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Emotional Systems

Regine von WMMNA war in Florenz bei Emotional Systems, der Eröffnungsausstellung des neuen Strozzina… und die  schaut extrem vielversprechend aus.

28. Februar 2008 21:16 Uhr. Kategorie Design. Tag . Keine Antwort.

Movie Poster Of The Year…

Der Filmplakat-Fachmann bei Posterwire hat sein Lieblings-Filmplakat des vergangenen Jahres gekürt …

21:09 Uhr. Kategorie Design. Tag . 4 Antworten.

Viewmaster Love

Photo: Spullenmannen

09:55 Uhr. Kategorie Stuff. Tag . Keine Antwort.

Myquire

In der immer unübersichtlicher werdenden Flut von Online-Social Networks und Online-Groupwareangeboten suchen wir immer noch nach der perfekten Alternative. Die meisten Sachen sind entweder unattraktiv oder user-unfreundlich oder schlicht an dem vorbei, was wir bei nodesign an groupware brauchen. Wenn wir wirklich alle mal auf Apple umgestiegen sind, wird eventuell .mac Sinn machen. Eine Freeware-Alternative, die vielleicht für den ein oder anderen da draußen spannend sein kann ist MyQuire, wo sich gratis Gruppen udn Projekte anlegen lassen und sozusagen Groupware und Social Networking zusammengelegt sind. Im grunde Xing plus Chat plus Fileupload plus Kalender plus simples Projekttool.

09:34 Uhr. Kategorie Online. Tag . 5 Antworten.

Hot Chip: Made In The Dark

Wie immer ist das erste, was bei Hot Chip auffällt, das Cover, ein planetoides Labyrinth das in Kupfermetallic auf türkisen Untergrund gedruckt und geprägt ist. Eyecatching und tatsächlich passend zu dieser Platte, die seltsam, vielschichtig, befremdlich ist wie ein fremder Planet, der auf einmal im Erdordbit erschienen ist. Wer nach The Warning eine weitere perfekte Pop-Platte erwartet hat, wird sich überrascht finden. Made In The Dark kann zwar mit Ready for the Floor durchaus auch Happygolucky-Pop vorweisen, ist aber insgesamt deutlich vielschichtiger und experimenteller geworden. Shake A Fist veräppelt den French-Electro-Studioexzess, Bendable Poseable ist wunderbar weird und überhaupt toben sich die fünf Jungs um Alexis Taylor und Joe Goddard in allen Richtungen aus, teilweise mit deutlich mehr Live-Flair, sogar mal mit dezentem Verzerrer auf der Gitarre, aber auch mit mehr Introspektion. Es scheint, als wären Hot Chip jetzt da, wo die Beatles bei Revolver waren – ohne die beiden Bands wirklich gleichsetzen zu wollen -, weg vom Pop, hin zu neuen Ufern, überraschend, glitzernd, gefährlich. Da wirds dann mitunter auch mal seicht – We’re Looking for a lot of love - und natürlich überwiegt trotz Balladen wie dem Titeltrack der Anteil an fröhlich nach vorn startenden Nummern, aber Made In The Dark lässt sich beileibe nicht mehr so kantenlos weghören wie der Vorgänger. Insgesamt immer noch steril – diesen Touch wird britische elektronische Musik nie ganz los – erinnert Hot Chip mitunter mehr an Heaven 17, die durch eine Art kunterbunten Fisher-Price-Plastik-Fleischwolf gedreht wurden, als einem lieb sein könnte. Manches erinnert an LCD Soundsystem, manches in der Quirligkeit an They Might Be Giants, und das sind beides durchaus ja keine schlechten Adressen, wenn man schon Vergleiche anstellen will. Viele Stücke, die anfangs in Richtung A zu gehen scheinen, entwickeln im Verlauf ein seltsames Eigenleben, so als wären Hot Chip von der eigenen Berechenbarkeit gelangweilt – das Ergebnis ist ein Album, das nie wirklich langatmig wird und zugleich glanzpolierter Oberflächen-Pop auf der Höhe der Zeit ist, aber eben doch auch ein eigenständiges künstlerisches Statement, das eine aktive Auseinandersetzung einfordert.

27. Februar 2008 10:43 Uhr. Kategorie Musik. Tag . Keine Antwort.

Sweeney Todd

Das Unerwartete an Sweeney Todd – Der teuflische Barbier aus der Fleet Street ist eigentlich, dass der Film so gut funktioniert. Man sollte denken, dass ein Film, in dem zu 95% gesungen wird und der auf einem Musical von 1979 basiert, absolut Crapville sein würde, aber im Gegenteil. Burton fährt seine leider inzwischen etwas gewohnt wirkende Gothic-Chic-Schiene, die hier weniger ernst wirkt als in Sleepy Hollow. Es mag daran liegen, dass Burton wieder mit Depp und seiner Lebensgefährtin Helena Bonham-Carter arbeitet, aber irgendwie hat man bei Sweeney Todd streckenweise ein starkes Gefühl von Deja Vu, zumal die Handlung an sich über weite Strecken ganz im Stile griechischer Tragödien verläuft und insofern denkbar vorhersehbar ist, insbesondere, was die Bettlerin angeht… und dennoch schafft Burton einige Twists, die unerwartet und frisch daherkommen.

