HD Schellnack /// Kontakt Twitter iPhoto pointandshoot Typographie Alternative Pop Licht nodesign Aktionen Zitat Natur Photographie Denken Fail ScienceFiction Apple Studium Belletristik Comics Dayshot Vernacular Scratchbook Werbung Fragen Winter Software Medien Fun Retro Gesellschaft Farbe Print Electronic Magazine iOS Zukunft Web Drama Frühling Jazz Sommer Kitsch Kunst Sachbuch Hardware Fantasy Klassik Herbst Thriller Emma

12-08-31

      Could somebody please produce this Ross Lovegrove TyNant bottle again? IN GLASS please, and with a metal cap? Thanks!

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      Great bedroom

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31. August 2012 21:00 Uhr. Kategorie Tweets. Tag . Keine Antwort.

Long Time no see: Someone’s watching me

hd schellnack

Erst in der Mitte dieses Films ist mir aufgefallen, dass ich ihn schon kenne. Er muss irgendwann in grauer Vorzeit als Fernsehfilm gelaufen sein, ich habe ihn als Kind gesehen. Tatsächlich von John Carpenter 1978 fürs Fernsehen geschrieben und gedreht, folgt dem minimaoistischen «Assault on Precinct 13» und ist fast zeitgleich mit der Produktion des Klassikers «Halloween» entstanden. Obwohl er viele für Carpenter typische Nuancen hat, ist es merklich ein Made-for-TV-Streifen, spürbar inspiriert von «Psycho», «Rosemary’s Baby», «Rear Window»/«Vertigo» und vielen anderen Vorbildern und auch wirklich sichtbar extrem low-budget. Die Handlung ist nahezu absurd dumm, die Nebenrollen völlig blutarm, das Produktionsbudget bestenfalls auf dem Niveau einer Laienspielschar – und dennoch macht vor allem der Beginn des Films Spaß, weil Carpenter selbst unter diesen Bedingungen (und ohne selbst die Musik beizusteuern, was atmosphärisch wirklich immer schade ist) einen schleichenden urbanen Horror entfalten kann, der gerade durch die Unwirklichkeit der vergleichsweise lächerlich wirkenden Bedrohung effektiv wirkt. Wie in einer Art Masterclass kann man hier zusehen, wie Carpenter sich von der Hitchcock-Kopie zu einem eigenen Stil herantastet und entdeckt dabei viele Elemente, die später zu festen Eckpfeilern seiner Arbeit wurden. Herausragend an dem Film ist aber vor allem Lauren Hutton als taffe Fernsehproduzentin Leigh, die vor einer verkorksten Beziehung nach LA flüchtet. Hutton präsentiert die Figur zu keinem Moment als schwaches Frauenklischee, sondern ist – selbst im Kontext eines Carpenter-Films, der zu starken Frauenrollen tendiert – zynisch, humorvoll, selbstbewusst, sexy (soweit im TV möglich) und im großen und ganzen meist in control of the situation, was ihren langsamen Nervenzusammenbruch umso glaubhafter und schwieriger macht. Hutton dominiert diesen Film so sehr, dass nicht nur die Nebenfiguren, inklusive der männlichen Hauptrolle, sondern auch der Antagonist völlig unwichtig erscheinen, die wahre Freude entfaltet «Someone’s watching me» dabei, diesem Supermodel beim gekonnten und lässigen Agieren vor der Kamera zuzusehen und das 70s-Flair des Films zu genießen. Die Mode, die Wohnungseinrichtung, das urbane Umfeld – von Finchers Zodiac nur noch imitiert und hier eben echt -, und eine Darstellerin, die so extravagant, mitreißend und cool ist, dass man sich fragt, wieso Faye Dunaway eigentlich so groß geworden ist und Huttons Kinokarriere eher C-Level hatte. Wie so oft bei relativ schlechten Filmen kann man sich herausragend auf Subtext und Details konzentrieren und die Nuggets im Schlamm entdecken – dieser «verlorene» Carpenter jedenfalls ist in genau diesem Sinne ein großartiger B-Movie.

17:06 Uhr. Kategorie Film. Tag . Keine Antwort.

Pedal

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16:42 Uhr. Kategorie Photos. Tag . Keine Antwort.

