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Ketil Bjørnstad: Rememberance

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Das norwegische Universaltalent Ketil Bjørnstad legt zwei Jahre nach The Light wieder mit Triobesetzung, aber mit zwei anderen Partnern (Tore Brunborg am Saxophon und dem Drummer Jon Christensen) eine neue Platte vor, wie immer geschmackvoll bei ECM produziert und verpackt, wie immer der bei ECM etwas erwartbare Sound, der irgendwo zwischen Esoterik und Anspruch zuhause ist, aber das Publikum nicht vergrault. Leicht nostalisch wie der Titel vermuten lässt ist auch die Musik, getragen von dem seufzenden Saxiophonklängen, dem perlenden Piano und den Lichtakzenten des Schlagzeugs, federleicht und poetisch, so lyrisch, dass es mitunter schon einen Hauch zu soft und rund wirkt. «Rememberance» ist ein unfassbar gediegenes Album, Es ist tatsächlich fast nur Christensen, der sich auf unzähligen ECM-Alben so problemlos in den Schatten zu stellen versteht, der hier herausragt und aus den sanft dahinfließenden Flüssen von Bjørnstad und Brunborg silbrig zuckende Fische zu angeln versteht, weil er über den oft allzuruhigen Melodieinstrumenten seltsamerweise eine Art permanentes, begleitendes Solo zu spielen versteht. Er ist der einzige Störfaktor in all der Harmonie, wenn er mit Cymbalblitzen in die meditative Ruhe blitzt und funkt, dass es eine Freude ist. Wie so oft bei ECM – und wie bei einem Trio von norwegischen Ausnahmejazzern vielleicht auch zu erwarten – hat die Musik etwas zerklüftetes, einsames, natürliches, dieses Feeling, das halt so viele Alben dieser Machart auszeichnet. Es ist ein herausragendes Herbst- und Winteralbum, der Soundtrack zu wehenden Blättern und Schneeflocken, von eben dieser vielleicht auch etwas zu einfachen Melancholie, die Pianofetzen und Saxophonschluchzen unweigerlich ergeben. Ein so unzynisches Album verlangt tatsächlich einen gewissen Mut, zumal es (eben mit Ausnahme von Christensen) weitestgehend auf virtuose Mätzchen verzichtet oder sich anstrengt «modern» zu wirken. Es ist durch und durch eines dieser mitunter etwas austauschbaren, aber eben auch wunderschönen minimalistisch-opulenten ECM-Jazz-Alben, die nicht viel mehr wollen und sollen, als dich als Zuhörer mit auf eine kleine, kurze Reise zu nehmen. Es ist im besten Sinne Musik, die gefallen will und die sich nicht schämt, emotional zu sein, eine Art smarte Popmusik im Jazz, ein bisschen berechenbar, aber trotzdem immer wieder einen Besuch wert. Es ist bemerkenswert, wie sehr ECM als Label nicht nur über die Dekaden einen durchgehenden Look etabliert hat, sondern diesen emotional aufgeladenen Minimalismus, diese mystische Ruhe, auch in den musikalischen Gesamtkatalog integriert hat. «Rememberance» ist dabei keine Ausnahme und insofern unweigerlich ein guter Kauf.

31. Dezember 2010 00:23 Uhr. Kategorie Musik. Tag . Eine Antwort.

Snow Mail

30. Dezember 2010 22:55 Uhr. Kategorie Photos. Tag , . Eine Antwort.

Immer dieser Sarrazin


Thema des Jahres: Kopftuchmädchen.

12:45 Uhr. Kategorie Stuff. Tag , , . Keine Antwort.

Kele: The Boxer

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Wie schon so oft betont, ist ist es nur all zu oft so, dass das Soloalbum eines Band-Frontmanns enttäuscht. Nachdem sich Bloc Party auf den letzten beiden Alben anscheinend entsetzlich anstrengen mussten, um die diversen Vorlieben und Geschmäcker, die auf dem ersten Album noch zu so einer grandiosen Melange zusammenfanden, hat sich Sänger Kele ein Soloalbum gegönnt, das seinen Hang zu Dancefloor weiter ausbaut. Dabei ist tatsächlich ein Track herausgekommen, der trotz aller billigen Kirmes-Sounds und Technomätzchen von vor fünf Jahren ausgezeichnet funktioniert. «Tenderoni» blubbert und wubbert, stampft und mahlt, hat eine abstrus einfache Hookline und präsentiert sich als kongenialer Jogging-Soundtrack, scheint auch einfach gar nicht mehr zu wollen. Stumpfer Beat, simpler Bass und jede Menge Adrenalin ergeben einen schmerzfreien Gute-Laune-Song, dem man wenig übel nehmen kann.

Leider funktioniert das kein ganzes Album lang. Trotz des großartigem «Pugilist at Rest»-Artwort des Covers ist der Rest von «The Boxer» leider eine Art Worst-Of der letzten Bloc-Party-Alben. Dürre Sounds, Kele als Ein-Mann-Chor, Mid-Tempo-Tracks mit großen Gesten, die kein Mensch glaubt, gepflegte Langeweile. «Yesterdays Gone» ist etwa so spannend wie die 40ste Wiederholung von «Last Christmas» und im Grunde wird es nicht viel besser. Kele wehleidet sich durch Songs, die darunter leiden, dass keiner ihnen mal deutlich in den Hintern tritt. Es gibt scher ein paar ganz gute Momente, etwa bei «The Other Side» oder «Walk Tall», aber das bleiben Ausnahmen. Der Abstieg von Bloc Party von einer Meilensteinband zu einem Hit-and-Miss-Projekt wird hier greifbar, das Soloalbum mutiert zum Schuldgeständnis in Form von belanglosen Bubblepop-Dancenummern, die eine Dannii Minogue sogar größtenteils besser hingekriegt hätte.

