
Und wir gehen in die dritte Runde.
Heute werden die Vorschläge gesammelt, morgen abgestimmt.
Wer schon weißm wie es geht, braucht nicht weiterzulesen, für eventuelle Newcomer noch einmal die Idee:
Die Sache
Ich versuche, 25 Wochen lang Aufgaben zu erledigen, die meinen Alltag durchbrechen, die interessant, spannend und möglichst kreativ sind. Die Aufgaben kommen von euch und werden im Blog vorgeschlagen, abgestimmt und dokumentiert.
Die Vorschläge
Montags könnt ihr in den Kommentaren hier Ideen abgeben für die Mission der Woche.
Die Ideen
Gesucht sind kurze «Anweisungen»
- kurz formuliert.
- zeitlich und finanziell realistisch im Büroalltag zu realisieren. Keep it short and sweet
- die ein schönes Ergebnis, Bild, Song, Photo, oder eine Aktion ergeben
Wer kann mitmachen?
Alle.
Das Voting
Den gesamten Dienstag wird online live abgestimmt.
Die Mission
Erledige ich (und die armen anderen Leute hier) von Mittwoch bis Montag und zeige die Ergebnisse im Blog.
Ich freue mich auf euch. Vielleicht auch auch mal ein paar, die sonst nichts schreiben?
30. Juni 2008 09:38 Uhr. Kategorie Leben. 40 Antworten.

When the days they seem to fall through you well just let them go…
29. Juni 2008 06:47 Uhr. Kategorie Stuff. Eine Antwort.

Das die sinnfällig-zielgruppenaffine Abstimmung von Firmennamen und Typographie nicht unbedingt immer zu guten Ergebnissen führt, zeigt dieser Laden in Wuppertal.
02:56 Uhr. Kategorie Stuff. 5 Antworten.

Die zweite Wochen-Aufgabe ist, dass ich Mitfahrern der Bahn Schneebälle in die Hand drücken soll, optional mit Gorillamaske auf dem Kopf. Hab ichs gemacht? Klickt weiter und seht es euch an…
27. Juni 2008 19:25 Uhr. Kategorie Leben. 19 Antworten.

Keine Frage, ich liebe Vitra. Unsere Möbel sind größtenteils von Vitra, ich liebe Tibor Kalmans Chairman-Buch über Rolf Fehlbaum, ich halte Vitra für eine der wichtiigsten deutschen Erfolgsgeschichten in Sachen Design, durch deren Speerspitzen-Effekt andere großartige deutsche Möbel-Firmen überhaupt erst so großartig werden konnten, wie sie sind. Wir haben nicht nur durch aber sicher eben auch entscheidend mitgeprägt von Vitra in Deutschland einen typischen «sachlichen» Möbelflair, immer wieder in letzter Zeit durchbrochen durch eine neue Lust auf moderne Materialien und die Farbigkeit, die diese mit sich bringen – Vitra ist eben mehr als der ewige Eames.
Leider wird die neue Homepage des Konzerns, gemacht von de-constuct in London, keine Ruhmestat des Designs. Zwar mag ich, dass Vitra auf Flash setzt und auch das generelle Flair der Site, aber selbst auf einem großen Bildschirm wirkt die Site irgendwie eng, es fehlt immer etwas, ich muss faktisch für gewisse Inhalte scrollen, obwohl es keine HTML-Blog-Site ist (wo das vertikale scrollen hauptsächliches Navigationselement darstellt), sondern eine geschlossene Flash-Site. Auch die vielen, stets etwas sinnlosen Farbflächen erinnern mich eher an Quark-Express aus den 80ern (wow, schau mal, wie leicht ich ein Rechteck aufziehen kann…) und somit an das grafische Niveau von Ersatzkrankenkassen. Vor allem scheint es eine inhaltlich nicht mehr sinnvolle Referenz an die alte Site, die von dort durchaus sehr sinnvollen farbigen Flächen geprägt war, zu sein. Das Ergebnis ist so aber weder Fisch noch Fleisch, etwa so unentsc hieden wie der permanente Wechsel zwischen echtem Font mit Antialias und Pixelfonts. Es gibt viele gute navigatorische Ansätze – die Site scheint sich quasi ständig zu bemühen, die Navigation auf verschiedensten Wegen deppensicher zu machen, mit einer History, mit Übersichten, mit einem Zurück-Extrafeld, mit Cookie-Gedächtnis – aber die Flut der Möglichkeiten verwirrt oft leider eher. Es gibt viele Stellen, wo ich intuitiv in ein Bild klicken will, um weiterzukommen, aber es passiert nichts und ich muss ein Textlink suchen.
Was mich aber am meisten irritiert ist, dass die Website keinerlei Mehrwert liefert – das Bildmaterial gab es überwiegend bereits in der alten Version, deren Informationstiefe auch etwa gleich gewesen zu sein scheint. Außer Kosmetik hat sich nicht viel getan. Was schade ist. Zumal einige Bereiche noch nicht mit Content gefüllt sind (wobei ich das aus eigener Erfahrung auch nur zu gut kenne), die Bildqualität wirklich schlecht ist und der generelle Eindruck irgendwie— unübersichtlich ist. Da kann Vitra vielleicht gar nichts für – immer mehr und mehr Firmen scheuen den Aufwand, das Internet aktiv zu bespielen und sind immer noch auf dem Stand, den Besuchern mehr oder minder eine Art Gesamtkatalog vor die Füße zu werfen, plus etwas Imagematerial.
Denn Vitra ist eins der spannendsten Unternehmen schlechthin – und das merkt man dem Online-Auftritt einfach nicht an. Die Marke ist nicht inszeniert, nicht gespielt, nicht ergründet, nicht entdeckt. Bei jeder anderen Marke würde ich bei einer solchen mehr oder weniger professionell-glatten Präsentation ja achselzuckend weitersurfen – schließlich sind USM, FSB oder COR ja nun auch eher mit sehr braven, eben sehr deutsch-architektonischen Sites unterwegs, aber bei einem MythBrand wie Vitra tuts schon irgendwie weh, wenn ein Relaunch so wenig mitreissend ausfällt. Die Site ist beileibe nicht schlecht, nicht missverstehen – aber ist die gut genug für diese Marke? Es macht vielleicht Sinn, dass eine Firma, die ein so handfestest, greifbares Produktportfolio hat, mit dem etheralen einer Webpräsenz Schwierigkeiten hat – wie setzt man das Gefühl, auf einem Stuhl zu sitzen, denn auch online um? – und man darf sich nichts vormachen, bei solchen Marken hat die Site sehr wenig mit dem direkten Umsatz zu tun, der auch nicht wirklich vom Straßenkunden generiert wird – aber eben darm ist es umso trauriger, dass Vitra die Chance vertan hat, mit der eigenen Site zu spielen, auf der Basis der Freiheit neue Dinge zu tun, eben Design zu entdecken. Das Rolf Fehlbaum dies in der wirklichen Welt sehr wohl vermag – in Kulturprojekten, im Vitra-Museum, in der stets lebendigen Produktwelt der Marke, und eben auch in Image-Print-Produkten – steht außer Frage. Umso trauriger, dass einer der großen Design-Entrepreneure Deutschlands nicht mehr Liebe in seinen Online-Auftritt gesteckt hat, oder? Die Vitra-Site ist eine solide Sache geworden, keine Frage. But it could have been magic.
09:08 Uhr. Kategorie Online. Eine Antwort.

Eigentlich will ich Gravis ja mögen – immerhin haben sie bei der Wahl ihres Designstudios ja Geschmack bewiesen. Das gelungene Branding (und das sehr schicke g von Susanna) funktioniert ja einfach im Kopf des Konsumenten, wenn es um das Bild eines Dienstleisters geht. Das smoothe, moderne g legt Tnmpo und Effizienz nahe, digitalen Wunschlosglücklichservice. Aber die Praxis scheint da leider anders zu sein – das Design ist besser als die Realität.
Ich habe vor fünf Wochen einen MacPro (3,2 Ghz, 16 GB, 4 TB, 8800 GeForce) und einen iMac (3,06, 4 GB, 1 TB, 8800 GeForce) bestellt. Der MacPro sei angeblich «sofort» lieferbar und der iMac (der damals ja gerade vorgestellt wurde so in «zwei bis drei Wochen.» Da ich die Anfrage ziemlich kompliziert gestellt habe – mit verschiedenen Varianten halt – hab ich sogar bestens verstehen können, dass einige konkrete Anfragen zum MacPro (sind da noch Clover- oder schon Harpertowns drin?) eher verwirrt zum iMac beantwortet wurden, der gar keine 3,2er Prozessoren hat, schon gar nicht 2×4. Das in beiden Angeboten das gravis Protection Plus Pack nicht dabei war, obwohl ich darum gebeten hatte, ist eher doof – meine Bitte, zumindest beim MacPro kulanterweise die 99 Euro einfach in den Preis einzurechnen, wurden abgewimmelt (beim iMac hätte ich das nicht erwartet, das Gerät ist einfach nicht hochpreisig genug, aber bei einer Kiste für 6000 Euro sollten 99 Euro Kulanz im Entscheidungsspielraum eines Fillialleiters liegen, oder?). Anrufen bei Gravis ist bekannterweise schwierig – man landet fast sofort bei der Hotline in Berlin. Auf meine eMails, was ich anzahlen solle, kam keine Antwort. Ende letzter Woche schrieb ich letztmals, dass die Lieferfristen inzwischen alle überschritten seien und ich – sofern ich nicht bis Anfang dieser Woche ein Feedback bekäme – den Auftrag stornieren würde. Ich habe BIS JETZT keine Antwort, heute aber bei Gravis Berlin den Auftrag zurückgestellt und um Rücküberweisung der Anzahlung gebeten. Die Berliner Hotline teilte mir mit, dass bei Geräten, die so wie meine «maßgeschneidert» seien (wobei sich alle meine Wünsche absolut im Rahmen des im Apple Store konfigurierbaren bewegen, so ist nun nicht) eine Lieferzeit von 4-6 Wochen einzurechnen sei. Worauf hin ich ihr erklärte, dass sei schon starker Tobak, an sich aber okay gewesen, wenn es mir nur ehrlich jemand von vorneherein so gesagt hätte. Dann hätte man entsprechend planen können. Zusammen mit einigen Erfahrungen mit dem iMac 2,8, den ich bei Gravis geholt habe, finde ich dabei vor allem erschreckend, wie schlecht derService beim für ein Unternehmen angenehmsten Teil der Kunden-Firmen-Kommunikation ist, nämlich dem Auftrag. Was machen die erst, wenn es mal richtig Garantiefälle und wichtige zeitkritische Abstimmung gibt? Sorry, mag sein, dass man bei Gravis fix mal einen ipod kaufen kann – wie bei Karstadt, Amazon und sonstwo auch – aber als Systemhaus reichts nicht. Ich bin da natürlich von meinem sehr persönlichen und wunderbaren Service in Sachen PC-Welt sehr verwöhnt, keine Frage – aber ich frage mich schon, warum die Jungs mehr oder minder freiwillig auf diese Aufträge verzichten (und die eventuellen Folgeaufträge, die sich ja unweigerlich irgendwann ergeben). Wäre Gravis Essen so kompetent gewesen wie die Telefondame heute in Berlin, der die Sache spürbar leid tat, gäbs ja keine Probleme. Jetzt bin ich erst mal gespannt, wie sich scnet machen, wo Frank Kirsch zumindest heute schnell, kompetent und freundlich die Sache angeschoben hat.
Ich finde es immer schade, wenn bei einem Laden das Design besser ist als die tatsächliche Performance. Gravis hat von Erik und Partnern einen zwar nicht völlig makellosen, aber sauberen und wohl architektonischsten Auftritte in der PC-Handelslandschaft bekommen, effizient, modern, schnell. Ich hab mal einen Kunden gehabt, dessen Marketingchef mir erklärte, mein Design sei eigentlich gefährlich, weil es ein Maß an Qualität und Service suggeriere, dass der Laden realistisch nicht leisten könne. Ich hab das damals nicht verstanden und dachte – denke immer noch – das gutes Design eine Chance für ein Unternehmen ist, sich weiterzuentwickeln, eine Zukunftsprojektion.
Aber irgendwie verstehe ich jetzt schon, was er meinte – die Enttäuschung des Kunden ist vorprogrammiert, wenn außen alles superglossyshiny ist und innen die Infrastruktur einfach nicht steht.
24. Juni 2008 23:28 Uhr. Kategorie Technik. 22 Antworten.