LOST

hd Schellnack

30. August 2012 21:08 Uhr. Kategorie Photos. Tag . Keine Antwort.

12-08-30

      Die Scheinargumente für ein Leistungsschutzrecht

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      Großraumbüros: Clean-Desk oder chaotisch-kreativ?

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      Campbell’s Soup releases Warhol special edition cans

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      Recycling-Architektur: Nur wer nicht baut, baut gut

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      Aranguren & Gallegos Architects – ABC Museum

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21:00 Uhr. Kategorie Tweets. Tag . Keine Antwort.

Long Time no See: THX 1138

hd schellnack

Ich habe diesen Film vor langer, langer, langer Zeit gesehen und über die Jahre vergessen, dass George Lucas tatsächlich mal so gut war, mein Bild von ihm ist durch «Star Wars» wohl nachträglich etwas demoliert. Was für ein wunderbarer Film, bar jeder ernsthaften Handlung ein surreales Meisterwerk, eine moderne Symphonie aus Bildern, Tönen, Eindrücken und Gefühlen, eine großartige Oper (mit atemberaubender Musik von einem hier ganz untypischen Lall Schiffrin), ein auch nach all der Zeit unerwartet stimmiges Stück Dystopia, das sich hinter Kubricks «2001» wirklich nicht zu verstecken braucht. Lucas zitiert fleißig Vorbilder – eben Kubrick, aber auch Tati und natürlich Lang -, kommt aber zu einer Bildsprache, die für die damalige Zeit herausragend ist und wie ein filmisches Pendant zu John Brunners Schreibstil aus etwa der gleichen Periode (1972, The Sheep Look Up). Perfektionistisch-starre Kameraeinstellungen, die man sich jederzeit so als Photo an die Wand hängen kann, perfekte Wechsel von Leere und Überfüllung, liebevolle Architektur, phantastischer Info-Overload in der liebevoll restauriertem Bilderflut, Soundscape und Schnitt und ein absolut herausragender junger Robert Duvall machen diesen Film zu einem kühlen, kristallinen Meisterwerk – kaum auszudenken, was aus Lucas geworden wäre, wenn er diesem Stil geblieben wäre.

11:29 Uhr. Kategorie Film. Tag . Keine Antwort.

Angry Monkey

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10:51 Uhr. Kategorie Photos. Tag . Keine Antwort.

12-08-29

      The Simple Styling Trick that Instantly Makes Any Room Look Neater

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      Google offering Google+ for businesses, free until the end of 2013

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      Old favorite of mine, mistress of materials: Jennifer Sterling

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      kitchen love…

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      Wooden Toys by Permafrost.

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      Apropos Holz – wunderschöner Tisch hier

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29. August 2012 21:00 Uhr. Kategorie Tweets. Tag . Keine Antwort.

Simple

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14:36 Uhr. Kategorie Design. Tag . Keine Antwort.

12-08-28

      Very charming: House on the island

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      How Microsoft Designed Its New Logo

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      Nope, it was a Selectric II – this color, to be precise (and it looked as messed up as well). Wrote a LOT with this.

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      More IBM Selectric, including typeface-specimen here…

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      And another one (Selectric III, had this as a kid)

http://t.co/FKqSvern#

      Beautiful – Vintage Selectric Typewriter Manual Cover Artwork

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      Ginan House by Keitaro Muto Architects

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28. August 2012 21:00 Uhr. Kategorie Tweets. Tag . Keine Antwort.

What is already there…

Well, that’s where the clue is to any creative process, to be able to figure out what is already there. Not to try to embellish.
Gene Hackman, GQ June 2011

08:05 Uhr. Kategorie Stuff. Tag . Keine Antwort.

