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WENN ICH HIER SOVIEL SCHREIBEN WÜRDE…

… wie auf dem Fontblog, dann wäre ja alles gut. Ich glaube, die vier Bücher, die ich eigentlich noch kurz bloggen wollte («kurz», hahaha) bremsen mich aus. Und die Arbeit, of course. Fontbloggen geht irgendwie schneller, weil nur reaktiv. Wird auch wieder anders…

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BOOOOAK!

hd schellnack

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MYSTICAL TINT TONE COLOR 2

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Die Plug-In-Schmiede AutoFX, von denen unter anderem die Photoshop-Erweiterungen AutoEye und MysticalLightning stammen, hat lange keine Updates der schon relativ alten Klassiker herausgebracht, denen man ihr Alter inzwischen deutlich anmerkt, da sie langsam sind, ein eher unglückliches Interface aufweisen und meist mit 16bit-Bildern ihre Probleme haben. Das Update von Mystical Tint Tone Color auf 2.0 für etwas über 100 Euro wirft einige der alten Effekte über Bord und bringt dafür aber auch einige neue mit, so dass man insgesamt auf rund 60 kombinierbare Effekte kommt. MTTC2 wirkt insgesamt etwas schneller als der Vorläufer, lädt auf dem MacPro problemlos auch 25-MP-Bilder mit 16 bit Farbtiefe ohne lange Wartezeit und kann auch bei der Kombination mehrerer Effektebenen noch halbwegs überzeugend arbeiten. Das finale Rendern für Photoshop kann allerdings ziemlich lange dauern. Es gibt beim Zoom in das Preview-Bild leider kein Nachladen, so dass man sich leider nicht von den Details des Effektes überzeugen kann, und das Interface an sich wirkt gemessen an den Werkzeugen von nik etwas altbacken, wobei man das sicher auch vom Interfacedesign mancher anderer Plug-Ins behaupen kann, wie etwa AlienSkin. Seltsamerweise ist das neue Interface – das insgesamt der vertrauten AutoFX-Oberfläche weitestgehend ähnelt – eher etwas klobiger und DOS-iger geworden als der Vorläufer, es läuft aber andererseits schneller und solider als zuvor. Anders als bei vielen anderen Tools arbeitet MTTC2 nicht so, dass es automatisch eine neue Ebene anlegt, die Opazität des Effektes lässt sich aber in dem Plug-In selbst bestimmen, zudem kann der Effekt partiell aufgepinselt bzw weggepinselt werden. Der Grain ist leider wie in der Vorgängerversion weitestgehend unbrauchbar, hier gibt es deutlich bessere Werkzeuge. Ebenfalls wie in der Vorläuferversion sind auch in der zweiten Fassung teilweise oft eher kitschige Standardeffekte mitgeliefert – Sepia und Glowfilter – andere Funktionen zur Bildoptimierung sind in AutoEye besser abgedeckt. Dennoch ist die Bandbreite und Kombinationsmöglichkeit der Filter die Upgradesumme und eigentlich – je nachdem, wieviel und vor allem wie schnell mach in Photoshop arbeiten muss – auch den Neupreis von 250 Dollar durchaus wert, zumal das Tool mit vielen durchdachten Details (internes Speichern von Bildzuständen, Speichern von Effekt-Templates usw) und durchaus guten Effekten in der täglichen Bildbearbeitung eine solide Alternative zu etwa nik Color FX sein kann bzw diese entsprechend ergänzt. Vor allem aber schürt dieses Update die Hoffnung, dass endlich eine neue Version von AutoEye und Mystical Lightning auf den Markt kommt, die beide derzeit mehr schlecht als recht unter Photoshop laufen.

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ZU VERSCHENKEN 29: SATZTECHNIK TYPOGRAPHIE I

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Und noch ein Typographie-Klassiker aus dem Restbestand: Der erste Band der Reihe Satztechnik und Typographie.
Wer mir bis Freitag das schönste Photo fürs Blog per Mail zuschickt, kriegt das Buch.