So, ihr habt jetzt den ganzen Montag Zeit, darüber abzustimmen, welche Mission ich als nächste erfüllen soll. Ich bin gespannt und hoffe, ihr macht mit.
Es gibt eine kleine Änderung: die Aufgaben werden ab kommende am Montag gestellt und am Dienstag wird abgestimmt. Das scheint irgendwie sinniger als ausgerechnet über das Wochenende nach Ideen zu fahnden, und außerdem habe ich so am Wochenende – außerhalb der Arbeitszeit – Gelegenheit, die Aufgabe zu lösen ;-D.
23. Juni 2008 10:34 Uhr. Kategorie Leben. 21 Antworten.

Die erste Woche ist getan, jetzt geht es in die zweite Runde.
Hier nochmal kurzt, worum es geht. Wer es kennt, kann es überspringen, aber wenn mich via >ICQ 20 Leute fragen, was ich da gerade mache, ist es besser, jeden Freitag kurz die Sache zu erklären, oder?
Here we go:
Die Sache
Ich versuche, 25 Wochen lang Aufgaben zu erledigen, die meinen Alltag durchbrechen, die interessant, spannend und möglichst kreativ sind. Die Aufgaben kommen von euch und werden im Blog vorgeschlagen, abgestimmt und dokumentiert. Am Ende,wenn wir die 25 Wochen gemeinsam wirklich schaffen – ihr mit den Aufgaben, ich mit dem Erledigen – dann gibts ein kleines Dankeschön, Ehrenwort.
Die Vorschläge
Von Freitag bis Samstag könnt ihr in den Kommentaren genau hier Ideen abgeben für die Mission.
Die Ideen
Gesucht sind kurze «Anweisungen»
- kurz formuliert. Maximum zwei Sätze, sonst ist die Aufgabe schon zu kompliziert :-D
- zeitlich und finanziell realistisch im Büroalltag zu realisieren, ideal in wenigen Stunden. Keep it short and sweet
- ein schönes Ergebnis, Bild, Song, Photo, oder eine Aktion
- nicht auf HD maßgeschneidert
- die für euch selbst (und mich) eben einfach wunderbar sind
Es geht nicht darum, mich beispielsweise dazu zu bringen, eine Woche keinen Kaffee zu trinken (weil ihr denkt, der HD trinkt ja immer Kaffee), weil das a) keine Aufgabe ist, ich trinke dann halt Tee, b) keine irgendwie schönen Bilder oder Erlebnisse ergibt und c) gruselig langweilig wäre, oder? Es geht nicht um Aufgaben, die auf kurze Haare, schwarze Anzüge, permanentes Reden und andere Marotten von mir abzielen, auch wenn es toll ist, dass ihr sie so gut kennt ;-).
Wenn die Aufgabe so ist, dass ihr denkt: da wär ich eigentlich gern dabei oder das würde ich auch gern selbst mal machen… dann ist es goldrichtig. Ihr seht, im Grunde ist das schon STELLEN der Aufgabe ein Art Designprozess :-D.
Wer kann mitmachen?
Alle. Und nein, es gibt nichts zu gewinnen. Aber ich würde mich sehr freuen, wenn möglichst viel Ideen von Leuten kommen, die ich gar nicht kenne. Oder die sonst im Blog nie schreiben – und wow, da gibt es reichlich. Just do it :-D. Und vor allem: 25 Wochen am Ball bleiben. Ich freue mich über jeden, der eine Idee beisteuert, mitspielt und über den eigenen Schatten springt, seine Idee in den Ring zu werfen.
Das Voting
Den gesamten Montag wird online live abgestimmt. Bitte nicht schummeln, oder wenn, dann im realistischen Rahmen. Es ist schöner, wenn eure Aufgabe fair gewinnt, oder?
Die Mission
Erledige ich (und die armen anderen Leute hier) von Dienstag bis Donnerstag und zeige die Ergebnisse im Blog. Am Freitag gehen wir in die neue Runde. Noch 24 Wochen.
Ich zähle auf euch. 24 Wochen sind lang und ich bin gespannt, wer zuerst aufgibt – ihr oder ich….
20. Juni 2008 09:12 Uhr. Kategorie Leben. 47 Antworten.
Tintin ist immer und immer und immer noch WOW…
(via)
19. Juni 2008 17:30 Uhr. Kategorie Design. 6 Antworten.

Heute war die letzte Frühstücksaktion von Unglück verfolgt. Steffis Wagen hat eine leere Batterie und es regnet und stürmt.
Nach dem idyllischen Sonnenfrühstück im Wald gestern, mussten wir heute nach 30 Minuten abbrechen, weil der Wind die Tassen vom Tisch wehte und es wirklich unangenehm regnete. Wir haben es dann einfach in die KasBah in der Düsseldorfer Altstadt verlegt, wo noch Christian&Beate dazukamen. Very nice, aber nicht zu lange, weil heute noch einiges anstand. Damit ist die Aufgabe (uff) erfüllt und ich hoffe, die nächste ist an einem Tag zu erledigen. Danke nochmal an Gregor, es hat ordentlich Spaß gemacht. Ab morgen sammeln wir die Vorschläge für die nächste Aufgabe. Nochmal zur Erinnerung: Es geht nicht darum, mich zu nerven oder besonders kreativ-witzig zu sein, sondern um eine kleine, erfüllbare, inspirierende Sache, die etwas schönes ergibt. Morgen mehr… (weiterlesen…)
16:44 Uhr. Kategorie Leben. 5 Antworten.

Ich paranoide ja schon seit einiger Zeit, dass hinter dem extremen, fast boomhaften und viel zu späten Hypeum die Klimaproblematik nicht nur ökologische Interessen stehen, sondern auch ganz handfeste ökonomische Parameter, namentlich die Atomindustrie, die aus dem Three-Miles-Island/Chernobyl-Loch heraus will und nicht nur hier, sondern vor allem auch in Indien und China Fuß fassen will, und sich als «klimafreundliche» Alternative zur Nutzung fossiler Brennstoffe anbietet. Wenn der ehemalige Senator von Arizona und jetzige Präsidentschaftsanwrter der Republikaner John McCain jetzt laut Spiegel Online sagt, Atomenergie sei eine «saubere, sichere und effiziente Energiequelle», dann klingen solche Mutmaßungen – zusammen mit der Frage, warum ausgerechnet durch Spekulation von Fondanlegern die Energiepreise für herkömmliche Brennstoffe so explodieren – gar nicht mehr so paranoid. Wenn McCain von «Hunderten» von AKWs redet, geht es um Milliardenaufträge – da lohnt sich die Lobbyarbeit für Jonny Atom doch. Da lohnt sich Angstmacherei, dass man demnächst von Moskau und Irak abhängt. Die Frage, wohin man den nuklearen Restmüll entsorgen möchte und wie man mit den Unwägbarkeiten dieser nach wie vor in ihren Risiken einzigartigen Technologie umgehen will, bleibt unbeantwortet. Dabei ist die Verantwortung im Umgang mit diesem Thema in der Vergangenheit international ein Alptraum von Schlampigkeit und Korruption, der unvorstellbar ist.
Ganz klar ist, dass auf Öl und Gas etwas folgen muss, weil es endliche Ressourcen sind und der Aufwand für ihre Besorgung und ihr relativer spekulativer Wert immer weiter steigen werden. Das gleiche gilt für viele Ressourcen, nicht zuletzt auch Rohstoffe für Grundnahrungsmittel. Atomkraftwerke mögen als einfache und etablierte Technik einen Ausweg suggerieren, aber die Industrie hat die entscheidenden Nachteile dieser Energiegewinnung (nämlich, dass sie im Zweifelsfall ganze Landstriche verseuchen kann und ihre Abfallprodukte zwar nicht klima- aber gesundheitsschädigend sind) in den letzten 30 Jahren nicht beseitigen können.
Der Weg zu einer sauberen Energiebilanz ist also nach wie vor eher: Energie sparen (und hier haben gerade die USA, aber auch wir, enorme Potentiale, alternative Energiequellen und die Suche nach neuen Technologien, die mit weniger Risiken verbunden sind. Auf die westliche Hemisphäre kommt eine neue Phase der Energiebescheidenheit zu, nachdem wir viele Dekaden über unsere Verhältnisse gehaust haben. Atomkraftwerke bauen zu wollen heißt nur, vor den realen Ursachen der Probleme die Augen zu verschließen. Wir müssen global entscheiden – soweit dies unter den kapitalistisch gegebenen Zuständen internationaler Konkurrenz überhaupt denkbar ist -, dass einzig und allein ein vernünftiger Umgang mit Ressourcen und ein minimierter, am besten sogar unter positiven Vorzeichen stehender «Footprint» eine Antwort sein kann. Seit der Industrialisierung überziehen wir – eskalierend – bei Mutter Natur unser Guthaben. Irgendwann wird es Zeit, zurückzuzahlen. Mit Zinsen. Atomkraftwerk wären nur die Reaktion eines Pleitiers, der in Panik den letzten Penny auch noch auf den Kopf haut.
Ich bin kein allzu großer Fan von Barack Obama, aber McCain sollte für die USA mit solchen Aussagen unwählbar werden.
08:36 Uhr. Kategorie Stuff. 2 Antworten.