Die Tatsache, dass Depp und Bonham-Carter keine ausgebildeten Sänger sind, kommt dem Film dabei absolut zugute, zumal Sondheims befremdliche Kurt-Weill-Melodien umso besser wirken, wenn sie etwas windschief gesungen präsentiert sind. Es ist großartzig, wenn Bonham Carter von Vertrauen singt und zugleich eine atonale Violine ihre Worte Lügen straft. Depp selbst klingt dabei überraschenderweise ein bisschen wie David Bowie, ein seltsam geknurrter Sprechgesang, der dem Material durchaus Modernität verleiht, und auch wenn die deutschen Untertitel dem doppelbödigen schwarzen Humor von Sondheims Texten nicht ganz gerecht werden, funktioniert der OmU-Ansatz sehr viel besser als etwa eingedeutschte Texte. Schon die ersten Textzeilen lassen wenig Zweifel daran aufkommen, dass dies hier kein Stella-Musical wird, sondern eine bittere, blutrot glitzernde Orgie aus Klang und Bild, reiner und wunderbarer Over-the-Top-Camp. Es wäre sogar eigentlich besser gewesen, auch zwischen den Songs einfach weiter unterzutiteln. Insofern ist Sweeney Todd das erste verfilmte Musical, das tatsächlich funktioniert und bei dem es nicht bei einem abgefilmten StageAct bleibMorbide und düster wie die Geschichte des Barbiers, der ganz à la  Der Graf von Monte Christo aus dem Exil zurückkehrt, um seine Peiniger zu meucheln. Anders als bei Dumas allerdings ist Benjamin Barker alias Sweeney Todd kein strahlender Held, sondern mutiert rasch zum munteren Serienkiller, der in seinem Barbershop einen Kunden nach dem anderen meuchelt, damit Mrs. Lovett delikate Fleischpastete daraus machen kann. Der Mensch als des Menschen Wolf. Seit Delicatessen (und Sweeney Tod ist natürlich älter) war Kannibalismus so schick.

Depp und Bonham-Carter spielen ihre Rollen mit jeder Menge Spaß und Mascara, inmitten eines Sets, das Burtons Vorliebe fürs Grell-Verspielte in monochrome Farben taucht und bei dem man oft nicht sicher ist, was real und was digital animiert ist. Nicht auszudenken, was Burton aus Alan Moores From Hell geholt hätte. Elegant und minimalistisch zitiert Burton sich hier selbst, wird aber zugleich dem Bühnenfeeling des Musicals in der dunklen Kunstwelt, die er hier schafft gerecht. Das weniger Szenenwechsel als in einem normalen Film stattfinden, fällt so kaum negativ ins Gewicht. Mitunter strengt der permanent schlecht gelaunte Sweeney Todd, stets in düsteres blaues Licht getaucht, etwas an, aber selbst hier gelingt Burton ein spielerischer Umgang, etwa wenn Mrs. Lovett von einem schönen Ruhestand am Strand singt und Depp das grellbunte Spektakel, das Burtons FX-Abteilung hier abfeuert, wunderbar komisch-misanthrophisch über sich ergehen lässt. Überhaupt ist der Film randvoll mit Gags der bösesten Sorte, wobei manche Wortspiele in der deutschen Übersetzung elend krepieren. Alan Rickman und Sacha «Ali G» Baron «Borat» Cohen brillieren in ihren Nebenrollen als ekelige Schmucks, denen man den Tod bestens gönnt, bis Todd schließlich in einem tragischen Moment vom Rächer zum Mörder wird und – ganz à la Poe blutüberströmt – zum wahren Bösewicht des Films wird.

Nach der neonpsychedelischen Kubrik-Schokoladenfabrik kehrt Burton ästhetisch zur Daguerreotypie-Ästhetik des Finales von Edward Scissorhands zurück, und präsentiert Depp wieder einmal in einer Ausnahmerolle als seltsam distanziert wirkende, unwirkliche Figur, die sich – wie so oft bei Depp – ausserhalb des Erfahrungshorizontes des Betrachters bewegt, die in Kleidung, Gestus und Sprache fremd wirkt, wie eine Comicfigur. In niemanden findet Burton so den perfekten Außenseiter wie in Depp, der in allen Filmen Burtons den Marginal Man gespielt hat, den Missverstandenen, den Freak. Und während Depps Rolle einen Hauch oberflächlich wirkt (was zur Figur passt, die ideal ein Cyphermen bleiben muss), beweist Bonham Carter mit einem Minimum an Blicken und Gesten eine schauspielerische Tiefe, die den Film über die in oder andere Länge hinwegkatapuliert. Blutrünstig und dabei doch abstrakt, inszeniert, niemals wirklich «real» ist Sweeney Todd alles andere als ein moderner Horrorfilm, sondern wirkt wie eine Verbeugung vor Poe, vor den Hammer Studios, vor Vincent Price, vor dem Pulp.

