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EMOTIONAL SYSTEMS

Regine von WMMNA war in Florenz bei Emotional Systems, der Eröffnungsausstellung des neuen Strozzina… und die  schaut extrem vielversprechend aus. Suse, vielleicht solltest du da mal hin :-D

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MOVIE POSTER OF THE YEAR…

Der Filmplakat-Fachmann bei Posterwire hat sein Lieblings-Filmplakat des vergangenen Jahres gekürt – und es ist das Poster von Savages, das leicht erkennbar von Chip.Kidd-Kumpel, Comic-Freak und Design-Ikone Chris Ware gestaltet wurde. Nicht ganz so komplex wie Ware normalerweise sein kann, ist das Poster allein schon durch den illustrativen Stil ein willkommener breath of fresh air in den meist ja doch eher öden Filmplakaten. Warum eigentlich haben immer nur Indie-Filme gute Poster???

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VIEWMASTER LOVE

Photo: Spullenmannen

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MYQUIRE

In der immer unübersichtlicher werdenden Flut von Online-Social Networks und Online-Groupwareangeboten suchen wir immer noch nach der perfekten Alternative. Die meisten Sachen sind entweder unattraktiv oder user-unfreundlich oder schlicht an dem vorbei, was wir bei nodesign an groupware brauchen. Wenn wir wirklich alle mal auf Apple umgestiegen sind, wird eventuell .mac Sinn machen. Eine Freeware-Alternative, die vielleicht für den ein oder anderen da draußen spannend sein kann ist MyQuire, wo sich gratis Gruppen udn Projekte anlegen lassen und sozusagen Groupware und Social Networking zusammengelegt sind. Im grunde Xing plus Chat plus Fileupload plus Kalender plus simples Projekttool.

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HOT CHIP: MADE IN THE DARK

Wie immer ist das erste, was bei Hot Chip auffällt, das Cover, ein planetoides Labyrinth das in Kupfermetallic auf türkisen Untergrund gedruckt und geprägt ist. Eyecatching und tatsächlich passend zu dieser Platte, die seltsam, vielschichtig, befremdlich ist wie ein fremder Planet, der auf einmal im Erdordbit erschienen ist. Wer nach The Warning eine weitere perfekte Pop-Platte erwartet hat, wird sich überrascht finden. Made In The Dark kann zwar mit Ready for the Floor durchaus auch Happygolucky-Pop vorweisen, ist aber insgesamt deutlich vielschichtiger und experimenteller geworden. Shake A Fist veräppelt den French-Electro-Studioexzess, Bendable Poseable ist wunderbar weird und überhaupt toben sich die fünf Jungs um Alexis Taylor und Joe Goddard in allen Richtungen aus, teilweise mit deutlich mehr Live-Flair, sogar mal mit dezentem Verzerrer auf der Gitarre, aber auch mit mehr Introspektion. Es scheint, als wären Hot Chip jetzt da, wo die Beatles bei Revolver waren – ohne die beiden Bands wirklich gleichsetzen zu wollen -, weg vom Pop, hin zu neuen Ufern, überraschend, glitzernd, gefährlich. Da wirds dann mitunter auch mal seicht – We’re Looking for a lot of love - und natürlich überwiegt trotz Balladen wie dem Titeltrack der Anteil an fröhlich nach vorn startenden Nummern, aber Made In The Dark lässt sich beileibe nicht mehr so kantenlos weghören wie der Vorgänger. Insgesamt immer noch steril – diesen Touch wird britische elektronische Musik nie ganz los – erinnert Hot Chip mitunter mehr an Heaven 17, die durch eine Art kunterbunten Fisher-Price-Plastik-Fleischwolf gedreht wurden, als einem lieb sein könnte. Manches erinnert an LCD Soundsystem, manches in der Quirligkeit an They Might Be Giants, und das sind beides durchaus ja keine schlechten Adressen, wenn man schon Vergleiche anstellen will. Viele Stücke, die anfangs in Richtung A zu gehen scheinen, entwickeln im Verlauf ein seltsames Eigenleben, so als wären Hot Chip von der eigenen Berechenbarkeit gelangweilt – das Ergebnis ist ein Album, das nie wirklich langatmig wird und zugleich glanzpolierter Oberflächen-Pop auf der Höhe der Zeit ist, aber eben doch auch ein eigenständiges künstlerisches Statement, das eine aktive Auseinandersetzung einfordert.

