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12-06-30

      Mini review/hands-on: LunaTik alloy and polymer stylus/pen combo

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      Three Great Stop Motion Shorts Not to be Missed

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      Blitz-Marathon: Hier will die NRW-Polizei diesmal Raser blitzen

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      PHOTO: I love this Ira Glass quote from the Code…

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30. Juni 2012 21:00 Uhr. Kategorie Tweets. Tag . Keine Antwort.

12-06-29

29. Juni 2012 21:00 Uhr. Kategorie Tweets. Tag . Keine Antwort.

12-06-28

28. Juni 2012 21:00 Uhr. Kategorie Tweets. Tag . Keine Antwort.

Track your life

hd schellnack

Einer der spannendsten Aspekte an der Äther-Revolution ist die von (ich glaube) Bruce Sterling vor langer Zeit vorausgesagte Ära der miteinander «plaudernden» Geräte. Der Parasitenmarkt rund um (derzeit vor allem) Apple und Android, die via WLAN, Bluetooth oder noch ganz altbacken per Kabel mit dem zentralen Gerät verbunden sind und Daten austauschen, wächst rapide. Dieser Trend unterstreicht, wie sehr sich Smartdevices als die von Apple vor fast zwei Dekaden mit dem Newton noch als peinlicher praecox angekündigter «personal assistant» etablieren. Unsere Musik, unsere Photos, unsere Lieblingslokale, unser Tagebuch, unsere Kommunikation mit Freunden – auf mitunter erschreckende Art und Weise zeichnen wir unser gesamtes Leben mit einem Verbund von kleinen technischen Geräten ab. Wir sind dabei naiv genug, uns nicht all zu sehr zu fragen, was all die Firmen machen, die unsere Daten freundlicherweise in der Datenwolke für uns aufbewahren und wie sicher die ganze Sache ist – obwohl genau diese Frage in Zukunft wahrscheinlich so wichtig sein wird wie in den 80ern die friedliche und militärische Nutzung von Nuklearmaterial. Es ist heute nicht mehr ganz unsinnig, dass wir in ein oder zwei Generationen nach dem Tod einen «Cutter» brauchen, wie in Omar Naims Film »The Final Cut« von 2004, bei dem zur Trauerfeier als Rememory eine vom Cutter gezielt editierte Fassung des von einem eingepflanzten Mikrochips aufgezeichneten Lebens des Verstorbenen gezeigt wird. Und machen wir uns nichts vor – von hässlichen Google Glasses zu einem Implantat ist wahrscheinlich nur noch ein kleiner Schritt, den vielleicht zuerst diejenigen tun werden, für die das Body-Morphing heute schon durch Piercing oder Tattoos zur Alltagskultur gehört.

Ein kleiner, aber signifikanter Trend hierbei ist das Body-Monitoring. Nach elektrischen Waagen, Blutdruck- oder Blutzuckermessgeräten und Apps, die den Schlaf «messen» sollen, kommt jetzt eine erste, noch eher belustigende erste Welle von Fitness-Trackern. Neben dem bereits wieder aufgrund baulicher Mängel eingestellten »Up« von Jawbone und dem im August erscheinenden, aber in der US-Kritik bereits sehr schlecht angekommenen »Fuelband« von Nike überzeugt hier vor allem das »Fitbit Ultra«.

Das etwa USB-große Gerät wird an Gürtel oder Hosenbund befestigt und fällt damit deutlich weniger auf als bisherige Armband-Lösungen. Der Sensor funktioniert im Grunde wie die damit scheinbar wieder en vogue seienden Pedometer aus den 80ern, er misst einfach die Schrittzahl und die relative Höhe, so dass auch (sehr vage) erklommene Stockwerke angegeben werden. Mit dem dünnen Klettband kann der Clip auch nachts am passiveren Arm getragen werden und trackt dann Bewegungen im Schlaf und tut dies zumindest verlässlicher als vergleichbare Apps, die mit dem iPhone-eigeneren, weniger empfindlichen Sensor arbeiten. Via USB an den Rechner angeschlossen ist die Basisstation des Sticks, die nicht nur zum Laden des mehrere Tage ohne Laden funktionierenden Akkus dient, sondern auch wireless alle 15 Minuten Daten über das im Fitness-Geräte Bereich oft übliche ANT empfängt, sobald der Stick sich einige Meter in Nähe der Station befindet. Die Daten werden auf einer an nike+ erinnernden Site und auf einer enorm unbefriedigenden App dargestellt, außerdem kann sie – wie bei Withings und anderen Anbietern – von manchen Apps von der Site importiert werden. Aber auch direkt am Gerät wird die Aktivität angezeigt – der Stick zeigt mit einem dezenten OLED nicht nur aktuelle Uhrzeit, sondern auch Schritte, zurückgelegte Kilometer, verbrannte Kalorien, Stockwerke und eine Art motivierende »Blume«, die je nach aktueller Aktivität mal kürzer und mal höher wächst. Was er seltsamerweise nicht zeigt, ist der Akkustand. Das Gerät meldet sich zwar, wenn der Akku bedrohlich leer ist, aber dennoch erscheint diese Info sollte eigentlich zumindest so wichtig sein wie eine diffuse Fitness-Blume (die man in den Optionen übrigens deaktivieren kann). Das samtmatte Finish des Gerätes ist angenehm und die Außenhülle wirkt robust genug für sportliche Aktivitäten. Etwas besorgniserregend ist, dass ausgerechnet ein als Clip angelegtes Gerät die Naht exakt in der Mitte hat, die man ja permanent aufbiegt – das sieht etwas nach Sollbruchstelle aus.