25. Februar 2008 16:14 Uhr. Kategorie Film. Tag , . Keine Antwort.

We’ll Live And Die In These Towns

Dass Big Active zur Oberliga n Sachen Music-Branding gehören, ist sowieso nichts neues, aber das Album-Artwork für The Enemy ist just pure love.

24. Februar 2008 19:32 Uhr. Kategorie Design. Tag . Keine Antwort.

Meek FM Typo-Synthesizer


Rob Meek stellt gemeinsam mit Frank Miller seinen Typographic Synthesizer vor, der Buchstaben-Design-Experimente à la Moog ermöglicht. . .  as seen on Typo 2007, jetzt aber auch mit reichlich Videos und Photos online.

(via Engadget)

13:24 Uhr. Kategorie Design. Tag , . 3 Antworten.

Sari Notizbücher


Die Sari-Notizbücher sind nicht nur preiswert mit rund 5 bis 6 Euro, sie sind auch handgemachte Unikate aus Saristoff und handgeschöpftem Papier, das oft Blütenelemente enthält. In verschiedenen leuchtenden Farben, aber auch in schlichtem Beige, sind die mit einem Gummiband verschließbaren Bücher für den Preis sehr sehenswert.

23. Februar 2008 21:45 Uhr. Kategorie Stuff. Tag . 10 Antworten.

Justice: E-Werk Köln

Meine hartnäckige These, dass französischer Elektrobratz im Grunde seines Herzens eigentlich Metal sein möchte, die Edbnger eben Headbanger sind, haben die Grenre-Gründerväter Gaspard Augé und Xavier de Rosnay von Justice im E-Werk deutlich bestätigt. Die gesamte Ikonographie der Bühne schwärmt von den untergegangenen Zeiten des Hair Metal – gigantische Marshall-Amp-Stacks links und rechts neben dem DJ-Pult der beiden, das von reichlich sinnloser Technik umgeben ist und dessen Mitte ein großes Kreuz ziert. Mehr 80er-Jahre-Metal, mehr Spinal Tap, geht kaum noch ohne schon wieder unironisch zu werden. Dass das Ganze nur Pose ist – ein Mädchen neben mir forderte (zu Recht) mehr Lautstärke bei dem Konzert, wenn doch da 18 Marshall-Boxen auf der Bühnen stehen – wird rasch klar, als aus den entkernten Gehäusen der Boxen einfach nur ein Lichtgewitter kommt. It’s just show. Das Augé auch persönlich an dem Abend aussah wie ein vergessenes Mitglied von Motörhead passt da nur ins Bild, ebenso wie die Arm-zu-Kreuzen-Posen des ansonsten gern mit fröhlichen Leuchtstab-Brillen herumwuselnden NuRave-Publikums, die eben auch ganz amtlich in jedes Mötley-Crue-Konzert gepasst hätten. Der Erkenntnis, dass Rave3.0 irgendwie eben doch wieder vorbei ist und dem hedonistischen Publikum was Neues geboten werden muss, tragen die Edbanger-Jungs denn auch mit dem finalen Stück, das dann endgültig unverbrämt Metal und Elektro vereint, Rechnung. Der Mainstream wird zwischendurch mit permanentem We are your friends… beschallt, einer Nummer, die ich nun absolut nicht mehr hören kann, die aber beim Publikum anscheinend trotzdem ordentlich Loveparade-artige Begeisterung hervorrief, während andere Tracks wie Phantom oder Waters of Nazareth eher ruhig hingenommen wurden. Augé und de Rosnay gehen mit der seltsamen Balance zwischen Hit-Wunder und Indie-Phänomen ironisch um, brechen einerseits D.A.N.C.E zur langsamen Ballade auf und hauen andererseits We are your friends als Running Gag bis zum Erbrechen als Sample über fast jeden Track, ohne den Song selbst je so ganz richtig durchzuspielen. Überhaupt remixen die beiden ihren eigenen Stuff ganz ordentlich, lassen Uffie-Vocals durchblitzen, mashen minutenlang irgendwelche 90s-Disco-Nummern unter die eigenen Beats und nehmen ihr Debut mehr oder minder als Spielzeug, das aufgefrischt aus der Box kommt.

