HD Schellnack /// Kontakt Twitter iPhoto pointandshoot Typographie Alternative Pop Licht nodesign Aktionen Zitat Natur Photographie Denken Fail ScienceFiction Apple Studium Belletristik Comics Dayshot Vernacular Scratchbook Werbung Fragen Winter Software Medien Fun Retro Gesellschaft Farbe Print Electronic Magazine iOS Zukunft Web Drama Frühling Jazz Sommer Kitsch Kunst Sachbuch Hardware Fantasy Klassik Herbst Thriller Emma

More of the same only different

hd schellnack

War tatsächlich so im Cinemaxx-Programm untereinander.

29. Mai 2009 12:46 Uhr. Kategorie Design. Tag . 2 Antworten.

Was ist eine Diva?

Liebe Freunde, die Bilder unten im Blog sind nicht ganz sinnfrei.
Deshalb auch eine Mini-Umfrage:
In einem Wort – was macht für euch eine «Diva» oder «Göttin» aus?

28. Mai 2009 17:25 Uhr. Kategorie Stuff. Tag . 14 Antworten.

To E-Comic or not to E-Comic

hd schellnack


Sehr spannende Statements zum Thema elektronische Distribution von Comic Books
. Da Comics in der Produktion teuer sind und zugleich ein trashigeres Medium als die belletristische Literatur, denke ich, dass hier vorweggenommen wird, was den Buchmarkt als Ganzes erwartet, es lohnt sich also für alle am Buch interessierten, ein Auge auf DC und Marvel, die beiden US-Branchengrößen zu haben. Die Technologie ist noch alles andere als ausgereift, der Kindle ein Alptraum und das iPhone noch nicht weit genug und zu klein, aber die großen Comicverlage bereiten sich mit Hochdruck auf das digitale Zeitalter vor, vielleicht auch, weil andere Häuser wie IDW in kleinen iPhone-Tests bereits überraschende Auflagen verbuchen konnten. Ab dem OS3 wäre eine Art Marvel-Applikation denkbar, die im Abo oder als Preis-per-Ausgabe tatsächlich wie ein Online-Kiosk funktioniert und die gesammelten Hefte liest man dann später als Trade Paperback oder Hardcover. Es klingt derzeit so, als wäre der Tod der «Monthlies», die durch die aufwendige Produktion inzwischen bei bis zu 4,99 $ für 21 Seiten (oft dekomprimierter) Geschichte angekommen sind,  nur noch eine Frage der Zeit…

27. Mai 2009 18:46 Uhr. Kategorie Technik. Tag , . 7 Antworten.

Screenshootin’

hd schellnack

Ich liebe ja den Moment, wo du länger nicht auf eine Sache draufgeschaut hast und dann wieder darauf zurück kommst und sie funktioniert.

26. Mai 2009 18:13 Uhr. Kategorie Arbeit. Tag . Eine Antwort.

Comics are for Kids!

hd schellnack

Say Hello to MickeyWolvie.

via Wolverine Daily

15:40 Uhr. Kategorie Stuff. Tag . Keine Antwort.

Gene Tierney

hd schellnack

I approached everything, my job, my family, my romances, with intensity.
Gene Tierney

15:33 Uhr. Kategorie Stuff. Tag . Keine Antwort.

Veronika Lake

hd schellnack

I’ve reached a point in my life where it’s the little things that matter… I was always a rebel and probably could have got much farther had I changed my attitude. But when you think about it, I got pretty far without changing attitudes. I’m happier with that.
Veronika Lake

15:29 Uhr. Kategorie Stuff. Tag . Keine Antwort.

Ingrid Bergmann

hd schellnack

You must train your intuition – you must trust the small voice inside you which tells you exactly what to say, what to decide.
Ingrid Bergman

Photo: Life

15:22 Uhr. Kategorie Stuff. Tag . Keine Antwort.

Sophia Loren

hd schellnack

There is a fountain of youth: it is your mind, your talents, the creativity you bring to your life and the lives of people you love. When you learn to tap this source, you will truly have defeated age.
Sophia Loren

13:20 Uhr. Kategorie Stuff. Tag . Keine Antwort.

ByeBye

25. Mai 2009 19:39 Uhr. Kategorie Leben. Tag . 6 Antworten.

Axel

hd schellnack

Erik Spiekermanns neue Schrift Axel sieht tatsächlich sehr nach einer alten Spiekermann-Schrift, der OfficinaSans aus, die nur ordentlich korrigiert und etwas schmaler gerückt wurde. Da die Officina eine sehr lebhafte Vergangenheit hinter sich hat und ich insgeheim eigentlich fast länger mit einer FSI-Überarbeitung gerechnet hat, überrascht mich das nicht ganz, vielleicht eher die Veröffentlichung beim deutschen Fontshop-Vertrieb selbst, nicht bei der Foundry. Das macht aber durchaus Sinn, wenn man sich den Kampfpreis von nur 9,90 Euro für vier Schnitte ansieht, mit der die Schrift eingeführt wird und die Tatsache, dass hiermit natürlich ideal die (gravierend verbesserten) Merkzettel- und Kauffunktionen der neuen Site vorgestellt werden können. Bei 9,90 Euro klickt man ja mal eben auf Kaufen und kann schnell selbst erleben, wieviel netter das Shopping geworden ist – bei 399 Euro eher weniger. Insofern darf man davon ausgehen, dass die Axel mit ihrem bis Ende Juni datierten Angebotspreis vor allem Promotion für den Site-Relaunch machen soll. Ob es danach eine ausgebaute Axel bei FSI geben wird, abwarten.

Auszubauen wäre nämlich einiges. Die Axel kommt – bei dem Preis mehr als korrekt – recht eingeschränkt daher. Hinter dem OTF-Paket verbirgt sich im Grunde ein Windows-TrueType, ohne großen Extra-OTFPro-Zeichensatz, ohne Small Caps, ohne verschiedene Ziffernarten, ohne Fremdsprachen. Was nicht nur angesichts von 10 Euro vertretbar ist, sondern auch andeutet, wohin es die Axel zu treiben scheint: Dies ist, offenbar, kein Font für Mac-affine Designer, die sich in Indesign austoben und ein Maximum an Glyphen wollen, sondern eher eine knackige und handwerklich saubere Lösung für Office-Nutzer an Window- und Mac-Rechnern. Obwohl OS X mit iWork natürlich OTF-Features nutzen kann, sind Office-Nutzer seit Jahren in Sachen OpenType außen vor (was sich mit der nächsten Version ändern soll). Bis dahin liefert die Axel eine saubere Lösung, zumal die SmallCaps (unter Word usw unerreichbar, wenn SC in den OT-Glyphen liegen) ja ausgelagert sind.

Die Axel ist insofern inoffiziell Spiekermanns erster Font für Windows und Mac-OS, eine Art hochökonomischer Systemschrift, die man weniger (nur) für Printdesign benutzt, als vielmehr, um relaxt Tabellen und Texte am Rechner zu bearbeiten. Dafür sprechen das ausgedehnte manuelle Hinting (der Alptraum jeder Fontkonvertierung), das eine hochwertige Bildschirmdarstellung und auch gutes Druckbild bei Inkjet und Laser gewährleistet und die Nutzung von Cleartype, für die spezielle Nutzung als Tabellensatzschrift empfiehlt sich Axel nicht zuletzt dadurch, dass hoch- und tiefgestellte Bruchziffern mitgeliefert sind und einige mathematisch Sonderzeichen.

In der langen Historie der Officina ist es vielleicht ironisch, das eine für die Schreibmaschine entwickelte Schrift nach Umwegen als die Mutter der Understatement-Designtypographie der 80s/90s jetzt wieder da ankommt, wo sie hingehört: In die Büros, als Schrift für die Nachfolger der Schreibmaschine, auf Computern und Laptops. Also: Zugreifen, solange der Preis noch so niedrig ist. Vielleicht erleben wir ja so eine Off…ähm Axel-Renaissance. :-D

15:14 Uhr. Kategorie Design. Tag . 6 Antworten.

Typo Berlin 2009 Space Tag Drei

hd schellnack

Last not least die Bilder vom dritten Tag, ebenfalls unedited. Ganz wichtig: Ich habe die Photos natürlich nicht selbst geschossen, sondern hauptsächlich stammen sie von Katharina und Stefanie, die den ganzen Tag die schwere Kamera in der Hand hatten und tolle Momente eingefangen haben – 1000 Dank!!!

(weiterlesen …)

23. Mai 2009 23:59 Uhr. Kategorie Design. Tag . 6 Antworten.

Typo Berlin 2009 Space Tag Zwei

hd schellnack

Ganz schnell die Roh-Bilder von dem zweiten Tag der Typo in Berlin, mit einem ziemlichen Übergewicht an Markus-Hanzer-Bilder, was ein derart fulminanter Vortrag aber auch wirklich verdient hat…

(weiterlesen …)

09:16 Uhr. Kategorie Design. Tag . 10 Antworten.