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SWEENEY TODD

Das Unerwartete an Sweeney Todd – Der teuflische Barbier aus der Fleet Street ist eigentlich, dass der Film so gut funktioniert. Man sollte denken, dass ein Film, in dem zu 95% gesungen wird und der auf einem Musical von 1979 basiert, absolut Crapville sein würde, aber im Gegenteil. Burton fährt seine leider inzwischen etwas gewohnt wirkende Gothic-Chic-Schiene, die hier weniger ernst wirkt als in Sleepy Hollow. Es mag daran liegen, dass Burton wieder mit Depp und seiner Lebensgefährtin Helena Bonham-Carter arbeitet, aber irgendwie hat man bei Sweeney Todd streckenweise ein starkes Gefühl von Deja Vu, zumal die Handlung an sich über weite Strecken ganz im Stile griechischer Tragödien verläuft und insofern denkbar vorhersehbar ist, insbesondere, was die Bettlerin angeht… und dennoch schafft Burton einige Twists, die unerwartet und frisch daherkommen.

Die Tatsache, dass Depp und Bonham-Carter keine ausgebildeten Sänger sind, kommt dem Film dabei absolut zugute, zumal Sondheims befremdliche Kurt-Weill-Melodien umso besser wirken, wenn sie etwas windschief gesungen präsentiert sind. Es ist großartzig, wenn Bonham Carter von Vertrauen singt und zugleich eine atonale Violine ihre Worte Lügen straft. Depp selbst klingt dabei überraschenderweise ein bisschen wie David Bowie, ein seltsam geknurrter Sprechgesang, der dem Material durchaus Modernität verleiht, und auch wenn die deutschen Untertitel dem doppelbödigen schwarzen Humor von Sondheims Texten nicht ganz gerecht werden, funktioniert der OmU-Ansatz sehr viel besser als etwa eingedeutschte Texte. Schon die ersten Textzeilen lassen wenig Zweifel daran aufkommen, dass dies hier kein Stella-Musical wird, sondern eine bittere, blutrot glitzernde Orgie aus Klang und Bild, reiner und wunderbarer Over-the-Top-Camp. Es wäre sogar eigentlich besser gewesen, auch zwischen den Songs einfach weiter unterzutiteln. Insofern ist Sweeney Todd das erste verfilmte Musical, das tatsächlich funktioniert und bei dem es nicht bei einem abgefilmten StageAct bleibMorbide und düster wie die Geschichte des Barbiers, der ganz à la  Der Graf von Monte Christo aus dem Exil zurückkehrt, um seine Peiniger zu meucheln. Anders als bei Dumas allerdings ist Benjamin Barker alias Sweeney Todd kein strahlender Held, sondern mutiert rasch zum munteren Serienkiller, der in seinem Barbershop einen Kunden nach dem anderen meuchelt, damit Mrs. Lovett delikate Fleischpastete daraus machen kann. Der Mensch als des Menschen Wolf. Seit Delicatessen (und Sweeney Tod ist natürlich älter) war Kannibalismus so schick.

Depp und Bonham-Carter spielen ihre Rollen mit jeder Menge Spaß und Mascara, inmitten eines Sets, das Burtons Vorliebe fürs Grell-Verspielte in monochrome Farben taucht und bei dem man oft nicht sicher ist, was real und was digital animiert ist. Nicht auszudenken, was Burton aus Alan Moores From Hell geholt hätte. Elegant und minimalistisch zitiert Burton sich hier selbst, wird aber zugleich dem Bühnenfeeling des Musicals in der dunklen Kunstwelt, die er hier schafft gerecht. Das weniger Szenenwechsel als in einem normalen Film stattfinden, fällt so kaum negativ ins Gewicht. Mitunter strengt der permanent schlecht gelaunte Sweeney Todd, stets in düsteres blaues Licht getaucht, etwas an, aber selbst hier gelingt Burton ein spielerischer Umgang, etwa wenn Mrs. Lovett von einem schönen Ruhestand am Strand singt und Depp das grellbunte Spektakel, das Burtons FX-Abteilung hier abfeuert, wunderbar komisch-misanthrophisch über sich ergehen lässt. Überhaupt ist der Film randvoll mit Gags der bösesten Sorte, wobei manche Wortspiele in der deutschen Übersetzung elend krepieren. Alan Rickman und Sacha «Ali G» Baron «Borat» Cohen brillieren in ihren Nebenrollen als ekelige Schmucks, denen man den Tod bestens gönnt, bis Todd schließlich in einem tragischen Moment vom Rächer zum Mörder wird und – ganz à la Poe blutüberströmt – zum wahren Bösewicht des Films wird.

