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Hoolitype

hd schellnack

02:56 Uhr. Kategorie Stuff. Tag , . 5 Antworten.

STETHOSKOP

hd schellnack

28. Juni 2008 10:32 Uhr. Kategorie Photos. Tag , . Keine Antwort.

Wetterhaus

25. Juni 2008 13:47 Uhr. Kategorie Leben. Keine Antwort.

Kreuz

hd schellnack

24. Juni 2008 19:13 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

Hand

13:43 Uhr. Kategorie Photos. Tag . Keine Antwort.

Katzen

23. Juni 2008 10:06 Uhr. Kategorie Photos. Keine Antwort.

Spieluhr

22. Juni 2008 16:14 Uhr. Kategorie Photos. 3 Antworten.

Matrjoschka

21. Juni 2008 18:20 Uhr. Kategorie Photos. Eine Antwort.

The Awesome…

Tintin ist immer und immer und immer noch WOW…

(via)

19. Juni 2008 17:30 Uhr. Kategorie Design. Tag . 6 Antworten.

Death Cab For Cutie: Narrow Stairs

Death Cab for Cutie haben sich über die Jahre von der Indie-Band zum Mainstream-Act in erschreckender Coldplay-Nähe gespielt. Solche Vereinnahmungen lösen in jeder besseren Band unweigerlich den Wunsch nach Ausbruch aus. Die den Vocals von Ben Gibbard harmonierende eher elegisch-melancholische Musik, die Plans komplett dominierte, ist auf Narrow Stairs entsprechend eher rockigen Live-Sounds gewichen. Der Opener Bixby Canyon Bridge macht klar wo es hingeht: Auf den gewohnt ruhigen Einstieg folgen verzerrte Bässen, cymballastige Drums und ein Gitarrencrescendo, das die Softie-Dans von Death Cab deutlich verstören dürfte. Von der sonnenuntergangsleuchtenden Trauer der Band ist hier wenig geblieben, man fühlt sich eher an Radiohead erinnert, auch wenn der zweite Track – die Auskopplung I will possess your heart – dann doch im soliden Fahrwasser dessen bleibt, was im Radio laufen kann und der vielleicht schwächste Track des Albums ist. Aber insgesamt ist Gitarrist und Producer Chris Walla eine seltsam erdige Platte, eine sehr amerikanische Platte, gelungen, die ungewohnt unproduziert klingt, sehr direkt, oft etwas düster oder seltsam und insofern sehr gelungen. Gibbard und seine Band klingen sehr relaxt und springen fast durch sämtliche Indie-Guitar-Sounds der letzten Dekaden, auf eine verspielte Art, in der fröhliche Pixies-Artige Gitarren mit eher düsteren Texten kombiniert werden oder ausgedehnte experimentelle Soundstrecken die Möglichkeiten der Band ausreizen. Waren Death Cab auf Plans in Gefahr, in der Falle ihres eigenen Sounds höängen zu bleiben, scheinen sie sich auf Narrow Stairs sehr bewusst austesten zu wollen, ein Experiment, das gelingt, weil die Vocals und die sehr prägnanten Harmonien, die alle Songs von Death Cab seit den ersten Tagen durchziehen, einfach noch da sind und die usik bei allem Experiment eben doch ganz eindeutig immer noch Death Cab ist. Ich liebe es, wenn eine Band ihre Flügel spreizt, und wegfliegt vom kommerziellen Erfolg (ein Klassiker in der Popbranche seit den Beatles), und obwohl die Platte nicht der harte Bruch ist, den man sich vielleicht erhofft haben mag nach den ersten Interviews und Andeutungen aus dem Studio, ist sie unbedingt eine gelungene Erweiterung des Weidegebiets von Death Cab for Cutie, das eigentlich ab dem zweiten Album abgegrast zu sein schien. Es ist beachtlich, wenn eine Band sich auf ihrem sechsten Album nicht auflöst, sondern neu erfindet, nicht in REM-artiger Selbstwiederholung verharrt, sondern zumindest versucht. zu neuen Ufern zu paddeln. Narrow Stairs wirkt folk-rockiger, eben amerikanischer, und wirft der fröhlichen Besinnlichkeit der Death-Cab-Songs eine Schaufel Dreck zu, die den Songs eine neue Ehrlichkeit verleiht. Einerseits seit 1999 unverändert in der Grundmischung von Fröhlichkeit und Pessimismus, wirken Death Cab selbstbewusster, breitschultriger. Der überwiegende Teil des Albums bleibt dann doch allzu soft weghörbare Musik für die Neon-Generation, von der sehr wenig hängenbleibt, so dass der Versuch, vom eigenen Sound wegzukommen, am Ende eben vielleicht doch scheitert, Narrow Stairs der Versuch eines Ausbruchs ist, den die Band aber selbst vereitelt, weil sie zu sehr in ihren eigenen Möglichkeiten gefangen ist, eben nicht mehr kann als immer schon konnte. Aus meiner Sicht hat die Band ihre besten Songs in der Unschuld der ersten beiden Alben gemacht – und den allerbesten als B-Side versteckt-, und auch der etwas etwas härtere Sound von Narow Stairs wird natürlich nichts mehr daran ändern, das Gibbard, Walla und Co längst zu Konsensband geworden sind, aber es ist gut zu hören, dass die Band den Weg zur Stadionband nicht geht, ohne sich zumindest etwas gegen den eigenen Erfolg und die Beliebigkeit zu sträuben.