Typo Berlin 2009 Space Tag Eins

hd schellnack

Hier in aller Eile (verschlafen) und nicht groß bearbeitet, zumal die Belichtungsmessung der Canon offensichtlich in der Hall etwas spinnt, die Bilder der Space-Typo Berlin 2009 vom ersten Tag, lose kommentiert:
(weiterlesen …)

22. Mai 2009 08:14 Uhr. Kategorie Design. Tag . 4 Antworten.

Astronautige Plakate

Beim Post über das Kunst-Cluster fiel mir auf, dass ich anders als sonst die Bielefelder Plakate dieser Saison nicht gepostet habe, was doch schon fast Tradition hat. Das erste Motiv bricht etwas aus der Serie und hat eigentlich auch inhaltlich fast mehr abschließenden Charakter, aber GMD Peter Kuhn fand das Bild gut und hat es sich für sein Eröffnungskonzert gewünscht und da nun wirklich fast nie spezifische Wünsche aus Bielefeld kommen, ist das immer etwas, was ich gern tue, die wenigen dann auch ernst nehmen und erfüllen wollen….  Man sieht rpckblickend schon etwas, dass es nicht ganz in die Serie passen will, aber ich zeige es hier trotzdem, weil so die Idee der sich überlagernden ///////-Flächen vielleicht klarer wird (es kommt mit jedem Konzert eine Ebene hinzu). Und es außerdem, obwohl das fast mehr ein Insider-Gag ist, weil es auch eine Art Brücke zu dieser Saison herstellt :-D. Ich werd’ den Astronauten vermissen…

hd schellnack
hd schellnack
hd schellnack
hd schellnack
hd schellnack
hd schellnack
hd schellnack
hd schellnack
hd schellnack

PS: Die Cover der Abendprogramme, wo die Striche von der Rückseite des Heftes nach und nach auf die Front wandern (hier nur in klein die Cover):
hd schellnackhd schellnack
hd schellnackhd schellnack
hd schellnackhd schellnack
hd schellnackhd schellnack
hd schellnack

18. Mai 2009 08:30 Uhr. Kategorie Arbeit. Tag . 2 Antworten.

Zu verschenken 24: Vier Farben Ein Billd

hd schellnack

Obwohl sich seitdem reichlich in Sachen Farbmanagement getan hat, und man heute mit Profilen und hardwarekalibrierbaren Monitoren viel weiter ist als zu der Zeit, da dieses Buch erschien, liefert 4 Farben ein Bild immer noch sehr solide Grundinformationen über Scannen und Bildbearbeitung am Rechner. Immer wenn ich es sehe, muss ich daran denken, welcher Horror es seinerzeit war, allein in Freehand halbwegs akkurate Farben hinzukriegen – Mission Impossible :-D.

Wer mir bis morgen das schönste Photo fürs Blog per Mail zuschickt, kriegt das Buch.

07:32 Uhr. Kategorie Stuff. Tag . Keine Antwort.

Nikolai Tokarev: French Album

hd schellnack

Auf seinem zweiten Album widmet sich das russische Piano-Ausnahmetalent Tokarev Stücken von Rameau, Debussy. Ravel und Franck -Gavotten, Präludien, Arabesquen, die ihm weich und perlend gelingen, darunter auch etwas vorhersehbare Stücke wie Debussys Clair de Lune. Wo andere Pianisten auf relativ harte Hochgeschwindigkeitsmanöver am Flügel setzen, wirkt bei Tokarev alles einen Tick weich, samtig, manchmal fast gedämpft. Für einen Pianisten Mitte 20 ist da eine fast altersweise Sparsamkeit durchzuhören, ein virtuoser Mut zum Nicht-Angeben-Müssen, vielleicht weil Tokarev sich bei endlosen Pianofestivals bereits als technologischer Könner der Oberliga etabliert hat. Diskret ist das Wort, das einen bei Tokarevs Anschlag am ehesten durch den Kopf geht. Diskret im Sinne von unauffällig, beherrscht und zurückhaltend, Gentlemenlike, wenn man will. Diskret aber auch im Sinne von unterscheidbar und trennbar, denn Tokarev nutzt – anders als viele Kollegen – die Dynamik des Flügels von den sensibelsten, hingehauchten Noten bis zum vollen Anschlag aus. Das klingt dann oft weniger modern und kalt als andere Pianisten, tut den Stücken, die Tokarev sich ausgewählt hat, aber absolut wohltut, das Ergebnis ist eine seltsam altmodisch klingende Einspielung, die ornamentalen Reichtum und eine fast bürgerliche Spielweise kombiniert. Tokarev dekonstruiert nicht, er konstruiert, er baut – das durchaus abgegriffene Clair de Lune hat man selten so filigran, transparent und fast zögernd gehört, dabei aber trotzdem nicht leicht und duftig, sondern mit einer gewissen Schwermütigkeit, die immer wieder trotz so scheinbar leicht perlender Stimmung auf dem gesamten Album durchschlägt. Das French Album (und dem Titel merkt man an, das Sony Tokarev international pushen will) ist beileibe kein perfektes Album, aber für ein zweites Album eines so jungen Pianisten vielversprechend. Mir selbst ist sie einen Hauch zu konventionell, zu lieb, zu wenig ambitioniert, sie hört sich zu gut weg… im Grunde mag ich Pianisten mehr, die Ecken und Kanten haben, weniger perfekt sind, weniger perfekt sein wollen. Das French Album ist eine Platte, die nirgendwo aneckt, die einen Hauch gefällige Konsensmusik abliefert, die man zu gut auch bei Rotwein und Kerzenlicht hören kann, die durchaus kontemplativ ist und phantastisch gespielt, die aber eben auch ein klein wenig wegsülzt, nicht zum aufpassen und mitdenken einlädt, weil sie zu wenig Haken schlägt. Wobei ich sicher bin, dass sich das live relativieren dürfte – Studioklassik ist ohnehin immer einen Hauch zu perfekt und tot.

17. Mai 2009 22:07 Uhr. Kategorie Musik. Tag . Eine Antwort.

Kunst Cluster

Obwohl wir ja eigentlich Designer und gar keine Künstler sind, hat uns Thilo Küpper von der Kunst-Cluster-Initiative Wuppertal eingeladen, 2009 zu den vielen Künstlern zu gehören, die in der ELBA-Halle in Wuppertal ihr Arbeiten zeigen. Wir freuen und sehr, nicht zuletzt, weil Beate und Christian von Clownfisch in der gleichen Location am 20.6. die dritte Ausgabe Ihres Kunstmagazins präsentieren wollen – und werden zu dem Anlaß die Astronauten noch einmal – quasi als Abschied, denn die Saison ist ja in Bielefeld vorbei – in die Arena bringen, vielleicht mit den Konzertplakaten der Saison (oder deren Restbeständen) als Gratisbeilage, mal sehen. Am 6.6. ist die Auftaktveranstaltung (von Clownfisch, Kunst-Cluster und Shakespeare Live gemeinsam veranstaltet), die Kunst-Cluster-Ausstellung geht vom 24.6. bis zum 28.6.. Vom 6.6. bis zum Finale am 28. kann man übrigens auch in der ELBA-Halle die Blanko-Heft-Ausstellung zur Schöpfungs-Ausgabe von Clownfisch sehen, wo alle eingesendeten und handbearbeiteten leeren Hefte, die die Redaktion weit verteilt hat, zu sehen sind – das dürfte spannend werden…  so oder so eine gute Ausrede/Gelegenheit für uns, im Juni hoffentlich ein paar gute Stunden mit ein paar der besten Menschen in Wuppertal zu verbringen, worüber ich mich eigentlich am meisten freue.

16. Mai 2009 18:46 Uhr. Kategorie Leben. Tag , . 3 Antworten.

Wand

13:54 Uhr. Kategorie Photos. Tag . Keine Antwort.

Branislav Kropilak

hd schellnack
hd schellnack
hd schellnack

Der 1982 geborene Slovene Branislav Kropilak zeigt, wie spannend gut gemachte architektonische Photographie den industriellen Alltag mit einem Hauch von Magie oder auch Starre überziehen kann. Nicht alle Bilder des preisgekrönten Photographen, der inzwischen auch für Vanity Fair, Icon oder die Sunday Times photographiert, sind immer fesselnd, aber oft gelingt es ihm mit seinen Langzeitaufnahmen, mit den starren Perspektiven, mit der strenge in seinen Bildern, nicht zuletzt mit dem Nutzen der Lichteffekte, die unsere Zivilisation so prägen, die Idee, das wir in einem Technologischen Magiereich wohnen,einprägsam zu vermitteln – während andere Bilder, etwa die von Zügen und Tankstellen eher die Schattenseiten, die Tristesse hinter dieser Leuchtkulisse bloßlegen. Schönheit – und Häßlichkeit der Industriekultur einer menschenleeren, fast postnuklear wirkenden Welt, in der auch ohne Menschen das Licht nicht auszugehen scheint, die ohne den Kern ihres Sinnes weiterexistiert und abstrakt wird.

via Surfstation

15. Mai 2009 11:10 Uhr. Kategorie Design. Tag . 2 Antworten.

Save me from the Weed

hd schellnack

So sieht eine gute Anti-Drogenkampagne aus :-D

(Strange Tales #94 Stan Lee /  Larry Lieber /  Joe Sinnott)
Aber Hilfe naht:

hd schellnack

14. Mai 2009 08:53 Uhr. Kategorie Stuff. Tag , . Keine Antwort.

Silver Age Elseworlds

hd schellnack

Normalen Menschen kann man das Konzept eines Elseworlds-Comic kaum erklären – aber Comic-Nerds dürften reichlich Spaß an Mark Waids und Ty Templetons fiktiven Titelseiten für Elseworlds-Konzepte aus den Sechzigern und Siebzigern haben, die in einem 80-pages-Elseworlds-Special veröffentlicht wurden, das DC wegen eines kleineren Skandals eingestampft hat.

08:45 Uhr. Kategorie Stuff. Tag . Keine Antwort.