Vintage and the soul

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Bei einem schönen Vor-Ort-Job bei einem Architekten gestern ist mir bei der Durchsicht der Materialmuster etwas verblüffendes aufgefallen: Inmitten der vielen glatten, perfekten Oberflächen, der Photos internationaler Designmöbel und erlesener Stoffe gab es vor allem eins, was mich wirklich anzog, sogar dazu brachte, es in die Hand zu nehmen. Holz. Ein stinknormaler, langweiliger Holzscheit. Nichts besonderes, nur dröges Kaminholz. Es mag ein Symptom überzüchteter Designernerven sein, dass mich inzwischen solche Dinge – Treibholz, alte Holzkisten, Äste – so interessieren. Es mag die Beausage sein, die Holz innewohnt, der archaische Mangel an Verlogenheit des Materials, dem nur noch Leder in Sachen schöner Alterung gleichkommt. Es mag hier ganz konkret auch nur das ungeschliffene in der Ansammlung glattkühlen Designstuffs sein. In der Architektur, zumal in der Innenarchitektur gibt es ja nicht ohne Grund schon seit einiger Zeit einen Trend zu «Vintage», zum Verrockten und Verspackten, als Reaktion fast gleichlaufend, sinusartig um die kalte Geometrie der Postmoderne geschlängelt, als reaktionäre Geste irgendwo zwischen Nostalgie und einer wirklichen Sehnsucht nach «Ehrlichkeit», die wir uns selbst kaum zu erklären mögen. Ein Holzscheit, soviel ist sicher, ist nicht Made in China, nicht von einem Marketingteam A/B-getestet, ist in dieser reinen Form in einer Materialsammlung auch noch keine berechnende geplant-architektonische Geste, die einen Affekt triggern soll, kein smarter Kontrapunkt in einer nahtlosen Inszenierung. Als Designer und Architekt ist man dieser Selbstverständlichkeit von Natur und von vielen selbstverständlichen, meist alten Dingen fast ratlos – was willst du verbessern daran, wie verbindet man das Selbstverständnis eines Berufes, dessen Ziel eine artifizielle Aufladung von Realität ist mit der unwillkürlichen Aura von einem verdammten einfachen Stück getrockneten Treibholz. Das Holz in der Architektur inzwischen wieder auch massiv als Baustoff Verwendung findet und Bauholz-Tische inzwischen ja schon fast so etwas wie overused sind, ändert nichts daran, dass es gerade im Rohzustand – unbearbeitet – und im Bruch zum Umfeld seine Wirkung entfaltet. Der Holzfindling wirkt beruhigend, zeitlos, kontextfrei, seine Struktur und Oberfläche will nichts von dir und kann deshalb umso mehr einfach berührt werden, um die ungeplante, unbearbeitete Rinde zu erforschen. Wie der «Wilde» John in Huxley’s Brave New World wird das Holz so (unfreiwillig) zu einem Kommentar seiner allzu glatten Umwelt, der bescheiden hält. Ebenso wie es gut sein kann, einen groben Stein auf seinem Schreibtisch zu haben, ihn ab und zu in die Hand zu nehmen und zu verstehen, dass das beste Design nicht von uns kommt, sondern durch Zeit, Natur und Zufall entsteht – und somit (zumindest scheinbar) ganz von selbst, ohne menschliches Zutun. Das in den eigenen Händen immer mal wieder zu begreifen, ist ganz gut für die Seele.

07:41 Uhr. Kategorie Design. Tag , , . Eine Antwort.

Bravery

Bravery comes along as a gradual accumulation of discipline.
Buzz Aldrin, What I’ve learned, GQ 2003

26. August 2012 10:24 Uhr. Kategorie Stuff. Tag . Keine Antwort.

12-08-25

25. August 2012 21:00 Uhr. Kategorie Tweets. Tag . Keine Antwort.

Sad Elephant

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08:26 Uhr. Kategorie Photos. Tag . Eine Antwort.

12-08-24

      Stamp Ring

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24. August 2012 21:00 Uhr. Kategorie Tweets. Tag . Keine Antwort.

Bloc Party: Four

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Yeahbu…what? Dieses Joss-Whedon-Zitat ist die meine erste wahre Reaktion auf dieses Album. Nach dem letzten Weichspüler-Longplayer und Kele Okerekes Ausflügen in Richtung Kirmestechno haben sich Bloc Party nicht nur wieder zusammengerauft, sondern wirken auch wie re-energetisiert. Wütend, gitarrenlastig und verdammt heavy geben sich die Briten alle Mühe, betont live zu klingen, bis hin zu dokumentierten Aufnahmefehlern (über deren Authentizität man nur rätseln kann), in einer Aufnahme, bei der man Alex Newports Erfahrung mit At the Drive in und Mars Volta stets durchhören kann. Dabei ist Four alles andere als ein Back-to-Basics-Album. Das wäre auch ein Fehler gewesen, denn zu den Basics kann man nicht mehr zurück, die hat man zu gut schon beim ersten Besuch ausgereizt. Statt dessen ist Four rockiger, deutlich weniger verspielt, deutlich weniger »alte« Bloc Party (selbst die Single »Octopus«, die noch am ehesten nach den alten Wurzeln klingt, dekonstruiert diesen Sound durch Radiohead-artige Effekte in der Gitarre). Das Ergebnis hat keine Nostalgie für alte Fans im Gepäck und sagt auch der Reise in Richtung Charts Goodbye. In vieler Hinsicht wirkt es so, als sei dies das wirklich zweite oder dritte Album, so befreit und konsequent klingt hier vieles. Der Härtegrad dieses unpolierten, oft in seinen Gegensätzen fast unfertig wirkenden Albums wird die Fans spalten – und das ist auch nur gut so. Respekt vor einer phantastischen Band, die ich nach zwei Semi-Blindgängern schon fast abgeschrieben hatte, für ein ziemlich großes Comeback.