18. Juni 2008 09:27 Uhr. Kategorie Musik. Tag . Keine Antwort.

Foals: Antidotes

Wie immer frühwarniger Tipp von Christoph, der die Foals lange kannte, bevor sie explodierten (und in diesem Sommer auch deutsche Festivals mit ihrer exzessiven Show rocken werden). Die Combo aus Oxford verbindet zickigen BritPop à la BlocParty mit afrobeat-insirierten Takten und Gitarren – das Ergebnis ist ein hochgradig tanzbarer Punkbeat, der klingt als hätten die Talking Heads kiloweise Ketamin geworfen. Die Band nennt das, was sie macht Math-Pop und im Grunde ist es ein verdächtig postmoderner Zitatenstadl aus Funk, Pop und Rock und Ethno, der an sich nervig sein sollte, aber keine Sekunde ist, weil die Foals alle Verdachtsmomente gegen sie energisch egen die Wand spielen und mit reiner, nackter Energie alle Zeifel wegblasen, die knackigen NewWave3.0-Drums halten die Sache kompakt zusammen, egal wieviel innerhalb der Songs experimentiert wird. Irritierend hohe Gitarrensounds, seltsame Brüche, reichlich geheimnisvolle Songtexte – alles an den Foals schreit «Kult». Schon der Opener mit dem schönen Wortspiel «French Open» macht klar, was die Foals prägt – grandioses Gitarrenzusammenspiel mit flirrenden Melodien, dezente Überproduktion mit grandiosen Bläsern, ein Beat, der das beste von Dancefloor und Afrobeat kombiniert, um im nächsten Moment wie straighter Indierock zu klingen. Explodierende, überbordende, energetische, tobende, schäumende Songs. Komplexe Arrangements, die trügerisch simpel klingen. Die lose Songstruktur die die erste BlocParty so grandios machte, übernommen und weiterentwickelt. Traumhafte Bläsersätze, die nie so nahtlos zu Punkbeats zu passen schienen wie hier. Kleine Experimente in der Produktion, die das Album nicht nur zum Brenner auf der Tanzfläche machen, sondern auch kopfhörertauglich. Das Gute an den Foals ist, dass sie trotz des Hype eine sehr solide Band sind, wie ja in letzter Zeit recht viele Hype-Bands, die sich deutlich aus dem engen NuPop-Korsett herausschälen und uns hoffentlich über die Jahre noch grandiose Platten bescheren wird. Weil nicht nur das Artwork des Albums verrät, das hier (mal wieder) jemand antritt, um den Thron von Radiohead zu erobern.

16. Juni 2008 08:05 Uhr. Kategorie Musik. Tag . Keine Antwort.

Scott Matthew

Scott Matthew ist schon rein optisch der Inbegriff des Bohéme, des Künstlers. Und die Musik des geborenen Australiers ist entsprechend: kompromißlos, zeitlos, groß. Trügerisch einfache Kompositionen, simpel instrumentiert, fast kammerspielartig, leicht und elegant und trotzdem schwerblütig, dramatisch. Die Arrangements wirken retro, ein Rückgriff in prä-digitale Zeiten, immer mit acht Zehen im Folk-Becken, immer gerettet durch die unglaubliche Stimme des Singer/Songwriters. Denn es ist Matthews unglaubliche Stimme, die mehr als ein wenig an den jungen Bowie erinnert, die die Songs in ein seltsames Limbo zerrt, in dem eine düster glühende Traurigkeit herrscht, ein permanenter Herbst mit rotgoldenen Farben, im Wind wehenden Blättern – und ständigem Trennungsschmerz. Matthews Debut wirkt wie eine Platte, die aus den frühen Siebzigern zu uns kommt, wie eine vergessene Unplugged-Platte von David Bowie, mit reifem Understatement produziert – etwas Piano, Streicher, Gitarre, dezente Bläser, mal eine Ukulele – und stimmlich, in der Art, wie Matthews introvertiert, androgyn-verführerisch in sein Mikrophon flüstert und haucht, überzeugend persönlich und authentisch geraten, Klangkurve gewordene Melancholie. Aber bei aller Weinerlichkeit, blitzt da immer wieder ein Hauch Humor, eine Ironie durch, eine Lässigkeit, die einnehmend alle Vergleiche mit Bowie, Morrissey oder Hegarty beiseite wischen – die Platte hat Pathos, aber sie hat auch Distanz, sie biedert sich in ihrer traurigen Schönheit nicht an, du darfst Matthews Gefühle erleben, aber er will dich nicht einwickeln und springt statt dessen etwa in Upside Down in sympathisch verschwurbelte Chorpassagen, die das romantische Flair eines Songs plötzlich auflösen und kippen. Matthew ist eine Klasse für sich – und sein Debut die Sorte Platte, die andere Musiker erst als Spätwerk produzieren. Es ist eine warme Platte, die so ausgezeichnet in das emotionale Lebensgefühl der seelenwunden Neon-Generation passt, dass an sich schon fast wieder vor ihr hüten muss, weil sie wahrscheinlich mehr als Potential zur Konsensmusik hat. Die emotionale Bandbreite von Matthews Stimme und die zeitlose Qualität des Debüts machen diesen Verdacht der zeitgeistigkeit aber irgendwie weg – auch wenn es erschreckend ist, wie sehr eine so alt klingende Platte zur Zeit passen will. Unbedingt kaufen!

13. Juni 2008 09:46 Uhr. Kategorie Musik. Tag . Eine Antwort.

Wieso das lange Gesicht?