Filme gesucht

hd schellnack

Ich ärgere hier im Büro alle seit einiger Zeit damit, dass ich Film für das nächste große Ding halte. Was seltsam klingt – die Filmbranche ist ja nicht gerade klein. Aber anstatt des zentralisierten Hollywood-(oder in Deutschland staatlich subventionierten) Kinos meine ich eher eine Graswurzel-Bewegung, wie wir sie in der Photographie mit dem Aufkommen weit verteilter, billiger und trotzdem hochwertiger Digitalkameras erlebt haben, als plötzlich jeder anfing, sich als Photograph auszuprobieren und bei dieser «Demokratisierung» (Man kann auch sagen Marktausdehnung) neben vielen Fehlstarts dabei natürlich auch manche Talente ans Tageslicht kamen. Genau das gleiche wird mit bewegten Bildern passieren – selbst hochwertige Videokameras werden immer preiswerter, von der ja nicht mehr völlig unerschwinglichen High-End-Qualität einer RED über die Canon EOS 5DII, bis sogar hinab zu der Low-End-Version, die man aber immer dabei haben kann, etwa bei der nächsten iPhone-Generation, die ja sogar eine Art Videoeditingsoftware direkt im Handy anbieten wird (iMovie) und man so seinen Youtube-Clip direkt am Handy drehen, schneiden, bearbeiten und uploaden kann.

Ich denke, diese Bewegung wird das Web visuell weitgehend ändern. Neben den weiterhin nutzungsorientieren Infoseiten wird das Internet in den nächsten Jahren mehr nach bewegten Bildern aussehen, Filme, die interaktiven Charakter haben, Fernsehartige Sites mit Kurzfilmen und und und. Überhaupt, hoffe ich, werden Kurzfilm und Dokumentarfilm auch von Amateuren, die weder Zeit noch Lust haben, sich mit Avid und Arriflex auseinanderzusetzen, aber trotzdem eine Geschichte wollen.

Gerade richtig für diesen Trend kommt im Rahmen des Kunstclusters und des Clownfisch-Schöpfung-Events:

3 TAGE INDEPENDENT FILMFESTIVAL
in Wuppertal vom 18. bis 20.06.09

Im Rahmen des clownfisch Release der neuen Ausgabe zum Thema »Schöpfung« eröffnet das clownfisch-Team vom 18. bis 20.06. ein freies und feines Kino in der Fabrik ELBA in Wuppertal. Drei Tage Independent-Filmfestival geben Möglichkeit zum Austausch zwischen jungen Filmemachern, Produzenten und Zuschauern, während drumherum auf ca. 2500m² Kunst, Design, Musik, Tanz und Theater  aufeinandertreffen. Nahtlos in die Ausstellung und das Programm integriert, haben die Filmemacher die Chance, ihre eigene Sichtweisen und Dokumentationen über Geschaffenes und Gescheitertes zu zeigen.

Wer mitwachen will, kann sich jetzt online anmelden.  Eingereichte Filme schickt ihr  einfach unkomprimiert als Link oder bis 5MB auch direkt als Datei an redaktion@clownfisch.eu oder per Post an: clownfisch statementmagazin, »3 Tage Film«, Ludwigstr. 49, 42105 Wuppertal.

07:18 Uhr. Kategorie Stuff. 3 Antworten.

Zu verschenken 23: Die Photos

hd schellnack
Benjamin

hd schellnack
Clara

hd schellnack
Felix

hd schellnack
Johannes

hd schellnack
Judith

hd schellnack
Sebastian

hd schellnack
Susann

hd schellnack
Tobalo

Wieso muss ich ich eigentlich immer entscheiden müssen? Tobalo (der nun echt durchgehend jedesmal tolle Bilder schickt, oder? Beeindruckend!!!) und Felix sind auch ganz eng dran, weil sie fast Buchcovertauglich sind – obwohl alle Bilder echt schön sind – aber ich glaube, Sebastian kriegt das Buch :-D.

13. Mai 2009 14:38 Uhr. Kategorie Stuff. Tag , . 9 Antworten.

Warum Crowdsourcing und Gratisdesign nichts bringen

hd schellnack

Sehr schöner Artikel bei CreativePro.

Ein Highlight:
When a client solicits spec work, you have no idea how many other designers are pitted against you. It’s a crapshoot. Crowdsourcing odds are even worse. … For example, a recent call for a company logo on CrowdSpring received 1,749 entries — only one of which gets paid, while 1,748 won’t. … “According to [CrowdSpring’s] home page, designers have submitted over 219,000 entries” as of this April 2009. “If we average each entry out to an hour’s worth of a designer’s time, and that’s a hugely underrated figure, that equates to 25 years of unpaid designer labor.”… “The only thing worse than a potential client who does not value the efforts of a professional graphic designer is a designer who doesn’t appreciate the value of their own time and work.”

Wird Zeit, dass wir in Deutschland auch klar Stellung gegen unbezahlte Pitches und Crowdsourcing beziehen. So verlockend es ist, wenn ein spannender Kunde zum Gratiswettbewerb bittet -  man sollte nicht an Pitches gegen mehr als maximal 10, in einer zweiten Runde 3 Teilnehmer mitmachen und zumindest einen symbolischen Obulus, der die Materialkosten und eventuellen Selbstkosten deckt, sollte es geben. Und wer bei Crowdsourcing mitmacht, sorry, sollte sich nicht mehr Designer nennen. Einen Burgerbrater nennt man ja auch nicht Koch, oder?

Gratis-Pitches und Crowdsourcing sind die derzeit größte Gefahr – neben der Flut unqualifizierter Designer am Markt und dem dazu gehörenden Preisdumping – für die Branche, sie erodieren die Basis von dem, worauf gutes Design überhaupt erst aufbauen kann: Gegenseitiger Respekt und Dialog auf Augenhöhe. Wenn hier in den nächsten Jahren eine Art verbindlicher und bindender Ehrenkodex entsteht in der Branche, an den sich alle halten – denn wenn das nicht möglichst alle tun, oder zumindest ab einer bestimmten Qualitätsstufe alle, bringt es nichts – nehmen wir uns selbst die Existenzgrundlage und dürfen uns nicht beschweren, wenn Design im engeren Sinne in zehn Jahren als Aushilfstätigkeit gilt (denn auf dem Weg sind wir jetzt schon ziemlich weit gekommen!)

08:05 Uhr. Kategorie Design. Tag . 4 Antworten.

Anna Ternheim: Leaving on a Mayday

hd schellnack

Das «Leaving» im Titel ist wörtlich zu verstehen – die schwedische Sängerin Anna Ternheim hat dieses Album in New York aufgenommen und läßt nicht nur ihre skandinavische Heimat hinter sich, sondern auch ein Stück ihres alten Sounds. Mit der großen Stadt kommt auch ein größerer Sound auf, der bereits ihr letztes Album prägte. Seltsamerweise erinnere ich mich an Interviews, in denen Ternheim an diesem melodramatischen kommerziellen Strings-and-Drums-Teppich für ihre Lieder Kritik äußerte und zudem einige Tracks bewusst abgespeckt mit Gitarre und Klavier anbot… wieso dann auf dem nächsten Album noch einen Schritt weitergehen und eben streckenweise völlig auf die Gitarre verzichten? Von den Jazz-/Folkanklängen ihrer alten Alben ist nicht mehr viel übrig, die Musikkulisse erinnert – zum Guten wie zum schlechten – an Marc Almond, da wird gegeigt und getrommelt, was das Zeug hält und das nicht immer zum Vorteil der Komposition. Erst im vierten Stück gewinnt das Piano langsam die Oberhand wieder, obwohl auch hier eine fast hektische Grundstimmung herrscht.

Erst ab No I don’t remember scheint es eine Art B-Seite des Albums zu geben, einen deutlichen Bruch, in dem die Gitarre zurückkehren darf, immer noch von Streichern, Keyboards und (etwas dezenteren) Drums begleitet. Summer Rain bringt einen Ruhepunkt in das Album, ohne den Zuckerguß der Überproduktion und das erste Mal hat man das Gefühl, die Stimme der Sängerin wieder hören zu können, das erste Stück, das authentisch klingt. Auch Losing you, Off the Road (mit etwas so grundsympathischen wie Spielfehlern auf der Gitarrenspur!)  und das finale und massiv nach dem ersten Album klingenden Black Sunday Afternoon klingen einen Hauch Band-orientierter, nicht so sehr für Orchester gemacht. Es ist , als wolle die Sängerin bewusst auch ihr altes Publikum mitnehmen, niemanden vergraulen. Hey schaut, ich bin immer noch das Mädchen, das zur Zupfgitarre singt.

