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Vernacular Type

27. August 2009 22:35 Uhr. Kategorie Stuff. Tag , , . Eine Antwort.

RUN LIKE HELL

19:51 Uhr. Kategorie Photos. Keine Antwort.

HOCHHAUS

15:17 Uhr. Kategorie Photos. Eine Antwort.

Weil es in der Stadt kein Besteck gibt

26. August 2009 16:23 Uhr. Kategorie Stuff. Tag , . 6 Antworten.

Meta Ikea II

Und noch ein schöner Eigenkommentar zur Sparschrift Verdana im neuen Ikeakatalog. Wie Thomas gerade so schön sagte, sieht der Katalog insgesamt auch von der Kindenansprache nun so aus wie irgendein beliebiger Billigdiscounter. Ob das klug ist, die Balance aus Preisargument und Designmarke aufzugeben und nur noch BILLIG zu kommunizieren?

11:06 Uhr. Kategorie Stuff. Tag , , . Keine Antwort.

Meta Ikea

Schöner Metakommentar im IKEA-Katalog.

10:59 Uhr. Kategorie Stuff. Tag , , . 2 Antworten.

St. Atmos

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Sascha Timplan von Stereotypes.de hat bei Myfonts.com seine erste eigene Schrift online – die St. Atmos, eine im besten Sinne etwas an einige Arbeiten von Underware erinnernde (im Sinne von Funkyness) Displayschrift, die gut ausgebautist und sicher nicht für die Steuerkanzlei Müller geeignet ist, aber mit ihrer dreidimensionalen, fluffigen Art gefällt und mit ihren markanten Inktraps eine leicht punkige Selbstsicherheit zeigt, die leicht ballonig ist und trotzdem klar bleibt, sehr markante Buchstabenformen hat. Gibt’s hier für 29$.

(Und ja, wer mir eine Schrift schickt, vor allem, wenn es dazu noch so ein schönes PDF-Büchlein gibt… der wird hier auch vorgestellt, so einfach ist das :-D).

25. August 2009 20:13 Uhr. Kategorie Design. Tag . 2 Antworten.

ON THE WALL

19:52 Uhr. Kategorie Stuff. 4 Antworten.

Typewriting

19:33 Uhr. Kategorie Arbeit. Tag . Keine Antwort.

Tori Amos: Legs and Boots Montreal

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Man kann über Tori Amos denken, was man will, aber extravagant ist die Dame. Während ihre Studioalben in letzter Zeit etwas orientierungslos wirken und sich in seltsamen erzählerischen Experimenten verlieren, beweist Amos mit diesem Live-Experiment zu ihrer 2007er American Doll Posse-Show, wie schön man als (arrivierter) Musiker mit Formaten spielen kann, wenn man sich erlauben kann nicht nur kommerziell zu denken. Die Bootleg-Idee vergangener Zeiten auf das digitale Zeitalter übertragend, hat Amos bereits wenige Stunden nach ihren Shows in Kanada und den Vereinigten Staaten, exzellente Liveaufnahmen als MP3 verfügbar gemacht. Die gesammelten Alben sind – mit verschiedenen Coverzeichnungen, die die verschiedene von Tori miterdachten semi-mythologischen Figuren der American Doll Posse darstellen – unter anderem bei iTunes verfügbar. Da jede der Figuren das Konzert mit anderen Songs eröffnet, ist dabei durchaus auf den verschiedenen Alben für Abwechslung gesorgt, so dass die Idee multipler Liveaufnahmen auch für Leute Sinn macht, die nicht Konzerterinnerungen wollen oder Amos-Sammelfanatiker sind. Die Band um Tori Amos – Dan Phelps an der Gitarre, Jon Evans am Bass und der stets grandiose Matt Chamberlain an den Drums – zeigt sich mehr als spielfreudig und setzt die neuen wie die alten Songs punktgenau um. Wie schon auf dem Live-Teil von Venus and Back, strahlen manche Songs live wie neu poliert im Vergleich zu den alten, oft zu sterilen Produktionen, wirken weniger statisch, sondern werden von den drei herausragenden Livemusikern jazz-poppig aufgeladen und zur Perfektion geschliffen. Mitunter fällt live auf, im schlichteren Arrangement und ohne die Möglichkeiten von Studioproduktion, dass Amos kompositorisch relativ gleichförmig arbeitet und auch als Sängerin bei allen Atemtechnik-Tricks und Stimmsalto-Gimmicks doch stets recht selbstähnlich singt und insofern zwischen den rund 23  Tracks gern auch mal etwas Gemächlichkeit aufkommt. Dennoch erinnert Legs&Boots daran, warum Tori Amos eine Ausnahmekünstlerin ist, die einer Björk in Sachen Stimme, Exzentrizität und Kreativität kaum nachsteht – vor allem, wenn sie so wie hier die Balance zwischen ihren eher intimen Nummern und größeren, lauteren Arrangements so gelungen hinkriegt.

09:47 Uhr. Kategorie Musik. Tag . Keine Antwort.