Heute abend zeigen sechs Studenten der Kunstakademie Düsseldorf, u.a. aus den Klassen Lüpertz und  Immendorf, ihre Arbeiten im gemütlichen Daheim-Flair in der Merowinger-Straße 67, Düsseldorf, ab 19 Uhr.

12. Juni 2008 13:13 Uhr. Kategorie Stuff. Tag . 3 Antworten.

Miranda July: No One Belongs Here More Than You

Vor etwas über einem Jahr zweimal gekauft – eins für mich, eins als Geschenk – und jetzt endlich gelesen: Das großartige No one belongs here more than you (übrigens ursprünglich eine Werbezeile für Tourismus in Israel) der Filmemacherin und Künstlerin Miranda July. Die eben nicht nur in ihren Filmen, ihrer Site und ganz generell eine großartig exzentrische, wunderbare Person zu sein scheint – soweit man das medial beurteilen kann, sondern auch verdammt gut schreibt. No surprise, really. Deutlich in der Tradition von Carver und Hempel, also knackige Kurzgeschichten mit doppeltem und dreifachen Boden über die Untiefen des Lebens und der Liebe, schreibt July mit einem quirligen Humor, einer Art düsterem Mary-Poppins-Flair, das ihre Stories ganz und gar einzig- und eigenartig macht. Ihre Charaktere wirken zerbrechlich, zerbrechend, zerbrochen, und dennoch einzigartig liebenswert, skurril, wunderbar, man möchte sie wie seltsame Tiere nach Hause holen und gesund pflegen. July spielt virtuos auf dem Metaphernklavier und deckt ganz in der Tradition großer amerikanischer Kurzprosa die kleinen und großen Katastrophen des Lebens ab. Du folgst ihren  seltsam deplacierten Figuren folgen einer oft bizarren Logik durch widersprüchliche Gefühswelten, durch Unfälle, Mißverständnisse, Fehlkommunikationen. Es sind wunderbare Liebesgeschichten, sensibel und authentisch und weit entfernt von dem, was man normalerweise als Love Story bezeichnen würde. Jeder zweite, dritte, vierte Satz ist zitatwürdig, hat diese schwebende Eleganz, die holographische Tiefe, die eine tiefe Resonanz in dir als Leser auslöst. No one belongs here more than you ist kein leicht wegzukonsumierendes Buch, bei allem Humor, bei aller schweren Leichtigkeit- die Geschichten verlangen, in Ruhe gelesen, mehrfach gelesen zu werden, um sie zu erfassen, wie Hemingway in seinen besten Momenten packt July in dezente Beschreibungen und Andeutungen eine Informationsdichte, die erfasst, verarbeitet sein will. Da die Short Stories aber zwar alle einen Sound haben, einen verbindenden Stil, aber dennoch sehr unterschiedlich ausgefallen sind, wird das Buch niemals langweilig. Inzwischen als Paperback erhältlich, ist No one belongs here more than you die Sorte Buch, die du absolut nicht verpassen darfst.

11:35 Uhr. Kategorie Buch. Tag . 6 Antworten.

Neue Nobooks




11. Juni 2008 22:53 Uhr. Kategorie Leben. Tag . 5 Antworten.

Chuck Palahniuk: Snuff

Im Gegensatz zu Palahniuks letztem Buch, Rant und auch gemessen an Haunted, ist Snuff ein denkbar geradliniges Buch. Die Geschichte liest sich eher wie eine Art ausgedehnter Short Story, mit einer vergleichsweise simplen Idee und einem recht vorhersehbaren Plot, inklusive einer finalen Plot-Twist-Wendung, die sich fast zur Mitte des Buches schon per Telegramm vorankündigt. Insofern ist nuff eine Art interessanter Gaumenreiniger nach Rant, eine Rückkehr zu dem fast vergessenen linearen Erzählstrukturen von Chuck Palahniuk, enger dran an Survivor oder auch Fight Club. Es st nicht so manisch.grandios wie Rant, aber immer noch eine lesenswerte Novella.

Snuff dreht sich um einen Riesen-Gang-Bang, mit dem die  in die Jahre gekommene Pornqueen Cassie Wright ihrer Karriere die Krone aufsetzen will. Sie will Anabel Chong und Sabrina Johnson übertreffen und mit 600 Männern vögeln, wobei sie durchaus in Kauf nimmt, dass sie bei der ganzen Sache sterben könnte. Denn nur so könnte sie dem unehelichen Kind, dass sie ganz zu Beginn ihrer Karriere mit dem Pornodarsteller Branch Bacardi im Drogenkoma gezeugt hatte, einen ordentlichen Batzen Geld vererben – vom Verkauf der Filme, ihrer Sextoys und nicht zuletzt der zig auf sie abgeschlossenen Versicherungen (die Tod durch Beischlaf mit 600 Typen nicht als Selbstmord definieren… jedenfalls noch nicht). Erzähler der Story sind Mr. 72, Mr. 600 und Mr. 137 sowie die Produktionsassistentin Sheila, die die 600 Männer, die nackt im Keller des Filmstudios darauf warten, die Pornolegende besteigen zu dürfen, jongliert. Im Verlauf des Buches stellt sich heraus, dass Mr. 137, Dan Banyan, ein abgehalfteter TV-Darsteller ist, der hier seine Homosexualität öffentlich ablegen will, dass Mr. 600 besagter Branch Bacardi ist, der inzwischen zu einer Selbstkarikatur gealtert ist und eine Zyankali-Kapsel bei sich trägt, während Mr 72 überzeugt ist, der verlorene Sohn von Cassie zu sein, der ihr seine Liebe gestehen will. Gespickt mit Viagra, bösen Seitenhiben auf die Pornbranche und auf das Filmbusiness und dessen Schönheitswahn generell, erzählt Palahniuk eine überraschend tighte Geschichte, die schell wie ein D-Zug an dir vorbeirast, die knapp 200 Seiten Story sind fast zu schnell vorbei. Palahniuk macht sich nicht die Mühe, bestimmte Wendungen lange aufzubauschen, er haut dir eine Überraschung nach der nächsten um die Ohren und wenn das Buch endlich zum Höhepunkt kommt, ist er so absurd und bizarr, wie man es von diesem Autor halt gewöhnt ist. Snuff liest sich überraschend wie ein Drehbuch – wie Palahniuk lite – mit all den Bells&Whistles, die man von Chuck gewohnt ist (wie etwa der exzessiven Verwendung von «true facts»), so als hätte Palahniuk einen alten Stoff aus der Schublade gerettet.