Wie jedes Elektro-«Konzert» ist die Sache aber trotz aller dicken Beats irgendwie zu steril, zu tod, auf der Bühne passiert eigentlich nichts, die beiden Herren könnten auch gepflegt den Mix von DVD kommen lassen und während der 90 Minuten Konzert World of Warcraft spielen. Am Ende ist es also so wie ein Freitagabend in irgendeiner Indie-Electro-Disco, nur mit deutlich besseren Übergängen und wirklich perfektem Mixing, mehr ein DJ-Event in einer zu großen Halle als ein Konzert. Wobei man sagen muß – im Goethebunker etwa ists einfach lauter. Und verzerrter. Also eigentlich eben passender zu Metal. Vielleicht ist Justice einfach zu groß geworden für das, was es eigentlich ist – ein Indie-Phänomen, dass am besten in verschwitzten und viel zu engen Clubs passieren sollte, wo die DJs regelmäßig die Boxen durchbraten und die Leute betrunken crowdsurfen. Auf der Konzertbühne ist der Sound zu kontrolliert, nicht bratzig genug, und man merkt auch einfach zu schnell, dass die Jungs bei ihren eigenen Tracks einem sehr berechenbaren Kompositionsmuster folgen, eigentlich also musikalisch sehr sehr wenig zu sagen haben. Justice haben einen neuen elektronischen Sound dancefloorfähig gemacht, die zergeligen monophonen Bässe, die gesliceten Sounds, die defekten Klänge in neuer postindustrieller Glorie wiederbelebt und der längst totgeglaubten Elektro/Dancefloor-Sache neues Leben eingeprügelt, indem sie den öden TechnoHousebrei aggressiver, wütender, kaputter gemacht haben, Industrial, Metal und Elektro fusionierten. Das ist eine einzigartige, musikalisch fast historische Leistung und die Liste der Justrice-Epigonen ist schon lang gewesen, da waren die Jungs selbst noch fast unbekannt — aber als Mainstream-Act funktioniert die Sache einfach nicht. Als Musik für die kleinen Ladenmädchen, als reine Zerstreuung, wird dieses Phänomen zu Recht zugrundegehen müssen. So wie Metallica vom Thrash-Wegbereiter zum Chartskitsch mutierte. Es bleibt also auf den nächsten Act zu warten, der die Härteschraube noch etwas weiterdreht. Man darf gespannt sein, wie elektonische Musik klingt, wenn sie die gnadenlose kalte Perfektion erreicht hat, die Meshuggah im Gitarrenbereich produziert.

21:09 Uhr. Kategorie Live. Tag . 2 Antworten.

Album 88

09:01 Uhr. Kategorie Photos, Stuff. Tag . Keine Antwort.

Pantone Painting


Peter Saville hat als einer der ersten mit Pantone gemalt – und auch sehr viel sparsamer … – aber dieses Bild von The Partners ist dennoch eine bemerkenswerte Promo-Ministeck-Leistung :-D.

22. Februar 2008 08:33 Uhr. Kategorie Design. Tag . Keine Antwort.

Hello Kitty – Let’s Play

Hello Kitty hat sich in den letzten Jahren als eine der machtvollsten Markenfiguren schlechthin erwiesen – und startet jetzt mit einem MMORPG, das wahrscheinlich nach dem Start Abertausende von Kids an den Bildschirm fesseln wird. Vielleicht noch nicht die Killerapplication in Sachen VR, aber ich finde, die Schritte in diese Richtung werden immer und immer deutlicher. Die Fusion von Onlinegaming, IM, Social Network und zielgruppengerechtem Webmarketing dürfte in den nächsten Jahren Formen von sozialer Interaktion hervorbringen, gegen die die alten MUDs und auch heutige Systeme wie MySpace oder Facebook oder auch die heutigen iChat/Skype-Videofunktionen eher entsetzlich altbacken wirken dürften. Die Wii zeigt zudem, wie positiv der Markt auf mehr dreidimensionale Interaktion zwischen Körper und Maschine reagiert, preiswerte HI/ODs in Form von Suits oder Brillen sind da nur eine Frage der Zeit. Irgendwo lacht Bart Kosko sich tot, denke ich.

08:25 Uhr. Kategorie Online. Tag . Eine Antwort.

Netdiver Best Of The Year

Netdiver Magazine hat seine Lieblingssites des Jahres 2007 aufgelistet…

08:00 Uhr. Kategorie Design. Tag . 4 Antworten.

Phoneheads und die Düsseldorfer Symphoniker Live Tonhalle Düsseldorf

Vor ausverkauftem Haus wiederholen die FutureJazzer von den Phoneheads ihr gemeinsames Experiment mit den Düsseldorfer Symphonikern. Was aber auf der CD-Veröffentlichung des ersten Konzertes erstaunlich homogen und überzeugend klingt, kann in der Tonhalle nicht begeistern. Mag sein, dass der Mix in den ersten Reihen stimmt, aber wir saßen seitlich von der Bühne, relativ weit vorne – und von den elektronisch generierten Sounds war fast nichts mehr zu hören, nur noch wenn die Bassnoises extrem laut wurden, kamen sie an. Ansonsten dominierte das Orchester den Sound – und vor allem die Drums von Sebastian Vogel. Obwohl der erkältet wirkende Drummer sich bemühe, möglichst leise zu spielen und trotz Schallwänden hat schon eine Hihat oder eine Ride-Bell nahezu das gesamte Klangbild derart dominiert, dass von kohärenter Musik wenig übrig blieb. Tracke, bei denen ein Hauptteil der Drums aus dem Computer kamen und Vogel nur ein Element beisteuerte (Wie etwa Roll that Stone) gingen so völlig unter. Cleveland Wattkiss Gesang wirkte vor diesem klanglichen Flickenteppich oft völlig deplaciert, nicht eingebettet, unüberzeugend, dünn. Der elektronisch-akustische Mix ist rein klangtechnisch so derart versaut gewesen, dass man eigentlich sein Geld zurückverlangen sollte. Ich weiß, dass die Tonhalle nicht einfach und der Mix von akustischen und elektonischen Klängen eine Herausforderung für den Tonmeistern ist. Ich weiß aber auch, dass es in der Tonhalle machbar ist, nahezu jeden Sitz so zu beschallen, dass ein einigermaßen homogenes Klangerlebnis für die Zuschauer gewährleistet ist – und nicht ein Brei, in dem die aus der PA kommende Hälfte der Musik nahezu unhörbar ist. Für uns war es also eher DüSy plus Sebastian Vogel, denn von Philipp Maiburg und Michael Scheibenreiter hat man so gut wie nichts gehört. Das Vogel zwar an sich ein solider Drummer ist, aber hier ganz deutlich hörbar Spielfehler, Aussetzer und uninspirierte Fills ablieferte, hat die Sache wirklich nicht sonderlich verbessert.