29. Dezember 2010 19:12 Uhr. Kategorie Musik. Tag . Eine Antwort.

Deftones: Diamond Eyes

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Es ist natürlich ein Problem für jede Band, das eine perfekte Album schon längst herausgebracht zu haben. Oasis oder auch Bloc Party hätten nach dem Debut eigentlich schon aufhören dürfen, und die Deftones haben mit «White Pony» sicherlich ein im Grunde nicht mehr zu überbietendes Album herausgebracht. Auf ihrem sechsten Studioalbum zeigt sich die Band aber durchaus nach dem etwas mauerem letzten Album vor fast drei Jahren wieder gewillt, den eigenen Gipfel noch einmal erklimmen zu wollen. «Diamond Eyes». Nachdem die Band das im Grunde fertig eingespielte «Eros»-Material mit dem 2008 verstorbenen Bassmann Chi Cheng ins Regal stellte und ein ganz neues Album einspielte, scheint es einen Befreiungsschlag gegeben zu haben. Obwohl der Titeltrack sehr nach dem epischen Pop-Metal der Deftones klingt, entfaltet das Album eine Bandbreite, die der Vorgänger einfach nicht hatte und kann mit CMND/CTRL zumindest für die Strophe sogar wieder richtig Biss entwickeln. Aggressiv, wütend, traurig, episch, mit Blick für das ganz kleine Sounddetail ebenso wie für die bandtypische große Geste, schlagen die Deftones hier eine Brücke zwischen Melodie und Wucht, die im Metal seltener geworden ist. Das Problem der Band – die große Selbstähnlichkeit der meisten Songs, die immer wieder ein ähnliches Thema zu variieren scheinen – löst «Diamond Eyes» natürlich nicht, aber das Album klingt frischer und lebendiger als etwa «Saturday Night Wrist», und zeigt die Band absolut in Kontrolle des eigenen Klangs, dem immer wieder neue Nuancen abgetrotzt werden. Obwohl es immer wieder Momente gibt, die ein wenig vertraut klingen, ist andererseits auch immer wieder spürbar, wie neues Territorium erobert wird, wie Riffs und Sounds einen deutlichen Tick härter werden, wie die Band ihr Melodrama mit mehr Wut ausstattet. Chino Morenos Vocals fliegen wie immer über die Klippen und Abgründe der Metal-Landschaft unter ihm, die selten so zerklüftet und harsch war wie bei «Rocket Skates», dem zweifellos bestem Track des Albums, das insgesamt einen mitreissenden Trip durch eine ebenso unbewohnbare wie hinreissende Landschaft bildet. Man hört, dass dieses Album schneller entstanden ist als der Vorgänger, mehr gemacht als gedacht ist. «Diamond Eyes» ist kein experimentelles Album, sondern eher eine Definition des eigenen Sounds, eine Rückversicherung, ein Beweis der eigenen Lebensenergie, die Reaktion auf Chengs Koma, die Konsolidierung als Reaktion auf einen externen Schock. In einem Moment, in dem dem die Band sich gepflegt hätte auflösen können, findet sie in ihrer reinsten Form neu zusammen, ohne den eigenen Sound zu hinterfragen, ohne sich kaputtzudenken – und das Ergebnis ist ein Album, das «White Pony» nicht nur das Wasser reichen kann, sondern es zumindest streckenweise fraglos übertrumpft.

18:45 Uhr. Kategorie Musik. Tag . Eine Antwort.

Chemical Brothers: Further

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Ohne große Gäste und mit bescheidenerer Geste sollte dieses Album ausfallen, mehr Dust Brothers-Feeling, weniger das Cinemascope-Soundfeeling, das man auf den letzten Alben von Tom Rowlands und Ed Simons kannte, dafür aber mit einem künstlerischen Gesamtkonzept durch die beiden Videoartists Adam Smith und Marcus Lyall ausgestattet. Nun, das Videomaterial hilft einem nicht durch das Hören des Albums, also muss die Musik für sich bestehen, und das tut sie nur mit etwas Widerwillen. Es mag sein, dass die hypnotisch wirkenden Loops, mit denen die Brothers hier arbeiten, perfekt zu den Bildwelten von Smith und Lyall passen, als reines Audioalbum entfaltet sich mitunter einfach auch mal etwas Langeweile. In den guten Momenten ist «Further» ein atemberaubendes Album, das ein durchgehendes musikalisches Konzept verfolgt und geschlossener wirkt als vieles, was die beiden in den letzten Jahren hervorgebracht haben, klarer, reduzierter. Jenseits üblicher Genredefinitionen entwickeln die Chemical Brothers hier ihren typischen Sound aus, schaffen ein elektronisches Crescendo nach dem nächsten, lassen die Tracks zusammenbrechen und liefern mit «Escape Velocity» sicher einen ihrer besten Tracks ab, eine wunderbare Klangarchitektur, die Klaus Schulze und Tangerine Dream schreiend und kreischend ins 21. Jahrhundert zerrt. Wie immer bei den Brothers kann auch mal gepflegte Langeweile aufkommen, wenn die Pattern einen Hauch zu lange vor sich herschwurbeln oder die Beats zu bombastisch sind, das Tempo aber zu lahm ausfällt, die Sounds zu glatt ausfallen, das Duo zu sehr durch verschiedene Klangwelten hopst. Alles in allem aber ist «Further» der Fortschritt in der Rückkehr, eine Rückbesinnung nach vorn. Anstatt auf große Namen zu setzen, singt Rowlands die meisten Tracks selbst, der Sound klingt hingegen fast wie eine Retrospektive durch das eigene Gesamtwerk, eine rund 50-minütige Reise durch das eigene Oevre, ein geschlossenes Set, das keinen klassischen Hit mehr produziert, sondern wie eine makellose DJing-Session daherkommt, wie eine Miniatur-Disco-Oper. Eingängig ist dabei im Grunde kein Track mehr, fast sperrig wehrt sich das Album gegen die Einvernahme durch den Hörer, der sich auf die technopsychedelischen Cyberstrukturen der Musik einzulassen hat, in denen Rowlands und Simons immer wieder mit endlos langgezogenen Steigerungen die Geduld strapazieren. Das Statement scheint klar: Weg mit der Orientierung an den Charts und am Pop, raus aus dem System, zurück in die Nacht. Das gelingt nicht immer so maßlos überzeugend wie bei «Escape Velocity», aber durchgehend genug, um «Further» zu einem flächendeckend magischen Album zu machen.

18:15 Uhr. Kategorie Musik. Tag . 3 Antworten.

Bonaparte: My Horse Likes You

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Bonapartes Pferd mag mich und ich mag Bonaparte. Das zweite Album von Tobias Jundts Berliner Zirkustruppe, eingeleitet von einer Art Overtüre und mit «The End»besiegelt ist so theatralisch und überspannt, wie dieser Rahmen vermuten lässt – ein wirsch blubberndes, nervöses Album das einen feuchten Pferdedung auf Genres gibt. Irgendwie ist das Kunst, irgendwie Indie, irgendwie sicher auch Pop und irgendwie egal, hauptsache auf die Zwölf. Ob mit fast jazzigen Noten wie «My Horse likes You» oder dancefloor-elektrisch wie «Computer in Love» oder «Technologiya». mal mit einem Hauch Rage Against the Machine bei «L’Etat C’est Moi», mal eine Prise Charles De Goal bei «Fly a Plane Into Me»und so weiter – es ist spürbar, wie wenig Jundt und sein Kollektiv sich festlagen lassen wollen, verbindendes Element ist bestenfalls der leicht gelangweilte, leicht hyperaktive Gesang, den der Schweizer über die Tracks scheuert, der ein wenig an The Streets oder The Fall erinnert, dieses famos nöhlende Timbre, das wie die Songs nervt irgendwie fast nervt, aber eben immer auch nur fast. Bonaparte strengen sich mitunter etwas an, immer «anders» zu klingen, aber die Anstrengung lohnt sich tatsächlich… selbst wenn man das Gesamtkonzept der Truppe außer Acht lässt, entsteht hier sehr saubere, sehr lebendige Popmusik, die sich selbst nie sonderlich ernst zu nehmen scheint und deren Brillanz bei allem Humor aber immer wieder durchscheint. «My Horse likes you» ist diese Sorte Platte, die dich sofort begeistert, dann langweilt und dann nach mehrfachem Hören erst richtig funktioniert, die vor allem weniger durch einzelne Songs als im Ganzen überzeugt, im Gegensatz einzelner Songs… so sehr, dass man sich fragen darf, ob der dritte Wurf dann nicht direkt eine Art Konzeptalbum werden müsste oder eine Art Oper. Aber Jundt wird schon was einfallen, um sich selbst zu toppen…

18:00 Uhr. Kategorie Musik. Tag . Keine Antwort.