Late of the Pier: Fantasy Black Channel

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Die vierköpfige britische Combo um Sam Eastgate bringt auf ihrem Debutalbum einen epischen Cocktail aus jedem, aber wirklich jedem nur denkbaren Einfluss. Als ginge es darum, das definitive postmoderne Album rauszuklotzen, wird von Gary Newman bis Queen alles wegzitiert, was nicht bei 3 auf den Bäumen ist, und zu einem seltsamen Gemisch aus Britpop und Electro püriert, der hysterisch und verschroben wirkt. Nicht von ungefähr erinnert das punkigtrashige Gitarren-Synth-Gebräu etwas an die Klaxon, ist aber deutlich nervöser, collagierter, zappt hyperaktiv von einer Idee zur nächsten und ist dabei so voller exzellenter Momente, dass man das Album ohnehin mehrfach hören muss, zumal in der Produktion permanent winzige Details versteckt sind, die sich bestenfalls über Kopfhörer extrahieren lassen. So verwandelt sich der NewWave-Sound der bereits bekannten Single Space and the Woods im Cenzo Townshend Mix zu einer schnelleren, härteren Dancepunknummer vom feinsten, der letzte Track Dose A erinnert an eine Art deutlich härtere The Faint, eine fast pure dreckige Rocknummer, Bathroom Gurgle lässt alte Nik Kershaw-Erinnerungen aufkommen, The Enemy are the Future erinnert ein wenig an goldene Roxy-Music-Zeiten, Focker ist einfach nur musikalischer 8-bit-Wahnsinn, das Instrumental VW ist das gitarrenlastige Gegenstück und klingt nach der Titelmelodie einer nie gedrehten MTV-Serie, Random Firl ist Schunkel-Britpop, Broken ist eine fast dreiste Math-Rock-Kopie, Hot Tent Blues klingt nach Queen via Chemical Romance und so weiter. Es mag auf diesem Album wenig ganz eigene Ideen geben, aber selten hat eine Band so im Sinne von Tarantino ihre Einflüsse zugleich offen gelegt und doch weiterentwickelt. Fantasy Black Channel klingt dadurch seltsamerweise sehr wenig nach einer Band, sondern wie eine Compilation, auf der wie zufällig der Gesang immer ein wenig gleich bleibt, eine Compilation, die mal tanzbar, mal atemberaubend schön, mal abwegig wirsch wird, aber immer makellos bleibt. Wo die Klaxons noch Durchhänger hatten, ist Late of the Pier in jedem Song auf der Höhe, leichtfüssig durch die Genre hüpfend und doch stets mit der Hand an der Gurgel des Zuhörers, der mit wummernden Bässen, verschlungenen Melodien, Uptempo-Beats und Eastgates mal falsettigen mal fast atemlos-tonlosen Gesang gefügig gemacht wird. Es ist eine pornographische Platte, auf der die Band fast gnadenlos zeigt, was sie kann, sich ausbreitet, sich überproduziert und sich keine Sekunde zurücknimmt, von einem Highlight zum nächsten hechelt, ein Album mit dem die Band den durch die zuvor erschienen EPs bereits angemeldeten Anspruch auf eine der spannendsten UK-Neuerscheinungen definitiv zementiert. Man darf gespannt sein, wie man diesem 2008er Debüt noch eine zweite CD folgen lassen will, was es hier noch hinzuzufügen geben kann, zumal man sich eine so seltsame, ausgedehnte Produktion wohl kaum noch wird leisten können… aber 2009 soll ja das zweite Album bringen und man darf gespannt sein. Fantasy Black Channel jedenfalls darf getrost als Meisterwerk gefeiert werden, lässt seine NuRave-Wurzeln weit hinter sich und präsentiert eine der besten Bands der letzten Jahre.

07:44 Uhr. Kategorie Musik. Tag . 2 Antworten.

Schleuse

23. August 2009 17:12 Uhr. Kategorie Photos. Tag , . Eine Antwort.

Zeitungen

10:06 Uhr. Kategorie Photos. Tag . Keine Antwort.

Invaders

01:13 Uhr. Kategorie Photos. Tag . 3 Antworten.

Wahl

22. August 2009 15:48 Uhr. Kategorie Photos. Tag . Keine Antwort.

Lampe

21. August 2009 21:06 Uhr. Kategorie Photos. Tag . Keine Antwort.

Zevrix PDF Checkpoint Public Beta

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Zevrix Solutions, von denen unter anderem auch sinnvolle Indesign-PlugIns wie InPreflight und BatchOutput stammen und die mit LinkOptimizer eine Automatisierung für Bildumrechnung in Indesign anbieten, bieten auf Ihrer Site derzeit gratis zum Download die Beta ihres PDF-Preflight-Tools Checkpoint an.

Auf den ersten Blick leistet Checkpoint keineswegs mehr als der eingebaute Preflight von AdobeAcrobatPro, ganz im Gegenteil – Acrobat hat deutlich mehr Abfrageoptionen und kann die PDF tiefer durchleuchten und sogar automatisiert Fehler beheben, wenn man sich die Mühe macht, die Preflight-Profile ordentlich zu konfigurieren und optimieren.
Dennoch liefert Checkpoint auf die wichtigsten Fragen – Schriften, Links, Farbräume und Auflösung – schnell und übersichtlich eine Antwort, zeigt eventuell falsche Bildelemente visuell an, so dass man sie schnell in Indesign ausfindig machen kann, ist batchfähig und kann mit einem einzigen Klick PDFs durchleuchten. Eigene Profile sind schnell angelegt und schneller/einfacher als Acrobat ist Checkpoint allemal, auch wenn er Problemfelder wie Transparenzen bisher nicht anzeigt, also nicht ganz so wasserdicht ist wie der Acrobat-eigene Preflight, der allerdings auch oft auch so komplexe Ergebnisse zeigt, dass ein Laie damit überfordert ist.

Die fertige Version soll zudem automatisiert je nach Ergebnis der Prüfung Dateien in entsprechende Ordner weiterleiten können, PDF teilen und Bilder entnehmen können.

Wer die Beta herunterlädt und sich als Betatester registriert bekommt 50% Rabatt auf die finale Version.

10:02 Uhr. Kategorie Design. Tag . Keine Antwort.

5

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09:47 Uhr. Kategorie Photos. Tag , , . Keine Antwort.

Schuhe

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07:47 Uhr. Kategorie Photos. Tag . Keine Antwort.

Suzanne Vega: Beauty and Crime

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Suzannes Vegas achtes Studioalbum hat fast sechs Jahre gebraucht, um zu entstehen. Eine lange, offenbar von persönlichen Umbrüchen geprägte Zeit, die man dem Album einerseits deutlich anhört, die sich in Klarheit und Zielstrebigkeit auszudrücken scheint, die andererseits spurlos an Vega vorbeigegangen zu sein scheint, deren Stimme und Songwriting unverändert wirken. Mit einem an Wild Thing erinnernden Riff eröffnet das Album für Vegas Verhältnisse recht Uptempo mit dem rückblickenden Zephyr&I, und der Opener setzt den durchaus poppigen Takt für den Rest des Albums, das mit Band und Streichern etwas dicker produziert klingt als Songs in Red and Gray von 2001, das Vega mehr zu ihren Anfängen zurückführte. Beauty & Crime wirkt dagegen poppiger, offener, optimistischer. Vega hat über die Jahre bewiesen, dass ihr musikalischer Kosmos relativ eng begrenzt ist, ist stets ihren Singer/Songwriter-Wurzeln treu geblieben und dieses Album ist keine Ausnahme – die Songs klingen bereits beim ersten Hören vertraut, weil man Vegas Harmoniefolgen und Gesangsphrasierungen einfach kennt – und es ist fast verblüffend, wie unverändert jung ihre Stimme klingen kann. Für eine zwanzig Jahre überspannende Karriere fast überraschend, im Guten wie im Schlechten, dass sich ein Künstler so wenig experimentell weiterentwickelt, sondern klar innerhalb bestimmter Parameter operiert. Die Produktion umgarnt ihre simplen Gitarrenmelodien mal etwas poppig, mal entspannt jazzy (Pornographer’s Dream), mal balladig (Anniversary) und mal sehr pur (Obvious question, Edith Wharton’s Figurines). Beauty&Crime reiht sich nahtlos in die Kette relativ selbstähnlicher, aber jeweils immer wunderbarer Alben von Vega ein,ohne bemerkenswerte Ecken und Kanten, ohne Lieder, die man sofort und für immer im Ohr hat, aber durch die Bank absolut hörenswert, sauber produziert und mit einer der schönsten Stimmen der Popbranche, die hier nah und unverfälscht zeigt, dass sie scheinbar alterslos und ganz selbstverständlich hohe Qualität halten kann, ihre Geschichten und kleinen Beobachtung immer noch perfekt erzählen kann. Vega legt hier ein seltsam kuscheliges Album vor, das vertraut klingt, aber nicht langweilig oder völlig berechenbar, das ein wenig kantenlos wirkt, aber keineswegs routiniert rausgehauen, ein Album, das seltsam nach einer in der Mitte angekommenen Suzanne Vega klingt, nicht ganz pur auf Gitarre reduziert, aber auch nicht so hochgeschliffen produziert wie Nine Objects of Desire. Jedes Album von Vega ist Teil eines Gesamtkanons, in dem bestimmte Elemente, Melodien, Brüche und Motive immer wieder auftauchen – und was ich bei vielen anderen Musikern langweilig oder ideenlos fände, macht bei Vega enorm Sinn, da von alten Songs wie Freeze Tag bis zu neuen Sahcen wie Bound die Musik nur Begleitung der halb gesungenen, halb gesprochenen Texte ist. Vega ist eine der wenigen Ausnahmen von Musikern, von denen ich das mehr oder minder immer nur minimal variierte Lied immer und immer wieder hören kann.