Anna Ternheim bleibt der bipolaren Stimmung ihrer Musik treu, die sich schon auf dem zweiten Album andeutete – ihre düsteren Songs packt sie mal in eine kleine Besetzung, mal in das große Exoskelett eines deutlich bombastischeren Sounds. Das hat ein bisschen etwas von «für jeden etwas dabei», was meist bedeutet, dass für niemanden wirklich etwas dabei ist – die Musik wirkt nicht (wie etwa bei Björks ja auch nur auf Strings und synthetische Drums reduzierten Homogenic-Album oder wie bei den frühen Portishead, die auch größtenteils aus Beats’n'Strings bestanden) entschieden und eindeutig, obwohl sie es bei dieser ungewohnten Besetzung ja durchaus sein könnte, sondern eher abgeschliffen und brav. Keines der Lieder – und hier unterscheidet sich Leaving on a Mayday dramatisch von den beiden Vorgängeralbem – bleibt bei aller Qualität im Kopf hängen, trotz aller Mühen und der opulenten Kraft von Schlagzeug und Streicherkaskaden bleibt die Angelegenheit etwas farblos. Was tanzbar sein soll, geht in zu eindimensionalen Arrangements unter, was Gefühle wecken soll, erstickt im Zuckerguss. Kaum einer der Songs auf diesem Album hat die Blümchentapete-Behandlung verdient, die ihm Björn Yttling hier zuungute kommen lässt. Es gibt auf Youtube eine Vocals-only-Version von Summer Rain, die drastisch deutlich macht, das dieser eh zu den besseren Songs des Albums sein auch in einem innovativeren Arrangement großartig hätte sein können, indem man einfach die Produktion drum herum wegnimmt, was sicher nicht im Sinne des Erfinders ist…

Die Stimme, am Ende, reisst es natürlich heraus. Ternheims mal kindlich-naive, mal rauchig-laszive Stimme, die die strukturell stets etwas gleichen Songs zusammenhält, veredelt, rettet, verzaubert, erzählt, nöhlt, wispert und kann sich auch in den lauten Stücken halbwegs durchsetzen. Es ist verständlich, dass Ternheim ihre stets etwas selbstidentischen Kompositionen durch Änderungen der Produktion, der Einbettung, zu erweitern und variieren versucht – und der Versuch ist ehrenwert und richtig. Generell ist es natürlich gut, dass Anna Ternheim sich bisher mit jedem Album einen Hauch anders präsentiert. Die sehr deutliche Zweiteilung auf Leaving on a Mayday, das offensichtliche Gefangensein zwischen zwei Klangwelten, ist jedoch eher erschreckend. Man mag das als Abwechslungsreichtum empfinden – und es ist sicher besser als bei nur einer der beiden Welten zu verharren -, aber insgesamt wäre man nicht überrascht, wenn das vierte Album auf einmal elektronischer klingen würde. Ternheim sucht «ihren» Sound und allein diese Suche ist es natürlich wert, Sympathie für die Sängerin und ihren dritten Longplayer zu empfinden, zumal die Platte in ihrer oft seltsamen Produktion sicher auch nicht völlig an den Mainstream angepasst ist. Schade ist es einzig und allein um das größere Potential, das unter der unentschiedenen Produktion verborgen bleibt. Auch bei Irrwegen ist Ternheims Wunsch, nicht einfach nur ein weiteres Gitarren-Mädchenmusik-Ding zu sein, greifbar und richtig. Insofern bleibt zu hoffen, dass sie beim vierten Album nicht auf dem Melodrama-Sound der letzten beiden Alben hängen bleibt, sondern weiter ihren Weg sucht.

07:44 Uhr. Kategorie Musik. Tag , . Keine Antwort.

Redesigning Amerika





Im Idea-Blog von The Avery gibt Meowza Katz (super Name) gleich noch einen Grundkurs in Sachen Web2.0-Redesign für die USA und entwickelt eine neue Flagge, einen neuen Dollarschein und gleich ein neues Design für die Square States. Alles runder, bunter, glänzender – so lässt sich die Finanzkrise doch prima meistern. Ganz nebenbei eine feine virale Kampagne ;-).

12. Mai 2009 18:26 Uhr. Kategorie Design. Tag , . Keine Antwort.

Design in the Cloud

Seit einigen Jahren munkele ich, dass Software in Zukunft nicht mehr lokal auf dem Rechner liegen wird, sondern – im Grunde gemietet – online auf einem Server, im Sinne von Cloud-Computing, stattfinden wird. Das steckt alles noch in den Kinderschuhen, wird aber fleissig vorwärtsgeschoben, wie das Aviary-Projekt beweist, das sehr beeindruckend Vektor- und Pixelediting, einen Effektegenerator und ein Kuler kaltstellendes Farbpalettensystem programmiert haben. Extrem beeindruckend, um es mal bescheiden zu sagen, wie die Nachbildung eines funktionierenden OS gestalterisch wie in der Umsetzung schon in der Beta funktionieren, auch wenn alles natürlich hinter den Möglichkeiten von etwa der Creative Suite zurückbleibt. Dennoch: Wer hiernach noch behauptet, Flash sei nur für alberne Animationen zu gebrauchen, sollte endlich mal umdenken. Das Cloud-Design wird kommen, und es ist mit Aviary ein ganzes Stück näher gerückt. Würde mich nicht wundern, wenn Adobe entweder schnell nachlegt oder kurzerhand die Tools einkauft…

18:12 Uhr. Kategorie Online. Tag , . Eine Antwort.

Mirrormask Title Sequence

Dave McKean gehört zu den Leuten, die mich – seinerzeit mit seinem genresprengenden Coverartwork für Neil Gaimans Sandman-Serie – für Grafik-Design begeistert haben. Oft kopiert ist der Brite bis heute unerreicht und einer der wenigen Designer/Künstler, bei denen man sich fragt: Wie zur Hölle hat er das gemacht? Es gibt kaum einen so über allen Grenzen hinweg multimedial tätigen, erfolgreichen, klar stilistisch verortbaren und doch immer wieder überraschenden Künstler.

Hier gibt es seinen Mirrormask-Opener als HD-Version zu sehen. Immer wieder erstaunlich, wie McKean seinen zweidimensionalen komplexen Stil nahtlos in die dritte Dimension übertragen hat.

16:19 Uhr. Kategorie Design. Tag . Eine Antwort.

Crossing Border

Nicht ganz neu, aber wirklich schön und erinnerte mich an eine handwerklich recht ideale Umsetzung einer Idee aus dem Grenzen-Projekt der RA seinerzeit: Die Crossing-Border-Plakate von Bram van Vulpen

13:08 Uhr. Kategorie Design. Tag . Keine Antwort.

Lecker Schrift!

hd schellnack

Koffie by Fabio Bartali

Vor allem als Dozent an der WAM habe ich mich jahrelang damit unbeliebt gemacht, meine Studenten Buchstaben backen oder kochen zu lassen – um später an der Ruhrakademie auch Fonts auch Haaren und Feuer zu produzieren – und immer wieder kam die Frage auf, was das nun mit Typographie zu tun haben soll und ob ich endgültig durchgedreht sei und man nun bitte endlich die DIN-Klassifizierung lernen dürfe :-D (okay, der letzte Teil ist gelogen).

Die Typo-Profis bei Typophile geben mir nun eine verspätete Rechtfertigung für diese seltsame Idee und zeigen, wie kreativ man aus seinem Abendessen oder Frühstück kleine Typo-Kunststückchen formen kann - im Fontbattle 37.

07:46 Uhr. Kategorie Design. Tag . 2 Antworten.

The G8

hd schellnack

Lasst euch nicht von den (wenn auch großartigen) Landschafts-Stilleben am Anfang dieses unter anderem von Terje Sorgjerd betriebenen wunderbaren Photoblogs abschrecken, im weiteren Verlauf kommen Reisephotos und Portraits in einer digitalen, oft unwirklichen HDR-artigen Ästhetik, die zeigt, wie tief und nahtlos Postproduction zum Teil des Bildprozesses geworden ist. Manche Bilder grenzen an Kalenderkitsch, andere sind atemberaubend gelungen, ich persönlich muss zugeben, dass mich die Portraits mehr fesseln als die Landschaftsbilder, die handwerklich aber auch unbedingt beeindrucken.

07:22 Uhr. Kategorie Design. Tag . Keine Antwort.

Einfach = Effektiv

hd schellnack

Gutes Design ist oft die Kunst des Weglassens. Das Simple erfordert jedoch oft einen kreativen Sprung, eine Art laszive Bösartigkeit, die die Arbeit dann besonders macht. Dieses von JWT stammende Plakat in Melbourne ist ein Paradebeispiel: Böse gedacht, minimalistisch gemacht, anstelle der sonstigen Gutmenschen-Langatmigkeitsslogans ein klarer Faustschlag von einer Botschaft, so simpel wie die Gestaltung. Wie effektiv das ist – nicht nur als gelungene Ambient-Media-Arbeit, sondern auch als Design – zeigt das Umfeld, das gegen die große weiße Fläche und die klare Typographie auf einmal überladen und langweilig wirkt, der urbane visuelle Müll-Flickenteppich, dessen Unruhe die Wirkung des Weißraumes erst ermöglicht. Die Wirkung von Großzügigkeit im wimmeligen Umfeld hat Tschichold ja in Erfreuliche Drucksachen… dokumentiert, aber hier wird deutlich, wie frisch simple Typographie wirkt, die fast nichts mehr will, wenn sie mit einer gewissen Brutalität gekoppelt wird. Wie beim Kochen: Statt einen Tisch voller Trashfood lieber wenige, aber feine Zutaten.  Das JWTs Anxiety Index eher ein schlimmes Beispiel für Werberzynismus ist (und bitte hoffentlich ironisch gemeint?), ist eine andere Sache….

via Marketing Alternatif

07:09 Uhr. Kategorie Design. Tag . Eine Antwort.

It’s a type world and we’re just driving in it

hd schellnack

Typo-Spots scheinen gerade in zu sein: Hier ist einer von Daimler-Chrysler  zum BAS-Bremssystemder Mercedes-Modelle. Von BBDO Düsseldorf.

via John Nack

11. Mai 2009 11:18 Uhr. Kategorie Design. Tag , . 4 Antworten.

Zu verschenken 23: Typo Atlas

hd schellnack

Mensch, die Typo in Berlin steht vor der Tür und passend fliegen hier die Bücher raus, wenn ich sie nur mal endlich verschicken würde :-D.