14:09 Uhr. Kategorie Musik. Tag . Keine Antwort.

Fields of Gold

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22. August 2012 18:33 Uhr. Kategorie Photos. Tag , , , , . Keine Antwort.

Dayshot

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21. August 2012 21:47 Uhr. Kategorie Stuff. Tag . Keine Antwort.

Fail

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17:30 Uhr. Kategorie Stuff. Tag . Keine Antwort.

The Heavy: The Glorious Dead

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Südstaatenflair aus den UK? Aber sicher! Sogar so sehr, dass US-Republikaner ihren Sound bei Veranstaltungen laufen lassen wollen, anscheinend selbst nicht ganz wissend, woher der Name «Tea Party» kommt, bis die Band die Nutzung untersagte. Fette Riffs, Retro-Sound, ganz und gar unbritisch schwüler Croon, und ein Gang so breit wie die ganze verdammte staubige Straße. Anders als die ähnlich gelagerten Black Keys sind The Heavy dabei aber deutlich weniger sperrig, eine seltsame Melange aus Pop, Gospel, Country, Blues und Rock, die aus so vielen verschiedenen Brunnen trinkt, dass man den Epigonen kaum böse sein mag. Revivalrock ist das sicher nicht, dafür eine warmherzige Wiederaufnahme von Sounds, die man ja schließlich auch nicht grundlos am Straßenrand liegen lassen sollte. Wenn die Ergebnisse so gut sind wie die Mitsing-Hymne »What makes a good man«, wer will da streiten, von wo die Musik geographisch kommt?

17. August 2012 16:47 Uhr. Kategorie Musik. Tag , . Keine Antwort.

Adam Baldych & The Baltic Gang: Imaginery Room

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Dass ACT sich inzwischen in Sachen schönes Cover-Artwork und phantastischer Musik zu einem echten Konkurrenten von ECM mausert, ist lange kein Geheimnis mehr – und das Klangspektrum ist oft weiter gespreizt als das von ECM, die oft eben bei einem spezifischen Label-Sound bleiben. So auch diese Produktion, die für ACT ungewohnt auf Jazz-Geige setzt, beschwingte Eigenkompositionen des jungen polnischen Ausnahmesolisten Adam Baldych, der hier mit einer atemberaubenden Besetzung frischen Wind in den oft zu gleichen Jazzsound wirbelt. Nach den Balkan-Beats also Balkan-Jazz? Jein. Denn natürlich geht es hier mit mehr Feuer zur Sache als vielleicht beim skandinavischen Einsamkeits-Jazz, die Musik will nicht nur deinen Kopf, die will auch deinen Bauch, die ist groß besetzt und so gut gespielt wie emotional, hier geht es um die große Geste, nicht ums Understatement. Von der Klischee-«Ostblockjazz»-Geige ist Baldych aber Lichtjahre entfernt, hier ist nicht volkstümlich, sondern eine präzise, klare Maßarbeit, deren Gefühl aus dem Können kommt, nicht aus dem Gesülze. Gerade wenn man denkt, sich am modernen Jazz und seinen klammen Experimenten einerseits und toten Sphärenklängen andererseits sattgehört zu haben, kommt so ein Album daher, macht alles gleich und dennoch alles anders, distanziert und dann nahbar, so durch und durch global – da blitzen skandinavische Weiten auf, ungarischer Puls und irgendwo auch der Herzschlag von NY oder London, das gepflegte Urbanrostige unter de Chrom – und vor allem so wunderbar unverkopft. Ein europäisches Album, das sich liebevoll vor der großen Jazzlegende USA verneigt.