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ZU VERSCHENKEN 28: DIE PHOTOS

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Benjamin

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Daniela

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Dominique

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Felix

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Peter

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Simone

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Tobalo

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Marcus

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Peymaneh

Auch wenn sonst gerade nicht viel im Blog passiert, schaffe ich immerhin das Giveaway. Die letzten vier Bücher gehen heute in die Post und hier sind brandneue Bilder. Die ich alle sehr mag, aber nach langem hin und her zwischen Peter und Felix kriegt Felix diesmal den dicken Wälzer.

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RED DOT 09

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Wenn wir mal an Wettbewerben teilnehmen, gewinnen wir immerhin auch. Nachdem wir bisher alle sonstigen Awards wegen akutem Stress nicht geschafft haben, haben wir beim Red Dot immerhin im Wortsinne fünf Minuten vor dem finalen Torschluss abgegeben – schon direkt am Orte der Jurierung und somit mehr als auf den allerletzten Drücker. Vielen Dank noch einmal an das ganze Red Dot Team für die Geduld mit uns.

Gewonnen haben wir – und deshalb ist es hier erwähnenswert – mit dem Zeitkapsel-Projekt (für das Zeit.Punkt-Saisonheft des Bielefelder Theaters), das ja mit viel Material von den Bloglesern hier gearbeitet hat. Insofern lieben Dank nicht nur an Michael Heicks und Anne Hardt, die mit uns das Projekt geplant und realisiert haben, und nicht nur an Philipp Ottendörfer, der die Schauspieler photographiert hat, sondern auch an alle, die uns etwas eingesendet haben. Ich freue mich besonders, mit einem etwas offeneres Projekt, bei dem ich gar nicht so sicher bin, ob es noch «Design» ist, bei einer Jury Anklang gefunden zu haben. Feine Sache.

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ZU VERSCHENKEN 28: TYPO WANN WER WIE

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TYPO von Friedl, Ott und Stein stellt schön bebildert und umfangreich Menschen, Werkzeuge und Chronologie der Typographie vor.
Wer mir bis Freitag das schönste Photo fürs Blog per Mail zuschickt, kriegt das Buch.

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ZU VERSCHENKEN 27: DIE PHOTOS

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Denny

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Jann

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Johannes

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Paul

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Philipp

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Tobalo

Und hier die Photos zu diesem Buch… Gewinner ist dicht gefolgt von Denny, Tobalo – ein absolut perfektes Buchcover (Front und Rückseite), nebenbei gesagt. Alle deine Bilder sehen aus, als würden sie Fundstücke aus der Vergangenheit sein, sehr schön.

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HARRY POTTER UND DER HALBBLUTPRINZ

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Eine Vorbemerkung: Ich frage mich immer noch, warum die deutschen Übersetzung des Titels so falsch sein muss. The Half-Blood Prince ist eben nicht Der Halbblutprinz, sondern Das Halbblut «Prince» («Prince» bezieht sich auf den Namen von Eileen Prince, der Mutter von Severus Snape, das «Halbblut» auf die Tatsache, dass sein Vater ein Muggle ist). Solche gravierenden Übersetzungsfehler sind schade.

Der sechste Teil der Harry-Potter-Filmsaga lässt sich eigentlich auf einen Moment reduzieren, in dem Dumbledore seinem Studenten Potter darauf hinweist, dass er sich einmal rasieren müsse. Als wäre es nach den hormongeladenen Minuten zuvor, in denen zwischen Ginny und Harry, Ron, Hermione und Lavender Brown sowie diversen anderen Teenagern die Funken sprühen, Liebestränke ausgetauscht und Schulhofkämpfe ausgefochten werden und auch ansonsten Teenags Kicks aller Art stattfinden, noch nötig gewesen, ausdrücklich darauf hinzuweisen, bringt Dumbledore den Film auf den Punkt: Harry Potter wird erwachsen. Tatsächlich ist es ja fast schockierend, wie sich die Darsteller seit der ersten Verfilmung verändert haben (ein surreales Portrait des Erwachsenwerdens), und der Film muss darauf vielleicht intensiver reagieren als das Buch, wo der Alterungsprozess nicht so offen sichtbar ist, sondern im Kopf des Lesers weichgezeichneter bleibt.