Was sich mit dem Fitbit Ultra und vor allem bei Nike mit dem fuelband abzeichnet, ist die Transformation von Sport in den digitalen Lifestyle. Bereits diese oft noch prototypenhaft naiven Geräte sind schon so ausgelegt, dass man über soziale Netzwerke seine Leistungen austauschen und vergleichen kann – das Leben als permanenter Wettbewerb. Diese »Gamification of Life« ist ein sich seit etwa zwei Jahren sehr stark abzeichnender Trend, bei dem foursquare es beispielsweise geschafft hat, das Menschen sogar schon beim Betreten des Supermarkt meinen, diesen »besitzen« zu müssen, um dort nach Möglichkeit Bürgermeister zu werden. Was noch etwas in den Kinderschuhen steckt, hat weitreichende Folgen: Die mit digitalen Spielen groß gewordene Generation ist bereit, das gesamte Leben als Spiel-Metapher zu begreifen, sofern eine begleitende Software ihr das nahelegt. Restaurantsuche, Jogging, Schlaf – alles Elemente eines Spiels namens Leben. Die aufkommende Welle von »augmented reality»-Apps und die zunehmende Verletzbarkeit solcher Datenströme dürfte diesem Trend weiteren Aufschub geben, zumal wir sicher sein dürften, dass die Industrie sich darauf stürzen wird. Ich wundere mich heute schon, warum Supermarktketten nicht Gowalla und foursquare aktiv für Kundenbindungsaktionen nutzen, warum Arbeitgeber nicht Apps gezielt für die Mitarbeiter entwickeln, um Unternehmensziele spielerisch und im Wettbewerb der Angestellten untereinander zu erreichen – der Angestellte des Monats kriegt so eine ganz andere Dimension. Oder warum Krankenkassen fitbit und fuelband nicht an ihre Mitglieder verteilen, um diese dann online «tranken» zu können. Oder warum der Hersteller eines Smartdrinks nicht eine Social App entwickelt, in der man Gewinner ist, wenn man möglichst viel konsumiert und man Videos hochladen kann, wie man Produkt X isst oder trinkt. Man muss nicht allzu zynisch veranlagt sein, um zu sehen, dass in der schönen neuen Welt der Smartphones Entwicklungen auf uns warten, die aus heutiger Sicht vielleicht noch so bizarr klingen wie vor vielleicht 10 Jahren die Vorstellung, dass ein Talkshowgast permanent auf seinem Handy herumtippt.

Es ist aber so, dass die Idee des »Wettbewerbs« aus der neoliberalen Ökonomie Einzug in den Alltag gefunden hat. Hochgezüchtete Sport-Events und Casting-Shows haben die Idee, dass es nur einen Sieger und viele Verlierer gibt, in den Alltag transportiert, selbst Grundschülerinnen haben heute schon die Mentalität hinter «Germany’s Next Topmodel» inhaliert und sind auf lebenslangen Wettbewerb um die knappe Ressource Aufmerksamkeit programmiert. In den Schulen wird ohnehin bereits die Performance, die (Selbst-)Präsentation zunehmend wichtiger, auch weil diese Fähigkeit im Berufsleben immer entscheidender wird, die Kunst des Eigenmarketings. Als Teenager hast du das heute schon früh verstanden, wenn Wohl und Wehe nicht mehr von der Schuhmarke abhängt wie früher, sondern von der Anzahl deiner Follower bei Facebook oder Twitter oder dein Klout-Index. Die Idee von Big Brother, dass ein maximaler öffentlicher Striptease zu einer Art von Proto-Prominenz führen kann, ist heute im Feuilleton angekommen und hat etwa Charlotte Roche zur Bestseller-Autorin gemacht. In diese Wirklichkeit passt es seltsam hinein, dass jeder Aspekt des Lebens dokumentiert und geteilt wird, als Teilnahme an einer Art digitaler Teilhabe an einer zweiten Wirklichkeit, die das Leben als Statistik aus Bildern, Tönen, Werten gefiltert aufbereitet. Wie oft warst du ausgehen? Wie viele Bücher, Filme, Platten hast du konsumiert? Bist du ein Sesselhocker oder aktiv? Ernährst du dich gesund oder eher nicht?

Dahinter steckt zweierlei – zum einen eine fast dystopisch anmutende Idee einer Wirklichkeit, in der nicht mehr der Big Brother uns aushorcht, sondern wir mit größter Freiwilligkeit die letzten Details unseres Lebens veröffentlichen und damit der Industrie zur Profilierung abtreten, eine Realität von Selbstdarstellern, die (wie ich) vielleicht (wahrscheinlich) irrigerweise annehmen, jeder ihrer Gedanken und Handlungen sei es nun unbedingt wert, geteilt zu werden. Wir sind ohne Zweifel nicht auf dem Weg in diese Wirklichkeit, sondern längst dort angekommen und das binnen nur einer Dekade. Auf der anderen Seite entstehen hier Schnittstellen zwischen analoger Wirklichkeit und digitaler Welt, die eine Entgrenzung bedingen. Der Computer wird durch diese Entwicklung ein fast biologischer Teil unseres Seins und unserer Wahrnehmung von Wirklichkeit, so nahtlos und schnell, dass die Osmose in unseren psychosozialen Alltag fast unwahrnehmbar ist. Auch wenn in der Diskussion die Beschleunigung des Lebens durch Smartphones und Social Media kontrovers diskutiert wird, in Wirklichkeit greifen sowohl Schwarzmaler als auch Technophile zu kurz.

Und genau deshalb sind kleine unscheinbar-freundlich-bunte Blobjects wie der fitbit-Stick so phantastisch. In ihnen schleicht sich eine Revolution mit aufreizendem Augenaufschlag und wunderbarer Selbstverständlichkeit in unser Dasein. Mit der WLAN-Waage, dem iPhone-Blutdruckmessgerät, der Video-Cam in der Brille zeichnen wir unser gesamtes Leben lückenlos auf und die Datenmenge wird schon bald jeder bessere Cloudserver auch wirklich hosten können. Photo und Video werden nicht mehr dem Festhalten des vermeintlich Besonderen dienen, sondern dokumentarischen Charakter haben. Wir alle werden Dokumentarfilme, Regisseure, Darsteller in der Soap des eigenen Lebens. Wir alle, auch das, inszenieren uns, stellen uns zur Schau. Dazu passt vielleicht, dass immer mehr Menschen gleichzeitig zunehmend leiden an der Differenz zwischen dem, was man nach außen präsentieren zu müssen meint und dem, was innerlich gefühlt wird. Die Frage ist also, ob die technologische Form von Gedankenübertragung in Echtzeit, die uns digitale Medien erlauben, zu einer verlogeneren Gesellschaft führt, in der jeder meint, eine Fiktion leben zu müssen, also einer Form von Gegeneinander, in der jeder jeden im Wettbewerb toppen muss… oder sie zu einer wirklich transparenteren, offeneren Diskurschance führt, einem Miteinander. Anders gefragt: Benutzt man den fitbit, um mit gegangenen Kilometern anzugeben oder will man nur die Wirklichkeit messen und teilen?