Diesmal gibts das dicke Typo-Atlas-Buch von Günter Schuler, das allein wegen seiner umwerfenden Umschlaggestaltung doch sicher ein Photo wert ist…

Wer mir bis Mittwoch das schönste Photo fürs Blog per Mail zuschickt, kriegt die Bücher und trägt nur das Porto selbst.

09:15 Uhr. Kategorie Stuff. Tag . Keine Antwort.

Douglas Coupland: Girlfriend In A Coma

hd schellnack

Girlfriend in a Coma ist ein seltsames Buch, interessant am ehesten unter dem Aspekt, einem Autor bei dem Versuch zuzusehen, aus seiner schriftstellerischen Nische zu entkommen. Es fühlt sich an, als würde Coupland versuchen, eine Art magischen Realismus à la Jonathan Carroll zu schreiben. Nicht umsonst beginnt das Buch mit einem Ich-Erzähler, der sich als Geist vorstellt, im Grunde das gesamte Thema des Buches in einem Satz zusammenfasst – um dann für 2/3 des Buches wieder zu verschwinden. Im folgenden widmet sich Coupland Richard und Karen, die nach ihrem ersten Sex mit Richard für die nächsten 17 Jahre in ein Koma fällt (Sex is bad, kids!). Angesichts des schon bei den Smiths entliehenem Buchtitels schickt und Coupland durch ein mit Morrissey-Zitaten angereichertes Nichts )wohlgemerkt, die Zitate erscheinen auch schon in den 70s, also bevor es die Band eigentlich gab, präkognitiv sozusagen), in dem der Freundeskreis damit beschäftigt ist, nichts zu tun. Coupland wärmt hier seine stillstehende posthistorische Generation X auf, die sich durch die Siebziger und Achtziger schlagen, Supermodels werden und trotzdem in ihre Heimatstadt Vancouver zurückkehren, bei den X-Files arbeiten, Heroin nehmen, um die Welt reisen um die großen Antworten zu finden und irgendwie eine Menge machen, ohne das wirklich was passiert. A lot goes on but nothing happens, das ist dann auch das Feeling des ersten Teils des Buches, in dem Couplands quintessentielle Slacker wie zerbrochene Spielzeuge durch den Plot gezogen werden, als lebende Kritik an der durchhängenden, nichts aufbauenden Generation, für die sie stehen. Hätte Coupland es bei diesem mitunter etwas langatmigen, in seiner Boshaftigkeit aber auch faszinierenden Part gelassen, wäre Girlfriend ein zumindest halbwegs erträgliches Buch geworden. Im zweiten Teil erwacht Karen aber unter mysteriösen Umständen aus ihrem Koma – da hat anscheinend wirklich jemand zu viel X-Files gesehen -, begegnet der Tochter, die sie im Koma geboren hat, allerlei mysteriöse Dinge geschehen – und kurz darauf steht die Welt still. Während zuvor nur metaphorischer Stilstand herrschte und die Protagonisten ihre Leben nicht voll auszuleben schienen, leben sie jetzt in einer postapokalyptischen Welt, wo ihre negativen Tendenzen – Drogen nehmen und Faulenzen – voll zum Vorschein kommen. Anstatt eine neue Zivilisation aufzubauen, wie sich das für postapokalytische Amerikaner (well, Kanadier eigentlich) gehört, hängen sie einfach ab und schauen sich Videos an… bis ihnen der Geist von Jared die Leviten liest und eine Chance gibt, die Welt wiederzubeleben, wenn sie ihr Leben ändern.

Progress is Over heißt ein Kapitel des Buches, und ebenso stumpf ist auch Couplands Message: Fukoyamas Ende der Geschichte ist Unsinn, unsere Generation muss sich anstrengen, gewinnt den US-Pioniergeist zurück, you have a mission. Raus aus der Postmoderne, rein in die Kartoffeln. Während der erste Teil des Buches Coupland auf Autopilot zeigt, gibt es in der Mitte einen klaren Bruch,so als würde sich der Autor mit seinem eigenen schriftstellerischen Werkzeug langweilen und mal etwas ganz anderes probieren wollen, was an sich großartig wäre – der stets extra-lakonische, popkulturzitierende Gen-X-Schreibstil wird ja auch schnell anstrengend -, nur leider hat Coupland ganz offensichtlich einfach gar kein anderes Werkzeug. In übelster Manier entwickelt er eine pseudo-mystische, pseudo-übersinnliche Geschichte, die Plumpheit kaum zu überbieten ist. Während der erste Teil des Buches langsam ist, aber durchaus seine Momente hat, ist der zweite und dritte Akt so derart amateurhaft geschriebene Stephen-King-Fanfiction, das man es kaum glauben mag: Das Ende wirkt, als habe Coupland es übernächtigt ohne jede Planung und mit einem massiven Hangover auf einem Nachtflug nach Japan geschrieben, es macht weder im Sinne einer bündigen Handlung einen guten Eindruck, noch ist die moralische Botschaft in diesem unfassbaren Holzhammer-Härtegrad erträglich.

Coupland präsentiert die Gegenwart gemessen an den Träumen der 17-jährigen in den Siebzigern als Alptraum. Mit Karens Augen erleben wir eine Welt des Stillstandes, der zerbrochenen Träume, von zuviel Medienkonsum, Drogen, Selbstzweifeln, inmitten vergifteter oder zielloser Ambitionen, in der sich ihre Freunde bestenfalls durchhangeln oder eine Art gleichgültiges Pausen-Dasein ohne Ziele führen, in der das Vakuum von exzessivem Technologiegebrauch gefüllt wird. Der Kunstgriff, Karen zwei Dekaden überspringen zu lassen, sollte absolut reichen, um eine deutliche Kritik an der lethargischen Jetztzeit und den Verlust von Idealismus und Unschuld der Jugend zu ermöglichen. Anscheinend fand Coupland seine Botschaft aber noch nicht eindeutig genug, deshalb bekommen wir im zweiten Teil Visionen, den kompletten Weltuntergang – mit Ausnahme von einer handvoll Leuten in Vancouver, hust, die zufällig unsere Protagonisten sind, these things happen – kryptische Geister/Engelserscheinungen von Jared, der seinen Ex-Freunden teilweise schreckliche Dinge antut, aber sie anscheinend nur wach rütteln will. Am Ende wird die Welt wieder hergestellt, wie sie war kurz bevor Karen aus dem Koma erwachte und der Freundeskreis von Richard, Linus, Wendy und Co hat eine göttliche Mission zu erfüllen… als Leser bleibt man hingegen kopfschüttelnd zurück, weil man zusehen durfte, wie ein Autor seinen etablierten Schreibstil verwirft, um essentiell noch schlechter zu schreiben. Couplands postmoderne, oft sardonischer Stil à la Microserfs ist eine Sache, die man durchaus kritisch sehen kann, aber DEN beherrscht er wenigstens – während der unbedarfte eindimensionale Stil gegen Ende des Buches bestenfalls als Experiment eine Art Anti-Coupland zu erfinden interessant sein kann, aber nun wirklich keine Publikation wert ist. Faktisch sagt Coupland in Girlfriend recht deutlich, das der Stil, wegen dem man seine Bücher bisher eigentlich gelesen hat, aus seiner Sicht Müll ist, die Haltung dahinter falsch ist und jetzt alles anders werden muss… nur, dass anders und neu hier eben nicht besser ist, sondern ein entsetzlich transparenter und anstrengender Hau-Drauf-Stil aus einem Schreibkurs für Anfänger.

Es ist natürlich wichtig, dass Autoren sich ausprobieren und weiterentwickeln. Aber ich habe selten einen so hölzernen, zweitklassigen moralinsauren Exkurs gelesen, der so voller Selbsthass und Hass auf die eigene Generation und Zeit steckt, der sich kaum mehr um ein narratives Gerüst kümmert, sondern statt dessen die Form eines langen – dazu noch aus dem Jenseits offiziell authorisierten – Vortrag über den Sündenfall der Menschheit annimmt. Letztenendes wird die Kritik auch im ersten Teil des Buches unter dem «alten» Coupland deutlich, aber niemals so plump und einfältig wie in Part II unter Coupland 2.0. So beginnt das Buch durchaus vielversprechend und endet als Volldesaster – und das ist noch um einiges schlimmer als ein Buch, das wenigstens die Fairness besitzt, von der ersten Seite an Müll zu sein… da weiß man wenigstens, woran man ist. ;-)

09:11 Uhr. Kategorie Buch. Tag , . Eine Antwort.

Star Trek

hd schellnack

Ich bin kein besonderer Trekkie, außer ein paar Folgen der Original-Serie mit Kirk und Spock und dem ersten Kinofilm aus den 80er Jahren habe ich keinen blassen Schimmer von dem inzwischen durch zig Serien, Spin-Offs, Comics, Bücher und andere Weiterentwicklungen zu einem komplexen «Kanon» verdichteten Universum, in das Normalsterbliche eigentlich keinen Zugang mehr haben. Wie jede serielle Erzählung ist auch der Star Trek-Mythos über die Dekaden seit den Sechzigern von einem relativ naiven Eskapismus zu einem von Fanboys besiedelten geheimnisvollen Schloss geworden, dessen Geheimgänge und Zugbrückencodes nur noch wenige Geeks kennen. Dabei war Star Trek ursprünglich wenig mehr als Bonanza im Weltraum, eine internationale-aber-doch-eindeutig-amerikanische-Crew, die für Freiheit und Apfelkuchen durchs All pioniert und den Kalten Krieg in ferne Galaxien verfrachtete. Wie die Comics jener Zeit – allen vorweg Marvel – war das SF-Setting der Serie ideal geeignet, um ein wenig Propaganda zu machen und auf leicht verfremdete Russen und Chinesen und andere Unamerikaner einzuschlagen, GI Joe in Space eben. Jenseits der etwas platten Abenteuer-der-Woche-Plots lebte die Serie aber immens von der familiären Chemie der Hauptfiguren – Kirk, Spock, Bones als engem Kern, gefolgt von Scotty, Chekov, Sulu, Uhura. Die oft auf Buzzwords reduzierte Charakterisierung schien der Magie dieser TV-Comicfiguren wenig Abbruch zu tun und passte perfekt in die von billigen Trickeffekten und zum Teil platten Moralgeschichten geprägte Serie, die für die Verhältnisse ihrer Zeit mit einer internationalen Crew, einer grundsätzlich humanitären Grundhaltung und teilweise herausragenden Episoden (Ellisons frühes The City on the edge of forever, trotz aller Kontroverse) zumindest Kultpotential besaß und für die damalige Zeit durchaus mutig (wenn auch oft grundpatriotisch) war.