Die von Heike Beckmann ironisch anmoderierte Erste Symphonie für Orchester und Drum-and-Bass (wobei man während des gesamten Konzertes natürlich nicht einmal wirklichen DnB zu hören bekam ;-)) geriet dann streckenweise auch eher zum unfreiwilligen Beweis, dass Klassik und Elektronik eben NICHT zusammenkommen. Die Symphoniker und die Elektroniker fiedelten etwas unbeholfen nebeneinander her, jeweils einzeln etwas unüberzeugend, zusammen eher nach schneller Flickschusterei wirkend – es wirkte fast so, als wolle Beckmann beweisen, wie viel dichter und emotionaler die live gespielte Musik wirkt gegenüber der elektronischen Musik, die naturgemäß auf Programmierung und Struktur setzt und in der Dichte eines mehrköpfigen Orchesters nicht live und spontan gespielt werden kann. Das Finale kommt dann noch einmal druckvoll daher und ist einer der Höhepunkte des Abends, weil es endlich etwas zur Sache geht, und ein bisschen Bang auf die Bühne kommt, wo es sonst meist ein bisschen unbeholfen und steif zugeht – Laptop-Musiker gehören vielleicht eher in verqualmte Clubs oder zumindest in Kinderzimmer-Tonstudios, hier wirken sie seltsam alien.

Der Ansatz ist gut, die Umsetzung ist an sich solide, und der CD-Mix beweist, wie smooth das Ergebnis an sich sein könnte… vor Ort, in der Tonhalle, überzeugt der Sound-Mix überhaupt nicht. Es ist tatsächlich so, dass eine unterdimensionierte PA und ein eher unglücklich agierender Toningenieur den Abend ruinieren. Suppiger, dünner Brei, durch den sich gerade einmal die Philharmoniker durchsetzen, die Phoneheads aber nahezu verschwinden – das kann nicht die akustische Umsetzung einer gedachten Fusion sein. Zumal Beckmanns Symphoniker einfach nicht pointiert genug spielen, um quasi solo zu überzeugen – die Streicher schmelzen weich und poppig vor sich hin… nur den Beat, den Pop, den hörst du nicht und so wirkt es einfach eher süßlich, kitschig. Unter diesen Grundbedingungen ist man dann schnell etwas angenervt und findet zum Beispiel das wirklich endlos andauernde Vorstellen der einzelnen Musiker und Sektionen des Orechesters mehr als anstrengend. Das Publikum feiert – zu Recht – das Experiment an diesem Abend, aber Tatsache ist, dass du DnB nicht mit einer Anlage für einen mittleren Kindergeburtstag auf die Bühne bringen solltest. Manchmal ist mehr einfach mehr.

10:41 Uhr. Kategorie Live. Tag . Keine Antwort.