Kleines Update 08/12: Nach knapp zwei Monaten ist das Display des Fitbit Ultra defekt, erst zur Hälfte, dann komplett dunkel. Momente, in denen man froh ist, bei Amazon gekauft und unkompliziert gegen ein Neugerät umtauschen zu können. Ansonsten übrigens bisher eine sehr angenehme Erfahrung, den fitbit zu benutzen. Auch wenn er nicht wirklich supergenau ist, ist es nicht uninteressant zu sehen, wie sich Aktivitäten am Tag verteilen usw.

27. Juni 2012 09:49 Uhr. Kategorie Technik. Tag , , , , , , . Keine Antwort.

12-06-26

26. Juni 2012 21:00 Uhr. Kategorie Tweets. Tag . Keine Antwort.

12-06-25

    Who benefits from DRM? Hint: It's not the consumer (surprise!!!) http://t.co/I133hJq0 #
    Great Ed Brubaker Interview about creator- and ownership, leaving Captain America and the absurdity of Before Watchmen http://t.co/jGxEmwdS #

25. Juni 2012 21:00 Uhr. Kategorie Tweets. Tag . Keine Antwort.

Sweet

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War unten in der Tüte mit dem Kuchen, den Katharina Motyll heute für uns dabei hatte. Gott sei Dank hat den auch tatsächlich niemand anderes gegessen :-D. Schönes Detail ist die dezente Schleichwerbung für die gute Papierindustrie…

18:16 Uhr. Kategorie Leben. Tag . Keine Antwort.

Moo

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24. Juni 2012 22:05 Uhr. Kategorie Photos. Tag . Keine Antwort.

12-06-24

21:00 Uhr. Kategorie Tweets. Tag . Keine Antwort.

12-06-23

    It's Nice That : Please pray silence one and all for the Bill Murray colouring book http://t.co/s70qiSYh #

23. Juni 2012 21:00 Uhr. Kategorie Tweets. Tag . Keine Antwort.

Vacationer: Gone

hd schellnack

Kenneth Vasolis Projekt Vacationer macht auf dem Debüt »Gone« vor allem Spaß – entspannte Gutelaunemusik, sonnenverbrannter Schlafzimmerpop, an dem zwar nichts einzigartig wäre, der aber perfekt in die Jahreszeit passt und der keineswegs so stupid ist, wie sich das hier anhört. »Everyone knows« ist ordentlich 60s-gefärbt und ein smartes Zitat, andere Tracks wie »No Rules« überzeugen durch kleine Komplikationen in der Produktion, die aus »Gone« mehr machen als das nächste Neo-Beach-Boys-Laptronica-Ding. Vasolis smooth-jugendliche Vocals und sein relativ straight heruntergespielter Bass geben der Produktion die Chance, etwa bei »Summer End«, schräge Winkel und Kanten in die musikalische Architektur einzuziehen und eine fast an Mew erinnernde Hinterfotzigkeit zu erreichen. Obenrum also Airplay-tauglich, untendrunter die Wes-Anderson-Twee-Schiene. Keine schlechte Mischung für den Sommer.

11:15 Uhr. Kategorie Musik. Tag . Keine Antwort.

12-06-22

22. Juni 2012 21:00 Uhr. Kategorie Tweets. Tag . Keine Antwort.

Metric: Synthetica

hd schellnack

Ich bin diesem Album gegenüber etwas ratlos, so wie auch dem neuen Garbage-Album, mit dem Unterschied, dass Metric eine an sich gute Combo ist. Hat die Band nach Emily Haines Soloausflügen keine Richtung mehr? Irrt man Richtung Charterfolg nach dem Fast-Durchbruch mit dem letzten Album? Routinierter Pop und verschlafene Filler-Tracks plätschern durch dieses Album, da ist kein Hauch Endorphin mehr in der Musik, kein Spaß, die Sache ist so herzlos produziert wie ein FastFood-Menü. Die ganze Platte klingt wie eine Bewerbung bei Coldplay, auf der nächsten StadionTour den Opener spielen zu dürfen, anonymer Massenrockpop. Die gelangweilten Gitarrenriffs und Gary-Glitter-Drums auf »Youth Without Youth« sind reine Selbstkopie und zugleich meilenweit von früherer Qualität entfernt. Daran ändert auch Lou Reed nichts, der auf einem der übelsten Saccharin-Tracks des Albums im Hintergrund (!!!) rumnörgelt. Es gibt einen Song namens »The Void« auf dem Album und der Titel ist Programm. Die gesamte Veröffentlichung bleibt eine seltsame Leerstelle, ein Zustand der durch die unsagbar sinnfreien Synthieblasen «Reflection» 1-11 nur unterstrichen wird. Wenn dieses Album morgen von der Welt verschwände, kein Mensch würde es bemerken.

10:11 Uhr. Kategorie Musik. Tag . Keine Antwort.

12-06-21

21. Juni 2012 21:00 Uhr. Kategorie Tweets. Tag . Keine Antwort.

At the seaside

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13:25 Uhr. Kategorie Photos. Tag . Keine Antwort.

12-06-20

20. Juni 2012 21:00 Uhr. Kategorie Tweets. Tag . Keine Antwort.

The right way

If you don’t do it the right way now, it’ll never be what it should be – and it’s there forever

Robert DeNiro «What I’ve learned» Esquire 01/11

11:52 Uhr. Kategorie Stuff. Tag . Keine Antwort.

Deppen
leer
zeichen

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11:00 Uhr. Kategorie Stuff. Tag . Keine Antwort.

12-06-19

      Schlüsselfinder Deluxe Hone for iPhone 4S Kickstarter

http://t.co/b1oPi56C#

19. Juni 2012 21:00 Uhr. Kategorie Tweets. Tag . Keine Antwort.

Beachside

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18. Juni 2012 08:04 Uhr. Kategorie Photos. Tag . Keine Antwort.

