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TRICK OR TREAT…

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Happy Halloween

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DIMENSIONS OF HEIMAT

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Da ich letztes Jahr  ja selbst Gast bei Dimensions of Fake war, kann ich nur sagen, dass es sich für jeden, der in der Nähe des schönen Bauhaus Dessau ist und Zeit hat, dort vorbeizuschauen, wirklich lohnt, diese Veranstaltung mitzunehmen. Von den Studenten des FB Design der Hochschule Anhalt selbst gestaltet und organisiert, dreht sich in diesem Jahr alles um das Thema Heimat -  seltsamerweise ein Thema, das gerade in Zeiten von globalisierter Wirtschaft und Auswanderer-Fernsehshows immer öfter auftaucht und insofern wichtig scheint, vielleicht weil man gerade versuchen muss, jenseits des neoliberalen Globalisierungsdrucks und der permanenten medial vermittelten Anwesenheit an jedem beliebigen Ort der Welt das Gefühl von «Zuhause» hinterfragen und (re-)definieren muss.

Der Mix der Vortragenden klingt sehr spannend, finde ich, zumal mit einer Psychologin und einer Anthropologin auch mal Leute vertreten sind, die nicht mit der Designerbrille auf das Thema blicken, sondern einen anderen Horizont haben.

Prof. Katrin Androschin / Designerin
Ulrike Brückner / Designerin und Helga Kurzchalia / Psychologin
Gunter Klötzer / Fotograf
Barbara Knorpp / Anthropologin
Udo Schäfer / Designer
Prof. Axel Müller-Schöll / Innenarchitekt (und Hg. des hervorragenden Manuskrpt-Buches)

Moderation: Sandra Scheer | FB Design Dessau

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POLADROID

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In Zeiten digitaler Photographie wird das analoge Flair mehr und mehr zu etwas, das nur noch simuliert besteht. Aus der binären Rohmasse schaufeln Filter und Effekte wahlweise ein Holga-, ein Lomo oder eben ein Polaroid-Photo. Daran kann man sich etwas puristisch abarbeiten (zumal keine dieser digitalen Kopien bisher glaubhaft den Look der Originale erreicht) oder einfach Spaß an der plötzlichen Biegsamkeit und Verformbarkeit der einst so heiligen unverfälschbaren Bilder haben.

Poladroid macht diese Verwandlung am lustigsten möglich. Die Magie des echten Sofortbildes, die man einfach nicht imitieren kann, wird zumindest lustig simuliert. Ein Beliebiges Bild kann in ein Polaroid verwandet werden, mit recht wenig einstellbaren Parametern (mehr wird die Poladroid-Pro-Version bringen), aber abgesehen vom etwas zu starken Bildvignetteeffekt recht schön. Am lustigsten an der Standalone-Applikation für Mac ist allerdings, dass man die Bilder schütteln kann , damit sie schneller trocknen und das – ganz oldschool – pro Sitzung nur 10 Bilder machbar sind, danach ist die Kassette eben leer. Nicht ganz authentisch, aber visuell spannend: Man kann man den Entwiclungsprozess jederzeit zwischendurch als JPG speichern. Fehlt eigentlich nur nach das man – à la Peter-Gabriel-Cover – mit dem Finger die Emulsion verschmieren darf. Bis auf das zu moderne Kameramodell eine sehr, sehr liebevolle Hommage ein ein sterbendes – faktisch eigentlich schon gestorbenes – Medium.

Und auch wenn die Auflösung für professionelle Zwecke viel zu klein ist, ist der Poladroid auch eine schöne Vorstufe, um eher Holga-artige Bilder zu faken.

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HEUTE AB 10: WORKSHOP AUF ZOLLVEREIN

Die wichtigste Nachricht als erstes: ich war doch beim Friseur :-D. Außerdem noch so bis 1 auf der Geburtstagsfeier der wunderbaren Beate Blaschczok und seit 6 wieder am Rechner, also entsprechend müde, was immer zu recht unterhaltsamen Zuständen bei mir führt.

