Das ist selbst für mich schon nett, wenn man um 6:00 aufsteht und um 6:00 wieder ins Bett steigt. Vor allem, weils rund um Weihnachten und Amsterdam und Neujahr auch wenig Schlaf gab :-D. Nach dem hochnetten Essen bei Björn und Marion noch Finale auf der 80er-Party in der Zeche. Ich hasse diese Partys – und zu Recht. Ich mochte schon die pathetischen 70s-Parties nicht und frage mich auch, was an den 90ern zu feiern ist. Nun sind die 80er eine legendäre Musikepoche, stehen den 60s und 70s nichts nach, aber natürlich läuft auf diesen Partys aus irgendeinem Grunde nur das Schlechteste des Jahrzehnts. Obwohl es im Alternative Bereich (New Romantics, Ska, Punk, Goth, Metal, Garage) reichlich Auswahl gäbe, obwohl die blütenreine Popmusik selten lebendiger war als in den Eighties (jeder dritte Hit heute zehrt von einer Hookline aus der Periode), läuft in der Zeche unweigerlich ein Wort-of-Mix. Aus der Flut genialer NDW-Bands der frühen 80s (Fehlfarben, Abwärts usw) wird Nena, Markus und Extrabreit (natüüürlich ausgerechnet mit dem unsagbaren Flieger) gewählt. Highlight des Abends war New Orders Blue Monday, ansonsten eher Bravo Hits 1984. Schrecklich peinlich. Publikum wie auf einer Abifeier, einerseits, weil wirklich Leute auftauchen, die wahrscheinlich 2 waren, als Blue Monday erschien (was macht man eigentlich mit 20+ auf einer 80s-Party… gibts nichts besseres?), anderseits weil offenbar ein paar Leute aus den 80ern sich tatsächlich zu diesen Partys begeben, um ihre Jugend öffentlich zu begraben. Und wie schön, daß sie oft ihre alten Frisuren auch gleich mitgebracht haben. viele Leute, die ich vor 25 Jahren schon nicht mochte, die damals schon wie Versicherungsvertreter aussahen und heute nostalgisch den trüben Alltag rausjohlen, wenn Fury in The Slaughterhouse läuft. Es ist zum Weinen. Ich schenk demjenigen eine CD, der mir einen Laden empfiehlt, in dem die richtigen 80er-Lieder laufen :-D.
Aber andererseits sehr viele nette Leute da an der Theke und im Publikum, es ist rappelvoll, also spontane Talks mit widfremden Leuten, völlig sirrend vor Müdigkeit und Kaffee und Red Bull und Endorphin, nicht betrunken, nicht nüchtern. Gute Stimmung, ein oder zwei solide Songs, eine Menge Peoplewatching. Sehr gut, trotz mieser Musik.
Der Moment des Tags dann aber doch eher hinterher, die Kopfhörer auf und Bloc Party, definitiv mein Album 2005, weit weit vor all den namenlosen The-Bands, und weit jenseits des Emo-Labels, innovativ, freiflottierend, druckvoll, lebendig, Homage-lastig, aber doch voller neuer Ideen und Elementen, reiner purer Spaß. Nachts um 5 Silent Alarm unter sternenklarem Himmel.
Life rocks.
7. Januar 2006 16:45 Uhr. Kategorie Leben. Keine Antwort.