Frohe Weihnachten

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Es ist mehr und mehr so, dass man von vielen netten Menschen gar keine Hausadresse mehr hat, sondern nur noch ein Gemenge aus Facebook/ICQ/eMail-Adressen. Wenn ich euch also auf dem Postwege nicht erreicht habe, der in diesen Tagen ja ohnehin nicht gerade wahnsinnig verlässlich sein dürfte (wie wir letzte Woche schmerzhaft lernen mussten) also noch einmal elektronisch gute Festtagswünsche. Alles Liebe zu Weihnachten, entspannte Tage zwischen den Jahren und einen guten Start in 2011…

24. Dezember 2010 15:09 Uhr. Kategorie Leben. Tag . 2 Antworten.

Licht

21. Dezember 2010 23:04 Uhr. Kategorie Photos. Tag , . Eine Antwort.

Zapf

21:58 Uhr. Kategorie Photos. Tag , . Keine Antwort.

Schnee

16. Dezember 2010 23:05 Uhr. Kategorie Photos. Tag , . Keine Antwort.

Licht

23:02 Uhr. Kategorie Photos. Tag , . Keine Antwort.

Letzte Suppe

23:01 Uhr. Kategorie Photos. Tag . Keine Antwort.

The Dead Weather: Sea of Cowards

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«Sea of Cowards» ist das zweite Album der Superband um Jack White und Alsion Mosshart und definitiv eine der besten Platten des ausklingenden Jahres, eine wütende, kochende, stampfende, brodelnde Platte, die sehr seriösen Blues-Rock liefert und ähnlich wie die Black Keys einen sehr alten Sound sehr neu und frisch wirken lässt. Die Songs sind einerseits sparsam instrumentiert, anderseits nahezu überbordend voll, der Sound explodiert fast in deinen Ohren, jedes Instrument ist am richtigen Ort und kämpft dennoch darum, ganz vorn, ganz bei dir zu sein. Nach dem etwas arg improvisiert wirkenden Vorläufer schafft dieses Album es, ohne kompositorisch wirklich «neu» zu sein, grandiose Energie aus Zeppelin-Beats, Beefheart-Weirdness, Purple-Orgelorgien, aus eigentlich allen denkbaren Blues, Swamp, Rock und Metal-Klischees zu melken, dabei sogar deutliche White-Selbstzitate zu liefern und trotzdem großartig zu sein. Die Stücke mäandern etwas selbstähnlich durch das Album, voller dröhnender Drums von White, Dean Fertitas klirrender Keyboards und spitzer Gitarren, jedes Instrument bis an den Pegel ausgereizt und vor allem Mossharts Gesang (der fast oft kaum von Whites zu unterscheiden ist), peitschend, punkig und bei aller Wut trotzdem sexy, verkauft die Stücke. Die düstere schwüle Südstaaten-Stimmung der Nummern wirkt weniger berechnet als die White Stripes, mehr als würden hoch talentierte Zirkustiere jenseits einstudierter Tricks Amok laufen und das Publikum zerfleischen und zerstampfen, lebendig auffressen. Ob tiefschwarze Synthpop-Anklänge wie bei «The Difference between us» oder wütender Stomp wie bei «Jawbreaker», «Sea of Cowards» gelingt es, Vielfalt in die klangliche Einheit zu bringen und eine schier unfassbare Live-Energie in ein Studioalbum zu packen. Es macht Spaß, diese Platte zu hören und sie wächst mit jeder neuen Runde, wo andere Einspielungen anfangen zu langweilen, hörst du hier Nuancen und Zwischentöne heraus, die dich für die Mühe belohnen, durch die Höhen und höheren Höhen dieses Audio-Gebirgszuges zu kraxeln. Nach dem reinen Fun-Album «Horehound» zeigt sich The Dead Weather auf dem Nachfolger tatsächlich zu einer echten Band gereift, die endlich das einlöst, was wir uns eigentlich von jeder Indie-Supergroup erwarten, ohne es je gekriegt zu haben: Musik, die nicht mehr aus dieser Welt ist.

9. Dezember 2010 10:29 Uhr. Kategorie Musik. Tag . Keine Antwort.

Danny näht…

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Ungewohnte Töne im Büro heute – unsere derzeitige Praktikantin Daniela Brand sitzt an der Nähmaschine und bastelt die Schrift für die Ausstellung ihres Kokolores-Buchprojekts in Düsseldorf. Nachdem ich mich die letzten Wochen eher abstrakt mit handgemachtem Design befasst habe, ist es eigentlich ganz toll, auch einmal bei der Entstehung live zuzusehen…

8. Dezember 2010 19:11 Uhr. Kategorie Leben. Tag , . Keine Antwort.

Maxence Cyrin: novö piano

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Der französische Pianist und DJ Maxcence Cyrin bringt auf «novö piano» seine beiden Leidenschaften zusammen und interpretiert Pop- und Dancetracks als Klavierstücke. Wie auf dem Debut geht er dabei schmucklos vor, ohne zusätzliche Instrumente oder Schnickschnack – von etwas Hall abgesehen – und präsentiert die Kompositionen von Bands wie Justice, Daft Punk oder MGMT in einer oft kaum wiedererkennbaren Version. Was von Pop übrigbleibt, wenn man ihn in klassisches Minimalgewand kleidet, ist jedoch keine echte klasische Musik – zu einfach, zu banal sind die Harmonien und Arrangements im Pop, zu sehr lebt Dance Musik von Effekten, Klängen und Mehrspuraufnahme. Wo Sakamoto mt Riot in Lagos einen (eigenen) Dancefloor-Klassiker durchaus schlau dekonstruiert und zu einer phantastischen Pianomontage neu zusammensetzt, wirken Cyrins Nummern, ist die erste Freude an der Idee erst einmal abgeklungen, seltsam naiv und unbeleckt, so ein bisschen nach Klavierstunde eines progressiveren Klavierlehrers, der auf Pop statt auf Beethoven setzt. Zumal Cyrin nicht so talentiert ist, eine wirklich hinreissende Interpretation zu liefern – zwar sind seine Arrangements beileibe nicht langweilend, aber wirklich kongenial arbeitet er nicht – mehr als solides Handwerk will da kaum aus den Boxen kommen. Und so ist es durchaus reizvoll, oft sogar wunderbar gelungen, wenn Maxcence sich durch diverse Indiepop-Variationen spielt, wie etwa bei No Cars Go von Arcade Fire, und sozusagen einen durchschnittlichen Discoabend aus dem Jahr 2008 zur Kammermusik verklärt, aber irgendwie wird man den Verdacht nicht los, dass man mit ein wenig Mühe auf Youtube zig ambitionierte Hobbyklimperer finden würde, die genau so gut ihre Lieblingssongs (und Cyrins Auswahl verlässt nie dieses Streichelzooniveau der radiotauglichen Kenn-ich-doch-Tracks) auf dem Wohnzimmerklavier nachzuspielen versuchen, vielleicht nicht ganz so gekonnt, aber das macht die Idee nach dem zweiten dritten Hören kaum weniger banal. War Tori Amos «Smells Like Teen Spirit» noch eine kongeniale, phantastische Umsetzung des Nirvana-Klassikers, wird hier aus «Lithium» insofern ein zahnloser Bettvorleger-Tiger mit Schlaftabletten-Temperament. Und während mir ja denkbar egal ist, was etwa mit einer Beyoncé-Nummer gemacht wird, oder während Daft Punk den klassischen Remix durchaus gut wegpacken, tut nichts mehr weh, als wenn jemand die Wut und Energie aus gutem Rock’n'Roll lässt und es auf Chill-Out-Niveau herabdomestiziert, um im Windschatten größerer Könner in sicheren Hafen zu segeln.