Wir frühstücken morgen in Düsseldorf, ab 12:00, am Rheinufer - so etwa in Höhe des Filmmuseums in der Altstadt (weil da das Parkhaus ist ;-), aber natürlich näher zum Wasser oder vielleicht auf einer Wiese, mal sehen, was sich findet. Wer Lust hat, uns zu suchen und zu finden, ist eingeladen – bringt euch am besten selbst was zum Essen und Trinken (und Sitzen) mit, in unseren Rucksack passt nicht allzu viel. Zur Not fragt auf dem Handy nach: 01779766569, wo wir gerade sind.
18. Juni 2008 22:36 Uhr. Kategorie Leben. 5 Antworten.

Und die Aufgabe für heute. Diesmal haben wir ganz relaxt im Wald in Werden gefrühstückt, nach der Hektik auf dem Parkdeck gestern sehr entspannend und sonnig. Lustig war, das auf einmal eine Schülergruppe durchs Gebüsch kam und uns wohl irgendwie seltsam fand, zugleich aber zu cool war, überhaupt groß auf uns einzugehen. Großartig.
17:37 Uhr. Kategorie Leben. 12 Antworten.

Death Cab for Cutie haben sich über die Jahre von der Indie-Band zum Mainstream-Act in erschreckender Coldplay-Nähe gespielt. Solche Vereinnahmungen lösen in jeder besseren Band unweigerlich den Wunsch nach Ausbruch aus. Die den Vocals von Ben Gibbard harmonierende eher elegisch-melancholische Musik, die Plans komplett dominierte, ist auf Narrow Stairs entsprechend eher rockigen Live-Sounds gewichen. Der Opener Bixby Canyon Bridge macht klar wo es hingeht: Auf den gewohnt ruhigen Einstieg folgen verzerrte Bässen, cymballastige Drums und ein Gitarrencrescendo, das die Softie-Dans von Death Cab deutlich verstören dürfte. Von der sonnenuntergangsleuchtenden Trauer der Band ist hier wenig geblieben, man fühlt sich eher an Radiohead erinnert, auch wenn der zweite Track – die Auskopplung I will possess your heart – dann doch im soliden Fahrwasser dessen bleibt, was im Radio laufen kann und der vielleicht schwächste Track des Albums ist. Aber insgesamt ist Gitarrist und Producer Chris Walla eine seltsam erdige Platte, eine sehr amerikanische Platte, gelungen, die ungewohnt unproduziert klingt, sehr direkt, oft etwas düster oder seltsam und insofern sehr gelungen. Gibbard und seine Band klingen sehr relaxt und springen fast durch sämtliche Indie-Guitar-Sounds der letzten Dekaden, auf eine verspielte Art, in der fröhliche Pixies-Artige Gitarren mit eher düsteren Texten kombiniert werden oder ausgedehnte experimentelle Soundstrecken die Möglichkeiten der Band ausreizen. Waren Death Cab auf Plans in Gefahr, in der Falle ihres eigenen Sounds höängen zu bleiben, scheinen sie sich auf Narrow Stairs sehr bewusst austesten zu wollen, ein Experiment, das gelingt, weil die Vocals und die sehr prägnanten Harmonien, die alle Songs von Death Cab seit den ersten Tagen durchziehen, einfach noch da sind und die usik bei allem Experiment eben doch ganz eindeutig immer noch Death Cab ist. Ich liebe es, wenn eine Band ihre Flügel spreizt, und wegfliegt vom kommerziellen Erfolg (ein Klassiker in der Popbranche seit den Beatles), und obwohl die Platte nicht der harte Bruch ist, den man sich vielleicht erhofft haben mag nach den ersten Interviews und Andeutungen aus dem Studio, ist sie unbedingt eine gelungene Erweiterung des Weidegebiets von Death Cab for Cutie, das eigentlich ab dem zweiten Album abgegrast zu sein schien. Es ist beachtlich, wenn eine Band sich auf ihrem sechsten Album nicht auflöst, sondern neu erfindet, nicht in REM-artiger Selbstwiederholung verharrt, sondern zumindest versucht. zu neuen Ufern zu paddeln. Narrow Stairs wirkt folk-rockiger, eben amerikanischer, und wirft der fröhlichen Besinnlichkeit der Death-Cab-Songs eine Schaufel Dreck zu, die den Songs eine neue Ehrlichkeit verleiht. Einerseits seit 1999 unverändert in der Grundmischung von Fröhlichkeit und Pessimismus, wirken Death Cab selbstbewusster, breitschultriger. Der überwiegende Teil des Albums bleibt dann doch allzu soft weghörbare Musik für die Neon-Generation, von der sehr wenig hängenbleibt, so dass der Versuch, vom eigenen Sound wegzukommen, am Ende eben vielleicht doch scheitert, Narrow Stairs der Versuch eines Ausbruchs ist, den die Band aber selbst vereitelt, weil sie zu sehr in ihren eigenen Möglichkeiten gefangen ist, eben nicht mehr kann als immer schon konnte. Aus meiner Sicht hat die Band ihre besten Songs in der Unschuld der ersten beiden Alben gemacht – und den allerbesten als B-Side versteckt-, und auch der etwas etwas härtere Sound von Narow Stairs wird natürlich nichts mehr daran ändern, das Gibbard, Walla und Co längst zu Konsensband geworden sind, aber es ist gut zu hören, dass die Band den Weg zur Stadionband nicht geht, ohne sich zumindest etwas gegen den eigenen Erfolg und die Beliebigkeit zu sträuben.
09:27 Uhr. Kategorie Musik. Keine Antwort.

Etwas spät gepostet, weil ich noch bei Trafo den tollen Vortrag von Silke Ploog gehört habe und erst jetzt dazu komme… hier die Photos von der ersten Mission. Wir werden drei Tage irgendwo draußen Frühstücken und – wie von Gregor gewünscht – beginnen auf einem Parkdach…
17. Juni 2008 23:38 Uhr. Kategorie Leben. 13 Antworten.

So, die DDR hat sich leider durch Schummelei disqualifiziert, aber ich glaube, es war früh klar, dass das Frühstück fair and square gewonnen hat. Jetzt erst einmal sehen, wo ich einen transportablen Tisch herkriege und dann wird Di, Mi und Do im Freien gefrühstückt. Marian ist schon unglücklich, weil ihn meine Aufgaben vom Arbeiten abhalten und zwingen in der Sonne zu sitzen – der Mann ist Designer durch und durch. Ich selbst freue mich drauf und hoffe, ihr habt am Freitag wieder neue tolle Ideen für die Aufgabe der nächsten Woche (die hoffentlich dann nicht drei Tage dauern :-D).
09:43 Uhr. Kategorie Leben. 9 Antworten.

So schnell kanns gehen, heute morgen überfallen uns Jan&Bianca und wollen sich ein Praktikum teilen, was ich sehr lustig fand, und gerade kam die nette Mail:
Hej!
Klar wollen wir den Job. Mussten nicht lange drüber nachdenken. Sind gerne dabei.
Sehr cool. In letzter Zeit haben wir mit Praktikanten echt Glück gehabt – Raffael und Katharina waren stellar gut und bei beiden tats/tuts mir echt echt echt weh, sie nur wegen der räumlichen Entfernung (Köln und Bielefeld) nicht fest übernehmen zu können.
Sieht so aus, als würde sich die tolle Serie fortsetzen, ich freu mich auf euch. Vor allem schön, mal wieder jemanden ein JAHR zu haben, nicht nur 3 oder 6 Monate, so toll das auch beidesmal war.
Wenn DU auch ein Praktikum bei uns machen willst, meld dich trotzdem – vielleicht schon vorweg für 2009?
19:36 Uhr. Kategorie Leben. 3 Antworten.

So, ihr habt jetzt den ganzen Montag Zeit, abzustimmen, welche Mission ich bis Freitag erfüllen muss. Ich bin gespannt und hoffe, ihr macht mit.
08:19 Uhr. Kategorie Leben. 13 Antworten.

Wie immer frühwarniger Tipp von Christoph, der die Foals lange kannte, bevor sie explodierten (und in diesem Sommer auch deutsche Festivals mit ihrer exzessiven Show rocken werden). Die Combo aus Oxford verbindet zickigen BritPop à la BlocParty mit afrobeat-insirierten Takten und Gitarren – das Ergebnis ist ein hochgradig tanzbarer Punkbeat, der klingt als hätten die Talking Heads kiloweise Ketamin geworfen. Die Band nennt das, was sie macht Math-Pop und im Grunde ist es ein verdächtig postmoderner Zitatenstadl aus Funk, Pop und Rock und Ethno, der an sich nervig sein sollte, aber keine Sekunde ist, weil die Foals alle Verdachtsmomente gegen sie energisch egen die Wand spielen und mit reiner, nackter Energie alle Zeifel wegblasen, die knackigen NewWave3.0-Drums halten die Sache kompakt zusammen, egal wieviel innerhalb der Songs experimentiert wird. Irritierend hohe Gitarrensounds, seltsame Brüche, reichlich geheimnisvolle Songtexte – alles an den Foals schreit «Kult». Schon der Opener mit dem schönen Wortspiel «French Open» macht klar, was die Foals prägt – grandioses Gitarrenzusammenspiel mit flirrenden Melodien, dezente Überproduktion mit grandiosen Bläsern, ein Beat, der das beste von Dancefloor und Afrobeat kombiniert, um im nächsten Moment wie straighter Indierock zu klingen. Explodierende, überbordende, energetische, tobende, schäumende Songs. Komplexe Arrangements, die trügerisch simpel klingen. Die lose Songstruktur die die erste BlocParty so grandios machte, übernommen und weiterentwickelt. Traumhafte Bläsersätze, die nie so nahtlos zu Punkbeats zu passen schienen wie hier. Kleine Experimente in der Produktion, die das Album nicht nur zum Brenner auf der Tanzfläche machen, sondern auch kopfhörertauglich. Das Gute an den Foals ist, dass sie trotz des Hype eine sehr solide Band sind, wie ja in letzter Zeit recht viele Hype-Bands, die sich deutlich aus dem engen NuPop-Korsett herausschälen und uns hoffentlich über die Jahre noch grandiose Platten bescheren wird. Weil nicht nur das Artwork des Albums verrät, das hier (mal wieder) jemand antritt, um den Thron von Radiohead zu erobern.
08:05 Uhr. Kategorie Musik. Keine Antwort.