Aus diesem recht simplen, trashigen Silver-Age-Kern ist über die Jahre ein irgendwie zu erwachsener, zu pompöser Baum gewachsen, in denen sich der naive Spaß der frühen Jahre kaum mehr wiederfindet – ein Universum, dass sich mehr für Cosplay und Internet-Flamewars auf Fanforen eignet. TNG, Deep Space Nine, Voyager, Enterprise, 10 Filme, zahllose Comics stellen eine mächtige Franchise dar – die aber zugleich jeden Neuzugängling verschreckt. Kein Wunder also, dass Paramount, nachdem jede nur denkbare Ausschlachtung des Materials eigentlich vollzogen ist, zurück zu den Wurzeln der lukrativen Franchise will. Relaunches, eigentlich ebenfalls ein Comic-Phänomen, wo DC etwa in den 80er Jahren die Uhr für Helden wie Superman oder Batman zurück auf das Jahr Eins stellte, sind inzwischen im Kino ja durchaus auch möglich und erfolgreich, wie Bond und Batman beweisen. Das vertraute Grundsetting bleibt erhalten – und damit die Hardcore-Fans, die ja bei allem Meckern immer doch sehen wollen, was mit ihren Helden weiter geschieht und insofern nahezu schmerzunempfindlich sind – , zugleich wird aber genug Reboot angeboten, um neue Zielgruppen anzulocken und die Figuren wieder «up to date» zu haben. So konnte aus Tim Burtons zuckrigdüsterem Goth-Batman eine Art urbaner Ultimate Fighter, ein Special-FX-Actionheld, werden oder aus dem süffisant-langweiligen Brosnan-Bond ein durch Elemente von Bond-Weiterentwicklungen wie Bauer und Bourne revitalisierter zynischerer Supersoldat. Es war wahrscheinlich also nur eine Frage der Zeit, nachdem fast jede alte TV-Serie als Remake auf die große Leinwand gebracht wurde, bis Star Trek an die Reihe kam.

JJ Abrams geht diese Mission verhältnismäßig entspannt an, scheint es. Dem Trend, Helden düsterer zu machen und «realer», widersteht er. Mit seinem kleinen vertrauten Team, mit dem er auch Serien wie Alias, Lost oder Fringe und Filme wie Mission Impossible III oder Cloverfield entwickelte, hat sich Abrams den Stoff zu eigen gemacht wie selten ein Produzent zuvor – Bad Robot koproduziert Star Trek komplett – und sich damit souverän gegen die Gene-Rodenberry-Gedächtnisverwaltungs-Mafia durchgesetzt und zugleich persönlich zur Zielscheibe der Hardcore-Fans gemacht, die schon beim ersten Teaser-Trailer Wutanfälle kriegten, weil Abrams gegen den Kanon verstieß. Auch Abrams Sakrileg-Bekenntnisse, dass er ja eher Star Wars möge (was man dem fertigen Film streckenweise ziemlich ansieht… ) und kein besonderer Trekkie sei, sind wahrscheinlich eher als Message an die bisher von dem ultradichten Trek-Kosmos abgeschreckte Kinobesucher gerichtet gewesen: This is not your Daddy’s Star Trek.  Abrams Fassung, so die Botschaft, ist ein neuer Start, ein frischer Relaunch ohne den Ballast von über 40 Jahren Franchise-Geschichte. Und, dafür steht sein Name ebenso wie der von Orci, Kurtzmann und Lindeloff, mit dem Versprechen von Action und Mystery eines der derzeit erfolgreichsten Produzententeams.

Und tatsächlich fühlt sich Star Trek enorm nach JJ Abrams an. Abrams ist wahrscheinlich der erste Produzent/Regisseur/Autor, der erfolgreich eine Art Corporate Identity, ein Gesamtfeeling über seine Arbeit legt, sowohl narrativ als auch in Sachen Look&Feel. Mehr noch als Hitchcock oder John Woo, die auch mit sehr verlässlichen Erkennungsmerkmalen arbeiteten, ist bei Abrams bis hin zu Designelementen eine gestalterische Handschrift zu erkennen, die auch in Star Trek klar (fast aufdringlich) präsent ist. Da sind kleine Insidergags wie der aus Cloverfield und Alias bekannte Slusho-Drink oder der rote Ball aus Alias, da ist aber vor allem visuell die 3D-Windows-Bildschirmschonerschrift, die man schon aus den Openern von Lost und Fringe kennt, die in Fringe auch Ortswechsel markiert und die in Star Trek für genau diesen Zweck – wenn auch dezenter – verwendet wird. Auch die Lichtreflektionen aus Fringe tauchen in Star Trek ad nauseam auf – vielleicht gleichzeitig zur TV-Serie entstanden, wenn man die Produktionszeiträume von TV versus Film bedenkt. Während die Lensflares bei Fringe noch halbwegs selten auftreten und in der Serie ein smartes visuelles Gimmick darstellen, das den essentiellen Touch Surrealität einbringt, wirken die permanenten Lichteinstreuungen bei Star Trek nach einer Weile nur noch anstrengend – selten hat ein Film so gestrahlt, so geblitzt, so geblendet, als ginge es Abrams darum, auch visuell klarzustellen, dass hier alles blitzblank neu und shiny ist, auf hochglanz poliert. Zugleich suggerieren die permanenten Lichtreflexionen nicht nur eine hypertechnoide Ästhetik, sondern auch permanente Handlung, eine Art ständiges Lichtgefecht – sparsam eingesetzt ein großartiges Mittel um an sich relativ langweiligen Expositions-Szenen auf der Designebene einen Adrenalinrush zu verleihen, in dem hier angewendeten Maße ist es dann aber irgendwann auch nur noch anstrengend und ablenkend.

Dennoch… Abrams macht sich, eindeutig und ohne Umschweife, die Trek-Franchise zu eigen. Das ist ein Mut, eine Zuspitzung, ein Rütteln an Rodenberrys Erbe, der beachtenswert ist, und vielleicht auch der einzige denkbare Weg, sich dem Star-Trek-Monstrum zu nähern: Mit einer ganz und gar nicht dummen Mischung aus Größenwahn und Liebe zur Idee hinter dem ursprünglichen Trek-Konzept. Abrams stürzt sich auf den Trek-Canon wie sich Kirk in ein Weltraumgefecht stürzen würde, alle Schilde hoch und phasernd aus allen Rohren, lebensmüde und großartig zugleich in die Auswegslosigkeit. Eine Mischung aus Größenwahn und Nerdismus ist es, die Abrams erlaubt, «seine» Trek-Realität neu zu schaffen und zugleich die bisherige Historie intakt zu lassen: Durch ein Zeitreise-Paradox, dass den alten Spock und den extrem übel gelaunten Romulaner Nero in die Vergangenheit schleudert, entsteht ein neues Parallel-Universum. Ein bisschen Quantenphysik, das für  Alias/Fringe und vor allem Lost-Fans nicht zu komplex sein sollte und für Trek-Fans ein alter Hut gemessen an den eher komplizierteren SF-Konzepten der Serie und Filme, und zugleich ein eleganter Kunstgriff, mit dem Abrams Carte Blanche hat – die Zukunft von Spock und Kirk ist nicht mehr sicher, anything can happen. Auch hier merkt man, dass die bekennenden Comic-Nerds Orci, Kurtzmann und Abrams aus dieser Art von Comic-Langzeit-Erzählung kommende Konzepte wie Ultimate Spider-Man oder Infinite Crises bei DC kennen und wissen, mit welchen Kniffen man sich relativ sauber durch den nie ganz schönen Prozess eines kompletten Reboots mogeln kann. Der Year-One-Ansatz, das Herzstück des Films, um den die Handlung eigentlich nur drapiert ist, stellt die Basis weiterer Filme dar, erlaubt neue Charakterkonstellationen, einen neuen Mix aus vertrauten und frischen Elementen und radiert zugleich elegant jegliche Kontinuitätsfehler weg, weil es ja eben alles «neu» ist. Wenn sich Fans aufregen, dass die Enterprise zum Teil auf der Erde gebaut wurde – hey, it’s a new universe, fanboys, get used to it. Die Tabula Rasa, auch das hat der Comicmarkt belegt, zieht die alten Fans ebenso an wie neue und selten hat ein Film so deutlich im Stile eines Comicbooks eine Häutung hingelegt. Was Man of Steel für Superman war, ist Star Trek für Kirk und Co: Everything old is new again.