Insofern macht es vielleicht Sinn, das Steve Kloves sich in seiner Adaption des sechsten Harry Potter-Buches von J.K. Rowling auf die im Buch eher gleichgewichtig wenn nicht nebensächlich abgehandelten Liebeseskapaden stützt – um die Tatsache zu verarbeiten, dass die Besetzung des Films so  erschreckend erwachsen geworden ist und auf der Leinwand viel mehr als im Buch so gar nicht mehr in die (dementsprechend zunehmend pseudo-)magische Phantasiewelt zu passen scheint. An sich wäre das auch sicher kein Problem, wenn der Film darüber nicht so ganz und gar vergessen würde, was seine eigentliche Aufgabe ist: Als vorletzter Film (rechnerisch nicht, da das letzte Buch in zwei Filme verpackt sein wird) den großen Konflikt zwischen Voldemort und Harry vorzubereiten. Aber das Gefühl einer schleichenden Bedrohung, eines schleichend, aber doch fast komplett von Voldemorts Death-Eaters übernommenen politischen Systems, stellt sich beim Betrachten des Films keinen Moment ein. Selbst wenn Regisseur David Yates aus X-Men III eine Brückenzerstörung entlehnt, um etwas popcornkomaptibles Emmerich-Desaster auf die Leinwand zu bringen, wird man das Gefühl nicht los, hier eher Voldemorts Handlanger wie eine Meute wildgewordener Teenager einen Joyride veranstalten zu sehen, zumal einer Form, an der man sich bei jedem beliebigen Actionfilm sattgesehen hat. Die Chance, ein Gefühl von echter Bedrohung aufzubauen, das Dunkle vor dem Licht wirklich machtvoll zu inszenieren und den Kampf, den Potter vor sich hat, als ungewinnbar zu stilisieren, wird vertan. Nicht einmal in der fast geschlossen wirkenden düsteren Diagonalley stellt sich ein Gefühl von Ernsthaftigkeit ein, weil der Film auch hier sofort durch lustige Magie-Clownereien im Weasley-Shop kontern muss, und dabei dem Potential, erwachsener geworden zu sein, auf der Handlungsebene nicht gerecht wird.

Es ist fast interessant, dass Kloves und Yates die Chance, eines der düstersten Exponate der Reihe zu produzieren, die große Verzweiflung vor dem finalen Konflikt auszukosten, das Stars Wars II der Potter-Reihe zu sein, so konsequent umschiffen und sich statt dessen auf ein Teenie-Drama konzentrieren. Etwas wenn Draco Malfoy (der inzwischen wie eine Mischung aus David Bowie und Eminem aussieht, eher popstar-cool als angsteinflößend) dick aufgetragen emotional wie ein Soapdarsteller auf dem Balkon steht und tragisch in die Nacht blickt oder wenn Ron und Lavender kichernd herumknutschen. Als Warner-Brothers-Film tut HP VI natürlich einiges, um modern düster auszusehen und den den Erfolg von Dark Knight anzuknüpfen, fährt aber eigentlich nur oberflächlich einige düstere Gothic-Bauten und Trickeffekte auf, unter dem schwarzen Emo-Make-Up schimmert stets im Grunde High-School-Musical durch.