Da wir Nina einen bespielten 2GB-iPod geschenkt hab, hatte ich die Möglichkeit, mir den Zwergen-MP3-Player mal näher anzusehen. Nur noch halb so groß wie der alte Shuffle, gehört der Shuffle zu den kleinsten Wiedergabegeräten am Markt, so klein, dass Kopfhörer dagegen fast klobig und schwer wiegen – in der Tat sind meine schon sehr leichten Sony-Inner-Ear-Kopfhörer schwerer als der gesamte Player. Die Bedienung ist gewohnt intuitiv, zumal Apple sie rigoros eingeschränkt hat. Du kannst den iPod ein/ausschalten, zwischen Shuffle und Repeat wählen, ansonsten sind in der von iPods gewohnten Ringstruktur vor/zurück/laut/leise/Play/Pause angeordnet.

Ein/Ausschalter, die LED ist der einzige Status-Feedback, sie zeigt mit zwei Farben und Blinken z.B. den Batteriestatus an.
Ein Display, einen EQ oder fortgeschrittene Einstellmöglichkeiten sucht man hier absolut vergeblich, selbst vorspulen ist eher nur als Basisfunktion vorhanden. In der Tat nicht dumm: Wer mehr will, kann sich einen normalen iPod kaufen oder sein Handy benutzen – der Sinn des Mini-iPod ist sicher maximale Mobilität und Leichtigkeit, für alles andere hat man ja eigentlich eine Lösung. Das mit dem EQ ist der vielleicht größte Makel, es wäre schön, wenn man hier zumindest via iTunes etwas einstellen könnte, man muß aber sagen, dass die Grundeinstellung einen für die meisten Songs mehr als ausreichenden, recht angenehmen Sound bietet. Ich persönlich könnte mit mehr Bass leben, aber ich bin ja da auch etwas extrem. Die Lautstärke ist über meine Sony Ex-71 absolut ausreichend (außer vielleicht bei alten CDs, die scheinbar immer weniger Dynamik haben). Die beigefügten Kopfhörer von Apple kann man besser vergessen und sich eine akustisch bessere Alternative kaufen, die dann auch ohne EQ-Tricks auskommt.

Shuffle und Repeat, mehr gibts nicht.
Das Handling ist wie bei jedem iPod, obwohl der Winzling keine normale iPod-Schnittstelle hat sondern nur einen 3,5″-Stecker. Das Dock nutzt anscheinend einen weiteren Anschluß im 3.5-Zoll_Port, um (recht fix) die Daten zu überspielen. Der iPod wird normal verwaltet, schnell erkannt und bietet automatisch an, aus den vorhandenen Musikmaterial eine Zufallsauswahl selbst zu treffen und aufs Gerät zu kopieren – wodurch die Random-Idee des Shuffle wunderbar auf die Spitze getrieben ist :-D. 2 GB ist die richtige Größe für so ein kleines Gerät, man hat im Grunde immer eine schöne Collection von Hits griffbereit und kann schnell den Inhalt austauschen – ich finde, auf 20GB-und aufwärts hat man immer zu viele Tracks, die man skippen muss bis man an den Good Stuff kommt. Natürlich ist auch dieser iPod appletypisch eine Art BlackBox, d.h. man bekommt Tracks nicht herunter und kann Songs nur via iTunes, nicht mit einem Dateimanager verwalten – es sei denn, man greift zu Tools wie yamipod o.ä.

Die gewohnte einfache Apple-Steuerung ohne Clickwheel à la AppleRemote.
Wäre eigentlich toll, wenn die Remote irgendwann so aussähe wie der Shuffle.
Die edle Aufmachung, extrem einfache Bedienung und die nahtlose Integration in iTunes (die eigentlich nur für Mac-User Sinn macht, ich empfinde das an sich identische iTunes auf Windows nach wie als Fremdkörper, unter OS X aber finde ich es sinnvoll – seltsam) machen den Mini-MP3-Player zum guten Kauf, keine Frage. Den iPod Shuffle gibts im Apple Store in verschiedenen Farben, u.a. auch in Rot für Bonos RED-Projekt.
15. Juni 2008 20:25 Uhr. Kategorie Technik. 6 Antworten.

Ich möchte eine Herausforderung von euch.
Nein, ich habe keine Langeweile.
Aber eine seltsame Idee.
Ich fand bei der TypoBerlin sehr schön, dass ich einfach hingehen konnte (durfte) und wildfremde Menschen sich motivieren, oder sanft zwingen, ließen, auf einem abstrusen Kinderspielzeug zu malen. Und die Ergebnisse sind toll. Wir machen gerade ein kleines Giveaway aus den Bildern von Sagmeister, Spiekermann, Benguiat, Hughes und Co… vielleicht als Broschüre, vielleicht als Plakat und ihr werdet sehen, was Katharina aus den Sachen gezaubert hat. Kleine Ursache, tolles Ergebnis.
Dieses Erlebnis, und eine Erinnerung an Wien – wo im Rahmen eines Kunstrojektes Aufgaben in den öffentlichen Raum postiert waren - und last not least Miranda Julys Buch Learning to Love You More waren dann Anstoß genug, zu sehen, wie ich selbst damit umgehe, wenn mich Leute mit einer Mission konfrontieren.
Deshalb:
Ich möchte euch bitten, mir heute und in den nächsten Wochen eine Aufgabe zu stellen – und zwar immer von FREITAG bis FREITAG.
In den Kommentaren – oder per Email an schellnack@nodesign.com schlagt ihr eine Aufgabe, die ich lösen muss vor, ich (oder wir gemeinsam) wählen die beste bis Montag aus und habe dann die Woche Zeit, sie zu erfüllen (obwohl: bitte keine Aufgaben, die dann wirklich eine Woche dauern, ich habe auch Jobs zu erledigen ;-)).
Was ich suche, sind ganz einfache Aufgaben, die machbar sind, die real umsetzbar sind, die in sich etwas bewegendes oder schönes haben, eine innere Poesie, die etwas gaga sind, aber nicht einfach nur Blödsinn. Es geht nicht darum, dass ich jemanden ein Briefpapier machen soll oder eure Wohnung aufräume, oder so einen Jackass-Quatsch à la mit dem Bürostuhl einen Berg runterfahren, sondern eher darum, von einer bestimmten Sache ein Photo zu machen oder einen kurzen Text zu etwas zu schreiben oder etwas zu tun, was ich noch nicht getan hab. Ganz simple Dinge, ganz seltsame Dinge – seid kreativ. Wie gut die Sache wird, hängt von eurem Input, euren Ideen, euren Aufgaben an mich ab. Es geht nicht darum, mich zu nerven oder zu quälen, oder besonders lustig zu sein, sondern darum, gemeinsam mit dieser Aufgabe etwas zu schaffen, was schön ist. was mir Spaß macht, was euch Spaß macht – und was unseren Horizont erweitert. Wie ich die Aufgabe angehe und löse – steht dann natürlich hier, ebenso das Ergebnis, das derjenige, der die Aufgabe gestellt hat, auch zugestellt kriegt (also zB einen Posterprint von einem Photo,d ass ich machen soll o.ä.).
Im Grunde sind keinerlei Regeln gestellt, außer dass es schaffbar sein sollte, mir und euch Spaß machen sollte und am Ende etwas da ist, was man wiederum im Blog – und vielleicht später in einer Publikation – vorzeigen kann.
Ganz wichtig: Ich habe im Rahmen der nobook-Aktion gelernt, dass hier wahnsinnig viele Leute lesen (am Tag sinds ja so über 500 reale Besucher), die natürlich nicht in den Kommentaren auftauchen, also nur «lurker» sind. Ich würde mich wahnsinnig freuen, wenn ihr AUCH Aufgaben stellt und nicht nur Marc und meine Mum mich losschicken. Ex-Studenten, Freunde, anonyme Leser, meldet euch hier oder via eMail, ich freue mich auf jeden Beitrag. Okay? Danke :-D
Und:
Die Sache läuft so, dass ich erst einmal 25 Aufgaben erfüllen muss. Also ab JETZT.
Ihr könnt also JETZT die ersten Aufgaben stellen, von denen ich eine bis Freitag nächste Woche erledigen muss.
Ich hoffe, es kommen tolle Ideen. Wenns gut läuft, mache ich die 52 voll, aber das hängt total von euren Aufgaben und Durchhaltevermögen ab.
Jetzt seid ihr dran :-D
13. Juni 2008 14:22 Uhr. Kategorie Leben. 67 Antworten.