Miss Kittin: Batbox

Back in Black – aus Paris meldet sich DJane und Musikerin Caroline Hervé zurück mit ihrem zweiten «echten» Album nach I com. Im gepflegten Emily-the-Strange-meets-Retro-Cramps-Style von Rob Reger designed, legt Batbox mit dem Hit Kittin is High los, der die Richtung des Albums vorgibt. Straighter, weniger verspielt, weniger experimentell als das punkige, trashige, wunderbare I com, immer noch geprägt von dem androgynsterilen Vocals von Hervé, straighter guter Dancefloorpop mit leichten NewWave-Anklängen, die bei Hervés Anne-Clark-Stimme ohnehin unvermeidbar sind. Da klingt vieles nach frühen Moloko und mancher Beat stampft im Früh80er-Feeling daher (Grace), insgesamt wirkt der Nachfolger leichter verdaubar als das Debut, leider auch weniger mitreissend, verspielt und weird, homogener, straighter durchproduziert, weniger Patchwork, auch mal akustische Bass-Sounds dabei. Das Ergebnis ist eine für eine DJane überraschend unhousige Platte, die in ihrem Feeling überraschend klar an Kittins Kooperation mit The Hacker erinnert. Batbox ist eine homogenere Platte, die trotz oder dank Pascal Gabriel irgendwie sympathisch nach Homerecording klingt, deren verspielter Sound  sich für Kopfhörer wie für den Dancefloor eignet und sie bringt Kittins schwebend-naive-coole-sexy Vocals bestens zur Geltung. Mehr als der Erstling zeigt Batbox Hervé als Songwriterin und Texterin, weniger als Spezialisting für die Tanzfläche. Obwohl ihre Vorliebe für Drumsounds der 80s und 90s schon zeigt, wo Kittin herkommt. Batbox remixed das Feeling des Mitachtziger DarkWave für die MySpace-Generation, mit einer gehörigen prise Ironie und Manga. Die abwechslungsreichen und bei aller Homogenität eben doch nie langweiligen WaveRaveDanceGoth-Songs beweisen, dass Kittins Ausflug von den Decks zum Mikrophon nicht nur eine Eintagsfliege war – ganz im Gegenteil. Wo auf I com der Gesang noch eher etwas scheu daherkam und hinter der Produktion versteckt war, trägt die Stimme hier oft ganze Tracks allein – Kittin ist als Sängerin bei sich angekommen und präsentiert sich als Act, mit dem langfristig  zu rechnen ist.

19. Februar 2008 09:33 Uhr. Kategorie Musik. Tag . 4 Antworten.

Chuck Palahniuk: Rant

Gerade mal Januar und das Buch des Jahres ist – bisher – schon gelesen. Chuck Palahniuk, schon mit seinem Debut Fight Club zum Kultautoren avanciert (nicht zuletzt dank David Finchers Verfilmung) ist ein Mann, der spätestens seit seinem vielleicht kommerziellsten Versuch, Lullaby, Buch um Buch die Grenzen des Machbaren neu auslotet. Bereits sein letztes Werk Haunted war ein literarisches Experiment, ein poetisch-halluzinogener Versuch über die Casting-TV-Gesellschaft, ein postmoderner flimmernder multifacettierter Horror. Rant setzt diesen Trend zu immer extremer außerhalb des Mainstreams operierenden Büchern in jeder Hinsicht fort. Bereits die narrative Form ist ein Experiment. Rant hat das Finish einer dokumentarischen «oralen Historie», einer vor allem im Film real existierenden Form der Erzählung, hier von Angehörigen und Bekannten über einen Verstorbenen, der allerdings in diesem Fall fiktional ist. Palahniuk lässt über 30 verschiedene Charaktere im dichten Wechselspiel zu Wort kommen, die die Geschichte des namensgebenden Buster «Rant» Casey erzählen. Bereits der Vorname des Protagonisten lässt vage erahnen, dass Rant auch als eine bizarre Komödie gesehen werden kann und darf, und dass Palahniuk mit jedem Kapitel den Leser in neue, surrealere Situationen (ver)führt. Die Genialität, mit der Rant zunehmend zu einem kaleidoskopischen Irrwirbel aus haarsträubenden, zugleich aber absolut überzeugendem Irrwitz mutiert, hat etwas von P.K. Dick oder Burroughs an sich, wirkt aber im Vergleich düsterer, bedrohlicher und zugleich, so widersprüchlich das klingen mag, witziger.

Rant ist im höchsten Maße nonlinear. Wenn eine der Erzählerstimmen, der Autoverkäufer und Daytimer Wallace Boyer, eingangs erklärt, er habe Rant erst nach dessen Tod kennengelernt, so ist dies wörtlich zu verstehen. Denn Rant erweist sich als meisterhaft konstruiertes Spiel mit Zeitparadoxen, als Zeitreiseroman auf höchstem Niveau, als großartiges Kabuki-Theater. Wann immer man in diesem Buch laut What the fuck…? rufen möchte – am Ende macht alles absolut Sinn. Palahniuk entspinnt eine hochgradig absurd anmutende Story. Aber von Busters Angewohnheit, Popel an seine Wand zu schmieren, über die Zahnfee, deren antikes Gold die Kinder seines Heimatdorfes zu dem wirtschaftlichen Hauptfakor der Stadt macht, über die Angewohnheit von Rants Mutter, tödlche Kleinigkeiten ins Essen einzubringen, etwa Reisszwecken in Kuchen, damit man konzentrierter ist – jedes Detail hat am Ende eine Funktion. Und das Buch steckt voller Details, so viele und so genial verpackt, dass man es kaum fassen kann. Rant ist ein Buch, das wie Folter den Härtegrad des Surrealen immer weiter dreht, ohne dabei jemals Tritt zu verlieren. Mit traumwandlerischer Sicherheit führt Palahniuk die Leser von einer Stufe zur nächsten – Wenn du das geglaubt hast, kann ich ja hiermit kommen – bis man am Ende von Zäunen, in denen sich beim Sturm die Kondome und Binden verfangen zu einer Welt gekommen ist, die aus praktischen Gründen in eine Tag und eine Nachtwelt getrennt ist, um die Infrastruktur besser zu nutzen, in der du also entweder tagsüber oder nur nachts lebst, in der Buster Casey zum größten Verbreiter von Tollwut in der Geschichte der Menschheit wird, in der sich sogenannte Partycrasher als absurde Folge einer soziologischen Verkehrsforschung  in mit Weihnachtsbäumen oder Hochzeitsausstattung verkleideten Fahrzeugen durch bewusst herbeigeführte Auffahrunfälle amüsieren, und in der einige davon durch den Crash zu Zeitreisenden werden, um ihre eigenen Eltern umzubringen oder sich selbst zu zeugen. So dass Rant Casey am Ende sein eigener Vater ist -  aber eben doch nicht, sondern eigentlich das Ergebnis davon, dass sein größter Gegenspieler seine Urgroßmutter, seine Großmutter und seine Mutter vergewaltigt hat. Wodurch Casey eben selbst sein größter Gegenspieler ist. Was in Fight Club noch eine Schizophrenie des Hauptdarstellers war, ist in Rant auf eine ganz neue Ebene gehievt. Realität ist am Ende des Buches nur noch eine weiche, wandelbare Masse. Die Zukunft ist morgen nicht mehr das, was sie gestern vielleicht war, weil ständig jemand daran herumspielt.