Es gibt gerade eben genug Voranmeldungen, um den Workshop zu machen, der Termin unter der Woche scheint subideal gewesen zu sein, sorry. Ich glaube, ich habe mehr Mails mit dem Tonus «Ich würd so gern kommen, aaaber nicht an dem Tag…» als alles andere. Aber dafür auch ganz spannende Anmeldungen von Leuten, die ich gar nicht kenne und auf dich ich mich freue. Vielleicht kommen auch noch ein paar Leute spontan. 10 Uhr, Zollverein Schacht XII, Gelsenkirchener Straße, Halle 6. Vielen Dank übrigens an dieser Stelle an Sabine Dienemann, die die Halle zur Verfügung stellt und  alles organisiert hat – super :-D

Es lohnt sich übrigens, Bastelzeug mitzubringen. Pappe, Schere, Klebe, Malzeug, Feuerzeug….

Bis gleich!

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MORGEN AB 10: WORKSHOP AUF ZOLLVEREIN

Morgen ab 10:00 beginnt der Design-Workshop in der Halle 6 auf Zollverein Schacht 12, . Ich hoffe, es kommen ein paar Leute. Richtig Spaß macht es mit 30 Leuten, bis jetzt sind so 10 oder 12 angemeldet – es ist also noch PLATZ! Ob es am Über-Killer-Angebot von Essens Kreative Klasse liegt, am Mitten-in-der-Woche-Termin oder an mir, keine Ahnung. Also: Anmelden oder unangemeldet vorbeikommen, damit es ein bisschen rummelig wird auf Zollverein. Und da ich es heute nicht mehr zum Friseur schaffe, gibt es zudem die spannende Frage, ob ich mit viel zu langen kurzen Haaren oder kurzerhand mit frischausrasiertem Kopf komme :-D. Wer kann da zuhause bleiben?

Als kleines Dank an alle, die mitmachen, bringen wir die übrigen Matroschka-Plakate und die Etch-a-Sketch-Plakate und Broschüren mit.
Wer kommt und mitmacht und ein Plakat und/oder Booklet will, kann sich also gerne morgen eins mitnehmen.:-D

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CLOSE///OPEN

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Es ist sicher etwas geeky, Plakate zu machen, die nur Apple-User verstehen und ausgerechnet mit den Command-Tastaturkommandos der Mac-Tastatur zu arbeiten, aber Christopher David Ryans 5×7 Zoll große Prints machen diesen Touch von Nerdism durch ihren schlichten und klaren Look wieder weg.

(via The Apple Blog)

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INFADELS KÖLN LUXOR

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Keine Photos diesmal, wir hatten weder Kamera noch Handy dabei. Wozu hat man Technik, wenn man sie nicht benutzt :-D? Das Photo hier stammt also von Popmonitor.

Das ist das dritte Infadels-Konzert, dass ich sehe, und vielleicht ist man deshalb weniger enthusiastisch dabei als die wenigen versammelten Leute im Lxor, dass nicht ganz leer ist, aber auch nicht annähernd so voll wie bei den Klaxons oder sogar bei den Rakes. Die Stimmung der Fans vorne vor der Bühne, wo es reichlich leer ist, ist trotzdem gut, was aber vielleicht auch am Alkohol liegt, eine Gruppe wirkt etwas arg angetrunken und macht – ganz auf japanischen Tourismus gebügelt – permanent Photos von den einzelnen Leuten vor der Bühne mit der Band im Bildhintergrund.  MySpace olé – die Mutti photographiert sich vor dem Eiffelturm, der Sohnemann eben vor Bnann Watts.