Scott Matthew ist schon rein optisch der Inbegriff des Bohéme, des Künstlers. Und die Musik des geborenen Australiers ist entsprechend: kompromißlos, zeitlos, groß. Trügerisch einfache Kompositionen, simpel instrumentiert, fast kammerspielartig, leicht und elegant und trotzdem schwerblütig, dramatisch. Die Arrangements wirken retro, ein Rückgriff in prä-digitale Zeiten, immer mit acht Zehen im Folk-Becken, immer gerettet durch die unglaubliche Stimme des Singer/Songwriters. Denn es ist Matthews unglaubliche Stimme, die mehr als ein wenig an den jungen Bowie erinnert, die die Songs in ein seltsames Limbo zerrt, in dem eine düster glühende Traurigkeit herrscht, ein permanenter Herbst mit rotgoldenen Farben, im Wind wehenden Blättern – und ständigem Trennungsschmerz. Matthews Debut wirkt wie eine Platte, die aus den frühen Siebzigern zu uns kommt, wie eine vergessene Unplugged-Platte von David Bowie, mit reifem Understatement produziert – etwas Piano, Streicher, Gitarre, dezente Bläser, mal eine Ukulele – und stimmlich, in der Art, wie Matthews introvertiert, androgyn-verführerisch in sein Mikrophon flüstert und haucht, überzeugend persönlich und authentisch geraten, Klangkurve gewordene Melancholie. Aber bei aller Weinerlichkeit, blitzt da immer wieder ein Hauch Humor, eine Ironie durch, eine Lässigkeit, die einnehmend alle Vergleiche mit Bowie, Morrissey oder Hegarty beiseite wischen – die Platte hat Pathos, aber sie hat auch Distanz, sie biedert sich in ihrer traurigen Schönheit nicht an, du darfst Matthews Gefühle erleben, aber er will dich nicht einwickeln und springt statt dessen etwa in Upside Down in sympathisch verschwurbelte Chorpassagen, die das romantische Flair eines Songs plötzlich auflösen und kippen. Matthew ist eine Klasse für sich – und sein Debut die Sorte Platte, die andere Musiker erst als Spätwerk produzieren. Es ist eine warme Platte, die so ausgezeichnet in das emotionale Lebensgefühl der seelenwunden Neon-Generation passt, dass an sich schon fast wieder vor ihr hüten muss, weil sie wahrscheinlich mehr als Potential zur Konsensmusik hat. Die emotionale Bandbreite von Matthews Stimme und die zeitlose Qualität des Debüts machen diesen Verdacht der zeitgeistigkeit aber irgendwie weg – auch wenn es erschreckend ist, wie sehr eine so alt klingende Platte zur Zeit passen will. Unbedingt kaufen!
09:46 Uhr. Kategorie Musik. Eine Antwort.



Heute abend zeigen sechs Studenten der Kunstakademie Düsseldorf, u.a. aus den Klassen Lüpertz und Immendorf, ihre Arbeiten im gemütlichen Daheim-Flair in der Merowinger-Straße 67, Düsseldorf, ab 19 Uhr.
12. Juni 2008 13:13 Uhr. Kategorie Stuff. 3 Antworten.

Vor etwas über einem Jahr zweimal gekauft – eins für mich, eins als Geschenk – und jetzt endlich gelesen: Das großartige No one belongs here more than you (übrigens ursprünglich eine Werbezeile für Tourismus in Israel) der Filmemacherin und Künstlerin Miranda July. Die eben nicht nur in ihren Filmen, ihrer Site und ganz generell eine großartig exzentrische, wunderbare Person zu sein scheint – soweit man das medial beurteilen kann, sondern auch verdammt gut schreibt. No surprise, really. Deutlich in der Tradition von Carver und Hempel, also knackige Kurzgeschichten mit doppeltem und dreifachen Boden über die Untiefen des Lebens und der Liebe, schreibt July mit einem quirligen Humor, einer Art düsterem Mary-Poppins-Flair, das ihre Stories ganz und gar einzig- und eigenartig macht. Ihre Charaktere wirken zerbrechlich, zerbrechend, zerbrochen, und dennoch einzigartig liebenswert, skurril, wunderbar, man möchte sie wie seltsame Tiere nach Hause holen und gesund pflegen. July spielt virtuos auf dem Metaphernklavier und deckt ganz in der Tradition großer amerikanischer Kurzprosa die kleinen und großen Katastrophen des Lebens ab. Du folgst ihren seltsam deplacierten Figuren folgen einer oft bizarren Logik durch widersprüchliche Gefühswelten, durch Unfälle, Mißverständnisse, Fehlkommunikationen. Es sind wunderbare Liebesgeschichten, sensibel und authentisch und weit entfernt von dem, was man normalerweise als Love Story bezeichnen würde. Jeder zweite, dritte, vierte Satz ist zitatwürdig, hat diese schwebende Eleganz, die holographische Tiefe, die eine tiefe Resonanz in dir als Leser auslöst. No one belongs here more than you ist kein leicht wegzukonsumierendes Buch, bei allem Humor, bei aller schweren Leichtigkeit- die Geschichten verlangen, in Ruhe gelesen, mehrfach gelesen zu werden, um sie zu erfassen, wie Hemingway in seinen besten Momenten packt July in dezente Beschreibungen und Andeutungen eine Informationsdichte, die erfasst, verarbeitet sein will. Da die Short Stories aber zwar alle einen Sound haben, einen verbindenden Stil, aber dennoch sehr unterschiedlich ausgefallen sind, wird das Buch niemals langweilig. Inzwischen als Paperback erhältlich, ist No one belongs here more than you die Sorte Buch, die du absolut nicht verpassen darfst.
11:35 Uhr. Kategorie Buch. 6 Antworten.




Juhuuu. Die brandneuen nobooks sind da. So können wir endlich die letzten Bestellungen erledigen – meldet euch im Zweifelsfall noch mal, einige Mails sind wohl im Spam bei den Empfängern gelandet und bei Julia wurde z-B. die Post geklaut. Und: Es kann wieder neu bestellt werden. Bin ich schon zu penetrant? Sorry, aber die 110 Bücher sind weg und ich hab wieder das alte Problem: Zuviel davon hier herum liegen :-D. Allllso: 6 Euro nur das Buch,. liniert oder blanko und 7 Euro mit Papermate-Flair, dem besten Stift, den es gibt, dazu 1,45 Porto.
11. Juni 2008 22:53 Uhr. Kategorie Leben. 5 Antworten.

Dank einer Einladung des famosen Björn Syffus war ich gestern auf der Drupa. Und ungeachtet der beeindruckenden Größe, des schieren Volumens der Messe hat man das Gefühl, es gibt nicht viel bewegend neues im Druckmarkt. Der Trend zur Integration im Offset bleibt erhalten, mehr Inline-Möglichkeiten, mehr automatisierte Angebote für Packaging oder Veredelung, also die Verschiebung von Möglichkeiten, die bisher nur mit High-End-Budget machbar waren in einen alltäglicheren Bereich. Im Prepress wird massiv auf Web-to-Print gesetzt, auf FTP, auf mehr intelligente Software, die Workflows vereinfacht. Adobe hatte im Grunde kaum neues zu berichten – Acrobat 9 ist nicht gerade ein Begeisterungssturm und auf CS4 werden wir wohl noch bis ins 4. Quartal warten müssen. Ink-Jet-Largeformat und eine ganze Flut von Digitaldruckanwendungen kommen von allen Anbietern auf uns zugestürmt, die Lücke zwischen Offset und Digiprint wird immer schmaler, auch qualitativ. Heidelberg trotzt der allgemeinen Vorsicht in der Druckbranche mit zwei gigantischen Hallen, die im rotsilbernen wundrbaren Messedesign zurückhaltend und doch bombastisch ausgebaut waren, mit perfekter Lichtstimmung, mit 1500 Mitarbeitern, mit makelloser Präzision. Björn und ich hatten da ein sehr gutes Gespräch über RGB-Workflows, über gute und schlechte Druckereien und über Farbmanagement. Auch sehr schön war es am Quato-Stand, wo Joachim Stein Björn kurz die Hardwarekalibrierung mit dem Quato 26″-Monitor und dem Silverhaze Pro vorführte und mir netterweise berichtete, dass ich meinen defekten Intelliproof 23″ problemlos gegen einen 26″ upgraden kann. Der Service, die umfassende Garantie (60 Monate) und das Know-How von Quato sind top of the class, definitiv ein Grund, bei Quato zu bleiben, Eizo kann hier nicht ansatzweise mithalten. Das Marketing und die Werbung von Quato ist leider aber echt nichts, von der Vertriebsstruktur nicht zu reden. Eigentlich schade, dass eine so inhaltlich gute Firma sich nicht besser verkaufen kann, oder?
Wirklich neu, wirklich berauschend fand ich hier nichts – aber das mag daran liegen, dass ich eher von der Pre-Pre-Press-Seite komme und einen Einblick in die harte Wirklichkeit des Druckgewerbes zwar erhellend finde, aber es mir in der Praxis kaum noch etwas bringt, da man auch Informationen über neue Imagepapiere oder Veredelungen längst direkt von den Dienstleistern, aus Zeitschriften oder via Internet bekommt.
Sehr viel spannender eigentlich also abends die Lesung von Durs Grünbein vor den Freunden der Kunstakademie Düsseldorf, mit einer kleinen Ausstellung mit sehr witzigen Dürer-Remix-Arbeiten von Immendorff, Staack, Trockel Lüpertz und einer launigen Einladung von Rektor Lüpertz selbst – und der ganze Abend danach war auch witzig:-D
13:47 Uhr. Kategorie Leben. Eine Antwort.

Eigentlich ist das iPhone 2.0 das erste iPhone, das man ernstnehmen kann. Nach Steve Jobs Keynote bei der WWDC 08 ist zwar immer noch nicht klar, ob das neue iPhone Fullspeed-HSDPA kann und ob es richtige Navigationslösungen geben wird gibt oder nur «Directions»/Maps. Wie im echten Leben gibt es also mehr Fragen als Anworten…
Aber immerhin:
– 3G-UMTS.
– GPS, als A-GPS gekoppelt mit WiFi und Handysignal-Ortung. Tracking möglich.
– .Mac in vernünftiger Form umgemünzt als Push-Service MobileMe. Gleicher Preis, 10 GB Extra, bessere Integration mit dem iPhone. Ich frage mich allerdings, ob mobileme dann Pflicht wird, wenn man Syncen will? D.h. nimmt APple 99 Euro im Monat für einen Service, den MS mit ActiveSync zwar mehr schlecht als recht aber eben gratis bietet?
– bessere Batterieleistung
– preiswerter. 8 GB für 199 Euro, 16 für 299.
– 3rd-Party-Software (yay!!!). Mehr als überfällig.
– und man darf hoffen, dass die Umstrukturierung im Vertrieb vielleicht auch bedeutet, dass der Telekom-Knebelvertrag wegfällt. (Edit: Nein, darf man nicht, im Gegenteil. Zumindest bei AT&T werden die Bedingungen noch härter, das iPhone muss im Shop aktiviert werden und angeblich funktionieren alte Jailbreaks nicht mit dem neuen Empfangsteil des iPhone.)
Da kann man nicht meckern, das iPhone dürfte damit – entsprechende Applikationen und ein paar andere Dinge vorausgesetzt – zu einem ernsthaften Konkurrenten für HTC Diamond und Pro werden, spätestens in der nächsten Generation. Wobei der Touch Diamond und das Pro (mit eingebauter Tastatur) kleiner sind, leistungsfähigere Hardware liefern und nur eben nicht die smoothe Apple-Oberfläche haben, sondern Windows 6.1 plus TouchFLO. Für Apple-User wird das iPhone natürlich tatsächlich mehr und mehr zum perfekten Kompagnon der heimischen Software, für Windows-User scheint sich das noch nicht so anzubieten. Einige Gerüchte, wie etwa das 2,8″ und das 3,2″ iPhone haben sich nicht bestätigt, das Gehäuse, Kamera, Displaygröße usw blieben unverändert, die meisten Gerüchte (schwarzer Rücken, GPS, 3G, OSX 10.6, MeMobile usw) haben sich aber bestätigt. Damit ist das meist-gehypte Stück Technik der letzten Wochen endlich enthüllt – und es ist keine komplette Enttäuschung, Apple hat im Grunde jeden Kundenwunsch realisiert. Jetzt heißt es abwarten wann und wie das Phone nach Deutschland kommt. Apple hat sich deutlich an den technischen Standard herangerobbt und das iPhone ist nicht mehr VÖLLIG unbrauchbar. Respekt.
Photo via engadget
9. Juni 2008 21:05 Uhr. Kategorie Technik. 15 Antworten.