00:55 Uhr. Kategorie Musik. Tag . Keine Antwort.

AnalogColor

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Der Tipp kam eben von Marc Dirkmann, der auf der Suche nach einem preiswerten Toycamera-Tool für den Mac auf AnalogColor von Pentacom stieß. Mit zahlreichen Optionen und für 10 Euro sicherlich eine Testfahrt wert, zumal die (sich leider etwas wiederholenden) «Open Camera»-Lichteinfälle Spaß machen. Den Look landläufiger Fake-Lomo/Holga/Diana-Photographie kriegt AnalogColor solide hin und bietet zudem deutlich mehr Einstelloptionen als etwa CameraBag, das nur mit Templates arbeitet und zudem 10 Euro teurer ist. Beide Tools kriegen den Look zahlloser iPhone-App-Photoverfremdungen solide hin, die 0.5er-Version von AnalogColor macht zumindest bei meinem MacPro mit dem Prozessor etwas Mucken und bremst andere Prozesse aus, Marc hat aber beispielsweise keine Probleme damit. Das minimalistische Interface ist gewöhnungsbedürftig, aber funktional – da das Programm Bilder auch kleinrechnen kann, eignet es sich sicher, um unterwegs schnell ein paar Photos für ein Blog zu «trashen». Wer mehr Kontrolle will und mit Photoshop arbeitet, dürfte sicher mit einem Plug-In wie Exposure 3 von Alienskin besser beraten sein, dass deutlich mehr Optionen bietet (allerdings keinen Lichteinfall simuliert, leider), mit 250 Dollar aber auch deutlich teurer kommt und in Sachen s/w-Konvertierung neben nik Silver FX das sicher beste Werkzeug derzeit darstellt.

Wer allerdings eine Photoshop-freie Lösung für kleines Geld sucht, die quick und dirty Photos etwas spackiger aussehen lässt, ist hier sicher gut beraten, die kleine Anwendung macht für den Preis durchaus Spaß, auch wenn Sie sich so gar nicht nach «Apple» anfühlt.

Die Frage ist natürlich, ob man diesen Lomo-Style-Look langsam aber sicher nicht satt hat, wenn dank Hipstamatic und Co inzwischen nahezu jedes dritte Photo vom iPhone so aussieht (wie hier ja auch, ich liebe Hipsta). Was beim iPhone auch elementar Sinn macht – es IST ja (auch beim 4er) nach wie vor eher eine Spielzeugkamera, sich auf dem Desktop mit 21-MP-Photos aber irgendwie zunehmend seltsam und unspontan anfühlt. Der Unterschied ist wahrscheinlich, dass Tools wie Hipsta den Effekt direkt anwenden und man nicht nachträglich etwas ändert, man also tatsächlich mit einer ToyCam photographiert (auch wenn sie nur emuliert ist).

7. Dezember 2010 15:54 Uhr. Kategorie Technik. Tag , . Eine Antwort.

Elisabeth Rank: Und im Zweifel für dich selbst

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Wer Elisabeth Rank als Bloggerin kennt, dürfte von diesem Debut der Autorin wenig überrascht und doch überrascht sein, denn obwohl der Sound ganz eindeutig der gleiche ist, gelingt ihr das nicht zu unterschätzende Kunststück, ihren sensiblen Stil, der von der Vignette, dem oft hingehauchten und geheimnisvoll-alltäglichen lebt, auf rund 200 Seiten zu strecken, ohne dass es sich nach «Extended Club Mix» anfühlt. Wer die Intensität ihrer Kurzform kennt, den wird nicht verwundern, dass «Und im Zweifel für dich selbst» ebenso sensibel wie wuchtig ist, einerseits fast zerbrechlich, so dass du fast behutsam umblätterst, mit diesem Gefühl von Vorsicht, dass man vielleicht aus Kirchenbesuchen kennt, andererseits brutal in dem Versuch, Gefühl zu kommunizieren.

Durchbrochen von Rückblenden und Vignetten, erzählt Rank eine Art Roadmovie über Tonia (die Ich-Erzählerin) und ihre Freundin Lene, deren Freund Tim bei einem Autounfall gestorben ist und deren Leben verrutscht ist. In diese Coming-of-Age-Struktur ist eine Art Beziehungskrise von Tonia eingewebt, die auf der Reise, im Schutz von schlechtem Handyempfang und Abgeschiedenheit entdeckt, dass sie nicht bei ihrem Freund Friedrich Verständnis und Hilfe sucht, sondern bei Vince. Drum herum webt Rank kleine Erlebnisse und Begegnungen, Miniaturen, die oft alleinstehend stark sind, oft etwas bemüht den generellen emotionalen Tonus des Buches metaphorisch ummanteln und unterstreichen sollen/wollen. Was mitunter schade ist, denn das braucht es kaum. Rank erzählt auch so erfolgreich die Gesichte einer Entrückung, die schwer zu greifen ist. Unwillkürlich erinnert das Buch an Joss Whedons Buffy-Folge, in der die Mutter der Serienfigur stirbt, in der Whedon den Mantel von humorvollem Teenie-Drama-Abenteuer-Fantasy rigoros abstreift und unerwartet eine ernsthafte, phantastisch Lynch-esque Episode produziert, die von schrägen Kameraeinstellungen, surrealem Ambiente und einem tiefen Gefühl der Unwirklichkeit durchzogen ist, als sei die Welt, die Serie als solche, mit dem Tod von Buffy Summers Mutter völlig aus der Bahn geworfen und entglitten. Ähnlich entschieden wirft Rank ihre Figuren aus dem urbanen Alltag und es ist nicht ganz sicher, ob die Autorin wirklich die Flucht an die Küste wählt oder ob sie fast amüsiert beobachtet, dass ihre Figuren diese etwas klischeehafte, dem Kino entliehene «Flucht» als Lösung wählen. Vielleicht muss auch einfach nur etwas passieren, um die Handlung loszutreten, die an sich nur eine Ausrede, ein McGuffin ist, um in die Gefühlswelt von Tonia und Lene einzutauchen, um die Verarbeitungsprozesse der trauernden Freundin und ihres Umfeldes mitzuerleben.

