch als Sättigungsalgorithmus in PS einzieht – das ist sehr brauchbar.
Aber du hast recht: Ein nahtloser RAW-Workflow, der LR und PS zusammenbringt, ein (zur Not eigenes) RAW-Format als Standard legt und dann die Möglichkeit gibt, direkt ohne andere Formate bis zum Print durchzuarbeiten, wäre fein. DNG ist ja ein erster Schritt in die Richtung – aber mir geht das alles zu langsam. Ich muss immer noch Daten mühsam vor-umwandeln, bevor ich sie dann nutzen kann. Alles ungut. Immerhin ist TIFF inzwischen so weit, einen da gut zu unterstützen, von der 16-bit-RGB-mit zig-Ebenen-Fassung in der Entwicklung, die du trotzdem im Layout nutzen kannst, bis zur finalen 8-bit-CMYK-Print-Fassung.
Ich denke die neuen Tweening-Features in Flash sind sehr nett, denn auch wenn man heutzutage vieles per Skript tweent, werden gerade Banner und Trailer-Animationen besser auf der Zeitleiste getweent … es ist einfach natürlicher und man kann die Animation besser abstimmen. Ich finde es nur immer wieder erschreckend, daß für solche Features so viele Programmversionen verbraucht werden. Und dann gibt es immer die kleinen Sachen, die man im Alltag brauchen würde und die nie, nie, nie umgesetzt werden, da man sie nicht als Key-Feature verkaufen kann (z.B. numerisch einstellbare Hilfslinien oder nachträgliche Arbeitsflächen-Erweiterungen a la Photoshop, wo man einstellen kann, in welche Richtung sich das Format verändert). Aber eigentlich ist das Keyfeature der kompletten Suite die multiplen Seiten in Illustrator!!! Mein Gott, was hat das gedauert.
@hds:
»Das Update von Premium 3 auf Premium 4 wird bei 440 Dollar liegen (was echt fair ist), die volle Suite bei etwa 1700 Dollar.«
Du vergisst allerdings, daß das Update bei uns in Europa dann 440 € und die volle Suite 1700 € kosten wird. :o(
Das mit den multiplen Seiten ist so krass – zumal ich von Adobe in einer Umfrage schon bei CS1 gefragt wurde, ob das ein Wunschfeature wäre. Und ich denke, JEDER Befragte hat da JA gesagt – zumal das seit EH und JE unter FH ging. Absurd.
Ebenso für die Seitengröße in Indesign. Das ist ein absolutes Essential. Absolut, vor allem, wenn man Buchcover oder Anzeigen macht – oder flexible Screens. Es eröffnet auch ganz andere Möglichkeiten, Corporate Design zu managen. Ich bin bald ohnmächtig vor Freude gewesen, als ich das Plug entdeckt habe. DAS nahtlos zu integrieren (und vielleicht einen Tick smoother als DTP Tools)… seufz.
Ich denke, CS4 wird (sofern es keine Bugs gibt) ein solides Maintenance-Upgrade mit vielen Sachen hinter den Kulissen und ohne große Featuritis. Vielleicht auch mal sinnvoll.
Aber du hast absolut recht: Es gibt so viele Sachen, die einfach mal sinnvoll wären, die nicht kommen, statt dessen irgendwelche geekigen neuen Sachen, die erst mal nicht effektiv sind.
Ein Problem ist, sicher, dass PS inzwischen von den verschiedensten Zielgruppen, von Ärzten, Arcitekten, Designern, Photographen und und und genutzt wird. Denen allen gerecht zu werden, ist ein Balanceakt
Und wenn Adobe da 1:1 umrechnet – wie es Apple ja teilweise macht – krieg ich Anfälle :-D
Hast Du das letzte Adobe-Update verschlafen?
Da war das doch schon so heftig. Aber es wird noch besser!!! :o(
Adobe Creative Suite Design Premium
Update von CS3 auf CS4
Deutschland: 891,31 €
USA: 599 $
Hmm, da zahlen wir in Deutschland dann man entspannte
220% (!) des amerikanischen Preises.
Nicht wirklich, oder?
Hallo, wir von Adobe Deutschland sind Freunde der Raubkopierer und tun alles, damit möglichst wenig Leute unsere Software LEGAL kaufen. Seufz. Völlig idiotisch. Und auch nicht mit den himmelschreiend miesen Übersetzungen und den deutschen Rechtschreibmodulen in InDesign zu rechtfertigen. Zumal ich in PS eigentlich eh mit der US-Variante fast besser klarkäme (Turoials usw sind meist ja auch Englisch).
Ach, Adobe… it’s so wrong.