07:14 Uhr. Kategorie Musik. Tag . Keine Antwort.

Feld

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06:09 Uhr. Kategorie Photos. Tag , . Keine Antwort.

Gelb

20. August 2009 22:56 Uhr. Kategorie Photos. Tag , . Keine Antwort.

Flugzeug

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19:50 Uhr. Kategorie Photos. Tag , , . Eine Antwort.

Baum

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18:30 Uhr. Kategorie Photos. Tag , , , . Keine Antwort.

Yvo

16:46 Uhr. Kategorie Photos. Tag , . Keine Antwort.

Radar

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Es ist eigentlich ganz interessant, dass ein im Internet längst normaler Kreislauf von zunehmenden Sicherheitsmassnahmen und darauf reagierenden Hacker-Gegenschlägen, gefolgt von mehr Sicherheitsmaßnahmen, gefolgt von neuen Hacker-Kontrareaktionen, inzwischen auch in den Alltag träufelt. In Zeiten, in denen Politik zugleich immer weniger starke Legitimation in der Bevölkerung genießt – abnehmende Wahlbeteiligung und die aktuelle Welle von satirischer Politik-Imitation (Die Partei, Schlämmer, Vera Lengs… oh, die ist echt, oder?) sprechen für sich – zugleich aber immer akuter auch in das Privatleben eingreift (wie etwa beim Rauchverbot), ist dieser Zyklus von Obrigkeitsverhalten und einer Underground-Bürgerreaktion nur zwangsläufig.

Die nächste Runde läutet der Staat gerade ein. Nachdem immer mehr Radar-POI-Warner und Überklebe-Aktionen die bestehenden Radarfallen zwar nicht völlig ineffektiv machen, aber zumindest weniger lukrativ, kommt nun eine neue Generation von stationären Radarfallen, die nicht mehr nach Starenkasten aussehen, sondern für den Fahrer fast unsichtbar bleiben. Gekoppelt mit Blitzen, die für das menschliche Auge nicht mehr wahrnehmbar sind (und so nachfolgende Fahrer nicht gewarnt sind), haben wir hier die nächste Stufe in der Kontrolle des Fahrverhaltens der Bürger durch den Staat, die zunehmend ein Misstrauen des Staates gegen seine Subjekte zum Ausdruck bringt, das nicht von ungefähr an George Orwells Dystopie einer perfekten Überwachungsgesellschaft erinnert.

Es ist natürlich nur eine Frage der Zeit, bis auch diese kaum noch als Starenkästen zu bezeichnenden Fallen, die sich nahtlos ins Stadtbild oder Leitplanken einfügen, gekontert sind, durch aktualisierte Karten und durch «Hacker», die auch hier mit Sprühkannen und Kleber die Optiken ausschalten. Es ist fast absehbar, dass irgendwann statistisch jeder Kilometer Autobahn überwacht wird – und zugleich eine aufgebrachte Schar Autofahrer jeden zweiten Kilometer attackiert. Wie sinnvoll diese Moebiusschleife für beide Seiten im Endeffekt ist, sei mal dahingestellt. Interessant ist aber, dass der Staat anscheinend so wenig Konsens für seine Legislative findet, dass die Exekutive zu immer extremeren Methoden greifen muss, um die Gesetze zu forcieren. Wäre es nicht sinnvoller, Gesetze mit der Gesellschaft auszuhandeln, die allgemein auf ausreichend Einverständnis treffen, dass Länder und Kommunen nicht de facto sogar recht gezielt Geld daran verdient, dass die Bürger fast notorisch gegen die Vorgaben verstoßen?

15:35 Uhr. Kategorie Stuff. Tag . 4 Antworten.

Mascha Artz: Vegan NYC

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Für ihr Diplom hat Mascha Artz die persönliche Leidenschaft zum Thema gemacht und sich in New York mit einer Wohngemeinschaft befasst, die jenseits aller Klischees vegan lebt. Maschas analog gemachte s/w-Photos lassen uns unverstellt und ohne das Feeling inszenierter Photographie einen Blick ins urbane Leben werfen.

13:16 Uhr. Kategorie Design. Tag , . Keine Antwort.

Test Spica


12:34 Uhr. Kategorie Photos. Tag . Keine Antwort.