Die Band selbst wirkte angesichts der kleinen Venue und des überschaubaren Publikums etwas gedämpft in Vergleich zu anderen Auftritten, auch wenn Bnann immer wieder «Cologneeee» rief und uns versicherte, dass die Stadt rockt – da fragt man sich spontan, wie leer es in anderen Städten so vor der Bühne ist. Die Infadels spielen einen lockeren Mix aus den beiden Alben, wobei leider die neuen Songs etwas überwiegen, die allerdings live größtenteils deutlich besser wirken als in der überproduzierten Sterilität des Albums – etwas Dreck tut den Songs gut, mit Ausnahme von Free Things for Poor People, das einfach so oder so nicht zu retten ist. In den Händen der Smiths wäre das vielleicht eine passable B-Seite aus der müden Endphase der Band gewesen, aber bei den Infadels schleppt sich der Song live wirklich nur gruselig durch. An diesem Abend fällt auch extrem auf, dass der sonst brauchbare Drummer Alex Bruford (übrigens der Sohn von Legende Bill Bruford) an diesem Abend ein Schwachpunkt der Band ist, die in grimmigem Joker-Make-Up und -Outfit über die Bühne rast. Die Songs wirken – obwohl oft von Richie Vernons Sequenzern getrieben – seltsam schleppend und kommen selten wirklich nach vorne, was auch am Sound liegt, der einfach extrem schwach ist – das Schlagzeug kann sich kaum durchsetzen in der Klangsuppe.  Das Circus of the Mad-Motiv rundet ein grandioser Superheld im Wrestler-Outfit ab, der zwischen zwei Songs die Bühne betritt und das Publikum anheizt. Passt perfekt zu dem Mädchen im Publikum, dass im Glücksbärchen-Kostüm herumtanzt (gab’s freien Eintritt mit Kostüm?) und sauber Spaß an dem Gig hat, vor allem als die Infadels bei Can’t get enough, der einen Zugabe, die Leute auf die Bühne holen. Stagecrowding gehört im Luxor irgendwie dazu, oder?

Die Infadels touren derzeit im Tages-Ochsentour-Takt durch Europa – und Gigs vor kleinen Crowds sind da kein Highlight, die Bühnenarbeit mutiert zu einem Mix aus echter Arbeit und gedämpften Drogenexzess.Das alles ist aber echt keine Entschuldigung, von allen Liedern auf der Erde nun ausgerechnet Sweet Dreams von den Eurythmics zu covern – eine gruselige Ü30-Nummer, von der man einfach die Hände lässt, es sei denn, um sie zu demontieren. Bei nicht selbst komponierten Songs fällt oft auf, ob eine Band wirklich virtuos ist oder nicht, und die Frage beantworten die Infadels leider mit einem überzeugenden Nein und schrammeln sich durch Dave Stewarts Song, kaum besser als eine miese Schul-Partykapelle beim Abiball. Dass dafür andere Songs vom ersten Album unters Messer kommen ist etwas bizarr. Vielleicht passend, denn Dave ist ja selbst auf diesem Niveau angekommen und verwurstet seine eigenen alten Songs noch einmal auf dem Songbook-Album:-D.

Mit dreimal so viel Publikum, mehr Alkohol, vernünftiger PA und einer deutlich besser gelaunten Band wäre der Gig natürlich großartig gewesen – wenn die Infadels gut drauf sind und laut und es heiß und eng ist, herrscht Party. So ist das hier nicht der Circus of the Mad, sondern eine leere Tanzfläche mit semibetrunkenen Leuten, die sich etwas traurig anpogen, vor einer Band, die angestrengt versucht, den Abend zu überstehen.  Eigentlich schade, denn die Infadels können definitiv ein Publikum und eine Show wirklich nach oben treiben – aber so wie das neue Album eher schlechter als das erste ist, wirkt auch die Liveshow einerseits geplanter und gewollter, aber eben alles in allem weniger ausgelassen, weniger energetisch, weniger echt, weniger Rock’n'Roll.

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WORKSHOP HD AUF ZOLLVEREIN AM 23.OKTOBER

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Wie entsteht eigentlich Design? In welchen Kommunikatonsprozessen zwischen Designer und Kunde, im Team, im Wettbewerb, manifestiert sich Design-Denken? Ist Design nur Gestaltung oder eine bestimmte Struktur von Kommunikation, ein Ermitteln von Bedürfnissen? Wie entsteht Lösungskompetenz im Design?

Locker basierend auf Petr van Bloklands großartigem Designprozess-Workshop auf der Typo2006 in Berlin mache ich ein Workshop/Spiel am 23.Oktober 2009 in Halle 6 auf dem Gelände Zollverein Schacht XII, das diesen Fragen leichtfüssig nachgeht. Virtuelle Agenturen im virtuellen Streit um virtuelle Etats mit virtuellen Kunden ergeben echte Lerneffekte auf beiden Seiten, weil das Spiel so unfair wie die Wirklichkeit ist. Ich habe den Workshop bereits mehrfach gegeben – zuletzt in Dessau – und es macht jedesmal eine Menge Spaß.