16. August 2012 14:04 Uhr. Kategorie Musik. Tag . Keine Antwort.

Prometheus

hd schellnack

Es ist sicher ein großer Fehler, nahezu sofort nach diesem Film noch einmal Ridley Scotts Original von 1979 zu sehen (beziehungsweise den Director’s Cut von 2003, der ja nach wie vor durch die Kinos wandert). Denn das Original ist nicht nur ein Film mit diesem aus heutiger Sicht fast hypnotisch langsamen Schnitttakt der Siebziger, langen Kamerafahrten über aus heutiger Sicht unverschämt billigen Modellbau, sondern vor allem auch ein Film, der sich kaum mehr von seinem selbsternanntem »Prequel« unterscheiden könnte. Der ursprüngliche »Alien« ist ganz offenbar und ohne Scham ein B-Movie im Sinne von Corman, Arnold oder Carpenter, eine billige, schnelle Nummer, mit kleinste Budget und viel Mut zur Lücke gedreht. Wie fast zeitgleich eben auch John Carpenter zeigt Scott hier eine aus heutiger Sicht ungewöhnliche Fähigkeit, Fragen offen zu lassen, die entscheidend zur Wirkung des Films, zum Gefühl der Bedrohung beiträgt. Alien ist ein ganz kleiner Film, der über sich hinauswächst. Da stört es keine Sekunde, dass es in diesem SF-Western-Truckerfilm natürlich auch zahlreiche Ungereimtheiten gibt, billigste Effekte und Schockmomente und phantastische Anachronismen. Es ist ein mit Liebe gemachter Trash-SF-Film, wie wir sie nicht ohne Grund in unsere Herzen schließen – und es ist zugleich ein psychologisch dicht strukturierter Horrorfilm, der die Slasher-Mentalität des Siebziger-Horrors um eine wunderbare neue Facette erweitern konnte. Wenn man einen Film fünfmal gesehen hat und an einigen Stellen immer noch erschrickt, dann hat die Regie sicher etwas richtig gemacht. Perfekte Soundscapes, herausragende Darsteller, wunderbar ambivalente Figuren und eine kühle Sparsamkeit, die ihresgleichen sucht. Der Höhepunkt des Films ein Beispiel an Zurückhaltung, das den Horror aus der Stille und der Langsamkeit zieht, wenn sich Ripley an Bord der Fluchtkapsel quälend langsam und leise atmend in den Raumanzug zu quetschen versucht – meisterhaft. Bei aller Billigkeit, die Suspension of Disbelief fällt einem auch dreißig Jahre später kinderleicht.

Wie anders dagegen »Prometheus«. Ein enorm teurer Film, geschrieben von einem der durch »Lost« sicher bekanntesten Drehbuchautoren, die man für Geld kaufen kann, Regie in der Hand eines zum Altmeister gereiften Mannes, nicht des Newcomers. Und entsprechend enorm ambitioniert. Nicht nur seitens der Filmverleiher und Produzenten, die sich eine Wiederbelebung der – völlig zu Recht – scheintoten Alien-Franchise erhoffen (die Fox und Walter Hill mühsam selbst in den Suizid getrieben hat), sondern auch des Regisseurs, der hier gleich die ganz ganz großen Fragen angeht und Grundsätzlich wird. Nichts anderes als die Verbindung von Griechischer Tragödie mit Menschheitsentstehung darf es hier sein, einen Bogen schlagend, den seit Kubrick keiner mehr so beherzt angefasst hat, von der Urgeschichte bis zur Neuzeit. Da trinkt zu Beginn eine Art Avatar-Übermensch eine Art Schierlingsbecher, löst sich in seine Bestandteile auf, seine DNA aber, die durchs Wasser des jungen Planeten wirbelt, wird zur Ursubstanz menschlichen Lebens – so deutet es der Film zumindest an.