Nach der neonpsychedelischen Kubrik-Schokoladenfabrik kehrt Burton ästhetisch zur Daguerreotypie-Ästhetik des Finales von Edward Scissorhands zurück, und präsentiert Depp wieder einmal in einer Ausnahmerolle als seltsam distanziert wirkende, unwirkliche Figur, die sich – wie so oft bei Depp – ausserhalb des Erfahrungshorizontes des Betrachters bewegt, die in Kleidung, Gestus und Sprache fremd wirkt, wie eine Comicfigur. In niemanden findet Burton so den perfekten Außenseiter wie in Depp, der in allen Filmen Burtons den Marginal Man gespielt hat, den Missverstandenen, den Freak. Und während Depps Rolle einen Hauch oberflächlich wirkt (was zur Figur passt, die ideal ein Cyphermen bleiben muss), beweist Bonham Carter mit einem Minimum an Blicken und Gesten eine schauspielerische Tiefe, die den Film über die in oder andere Länge hinwegkatapuliert. Blutrünstig und dabei doch abstrakt, inszeniert, niemals wirklich «real» ist Sweeney Todd alles andere als ein moderner Horrorfilm, sondern wirkt wie eine Verbeugung vor Poe, vor den Hammer Studios, vor Vincent Price, vor dem Pulp.

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WE’LL LIVE AND DIE IN THESE TOWNS

Dass Big Active zur Oberliga n Sachen Music-Branding gehören, ist sowieso nichts neues, aber das Album-Artwork für The Enemy ist just pure love.

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BILL GATES: WE WILL DO EVERYTHING TO MAKE YOU SWITCH TO APPLE…!

Microsoft weist freundlicherweise darauf hin, dass das lang erwartete bevorstehende Service Pack I für Vista einige Software von Drittanbietern deaktivieren wird – insgesamt zwar nur etwa 12 Anti-Virentools, aber Microsoft selbst sagt, die Liste sei nicht «komplett». Aufgrund der Probleme wird das Service Pack noch einmal weiter nach hinten verschoben – obwohl es Vista angeblich zumindest etwas der seit XP verlorenen Power zurück geben sollte. Wir selbst haben im Büro XP und Vista simultan laufen – und höflich gesagt ist ein mit nlite abgesprecktes XP deutlich schneller als Vista, selbst wenn das auch mit vlite entschlackt wurde (und Vista lässt sich deutlich abspecken, allein schon der Verzicht auf fernöstliche Sprachpakete bringt einige GB Ersparnis).

Ich bin mir todsicher, dass Steve Jobs Bill Gates einen Riesenbatzen Geld überwiesen hat mit der Anweisung, ein OS zu stricken, das sich exakt genauso anfühlt wie Mac OSX und im Grunde genau so funktioniert – nur eben ohne zu funktionieren, so langsam und buggy, dass die Leute frustriert zu Apple wechseln, weil Jobs Orwellsches Kontrolletti-Denken, dass die User gängelt und einengt, auf einmal als das geringere von zwei Übeln erscheint.

Ich selbst jedenfalls langsam an dem Punkt. Nach 15 Jahren Windows, nachdem ich Mitte der neunziger erschrocken war von der Borniertheit und technologischen WirlebenhinterdemMond-Strategie von Apple, hat mir ein halbes Jahr Vista fast alle Lust an Microsoft genommen. Der Mangel an Optionen und Möglichkeiten unter Apple schreckt mich inzwischen lange nicht mehr so wie ein Betriebssystem, das völlig unberechenbar und dysfunktional geworden ist und bei dem ein Service-Pack-Upgrade anfängt, sich nach einem Vabanque-Spiel anzuhören. Bei dem jedes Herunterfahren zum Risiko wird, vor allem bei multiplen RAID-Systemen und bei dem immer mal wieder Treiber und Tools einfach aufhören zu funktionieren und nachinstalliert werden müssen – so wie heute die YahooWidgets, um nur ein Beispiel zu bringen.