Es geht um 10.00 los, der Eintritt ist frei, wer zuerst kommt, mahlt zuerst, wer sich bis 23. anmeldet, bekommt einen Platz reserviert. Reservier dir deinen Platz mit einer an schellnack@nodesign.com.

Der Workshop richtet sich an alle Kreativen – Designer, Architekten, Art Directors, Marketingmacher und natürlich Studenten. Designvorkenntnisse sind absolut nicht nötig. Also, keine Angst – einfach kommen. Ich habe etwas Angst, dass Essens Kreative Klasse mit 140 Veranstaltungen ein derartiger Mega-Event wird, dass niemand kommt.

Es lohnt sich so oder so, am 23. auf Zollverein zu sein, weil direkt im Anschluss beim Klartext-Verlag erklärt wird, wie ein Buch entsteht :-D.

Zum Workshop suche ich noch drei Designer, die Zeit und Lust haben, die Kunden beim Workshop zu geben. Es ist die perfekte Chance, mal die Seiten zu wechseln und zu sehen, wie sich ein Pitch von der anderen Seite anfühlt. Ich war selbst Kunde 2006 und es macht eine Menge Laune und hat tatsächlich einen Effekt – man versteht danach, wenn man konzentriert und ehrlich mitspielt – die eigenen Kunden irgendwie besser. Eine ArtDirektorin aus Düsseldorf fragte irgendwann in der ersten Runde: «Mein Gott, sind wir Designer wirklich so doof?» und allein schon diese Erkenntnis ist doch Gold wert :-D.

Hier gibt es dem Flyer von Jan und Bianca zum Download, den auch auch prima gedruckt hoffentlich bald in Verteilung gibt.
Hier geht’s zu Essens Kreative Klasse, eine atemberaubende Leistung des Organisationsteams und ein Riesenevent, der Essen zehn Tage busy halten dürfte.

Ich freu mich auf euch, seid dabei!

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APPLE RUMORS

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Wenige Stunden vor der Oktober-Keynote rund um dieApple-Notebooks kocht die übliche Gerüchtekoche hoch. Gibt es eine CinemaDisplay/MacBook-Dockinglösung? Gibt es iLife 09? Gibt es ein Glas-Trackpad mit iPhone-Touch-Funktionalitätals zweitem MiniDisplay? Gibt es ein aus einem Aluminiumblock gefertigtes Gehäuse? Kommt 18″? Wird es bessere SSD geben? DualCore oder Quad? Wie kommen die NVIDIA-Grafikchips zum Zuge? Wird es Blu-Ray geben? Und und und…

Das Bild oben, von Gizmodo, kommt der Realität wahrscheinlich am nähesten. Kein Glastrackpad, leider – das hätte ich absolut großartg gefunden. Tatsache ist natürlich, keine Firma kann den Wünschen, die sich in solchen Gerüchten, Fake-Bildern und Mythen niederschlagen, überhaupt gerecht werden? Oder ist die Enttäuschung – wie beim iPod Let’s Rock-Event, wo vorher von iTunes-Flatrates und anderen Sachen phantasiert wurde – dann nicht unweigerlich vorprogrammiert? Wer ein Glaspad wollte, ist vielleicht vom normalen Touchpad enttäuscht, wer auf einen Quadcore hoffte, von normalen Duocores abgeschreckt.

Spannend ist die Gerüchteküche um Mac-Produkte aber tatsächlich unter dem Gesichtspunkt, dass die User hier quasi gratis einer Firma Marktforschungs- und Produktentwicklungshilfe leisten, bis hin zu dem Punkt, wo komplette Konzepte entwickelt und visualisiert werden. Keine schlechte Sache, wenn die Kunden vor Events so deutlich – und in solcher Masse, dass man einfach zwischen signifikanten und wneiger wichtigen Kundenwünschen selegieren kann – sagen, was gerade auf ihrer Wunschliste steht.

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HERRRRBST…

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GUTE IDEE…

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… wo sie auch wenig helfen würde. Außer vielleicht dem Werbetextern von FemaleAffairs.