Shot Dunyan, ein Co-Partycrasher von Buster, sagt an einer Stelle: «How weird is that? Instead of  biography, this story will become fiction. A factual historical artifact documenting a past that never happened. Like Santa Claus and the Easter Bunny, another obsolete truth.»

Der wunderbare zyklische Verlauf der Geschichte, die haarsträubende Auflösung, der relaxte aber lasergenaue Umgang mit Zeitparadoxen, führt am Ende tatsächlich zu dieser Metafiktionalität des Buches. Am Ende ist die Realität des Buches eine Fiktion, weil sie sich selbst aushebelt, weil Rant zu einer lebenden Zeitschleife wird, in einer Welt aus lebenden Zeitschleifen. Die Möglichkeit, dass die Welt, wie wir sie erleben, nur das Ergebnis einer weiteren Zeitmanipulation ist  – eine Welt ohne den I-SEE-U-Act und ohne die Trennung in Daytimers und Nighttimers, ohne Matrix-artige Stöpsel im Nacken, «one colossal traffic jam, the way the world used to be» – wird dabei deutlich angedeutet und das Buch so zum fiktionalen Zeugnis einer untergegangenen Alternativkultur.

Meisterhaft, vielschichtig, pervers geht Palahniuk in die ausgehöhlt scheinenden Minen der Science-Fiction-Kultur (wobei dies überhaupt erst im letzten Drittes des Buches klar wird) und belebt das Genre zu einem belletristischen Parforce-Ritt der höchsten Güte. Narrativ, strukturell, inhaltlich bricht dieses Buch über alle Grenzen hinweg, ist experimentell bis an die Grenzen und dabei doch stets lesbar und fesselnd, ist hochkomplex und vielschichtig, aber niemals smartassed. Selbst Details wie der NLP-predigende Autohändler oder die Anthropologen und ihre Thesen über die Seuchenausbreitung werden wichtig und sind nahtlos in den Fluss der sich wunderbar fraktal entfaltenden Geschichte eingebettet, die man idealerweise zweimal lesen muss. Palahniuk erreicht die erzählerische Dichte von Everything is Illuminated auf PCP, ohne dabei den emotionalen Tiefgang der Charaktere oder die Tragik hinter der Farce außer Acht zu lassen. Obwohl auf Deutsch wahrscheinlich unlesbar (wie jedes Buch von Palahniuk, man kriegt seinen minimalistischen, geschliffenen Stil einfach nicht übersetzt), ist Rant im Original ein absolutes Meisterwerk.

16. Februar 2008 10:48 Uhr. Kategorie Buch. Tag . 2 Antworten.

Designs Of The Year Shortlist


Bei CreativeReview gibt es die Anwerber auf den Design of the Year Award des Londoner Design Museums. Mein Favorit ist die Grandtour-Kampagne von ThePartners.