12-06-17

      Illegaler Download: Neunhundert Euro für eine AC/DC-Scheibe?

http://t.co/mYiUBWkp#

      Thomas Lilienthal: Der Theater-Hasardeur verlässt die Stadt

http://t.co/j9hIWV0F#

      Das Leistungsschutzrecht: Selten war es so tot wie heute

http://t.co/VdRYBWVb#

17. Juni 2012 21:00 Uhr. Kategorie Tweets. Tag . Keine Antwort.

Apple, das ist nicht mehr witzig

hd schellnack

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16. Juni 2012 22:17 Uhr. Kategorie Technik. Tag , , . Keine Antwort.

12-06-15

15. Juni 2012 21:00 Uhr. Kategorie Tweets. Tag . Keine Antwort.

Moonrise Kingdom

hd schellnack

Dieser Film ist vom ersten Moment an ein Meisterwerk. Und er bleibt es bis zum Abspann. »Moonrise Kingdom« ist ein weiterer wichtiger Baustein im Gesamtwerk von Wes Anderson, denn er schreibt die Stärken vorangegangener Filme in einer Art und Weise fort, die zugleich vertraut ist und doch überrascht. Es ist selten, dass ein Autor, Musiker oder eben Regisseur seiner eigenen Handschrift über die Jahre so treu bleibt, seine Werkzeuge dabei aber souverän immer weiter ausbaut. »Moonrise Kingdom« dürfte Fans von Anderson nicht überraschen, die Familienthematik und die Kunstwelt-Ästhetik sind geblieben und thematisch schließt der Film ebenfalls nahtlos an Tennenbaums, Life Aquatic, Darjeeling und selbst Mr. Fox an. Regisseure mit einer so individuell-prägnanten Signatur sind selten geworden und so darf und sollte man vielleicht nicht erwarten, dass Anderson seinen Stil oder seine Botschaften über Bord wirft. Und so geht es auch hier natürlich um verlorene Jugend und Unschuld, um Eltern-Kind-Konflikte, selbstverständlich taucht die schon in den Tennenbaums allgegenwärtige Futura an allen Ecken und Enden auf und wie immer geht es um liebevoll-dysfunktionale Familien, um Liebesbeziehungen und die Wirren, die sie in das familiäre Leben bringen. Anderson ist wie ein Kaffeebohnenzüchter – von ihm zu erhoffen, man möge eines Tages mit Wein überrascht werden, ist vergebens. Aber dies ist sicherlich der wohl beste Mokka, der je von Andersons Plantage kam. Er verbindet die visuelle Opulenz, das die Sinne förmlich überwältigende Design von Darjeeling mit dem trashigen Humor der Cousteau-Persiflage und mischt einen Hauch der leisen Trauer aus den Tennenbaums hinein, ist aber dabei bei aller Boshaftigkeit im Detail eigentlich positiver und freundlicher, wie der Animationsfilm Mr. Fox. Andersons Kreaturen sind oft am Rande des Zusammenbruchs, aber sie sind keine Nihilisten, keine Pessimisten mehr, ihre Welt ist nicht ausweglos.

Es ist eine wunderbare Überraschung, mit zu hochgezüchteten Erwartungen in einen Film zu gehen – die Sorte, die normalerweise garantiert enttäuscht wird -, und schon in der ersten Einstellung erkennen zu können, dass man diese Erwartungen eher zu niedrig gesteckt hat und der Regisseur sie locker übertreffen wird, eigentlich schon in drei Minuten übertroffen hat. Die erste Sequenz der Films, die eine seinerzeit noch eher trashy umgesetzte Idee aus »Life Aquatic« in ein größeres und professionelleres Format überträgt und in einer scheinbar durchgehenden Kamerafahrt durch das Haus der Bishops fährt wie durch ein Puppenhaus oder Theater-Set, ist atemberaubend. Nicht ohne Grund läuft dazu »The Young Person’s Guide to the Orchestra« – Brittens Rekonstruktion von Purcells Thema bringt das kindlich-naive des Films ebenso ins Spiel wie sein makelloses Arrangement. Anderson steckt damit seinen Anspruch ab – wo das Orchester mit Klangfarben und Instrumentengruppen arbeitet, ist sein Werkzeug die Wucht von Klängen, Bildern, Farben und Szenen eines Films, die Anderson hier zu einem großen Kunstwerk verschränkt. »Moonrise Kingdom« ist – wie ein klassisches Musikwerk – so voller meisterlich zusammengebrachter Einzelstimmen, Eindrücke, Nuancen und Töne, dass man den Film wahrscheinlich mehrfach wird sehen müssen, um all die verschiedenen Metaphern, Andeutungen, Handlungselemente oder auch nur die schauspielerischen Leistungen richtig zu erfassen. Denn die Arbeit der Darsteller scheint fast zu ertrinken im Anti-Minimalismus dieses Films. Jede Einstellung ist nicht inszeniert, sondern förmlich kuratiert, die Kamera schleicht mit dem Zuschauer im Schlepptau durch die Ausstellung der Kunstwelten des Wes Anderson, jedes Detail fügt sich wohlig seufzend in die Gesamtinszenierung. Der Regisseur als Dirigent, der Bühnenbild, Schnitt, Ton, Darsteller, Drehbuch, Licht, Setbau und all die anderen endlosen Partikel, aus denen sich ein Film zusammenfindet, liebevoll so arrangiert, dass ein sinnhaftes, reich-betörendes Ganzes entsteht – selten lag dieser Vergleich so nahe wie hier, selten hat ihn der Macher auch direkt selbst so dreist impliziert. Wer einen Film sehen will, der zurückhaltend ist, sich an der Realität orientiert, in dem die Regie ihre inszenatorische Handschrift geschickt verbirgt, ist hier sicherlich falsch. In diesem Film muss die Dramaturgie stets gegen das Design kämpfen, es ist nahezu ein Anti-Dogma-Movie. Das verblüffende ist, dass dabei aber keines der vielen Elementarfädchen, aus denen Anderson seine Textur des Films webt, jemals unter diesem Übermaß zu leiden scheint. Als Zuschauer magst du beim ersten Sehen vielleicht nicht wissen, worauf du dich zu konzentrieren hast – auf eine der besten Bruce-Willis-Leistungen seit langer Zeit oder doch auf die symbolische Bedeutung von rot-golden-braunen oder blauen Farbschemata -, aber es ist jederzeit alles simultan vorhanden, abrufbar, vielschichtig aufeinander getürmt. Dieser Film ist eine Schichttorte aus Eindrücken – und genau so, als großen überfordernden Happen oder analytisch, Schicht für Schicht, kann man ihn auch genießen.