So schön doof kann also Pharmamarketing im Zeichen der Frauensache sein. Wobei Wilhelm Reich bei einer guten Flasche Wodka  sicher  den Namen Organon für einen Verhütungsmittel-Hersteller, ganz wunderbar absurd fänden. Die Schering-Tochter, die von Kontrazeptiva bis zur Hormonbehandlung alles rund um Schwangerschaft/Geburt abdeckt, bezieht sich vielleicht auf Aristoteles, aber es liegt mir einen Hauch zu nah an Orgonon, um Zufall zu sein. Und Orgone passt doch so super zum Thema Smart Sex :-D.

Apropos Reich – bin ich seltsam, wenn ich bei Walter Bishop aus Fringe nahezu automatisch an Wilhelm Reich denken muss?

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IPHONE = LOMO

Keine Frage, die Kamera am iPhone ist der letzte Müll. Es sei denn man macht sich die Not zur Tugend und – virtuell, mittels Software – eine Holga, Lomo oder s/w-Kamera daraus. Dabei helfen einige Apps, die für wenig Geld etwas mehr Spaß mit der Kamera erlauben (wenn sie auch leider noch nicht in Echtzeit funktionieren, aber zumindest ist man der digitalen Holga so einen Hauch näher :-D), Hier sind drei, die ich mag (ToyDigi fand ich nicht so überzeugend)

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Camerabag – sicher das vielseitigste der Tools mit recht sehenswerten Ergebnissen.

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HiCon – macht ziemlich feines S/W aus dem Digitalmüll. Everything looks better in black and white.

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GothPix – vielleicht etwas Overkill und für Portraits unbrauchbar, aber trotzdem witzig.

Alle Photos via Flickr

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ROOMBA

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Ladies and Gentlemen, wir sind an dem Punkt angekommen, zu dem ich über meinen Staubsauger blogge – please fasten your seatbelts. Ernsthaft, da ich selbst über Blogs auf die Idee gekommen bin, ist es nur fair, die Liebe weiterzugeben.

Der Roomba 560 ist ein Staubsaugerroboter, der automatisch durch einen Raum fährt, durch diverse Sensoren geleitet und … staubsaugt. Die Reaktion von allen Leuten, die das bisher gehört und dann erlebt haben, war ausnahmslos: «Was für ein Quatsch….» (Anschauen, was der Roomba so macht) «…Ich will auch einen!»

Denn es ist natürlich Nerdsville, sich einen Staubsauger-Roboter anzuschaffen, aber wenn man auf drei Stockwerken wohnt, einen Hund und keine Zeit hat, greift man irgendwann zu seltsamen Ideen. Ich habe das Ding in John Byrnes Forum kennengelernt, ein paar Youtube-Videos gesehen, und spontan bei Amazon geordert (ich habe gestern gesehen, dass es ihn inzwischen auch bei Cairo gibt, Synchronicity).

Die Sache ist: Das Ding funktioniert bestens. Man muss den Boden Roomba-sicher machen, also Kabel etwas aus dem Weg bringen (weil er sich trotz anders lautender Werbeversprechen des Herstellers absolut darin verhakelt), und allzu leichte Sachen etwas aus dem Weg räumen, ansonsten findet der Roomba seinen Weg völlig allein durch den Raum, saugt eine Stunde vor sich hin und schnurrt wieder zu seiner Ladestation zurück. Die Saugkraft ist eher schwach, vielleicht mit einem guten Tischstaubsager zu vergleichen (dessen Lautstärke der Roomba auch in etwa hat) und insofern für einen Akku-Sauger, der über 60 Minuten durchsaugt, auch angemessen, aber durch die außenliegende spinnenartige Rotationsbürste und die beiden Bürsten unter dem Roomba ist die Reinigungsleistung trotzdem sehr beachtlich, weil das Gerät sich sehr effektiv den Dreck in die Saugdüse bürstet. Dazu kommt, dass der Roomba mit eben roboterhafter Geduld und Gründlichkeit durch den Raum saust, die kein Mensch so aufbringen würde, und zudem durch seine geringe Bauhöhe auch unter Betten und Sofas saugen kann, und das mit der gleichen Ruhe und Präzision wie über all sonst auch. Er lässt keine Ecken aus, die man selbst gerne mal vernachlässigt und durch die Redundanz seiner Programmierung ist das finale Saugergebnis fast erschreckend – wenn man die Saugkammer ausklopft sieht man etwas entsetzt, wie dreckig ein an sich sauber wirkender Boden in Wirklichkeit war.