Diese Betonung reiner Soapelemente ist umso bemerkenswerter, als dass sie auf Kosten entscheidender Momente der Vorlage und damit der tatsächlichen Handlung geht. Es fehlen zahlreiche Details – zu viele, um sie hier aufzuzählen, aber durchaus zentrale Szenen, die nicht nur die Handlung dieses und des nächsten Buches determinieren, sondern auch für viele Figuren eine Art letzter Auftritt darstellen  – die wichtiges Setup für den nächsten Teil wären, aber es fehlen auch zentrale Bausteine wie der Kampf um Hogwarts, Dumbledores Beerdigung oder das abschließende Gespräch von Ginny und Harry. Was also fehlt, am Ende des Films, ist das Bewusstsein, aber vor allem auch die Begründung für Harrys Entscheidung, im siebten Band zunächst ganz allein gegen Voldemort kämpfen zu wollen und sich vorübergehend von Ginny zu trennen, um sie zu schützen. Ein desaströser Kampf um Hogwarts, das am Ende des Films in Ruinen hätte liegen können (wenn man das Weasley-Burrow abbrennt, wäre diese Freiheit sicher auch denkbar gewesen), hätte ein ganz anderes Ende, eine viel stärkere Motivation ergeben als das tatsächliche Ende des Films, das zu keinem Moment deutlich macht, warum Harry nun nach langem Warten gegen Voldemort ankämpfen will. Dumbledores Tod kann die Motivation kaum sein – er findet bestenfalls als Randnotiz statt. Und auch der Konflikt mit Tom Riddle kann es kaum sein – der Film verpasst die Chance, den im Buch ausgiebig vorgestellten Gegenspieler zu portraitieren und belässt es bei einigen wenigen Passagen, die eher unglücklich an Omen III erinnern als Riddle wirklich Aura zu verleihen.

Was der Film liefert, wahrscheinlich unfreiwillig, ist Subtext. Wenn Ron als Torhüter auf seinem erigierten Stab unsicher herumrutscht, wenn am Ende die jungen Zauberer mit ihren kleinen Stäben in der Hand weiße Energie in die Wolken sprühen, zahlreiche andere Szenen, die – hoffentlich unbewusst – etwas geschmacklos das Thema Sexualität metaphorisch anschneiden, aber etwa so unpassend wirken wie der homosexuelle Camp-Unterton in den Batman-Comics der 60er Jahre. In ihren Büchern greift Rowling immer wieder die typisch britische Internatsliteratur auf, die man hierzulande bestenfalls als Schloss Schreckenstein kennengelernt hat, das Zusammensein mehrerer Jugendlicher beiderlei Geschlechts unter einem Dach und die daraus resultierenden Spannungen untereinander beziehungsweise mit den Lehrern, den Wettkampf zwischen Nerds und Jocks, die romantischen Verflechtungen, die Eifersüchteleien, diesen ganzen Mikrokosmos von Gesellschaft portraitiert anhand typisch britischer Lerneinrichtungen, komplett mit Wappen, Uniformen und skurrilen Lehrern. Es im Subtext nun aber derart zugespitzt zu sehen, kann eigentlich nicht im Interesse der Autorin liegen. Selbst auf dieser Ebene vertut der Film die Chance, über Erwachsenwerden und Ausbrechen zu räsonieren, den Untergang von Hogwarts als Bild für den Verlust von Unschuld zu nutzen, zugleich als Ausbruch in das Erwachsenwerden, die Dialektik zwischen Teenagerrebellion und Anpassung auszuloten. Stattdessen bleibt es bei leicht klebrig und unfreiwillig komischer Metaphorik, die den Film eher herabzieht als ihn aufzuwerten.