Thematisch bietet Anderson dabei wenig neues und selbst ästhetisch ist »Moonrise« sicher nur weiteres Raffinement bereits etablierter Muster, eben eine noch artifiziellere Kunstwelt, die für den Regisseur intimer zu sein scheint als jede Realität. In diesem Fall eine Kindheitserinnerung, in Harz konserviert, vorbei treibende Fragmente von Pfadfindern, Retro-Spielzeug, Musikfetzen, Schulaufführungen, unsicher-todsicherem ersten Verliebtsein. Mit phantastischem Ernst betreibt Anderson diesen Leichtsinn, gerade so, als würde Gondry eine Mischung aus Mad Men und Sesamstraße inszenieren. »Moonrise Kingdom« ist ein rauschhafter, wunderbar unsinniger Film, dabei aber zugleich analytisch präzise und überraschend berührend. Er ist Vertreter dieser aussterbenden Gattung von Autorenfilm, die spielend künstlerische Handschrift und zuschauertaugliche Handlung austarieren können – denn bei allem Hang zur manischen Dekoration und bei allem autobiographisch wirkendem Hintergrund dient jedes Element des Films wohl kalkuliert der Geschichte. »Moonrise Kingdom« ist nicht nur aus diesem Grund ein Film, bei dem man noch fast nach dem Abspann sitzen bleiben will, weil man nicht glauben kann, dass es leider schon vorbei ist.

19:37 Uhr. Kategorie Film. Tag , . Keine Antwort.

12-06-14

      Stefan Fürst, one of the finest devs out there, has some freeware for you: Cheatsheet.

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      Leselust aus der Reihe “Schöner Lesen”: Die Metamorphosen einer Mortadella

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14. Juni 2012 21:00 Uhr. Kategorie Tweets. Tag . Keine Antwort.

Leipziger Typotage 2012

hd schellnack

Thema der Leipziger Typotage 2012 am 13. Oktober ist »Echt oder falsch? Geld zwischen Gestaltung, Herstellung und Fälschung«. Obwohl ich mir bisher selten die Frage gestellt habe, ob mein Geld in der Hand echt oder fake ist – Hauptsache der nächste in der Kette nimmt es an -, und obwohl ich sicher bin, dass papierlose Bezahlverfahren nach und nach die Fälschungsfrage auf die digitale Ebene hieven und die endgültige Virtualisierung von Tauschakten vollziehen, ist die Geldfälscherei natürlich ein ausgesprochen spannendes Thema für ausgerechnet Typographen.

Das Wissen über Gestaltung und Herstellung von Banknoten und der Reiz des Geldes jenseits vom Barwert stehen im Mittelpunkt der 18. Leipziger Typotage. Experten aus Geldherstellung und Banknotendesign, aber auch Falschgeldsachverständige und Sammler führen die Besucher in die Untiefen der Welt von dirty sexy money. Passend dazu bezahlen Nichtmitglieder 100 €, Mitglieder 70 €, Studenten 50 €.

Referenten sind:
RA Dr. Stefan Haupt, Sammlung Haupt
Dr. Franziska Jungmann-Stadler, HVB Stiftung Geldscheinsammlung
Bernd Merbitz, Landespolizeipräsident
Marc Mittelstaedt, Design Department Giesecke & Devrient
Martin Weber, Deutsche Bundesbank

Dr. Walter Schlebusch, ebenfalls vom auf Dokumentensicherheit spezialisierten Unternehmens Giesecke & Devrient, moderiert die Veranstaltung.

16:03 Uhr. Kategorie Design. Tag . Keine Antwort.

12-06-13

13. Juni 2012 21:00 Uhr. Kategorie Tweets. Tag . Keine Antwort.

Landschaft

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16:48 Uhr. Kategorie Photos. Tag , , . 2 Antworten.

Dark Shadows

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Dieser Film ist eine Identitätskrise. Er wäre vielleicht gerne eine Komödie, aber er ist nicht lustig. Er könnte womöglich auch ein effektlastiger Fantasyfilm sein, aber er wird zu keinem Zeitpunkt spannend oder atemberaubend. Er könnte eine dieser man-out-of-time-Stories sein, aber ausgerechnet Tim Burton, Meister der cineastischen Außenseiterfiguren, holt aus diesem Aspekt bestenfalls müde Gags heraus. Er hätte eine bizarre Familiengeschichte abgeben mögen, wenn man als Zuschauer nur zwei oder drei der Charaktere wirklich kennenlernen (oder gar mögen) würde. Aber »Dark Shadows« bleibt im Bereich der Konjunktive stecken, in ungehaltenen Versprechen und brachliegendem Potential gefangen.

Was überraschend ist – schließlich ist der Stoff des Films schon fast zu naheliegend für Burton, eine Mixtur aus Elementen von »Sleepy Hollow« und »Scissorhands«, und vielleicht ist gerade diese Nähe ein Grund für die routinierte Müdigkeit, die »Dark Shadows« ausstrahlt. Vielleicht begründet sich die mangelnde Energie auch in der stets gleichen Crew von Darstellern, mit denen Burton arbeitet. Burton arbeitet stets mit den gleichen Darstellern und unabhängig von der enormen Qualität von Mimen wie etwa Helena Bonham-Carter bringt diese Vertrautheit unweigerlich auch eine gewisse Routine und damit Langeweile in den Prozess ein – zumal gerade Depp in diesem Film einfach übertrieben campy wirkt (was auch an der Synchronisierung liegen kann), als groteske Mischung aus Nosferatu und Klarion the Witch Boy. Insofern verwundert es nicht, dass ausgerechnet die Nebenrolle von Chloë Grace Moretz zumindest anfangs noch am ehesten fesselt – ihr hyper-gelangweilter Teenager, fast am Rande dessen, was man überhaupt noch Schauspielerei nennen dürfte, gehört zu den wenigen Highlights des Films. (Ein anderes ist das Cameo von Ur-Vampir Christopher Lee als Seemann, sehenswert ist auch Jackie Earle Haley als Willie Loomis.)