Durch die eingebaute Zeitschaltuhr kann man Roomba problemlos von selbst starten lassen und auch wenn der kleine Roboter sich ab und an mal verklemmt, verkabelt oder auf etwas drauffährt und abschaltet – im großen und ganzen sind die Ergebnisse beeindruckend, was umso mehr überrascht, als dass der Roomba der preiswerteste seiner Art ist – der kleine 530 beginn bei 299, der 560 kostet 399 – während Modelle von Siemens oder Kärcher bei um die 1000 Euro liegen. Das Ergebnis nach schon einer halben Woche sind deutlich saubere wirkende Räume und – das mag ein Placebo-Effekt sein – eine reiner wirkende Luft. Für mich als Hausstauballergiker so oder so eine großartige Sache, weil gerade der Staub, der sich in Ecken oder unter Möbeln ansammelt rigoros weggesaugt wird

Der Roomba wirkt so, als müssten relativ regelmäßig die Bürsten und Filter gewechselt werden – das Gerät sieht schon nach einigen tagen Drecksarbeit nicht mehr sehr ladenneu aus – aber die Wartungskits sind bei iRobot (kriegt Asimov eigentlich Lizenzgebühren für die Verwendung dieses Namens?) relativ preiswert zu erstehen, das sollte kein schwerwiegendes Problem sein, solange Nachschub verfügbar ist. Der Roomba ist dabei laut Handbuch komplett demontierbar, so dass jedes einzelne Bauteil angeblich problemlos austauschbar ist. Oh, und man kann ihn auch hacken, wenn man will…

Mit im Paket sind zwei sogenannte Virtual Lighthouses, die den Roomba von einem Raum zum anderen weisen und auch als Virtual Walls dienen können und den Roomba bestimmte Bereiche ignorieren lassen. Beides bei uns zunächst nicht so nötig, insofern habe ich die Lighthouses noch nicht getestet. Die Bedienungsanleitung braucht man fast nicht, weil die Bedienung zum einen wirklich kinderleicht ist, zum anderen eine Computerstimme auf bestimmte Probleme hinweist und den Roomba erläutert. Nur für komplexere Fehlermeldungen braucht man dann das Handbuch vielleicht.

Im Roomba sind Technologien verarbeitet, die iRobot für taktische Robots im militärischen und polizeilichen Dienst entwickelt hat (u.a. als Bombenentschärfer) – und ehrlich gesagt, macht es einfach Spaß, dem mit einigen Humor programmierten Maschinchen bei der Arbeit zuzusehen. Der launige Countdown vor dem Start aus der Ladestation (die den Robot in drei Stunden wieder auf Grün hat), die manchmal unfreiwilligen Irrfahrten zurück in die Ladestation, die Art, wie der Roboter vor Treppen stoppt oder sich aus Ecken herausnavigiert, ganz zu schweigen davon, dass es Emma natürlich absolut fasziniert, was da auf dem Boden herumschwirrt und dreisterweise ihre schönen gemütlichen Haare entfernt.

Ein Staubsauger-Roboter ist irgendwie die Mischung aus Kindheitstraum und der Sorte Einkauf bei der man selbst an seinem Verstand zweifelt, während man noch bestellt,weil die Idee an sich so bizarr ist. Bei weiterem Nachdenken ist es aber nichts anderes als eine Spülmaschine oder ein Staubsauger an sich, der ja auch nur ein Besen mit Motor ist – nur kann der Besen jetzt etwas besser seine Umwelt sehen. In Form von Navigationssystemen, iPhones und solchen Haushaltsrobotern kommt immer mehr Technologie in unseren Alltag, die man einerseits sicher immer kritisch hinterfragen kann, deren praktischer Nutzwert in der Entbindung von dusseligen, zeitfressenden, unkreativen Arbeiten aber kaum wegzudiskutieren ist. Wer einmal mit einem TomTom-System durch eine fremde Stadt gefahren ist, wird sich nicht unbedingt nach verzweifelten Suchen auf Falkplänen zurücksehnen – und wer eine Weile dem Roomba bei der Arbeit zusieht, fragt sich, warum man das nicht viel früher angeschafft hat.