Metric: Fantasies

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Perfekte, radiotaugliche Popmusik ist offensichtlich das Ziel von Metric auf dem vierten Studioalbum nach dem Soloerfolg von Emily Haines, und dieses Ziel erreicht die Band mit erschreckender Zielsicherheit. Weniger krachig als zuvor, glatter ber nicht konturlos glatt produziert, zugeschnitten auf die Stärken der Sängerin bringt das Album mit Help I’m Alive einen der besten Strophenaufbau des letzten Jahres (auch wenn der Refrain leider nicht mit der Gewalt der Strophe mithalten kann), und auch ansonsten eine schnell in die Füße gehende Mischung aus Elektronik und Gitarren (Satellite Mind), der es zwar am letzten Druck fehlt, die aber durch den mal naiven, mal lasziv-androgynen Gesang von Haines immer hervorragend geprägt ist. Die charmanten Analogsounds verleihen den Songs Wärme und Tiefe (Twilight Galaxy) und unterstreicht zugleich den leichten New-Wave-Touch des Albums. Wie so viele Bands verlieren Metric von Album zu Album mehr von ihrer ursprünglichen rohen, ungeschliffenen Authentizität und werden mehr und mehr zu einem Design-Produkt, das Stück um Stück optimistische Uptempo-Songs herausperlt. Einerseits ist es ein bisschen traurig, die Band so forciert in Richtung kantenlosen Pop marschieren zu sehen, andererseits ist Fantasies einfach ein niedliches Album, bei dem mich meist nur die Gitarren etwas nerven, die Platte hätte eigentlich einen Hauch besser mit Sundays-Artigen synkopischen Delay-Gitarrenspinnweben geklungen statt den etwas stumpfen Stadionrock-Riffs, die uns James Shaw auf die Ohren drückt. Alles in allem sind Metric mit diesem Album auf dem Weg zum Top-Ten-Act, und man hat fast Angst, dass das nächste Album dann endgültig nach Cardigans oder Texas oder anderen Poprockgirlbands klingen kann. Wie es ist, zeigt Fantasies aber eine Band am Tipping Point zwischen Indiebefindlichkeit und gefälliger Popmusik – und es gibt nun wirklich schlimmeres, als genau an dieser so diffizilen Bruchstelle ein fast durchgehend schönes Album vorzulegen.

10:12 Uhr. Kategorie Musik. Tag . Keine Antwort.

Comics are for Kids

07:45 Uhr. Kategorie Stuff. Tag , . Eine Antwort.

Gute Nachricht für Sportbegeisterte

Nudeln machen nicht dick.
Ansonsten schön zu sehen, dass der Art Director diesmal mit der Trikotnummer FAST kreativ war (321 statt 456). Stets liebenswert bei Photos dieser Art ist die erstickende Trostlosigkeit der Küche, bei der irgend jemand aus der Agentur beim Shooting dann als Notlösung etwas halbtote Küchenkräuter in eine Schale steckt, damit man die seelenlose Tristesse des Aufbaus nicht so bemerkt.

07:39 Uhr. Kategorie Stuff. Tag , . 2 Antworten.

Wenn Textern nichts mehr einfällt…

… hilft nur noch eine schöne Prise Tautologie.

07:31 Uhr. Kategorie Stuff. Tag , . 3 Antworten.

8 Frames

19. August 2009 22:13 Uhr. Kategorie Photos. Tag . Eine Antwort.

Crash

21:50 Uhr. Kategorie Photos. Tag , . Keine Antwort.

Rot

21:47 Uhr. Kategorie Photos. Tag , . 2 Antworten.

Zu verschenken 30

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Das vorletzte Giveaway bringt einen Klassiker zum Gestaltungsraster, dem man seine Quark-Xpress-Zeit etwas anmerkt, der aber zur Einführung in das Thema immer noch okay ist.

Wer mir bis Montag das schönste Photo fürs Blog per Mail zuschickt, kriegt das Buch.

07:50 Uhr. Kategorie Stuff. Tag . Keine Antwort.

Zu verschenken 29: Die Photos

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Jonathan

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Johannes

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Markus

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Roman

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Tobalo

Hier endlich die Photos zum letzten Giveaway. Auch wenn’s zweimal sehr dicht hintereinander liegt, und mir vor allem auch Markus Bild sehr gut gefällt, geht das Satztechnik-Büchlein an Tobalo, der es ja ohnehin allein durch Standhaftigkeit verdient.

07:45 Uhr. Kategorie Stuff. Tag , . 5 Antworten.

Fontplore

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Fontplore ist ein Projekt, das an der FH Potsdam von Christian Hertlein und Marcus Paeschke entwickelt wurde und bei dem mittels eines interaktiven Tisches Schriften aus einer bestehenden Datenbank gesucht und verglichen werden können, mithilfe eines mehrschichtigen Tagging-Systems. Die Arbeit mit den runden und eckigen Klötzchen wirkt jedoch noch etwas retrofuturistisch – eine Sache, die man in SF-Filmen sieht und zugleich doch irgendwie unintuitiv findet, weil solche Systeme eigentlich ohne Tools, also mit reinen Handbewegungen laufen müssten. Dennoch zeigt Fontplore nicht nur, wie aufregend das Durchwühlen von großen Datenbeständen grafisch gelöst sein kann und das Font-Sites nicht alle gleich (und oft gleich langweilig) aussehen müssten (denn ein ähnliches Konzept wäre ja problemlos in Flash umsetzbar), sondern wäre eigentlich auch eine tolle Einrichtung für die nächste TYPO in Berlin…, auch wenn die Sache im Video noch quälend langsam und vorsichtig aussieht.

httpv://www.youtube.com/watch?v=vWCNRnpAugc

06:55 Uhr. Kategorie Design. Tag , . Keine Antwort.

Glas

18. August 2009 17:33 Uhr. Kategorie Photos. Tag , . Keine Antwort.

Vo

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14:34 Uhr. Kategorie Stuff. Tag , . Keine Antwort.

Coraline 3D

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Es muss für Neil Gaiman seltsam sein, wenn Figuren aus seiner Phantasie so nachdrücklich real werden, auch wenn der amerikanische Starauor wahrscheinlich inzwischen daran gewöhnt ist. Auch wenn meine Erinnerung an das Buch nur noch schwach ist, fängt der Film den Geist der Erzählung souverän und phantasievoll ein und inszeniert Gaiman’s grelldüstere Alice-im-Wunderland-Modernisierung in umwerfende Bilder. Liebevoll in Stop-Motion-Technik und mit handgemachten Puppen produziert, zugleich aber auf der Höhe digitalen Zaubers, hat Henry Selick scheinbar keine Sekunde Mühe, die mal magischen, mal tiefschwarzen Phantasien Gaimans zu realisieren.