Es ist seit jeher die Crux allen Kinos, dass Bücher in ihrer Tiefe und Breite unverfilmbar sind, und erneut beweist die Harry-Potter-Serie erfolgreich, dass dies auch schon im Jugendbuchbereich zu stimmen scheint. Umso schlimmer, als dass Rowling zunehmend kinokompatibel geschrieben hat und ihren Büchern sehr bewusst zwischen leinwandtauglichem Handlungsfaden und Pufferelementen unterscheidet, die relativ schmerzlos als Bonus-Material für eine DVD verfilmt werden, im Kino aber überflüssig sein dürften. Interessanterweise geht der sechste Teil der Verfilmung den umgekehrten Weg, verzichtet auf zentrale Handlungselemente des Buches – darunter auf zwei drei wirkliche Höhepunkte, die vielleicht als Flashback in Teil VII integriert werden – und fokussiert sich auf die Füllelemente des Buches, die unterm Schneidetisch hätten landen müssen. Das Ergebnis ist ein relativ geschwätziger und fahriger Film, der sprunghaft wirkt, dessen Handlung keinerlei Erklärung mehr hat (die Horcrux-Idee ist schon im Buch schwierig und etwas deus ex machina, im Film aber ist sie 100% unverständlich), der neue unnötige Elemente hinzuerfindet und der mit einer fast erfreulichen Frische dem Publikum und der Buchvorlage den Mittelfinger zeigt und statt dessen zielstrebig den Vermarktungsstrategien von Hasbro-Filmen folgt. Harry Potter ist damit endgültig, leise aber sicher, dort angekommen, wo alle Franchise-Verfilmungen von Star Trek bis GI Joe früher oder später landen, in einem seltsamen Spagat zwischen einem filmischen Zitatenspiel für die Fans, denen es reicht, Elemente «ihres» Kosmos verfilmt zu sehen und denen die Insidergags fast wichtiger sind als die große Linie, und reinem Popcornkino für die breite Zielgruppe der 12-20-jährigen, die zunehmend weniger eine Handlung oder Erzählung wollen als vielmehr eine lose Aneinanderreihung von «big moments», von eruptiven emotionalen Bildern, die kontextfreien Eskapismus ohne Reflektionsaufforderung  erlauben, die den visuellen Charakter von Konsolenspielen haben und zugleich deren assoziative, nonlineare Handlungsfreiheit aufgreifen. Potter, insofern, ist ein weiterer Schritt in der Verzahnung der Gefühls-Ästhetik von Kino und Gaming – unterstrichen durch den zunehmenden Anteil an 3D-Trickeffektspektakel – unter völligem Verzicht auf scheinbar sinnlosen Ballast wie Kohärenz, Inhalt, Aussage. Es ist ein Kino der Eskalation, der großen Bilder – die an sich aber leider zunehmend abgegriffen, ausgeleiert wirken, weil sie in jedem Film aus der stets gleichen Software generiert sind, in einer Art Spiegelkabinett der digitalen Selbstzitate, nur technisch immer weiter verfeinert, näher an die Wirklichkeit gerückt. Es ist Realfilm, der zunehmend den Regeln des Cartoons und des Comic gehorcht, der basaler, primitiver, pornographischer wird, sich mehr und mehr dem Stammhirn zuwendet, ein rohes, verdummendes Stück Kino, dass aber kommerziell natürlich hervorragend funktioniert… nicht nur im Sinne von Box Office und DVD-Verkauf, sondern im Kontext der gesamten Vermarktungskette, die einen Franchise-Kosmos auszeichnet. Insofern kann man es Potter VI nicht vorwerfen, eine schlechte Buchverfilmung zu sein – es ging stets nur darum, ein guter Soldat in der Reihe von Spielzeugen, Plakaten, Bettwäschen und McDonalds-Incentives zu sein. Dass ein Film mit dieser Primärfunktion sich von der für das vom Marketing angestrebte Publikum bei aller Einfachheit des Buches immer noch zu komplexen Vorlage lösen muss und sich auf das Niveau einer Teeniekomödie mit einigen Explosionen begibt, ist nur zwangsläufig. Die Düsternis, die die Werbeplakate für den Film verbreiten, darf der Film nicht einlösen, er würde sein Publikum vergraulen, das hier im Banalen den fröhlichen Eskapismus sucht. Nicht umsonst ging durch das Publikum ein «Ahhhh… » als bei den Trailern der nächste Twilight-Film angekündigt wurde, der sich zum Thema Vampir in etwa so verhält wie Potter zu Fantasy.