Und in der Tat gerettet, denn Snuff ist ein großartig respektloses Buch, das einen luziden Blick auf die Absurditäten und Zusammenhänge von Porno, Schönheitswahn und Unsterblichkeit wirft. Hinter dem scheinbar flüssigen Erzählstil und der effektheischenden Story nutzt sich Snuff die Welt der Pornographie als überzeichneten Zerrspiegel für tatsächliche Gesellschaftstrends, für den Wunsch nach ewiger Jugend, die Surrealität dieses potemkinschen Dorfes namens Schönheit. Snuff ist eine neongrelle Soap Opera, nur halt mit Viagra, Dildos und Aufblaspuppen als Requisiten. Und so wie Cassies Möctegern-Sohn eines Tages von seiner Adoptivmutter mit der Aufblaspuppe seiner «echten» Mutter erwischt wird, der leider durch die Bisse, die der Vorbesitzer in der gebraucht gekauften Gummipuppe hinterlassen hat, mit jedem Stoß weiter in sich zusammenfällt, so geht es auch im ganzen Buch um geplatzte Träume, in sich zusammenfallende Hoffnungen.

Dass Palahniuk es nicht schafft, seinen Charakteren eigene, einzigartige Stimmen zu geben – sie klingen alle mehr oder minder wie der Autor nun mal schreibt -, und dass bestimmte Running Gags (wie die frei erfundenen Filmtitel oder Sheilas permanente Synonyme für «Onanierer» irgendwann einfach eher schal und nervig wirken, ändert nichts daran, dass Snuff eine schöne, schnelle, bizarre Farce ist, ein hochgradig witziges Buch. Auch wenn das «Schockthema» Porn nun beileibe nicht mehr sonderlich schockend wirkt heutzutage, gelingt Chuck doch, aus der Mischung von Sex und Tod eine seiner typischen Stream-of-Consciousness-Fabelgeschichten zu drehen, hinter deren überschminkter karikaturenhaft überzeichneter Kulisse die harte Wirklichkeit seiner desillusionierten Charaktere am Ende ihrer jeweiligen Laufbahnen erschreckt – eben genau wie in der Pornobranche auch.

9. Juni 2008 15:23 Uhr. Kategorie Buch. Tag . Eine Antwort.

The Police: LTU Arena, Düsseldorf

Wenn ein Veranstalter darauf hinweist, früh zu kommen, wenn man in den Innenbereich will, sollte ich das in Zukunft beherzigen. Als ich etwa 30 Minuten vor Konzertbeginn in der mit 50.000 Besuchern nicht wirklich ausverkauften, aber subjektiv schon zu vollen LTU-Arena ankam, war etwa in der Mitte des Innenraums eine Barriere aufgezogen und Zutritt jenseits des Blocks gabs nur mit den legendären Armbändchen. Nicht das erstemal, dass bei Großkonzerten diese Taktik gefahren wird – und ich hasse es jedesmal. Im vorderen Bereich der Halle war es dadurch deutlich zu leer und die Leute in den ersten Reihen nicht die besten Fans, sondern notorische Zufrühkommer. Insofern kein Konzert zum Mitfeiern, sondern eins, wo man nominell im Rahmen des Möglichen in der ersten Reihe steht (es sei denn, man will sich an drei Security-Leuten vorbeifighten), aber trotzdem gefühlte drei Kilometer weg vom Bühnengeschehen ist. Ganz zu schweigen vom Sound. Warum Leute diese Großkonzerte besuchen, wrd mir ewig ein Rätsel bleiben, geschweige denn, warum Bands sich einen Sound antun, bei dem bereits in der Mitte der Halle nur noch ein verhallter Brei überbleibt, aus dem ab und zu eine Bassdrum und eine Hihat herausragt, die Gitarre fast untergeht, der Bass erahnbar ist und einzig die völlig verhallte Stimme von Sting klar heraussticht. Ich kenn miese Bootlegs mit besserem Sound. Nichts dagegen, dass solche Stadion-Gigs für die Band eine Kapitalmaximierung sind – ein Konzert mit 50.000 Besuchern mal ca. 100 Euro sind besser als 10 Gigs mit 3000 Leuten für 50 Euro. Aber als Besucher hat die Sache mit Live-Erlebnis wenig zu tun, vor allem, wenn man Police bisher in kleineren Venues erlebt hat (Gruga, Dortmunder Westfalenhalle).