Die eine, verzeihbare, Schwäche des Buches ist, dass es unbedingt etwas sagen will. Einem Debut-Roman, zumal dieser Qualität, darf man ein bisschen Sturm und Drang einfach verzeihen, aber es ist glasklar, dass Rank es eigentlich nicht nötig hätte, so viel Rücksicht auf ihre Leser zu nehmen. Auf verschiedensten Ebenen bemüht sie sich, symbolisch, metaphorisch, direkt und indirekt, Bedeutung zu schaffen, große Gefühle durch Beschreibungen und Simile herbei zu schreiben. Und da Rank phantastisch schreiben kann, gelingt ihr das auch meist. Ihr kurzer, mitunter auch sparsamer Stil, der plötzlich eruptiv-ausufernd werden kann, das glaubhaft wie aus dem Moment geschrieben wirkende, der zwar mitunter etwas an die Neon, aber insgesamt sehr aus der Gefühlswelt heutiger Twens kommende Klang – all das funktioniert wunderbar. Und gerade weil das so ist, würde ich mir manchmal etwas weniger wünschen. Ein Stück mehr Ray Carver oder Amy Hempel, ein Stück Wortdiät (sagt gerade der richtige, ich weiß). Wenn Hempel über das Sterben schreibt, reichen ihr wenigste Zeilen, das nackteste sprachliche Gerüst, um den Leser zu zerquetschen, wenn Carver vom Tod einer eingeschlafenen Beziehung schreibt, reichen drei Striche, eine hingehauchte Skizze, ein scheinbares Nichts an Handlung, um alles gesagt zu haben. Ganz an dieser Sparsamkeit ist Rank nicht, muss sie vielleicht auch nicht sein, wird sie vielleicht auch nicht sein, aber während des Lesens gibt es immer so Stellen wo du denkst: Lass das, das ist zu viel, streng dich weniger an, ich habs ja auch so kapiert. Vielleicht liegt es auch nur daran, dass ich generell mit deutschen Büchern immer etwas probleme habe, sie zu direkt finde, zu aufdringlich – der Filter des Englischen hilft ja manchmal, das kennt man von Liedtexten, Enzensbergers Erkenntnis, dass Love immer noch anders klingt als Liebe, gilt ja nach wie vor. Das alles ist also eine vorsichtige, schwache Kritik an einem Buch, dessen teilweise Angestrengtheit du sofort vergisst, wenn Rank einen dieser phantastischen Sätze raushaut, die einfach völlig perfekt dastehen und die du zwei, dreimal lesen und jedesmal gut finden kannst.

Und im Zweifel für dich selbst ist ein herausragend geschriebenes Buch, das erfolgreich die Episoden und Miniaturen der Blog-Autorin auf die größere Bühne des Romans transferiert und hoffentlich den Auftakt einer Karriere als Schriftstellerin markiert, ich würde nämlich nur zu gerne lesen, wohin es Rank in ihrem fünften, sechsten, siebten Buch treiben mag, wenn sie mit weniger Arbeit den gleichen emotionalen Impact zu erreichen versteht.

11:47 Uhr. Kategorie Buch. Tag . Eine Antwort.

The Black Keys: Brothers

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Man kann auf die Makellosigkeit dieses Albums nicht deutlich genug hinweisen: Nichts an «Brothers» ist verkehrt. Von der Typographie auf dem Cover bis zum letzten Gitarrensound, alles ist makellos, fast atemberaubend perfekt, ohne perfektionistisch zu sein. Patrick Carney und Dan Auerbach gelingt hier ein seltsamer sonischer Sprung aus ihrem Bluesrock-Limbo in einen größeren musikalischen Kosmos – das Album klingt wie ein Meilenstein, wie ein letztes Album eines grandiosen, vergessenen Künstlers, wie ein Echo. Es mag an Produzent Danger Mouse liegen, für den Genresprünge fast eine alltägliche Fingerübung geworden sind, aber selten hat etwas so sehr nach Alternative und zugleich nach tiefsten Deltablues zugleich geklungen, außer vielleicht «It Still Moves», dem herausragend halligem Album von «My Morning Jacket». Aber Danger Mouse hat eigentlich nur einen Track – «Tighten Up» – richtig ernsthaft mitgestaltet, insofern ist es doch anscheinend die Band selbst und Hauptproduzent Mark Neill. Aufgekratzt und zugleich unfassbar lässig bedienen sie sich bei den Beatles, Jimi Hendrix, bei Curtis Mayfield und bei dem modernen Bluesfeeling von Jack White, aber die Mixtur, die dieser Cocktail am Ende ergibt, ist so anders als die Zutaten, dass man nur staunen kann.

Der Sound ist hier tight und dort unendlich weit, hier fuzzboxig und kratzig, dort plötzlich völlig präsent und druckvoll, und das alles ohne Brüche, ohne Kanten, ohne irgendwelche Spuren, wie ein Monolith, der so selbstverständlich dasteht, als wäre dies nicht das sechste, sondern sechzigste Album. Obwohl völlig anders, erinnert es am meisten noch an das grandiose, bis heute unendlich weite «Spirit of Eden» von TalkTalk, das nach über zwei Dekaden noch so relevant und berührend ist wie am ersten Tag. «Brothers» gelingt, auf ganz andere Art, ebenfalls das Kunststück, nach dem wir alle trachten – Kunst zu erzeugen, die sich selbst vergessen hat. Nichts an diesem Album klingt mehr gewollt oder gezielt, alles ist so selbstverständlich, so locker und präzise und zugleich so unhinterfragbar an der richtigen Stelle, dass es wirkt, als sei die Platte genau so aus dem Himmel gefallen. Wo du bei anderen Aufnahmen durchaus mal ins Fragen gerätst, warum diese Gitarre nun jenen Sound hat, warum der Gesang so weit hinten im Mix ist, wieso solche Hallwolken versprüht werden, kommen hier solche Fragen nicht auf – mit traumwandlerischer Sicherheit sitzt jeder Pinselstrich, stimmt jede Farbe, die kleinste Nuance erscheint zugleich durchdacht und wie zufällig eben richtig, ganz unaufgeregt eben da, wo sie hingehört. Es ist die Sorte Selbstverständlichkeit, von der du in deiner Arbeit als Designer nur träumen kannst – diese Form von unscheinbarem Dasein, diese Unsichtbarkeit, die das Zeichen wahrer sublimer Perfektion ist.

