Archiv

ZU VERSCHENKEN 22: DIE PHOTOS

hd schellnack
Benjamin

hd schellnack
Johannes

hd schellnack
Philipp

hd schellnack
Markus

hd schellnack
Stefan

hd schellnack
Tobalo

Und halbwegs pünktlich gepostet eure Bilder für das Willberg-Buch. Obwohl ich Philipp und Tobalo  auch sehr genial find, geht das Büchlein an Markus :-D, auch wenn ich nicht glaube, dass du daraus noch so viel lernen wirst.  (Für den Zweck empfehle ich Indra’s Buchstaben kommen selten allein).

8 Kommentare

ZU VERSCHENKEN 22: WEGWEISER SCHRIFT

hd schellnack

Neue Woche, neue Runde: Diesmal Hans Peter Wilbergs legendäres Typo-Einsteigerbuch Wegweiser Schrift aus dem Hermann-Schmidt-Verlag. Also: Wer mir bis morgen  das schönste Photo fürs Blog per Mail zuschickt, kriegt die Bücher und trägt nur das Porto selbst.

Keine Kommentare

FEVER RAY: FEVER RAY

hd schellnack

Es ist schon seltsam, wenn jemand mit einer so markanten Stimme wie Karin Dreijer Andersson diese ausgerechnet auf ihrem Solo-Debut so derart pitcht und verzerrt, dass man sie kaum wiedererkennt. Nach dem enormen Erfolg als Teil von The Knife und Gast-Vokalistin bei zahllosen erfolgreichen Projekten ist diese Suche nach einer anderen Facette im Gesang (die ja bei The Knife bereits spürbar ist) vielleicht auch verständlich. Wie ein dunkler Zwilling der kühlen The-Knife-Ästhetik wirkt das Fever Ray Album, beklemmend, eng, trotz des großzügig verwendeten Halls trocken, eingetaucht in 80er-Synth-Sounds, psychedelische Flächen, introspektiv, kafkaesk wie das Coverartwork. Dreijer Andersson gelingt das Kunststück eines schwarz schillendern unterkühlten Bombast, in der ihre Stimme, gedoppelt, gepitcht, gestreckt und elektronisch gefoltert zu einem surrealistischen Chor wird, der durch die Festung der Einsamkeit führt. Im Hintergrund erzeug analoges Synth-Vogelzirpen, unwirkliche Percussion und Harmoniefolgen, die auf jedem Goth-Sampler aus den Mid-80s daheim wären eine Art Post-Trip-Hop-Melancholie, gegen die Portishead geradezu fröhlich wirkt. In der Suppe von New-Wave-inspirierten neuen Bands (ob nun Gitarre oder Synth-basiert) schafft Dreijer Andersson es, den Nebelsound der Vergangenheit nicht einfach abzuschöpfen oder schlimmer noch rein nostalgisch zu imitieren, sondern ihn sich ganz und gar zu eigen zu machen und zu mutieren, gekreuzt mit dem modernen Sound von The Knife und vielen ganz eigenen, unverortbaren Versatzstücken zu koppeln. So liefert ihr Debut melodisch sehr einfache Songs, oft ein absolutes Minimum an Musik, zusammengehalten von schlicht-vertrackten Beats, die wie die Musik eigentlich nur die staubige Bühne für den unwirklichen Gesang liefern, der auch melodisch oft kaum wie das Singen einer einzelnen Persn erinnert, sondern eher an surrealer Chormelodien oder eigene Instrumentenstimmen, breiter und zugespitzter, deutlich weniger individuell als Gesang normalerweise wäre. Dreijer Andersson ist damit weit weg vom ansonsten ja stets so niedlichen skandinavischen Sound, vom frickeligen und irgendwie natürlich klingenden Klang à la Múm, der immer etwas nach Wald und Weite klingt, sondern vielmehr in einem zu engen und verdunkelten Raum, einem Krankenzimmer, wo nur Halblicht durch die Vorhänge dringt und wo sie morphiumvernebelt und isolationsdepressiv ihre schleppenden Walzermelodien und fragilen Balladen spinnt. Fever Ray ist – vielleicht unerwartet beim Solodebut einer im Pop so erfolgreichen Gastvokalistin, die Royksopp immerhin den großen Durchbruch beschert hat – alles andere als eingängige, leichte Kost, sondern ein anstrengendes, ein irgendwie immer etwas unangenehmes Album, das sich hier zu eng und dort zu weit anfühlt, scharfkantig und amorph zugleich, immer irgendwie verkehrt und deplaciert. Ein dunkel schillerndes Konzeptalbum also, das perfekt zu Karin Dreijers Anderssons Selbstinszenierungen auf der Bühne passt und weniger den nächsten großen Hit produzieren soll/wird, als vielmehr ganz definitiv die Sängerin als ernstzunehmende Künstlerin etablieren dürfte, die ähnlich exaltierte und fesselnde Musik produziert wie Björk, ohne dabei auch nur für eine Sekunde nach der Isländerin selbst zu klingen, die nie so dystopisch, so zeitlupig war. Fever Ray ist der perfekte Soundtrack zu einem nie gedrehten Horrorfilm mit zu schwarzen, zu langen Schatten und flackernden Taschenlampen, in denen das Grauen nie gezeigt wird, aber jede Sekunde greifbar ist.