Generell ist es so, dass die drei Mann von Police in der gigantischen Halle etwas verloren wirken – da rettet auch die bei solchen Großkonzerten übliche LED-Technologie, Lichtorgie und Videowand nichts. Die Musiker gehen in der gigantischen und etwas beliebig wirkenden Lichtorgel unter, und können sich, um von den Kameras auch bloß gut aufgenommen zu werden, auch nur noch sehr eingeschränkt bewegen. Während rüher bei Police ein permanentes Jogging und Springen angesagt war, wurde dieser Gig mehr stur an einer Stelle stehend heruntergespielt – was natürlich auch mit dem Alter der Protagonisten zu tun haben kann. Zudem kommen der Sound von Police und Stadion etwa so gut zusammen wie Autokino und Achterbahn – das filigrane Gefrickel von Andy Summers und Stewart Copeland verliert sich in der Hallsuppe des Raumes und die Band reagiert darauf, indem sie scheinbar bratiger und geradliniger spielt – Copeland brettert teilweise einfach nur noch auf den Becken herum und spielt deutlich reduzierter, um sich nicht im Soundbrei ganz zu verlieren.

Das Publikum macht mir etwas Angst. Mag sein, dass ich auf zu viele kleine Konzerte gehen, wo ich der Old Man bin, aber es ist … weird, neben Leuten zu stehen, die sich BEGEISTERT vom letzten Fury in the Slaughterhouse oder Reamon-Konzert erzählen. Ich meine, wer geht denn da bitte hin??? Wenn du das fünftmal solche Kommentare von Leuten neben dir hörst, bekommst du die ersten Zweifel am Publikum. Police, das war mal DubNewWavePunk, aber hier knutschen die Pärchen bei den unvermeidlichen Hits herum und neben dir (in der 60. Reihe wohlgemerkt) flippen Leute am Crowdbreaker aus, die rein optisch ansonsten in irgendeiner Steuerbehörde Formulare ausfüllen. Das ist, kurz gesat, gruselig, aber das Publikum ist mit der Band gealtert, arriviert, bürgerlich, pummelig. Das sind die Leute, die auf Ü30 und Ü40-Parties gehen und immer wieder gern With or without you von U2 hören wollen, oder eben (seufz) Every Breath you Take.  Leute, die 90 Euro über haben, um ihre Jugend nochmal aufflackern zu sehen. Leute wie ich also, nur, dass ich hier hochgradig fehl am Platze bin. Das Publikum feiert natürlich (berechenbarerweise) die genau falschen Songs. Bei Demolition Man oder Hole in my Life gibts verwirrte Blicke, bei Roxanne und So Lonely wird natürlich ausgeflippt, da lassen Uschi und Horst die Sau raus. Vielleicht haben Police es verdient, als ihre eigene Coverband auftreten zu müssen und vor diesen Leuten spielen zu müssen, aber wenn du genau hinsiehst und -hörst, merkst du, wie sehr es der Band an den Nerven spielt, im Rentenalter immer noch die gleichen Sachen spielen zu müssen. Da werden die großen Hits gerade am Ende des Konzertes geliefert, aber eben wirklich geliefert. Die Band versucht teilweise dekonstruktiv an die Sachen heranzugehen und verliert sich zu meiner großen Freude ausgerechnet bei meiner persönlichen Hassnummer Roxanne in einer großartigen Jamsession, die nichts mehr mit dem Track an sich zu tun hat, um dann – und da merkst du, es geht vom Fun zurück zur Arbeit – noch einmal den Refrain rauszuklotzen, damit die Leute mitgröhlen können.

Was schade ist, denn die freieren Teile, in denen die Band etwas vor sich hin frickeln kann, sind grandios. Police zeigen streckenweise, wie sehr sich die musiker mit dem Alter gewandelt haben. Es ist die gleichen Musik wie Mitte der 80er, als die Band sich auf dem Zenith des internationalen Erfolgs auflöste, aber gespielt nach einer persönlichen Evolution, die vor allem bei Sting und Andy spürbar ist. Andy hat nach zwei Dekaden als eher esoterischer Jazz-Gitarrist ein Können erreicht, das dem seiner Police-Zeit weit voraus ist. Live bekommt er weiten Raum für Soli und entwirft Klangwelten, die hypnotische Eleganz haben. Als der Älteste der Band macht er rein optisch keine gute Figur, aber spielerisch hört man zwanzig Jahre Übung, Training, Entwicklung in jeder Note, auch wenn er sich mal verspielt. Experimenteller und spiritueller denn je ist der ohnehin immer schon markante Gitarrensound von Police und das ist eine unfassbare Bereicherung. Sting selbst hat ebenfalls eine Karriere hinter sich, die ihn einen weiten Weg vom nasal klingenden Shouter von Outlandos D’Amour gebracht hat, hin zu einem eher im kratzig.tiefen Bereich brillierenden Vokalisten, der zwar nur noch kommerziellen Mist produziert, aber dennoch eine der markantesten Stimmen der Branche besitzt. Und so klingt dieses Konzert ungewöhnlich, weil Sting nahezu jeden Track relaxter, bluesiger singt als früher, anders phrasiert, andere Betonungen setzt, Strophen schleift und Refrains reduziert. Sein Gesang erinnert eher an die Police-Coverversionen, die er bei MTV Unplugged gesungen hat, es ist Police 1980 gesungen von Sting 2008. Und das bringt die Musik in einen komplett neuen Kontext. Zusammen mit der scheinbaren Rücksichtnahme auf Stewart Copeland, der gegen Ende des Gigs zunehmend greifbare Probleme hat, seinen jugendlichen Drive an den Drums aufrechtzuerhalten (der aber trotzdem eine stellare Performance hinlegt, unfassbar, wie gut Stewart immer noch ist), sind die Tracks insgesamt etwas langsamer geworden, ruhiger. Obwohl die Band auch ordentlich auf die Pauke haut, sind die besten Momente immer jene, in denen sie die Tracks weitgehend verändern, filtern, remixen. Du merkst manchmal, wie das Publikum einen Track am Anfang kaum erkennt (Voices Inside My Head/When the World ist running down – grandios gemacht) und auch in den Songs selbst liefern Police immer wieder großartige Breakdowns, in denen sie fast frei improvisieren und zeigen, wie gut diese Band sein kann, wenn sie sich für einen aus dem Korsett der Greates-Hits-Machine befreit. Gerade am Anfang des Gigs leisten sich The Police den Luxus, auch mal Semi-Hits zu spielen (Driven to tears, Invisible Sun, wo übrigens ein unsagbar kitschiger Video lief mit bettelnden Kinderaugen, surreal schlecht) und diese Freiheit tut dem Konzert gut, es sind ausnahmslos die Offbeat-Songs, die wunderbar reinterpretiert und ausgebaut sind, während die Crowdpleaser relativ rausgerotzt wirken. Wenn die band aber aufspielt und sich in der Musik verliert, entstehen unsagbar gute Momente, deren psychedelische musikalische Energiezeitlos und beachtenswert ist. The Police sind live immer noch eine Größe für sich.