Wirklich klar, wie so vieles, wird es aber nicht. Erich von Däniken winkt kurz herüber, aber wirklich einlassen können wir uns auf das Thema nicht, weil der Film schon eilig den Bogen von der Entstehung des Lebens zum künstlichen Leben schlägt und nach einer kurzen handlungsvorantreibenden Einlage den heimlichen Star des Films ins Bild rückt – den Kunstmenschen David, von Michael Fassbender mit gewohnt erschreckender Präzision gespielt. Fassbender, einer der besten »neuen« Darsteller der letzten Jahre zeigt hier, dass er durch reine Anwesenheit nicht nur Indie-Filme, sondern auch Hollywood-Blockbuster aufzuwerten vermag. Quasi im Alleingang meistert er eine Sequenz, die gerne auch den ganzen Film ausgemacht haben dürfte. In einer sehr deutlichen 2001-Hommage (und inzwischen darf man in diesem Fall nicht mehr von Hommage sprechen, die 2001-Kopie ist in der schieren Masse schon ein eigenes Subgenre geworden) wandert David allein durch das namensgebende Schiff, das auf fernem Planeten nach dem Ursprung des Lebens (und damit, obwohl weitgehend unlogisch, auch einer Art Ewigem Jungbrunnen) sucht. Der Darsteller gibt in der Reduktion eine atemberaubende Leistung, eine leise Arroganz und Müdigkeit, eine unfassbare Langeweile, die selbst der beste britische Butler kaum besser vorleben könnte. Sein David ist der (un)heimliche Star des Films und kann sich selbst gegen ein Drehbuch durchsetzen, dass die Motivation dieser Figur bestenfalls sumpfig erkennbar macht.

Die anderen Protagonisten bleiben neben dem blassen Roboter noch ein wenig blasser, allen vorweg die Charlize Theron, deren androgyne Kühle vielleicht der Frage dient, ob sie oder ob sie nun nicht selbst ein Androide sein soll, aber nur zu gut in die seltsame Nonchalance an Bord passt. Wenn Ripley nur latent in Gefahr ist, fiebern wir unwillkürlich mit der Angst in Sigourney Weavers damals noch so jungenhaftem Gesicht mit – in der Eiskalter-Engel-Härte von Noomi Rapaces Elisabeth Shaw kann ich keine menschliche Regung mehr entdecken. Mit trotz viel Kunstschweiß kühler Effizienz wirft sie sich in eine roboterisierte OP-Kapsel und lässt sich einen rapide wachsenden Kraken-Fötus entfernen, um sofort wieder voll einsatzbereit zu sein. Überhaupt: Niemand an Bord nimmt sich die Zeit, in der Hektik des zweiten Teils miteinander zu kommunizieren, von der eben so unheimlichen Ruhe des Alien-Films ist hier nichts zu spüren. Nach einem gewissen Durchhänger zu Beginn passieren teilweise drei vier Dinge so rapide gleichzeitig, dass sich kein Schock trotz der perfekten Horroreffekte einstellen mag, nur ein leises Wunder über die unfassbare Dummheit der Wissenschaftler an Bord der Prometheus, die durchgehend dämlicher handeln als die Opfer in den ganz frühen Slasher-Filmen. Es gibt ganze Handlungsentwicklungen, die nur als Schockmoment oder reiner Mindfuck (Lindelofs Spezialität, zugegeben) im Drehbuch Sinn machen, nicht aber als glaubhafte Entwicklung einer Handlung. Einfach gesagt: So wie Alien den Geist des Kinos der Siebziger widerspiegelt (und die ganze Serie immer zeitsymptomatisch funktioniert), findet sich auch in diesem Teil die Filmästhetik der Jetztzeit manifest wieder. Prometheus ist der ultimative Blockbuster, schnell, 3D, teuer, effektgetrieben, die Figuren Staffage im Gerüst der Maschinerie, die unerbittlich nach vorne schreitet und im weiteren Verlauf einen feuchten Dreck auf die so intellektuellen Anflüge des Beginns gibt. Wie der riesige Fuß bei »Lost« ist der Mythos der Engineers nur Beilage, das Steak sind Monster und Explosionen – was ja auch legitim ist, nur hätte man das eine Salatblättchen dann ebenso gut auch weglassen können.

Ganz und gar wirkt »Prometheus« so, als sei er als geradliniger Prequel erst angegangen und dann im Verlauf umgeworfen worden. Mit nur minimalen Eingriffen hätte man eine fast lineare Vorgeschichte – man müsste nur das Schiff in der Erde lassen, ein paar Spuren verwischen und die Nummer des Planeten ändern. Unstimmigkeiten wie die Größe des Space Jockeys, der in Alien bedeutsam imposanter ist und die Tatsache, dass es in Alien nun wirklich nicht nach einem »Raumanzug« sondern sehr definitiv nach einem fossilisierten Skelett aussieht, lassen wir mal beiseite – aber auch so wirkt es fast so, als habe Scott sich bewusst entschieden, mitten in der Produktion mehr Abstand zwischen »Alien« und »Prometheus« zu bekommen, Luft für eine eigene neue Serie zu gewinnen, die sich von der Vorlage abnabeln kann. Umso unverständlicher, dass in den letzten Sekunden des Films doch eine so starke und irreführende Verbindung zur Kernserie gebildet wird – vielleicht ein Wunsch der Filmproduktion, denn so ganz ohne Alien geht es ja wahrscheinlich kommerziell doch nicht.