Harry Potter ist sicher keine komplexe Weltliteratur, sondern eine schlichtgemütige Jugendbuchreihe, die nur durch eine Art Grassroots-Effekt zu vielleicht dem erfolgreichsten Buch der letzten Dekaden geworden ist – zu vielleicht dem letzten Buch, auf das man sich genereationenübergreifend einigen konnte,  gerade weil es keine großen Inhalte und Aussagen traf, weil es ein relativ einfaches, handlungsorientiertes, durch schmale Handlungsbögen ausgezeichnetes Gebräu aus diversen eigentlich ja bereits existierenden Ideen ist, niemanden herausfordert. Es hätte ein leichtes sein sollen, diese Serie zu verfilmen. Vielleicht nicht so sehr als Kinofilme, sondern eher als TV-Serie – jedes Buch eine Staffel. Die nötigen Trickeffekte sind heute längst für TV-Produktionen umsetzbar und der Alterungsprozess der Darsteller wäre nicht irritierend, sondern Bestandteil des Konzeptes gewesen, der Stoff hätte mit seiner Balance aus Soap und Action hier eine ideale Umsetzung finden können(ein gutes Team vorausgesetzt) und Warner hätte am Ende wahrscheinlich auch nicht weniger Geld verdient.

Wie die Dinge stehen, geht es einem mit der Filmserie ein wenig wie mit den Büchern – man hat es angefangen und wird jetzt sicher auch den letzten Teil noch mitnehmen, aber die Luft ist raus, die Magie verflogen, beim Film unvorstellbarerweise noch stärker als bei der Vorlage, die sich gegen Ende auch nur noch an Insider wandte und hinschleppte, unweigerlich die Leichtigkeit der ersten Bände verloren hatte, um sich in eine Art metaphernüberladener, nicht sonderlich gelungener Tolkien-Kopie zu verrennen. Große Hoffnung auf einen siebten (und «siebeneinhalbten») Film darf man also vielleicht nicht hegen.

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MANDELA DAY

Heute ist Nelson Mandelas 91. Geburtstag. Um den legendären Anti-Apartheid-Aktivisten, der fast 30 Jahre inhaftiert war, zu feiern, veranstaltet die nach seiner Gefangenennummer 46664 benannte weltweite Anti-AIDS-Kampagne der Nelson Mandela Stiftung heute online ein Make-an-Imprint-Event. Du kannst dich online registrieren, auf dem «Handwall» einen Abdruck hinterlassen und 67 Minuten dieses Tages stiften, um etwas besonderes zu tun. Hier.

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STERN

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VIDEOTEST

httpvh://www.youtube.com/watch?v=Sd9b008YEA0

;-)

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SCHAURAUM III


Wir haben heute in Dortmund unserer neuen Mitarbeiterin Katharina Mönkemöller geholfen, ihre Diplompräsentation vorzubereiten. Denn ab morgen gibt es an der FH Dortmund Schauraum III, jede Menge Diplom aus Design und Photo zu sehen. Wenn alles klappt gehe ich Samstag mal schauen und zeige Photos.

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KOMMUNIKATIONSDESIGN IN WUPPERTAL AM ENDE?

Das klingt aber sehr sehr sehr schade – und ist ein Menetekel für Designstudiengänge an anderen Standorten. Die Bergische Uni schließt in voraussichtlich fünf Jahren den Kommunikationsdesign-Studiengang. Und das trotz namhafter Dozenten, trotz preisgekrönter Arbeiten und trotz engagierter Studenten. Ich sage seit einiger Zeit, dass die Tatsache, dass an jeder dritten FH Design angeboten wird, ein Problem werden kann – zumal Design als Fach in Sachen Ausstattung einfach teurer ist als etwa Lehramt oder BWL.Mann, schade…. ich hoffe, dass es da doch noch irgendeine konstruktive Lösung gibt.

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