Beachtenswert ist dabei, dass es Abrams und dem von Ryan Church geleiteten Designteam gelingt, die etwas campige Grundstimmung der Serie aus den sechziger Jahren in die Jetztzeit zu versetzen, ohne dabei allzuweit von den vertrauten Konzepten entfernt zu sein oder aber altbacken zu wirken. Das an sich ist eine enorme Leistung – allein der Spagat, sich an den trashigen Kostümen der Originalserie zu orientieren, bis ins Detail, und diese durch kleine Kniffe aber strukturierter und moderner wirken zu lassen, ist enorm gelungen. Liebevoll werden Geräusche, Effekte, Gerätschaften, Kostüme, Figuren und auch die Enterprise selbst dekonstruiert und wieder zusammengesetzt, absolut wiedererkennbar, aber dezent für heutige Sehgewohnheiten aufpoliert. So bleibt einerseits die Nostalgie erhalten – die legendäre Soundscape der Enterprise, der Communicator, der Tricorder, die Phaser, das Beamen – andererseits machen dezente Eingriffe die Elemente phantastischer, retrofuturistischer. So haben die Phaser, nur ein Beispiel, ein an ein High-Tech-Repetiergerät erinnerndes bewegliches Element, das zwischen Stun und Kill-Einstellung wechselt und wirken somit nicht mehr wie einfache Plastikspielzeuge, sondern sind animiert. Die Kostüme haben mehr Textur, der Beam-Effekt ist etwas modernisiert. In einem Hochdrahtseilbalanceakt gelingt es Abrams und seiner Crew durchgehend, den Flash-Gordon-Faktor der Originalserie beizubehalten, die Naivität, die Cold-War-SF-Ästhetik billigster TV-Produktion (im Gegensatz zu dem ja fast zeitgleich entstanden und eher konrapunktisch zu Trek zu verstehenden 2001, dessen Ästhetik bis heute zeitlos modern und makellos wirkt), und zugleich eine moderne 3D-animierte Textur über diese Ästhetik zu legen, die kommerziell funktioniert. Man kann am Kostümdesign und dem Umgang mit Props en miniature die Philosophie des gesamten Films nachvollziehen: Star Trek ist die präzise die alte Serie, mit all ihren Fehlern, aber produziert mit den Mitteln von heute. Abrams lässt nahezu kein Markenzeichen von Classic Star Trek aus, von den Erkennungsprüchen der Figuren bis hin zur legendären Wackelkamera bei Angriffen auf die Enterprise. Auch der Plot ist – wahrscheinlich mit Absicht – ein gnadenlos einfacher Action-Plot ohne großen Tiefgang, eine relativ einfache Gut-gegen-Böse-Story mit einigen oft gewagt montierten Kampf- und Actionsequenzen, die sich sicher ganz bewusst etwas campy anfühlen und irgendwie allzu überdramatisiert sind… wie Fernsehen eben, nur hypertroph, mutiert. Abrams versucht anders als seine Vorgänger nicht, aus dem simplen Trek-Rezept eine zerebrale Übung zu machen, einen intellektuellen Film für Erwachsene SF-Insider, sondern einen grellen, schnellen, oft auch einfach dummen Popcorn-Film zu machen, der sich weder durch tiefschürfende Charakteranalyse noch durch einen sonderlich komplexen Plot auszeichnet. Selbst die «Moral von der Geschichte» ist so platt, dass die Originalserie dagegen fast doppelbödig und clever wirken mag (was aber wahrscheinlich täuscht – im Rückblick wirkt ja alles etwas besser). Abrams Star Trek lässt keine Sekunde Zweifel daran, Actionkino für Teens zu sein – und das ist auch gut so. Niemand braucht wirklich eine Enterprise-Crew, die noch mal versucht die Wale zu retten.

Leonard Nimoys Abgesang auf seine Rolle des Spock in Star Trek allerdings macht zugleich klar, dass hier ein respektvoller und durchaus auch ernst gemeinter Übergang der Generationen vorgenommen werden soll. Was man anderenfalls vielleicht als Experiment – wenn es nicht klappt, kann man ja jederzeit zum «echten» Prä-Zeitsprung-Taschenuniversum zurückkehren – abtun könnte, gewinnt durch Nimoys rosinengesichtige Ernsthaftigkeit einen anderen Stellenwert. Es ist ein wenig rührend, selbst als nicht Trek-Fan, Nimoy hier vielleicht ein letztes Mal in der Rolle zu sehen, die sein Leben bestimmt hat und zugleich einen Kreis zu schließen von einem Spock am Ende seines Weges zu einem neuen Spock, dessen Reise unter ganz anderen Vorzeichen überhaupt erst beginnt. Nimoys Mitwirkung – ebenso vernünftig war es übrigens, auf Shatner zu verzichten, dem auch die visuelle Würde von Nimoy gefehlt hätte – holt den Reboot ganz offiziell in den Trek-Kanon und authetifiziert damit die Überschreibung von allem, was bisher geschehen ist. Man ist fast körperlich geschockt von dem Mut, einer globalen Fangemeinschaft hier so offiziell aus dem Munde der vielleicht legendärsten Trek-Figur persönlich zu verkünden, dass TNG, DS9 und und und so einfach nie passiert sind, überschrieben von einer neuen Zeitrechnung. Burn your old movies, my friends. Aus dem Munde von Nimoy – Spock persönlich!  Das darf man sich wahrscheinlich  denken, als würde der Papst verkünden, man habe sich bei dieser ganzen Jesus-Sache furchtbar getäuscht und die Bibel sei ab morgen nicht mehr gültig. Abrams bemüht die höchste Autorität im Trek-Kosmos, um seinen Reboot offiziell zu machen. Was einerseits für das Überleben, die Revitalisierung, der Marke Star Trek unumgehbar ist, zugleich aber einer ganzen Horde eingefleischter Fans wahrscheinlich schrecklich weh tun dürfte. Die Message von Abrams  Trek ist die Message, die Shatner persönlich schon vor Jahren bei Saturday Night Live für die Fanboys parat hatte: Get a life!

Zurück zu den einfachen Wurzeln einer naiven TV-Serie, befreit vom Ballast dekadenlanger Feinziselierung eines Tolkien-komplexen Universums, fühlt sich Star Trek ungemein frisch und blitzeblank an, alles an dem Film sagt: Hey, this is FUN. Manchmal auch zu laut – aber man merkt als Zuschauer, mit welcher Begeisterung die Crew den alten Mythos mit allen Klischees wiederaufleben lassen will und zugleich nicht in einem reinen Nostalgie-Fanfiction-Sumpf steckenbleiben will. Dazu gehört reichlich Fanservice für die Freunde der ersten Serie, wenn etwa kurz ein Tribble im Bild erscheint, Scotty in den Eingeweiden der Enterprise steckt (inklusive einem fast Monthy-Pythons genialen meterhoch mit EMERGENY HATCH beschrifteten Notausgang in der Wasserleitung) oder bei der ersten Mission ein waschechtes Red Shirt mit dabei ist – da ist Insider-Kopfnicken vorprogrammiert… Dazu gehört aber auch die Ahnung, dass wir nicht mehr die Sechziger haben und neue Konstellationen denkbar sind, etwa wenn Uhura und Spock im Lift rumknutschen wie Teenager. Spock, so die überdeutliche Botschaft, ist nicht mehr die verkörperte Rationalität, ein wandelnder Computer, sondern ein Stranger in a Strange Land, ein Mischling, ein Einwanderer, der nirgends zuhause ist, halb Mensch, halb Vulkanier, zwischen Emotion und Logik hin- und hergerissen und damit durchaus  Sinnbild für den entwurzelten Menschen heute, der zwischen Verstand und Gefühl schwankt, zwischen Können und Wollen, zwischen Genetik und Träumen. Auch wenn man argumentieren kann, dass es der Einzigartigkeit der Figur, der Kälte von Spock, Abbruch tut – der späte Spock ist menschlicher, aber der frühe ist gerade durch seine meist entnervende Distanziertheit und Rationalität interessant gewesen… ob ein knutschender, sich prügelnder Emo-Vulkanier auf Dauer diese Art von Magie besitzt oder nicht doch zu alltäglich wird, bleibt abzuwarten. Auch dass Kirk und Spock à la 08/15-Buddy-Movie erst zueinander finden müssen wie Han und Luke und das Kirk vom jugendlichen Draufgänger, Schlägertypen und Womanizer zum… äh.. erwachsenen Draufgänger, Schlägertypen und Womanizer reift, sind moderne (wenn auch nicht sonderlich neuartige) Charakterentwicklungen, die in einer Serie keinen Platz hatten, in den 80er/90er-Filmen der Originalcrew aber als bereits abgeschlossene Prozesse beendet waren. Im sentimentalen Rückgriff haben Abrams und Co nun die Chance zu zeigen, wie die Crew zusammen geschmiedet wurde und wie Spock, Kirk und Bones den oft grummelnden Respekt voreinander gefunden haben, der die Chemie der drei Figuren determiniert. Es wird sich zeigen, wie die auf den ersten Blick hervorragend gecastete, aber leider im Drehbuch oft auf Klischees (Scotty! – wobei Pegg den Klischeeschotten ja anscheinend voller Genuss spielt) simplifizierte neue Crew dieser Freiheit, Charaktertiefen auszuloten, gerecht wird in folgenden Filmen oder inwieweit die Figuren nur Pappenheimer in Action-Drehbüchern bleiben dürfen.