Trotz oder gerade wegen des fortgeschrittenen Alters liefern Police hier wirklich ein Konzert ab, das einen Neuigkeitswert hat. Wo andere Bands, die nochmal aus der Rente kommen, um sich den Ruhestand mit einer letzten Welttournee zu finanzieren eher musikalisch mieser wirken als zuvor, zeigen Police einen tatsächliche Fortentwicklung des vertrauten Materials, die ich so nicht erwartet habe und die das Konzert trotz der vielen Stadion-Rock-Probleme absolut erlebenswert machen. Es ist ein bisschen morbide, eine abgehalfterte Band, die durch ein solches Comeback immer Gefahr läuft, den eigenen Mythos zu zerstören, zu sehen – aber Police reißen das Steuer wirklich herum und liefern einen Gig, der zugleich nahtlos an die Glory Years anschließt und dochklar die Entwicklung der Bandmitglieder in der Zwischenzeit – vor allem eben Stings geändertes gesangliches Spektrum – respektiert.

Einen surrealen Moment gibt es dann allerdings am Ende, als die Band bei Next to You eine Art Collage von Photos und Videoschnipseln vergangener Zeiten zeigt. Vor der Folie dieser Bilder von jungen Typen um die 20/30, die noch nicht wussten, dass sie am Anfang einer der größten Karrieren der Popgeschichte und einem unweigerlich dazugehörenden Trip in die Entfremdung von sich selbst standen, haben die drei Männer auf der Bühne etwas rührend vergängliches, etwas trauriges. Wenn das Publikum nach dem Konzert auf dem Weg nach draußen sanft sagt :«Alt sind ‘se geworden», dann meint es im Grunde sich selbst. The Police stehen gegen den Zahn der Zeit auf der Bühne, spielen gegen die eigene Unwichtigkeit an, wollen sich wie alte Cowboys noch einmal beweisen. Sting, graubärtig und sonnengegerbt sieht nicht umsonst aus wie ein altgewordener Seemann, der noch einmal auf Walfang gehen will, und stellt nicht umsonst im engen Netzshirt seinen unverändert großartigen Body aus, dokumentiert seine Vitalität, schreit mit reibeiserner Stimme gegen das absehbare Karriere-Ende an. Hier fackelt eine Band das letzte Feuerwerk ab, feiert eine letzte Auferstehung, und man fragt sich vor allem, wie es für Stewart und Andy, die neben The Police eigentlich nie viel in ihrem Leben gepackt gekriegt haben (während Sting den Ruhm zumindest in eine achtbare, wenn auch künstlerisch zunehmend insignifikante Solokarriere ummünzen konnte), sein muss, wenn das einzige große Ding in deinem Leben diese sechs Jahre Police sind – bis hin zum hohen Alter, wenn du einen Schatten dieses Ruhms nochmal mühsam reanimierst – wenn man also 80% seines Lebens als Has-been verbringt und von der glimmenden Restwärme eines kurzen Novamomentes existiert. Wie schon Copelands Everyone stares-Film bleibt ein seltsamer Nachgeschmack, bei dem das Leben als Popstar eines der traurigsten ist, dass man sich denken kann – vor allem, wenn es vorbei ist.

13:11 Uhr. Kategorie Live. Tag . 3 Antworten.

Jennifer Rostock: Hundertmeister, Rostock

Es gibt auf  den ersten Blick eigentlich reichlich Gründe, Jennifer Rostock nicht zu mögen. Dass die Band schon ab dem ersten Album Major-Deal-Act ist und sich entsprechend vermarktet, entsprechend ein wenig zusammengecastet wirkt – die übliche Frontfrau mit den üblichen, in diesen Fall dezent wie Ramones-Lookalikes rumlaufenden Jungs an den Instrumenten. Der permanente Vergleich mit Ideal. Und so weiter. Was man eben an den ganzen neuen deutschen Acts, die mit reichlich Geld hochgepusht werden sollen, alles nicht mögen kann.