Im Gegensatz zu Palahniuks letztem Buch, Rant und auch gemessen an Haunted, ist Snuff ein denkbar geradliniges Buch. Die Geschichte liest sich eher wie eine Art ausgedehnter Short Story, mit einer vergleichsweise simplen Idee und einem recht vorhersehbaren Plot, inklusive einer finalen Plot-Twist-Wendung, die sich fast zur Mitte des Buches schon per Telegramm vorankündigt. Insofern ist nuff eine Art interessanter Gaumenreiniger nach Rant, eine Rückkehr zu dem fast vergessenen linearen Erzählstrukturen von Chuck Palahniuk, enger dran an Survivor oder auch Fight Club. Es st nicht so manisch.grandios wie Rant, aber immer noch eine lesenswerte Novella.
Snuff dreht sich um einen Riesen-Gang-Bang, mit dem die in die Jahre gekommene Pornqueen Cassie Wright ihrer Karriere die Krone aufsetzen will. Sie will Anabel Chong und Sabrina Johnson übertreffen und mit 600 Männern vögeln, wobei sie durchaus in Kauf nimmt, dass sie bei der ganzen Sache sterben könnte. Denn nur so könnte sie dem unehelichen Kind, dass sie ganz zu Beginn ihrer Karriere mit dem Pornodarsteller Branch Bacardi im Drogenkoma gezeugt hatte, einen ordentlichen Batzen Geld vererben – vom Verkauf der Filme, ihrer Sextoys und nicht zuletzt der zig auf sie abgeschlossenen Versicherungen (die Tod durch Beischlaf mit 600 Typen nicht als Selbstmord definieren… jedenfalls noch nicht). Erzähler der Story sind Mr. 72, Mr. 600 und Mr. 137 sowie die Produktionsassistentin Sheila, die die 600 Männer, die nackt im Keller des Filmstudios darauf warten, die Pornolegende besteigen zu dürfen, jongliert. Im Verlauf des Buches stellt sich heraus, dass Mr. 137, Dan Banyan, ein abgehalfteter TV-Darsteller ist, der hier seine Homosexualität öffentlich ablegen will, dass Mr. 600 besagter Branch Bacardi ist, der inzwischen zu einer Selbstkarikatur gealtert ist und eine Zyankali-Kapsel bei sich trägt, während Mr 72 überzeugt ist, der verlorene Sohn von Cassie zu sein, der ihr seine Liebe gestehen will. Gespickt mit Viagra, bösen Seitenhiben auf die Pornbranche und auf das Filmbusiness und dessen Schönheitswahn generell, erzählt Palahniuk eine überraschend tighte Geschichte, die schell wie ein D-Zug an dir vorbeirast, die knapp 200 Seiten Story sind fast zu schnell vorbei. Palahniuk macht sich nicht die Mühe, bestimmte Wendungen lange aufzubauschen, er haut dir eine Überraschung nach der nächsten um die Ohren und wenn das Buch endlich zum Höhepunkt kommt, ist er so absurd und bizarr, wie man es von diesem Autor halt gewöhnt ist. Snuff liest sich überraschend wie ein Drehbuch – wie Palahniuk lite – mit all den Bells&Whistles, die man von Chuck gewohnt ist (wie etwa der exzessiven Verwendung von «true facts»), so als hätte Palahniuk einen alten Stoff aus der Schublade gerettet.
Und in der Tat gerettet, denn Snuff ist ein großartig respektloses Buch, das einen luziden Blick auf die Absurditäten und Zusammenhänge von Porno, Schönheitswahn und Unsterblichkeit wirft. Hinter dem scheinbar flüssigen Erzählstil und der effektheischenden Story nutzt sich Snuff die Welt der Pornographie als überzeichneten Zerrspiegel für tatsächliche Gesellschaftstrends, für den Wunsch nach ewiger Jugend, die Surrealität dieses potemkinschen Dorfes namens Schönheit. Snuff ist eine neongrelle Soap Opera, nur halt mit Viagra, Dildos und Aufblaspuppen als Requisiten. Und so wie Cassies Möctegern-Sohn eines Tages von seiner Adoptivmutter mit der Aufblaspuppe seiner «echten» Mutter erwischt wird, der leider durch die Bisse, die der Vorbesitzer in der gebraucht gekauften Gummipuppe hinterlassen hat, mit jedem Stoß weiter in sich zusammenfällt, so geht es auch im ganzen Buch um geplatzte Träume, in sich zusammenfallende Hoffnungen.
Dass Palahniuk es nicht schafft, seinen Charakteren eigene, einzigartige Stimmen zu geben – sie klingen alle mehr oder minder wie der Autor nun mal schreibt -, und dass bestimmte Running Gags (wie die frei erfundenen Filmtitel oder Sheilas permanente Synonyme für «Onanierer» irgendwann einfach eher schal und nervig wirken, ändert nichts daran, dass Snuff eine schöne, schnelle, bizarre Farce ist, ein hochgradig witziges Buch. Auch wenn das «Schockthema» Porn nun beileibe nicht mehr sonderlich schockend wirkt heutzutage, gelingt Chuck doch, aus der Mischung von Sex und Tod eine seiner typischen Stream-of-Consciousness-Fabelgeschichten zu drehen, hinter deren überschminkter karikaturenhaft überzeichneter Kulisse die harte Wirklichkeit seiner desillusionierten Charaktere am Ende ihrer jeweiligen Laufbahnen erschreckt – eben genau wie in der Pornobranche auch.
15:23 Uhr. Kategorie Buch. Eine Antwort.