Es ist jedenfalls echt bezeichnend, dass als nächstes zum März/April hin ein 24″-iMac als Praktikantenrechner auf den Schreibtisch hier kommen wird. Es ist ein Zeichen dafür, dass sich Apple seit 2000 von einer absoluten Gurkentruppe durch gutes Marketing und richtige Entscheidungen zu einem sehr ernsthaften PC-Anbieter entwickelt hat und dass zugleich Microsoft die eigentlichen Vorteile eines dezentralen, lebendigen Systems mit freier Soft/Hardware-Wahl zu Nachteilen hat verkommen lassen. Und das betrifft nicht nur das OS, sondern nahezu alle Softwares, die Microsoft anbietet. Mithilfe von massiven Zukäufen kann sich die Firma sicher weiterentwickeln und vor allem eben die Konkurrenz beseitigen (indem es etwa Logitech schluckt, wäre Microsoft fast Alleinanbieter von hochwertigen Mäusen und Tastaturen). Aber solche Prozesse können den Verfall nur noch bremsen – Microsoft erstickt an der eigenen Größe. Bleibt abzuwarten, ob es Apple nicht irgendwann genau so ergehen wird. Meine vor drei Jahren vage formulierte These, dass Apple den PC-Markt eines Tages eher dominieren würde (damals hatte Apple einen Marktanteil von deutlich unter 10%) gewinnt an Kontur.

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FUCK STYLE

Amen, Brother…

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MEEK FM TYPO-SYNTHESIZER


Rob Meek stellt gemeinsam mit Frank Miller seinen Typographic Synthesizer vor, der Buchstaben-Design-Experimente à la Moog ermöglicht. . .  as seen on Typo 2007, jetzt aber auch mit reichlich Videos und Photos online.

(via Engadget)

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SARI NOTIZBÜCHER


Weil wir für nodesign eigene Notizbücher produzieren wollen – und hoffentlich auch werden - habe ich in den letzten Tagen eine wahre Flut an Notizbuch-Herstellern durchsurft. Während wir selbst wahrscheinlich beim Brunnen Kompagnon landen – eine ganz gelungenen Art Moleskine-Nachbau mit Gummi, Stifthalter und Tasche hinten – habe ich während der Suche einen Vertrieb gefunden, der völlig wunderbare Notizbücher macht, die für uns aber einfach nicht sachlich genug wären, obwohl ich sie privat wunderbar atemberaubend kitschig finde.
Die Sari-Notizbücher sind nicht nur preiswert mit rund 5 bis 6 Euro, sie sind auch handgemachte Unikate aus Saristoff und handgeschöpftem Papier, das oft Blütenelemente enthält. In verschiedenen leuchtenden Farben, aber auch in schlichtem Beige, sind die mit einem Gummiband verschließbaren Bücher für den Preis unschlagbar – zumindest bis wir unsere Notebooks verkaufen ;-D.