Die Story der kleinen Coraline, die von ihren Eltern vernachlässigt durch eine geheime Tür in ihrem Zimmer in eine andere, seltsam magisch anmutende Gegenwelt flieht und dort von ihrer «anderen» Mutter ideal umsorgt wird, wenn da nur nicht die Tatsache wäre, dass die neue Mutter darauf besteht, Coraline Knöpfe auf die Augen zu nähen, erwacht in der Puppenwelt, die sich wie eine Art High-Tech-Augsburger-Puppenkiste anfühlt, in einer Weise zu Leben, die kein reiner CGI-Animation-Film je bieten könnte. Die Bildwelt hat eine wunderbare Textur und eine Unbeholfenheit, die herrlich nostalgisch und insofern hochgradig glaubhaft wirkt. So sehr, dass moderne Gegenstände wie Laptop fast störend wirken in der betörend zeitlosen Welt von Selicks fast 450 Modelbauern, die scheinbar mühelos zwei ganze Welten auferstehen lassen, berstend mit wunderbaren exquisiten Details, die man beim ersten Sehen des Films kaum aufnehmen kann. Während es mich beim Buch irgendwie massiv gestört hat, jeden Ort der Handlung sozusagen zwei- bis dreimal zu besuchen (in der echten Welt, in der positiven Traumwelt und dann in der Alptraumvariante), behält der Film die computerspielartige Logik von Gaimans Buch zwar bei, aber in einem so hypnotischen, zwingenden Rhythmus, dass man der Handlung wie betört folgt und anders als im Buch niemals als willkürlich in Frage stellen will. Insgesamt baut Selick das Buch fast eher aus – vertieft Charaktere oder führt mit Whyborn sogar einen neuen ein -, was der ohnehin intelligent gebauten Sei-vorsichtig-was-du-dir-wünscht-Geschichte überraschend gut tut, ebenso wie die Verpflanzung nach Amerika unerwarteterweise kaum schadet.

Was Gaiman auf dem Papier nur stellenweise gelingt – die komplette Bezauberung des Lesers – gelingt Selick fast durchgehend. Coraline ist smart und sympathisch, eine moderne Pippi Langstrumpf, ohne naseweis oder nervig zu wirken, auch die delikate Balance, die Eltern als abgelenkt, aber nicht lieblos erscheinen zu lassen, glückt glaubhaft. In einem Film in dem so viel schiefgehen könnte, ist es fast ein kleines Wunder, wie viel hier meisterhaft gelingt – nicht zuletzt wie sehr Selick die Illustrationen von McKean einfängt (allein durch den etwas eckigen Puppencharme) und doch eine ganz eigene Version der Figur kreiert. Einziger Kritikpunkt, wenn auch nicht unbedingt meiner, mag sein, dass das Finale des Films nichts für die Nerven von sechsjährigen Kindern sein dürfte, für die dieser Film freigegeben ist, vor allem in 3D nicht. Wenn man doch schon als Erwachsener schon erschrocken zusammenzuckt… aber ich finde ja, Kinder kommen mit so etwas gut klar und Horror gehört in die Kindererzählung wie das Salz in die Suppe.

Die Magie des Filmes wird noch betont durch die Tatsache, dass er in 3D produziert ist. Nach den Trailern der zahlreichen kommenden 3D-Filme (die alle noch seltsam Low-Budget wirken, und auch sehr disneyfiziert) und dem Film selbst ist klar, dass 3D bei Animationsfilmen aus dem Rechner lange nicht so überzeugend wirkt wie bei echten Figuren, die ein viel differenziertes Spiel mit Tiefenebenen erlauben. Coraline arbeitet relativ verhalten mit 3D-Effekten, vielleicht um auch in 2D noch gut zu funktionieren, aber die Tiefenwirkung ist sehr natürlich und absolut umwerfend. Nur selten erlaubt sich Selick einen auffälligen In-Your-Face-Effekt, aber wenn er es tut, wird die unglaubliche räumliche Wirkung der Dreidimensionalität, die schiere Dramatik von 3D, atemberaubend. Über echte Horrorfilme in der dritten Dimension mag man gar nicht nachdenken. Aber auch die dezente Nutzung der Möglichkeiten, etwa um Text dreidimensional auf der Handlung schweben zu lassen, oder um die schlagartig nicht nur als Tiefenschärfe-Illusion sondern eben tatsächlich vorhandene Z-Achse narrativ zu nutzen (indem Vorder- und Hintergrundhandlungen viel räumlicher abgrenzbar sind), zeigen auf, wieviel tatsächliche Wucht in 3D stecken. Das ist viel, viel mehr als ein Gimmick, das ist ein absoluter Gamechanger. Die großen Firmen werden eine Menge Energie in 3D stecken, weil hier – für eine gewisse Zeit – mit der aufwendigen hochauflösenden Digitalprojektion und den polgefilterten Doppelbildern ein Technologievorsprung existiert, der die Leute wieder in die Kinosessel locken könnte. Die Brille – weit entfernt von der rotgrünen Brille aus den 60ern – ist eine Sache, die sicher noch besser zu lösen ist, aber ich würde mich wundern, wenn 3D nicht der logische nächste Standard wird. So wie der Wechsel von Stumm- zum Tonfilm und vom Schwarzweiß- zum Farbfilm ist dieser Übergang zur Stereoskopie wirklich, im Wortsinne greifbar, ein Paradigmenwechsel. Details in den Trailerfilmen – wie etwa die Nachtsichtbrille, die sich einer der Kampfhamster (seufz) in G-Force überzieht und die dann wirklich auf den Augen des Zuschauers zu sitzen scheint, zeigen ansatzweise, was diese Technik an Möglichkeiten birgt. Real 3D und ähnliche Technologien – und man kann nur hoffen, dass bald ein eindeutiger Standard emergiert – wird sicher, wie der 3D-Boom der 50s, zunächst eine ganze Flut von Kinder-, Horror, Action- und Effektfilmen hervorbringen, aber mittelfristig breitflächig durchsetzen, langfristig wahrscheinlich auch im Heimkino-Bereich, mittelfristig aber in Kinos oder Public-Viewing, und dabei ganz nebenbei die digitale Revolution im Kino vorwärts schieben und das Zelluloid – for better or worse – ablösen.

Die Mischung der zauberhaften Bildwelt von Coraline und dem weit jenseits von plattem Gimmick eingesetztem stereoskopischen Effekt ist – anders kann man das nicht sagen – umwerfend. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es einen besten «ersten» Film für 3D geben kann. Der Mix aus Nostalgie und völlig ungewohnter Filmwahrnehmung ist fesselnd und der perfekte nächste Schritt für die Filmwelten von Selick nach dem Riesenpfirsich und der Nacht vor Weihnachten – ein konsequentes Verschieben von Sehgewohnheiten und ein absolutes Entrücken in eine andere Wirklichkeit, die überzeugender und bizarrer zugleich kaum noch denkbar scheint.Coraline ist ein Klassiker, jetzt schon, für (unerschrockene) Kinder und für Erwachsene, ein surreales Märchen, das sich in seiner leichtfüßigen Mischung aus Goth und moderner Fabel kaum hinter den Gebrüder Grimm oder Lewis Carroll verstecken muss, im Gegenteil.Die 3D-Welle wird wahrscheinlich viele B-Filme hervorbringen, die nur durch das stereoskopische Gimmick Tickets verkaufen, aber Coraline gehört sicher nicht dazu.