Wenn ein Veranstalter darauf hinweist, früh zu kommen, wenn man in den Innenbereich will, sollte ich das in Zukunft beherzigen. Als ich etwa 30 Minuten vor Konzertbeginn in der mit 50.000 Besuchern nicht wirklich ausverkauften, aber subjektiv schon zu vollen LTU-Arena ankam, war etwa in der Mitte des Innenraums eine Barriere aufgezogen und Zutritt jenseits des Blocks gabs nur mit den legendären Armbändchen. Nicht das erstemal, dass bei Großkonzerten diese Taktik gefahren wird – und ich hasse es jedesmal. Im vorderen Bereich der Halle war es dadurch deutlich zu leer und die Leute in den ersten Reihen nicht die besten Fans, sondern notorische Zufrühkommer. Insofern kein Konzert zum Mitfeiern, sondern eins, wo man nominell im Rahmen des Möglichen in der ersten Reihe steht (es sei denn, man will sich an drei Security-Leuten vorbeifighten), aber trotzdem gefühlte drei Kilometer weg vom Bühnengeschehen ist. Ganz zu schweigen vom Sound. Warum Leute diese Großkonzerte besuchen, wrd mir ewig ein Rätsel bleiben, geschweige denn, warum Bands sich einen Sound antun, bei dem bereits in der Mitte der Halle nur noch ein verhallter Brei überbleibt, aus dem ab und zu eine Bassdrum und eine Hihat herausragt, die Gitarre fast untergeht, der Bass erahnbar ist und einzig die völlig verhallte Stimme von Sting klar heraussticht. Ich kenn miese Bootlegs mit besserem Sound. Nichts dagegen, dass solche Stadion-Gigs für die Band eine Kapitalmaximierung sind – ein Konzert mit 50.000 Besuchern mal ca. 100 Euro sind besser als 10 Gigs mit 3000 Leuten für 50 Euro. Aber als Besucher hat die Sache mit Live-Erlebnis wenig zu tun, vor allem, wenn man Police bisher in kleineren Venues erlebt hat (Gruga, Dortmunder Westfalenhalle).
Generell ist es so, dass die drei Mann von Police in der gigantischen Halle etwas verloren wirken – da rettet auch die bei solchen Großkonzerten übliche LED-Technologie, Lichtorgie und Videowand nichts. Die Musiker gehen in der gigantischen und etwas beliebig wirkenden Lichtorgel unter, und können sich, um von den Kameras auch bloß gut aufgenommen zu werden, auch nur noch sehr eingeschränkt bewegen. Während rüher bei Police ein permanentes Jogging und Springen angesagt war, wurde dieser Gig mehr stur an einer Stelle stehend heruntergespielt – was natürlich auch mit dem Alter der Protagonisten zu tun haben kann. Zudem kommen der Sound von Police und Stadion etwa so gut zusammen wie Autokino und Achterbahn – das filigrane Gefrickel von Andy Summers und Stewart Copeland verliert sich in der Hallsuppe des Raumes und die Band reagiert darauf, indem sie scheinbar bratiger und geradliniger spielt – Copeland brettert teilweise einfach nur noch auf den Becken herum und spielt deutlich reduzierter, um sich nicht im Soundbrei ganz zu verlieren.
Das Publikum macht mir etwas Angst. Mag sein, dass ich auf zu viele kleine Konzerte gehen, wo ich der Old Man bin, aber es ist … weird, neben Leuten zu stehen, die sich BEGEISTERT vom letzten Fury in the Slaughterhouse oder Reamon-Konzert erzählen. Ich meine, wer geht denn da bitte hin??? Wenn du das fünftmal solche Kommentare von Leuten neben dir hörst, bekommst du die ersten Zweifel am Publikum. Police, das war mal DubNewWavePunk, aber hier knutschen die Pärchen bei den unvermeidlichen Hits herum und neben dir (in der 60. Reihe wohlgemerkt) flippen Leute am Crowdbreaker aus, die rein optisch ansonsten in irgendeiner Steuerbehörde Formulare ausfüllen. Das ist, kurz gesat, gruselig, aber das Publikum ist mit der Band gealtert, arriviert, bürgerlich, pummelig. Das sind die Leute, die auf Ü30 und Ü40-Parties gehen und immer wieder gern With or without you von U2 hören wollen, oder eben (seufz) Every Breath you Take. Leute, die 90 Euro über haben, um ihre Jugend nochmal aufflackern zu sehen. Leute wie ich also, nur, dass ich hier hochgradig fehl am Platze bin. Das Publikum feiert natürlich (berechenbarerweise) die genau falschen Songs. Bei Demolition Man oder Hole in my Life gibts verwirrte Blicke, bei Roxanne und So Lonely wird natürlich ausgeflippt, da lassen Uschi und Horst die Sau raus. Vielleicht haben Police es verdient, als ihre eigene Coverband auftreten zu müssen und vor diesen Leuten spielen zu müssen, aber wenn du genau hinsiehst und -hörst, merkst du, wie sehr es der Band an den Nerven spielt, im Rentenalter immer noch die gleichen Sachen spielen zu müssen. Da werden die großen Hits gerade am Ende des Konzertes geliefert, aber eben wirklich geliefert. Die Band versucht teilweise dekonstruktiv an die Sachen heranzugehen und verliert sich zu meiner großen Freude ausgerechnet bei meiner persönlichen Hassnummer Roxanne in einer großartigen Jamsession, die nichts mehr mit dem Track an sich zu tun hat, um dann – und da merkst du, es geht vom Fun zurück zur Arbeit – noch einmal den Refrain rauszuklotzen, damit die Leute mitgröhlen können.
Was schade ist, denn die freieren Teile, in denen die Band etwas vor sich hin frickeln kann, sind grandios. Police zeigen streckenweise, wie sehr sich die musiker mit dem Alter gewandelt haben. Es ist die gleichen Musik wie Mitte der 80er, als die Band sich auf dem Zenith des internationalen Erfolgs auflöste, aber gespielt nach einer persönlichen Evolution, die vor allem bei Sting und Andy spürbar ist. Andy hat nach zwei Dekaden als eher esoterischer Jazz-Gitarrist ein Können erreicht, das dem seiner Police-Zeit weit voraus ist. Live bekommt er weiten Raum für Soli und entwirft Klangwelten, die hypnotische Eleganz haben. Als der Älteste der Band macht er rein optisch keine gute Figur, aber spielerisch hört man zwanzig Jahre Übung, Training, Entwicklung in jeder Note, auch wenn er sich mal verspielt. Experimenteller und spiritueller denn je ist der ohnehin immer schon markante Gitarrensound von Police und das ist eine unfassbare Bereicherung. Sting selbst hat ebenfalls eine Karriere hinter sich, die ihn einen weiten Weg vom nasal klingenden Shouter von Outlandos D’Amour gebracht hat, hin zu einem eher im kratzig.tiefen Bereich brillierenden Vokalisten, der zwar nur noch kommerziellen Mist produziert, aber dennoch eine der markantesten Stimmen der Branche besitzt. Und so klingt dieses Konzert ungewöhnlich, weil Sting nahezu jeden Track relaxter, bluesiger singt als früher, anders phrasiert, andere Betonungen setzt, Strophen schleift und Refrains reduziert. Sein Gesang erinnert eher an die Police-Coverversionen, die er bei MTV Unplugged gesungen hat, es ist Police 1980 gesungen von Sting 2008. Und das bringt die Musik in einen komplett neuen Kontext. Zusammen mit der scheinbaren Rücksichtnahme auf Stewart Copeland, der gegen Ende des Gigs zunehmend greifbare Probleme hat, seinen jugendlichen Drive an den Drums aufrechtzuerhalten (der aber trotzdem eine stellare Performance hinlegt, unfassbar, wie gut Stewart immer noch ist), sind die Tracks insgesamt etwas langsamer geworden, ruhiger. Obwohl die Band auch ordentlich auf die Pauke haut, sind die besten Momente immer jene, in denen sie die Tracks weitgehend verändern, filtern, remixen. Du merkst manchmal, wie das Publikum einen Track am Anfang kaum erkennt (Voices Inside My Head/When the World ist running down – grandios gemacht) und auch in den Songs selbst liefern Police immer wieder großartige Breakdowns, in denen sie fast frei improvisieren und zeigen, wie gut diese Band sein kann, wenn sie sich für einen aus dem Korsett der Greates-Hits-Machine befreit. Gerade am Anfang des Gigs leisten sich The Police den Luxus, auch mal Semi-Hits zu spielen (Driven to tears, Invisible Sun, wo übrigens ein unsagbar kitschiger Video lief mit bettelnden Kinderaugen, surreal schlecht) und diese Freiheit tut dem Konzert gut, es sind ausnahmslos die Offbeat-Songs, die wunderbar reinterpretiert und ausgebaut sind, während die Crowdpleaser relativ rausgerotzt wirken. Wenn die band aber aufspielt und sich in der Musik verliert, entstehen unsagbar gute Momente, deren psychedelische musikalische Energiezeitlos und beachtenswert ist. The Police sind live immer noch eine Größe für sich.
Trotz oder gerade wegen des fortgeschrittenen Alters liefern Police hier wirklich ein Konzert ab, das einen Neuigkeitswert hat. Wo andere Bands, die nochmal aus der Rente kommen, um sich den Ruhestand mit einer letzten Welttournee zu finanzieren eher musikalisch mieser wirken als zuvor, zeigen Police einen tatsächliche Fortentwicklung des vertrauten Materials, die ich so nicht erwartet habe und die das Konzert trotz der vielen Stadion-Rock-Probleme absolut erlebenswert machen. Es ist ein bisschen morbide, eine abgehalfterte Band, die durch ein solches Comeback immer Gefahr läuft, den eigenen Mythos zu zerstören, zu sehen – aber Police reißen das Steuer wirklich herum und liefern einen Gig, der zugleich nahtlos an die Glory Years anschließt und dochklar die Entwicklung der Bandmitglieder in der Zwischenzeit – vor allem eben Stings geändertes gesangliches Spektrum – respektiert.
Einen surrealen Moment gibt es dann allerdings am Ende, als die Band bei Next to You eine Art Collage von Photos und Videoschnipseln vergangener Zeiten zeigt. Vor der Folie dieser Bilder von jungen Typen um die 20/30, die noch nicht wussten, dass sie am Anfang einer der größten Karrieren der Popgeschichte und einem unweigerlich dazugehörenden Trip in die Entfremdung von sich selbst standen, haben die drei Männer auf der Bühne etwas rührend vergängliches, etwas trauriges. Wenn das Publikum nach dem Konzert auf dem Weg nach draußen sanft sagt :«Alt sind ‘se geworden», dann meint es im Grunde sich selbst. The Police stehen gegen den Zahn der Zeit auf der Bühne, spielen gegen die eigene Unwichtigkeit an, wollen sich wie alte Cowboys noch einmal beweisen. Sting, graubärtig und sonnengegerbt sieht nicht umsonst aus wie ein altgewordener Seemann, der noch einmal auf Walfang gehen will, und stellt nicht umsonst im engen Netzshirt seinen unverändert großartigen Body aus, dokumentiert seine Vitalität, schreit mit reibeiserner Stimme gegen das absehbare Karriere-Ende an. Hier fackelt eine Band das letzte Feuerwerk ab, feiert eine letzte Auferstehung, und man fragt sich vor allem, wie es für Stewart und Andy, die neben The Police eigentlich nie viel in ihrem Leben gepackt gekriegt haben (während Sting den Ruhm zumindest in eine achtbare, wenn auch künstlerisch zunehmend insignifikante Solokarriere ummünzen konnte), sein muss, wenn das einzige große Ding in deinem Leben diese sechs Jahre Police sind – bis hin zum hohen Alter, wenn du einen Schatten dieses Ruhms nochmal mühsam reanimierst – wenn man also 80% seines Lebens als Has-been verbringt und von der glimmenden Restwärme eines kurzen Novamomentes existiert. Wie schon Copelands Everyone stares-Film bleibt ein seltsamer Nachgeschmack, bei dem das Leben als Popstar eines der traurigsten ist, dass man sich denken kann – vor allem, wenn es vorbei ist.
13:11 Uhr. Kategorie Live. 3 Antworten.

Es gibt auf den ersten Blick eigentlich reichlich Gründe, Jennifer Rostock nicht zu mögen. Dass die Band schon ab dem ersten Album Major-Deal-Act ist und sich entsprechend vermarktet, entsprechend ein wenig zusammengecastet wirkt – die übliche Frontfrau mit den üblichen, in diesen Fall dezent wie Ramones-Lookalikes rumlaufenden Jungs an den Instrumenten. Der permanente Vergleich mit Ideal. Und so weiter. Was man eben an den ganzen neuen deutschen Acts, die mit reichlich Geld hochgepusht werden sollen, alles nicht mögen kann.
Auf der Bühne zeigen Jennifer Rostock dann aber, das mehr an Ihnen dran ist als bloß Germany’s Next Chartwonder zu sein. Wo Bands wie Juli und Silbermond eher konsenstauglich auftreten, pushen JR ihr all zu glatt produziertes erstes Album an die Grenze zum Punk. Jennifer Weist geht in ihrer Rolle als Nina Hagens Wiedergängerin spürbar auf, kiekst, kreischt, punkt das Publikum an und stellt erst mal klar, das ihre Mumu manchmal aus dem Schlüpfer zu gucken versucht, also Vorsicht in der ersten Reihe. Die Band mischt die 90er-Kitsch-Keyboard-Rolandsounds und die analogen Sequencerklänge von Joe, die im Hundermeister soundtechnisch irgendwie untergehende Gitarre von Alex, der rein optisch sympathischerweise noch am wenigsten in das ansonsten derb Hauptstadt-Szene-Myspace-Konzept der Band passt, die geraden Rockbasslines von Christoph zu einem soliden Block, den vor allem das bemerkenswert auf den Punkt kommende, brachiale, groovende und druckvolle Schlagzeug von Baku zusammenhält – das Ergebnis ist erstaunlich ordentlich hörbare Mucke. Die 45 Minuten Set kommen WHAMWHAMWHAM rausgeschossen und man merkt, dass die Band alles tut, um bloß nicht zu kantenlos rüberzukommen und fast wütend gegen die eigenen Juli/Silbermond/Mia-Schublade anzockt. Dass vor der professionell in die Zugabe gepackten Single «Kopf oder Zahl» erst mal aufs Derbste Devo’s Mongoloid rausgerotzt wird zeigt, ebenso wie Joe’s 90s-Trashpop-Keyboardeinlagen, dass die Band eigentlich mehr sein will und mehr sein kann als nur ein Act, den Warner bei Stefan Raab platziert. Versoffener, dreckiger, punkiger, sexier und insofern richtig gut. Gut denkbar, dass aus dem Warner-brauchen-eine-deutsche-Band-im-Portfolio-Act im nachhinein noch eine echte, eine richtig gute Band wird, die mehr will als nur in die Charts. Auf der Bühne kommt das jedenfalls so rüber, und das obwohl die Band offensichtlich an dem nicht so ganz derbe mitgehenden Publikum in Duisburg leidet und obwohl eben das Publikum etwas strange ist – zum einen die zu erwarteten Myspace-Kids mit ihren Emo-Outfits, zum anderen aber auch Typen, bei denen man echt Angst hat, die sind echt nur wegen Jennifers Mumu gekommen und zählen schon die Tage, bis die Dame sich im Playboy auszieht. Aber keine BAnd kann was für ihre Fans, oder? Und bei dem Druck in der Musik und der gnadenlosen Rampensau-Schiene von Jenny sollte die Combo bei den Festivals diesen Sommer den etablierten Acts ordentlich das Wasser abgraben, mein Lieber.
Hier ein paar super Live-Photos von Carsten Deckert:


Testspielen für Bands-vs-Fans, wobei Whiskey eindeutig die Nase vorn hat.









8. Juni 2008 18:51 Uhr. Kategorie Live. Tag Pop. 7 Antworten.
Das Saisonheft für die Bielefelder Philharmoniker ist im Umlauf und als kleines Geschenk dazu gibt es hier 14 der Motive von Katharina und mir als Desktop-Wallpaper in 1920×1200. Einfach aufs Bild klicken und die hochaufgelöste Variante öffnet sich. Vielen Dank nochmal an alle, die mitgemacht haben! Viel Spaß damit.
6. Juni 2008 18:57 Uhr. Kategorie Arbeit. 16 Antworten.

Gerade wenn man denkt, ein Trend ist durchgenudelt, legen Tom Ford und Terry Richardson für die Frühling/Sommer-Kampagne von Tom Ford noch eins drauf oder zumindest daneben… (Achtung: nicht Jugendfrei) hier.
via Goldenfiddle
15:12 Uhr. Kategorie Design. 4 Antworten.
I am writing with my burnt hand about the nature of fire.
Ingeborg Bachmann
09:04 Uhr. Kategorie Design. Keine Antwort.

Der Plakatwettbewerb des Deutschen Studentenwerks dreht sich ums Thema Fitness. Mal komplett abgesehen von gestalterischen Fragen bei den Erstplatzierten, fällt auf, dass die beiden Siegerplakate auffällig enge Verbindung zu Technik haben – sind Laptop und Handy die Metaphern, mit der man Studenten am besten erreicht? Ohne jede Kritik damit zu verbinden,wäre das eine interessante Tendenz, oder?

Ganz subjektiv gefällt mir Platz zwei übrigens um Längen besser als das Siegermotiv oben. Schlicht, graphisch, und man muss ne Sekunde nachdenken, bis man es versteht…
08:02 Uhr. Kategorie Design. Keine Antwort.

Da uns Katharina im Juli leider schon wieder verlässt (um ihr grandioses Diplom an der FH Dortmund zu machen) suchen wir dringend einen neuen Praktikanten, der 6-12 Monate hier arbeiten will. Ich kann selbst nicht so viel zum Praktikum hier sagen, aber ich glaube, es ist sehr okay, hier zu arbeiten – und aus den meisten Leuten, die hier waren ist auch was geworden :-D. Dazu kommt, dass wir eigentlich auch eine weitere fest angestellte Kraft suchen und ich sowohl Raffael als auch Katharina eigentlich gern übernommen hätte, wenn nicht für beide aus Entfernungsgründen (Raf kam aus Köln, Kath kommt derzeit aus Bielefeld hierher) die Sache hier nicht möglich war. nodesign ist mal harte Arbeit, mal just fun, und ich glaube, so oder so lernt man eine Menge. Nur Angst vor Hunden sollte man nicht haben :-D.
Meldet euch…
5. Juni 2008 19:03 Uhr. Kategorie Leben. 7 Antworten.

Nach dem grandiosen ersten Album war ich mehr als gespannt auf das zweite Album von Eva Jantschisch alias Gustav. Die Multiinstrumentalistin und Sängerin kommt auf dem neuen Album mit weniger Laptronica-Sound daher, alles wirkt ein wenig akustischer, und bereits die erste heimorgelige Nummer Abgesang (wie schön, das Album mit dem Abgesang zu eröffnen) erinnert zunächst an Bontempi-Klänge. Es ist seltsam, aber ich empfinde die von mehr Samplkig, von professionelleren Sounds getränkte Produktion eher als Nachteil – bei Rettet die Wale gaben sich die Naivität der Sound und die Stimme von Eva einfach schöner die Hand. Auf Verlass die Stadt wirkt alles inszeniert, gewollt, gekonnt. Ukulelen, Blasinstrumente, Gitarren, Bässe, echte Drums wirbeln durch die grandiosen Texte und machen einen seltsamen Pop, der klassisch und zugleich modern ist und dessen Harmonien absolut an das erste Album erinnern, aber nicht mehr so einzigartig sind – es klingt vieles vielleicht einen Hauch überproduziert, gut gemeint halt.Was keine echte Kritik ist: Das Album ist detailveressen produziert und steht dem Debut in seiner einzigartigen Mischung aus Humor und ja durchaus bei allem Augenzwinkern immer tiefgehenden Texten. Mehr Chanson-Feeling kommthier auf, als wäre der Electronica-Sound nur eine Notlösung gewesen und jetzt – mit hoffentlich mehr Budget – wird ernst gemacht, und die Frage, ob diese Musik immer durchgehend ernst gemeint ist oder nur akustischer Dada ist.
Abgesehen von dem im guten wie im schlechteren Reiferen Sound hat Eva Jantschisch eigentlich wenig neues zu sagen. Die Songs erinnern strukturell und harmonisch an das erste Album – Verlass die Stadt an Genua, Alles renkt sich wieder ein an Rettet die Wale. Und so weiter – nur mit mehr Klnagfrickelei und mit mehr 3/4-Takten. Dessen ungeachtet ist das Album eine grandiose Platte, die man ganz ganz wunderbar hören kann und muß. Eine traurige Platte, die trotzdem Spaß macht. Ein Endzeitsoundtrack zum Mitschunkeln. Ein resigniertes Protestalbum. Ein (un)klares Statement, eine Platte zur Zeit, was immer das heißt, und doch dummerweise zeitlos – die Scheibe wird auch in zehn Jahren noch gut sein. Und wie schön, dass eine Platte, die dich aufruft, die Stadt zu verlassen, so volksmusikalisch daherkommt. Nicht ganz so titanisch wie das Debut, nicht ganz so deutsch (mehr englische Texte), nicht mehr so solipsistisch, sondern lebendiger, vernetzter, internationaler. Da bereitet sich jemand auf den Sprung in die Oberliga vor – und ich kann nur die Daumen drücken und mich auf den nächsten Release freuen.
16:06 Uhr. Kategorie Musik. Keine Antwort.

Bei der Geburtstagsparty von Christian Hampe musste jeder Gast eine Aufgaben-Karte ziehen, die er den ganzen Abend machen musste, um Leben in die Party zu bringen. DAS hier ist ausgerechnet die Karte, die ich selbst gezogen habe. :-D Wie gut, dass er sich drauf verlassen konnte, dass ich in Schwarz komme…
4. Juni 2008 00:10 Uhr. Kategorie Leben. 3 Antworten.
Die Gewinner des European Design Award 2008 sind bekannt gegeben worden. Besonders freut mich, dass die Dortmunder Kollegen von LaborB einen Award eingesackt haben – Glückwunsch!!!
3. Juni 2008 12:11 Uhr. Kategorie Design. Keine Antwort.

Wieder zuhause und mit CardReader bewaffnet kommen hier endlich ein paar Photos von der Typo2008 – obwohl die Konferenz ja wunderbar bereits vielerorts live gebloggt wurde. Viel weniger Bildmaterial als 2006, zum einen weil es visuell dann doch eher das gleiche wäre – jemand steht an einem Tisch und redet – uind wiel ich die gezeigten Charts schon aus Copyrightgründen nicht zu intensiv zeigen wollte, zum anderen, weil man ja auch mal selbst in der Sonne liegen will – und weil ich wieder backstage ein Spiel gemacht habe, aber davon etwas später mehr, wenn die Dinge soweit sind. Eigentlich sollte das Etch-a-Sketch-Spiel wieder ins Blog, aber ich glaube, das kickt visuell nicht, wenn ich hier nur Photos davon zeige, da muss etwas anderes mit passieren und wir haben auch eine lustige Idee. Also noch etwas Geduld.
Wie immer kann man auf der Typo nur 1/3 von dem tun, was man eigentlich tun möchte. Man verpasst immer Vorträge, weil oft fünf Sachen gleichzeitig passieren, man hat nie genügend Zeit, mit allen Menschen zu plaudern, oder einfach einmal – was ich eigentlich ganz toll finde – auf wildfremde Designer zuzugehen und die in ein Gespräch zu verwickeln. Und man kann ja auch nicht den ganzen Tag in der Sonne herumliegen, obwohl das Freibadwetter und die guten Grillsachen nun wirklich dazu einluden. Wie Erik so schön sagte, auf der Typo muss man sich permanent GEGEN etwas entscheiden und so ists leider auch, von mir aus könnte die Show dreimal wiederholt werden auf neun Tage verteilt, dann hat man eine Chance, nahezu alles zu machen und zu erleben, was man möchte. Die Liste der Dinge, die ich nicht gemacht hab ist wahrscheinlich länger als die, die ich gemacht habe, und das obwohl ich echt nicht viel gefaulenzt habe :-D.
Weiter nach dem Break…
2. Juni 2008 13:24 Uhr. Kategorie Leben. 28 Antworten.