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JUSTICE: E-WERK KÖLN

Meine hartnäckige These, dass französischer Elektrobratz im Grunde seines Herzens eigentlich Metal sein möchte, die Edbnger eben Headbanger sind, haben die Grenre-Gründerväter Gaspard Augé und Xavier de Rosnay von Justice im E-Werk deutlich bestätigt. Die gesamte Ikonographie der Bühne schwärmt von den untergegangenen Zeiten des Hair Metal – gigantische Marshall-Amp-Stacks links und rechts neben dem DJ-Pult der beiden, das von reichlich sinnloser Technik umgeben ist und dessen Mitte ein großes Kreuz ziert. Mehr 80er-Jahre-Metal, mehr Spinal Tap, geht kaum noch ohne schon wieder unironisch zu werden. Dass das Ganze nur Pose ist – ein Mädchen neben mir forderte (zu Recht) mehr Lautstärke bei dem Konzert, wenn doch da 18 Marshall-Boxen auf der Bühnen stehen – wird rasch klar, als aus den entkernten Gehäusen der Boxen einfach nur ein Lichtgewitter kommt. It’s just show. Das Augé auch persönlich an dem Abend aussah wie ein vergessenes Mitglied von Motörhead passt da nur ins Bild, ebenso wie die Arm-zu-Kreuzen-Posen des ansonsten gern mit fröhlichen Leuchtstab-Brillen herumwuselnden NuRave-Publikums, die eben auch ganz amtlich in jedes Mötley-Crue-Konzert gepasst hätten. Der Erkenntnis, dass Rave3.0 irgendwie eben doch wieder vorbei ist und dem hedonistischen Publikum was Neues geboten werden muss, tragen die Edbanger-Jungs denn auch mit dem finalen Stück, das dann endgültig unverbrämt Metal und Elektro vereint, Rechnung. Der Mainstream wird zwischendurch mit permanentem We are your friends… beschallt, einer Nummer, die ich nun absolut nicht mehr hören kann, die aber beim Publikum anscheinend trotzdem ordentlich Loveparade-artige Begeisterung hervorrief, während andere Tracks wie Phantom oder Waters of Nazareth eher ruhig hingenommen wurden. Augé und de Rosnay gehen mit der seltsamen Balance zwischen Hit-Wunder und Indie-Phänomen ironisch um, brechen einerseits D.A.N.C.E zur langsamen Ballade auf und hauen andererseits We are your friends als Running Gag bis zum Erbrechen als Sample über fast jeden Track, ohne den Song selbst je so ganz richtig durchzuspielen. Überhaupt remixen die beiden ihren eigenen Stuff ganz ordentlich, lassen Uffie-Vocals durchblitzen, mashen minutenlang irgendwelche 90s-Disco-Nummern unter die eigenen Beats und nehmen ihr Debut mehr oder minder als Spielzeug, das aufgefrischt aus der Box kommt.

Wie jedes Elektro-«Konzert» ist die Sache aber trotz aller dicken Beats irgendwie zu steril, zu tod, auf der Bühne passiert eigentlich nichts, die beiden Herren könnten auch gepflegt den Mix von DVD kommen lassen und während der 90 Minuten Konzert World of Warcraft spielen. Am Ende ist es also so wie ein Freitagabend in irgendeiner Indie-Electro-Disco, nur mit deutlich besseren Übergängen und wirklich perfektem Mixing, mehr ein DJ-Event in einer zu großen Halle als ein Konzert. Wobei man sagen muß – im Goethebunker etwa ists einfach lauter. Und verzerrter. Also eigentlich eben passender zu Metal. Vielleicht ist Justice einfach zu groß geworden für das, was es eigentlich ist – ein Indie-Phänomen, dass am besten in verschwitzten und viel zu engen Clubs passieren sollte, wo die DJs regelmäßig die Boxen durchbraten und die Leute betrunken crowdsurfen. Auf der Konzertbühne ist der Sound zu kontrolliert, nicht bratzig genug, und man merkt auch einfach zu schnell, dass die Jungs bei ihren eigenen Tracks einem sehr berechenbaren Kompositionsmuster folgen, eigentlich also musikalisch sehr sehr wenig zu sagen haben. Justice haben einen neuen elektronischen Sound dancefloorfähig gemacht, die zergeligen monophonen Bässe, die gesliceten Sounds, die defekten Klänge in neuer postindustrieller Glorie wiederbelebt und der längst totgeglaubten Elektro/Dancefloor-Sache neues Leben eingeprügelt, indem sie den öden TechnoHousebrei aggressiver, wütender, kaputter gemacht haben, Industrial, Metal und Elektro fusionierten. Das ist eine einzigartige, musikalisch fast historische Leistung und die Liste der Justrice-Epigonen ist schon lang gewesen, da waren die Jungs selbst noch fast unbekannt — aber als Mainstream-Act funktioniert die Sache einfach nicht. Als Musik für die kleinen Ladenmädchen, als reine Zerstreuung, wird dieses Phänomen zu Recht zugrundegehen müssen. So wie Metallica vom Thrash-Wegbereiter zum Chartskitsch mutierte. Es bleibt also auf den nächsten Act zu warten, der die Härteschraube noch etwas weiterdreht. Man darf gespannt sein, wie elektonische Musik klingt, wenn sie die gnadenlose kalte Perfektion erreicht hat, die Meshuggah im Gitarrenbereich produziert.

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WHAT IS TO GIVE LIGHT MUST ENDURE BURNING > VIKTOR FRANKL

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ALBUM 88

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PANTONE PAINTING


Peter Saville hat als einer der ersten mit Pantone gemalt – und auch sehr viel sparsamer … – aber dieses Bild von The Partners ist dennoch eine bemerkenswerte Promo-Ministeck-Leistung :-D.

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