Was fast schade ist – denn je weniger der Film an die Vorlage andockt, umso stärker ist er. Seien wir ehrlich – niemand kann glauben, dass ein Film, der in der Vergangenheit von Alien spielt, technologisch so unfassbar fortgeschrittener ist. Selbst die Idee, dass in Alien ja eine Art Space-Truck unterwegs ist, rechtfertigt diesen Unterschied nicht. »Prometheus« liefert einige sehr schöne visuelle Verneigungen vor dem Look des Originals, kann dann aber der Verlockung modernster SF-Ästhetik nicht widerstehen. Und warum auch? Der Film sieht hinreißend aus, das Design ist gemessen an dem tausendmal gesehenem SF-Schrott von Filmen à la »Total Recall 2012« die helle Freude, Kubrick-artig, ohne den Meister nachzuäffen. Und der Horror ist so pur und ekelig, dass die modernen fernöstlichen Body-Horror-Einflüsse und die 70er-Wurzeln eben dieser Ästhetik hier für einen Sommerblockbuster überraschend gut fusioniert sind. Blendet man das Original also aus, entkoppelt man »Prometheus« von den Fragestellungen des Prequels, bleibt ein zwar in sich enorm unlogischer und löchriger Film, der aber visuell als Thriller absolut Spaß macht. Popcornkino mit Schaueffekten der Oberliga, mit zwar unstetigem, aber in einzelnen Szenen wunderbarem 3D, mit großartigen Nebenrollen und voller liebevoller Details. Und mit einem Michael Fassbender, der nahezu all dies überstrahlt, wenn er sich die Haare im Lawrence-of-Arabia-Look färbt. Es ist ein Film voller doppelter Böden, von einem Roboter, der eben nicht wie Pinocchio ein Mensch sein möchte (sondern ganz im Gegenteil über seine Simulacra-Menschlichkeit hinauswill, der ein Mythos, ein Übermensch sein will, eine Filmfigur idolisiert), über eine Frau, die lieber ein Roboter wäre und ihre Gefühle im Tiefkühlschrank aufbewahrt, über einen Vater, der wie seine eigene Schöpfung gerne unsterblich wäre – und, da sind wir wieder bei einem wiederkehrenden Thema bei Alien – eine Frau, die Mutter sein möchte, und diesen ihr eigentlich unmöglichen Wunsch aufs perfideste erfüllt bekommt. Wenn Lindelofs Talent durchblitzt, dann fliegt dieser Film in sehenswerte Höhen für einen Streifen dieser Bauart. Es bräuchte keine Engineers und keine kreationistischen Anflüge für die dann doch keine Zeit ist, um die Wahrheit zu sagen – es bräuchte lediglich mehr Zeit für die Charaktere und ihre Beziehungen. Nun sind Protagonisten in solchen Filmen immer wie im Abzählreim nur Kanonenfutter für den Killer (den es hier in so klarer Form wie in Alien ja gar nicht gibt, die Gefahr ist noch einmal polymorpher geworden), aber dennoch fühlt man natürlich als Zuschauer mehr mit, wenn man eine Chance hat, die Figuren kennenzulernen, wenn sie mehr als nur rasch stenographiert sind.
Auch hier wieder der kurze Eindruck – wie viel stärker wäre so ein Stoff, würde er als Serie gedacht sein. Eine zwölfteilige HBO-Serie mit dieser Materie, selbst ohne 3D und ohne aufwendiges Trickfeuerwerk, wäre narrativ allemal befriedigender als ein Film, der nie eine Chance haben kann, seine eigenen thematischen Versprechen wirklich einzulösen, der nur so tut, als wäre er episch.