Wie die Keys Bandbreite und Klarheit fusionieren, ist inspirierend – das Album klingt stets eindeutig etwas «retro», mal mehr nach Soul, mal mehr nach Glam, mal mehr nach Blues und zugleich ist der Sound hochgradig ehrlich, erdig, unfassbar aktuell und akut. Was Aloe Blacc in die Charts bringt, ist hier von dem Duo aus Ohio mehr als vorweggenommen. Die Musik hat durchweg ein inneres Licht, eine Helligkeit und Energie, die durch die bewusst dreckige Produktion, durch die verzerrten Rhodes und Gitarren, das verhallte Drumkit, hindurch scheint. Es ist, als würdest du ein Album aus den 1960ern hören, das 2050 produziert wurde, eine Klangskulptur, die so offensichtlich Hommage an so viele verschiedene Inspirationen ist, das man keine Sekunde böse sein mag, sondern begeistert über die so vitale Wiedergeburt eines Stils von Rock ist, der zugleich so pur und so offen für neue Einflüsse sein kann. «Brothers» ist nichts weniger als ein Meilenstein einer ohnehin ausgezeichneten Band, ein Album, das völlig zeitlos scheint und sich hoffentlich in 50 Jahren noch ebenso aufrichtig anhört wie heute.   

6. Dezember 2010 20:03 Uhr. Kategorie Musik. Tag . 3 Antworten.

Prince: 20Ten

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Prince ist so einer dieser Fälle. Er hat sie alle überlebt – sogar seinen früheren großen Antipoden Michael Jackson -, aber um welchen Preis? Aus einem Musiker, der an Energie und Genialität kaum zu bremsen war, der ein virtuoser Instrumentalist und herausragender Arrangeur war, der einen feuchten Dreck auf Publikumserwartungen gegeben hat, scheint ein ratlos Suchender geworden zu sein, der nach zig Häutungen und exzentrischen Imagewechseln selbst bei den Zeugen Jehovas keine Antworten gefunden zu haben scheint. Prince Rogers Nelson bleibt ein Geheimnis, das zugleich nach Öffentlichkeit hungert, bleibt ein Kontrollfreak, der sich erfolgreich gegen seine Ausbeutung durch die Plattenindustrie gewehrt hat, aber seit dem Selbstvertrieb auch seltsam unwichtig wirkt, weil die Warner-Hype-Maschine ihn nicht mehr empordrückt.

«His old stuff was better» ist das schlimmste Urteil, mit dem man Künstlern kommen kann, und oft leider auch das wahrste. Es ist insofern vielleicht bezeichnend, dass Prince auf 20Ten – einem gratis als Zeitungs- und Zeitschriftenbeilage vertriebenen Album, das insofern fast eher Promotionmaterial zu sein scheint – bei der Suche nach seinem Sound wieder zurück an die Wurzeln gegangen ist und verdächtig nach «Prince/Dirty Mind/COntrovery/1999»-Zeiten klingt. Inwieweit das selbstironisch oder todernst gemeint ist, darf man sich bei Songtiteln wie «Everybody Loves Me» schon fragen. Klar ist jedenfalls, dass 20TEN eine seltsam fröhliche, für moderne Ohren seltsam einfach gestrickte Platte ist, die für Prince-Verhältnisse fast wohltuend unterproduziert ist. Es scheint fast, als habe auch Herr Nelson festgestellt, dass sein Material in den letzten, ähm, Dekaden, maßlos überproduziert und «bloated» war und sich nach seiner Jugend zurückgesehnt. Aber wie das so ist – you never can go back home again. 20TEN fehlt natürlich die saubeutelige, verschwitzte Funkyness der ersten Prince-Alben und gerade die grandiosen HIts von 1999, Princes erstem großen Durchbruch. Es ist toll, die alten Drumsounds wiederzuhören, die keiner so cool einzusetzen weiß wie Prince, und weiß Gott, 20TEN ist immer noch besser als vieles andere, was Prince in den letzten Dekaden verbrochen hat (mit der seltsamen Ausnahme von N.E.W.S, einem so seltsamen Ansatz, dass er irgendwie schon wieder toll war, weil er nach vorne ging). Es ist nicht allzuviel verkehrt daran, trockene Drums und funkige Gitarren zusammenzubringen, keine Frage. Aber dennoch ist es traurig, wenn jemand mit dem Talent von Prince, der sich eine Zeit lang von Album zu Album dramatisch neu zu erfinden wußte, so schmerzfrei in die eigenen Vergangenheit zurückreist und seinem jüngerem Alter Ego nicht mehr viel Neues zu sagen hat.

20TEN ist der Versuch, eine verlorene Unschuld zurückzugewinnen, aber die Zeiten haben sich geändert. Was in den 80s noch akzeptabel war, klingt heute wenig sportiv, und vor allem ist Prince nicht mehr der Sexy Lover, dem man die Anzüglichkeiten von Songs wie «Lady Cab Driver» sofort abnahm. 1999 war ein grandioses Album mit Höhen und Tiefen, Flügen und Abstürzen, aber es war wenig kalkuliert, es war eine (damals) seltsame neue Art von Funkmusik, die minimal und maximal zugleich war. 20TEN (und es ist sicher kein Zufall, dass Prince sich hier wieder auf eine Jahreszahl bezieht), ist anders als 1999 kein Blick in die Zukunft zu einer Art Futurefunk, sondern ein Blick in den Rückspiegel. Dass bei mit Tracks wie «Begging Endlessly» oder «Sticky Like Glue» durchaus gute Musik herauskommt wirkt umso trauriger angesichts des Eindrucks, hier eine Art verwässerte Fahrstuhl-Musik-Version des Originals in den Händen zu haben, einen retroaktiv entmannten Prince, der Funk ohne Eier und Soul ohne Seele produziert.

16:15 Uhr. Kategorie Musik. Tag . Eine Antwort.

Der Vogel ist tot…

rpl.tif

Unsere Ex-Praktikantin Nina Hubinger macht sich nach langer Erfahrung als Art Directorin für Ogilvy und als freie Designerin jetzt nebenberuflich mit zwei Partnern selbständig und gestaltet T-Shirts. Unter dem irgendwie eher nach einem lokalen Chapter der Bandidos klingenden Namen «Ruhrpottlocals» hat sie aus dem charming Logo des Labels zahlreiche Motive gebaut, die man sich sich schon gern auf die Brust knallen kann und die natürlich auch mal gerne perfekt zu Weihnachten passen. Der auf dem Rücken liegende Vogel ist übrigens der Kanarienvogel, mit dem früher im Bergbau Gaslecks getestet wurden – einerseits also sicher ein wenig freundliches Tierexperiment, andererseits ein echter Lebensretter. Wer immer noch nicht weiß, was er OpaOmaTanteOnkelSchwesterBruderNichteCousineLebenspartner unter den Weihnachtsbaum legen soll, kriegt mit den Shirts von Nina vielleicht seinen ganz eigenen Lebensretter unter den Weihnachtsbaum, auch ohne Gasgeruch. Bei allen Bestellungen vor Weihnachten gibt es 20% Rabatt und Versand ohne Extrakosten.

Mehr Infos gibt es hier: http://www.ruhrpottlocals.de/

15:04 Uhr. Kategorie Stuff. Tag . Keine Antwort.

