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Hot Chip: Made In The Dark

Wie immer ist das erste, was bei Hot Chip auffällt, das Cover, ein planetoides Labyrinth das in Kupfermetallic auf türkisen Untergrund gedruckt und geprägt ist. Eyecatching und tatsächlich passend zu dieser Platte, die seltsam, vielschichtig, befremdlich ist wie ein fremder Planet, der auf einmal im Erdordbit erschienen ist. Wer nach The Warning eine weitere perfekte Pop-Platte erwartet hat, wird sich überrascht finden. Made In The Dark kann zwar mit Ready for the Floor durchaus auch Happygolucky-Pop vorweisen, ist aber insgesamt deutlich vielschichtiger und experimenteller geworden. Shake A Fist veräppelt den French-Electro-Studioexzess, Bendable Poseable ist wunderbar weird und überhaupt toben sich die fünf Jungs um Alexis Taylor und Joe Goddard in allen Richtungen aus, teilweise mit deutlich mehr Live-Flair, sogar mal mit dezentem Verzerrer auf der Gitarre, aber auch mit mehr Introspektion. Es scheint, als wären Hot Chip jetzt da, wo die Beatles bei Revolver waren – ohne die beiden Bands wirklich gleichsetzen zu wollen -, weg vom Pop, hin zu neuen Ufern, überraschend, glitzernd, gefährlich. Da wirds dann mitunter auch mal seicht – We’re Looking for a lot of love - und natürlich überwiegt trotz Balladen wie dem Titeltrack der Anteil an fröhlich nach vorn startenden Nummern, aber Made In The Dark lässt sich beileibe nicht mehr so kantenlos weghören wie der Vorgänger. Insgesamt immer noch steril – diesen Touch wird britische elektronische Musik nie ganz los – erinnert Hot Chip mitunter mehr an Heaven 17, die durch eine Art kunterbunten Fisher-Price-Plastik-Fleischwolf gedreht wurden, als einem lieb sein könnte. Manches erinnert an LCD Soundsystem, manches in der Quirligkeit an They Might Be Giants, und das sind beides durchaus ja keine schlechten Adressen, wenn man schon Vergleiche anstellen will. Viele Stücke, die anfangs in Richtung A zu gehen scheinen, entwickeln im Verlauf ein seltsames Eigenleben, so als wären Hot Chip von der eigenen Berechenbarkeit gelangweilt – das Ergebnis ist ein Album, das nie wirklich langatmig wird und zugleich glanzpolierter Oberflächen-Pop auf der Höhe der Zeit ist, aber eben doch auch ein eigenständiges künstlerisches Statement, das eine aktive Auseinandersetzung einfordert.

27. Februar 2008 10:43 Uhr. Kategorie Musik. Tag .
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