09:38 Uhr. Kategorie Film. Tag . Keine Antwort.

No Wings

17. August 2009 21:50 Uhr. Kategorie Photos. Tag . Eine Antwort.

MyFonts.de

hd schellnackWas Facebook kann, kann Myfonts schon lange… Die von John Collins und Bitstream gegründete und mittlerweile hocherfolgreiche US-Schriftplattform Myfonts.com betreut Jan Middendorp schon seit langem als Autor, jetzt transferiert er die Idee nach Deutschland. Zusammen mit Florian Hartwig und Frank Rausch will Jan nicht nur ein deutschsprachiges Portal zu dem Schriftenangebot von Myfonts.com bieten, sondern zugleich auch mit eben deutschen Artikeln und Informationen rund um das Thema Schrift aufwarten und das alles in dem neuen, clean-minimalistischen Interface von Myfonts.com, das mehr an Google als an einen normalen Shop erinnert. Nach dem Relaunch des deutschen FontShops wächst nun abermals das spezifisch deutsche Schriftenangebot – die Kunden wirds so oder so freuen und dem Austausch deutscher Schriftfreunde kann es nicht schaden. Good luck an Jan und Co!

09:36 Uhr. Kategorie Design. Tag , . Eine Antwort.

Tacho

08:51 Uhr. Kategorie Photos. Tag , . Eine Antwort.

Klingel

08:45 Uhr. Kategorie Photos. Tag . Keine Antwort.

Southland Tales

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Eigentlich komme ich denkbar unvorbereitet in diesen Film, da ich weder Donnie Darko, Richard Kellys gefeiertes Kultdebut gesehen habe, noch die dreiteilige Comic-Serie gelesen habe, die sozusagen das Prequel zu Southland Tales darstellen, weswegen der Film mysteriöserweise mit dem viertel Kapitel beginnt. So bin ich weder an Kellys «Stil» gewohnt, noch habe ich die Vorgeschichte um die Apokalypse, den Messiah, die Treer-Company und andere Sachen im Kopf. Und, zugegeben, irgendwann im letzten Drittel des Films hab ich bei Wikipedia nachgeschaut, worum zur Hölle es überhaupt gehen soll. Was tatsächlich etwas geholfen hat.

Abgesehen davon und eben trotzdem ist der Film ein Meisterwerk, vielleicht mit mehr Mut als Können, aber allein dieser Mut gehört beachtet. Die Geschichte des Films bewegt sich eindeutig in Philipp-K.-Dick-Gewässern, dreht sich um Doppelgänger, Identität, Präkognition und weist auch die vielen wirschen Ungereimtheiten und Idiosynkrasien auf, für die Dick legendär geworden ist. Vor allem aber ist Southland Tales der vielleicht perfekte Los-Angeles-Film, eine brillante schwarzhumorige Endzeit-Satire, die den Californian Way of Life dreist mit der biblischen Apocalypse verquickt, den War on Terror und Homeland-Security-Paranoia mit in den Cocktail wirft, und das ganze mit einigen Unzen LSD verrührt. Der Film funktioniert dabei auf so vielen verschiedenen Ebenen, dass es eine Freude ist, dem Regisseur dabei zuzusehen, wie er seine Fäden wirr verstreut.

Nur in LA ist es denkbar, dass eine Pornodarstellerin nicht nur eine ganze Merchandise-Maschine, mit Energydrink, CD, TV-Show anschiebt, sondern nebenher auch noch seherische Fähigkeiten entwickeln, die sich darin äußern, dass sie ein eher etwas naives Drehbuch über den Untergang der Welt schreibt, das leider absolut treffend den tatsächlich bevorstehenden Weltuntergang vorhersagt und im Verlauf des Filmes mehr und mehr die Handlung (mit)bestimmt. Nur in LA ist es denkbar, dass ein hünenhafter tattoo-übersähter Schauspieler nicht nur zugleich konservativer Politiker sein soll, sondern vor allem auch der Messias eines neuen Zeitalters sein könnte. Nur in Kalifornien sind die abstrusen bekifften politischen Underground-Bewegungen in dieser Form mit ihren hanebüchenen Plänen absolut 100% denkbar. Nur in Hollywood macht es Sinn, fast jeden Darsteller so gezielt gegen seine spezifische Schublade einzusetzen, aus dem American-Pie-Clown Sean William Scott einen protofaschistischen Cop zu machen, oder aus dem Saturday-Night-Live Komiker Jon Lovitz einen anderen Killer-Polizisten – ein Unterfangen, das nicht immer gelingt, da Dwayne «The Rock» Johnson die Nuancen seiner schizoiden Figur, die immer zwischen Actionhed und zögerndem Opfer wankt, nicht ganz gelingen wollen und auch Sarah Michelle Gellar eigentlich nur die nervigsten Aspekte ihrer Buffy-Rolle hervorkramt. Die Tatsache, dass manche Darsteller ihren Text oft hölzern Selten hat ein Film die Abstrusitäten der amerikanischen Westküste so elegant und zugleich so überspitzt erfasst wie Southland Tales – die Lunch-Kultur, die alternativen Buchläden, die Hightech-Ökobewegung, die allgegenwärtigen Cops, die Filmproduktionsmaschine, die Deals, die absurde Politik, in der ein Arnold Schwarzenegger zum Gouverneur werden kann  – und dabei das Ganze so wunderbar zu einem Gonzo-Cocktail verrührt, der wild und an allen Ecken und Enden überschwappend einen Dreck auf konventionelle Erzählstrukturen oder gar das Fassungsvermögen der Zuschauer gibt, der so gekonnt Charlie Kaufmann und David Lynch verquickt. Southland Tales will viel, ist ein fast monomanischer Block von einem Multimedia-Projekt, und wie es sich für solchen Größenwahn gehört, scheitert es streckenweise auch ordentlich. Wobei man nie weiß, ob es an Kelly liegt oder ob der Film in seiner ursprünglichen, längeren Version vielleicht weniger Lücken hätte, das Epos weniger überzogen wirkt. Aber auch in der um 20 Minuten gekürzten finalen Kinofassung gelingt Kelly ein visionärer, bildgewaltiger Film, der sich selbst keine Sekunde ernst nimmt und der im Endeffekt natürlich alles andere ist als SF, sondern – wie sich das gehört – eine erschreckend clairvoyante Reflexion des American Way of Life in Kalifornien. Southland Tales ist ein wunderbar postmoderner Meta-Film, ein pulsierendes Bündel von Einflüssen und Zitaten, gespickt mit grandios absurdem Humor, einem brillanten Soundtrack, sicher kein Film für die Ewigkeit, aber ebenso ein Film, den man gesehen haben muss.