Wie gesagt, es ist unfair, »Prometheus« mit dem wegweisenden Genre-Grenzgänger Alien zu vergleichen. Immerhin ist Scott schon in späteren Filmen durch seinem Hang zum Pathos gestrauchelt (Blade Runner etwa). Vergisst man das Original und dessen ganz eigenen Charme, lässt man sich durch die verquaste Engineer-Geschichte und die halbgaren Bezüge zu Alien die Laune nicht verderben und sieht »Prometheus« in etwa so wie man das 2011er Prequel zu »Planet of the Apes« wahrscheinlich sehen kann – quasi als Paralleluniversum – dann kann man durchaus eine Menge Spaß an diesem Film haben, der vielleicht die Basis für eine andere, modernisierte Fassung des Alien-Mythos bilden kann, der aber auch im zweiten geplanten Teil in eine ganz andere Richtung driften kann, um sich noch mehr von der Franchise zu emanzipieren. In der Landschaft blutarmer Pseudo-SF jedenfalls steht »Prometheus« vielleicht überambitioniert da, aber das ist immer noch angenehmer als ein Streifen, der ganz offensichtlich nie mehr wollte als Stereotypen vor einen Green Screen zu stellen.

15. August 2012 15:38 Uhr. Kategorie Film. Tag . 2 Antworten.

Lamps

hd schellnack

14. August 2012 20:22 Uhr. Kategorie Photos. Tag , . Keine Antwort.

Station to Station

hd schellnack

12. August 2012 21:54 Uhr. Kategorie Stuff. Tag , . Keine Antwort.

Dayshot

hd schellnack

13:05 Uhr. Kategorie Arbeit. Tag . Keine Antwort.

Swinging in Endless Orbits…

hd schellnack

11. August 2012 22:44 Uhr. Kategorie Stuff. Tag , . Keine Antwort.

I just don’t feel like… talking

hd schellnack
There can never be enough love for John Romita Sr.

10. August 2012 20:55 Uhr. Kategorie Stuff. Tag . Keine Antwort.

12-08-09

9. August 2012 21:00 Uhr. Kategorie Tweets. Tag . Keine Antwort.

12-08-08

8. August 2012 21:00 Uhr. Kategorie Tweets. Tag . Keine Antwort.

12-08-07

7. August 2012 21:00 Uhr. Kategorie Tweets. Tag . Keine Antwort.

Too Soon

Don’t put in too soon, don’t take out too soon.

Tommy Lee Jones, «What I’ve learned», Esquire 09/12

12:02 Uhr. Kategorie Stuff. Tag . Keine Antwort.

12-08-06

6. August 2012 21:00 Uhr. Kategorie Tweets. Tag . Keine Antwort.

Atmosphere

When you write songs, you can’t really point out the exact thing you’re inspired by. It’s more a state or a mood or an atmosphere that you’re trying to put into words.
Keren Ann

13:58 Uhr. Kategorie Stuff. Tag . Keine Antwort.

12-08-04

4. August 2012 21:00 Uhr. Kategorie Tweets. Tag . Keine Antwort.

Better

«There are two kinds of fools. One says, ‹This is old, and therefore good.› And one says, ‹This is new, and therefore better›.»
John Brunner, The Shockwave Rider

11:26 Uhr. Kategorie Stuff. Tag , . Keine Antwort.

Quality

Open the glove-box door. Feel how it shuts. Feel how the latch engages. These are the things that convey quality.

Sam Cabiglio, «What I’ve learned», Esquire 09/12

3. August 2012 21:59 Uhr. Kategorie Design. Tag . Keine Antwort.

12-08-03

21:00 Uhr. Kategorie Tweets. Tag . Keine Antwort.

Hanging Lamp

hd schellnack

2. August 2012 20:14 Uhr. Kategorie Photos. Tag . Keine Antwort.

12-08-01

      Leica M-Monochrom

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      Berufe in der Game-Branche: “Heute käme ich dafür in die Psychiatrie”

http://t.co/YLbWr8lI

      Book Review: High Touch

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      Marc Newson. Works – Monographie

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      Best Fonts Ever – A History of Great Typeface – Esquire

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1. August 2012 21:00 Uhr. Kategorie Tweets. Tag . Keine Antwort.

The Readers

You hear all this whining going on, “Where are our great writers?” The thing I might feel doleful about is: Where are the readers?

R.I.P. Gore Vidal, »What I’ve learned«, Esquire

09:08 Uhr. Kategorie Stuff. Tag . Keine Antwort.


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