Apropos Drehbuch: Der Plot des Films ist streckenweise an Dummheit kaum zu überbieten. Das Spock in einem Anfall von Mordlust Kirk auf einem Eisplaneten aussetzt, auf dem – SURPRISE – ausgerechnet auch Spock Prime aus der Zukunft ist, ist schon ein starkes Stück. Es gibt vieles, worüber man sich trefflich aufregen kann. Der absolut fehlgeleitete Humor des Films – was soll die Szene mit Kirks angeschwollenen Händen? Die wirklich nur in einem ersten Teil akzeptable Überbetonung von charakterdefinierenden Sätzen oder Gesten (Augenbraue Spock…). Die an Fanfiction erinnernden Elemente der Handlung (Uhura/Spock, Kirk und die grünhäutige Kadettin). Die unsagbar platte Kirk-ist-ein-Held-Sequenz am Ende, die in ihrer Banalität eigentlich eine Traumsequenz hätte sein müssen. Kirks an Jack Bauer erinnernde permante Rechthaberei. Kirk weiß alles, kann alles, gewinnt immer – spannend sind solche Figuren an sich selten, weil Entwicklung und Handlung nur noch um sie herum möglich ist, die Figuren selbst sind zu geronnenen Katalysatoren geworden, die an sich zu keiner Veränderung mehr fähig sind, sie sind feste berechenbare Parameter, die man nur noch in verschiedene Konstellationen eintauchen kann (weswegen 24 ja eine so grundlangweilige Serie geworden ist, da sich niemand traut, die Konstellation zu ändern und so die immer gleiche Figur in die immer mit Ausnahme von Details gleiche Situation kommt, was völlig unter dem Potential der Serie bleibt.) Aber die flache Handlung, die oft etwas aufdringlichen Verbeugungen vor der Originalserie, die mit Ausnahme von Uhura noch etwas pappig wirkenden Charaktere deuten auf eine tiefere Wahrheit des Reboots hin: Er ist nicht für Erwachsene. Star Trek ist ein Film für 11-jährige, denen die Handlung zu recht weitestgehend egal ist, solange die Kamera nur heftig genug wackelt, wenn etwas explodiert, die sich in den unterm Bett liegenden und Uhura ansabbernden Kirk hineinversetzen können, die die simple Bart/Millhouse/Kirk/Spock-Freundschaft bestens verstehen, denen GEH DA RAUS UND ERLEB EIN PAAR ABENTEUER ein Begriff ist, denen grelle Lensflareeffekte nicht auf den Nerv gehen und die mit frischen Augen an den Mythos gehen, alles zum ersten Mal erleben. Star Trek ist eben nicht Teil 11, sondern ein neuer, erster Film, eigentlich eher ein NULL-Film, ein Reset vor einem ersten Teil…, der umso besser wird, je naiver man ihn sieht. Anders ist dieser Film nicht denkbar – die Serie war naiv und kindlich, der Reboot muss es weitestgehend zunächst auch sein. Es ist beileibe kein großartiger, vielleicht nicht einmal ein guter Film – und als Reboot nicht näherungsweise so ambitioniert wie Campbells Casino Royal. Aber er versteht die Campyness, den Trashfaktor, den Spaß am Schlechten, der die Originalserie im Herzen auszeichnet – Abrams Sinn für comicartige Over-the-Top-Inszenierung ergibt eine bonbonbunte, unlogische Melange, die weder großartige Charaktermomente noch hervorragende Action bietet und trotzdem Spaß macht. Denn machen wir uns nichts vor: Star Trek war niemals gut. Es war eine kleine B-Serie, die aus gutem Grund früh abgesetzt war, ein seltsamer Hybrid aus SF-Geekdom und Frühzeit-Fernsehkultur. Echte Star-Trek-Fans des auf dieses kleine Häuslein der Originalserie aufgebauten Hochhauskomplexes werden den Film (eventuell zurecht) aus ganzem Herzen hassen, weil er wieder das alte hässliche Häuslein hervorkramt, das Hichhaus einreisst und nur etwas Farbe auf die Wände des kleinen alten und irgendwie so simpel wirkenden Häuleins pinselt -  und Paramount wird es (ebenso zurecht) völlig egal sein, solange der Rest der Welt nur bitte genügend Kinotickets und DVDs und Merchandise kauft – denn darum geht es schließlich. Dem Space-Western-Aspekt der Serie wird Abrams glatter, professioneller, oberflächlicher und trotzdem oft liebevoll nerdiger Fluorecent-SF durchaus gerecht. Die zahlreichen Fehler des Films gehören sogar fast zwingend dazu. Abrams Film, keine Frage, ist einfach eine Art Doppelfolge aus den 60s, gemacht mit der ganzen neuzeitlichen Digitalpower von ILM. Eine Mischung aus Nostalgie und Kind-im-Süßigkeitenladen-der-Spezialeffekte, ein reiner Spaßfilm, mit einer Besetzung, die gut funktioniert. Muss auch mal sein. Dem naiven Eskapismus der Serie kommt Abrams mit seiner Re-Interpretation auf jeden Fall unbedingt nahe.

Und dennoch: was dem Film leider völlig fehlt, ist… Science Fiction. Roddenberry hat mit Classic Trek nicht nur Gegenwartspolitik der Sechziger ins Weltall verfrachtet, und nicht nur eine platte Actionserie billig produziert, sondern auch nach vorne gedacht. Die aus heutiger Sicht naiv wirkenden Plots waren für das damalige TV-Publikum oft bahnbrechend, nicht umsonst war die Serie ein Kult bei Studenten, unter dem Deckmantel des Science Fiction konnten die Autoren teilweise banal, teilweise clever, die Gegenwart reflektieren und über Xenophobie, Religion, Politik sinnieren … immer eine Funktion von SF, spekulativer Spiegel der Realität zu sein. Schon die Tatsache, dass ein Russe an Bord ist – wenn auch gebrochen durch die Linse des Kalten Krieges offensichtlich in einer nach amerikanischen Wertvorstellungen lebenden Zukunft – dürfte seinerzeit ein gutes Stück mindfuck gewesen sein.

Das Abrams und Lindeloff durchaus zu ähnlichen Leistungen in der Lage sind, beweist seit fünf Staffeln Lost, die vielleicht ambitionierteste Serie, die es jemals im amerikanischen TV seit Twin Peaks gab. Es ist insofern schade, dass nicht etwas von dem Mut und der Intelligenz von Lost oder Cloverfield zu Star Trek abgeflossen ist,  um mehr zu liefern als einen handwerklich geschickten Popcornfilm. Es wäre sehenswert gewesen, was passieren würde, wenn man nicht einfach nur leicht aufpolierte Nostalgie präsentieren würde, sondern das SF-Konstrukt als Trägerrakete für komplexere Botschaften «missbrauchen» würde. Dass das nicht schwerfällig und moralintriefend sein muss, sondern smart und unterhaltsam sein kann, beweist Lost ja durchaus (wobei die Komplexität einer solchen TV-Serie kaum noch in einen einzelnen Film zu übertragen wäre, gutes Fernsehen kann heute erzählerisch viel mehr leisten als Kino). So wie die Dinge stehen, knüpft Abrams aber eher an das Flair von Alias an und verzichtet auf Überraschungen oder Tiefgang zugunsten eines spektakulär restaurierten Retromöbels. Was dabei verloren geht ist die Chance, Alt und Neu ernsthaft zu verknüpfen, über die Zukunft – und ergo die Gegenwart – nachzudenken. Ohne die Schwerfälligkeit von NextGen, aber vielleicht nicht ganz so platt bleibend wie dieser erste Film. Es wird sich zeigen, inwieweit die Sequels, die sich nicht mehr darauf verlassen können, dass es reicht, einfach Figuren einzuführen und neu zu definieren und dem Publikum ein erstes «Fascinating» zu verfüttern, dieser Aufgabenstellung gerecht werden. Denn ob es für einen erfolgreichen Relaunch langfristig reicht, die neue Crew jährlich in ein Abenteuer-der-Woche fliegen zu lassen, ist mehr als fraglich. Die Chance wäre da, die alte Trek-Crew, die jetzt den Luxus einer Carte Blanche besitzt, zu einem Spiegel der Neuzeit zu machen, so wie die alte Serie ein (verzerrter und eben deshalb ja so brauchbarer) Spiegel der US-Mentalität der 60er war. Es mag für einen ersten Film reichen, dass er an sich (durch seine reine Existenz, nicht im Inhalt) den gegenwärtigen Geist des Neuanfangs und die Sehnsucht nach einer Prä-Bush-Vergangenheit, nach einem neuen bürgerlichen 60er-Amerika à la JFK, aufkocht, denn das dürfte den Geist der Obama-Wahl gut wiedergeben. Man darf aber gespannt sein, ob die nächsten Teile in nichtssagendem Phaser-Geballer untergehen oder an Substanz gewinnen und mehr wollen als nur neue Merchandise verkaufen. Die Ansätze für beide Wege sind in diesem ersten Teil gegeben – der Weg zur  Selbstparodie à la Galaxy Quest ebenso wie der Weg zu einer wirklich neuen Enterprise, die einen neuen Mythos begründet. Und allein diese Ambivalenz macht Abrams Star Trek sehenswert.

8. Mai 2009 08:03 Uhr. Kategorie Film. Tag . Eine Antwort.

Wald

7. Mai 2009 23:33 Uhr. Kategorie Photos. Tag , , . Keine Antwort.

Himmel

23:27 Uhr. Kategorie Photos. Tag , , . Keine Antwort.

Hair

hd schellnack
hd schellnack

5. Mai 2009 22:12 Uhr. Kategorie Stuff. Tag . 4 Antworten.


Creative Commons Licence