Ansonsten wirkt der Film seltsam gehetzt, so als wäre es tatsächlich eine Art imaginärer Zusammenschnitt einer kompletten Fernsehserie – und nicht ein Kinofilm, der lediglich auf einer Serie basiert. Handlungsfäden, die im Rahmen von einer oder mehreren Serienstaffeln sinnvoll wirken mögen, sind in dieser komprimierten Form einfach nicht mehr überzeugend, daran ändert auch eine dicke Schicht Edeltrash-Lackierung wenig. Würde man eine Staffel von »True Blood« auf 90 Minuten schneiden, käme eine ähnlich flüchtige Angelegenheit dabei heraus… aber eben kein Kinoabend, sondern nur ein Flirren von Moment zu Moment. Aber selbst für HBO wäre »Dark Shadows« noch zu oberflächlich und unlogisch. Andere Comedy-Crossovers wie »Der Tod steht ihr gut« oder »Men in Black«, die ebenfalls Humor mit SF oder Horror vermengen, wirken immer noch kohärent und seriös gegen Burtons neues Werk, das eher wie ein schlechtes Musical daherkommt, ohne aber an die operettenhafte Energie von »Sweeney Todd« heranzureichen oder an die phantastische Broadway-on-Ecstasy-Schwüle der Schokoladenfabrik-Ästhetik.

Und so ist »Shadows« vielleicht ein idealer Fan-Service für die Anhänger der Original-Serie, eine nostalgische Leistungsschau, vielleicht ist er auch nur ein Spaß, den sich Burton selbst geschenkt haben mag. Aber tatsächlich ist verblüffend, dass ein Regisseur, der überzeugend Humor liefern kann und auch für echte Horror-Momente zu haben ist, ausgerechnet in der Mischung der beiden Genre einen solchen Flop produziert, der Camp sein will, aber niemals wirklich ist, weil er wie ein orientierungsloses Schiff zwischen zu weit auseinander liegenden Häfen treibt, nicht lustig, nicht spannend, nicht verrückt, nicht unterhaltsam. »Dark Shadows« ist ein seltsamer Nicht-Film, ein Ansatz, der so viel sein möchte, dass am Ende ein Vakuum bleibt. Hoffentlich erholt sich Burton mit seinem Film von dieser Identitätskrise und findet zur Energie stärkerer Filme zurück. Jedenfalls dürfte Burton damit endlich das Problem los sein, dass er ständig mit »Planet der Affen« als seinem schlechtesten Film konfrontiert wird – das umstrittene Remake von 2001 überzeugt gemessen diesen Film geradezu als Meisterwerk.

10:22 Uhr. Kategorie Film. Tag , . Keine Antwort.

12-06-12

12. Juni 2012 21:00 Uhr. Kategorie Tweets. Tag . Keine Antwort.

The Avengers

Joss Whedon hat diesen Erfolg sicherlich verdient. Nachdem nahezu jede seiner Serien verschandelt oder abgesetzt und diverse Drehbücher oder Filmprojekte nicht realisiert wurden, hat der Autor und Regisseur – der mit Buffy ohne Frage einen postmodernen Trash-Mythos geschaffen hat und der mit »Astonishing X-Men« zudem früh sein Talent für Widescreen-Superhelden-Teams bewies – sicherlich die Chance eines Films mit großem Budget verdient. Tatsächlich wird die Entscheidung, »The Avengers« von einem zwar in Nerdkreisen sicher namhaften, aber im Kino nahezu unbekannten Regisseur umsetzen zu lassen, Marvel relativ leicht gefallen sein: Eine Kombination aus gleich vier etablierten Franchise-Charakteren wäre so oder so ein Blockbuster geworden, selbst völlig auf Autopilot. Zumal die Art von Unterhaltung ohnehin von einer riesigen Maschinerie aus Produzenten und Assistenten realisiert wird und jeder Regisseur sehr klaren Studio-Vorgaben folgen muss.

So auch Whedeon, der zwar ein eigenes Drehbuch gegen das bereits vorhandene Material durchsetzen konnte, aber vom Studio eine klare Struktur der »Highlights« des Films vorgegeben bekam. Kaum nötig – er dürfte gewusst haben, dass es zum guten Ton der klassischen Marvel-Mythologie gehört, dass sich die Helden erst einmal unter dem Vorwand eines Missverständnisses gegenseitig bekämpfen, um die ewige Frage der Fans »Wer ist stärker…?« zu beantworten. Und dass ein Meta-Film, der quasi die vier Filmserien »Iron Man«, »Thor«, »Captain America« und »Hulk« zum Vorspiel erklärt, am Ende eine orgiastische Effektschlacht liefern muss, liegt wohl ebenfalls auf der Hand.

Was 1963 in den Comics für Stan Lee und Jack Kirby eine nahe liegende Idee war – was einzeln erfolgreich ist, kann als »Supergroup«» nur erfolgreicher sein -, ist im Film etwas komplizierter, vor allem aber teurer. Zu erwarten, dass es bei »The Avengers« um irgendetwas anderes als den Summer-Hit schlechthin ginge, wäre ein Denkfehler – it’s all about the explosions, baby. Kein Wunder also, dass Whedon in diesem Film nahezu unsichtbar wird und unter einer Art Roland-Emmerich-Camouflage verschwindet. Seine eigentliche Stärken kann er hier im Gegensatz zu einer Serienstruktur sozusagen infrastrukturell kaum ausspielen. Was von ihm bleibt, ist ein gutes Ohr für Dialoge und sein Flair für emotionale Achterbahn.

Die Kunst von »The Avengers« ist, dass Whedon das an sich unvereinbare Design von so unterschiedlichen Ansätzen wie »Thor« und »Iron Man« überhaupt auf respektable Art und Weise auf einen gemeinsamen Bildschirm kriegt. Das Indiana-Jones-Flair von Captain America gegen die neongrüne CGI-Orgie des Gamma-Hulks, aber auch der Fantasy-Pathos von Thor gegenüber dem Mensch-im-Panzer-Zynismus von Tony Stark – Whedon gibt den individuellen Charakter der einzelnen Filmserien nicht auf, nutzt die ästhetischen Brüche sogar, um die Inkompatibilität der Charaktere zu betonen. Wir müssen nicht erklärt bekommen, dass Steve Rogers und Tony Stark aus verschiedenen Welten kommen, wir können es sehen. Die zusätzlichen Figuren, die Whedon in diesen Cocktail mischt – Hawkeye, Black Widow, Nick Fury, Maria Hill – schaffen einen homogenen Rahmen zwischen diesen extremen Charakteren und betonen in ihrer relativen Glaubhaftigkeit zusätzlich die schiere Unmöglichkeit der anderen vier Figuren.