Unkle: Where Did the Night Fall?

hd schellnack

Es ist natürlich etwas müßig, bei jeder der seltenen Unkle-Veröffentlichungen darauf hinzuweisen, dass hier die irrlichternde Energie von Psyence Fiction nicht wieder erreicht wurde – James Lavelles Projekt ist ohne DJ Shadow inzwischen einfach eine solide Sache geworden, mit relativ berechenbarem Sound, der groovy und tight und etwas triphoppy daherkommt, den Gang meist im mittleren Tempo, immer etwas cinemascopig. Gespickt mit Gastauftritten (allerdings etwas weniger prominent als sonst bei Unkle) schwingt das Album psychedelisch irgendwo an der Grenze von elektronischer und akustischer Musik und scheint sich einen Dreck um Trends zu kümmern – das fünfte Album klingt nicht selten wie Never Never Land von Anfang des Jahrzehnts, erreicht aber auch eine Qualität, wie man sie vielleicht eher bei ProgRockern wie Porcupine Tree erwarten würde, allerdings ohne den letzten Schliff Härte, mehr an Smoothness als an Kontrasten interessiert. Es ist ein sehr elegantes, mitunter vielleicht einen Hauch konturloses Ergebnis.

Wenn man so will, ist »Where Did The Night Fall» ein Designprodukt, konzeptionell zusammengestellt, mit einem handverlesenen Team von Freelancer-Söldnern zusammengesetzt, jede Note, jeder Effekt, jede Stimmung mit sorgfältiger Präzision umgesetzt. Und wie das bei Design so ist, manchmal wirkt das Ergebnis einen Hauch zu berechenbar, zu clean, zu «designed» eben. Es gibt bei Unkle keinen Raum für den Zufall, glücklich oder fatal, alles hat einen dezenten Hautgout von Reißbrett-Musik. Wenn da bei «Follow me down» etwas Björk-Feeling aufkommt, dann ist das eben keine spontane Sache, sondern genau so und nicht anders gewollt. Jeder Ton, jede Abschweifung klingt architektonisch konstruiert. Es ist aber die Stärke von Lavelle, diesem Perfektionismus nicht den Spaß an der Sache zum Opfer werden zu lassen – «Where Did The Night Fall» klingt für Unkle-Verhältnisse ungewöhnlich tight, fast live-tauglich, und upbeat, wenn auch «fröhlich» sicher noch weit entfernt wäre. Aber greifbar ist dennoch, dass der Studioprofi und Soundtüftler anscheinend Lust auf den Dreck, die Spontaneität einer Live-Besetzung hat, auf Momente, die nicht im Computer (de)konstruiert sind. Und dieser Hunger nach dem Unplanbaren tut dem Album gut, auch wenn man einem herausragenden Song – wie ihn fast jede bisherige Unkle-Veröffentlichung hatte – etwas vergeblich sucht. Experimentell, oft ausschweifend, aber bei aller Trippigkeit immer konzentriert und lässig-gekonnt. So zeigt das fünfte Album Unkle gereift, vom Studiohobby-Projekt zu einer Quasi-Band, mit einem Sound, der wie bei vielen «reifen» Bands dann eben auch ein wenig kantenloser ist, entspannter. Man merkt, dass Lavelle sich selbst nichts mehr beweisen muss – und auf dieser Basis kann man natürlich recht solide ein feines Stück Popmusik drechseln.

4. Dezember 2010 17:22 Uhr. Kategorie Musik. Tag . Eine Antwort.

Slippery when wet

02:04 Uhr. Kategorie Photos. Tag . Keine Antwort.

GUM

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Es liegt schon eine ganze Weile, inzwischen etwas zerlesen, auf meinem Schreibtisch und obwohl Daniela es schon vor einer ganzen Weile photographiert hat, komme ich erst jetzt dazu, es vorzustellen, dafür aber umso überzeugter: Das GUM-Magazin der FH Bielefeld ist in der elften Auflage unter der Führung von Dirk Fütterer komplett überarbeitet und zu einem über 200 Seiten starken Portfolio mutiert ist. Von einem Magazin darf man kaum reden – auch wenn ja alle FH-Lookbooks sich so nennen -, es ist vielmehr eine Reise durch photographische und gestalterische Arbeiten der letzten Jahre, auf den inzwischen etwas unvermeidlichen rosa Kopierpapier-Look-Seiten von Text begleitet, ansonsten aber primär visuell, der begleitende Text zu den Arbeiten ist entlang der Lesbarkeitsgrenze versteckt.

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Das etwa A4 große Paperback ist natürlich traumhaft schön anzusehen, arbeitet es doch größtenteils mit atemberaubend gelungenen Photomaterial, dass die drei Designer frei flottierend auf den Seiten verteilen, über den Rand laufen, auf die folgende Seite umschlagen lassen. Das offen schwimmende ist Gestaltungsprinzip der GUM, und es schafft den selten Sprung, dass man die Gestaltung einer reinen Portfolio-Publiktation an sich überhaupt wahrnimmt. Mitunter ist das begeisternd, wenn man als Leser das Gefühl bekommt, sozusagen auf einer unendlich großen Leinwand herumzukrabbeln, die nur für die Publikation zerschnitten wurde. Ein Effekt, der absolut neugierig auf das macht, was da oben und unten am Rand «verschwindet». Manchmal, keine Frage, kann es aber auch nerven, wenn das Design so offensichtlich vor den Inhalt tritt und sich vielleicht einen Hauch zu wichtig macht, oft auch auf Kosten der Präsenz der Materialien, die in dem großzügigen und zugleich doch unruhigen Weißraum oft nicht richtig wirken, mehr Ruhe hätten gebrauchen können. Das Design wirkt insofern einen Hauch zu zeitgeistig, diese kleinen schwimmenden Bilder, die pinken Seiten, vermeidet aber die wirklich krassen Nachäffereien und schafft alles in allem einen enorm wertigen Auftritt durch das feine Papier, die zurückhaltende Typographie und das unruhige Raster, das das sehr heterogene Material eben einen Hauch «gleicher» wirken lässt und auch den ansonsten schwierigen Bruch zwischen Photoarbeiten und Designarbeiten sehr gut abfedert, eine Technik, die es ja zum Teil auch schon in der Bielefeld-Publikation «Gibt es die Welt auch ohne Mich» gab, allerdings von größeren Aufnahmen durchbrochen.

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Es ist manchmal erschreckend – und beflügelnd – welchen Unterschied eine einzige Person an einer FH, in einem Fachbereich, machen kann. An allen FHs, die ich so kenne, gibt es diese ein oder zwei oder drei Dozenten und den dazu gehörenden Kreis engagierter Studenten, die Projekte anschieben, die auf der Höhe der Zeit in Sachen Design denken, die wirklich gute Sachen anschieben. Und plötzlich entstehen da Publikationen, Veranstaltungen, Projekte, Workshops und die FH, die du vorher vielleicht nie auf dem Radar hattest, produziert in Kette beachtenswerte Sachen und wirklich gute Designer, die ohne Frage einen Footprint hinterlassen werden. Fütterer – zumindest wirkt es so auf mich – ist so einer von diesen Leuten, einer dieser Katalysatoren, der als Professor an der FH Bielefeld sogar fast beschwingter und leichthändiger, essentieller, wirkt als in seinen eigenen Arbeiten als Designer, als würde die Loslösung von einem konkreten Kunden in ihm frische Energien freisetzen, entfesseln. Es macht Spaß, diesem Prozess von Energiegewinnung in der GUM zuzuschauen, die Fütterer nach sechs Jahren Dornröschenschlaf wieder wachgeküsst hat. Ich jedenfalls freue mich auf die weiteren Ausgaben!