16. August 2009 11:49 Uhr. Kategorie Film. Tag . 2 Antworten.

See

08:20 Uhr. Kategorie Photos. Tag , . Keine Antwort.

Baum

15. August 2009 20:21 Uhr. Kategorie Photos. Tag , , . Keine Antwort.

Zweifel

14. August 2009 14:53 Uhr. Kategorie Stuff. Tag . 2 Antworten.

Werktage

Schöne Plakatidee und sicher eine tolle Konferenz: Die von Studenten der Burg Giebichenstein in Halle initiierte Konferenz Werktage vom 21. bis 25. Oktober 2009. Es geht um das Designstudium selbst, Inhalte, Form, Zukunft. Und dürfte hochspannend werden. Mehr Info unter www.werktage.org

14:18 Uhr. Kategorie Design. Tag . Keine Antwort.

Thomas Lehr: 42

hd schellnack

Der Weltuntergang ist eigentlich eine Forte der englischsprachigen Literatur, die sich im Grunde vor allem seit dem Zweiten Weltkrieg ausgiebig, unweigerlich oft als SF-Spekulation und insofern unweigerlich oft trashig, mit dem Thema einer post-apokalyptischen Gesellschaft befasst hat. Richard Mathesons I am Legend, Stephen Kings The Stand oder John Wyndhams The Day of the Triffids sind nur wenige Beispiele für ein ganzes Literaturgenre, das mit verschiedenen Mechaniken die Menschheit mal mehr, mal weniger auslöscht, um an den Kern menschlicher Daseinsfragen zu gelangen. Stets ein Spiegel latenter gesellschaftlicher Ängste, haben viele dieser Bücher gerade in den 50er und 60er Jahren natürlich den nuklearen Holocaust aufgegriffen, heute sind es vor allem vor allem bakterielle und genetische Spielarten des Science-gone-wrong-Genres, mit denen sich die Leser gern gruseln, ganz zu schweigen vom Trend zur von Menschenhand verursachten Naturkatastrophe.

Thomas Lehr bedient sich in seinem Buch 42, dessen Titel passenderweise nichts mit Douglas Adams Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens zu tun hat (weil Lehr die Anhalter-Trilogie nie gelesen hat und erst von seinem Verlag von dem zufälligen Apropos des Titels erfuhr), sondern mit der 42. Sekunde, in der die Zeit einfriert und zugleich mit der Doppeldeutigkeit von 42 als japanisches Symbol für den Tod, nur scheinbar dieses Genres. Der Grundplot seines Buches – nach einem Unfall im CERN-Reaktor steht sie Zeit weltweit still, bis auf für eine Handvoll Überlebender – eignet sich bestens für einen Roland-Emmerich-Film und erinnert vielleicht nicht von ungefähr an Philipp K. Dicks Eye in the Sky.  Die Überlebenden durchlaufen eine fast an den Umgang mit schwerer Krankheit erinnernden Ablauf von Schock, Orientierung, Missbrauch, Depression und Fanatismus, der das Buch grob gliedert. Die rund 70-köpfige Gruppe spekuliert während ihrer Odyssee durch die gefrorene Zeit frei und hochkontrovers über die Gründe und technischen Bedingungen ihrer neuen Existenz, einige Mitglieder missbrauchen ihre neu gewonnene Macht über die still stehenden Menschen um sie herum ausgiebig, und am Ende zahlreicher Abenteuer kommt nach einem plötzlichen kurzen ruckhaften Weiterticken der Zeit um wenige Sekunden ein Großteil der Cernies-Gruppe erneut zusammen, um ein finales Experiment namens Fönix zu wagen, das sie in die Zeit vor dem Unfall zurückschleudern soll.