Denn Whedons Charaktere um die großen vier Legenden herum wirken geerdeter, bescheidener und damit zugänglicher. Hill und Fury agieren als die angenervten Eltern dieser dysfunktionalen Zwangsfamilie, Clint Barton ist der zickige Bruder, Romanoff die coole Schwester und Agent Coulson ist der Onkel, der immer zu streng wirkt, im dritten Akt aber zeigt, dass sein Herz natürlich am rechten Fleck ist. In den besten Momenten, in denen die Balance zwischen einer Art massenkompatibler Fassung Whedonesquer Screwball-Dialoge und einer für Action-Film gewagten Langatmigkeit eingermaßen gelingt, ist »The Avengers« fast ein Wes-Anderson-Film. Die Settings sind nicht weniger bizarr als die von »Darjeeling Limited« oder »Life Aquatic« und die konkrete Handlung wie bei Anderson auch nur ein Vorwand für absurde Charaktermomente. Ein kunterbunter Haufen kaputter Typen, die nicht richtig in die Welt gebaut sind, aber gottähnliche Fähigkeiten haben – das sind nicht nur die Helden selbst, sondern auch ein Gegenspieler, der sozusagen ein rebellierender Verwandter ist, eben der übliche Familienzwist. Was bei Anderson sorgsam kuratierte Szenenbilder von surrealer Schönheit sind, ist bei Whedon eben die amerikanischere, grellbunte Pop-Art-Oper, in der nahtlos die SF-Ritterrüstung von Iron Man und die Wagner-Opernwelt nordischer Götter nebeneinanderstehen und zusammen auf Überbleibsel aus der Men-In-Black-Trickeffektkiste treffen. Irritierenderweise bleiben die sich anbietenden psychologischen Gegensätze der Figuren dabei nahezu ungenutzt, die Kultur-Clash vollzieht sich an der Wasseroberfläche, fast auf Designebene. Die erzählerische Chance, dass hier eine ungestüme tatsächliche Gottheit, ein überpatriotischer Kontrollfreak, ein fast naturgewaltiges »Id« und ein in Alkohol eingelegter Zyniker im gleichen Raum sind, nutzt Whedon psychologisch eher wenig, vielleicht aus Zeitgründen. Vielleicht ist man inzwischen auch nur von Brian Bendis Comic-Fassung der »Rächer« verwöhnt, die nahezu überpsychologisierend die Heldenaspekte zur Seite schiebt und eine Art Reality-TV aus dem Beisammensein verschiedenster Mythenfiguren gewinnt.

Der Regisseur, der seinen ersten, über drei Stunden langen Filmschnitt selbst beherzt kürzte, setzt statt dessen mehr auf solide Actionkost, die allerdings unterm Strich nach Retortennahrung schmeckt: Ungereimtheiten in der Handlung, ein Ende, für das die Bezeichnung »Deus ex machina« noch sehr geschmeichelt wäre, ein Cliffhanger, den wohl nur sehr eingeweihte Old-School-Comic-Nerds verstehen dürften und eine Effektorgie, die zwar beeindruckt, aber nun auch nicht so anders wirkt als all die anderen Michael-Bay-Filme dieser Welt, in denen New York mal wieder in Schutt und Asche gelegt wird. Es scheint in der endlosen CGI-Wiederheraufbeschwörung von 9/11 keinen Neuigkeitswert mehr zu geben, nur noch eine Eskalationsspirale der Vernichtung, der Pfahl muss immer härter ins Fleisch der Zuschauer gerammt werden, um den wohligen Schauer der Erinnerung auszulösen. Ansonsten hat man die Aliens, die Feuerwände, die fliegenden Autos, die Explosionen allesamt so (und zum Teil eben genau so) bereits vorher zu oft gesehen, um auf die sterile Vernichtungswut nicht mit einer Art von Langeweile zu reagieren. Die permanente Xenophobie des amerikanischen Actionkinos, das sich seit den 50er Jahren so beängstigend beständig gegen Terroristen und Invasoren verteidigt, ermüdet eben.

So wird »Avengers« Whedons vielleicht erfolgreichster Film sein (und hoffentlich der verdiente Durchbruch in Hollywoods A-Liga), ist aber zugleich seine vielleicht schwächste Leistung bisher. Nur selten blitzen die Stärken des Regisseurs durch, über weite Strecken wird der Film zum Selbstläufer, zur Leistungsschau moderner 3D-Technologie. Bei einigen Szenen mit Scarlett Johannson kann Whedon sein Buffy-Fu zum Einsatz bringen und Robert Downey Jr. belebt diesen Film ebenso wie den ersten »Iron Man«-Film natürlich durch seinen nonchalanten Mix aus Langeweile und Ironie, aber der Rest ist zu ernst, zu kalkuliert, zu träge, zu »Transformers«. Man spürt dem Film in jedem Moment an, dass er kein Kino ist, sondern ein Investorenmodell. Überraschenderweise bleibt es Whedon verwehrt, ein eigenes Flair in den Film zu bringen – obwohl doch gerade der Erfolg von Christopher Nolans »Dark Knight«-Trilogie aufzeigt, dass eine wuchtige Regieästhetik dem kommerziellen Erfolg sogar beflügeln kann. Aber der wahre Regisseur und Drehbuchautor aller Marvel-Filme scheint ein unsichtbares Regiment von Produzenten und Beratern um Kevin Feige zu sein, der signierende Regisseur, ob nun Woo, Branagh oder Whedon, bleibt nur ein »happy cog«, ein glückliches Rad in der Maschinerie, wie Zeichner John Byrne seinen Job einst mit Blick auf die Produktion von Marvel-Comics bezeichnete. Zu dieser Corporate-Authorship-Haltung passt leider, dass im Abspann zwar Stan Lee genannt wird (der auch den üblichen kurzen Gastauftritt absolviert), jedoch nicht Jack Kirby, obwohl der legendäre Zeichner für die ikonische visuelle Gestaltung der meisten Figuren dieses Film verantwortlich zeichnet. So wie DC nach Jahrzehnten immer noch den Erben der Superman-Erfinder Siegel und Shuster keinen fairen Anteil zukommen lässt, verschanzt sich auch Marvel hinter moralisch unhaltbaren Work-for-Hire-Klauseln und enteignet so die Familie jenes Mannes, ohne den es dieses gesamte Comic-Imperium einfach in toto nicht gäbe, ohne den all die Anwälte und Manager, die den Kirbys das Geld vorenthalten, keinen Job hätten, weil es ohne Kirby Marvel-Comics schlichtweg nicht gäbe. Urheberrecht ist anders.