Auf der Bühne zeigen Jennifer Rostock dann aber, das mehr an Ihnen dran ist als bloß Germany’s Next Chartwonder zu sein. Wo Bands wie Juli und Silbermond eher konsenstauglich auftreten, pushen JR ihr all zu glatt produziertes erstes Album an die Grenze zum Punk.  Jennifer Weist geht in ihrer Rolle als Nina Hagens Wiedergängerin spürbar auf, kiekst, kreischt, punkt das Publikum an und stellt erst mal klar, das ihre Mumu manchmal aus dem Schlüpfer zu gucken versucht, also Vorsicht in der ersten Reihe. Die Band mischt die 90er-Kitsch-Keyboard-Rolandsounds und die analogen Sequencerklänge von Joe, die im Hundermeister soundtechnisch irgendwie untergehende Gitarre von Alex, der rein optisch sympathischerweise noch am wenigsten in das ansonsten derb Hauptstadt-Szene-Myspace-Konzept der Band passt, die geraden Rockbasslines von Christoph zu einem soliden Block, den vor allem das bemerkenswert auf den Punkt kommende, brachiale, groovende und druckvolle Schlagzeug von Baku zusammenhält – das Ergebnis ist erstaunlich ordentlich hörbare Mucke. Die 45 Minuten Set kommen WHAMWHAMWHAM rausgeschossen und man merkt, dass die Band alles tut, um bloß nicht zu kantenlos rüberzukommen und fast wütend gegen die eigenen Juli/Silbermond/Mia-Schublade anzockt. Dass vor der professionell in die Zugabe gepackten Single «Kopf oder Zahl» erst mal aufs Derbste Devo’s Mongoloid rausgerotzt wird zeigt, ebenso wie Joe’s 90s-Trashpop-Keyboardeinlagen, dass die Band eigentlich mehr sein will und mehr sein kann als nur ein Act, den Warner bei Stefan Raab platziert. Versoffener, dreckiger, punkiger, sexier und insofern richtig gut. Gut denkbar, dass aus dem Warner-brauchen-eine-deutsche-Band-im-Portfolio-Act im nachhinein noch eine echte, eine richtig gute Band wird, die mehr will als nur in die Charts. Auf der Bühne kommt das jedenfalls so rüber, und das obwohl die Band offensichtlich an dem nicht so ganz derbe mitgehenden Publikum in Duisburg leidet und obwohl eben das Publikum etwas strange ist – zum einen die zu erwarteten Myspace-Kids mit ihren Emo-Outfits, zum anderen aber auch Typen, bei denen man echt Angst hat, die sind echt nur wegen Jennifers Mumu gekommen und zählen schon die Tage, bis die Dame sich im Playboy auszieht. Aber keine BAnd kann was für ihre Fans, oder? Und bei dem Druck in der Musik und der gnadenlosen Rampensau-Schiene von Jenny sollte die Combo bei den Festivals diesen Sommer den etablierten Acts ordentlich das Wasser abgraben, mein Lieber.

Hier ein paar super Live-Photos von Carsten Deckert:


Testspielen für Bands-vs-Fans, wobei Whiskey eindeutig die Nase vorn hat.









8. Juni 2008 18:51 Uhr. Kategorie Live. Tag . 7 Antworten.

Wallpaper Astronaut

Das Saisonheft für die Bielefelder Philharmoniker ist im Umlauf und als kleines Geschenk dazu gibt es hier 14 der Motive von Katharina und mir als Desktop-Wallpaper in 1920×1200. Einfach aufs Bild klicken und die hochaufgelöste Variante öffnet sich. Vielen Dank nochmal an alle, die mitgemacht haben! Viel Spaß damit.

(weiterlesen …)

6. Juni 2008 18:57 Uhr. Kategorie Arbeit. Tag . 14 Antworten.

Burnt Hands

I am writing with my burnt hand about the nature of fire.
Ingeborg Bachmann

via Carroll

09:04 Uhr. Kategorie Design. Tag . Keine Antwort.

Fit For Plakat?

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Der Plakatwettbewerb des Deutschen Studentenwerks dreht sich ums Thema Fitness. Mal komplett abgesehen von gestalterischen Fragen bei den Erstplatzierten, fällt auf, dass die beiden Siegerplakate auffällig enge Verbindung zu Technik haben – sind Laptop und Handy die Metaphern, mit der man Studenten am besten erreicht? Ohne jede Kritik damit zu verbinden,wäre das eine interessante Tendenz, oder?

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Ganz subjektiv gefällt mir Platz zwei übrigens um Längen besser als das Siegermotiv oben. Schlicht, graphisch, und man muss ne Sekunde nachdenken, bis man es versteht…

08:02 Uhr. Kategorie Design. Tag . Keine Antwort.

Praktikum bei Nodesign

Da uns Katharina im Juli leider schon wieder verlässt (um ihr Diplom an der FH Dortmund zu machen) suchen wir dringend einen neuen Praktikanten, der 6-12 Monate hier arbeiten will.  Nur Angst vor Hunden sollte man nicht haben :-D.
Meldet euch…