Aber der apokalyptische Nebelschleier dient nur als theoretisches Exoskelett des Buches – anders als Wyndham und Konsorten geht es Lehr selten darum, eine postapokalyptische Gesellschaft zu analysieren oder nach einem «clean slate event» eine Rückkehr zu besseren Werten zu propagieren. Vielmehr nutzt Lehr den Stillstand der Zeit – und damit das Zusammenfließen von Zeit zu einem im Endeffekt handlungsfreien Raum – für eine kaustische Analyse seiner Protagonisten. Der Form halber gibt es gesamtsoziale Ansätze sicher an einigen Stellen, wenn etwa einige der Überlebenden versuchen, in einem Dorf eine neue Sozialform aufzubauen (die aber prompt zum Scheitern verurteilt ist, die Illusion einer heilen Welt hat keinen Halt), aber primär folgt Lehr seinem Helden Adrian Haffner eher in eine Art Isolation, eine Art Meditation, auf eine fast spirituelle Wanderschaft, die ihn quer durch Europa führt, wo er nicht nur seine eigenen Erfahrungen mit dem Mißbrauch macht, den das Leben in der photographierten Zeit mit sich bringt, sondern auch seine Freundin Karin im Bett mit einem Nebenbuhler entdeckt. Den Haffner prompt so im Fenster des Hotels platziert, dass dieser wie Schrödingers Katze zwischen Leben und Tod quantelt, in einem ähnlichen Schwebezustand wie Haffner selbst. Lehr entspinnt dazu eine seltsame Dreiecksbeziehung zwischen Adrian und zwei weiteren Chronifizierten, Boris und Anna, mit der Haffner bereits vor der aus der Fugen geratenen Zeit eine kurze Affaire hatte. Hier, wie an anderen Stellen, entpuppt sich 42 als Liebeserklärung an Autoren wie Frisch, Kafka, Mann, Döblin, Musil, Grass und nicht zuletzt Joyce. Als reichen die wenig sanften Stream-of-Consciousness-Anspielungen nicht, lässt Lehr seinen Helden sogar tatsächlich auf dem Berliner Alexanderplatz herumirren, und auch andere Anspielungen auf den Zauberberg (in dem ja mehrfach auf die Relativität von Zeit eingegangen wird), die Blechtrommel, den Mann ohne Eigenschaften und zahlreiche andere Werke ziehen sich wie ein roter Faden durch 42 – so sehr, dass man fast von einer literarischen Gesamtverbeugung sprechen kann, die aber stets so eigen und elegant bleibt, dass Lehr weit entfernt von Entlehnungen oder Plagiarismus ist, im Gegenteil. 42 schafft das Kunststück, den zitierten Idolen oft durchaus gerecht, verläuft vielschichtig und bleibt trotz des fast völligen Fehlens einer linearen Handlung immer spannend. Streckenweise schwer zu verstehen, weil späteres Wissen nötig ist, um frühere Handlungen zu verstehen, setzt sich das Buch beim Lesen wie ein Puzzle schmerzhaft langsam zusammen und ergibt erst am Ende eine Art Gesamtansicht, die fast sofort ein zweites Lesen verlangt, um nach Indizien und Hinweisen zu suchen. Meisterhaft hantiert Lehr mit Foreshadowing, mit Sprachwitz, aber auch mit der großen Geste, die bei vielen Schriftstellern heute entweder in Vergessenheit geraten oder zur Karikatur geronnen ist. Mit der beklemmenden Ernsthaftigkeit russischer Autoren seziert Lehr seinen Protagonisten als amoralisch und oft unsympathisch, wenn auch gemessen an seinen Leidensgenossen fast noch harmlos und tragisch.Zugleichspielt Lehr fast zu wortgewaltig mit den möglichkeiten gefrorener Zeit, erfindet immer neue Wortkonstruktionen und -ballons für den Zustand, und beweist so nicht nur seine eigene Sprachmacht, sondern eben auch, dass es einen Grund hat, wenn Eskimos ungezählte Begrifflichkeiten für Schnee haben… er ist ihr zentraler Lebensraum, und so entwickeln auch die Chronifizierten oft etwas unbeholfen ganz neue Worte für ihre neue Chronosphäre. Nur selten vergreift sich Lehr im Ton, etwa wenn er fast burlesk über Haffners sexuelle Eskapaden schreibt, der zunächst unbeholfen, fast wie ein onanierender Teenie, den Trockensex mit den zeitgefrorenen Restmenschen entdeckt und sich bei Frauen so bedient wie die Cernies auch in Sachen Essen und Trinken zu Parasiten geworden sind – sie nisten sich in Hotels und Schlössern ein und leben von Mundraub und Diebstahl, Sex mutiert zu einer Art tragikomischer Vergewaltigung. Lehr nutzt den Trick der gefrorenen Zeit für eine zeitlupenlangsame, wie ein komplexer Kristall gefertigte Analyse menschlicher Moral in einer Situation, die zugleich Allmacht und Ohnmacht bedeutet. Entsprechend manisch-depressiv agieren die Anti-Helden in Lehrs Buch, festgehalten von Haffners Blick, der für einen gelernten Journalisten seltsam ausscheifend und unsachlich wirkt und im Rahmen des finalen Fönix-Experimentes in einem an die Psychedelia-Episode in 2001 erinnernden massiven Textblock kulminiert, der eine halluzinogene Zeitreise umfasst. Am Ende des Romans schließt Lehr den Zirkel nahtlos, lässt seinen Protagonisten an den Anfang des Buches zurückkehren und dort eine dramatische Entwicklung machen, die das Buch mehr als rechtfertigt und zu Recht aus dem stets wackeligen SF-Konzept befreit: FHaffner entdeckt auf Photographien die Leichen von sich und seiner Gruppe im zerfetzten Delphi-Schacht, umgekommen bei dem ursprünglichen Unfall. So kippt, förmlich auf der letzten Seite, im Stile des klassischen Mindfucks, das gesamte Buch zur Geistergeschichte, zum Purgatorium und viele der Ungereimtheiten entpuppen sich als im höchsten Maße sinnvoll im Kontext der klassischen Poltergeistphänomene. Es ist ein schriftstellerischer «Sleight of Hand», ein Zaubertrick-Kunststückchen, mit dem Lehr aufs großartigste seinem Buch den Teppich unter den Füßen wegzieht und es zugleich als genrefrei definiert – und nicht zuletzt die Doppelbödigkeit des Titels absolut rechtfertigt. Dass sich zumindest bei mir schon früh der Verdacht eingeschlichen hat, dass Haffner und Konsorten nicht in der Zeit gefangen sind, sondern vielmehr SIE stillstehen als Geister in einer Welt, die nur für sie gefroren scheint, sich in Wirklichkeit aber weitergedreht hat, während sie nur noch als Schatten in einem Abbild stillstehen, ist dabei wenig störend, weil Lehr mit genau dieser Unschärfe meisterhaft spielt.

42 ist die Sorte Buch, die man liebt, hasst oder nach der zwanzigsten Seite gelangweilt aus der Hand legt. Es ist ein monomanisches, etwas selbstverliebtes Buch, in dem Thomas Lehr in langen, mäandernden Sätzen den Stillstand von Zeit tatsächlich greifbar macht, in der Sprache wie sonst selten als intensives, schmerzhaftes Werkzeug genutzt wird. Es ist ein anstrengendes, süchtig machendes Buch, das man ohne großen Umwand als Meisterwerk mit kleinen Mängeln deklarieren darf. In fast hingerotzten Details verbergen sich tiefe Schätze, aus denen andere Autoren ganze Bücher gemolken hätten. Andererseits entwirft der Autor in den kontemplativ langen Strecken der erzwungenen Introspektionein Gemälde des modernen Menschen, der plötzlich in einer technoisierten Welt der Technik entrissen wird, und als dessen größter Feind in der Nullzeit sich die Langeweile, die Beschäftigung mit sich selbst entpuppt. Im Spiegelkabinett des ewigen Gleichseins gefangen, der ultimativen Postmoderne, in der alles relativ, alles gleich und ohne Konsequenzen ist, entblättert Lehr einen Übermenschen à la Nietzsche, der sich wie ein Blitz in der schneckenhaft stillstehenden Welt bewegt, der – à la Bakers Fermata – alles und jeden nach Belieben ohne Grenzen manipulieren kann. Bei Lehr entpuppt sich dieser eben a-soziale Übermensch als armes Würstchen, der wahlweise sinnloser Perversion anheim fällt oder sich pathetisch in Selbstmitleid wälzt. 42 nutzt insofern die ausgesetzte Zeit, um die vielbeschworene conditio humana in aller Ruhe beleuchten zu können und vielleicht zu zeigen, dass die wirkliche Apokalypse die Einsamkeit ist.

10:12 Uhr. Kategorie Buch. Tag , . Keine Antwort.

Holz

2. August 2009 13:04 Uhr. Kategorie Photos. Tag , . 2 Antworten.

Neun

1. August 2009 19:36 Uhr. Kategorie Photos. Tag , , . Keine Antwort.


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