Das ist die bitterste Dissonanz einer simplen Moralgeschichte um eine bunt zusammengewürfelte Heldenfamilie – das diese Geschichte in sich selbst amoralisch ist. Der Absender, der hier das »pro bono contra malum« in eine fluorescentgrellen Buddy-Movie verwandelt, ist selbst der Schurke im Spiel, im gleichen öde Mahlwerk der Geldmaschinerie, die im 19. Jahrhundert die Arbeiterrotten im Takt der Fließbänder einpeitschen ließ, die einerseits gegen Raubkopie und für Copyright eintritt und andererseits den ursprünglichen Schöpfer der angeblich so schätzenswerten Ideen längst klammheimlich entrechtet hat. Captain America, Hulk, Thor und Iron Man – alle vier stammen aus der Feder von Jack Kirby, alle vier machen Marvel/Disney Millionen, die Familie von Kirby aber geht leer aus. Es ist traurig, dass die ja ausreichend einfache Moral der Marvel-Superhelden anscheinend zu keinem Moment auf die Macher selbst abfärbt.

18:37 Uhr. Kategorie Film. Tag , , . Keine Antwort.

Something inspired you…

Everybody says: «I created that». Well, what do you mean you created that? Something inspired you, something led you down that path, something pushed you forward and you discovered it. You realized it, you put it together, but did you really create it?

Awareness, inspiration, interpretation, evolution.

Thomas Keller, GQ Magazine (US)
Juni/Juli 2011

11:25 Uhr. Kategorie Stuff. Tag , . Eine Antwort.

Baum

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9. Juni 2012 21:30 Uhr. Kategorie Photos. Tag , , . Keine Antwort.

12-06-09

21:00 Uhr. Kategorie Tweets. Tag . Keine Antwort.

Jump in the pool(s) with me…

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6. Juni 2012 15:16 Uhr. Kategorie Photos. Tag . Keine Antwort.

Glück

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5. Juni 2012 22:25 Uhr. Kategorie Photos. Tag , . Keine Antwort.

12-06-05

21:00 Uhr. Kategorie Tweets. Tag . Keine Antwort.

Julia Stone: By the Horns

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Und da war es nur noch eine: Ohne ihren Bruder Angus versucht sich die Australierin Julia Stone jetzt als Solo-Act. Das Ergebnis wirkt ein wenig benommen, tranquil und zugleich etwas aspartam-lastig, die Produktion zu harmlos und selbstgefällig, da ist nichts auf dem Album, was kurz Sturm macht. Warum man auf Solopfaden geht, um dann eigentlich den gleichen post-folk zu machen wie als Duo, ist vielleicht einfach auch nur karrieretechnisch begründet, nicht der Lust auf musikalisches Neuland geschuldet. Keine Frage, »By the Horns« ist ein angenehm vorbeischipperndes Album, dem du genüsslich zusehen kannst, wie es sich durch ruhige Gewässer schiebt, auf der Brücke Stone, die mit stets brüchiger Stimme an eine etwas verkatertere Feist erinnert (but not in a bad way). Höhe- und Tiefpunkt des Albums zugleich ist eine Coverversion von Bloodbuzz Ohio, die jegliche Bosheit aus dem Lied saugt und es auf Adult-Radio-Niveau flachbügelt und irgendwie dennoch beweist, dass dieser Song nicht kaputtzukriegen ist, weil seine Qualitäten selbst durch diese flauschige Produktion noch durchstrahlen. Was man von »Break Apart« nicht sagen kann, einem Song, der unnötigerweise eine Pink-Floyd-Melodie zermetzelt. Ansonsten zeigt Stone Sonntagnachmittagsregenmusik, der es leider an kompositorischer Eigenständigkeit fehlt. Ihre durchaus faszinierende Stimme hätte eigentlich nur bessere Songs und klarere Produktion verdient.

4. Juni 2012 15:02 Uhr. Kategorie Musik. Tag . Keine Antwort.

12-06-03

3. Juni 2012 21:00 Uhr. Kategorie Tweets. Tag . Keine Antwort.

Buchstützer

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(Mit Riesendank an alle in Frankfurt, die uns die letzte Woche unterstützt haben!)

14:04 Uhr. Kategorie Arbeit, Leben. Tag . Eine Antwort.

Deus: Following Sea

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Es ist etwas verblüffend, wie schnell die Belgier Album um Album abfeuern können. Dieses hier ist wunderbar weit und ruhig, relaxt – ungewohnt entspannt sogar, fast einen Tick »unplugged«. Das kann bei einem an der Realsatire entlangkratzendem Track wie »Crazy about you« auch mal wehtun, verblüfft in »Quatre Mains« dann aber mit einem der tightesten Tracks der Band seit langem, mit fast Soundtrack-Qualität. Nicht jeder Song auf dem Album ist wirklich wirklich wirklich gut, aber sehr viele sind ausgezeichnet, verschroben, weitläufig, ohne jeden Druck. Es wirkt, als sei dies die Sorte Album, die man machen kann, wenn man die Plattenfirma erst einmal für eine Weile beruhigt hat und einfach im Studio driften kann, Spaß haben kann. Es klingt nach Resten, nach Demostimmungen, nach Experiment. Es klingt ziemlich gut.

12:02 Uhr. Kategorie Musik. Tag . Keine Antwort.

12-06-02

2. Juni 2012 21:00 Uhr. Kategorie Tweets. Tag . Keine Antwort.


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