Klingt irgendwie eher nach CS 3.5?!?! Bin mal gespannt, was sich in Zukunft bei Adobe überhaupt noch an großen Neuerungen anbahnt.
es gibt zu wenig Konkurrenz, die Druck macht. Ich fand es zB sehr bezeichnend, dass die Pixelmator-Jungs extrem schnell sehr brauchbare Automator-Funktionen und Quicklook-Plugs in ihrem Paket hatten, die eigentlich für mich wichtiger waren als Pixelmator AN SICH. Quicklook-Funktionalität ist ein MUSS bei CS4, hoffe ich – und den Automator zu nutzen wäre auch toll.
Plus, ich fänd sinnvoll, wenn Version Cue von der Lachnummer zu einer brauchbaren Sache würde. Die Idee ist gut, die Umsetzung ein Alptraum.
Analog fände ich sinnvoll, wenn es OHNE inDesign Server (seufzseufzseufz) machbar wäre, gemeinsam im Team an einer Indesign-Datei zu arbeiten. Das ist überfällig und wäre ein ganz wichtiges Feature – nicht nur in Redaktionen, sondern auch in Designbüros. Wir verbringen zu viel Zeit damit, in verschiedenen Versionen auf verschiedenen Seiten zu arbeiten. Das nahtlos hinzukriegen – und ohne komplexe Rechteorgien, andererseits narrensicher ohne gegenseitiges Zerschießen von Layouts – das wär schon klasse.
Und man darf mal wieder ein komplett neue Oberfläche lernen. Juhu.
Das dürfte dann in meiner Flash-Laufbahn das fünfte mal sein. :o(
Das mit Flash ist krass, oder? Fowards ever, backwards never. Allein schon das AS 3.0-Ding… ich bin so froh, dass ich mit Flash nichts am Hut habe :-D
»Ehrlich gesagt, wäre ein Mix aus LR, Aperture und Capture ideal – und das alles plus die Funktionen von Photoshop.«
HD, aber wir meckern immer wenn der kunde das beste aus allen entwürfen will.
jaja. so ändern sich sichtweisen. :-)
Nur, dass ich als Kunde kein Weisungsrecht habe, anders als bei Design.
Es ist so: Wenn Flash/PS in Richtung 3D gehen, was ja okay wäre – dann bitte verzahnt und gleich ernsthaft konkurrenzfähig. Ditto die Situation mit RAW – das ist alles noch nicht optimal gelöst.
Ohne nörgelnde Kunden passiert ja gar nix. Ist wie bei Apple mit dem iPhone: Nur durch geballtes öffentliches Nörgeln bewegt sich Apple. Aber immerhin bewegen die sich ÜBERHAUPT :-D. Weil sie es noch nötig haben… und ich bin mal gespannt, wie Android den Bewegungsdruck erhöhen wird. :-D
die sache wäre einfach DER durchbruch!!! man muss sich mal überlegen: im mom nutzt man den abwedler und nachbelichter nur um farben heller zumachen oder dunkler zu machen indem man (mehr oder weniger) weiß oder schwarztöne drauf packt. beim raw würde man WIRKLICH echte farbverläufe im bild betonen, die ja im bild vorhanden sind!
den kommentar zu flash hatte ich total vergessen. ich sehe das auch so: flash = animationstool und flex = programmieroberfläche
Um eins noch mal zu sagen:
Ich werde mir CS4 natürlich nächstes Jahr holen – mal sehen, wie der ersten hands-on Reviews ausfallen: Tempo und Sicherheit sind das A und O. Dieses Mal werde ich allerdings warten, bis klar ist, das ein paar Updates da sind und die Kiste unter Leopard auch funktioniert.
Wenn CS4 stabil und sicher sind, sind die 3.5-artigen Updates absolut okay mit mir, aber au Mann – bitte nicht wieder so ein Chaos wie CS3, wo man sich als legaler User fast als Hacker befleissigen musste, bis es lief :-D
eine hintertür hat die preispolitik ja: da es fast wurscht ist, wovon man upgraded, wird man als wirtschaftlich denkender ja schon fast dazu getrieben, seine vollversion zu verkaufen, und von einer billigen vorversion upzugraden ;-)
wünschen wir uns glaub ich alle, aber da ja doch mit dem 3D zeugs recht gravierende neuerungen dazukommen, habe ich so meine bedenken das das direkt richtig läuft.
hilft aber nur ABWAAARTEN!
die preisunterschiede zur us version sind nach wie vor viel zu hoch.
Photoshop CS4 Extended full 999$
und hier in deutschland 1486,31€
das ist mal so eben der DOPPELTE!!! preis.
und beide preise sind direkt vom adobe store um das wirklich vergleichbar zu haben.
Die deutschen Preise sind ECHT absurd… Wie abstrus ist der Laden?
http://reviews.cnet.com/image-editing/adobe-photoshop-cs4/4505-3634_7-33255262.html
[...] DTP-Dauerrivalen haben nun jeweils eine neue Programmversion auf den Markt gebracht. Auf Magnus.de haben wir einen Test von Peter Knoll [...]