Keine Kommentare

ERIK JOHANSSON

hd schellnack

Der Schwede Erik Johansson vermischt Photographie und Photoshop zu oft surreal-wunderbaren Motiven, mitunter auch etwas banalen Montagen, die aber eher nach Auftragsarbeit aussehen, so dass die Idee vielleicht vom Kunden kam. Die guten Sachen des gerade mal 24-järhigen sind absolut sehenswert…

Keine Kommentare

GESICHTER

hd schellnack

6 Kommentare

THE LONG HARD ROAD TO MINIMALISM

hd schellnack

Der Buchcover-Designer Henry Sene Yee beschreibt in seinem Blog den Weg zu diesem phantastischen Cover des Buches Columbine von Dave Cullen, dass sich um den mittlerweile 10 Jahre zurückliegenden Amoklauf von Eric Harris und Dylan Klebold dreht. Aus seinen Ausführungen wird schnell klar, dass der Weg zu diesem exzellent aufgeräumten fertigen Cover im Grunde ein skulpturales Arbeiten, ein Wegnehmen von Material ist, bis nur noch das allernötigste übrigbleibt und eine angemessen bedrohliche und zugleich spießig-enge Stimmung entsteht. Interessant daran ist, dass die Typo sich ab dem zweiten Entwurf kaum noch ändert und die ruhige, weiße Klarheit der Schrift am Ende sich auch auf der Bildebene durchsetzt. Was das Cover gut und mutig macht ist die weiße Schrift auf dem fast weißen Background und das Photo, tatsächlich ein ganz normales Pressephoto, auf dem die Schule aber wirkt wie eine Erziehungsanstalt. Exzellent.

Ein Kommentar

:-D II

hd schellnack

6 Kommentare

:-D

hd schellnack

Ein Kommentar

HOUSE OF MYSTERY

hd schellnack

House Industries gehören mit ihrem pop-artigen, oft auf Comics und den Werbelook der 60s zurückgehenden Vernacular Style verdient seit Jahren zu den Stars der Designszene und haben den feuchten Traum jedes Schriftschaffenden längst erreicht: den Crossover in die Popkultur. Anstatt nur digitale Fonts zu zupfen, geben Sie Konzerte, verkaufen Möbel und Mode (und nicht nur bedruckte T-Shirts), die dann wiederum von Popstars getragen wird, sie entpuppen sich als Meister der Selbstvermarktung und finden immer neue Wege, Spaß, Kreativität und soliden amerikanischen Sinn fürs Geschäft zu verzahnen.

Einen für deutsche Verhältnisse fast unvorstellbaren Zwischenstopp auf den Weg in den Designolymp haben die Herren Roat und Cruz inzwischen mit der Gestaltung des aktuellen WIRED-Covers erreicht. Das komplett von Alias/Fringe/Lost-Kopf und Star-Trek-Regisseur JJ Abrams als Wunderkind der Stunde und Obernerd zusammengestellte Heft kommt im Look einer Sixties-Werbung, wie man sie vielleicht auf dem Rücken eselsohriger Marvel-Comics finden konnte und erinnert sofort an X-Ray-Specs und geheime Tricks, um am Strand mit Muskeln aufwarten zu können, ein Stil, den auch Chip Kidd immer wieder gern zitiert, an den mich dieses Cover vor allem auch wegen des gelben Backgrounds sehr erinnert. Es ist verblüffend, nach all den Jahren – US-Retro ist ja nun wirklich kein neues Ding – wie gut dieser Pastiche-Look funktioniert, wenn er sauber gemacht ist… und hier ist er sehr sauber gemacht.

Vor allem aber ist es phantastisch, dass ein derart führendes Magazin – wieviel Magazine werden schon bei den Simpsons veräppelt? – sich so umfassend von einem Designteam umstricken lässt, inklusive neuem Titellogo und der Verwendung von House-Schriften im Innenteil. Man stelle sich vor, der Stern ließe Fons Hickmann völlig freie Hand an einem Cover oder die Neon würde sich von Hort komplett durch die Mangel ziehen lassen. Die positive Verzahnung von Design und Popkultur, von Konsum und Gestaltungsspaß, das «Angekommen-sein» im Mainstream ist in den USA sehr viel weiter als hier, vielleicht weil die USA durch die massive Werbekultur der Nachkriegsjahre und den aus dieser Zeit stammenden Designapproach, der ja inzwischen fast den Charakter einer Kunstepoche genießt, eine ganz andere, fröhlichere, unbeschwertere Einstellung zu bestimmten Aspekten von Design haben, während wir Deutschen es ja eher eine kühle, verkopfte Otl-Aicher/Dieter-Rams-Denke haben, die rationaler ist und sich deshalb nie so tief in der kollektiven Seele eines ganzen Volkes verankern konnte, weil wir aus Angst vor Kitsch und Heimeligkeit (die es in der Dekade nach WWII ja auch im teilweise allergruseligsten auch hier gab) eher auf ein emotionsfreies, abgehobenes, intellektuelles Design gesetzt haben. Absolut verständlich – und mit grandiosen Ergebnissen – aber manchmal frage ich mich, wie hoch der Preis für diese «High road» heute ist, da gut gemachtes Design in Deutschland nie Teil des Alltags geworden ist. Auch wenn die frühen Factor Design oft einen Bezug zu einer Werbesprache der Sechziger Jahre fanden, und dieser Look unglaublich oft kopiert wurde, fehlt uns absolut jeder Bezug zu einer naiven, fröhlichen aber dennoch eindeutig durchgestalteten Design-Sprache, wie sie die Amerikaner haben – oder?