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HART ABER PAUL…

Da erfahre ich in einer eMail im Nebensatz vom Kunden, dass er im Fernsehen auftritt :-D. Heute abend 21:45 ist Stefan Paul von der Ruhr Uni Bochum und Bankenprofi des ikf° zum Thema Bankenpleite bei Frank Plasbergs Hart aber Fair. Und ich hab keinen Fernseher… werde es also im Webarchiv sehen. Good Luck, Prof Paul!!!

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ELMORE LEONARD: UP IN HONEY’S ROOM

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Up in Honeys Room knüpft an The Hot Kid an und damit an die Karriere des inzwischen verheirateten US Marshal Carl Webster, der hier allerdings fast eine Nebenfigur ist. Elmore lässt seine Handlung diesmal in den Wirren des späten Zweiten Weltkriegs stattfinden – Webster verfolgt zwei Nazis, die aus einem Kriegsgefangenenlager und landet im 1944er Detroit, eine Stadt, die an Sleaze kaum zu überbieten hat. Leonard lässt den stoischen Webster, der hier deutlich weniger Flair hat als in The Hot Kid, auf ein fast undenkbares Panoptikum absurder Charaktere treffen: Walter Schoen, ein langweiliger deutscher Metzger, der sich für Himmlers heimlichen Zwilling hält und plant, den amerikanischen Präsidenten Franklin D. Roosevelt zu ermorden, weil das seine Berufung ist, seine Ex-Frau Honey Deal, die gerne mal halbnackt vor Webster herumstolziert, die ukrainische Spionin Vera und ihr Diener Bohdan, der seinerseits eine transvestitische Ader hat, dazu jede Menge deutsche und amerikanische Nazis verschiedenster Bauart, darunter  Otto Penzler und Jürgen Schenk, der mit 26 noch relativ jung ist, unter Rommel Panzererfahrung gesammelt hat, eigentlich tief in seinem Herzen aber vor allem ein Cowboy sein möchte. Diese bizarre Grundkonstruktion füllt Leonard mit knackigen Dialogen, Alkohol, Sex und Crime und seinen Trademark-Charakteren, die nie ganz rein und nie ganz dreckig sind, sondern immer versuchen, durchzukommen. Honey’s Room folgt Leonards Trend zu fast bizarren Geschichten, die einen trockenen Humor mit Crime verbinden, wobei gerade hier eigentlich fast keinerlei echte Handlung mehr statt findet. Wir folgen den oft überzeichneten Charakteren durch das Buch, aber in Wirklichkeit findet denkbar wenig statt, manche Entwicklungen werden sogar nicht fortgeführt (vielleicht in einem nächsten Buch), und trotzdem führt Elmores Gespür für Dialog und Authentizität den Leser souverän durch die vond en verschiedenen Charakteren wechselnd erzählte Geschichte, obwohl die Nazis meist eher lachhaft als bedrohlich wirken, mit Ausnahme eben der zunächst am lächerlichsten wirkenden Figur, Bohdan Kravchenko. Wie so oft bei Leonard lachen wir über die Clownerien der verlorenen und verwirrten Charakter, bis sie in einer explosiven Gewaltentladung plötzlich immer noch unbeholfen und lächerlich wirken – aber dabei eben zugleich tödlich sind.

Up in Honey’s Room ist nach dem recht starken The Hot Kid eher ein durchschnittlicher Leonard, lesenswert, aber nothing to write home about. Mit Honey Deal hat Leonard einen Vorläufer des harten Mädels Jackie Brown geschaffen, die selbstbewusst und sexy und sensibel zum eigentlichen Kern des Buches wird und deren Amusement über Webster und die Nazi-Posse wir meist teilen. Sie stiehlt dem eigentlichen Protagonisten des Buches, Webster, mühelos die Show und es wäre nicht übel, wenn Leonard ihr noch einmal einen Besuch abstatten würde…

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