5. Juni 2008 19:03 Uhr. Kategorie Leben. Tag . 7 Antworten.

Gustav: Verlass die Stadt

Nach dem grandiosen ersten Album war ich mehr als gespannt auf das zweite Album von Eva Jantschisch alias Gustav. Die Multiinstrumentalistin und Sängerin kommt auf dem neuen Album mit weniger Laptronica-Sound daher, alles wirkt ein wenig akustischer, und bereits die erste heimorgelige Nummer Abgesang (wie schön, das Album mit dem Abgesang zu eröffnen) erinnert zunächst an Bontempi-Klänge. Es ist seltsam, aber ich empfinde die von mehr Samplkig, von professionelleren Sounds getränkte Produktion eher als Nachteil – bei Rettet die Wale gaben sich die Naivität der Sound und die Stimme von Eva einfach schöner die Hand. Auf Verlass die Stadt wirkt alles inszeniert, gewollt, gekonnt. Ukulelen, Blasinstrumente, Gitarren, Bässe, echte Drums wirbeln durch die grandiosen Texte und machen einen seltsamen Pop, der klassisch und zugleich modern ist und dessen Harmonien absolut an das erste Album erinnern, aber nicht mehr so einzigartig sind – es klingt vieles vielleicht einen Hauch überproduziert, gut gemeint halt.Was keine echte Kritik ist: Das Album ist detailveressen produziert und steht dem Debut in seiner einzigartigen Mischung aus Humor und ja durchaus bei allem Augenzwinkern immer tiefgehenden Texten. Mehr Chanson-Feeling kommthier auf, als wäre der Electronica-Sound nur eine Notlösung gewesen und jetzt – mit hoffentlich mehr Budget – wird ernst gemacht, und die Frage, ob diese Musik immer durchgehend ernst gemeint ist oder nur akustischer Dada ist.

Abgesehen von dem im guten wie im schlechteren Reiferen Sound hat Eva Jantschisch eigentlich wenig neues zu sagen. Die Songs erinnern strukturell und harmonisch an das erste Album – Verlass die Stadt an Genua, Alles renkt sich wieder ein an Rettet die Wale. Und so weiter – nur mit mehr Klnagfrickelei und mit mehr 3/4-Takten. Dessen ungeachtet ist das Album eine grandiose Platte, die man ganz ganz wunderbar hören kann und muß. Eine traurige Platte, die trotzdem Spaß macht. Ein Endzeitsoundtrack zum Mitschunkeln. Ein resigniertes Protestalbum. Ein (un)klares Statement, eine Platte zur Zeit, was immer das heißt, und doch dummerweise zeitlos – die Scheibe wird auch in zehn Jahren noch gut sein. Und wie schön, dass eine Platte, die dich aufruft, die Stadt zu verlassen, so volksmusikalisch daherkommt. Nicht ganz so titanisch wie das Debut, nicht ganz so deutsch (mehr englische Texte), nicht mehr so solipsistisch, sondern lebendiger, vernetzter, internationaler. Da bereitet sich jemand auf den Sprung in die Oberliga vor – und ich kann nur die Daumen drücken und mich auf den nächsten Release freuen.

16:06 Uhr. Kategorie Musik. Tag . Keine Antwort.

HD anbellen

Bei der Geburtstagsparty von Christian Hampe musste jeder Gast eine Aufgaben-Karte ziehen, die er den ganzen Abend machen musste, um Leben in die Party zu bringen. DAS hier ist ausgerechnet die Karte, die ich selbst gezogen habe. :-D Wie gut, dass er sich drauf verlassen konnte, dass ich in Schwarz komme…

4. Juni 2008 00:10 Uhr. Kategorie Leben. 3 Antworten.

ED-Award winner 2008

Die Gewinner des European Design Award 2008 sind bekannt gegeben worden. Besonders freut mich, dass die Dortmunder Kollegen von LaborB einen Award eingesackt haben – Glückwunsch!!!

3. Juni 2008 12:11 Uhr. Kategorie Design. Keine Antwort.

Typo 2008 Bilder

hd schellnack

Wieder zuhause und mit CardReader bewaffnet kommen hier endlich ein paar Photos von der Typo2008 – obwohl die Konferenz ja wunderbar bereits vielerorts live gebloggt wurde. Viel weniger Bildmaterial als 2006, zum einen weil es visuell dann doch eher das gleiche wäre – jemand steht an einem Tisch und redet – uind wiel ich die gezeigten Charts schon aus Copyrightgründen nicht zu intensiv zeigen wollte, zum anderen, weil man ja auch mal selbst in der Sonne liegen will – und weil ich wieder backstage ein Spiel gemacht habe, aber davon etwas später mehr, wenn die Dinge soweit sind. Eigentlich sollte das Etch-a-Sketch-Spiel wieder ins Blog, aber ich glaube, das kickt visuell nicht, wenn ich hier nur Photos davon zeige, da muss etwas anderes mit passieren und wir haben auch eine lustige Idee. Also noch etwas Geduld.

Wie immer kann man auf der Typo nur 1/3 von dem tun, was man eigentlich tun möchte. Man verpasst immer Vorträge, weil oft fünf Sachen gleichzeitig passieren, man hat nie genügend Zeit, mit allen Menschen zu plaudern, oder einfach einmal – was ich eigentlich ganz toll finde – auf wildfremde Designer zuzugehen und die in ein Gespräch zu verwickeln. Und man kann ja auch nicht den ganzen Tag in der Sonne herumliegen, obwohl das Freibadwetter und die guten Grillsachen nun wirklich dazu einluden. Wie Erik so schön sagte, auf der Typo muss man sich permanent GEGEN etwas entscheiden und so ists leider auch, von mir aus könnte die Show dreimal wiederholt werden auf neun Tage verteilt, dann hat man eine Chance, nahezu alles zu machen und zu erleben, was man möchte. Die Liste der Dinge, die ich nicht gemacht hab ist wahrscheinlich länger als die, die ich gemacht habe, und das obwohl ich echt nicht viel gefaulenzt habe :-D.

Weiter nach dem Break…

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2. Juni 2008 13:24 Uhr. Kategorie Leben. Tag . 28 Antworten.


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