Ein Kommentar

ZU VERSCHENKEN 21: DIE PHOTOS

hd schellnack
Benjamin

hd schellnack
Ina

hd schellnack
Lars

hd schellnack
Markus

hd schellnack
Philipp

hd schellnack
Rafael K.

hd schellnack
Raffael S.

hd schellnack
Tobalo

Man, I missed this, I really did. Tolle Bilder, Benjamin und Tobalo schicken einfach durchgehend schöne Sachen. Wenn Ben nicht gerade eben was gewonnen hätte, wäre er es auch – aber so ticke ich in Richtung Philipp. Das wäre ein ausgesprochen schönes Buchcover-Motiv, finde ich. Alle anderen sind aber auch toll.

5 Kommentare

ZUFALLSBILD

hd schellnack

3 Kommentare

FUNCHED

hd schellnack

Immer einen Link wert: Die Arbeiten von Peter Funch, der ohne Zweifel zu den besten Bildmanipulatoren seiner Zunft gehört. Für Babel Tales hat er in langen Sessions an den gleichen Locations in New York immer wieder Menschen photographiert und daraus Kompositionen à la Gurski gebaut, die aus dem zufälligen Menschengewimmel sehr gezielte Ergebnisse gewinnen, indem etwa nur Raucher oder nur Latte-Trinkerinnen auf den Bildern versammelt sind, die aber dennoch aussehen wie echte, wenn auch inszenierte Photo. Meisterhaftes Photoshopping ergibt Bilder, die weit über normale Photographie hinausgehen. Recht ähnlich ist übrigens Simon Hogsbergs (den ich ja ohnehin seit langem mag) 100m-Bild We’re all gonna die, das in Berlin entstand und auch eine Montage aus zig Einzelbildern darstellt.

5 Kommentare

DEFAULT FOLDER X

hd schellnack

Es gibt ein Update von Default Folder X, einer mehr als praktischen Erweiterung für die allzu sparsamen Öffnen/Speichern-Menüs von Applikationen unter OS X. Previews, Meta-Tagging, Favoriten-Ordner, eine schnellere Navigation durch Ordner, die Möglichkeit, direkt aus dem Öffnen/Speichern-Menü heraus Dateien umzubennen,zu archivieren, zu löschen und viele andere sinnvolle Ergänzungen machen Default Folder X zu einer guten Investition. Die letzte Version hatte massive Probleme mit einigen Programme, ich hoffe, die neue läuft stabiler. Das Programm, das als Hintergrundtask läuft und in den Systeeinstellungen umfangreich eingestellt und individualisiert werden kann, kostet etwa 35 Dollar.

Ein Kommentar

ONE SUITE TO RULE THEM ALL

John Nack spekuliert in seinem stets lesenswerten Blog über den Ansatz, die Möglichkeiten und Unmöglichkeiten, aus Adobes Creative Suite eine einzige dokumentenorientierte Applikation zu machen:

« What if we leveraged these to provide the feel of being in one “CreativeSuite.app(.exe),” where each application is a module? Photoshop would be the image-editing mode of Illustrator; Illustrator would be the vector-editing mode of InDesign; etc».

Na, da wäre ich aber mal für zu haben.  :-D

Keine Kommentare

THE COLOR OF THE INTERNET

hd schellnack

Nicht ganz neu, trotzdem einen Link wert, ist der neueste Output von Antrepo4, einer in Istanbul arbeitenden Designgruppe rund um Mehmet Gozetlik, die zwei Trends aufzeigt: Zum einen, dass Design immer mehr an die Grenze von Kunst geht im Hinblick auf Entstehung und Vermarktung (selbst gestellte Projekte, die dann präsentiert, ausgestellt und eventuell verkauft werden), zum anderen, dass man Design weniger und weniger ein Herkunftsland ansieht – die Arbeiten von Antrepo4 könnten ebenso aus London oder Japan kommen. Gozetliks Team begeistert seit einiger Zeit  immer wieder mit smarten Ideen, die so verspielt wie erwachsen, so farbenfroh wie inhaltlich kritisch sind – und die Analyse der dominanten Farben des Internets anhand von zig Sites  – so unnachvollziehbar diese Analyse natürlich dann im Detail ist :-D – bildet da keine Ausnahme. Antrepo4 zeigen, dass Dada auch minimalistisch aussehen kann.

Keine Kommentare



RSS Feed.| Dieses Theme ist ein Mod von Modern Clix.