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3. Dezember 2010 18:55 Uhr. Kategorie Design. Tag . Keine Antwort.

Die unvermeidlichen Hafenphotos

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2. Dezember 2010 15:53 Uhr. Kategorie Photos. Tag , . 2 Antworten.

Frágil

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14:04 Uhr. Kategorie Photos. Tag . Keine Antwort.

ChkChkChk: Uebel und Gefährlich Hamburg

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Es ist winterlich kalt in Hamburg und das Ambiente des Uebel & Gefährlich ist auch nicht gerade tropisch-warm, sondern wirkt eher einem dystopischen Gefängnisfilm entsprungen – und vielleicht ist das der Grund, warum die New Yorker bei diesem Gig seltsam verkühlt wirken, vielleicht liegt es auch an den teils tragisch bedingten Umbesetzungen der letzten beiden Jahre, die sicherlich eine Auswirkung auf den Sound von ChkChkChk haben dürften. So oder so, gemessen am Kölner Konzert von 2007 wirkt die Band verhalten, es ist fast symbolisch, dass Nic Offer Shirt und Hose anbehält, und auch ansonsten scheint er eher das Partyanimal zu spielen als es wirklich zu sein. Er flirtet ein bißchen mit einem bauchfreien Groupie in der ersten Reihe, der er einige Tanzschitte zeigt, er posiert wie der junge Jagger, er springt über die Bühne, er macht die Publikums-Anheizer-Sprüche, aber es wirkt etwas routiniert, unecht. Was vielleicht verständlich ist, wenn man sich den Tourplan der Band ansieht, die nahezu pausenlos auf wirschem Kurs durch Europa tourt – wer bei dem Programm und mit so wenigen Offdays noch aufrichtig spontan auf der Bühne ist und nicht bloß «funktioniert» muss übermenschliche Energiereserven haben. Entsprechend fehlt es an den ekstatischen Momenten, denen die Energie aus allen Poren strahlt – diese explosiven Steigerungen, in denen die Band ursprünglich mit unfassbarer Geduld das letzte Prozent Kraft aus ihren ProgressiveFunk-Nummern melkt.

hd schellnack

Aber auch mit 75% haben die !!! genug Power, um die frierenden Hamburger auf die Tanzbeine zu bringen und den dreiviertelvollen Raum ins Schwitzen zu bringen. Wer es nicht besser kennt, dürfte trotzdem mehr als zufrieden den Saal verlassen – die einzig wirklich maue Nummer war die letzte Zugabe, die schon eine gewisse Kehraus-Qualität hatte, ansonsten ist jeder Track Uptempo, trocken und minimalistisch nach vorn geprügelt, belebt von den psychedelischen Gitarren von Mario Andreoni, die zu den bemerkenswertesten Features dieses Konzertes gehörten. Andreoni schraubt sich mit Delay und Effekten zu einer phänomenalen Funk-Schrammelei hoch, die mal an New Order, mal an Niles Rogers erinnert und in den besten Momenten den Sound mühelos dominiert.
Es mag daran liegen, dass vor dem Konzert eigentlich nahtlos die Talking Heads liefen – aber tatsächlich fällt bei dem Konzert auf, wie sehr sich !!! Elemente des Sounds von David Byrne & Co aufgreifen und sich zu eigen machen. Wo die Talking Heads aber unterküht und intellektuell daherkommen, abstrakt und nicht selten kopflastig, fusionieren !!! das zackige Bassgerüst der Heads, die schwirrenden Gitarren und den fast körperlosen Gesang zu einer Art Indie-Funk, der mitunter wenig Bandbreite bietet, selbstähnlich bleibt, aber deutlich mehr für die Tanzfläche geeignet ist. Daran, dass draußen der Schnee rieselt, denkt in diesen zwei Stunden jedenfalls keiner, auch wenn der Schweiß nicht so von der Decke tropft wie man es von Chks bisher kannte.

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11:39 Uhr. Kategorie Live. Tag , . Keine Antwort.

Ü

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Nichts geht über Handwerk.

11:24 Uhr. Kategorie Design. Tag , . Eine Antwort.

Keith Jarret / Charlie Haden Jasmine

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Als relaxtes Kamingespräch unter Freunden darf man sich «Jasmine» vorstellen – wobei diese Freunde zwei der besten, altgedientesten Jazzgrößen sind, die sich seit inzwischen 40 Jahren kennen. Entsprechend klingt «Jasmine» nach gutem Wein oder Whiskey, vielleicht aber auch nach MIlchkaffee und Chai-Tee – jedenfalls entspannt, gemütlich, ein Dialog von zwei Musikern, die sich unaufdringlich die Bälle zu werfen, die sich nichts zu beweisen haben. Obwohl Jarrett schon vom Instrument her natürlich dominanter ist und beherzt und oft bei aller Flüssigkeit auch mit kleinen Kantigkeiten frei improvisierend durch die Standards tanzt, begleitet von einem leicht atonalen Gould-esquem «Gesang», schafft erst Haden mit seinem melodischen, unfassbar stoischem Bass ein Fundament für Keiths Wanderungen. Es ist tatsächlich so, wie die kongenial-minimalistische Zeichnung auf dem Cover suggeriert – zwei Felder, die nicht so einfach sind wie sie auf den ersten Blick scheinen mögen, eine große Schnittmenge, aber auch Bereiche, die außerhalb dieser Gemeinsamkeit liegen, und die nicht minder spannend sind. Jarrett, der depressive Freigeist und Haden, der in den letzten Jahren ja häufiger den samtigen, sanften Tönen entgegen neigt, laufen auch oft auseinander, scheinen in Diskurs zu geraten, um dann plötzlich wieder aufs wunderbarste zusammenzufinden, ineinander zu münden. Im Gegensatz zum Piano erweist sich der Bass selbst in Meisterhänden wie denen von Charlie Haden nur bedingt als langfristig spannendes Soloinstrument, und so ist es natürlich in erster Linie ein Piano-Album, aber Haden bekommt viel Freiraum für eigene Wanderungen, die Jarrett nur mit einigen hingehauchten Akkorden begleitet. Bei weniger stellaren Partnern würde das Album nicht selten sicher mit dem Bauch am Seichten entlangschrappen, aber den beiden Veteranen gelingt das Kunststück, einen offenen, leicht zugänglichen Jazz zu zaubern, der mitunter nach Bargeklimper klingt, es aber nie wirklich ist, der handwerklich famos, nahezu symbiotisch funktioniert. Das Ergebnis ist ein für Jarretts Verhältnisse beschwingt-leichtes Album, das fast schwerelos zu sein scheint.

10:10 Uhr. Kategorie Musik. Tag . Keine Antwort.


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