15. Februar 2008 11:02 Uhr. Kategorie Design. Tag . Keine Antwort.

MÚM: GO GO SMEAR THE POISON IVY

Auf dem – wie bei Múm ja stets – wunderbaren Coverartwork winken drei Pfadfinder lustig dem Käufer entgegen, oder aber der scheidenden Sängerin Kristín Vlatýsdóttir hinterher. Deren Abschied vom Projekt Múm ist der Platte schmerzhaft anzumerken. Wo Summer Make Good den wahrscheinlichen Höhepunkt der introvertierten, fiepsigknarzenden Múm darstellte, eine elegische, schwelgerische Platte, in der Naturtöne und elektronische Störelemente eben durch Kristíns Gesang fusioniert wurden, wirkt Go Go Smear The Poison Ivy im guten wie im schlechten Sinne wie eine komplett neue Phase von Múm. Schneller und hibbeliger wirken die Kompositionen, der Gesang, oft kollektiv auf die Songs gelegt, druckvoller, weniger elegisch. Die Band ist ausgebrochen aus dem Echokäfig und wirkt auf einmal sehr live, sehr präsent, immer noch sehr verquer, aber deutlich mehr Popmusik als jemals zuvor in der Geschichte der Band. Das Spielplatz-Flair und die Liebe zur analogen und digitalen Frickelei bleibt erhalten, die Musik wirkt immer noch isländisch-detailvernarrt, immer noch irgendwie spooky-aber insgesamt wirkt die zum Duo geschrumpfte Combo offener, der Psychoblues optimistischer, weniger autistisch. Um die Wahrheit zu sagen, ich hätte noch mit etwa 2000 Platten leben können, die auf das i-Tüpfelchen genau so klingen wie Summer Make Good oder Finally We Are No One… aber es ist natürlich auch brillant, wenn eine Band, deren Sound so festgelegt scheint, dass das Experiment zum Standard geronnen ist, diesen Kokon aufbricht und sich weiterentwickelt, noch überraschen kann. Es ist ein großer Spaß, Múm bei dieser Evolution zuhören zu dürfen - Go Go ist ihr unheimlichstes, seltsamstes Album, meilenweit entfernt von der einschmeichelnden schwelgerischen Kinderzimmersoundwelt, als hätten die inzwischen pubertierenden Elfenkinder der letzten Platten sich über den Wodkaschrank ihrer Eltern hergemacht.

10:11 Uhr. Kategorie Musik. Keine Antwort.

ALBUM 87

13. Februar 2008 10:17 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

R.I.P. POLAROID

Polaroid verabschiedet sich vom legendären Instantfilm. Als wir vor drei Jahren für die Bielefelder Philharmoniker ein Saisonheft als Liebeserklärung an den Polaroid-Film gemacht haben, war die deutsche Marketing-Abteilung noch der Meinung, Polaroid-Filme würde es noch lange geben. So schnell ändern sich die Zeiten. Sehr schade, hat der Polaroid-Film doch gerade in den letzten Jahren bei vielen Knipsern eine echte Renaissance wider die digitale Perfektion erlebt und – wie Holga, Lomo et al – einen ganz eigenen unscharfen, primitiveren Stil der Photographie lebendig erhalten. Ein Echo einer Zeit, die einfacher war, weniger scharfkantig, in der Bilder matschig und fehlfarben sein durften. Nicht zuletzt ist da die Erinnerung an Kindergeburtstage, an Jugend, an Fun, der sich mit dem Namen Polaroid verbindet. Ich frage mich sehr, inwieweit Polaroid ein neues, digitales Zeitalter anpacken will – es dürfte schwierig sein, sich gegen die etablierten Marken durchzusetzen, zumal die Zukunft der Photographie vielleicht eher mit Nokia und Samsung denn mit Kodak und Polaroid assoziert werden wird. Klar ist, dass der Polaroid-Film, einst Zeichen einer neuen chemischen Hochtechnologie, schon der Name Science-Fiction, die haptische Umsetzung wirklich magic at your fingertips, sprichwörtlich geworden und sogar in Songtexten verewigt… einfach mausetot ist, rein technologisch. Aber das ist Vinyl auch und es erfreut sich nach wie vor größter Beliebtheit in bestimmten Kreisen. Bleibt also zu hoffen, dass eine andere Firma sich die Technologie des chemischen Instantfilms schnappt, clever vermarktet und damit weitermachen kann.

Photo yon Julia Kappus

12. Februar 2008 09:51 Uhr. Kategorie Technik. 20 Antworten.

ALBUM 86

10:10 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

ALBUM 85

8. Februar 2008 08:05 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

BLUMEN

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Aufatmen Kirsten, this is the last one…

6. Februar 2008 08:25 Uhr. Kategorie Photos. 2 Antworten.

SISTER CORITA’S RULES

Sister Corita Kent war eine Nonne und Kunstlehrerin der Immaculate Heart College im Los Angeles der sechziger Jahre und auch selbst eine für ihre Drucke in den 60ern und 70ern hochbekannte Künstlerin. Die 10 Regeln, die sie für ihre Studenten aufgestellt hat, finde ich bis heute zutreffend.

(via Hi and Low)

4. Februar 2008 20:37 Uhr. Kategorie Design. 8 Antworten.

NEXTCITY

Im von Wolff Olins neu verpackten New Museum in New York präsentiert Rhizome-Direktorin Lauren Cornell in ihrer Reihe New Silent ab dem 8. Februar unter dem Titel Nextcity eine Ausstellung zum Thema urbane Entwicklung im Zeichen digitaler Technologien. Gezeigt werden u.a. Projekte von Eric Rodenbecks Stamen Design (von denen unter anderem das oben gezeigte Cabspotting stammt) , J. Meejin Yoon, and Christian Nold. In Zeiten von GPS-orientierter dynamischer Software, die spatiale Bewegung mit Datenbanken verknüpft und komplett neue Erfahrungen von Reisen, Raum und Orientierung zulässt, in Zeiten, in denen ganze Städte digital am Rechner entwickelt und gestaltet werden, macht es Sinn, sich als Architekt, Designer und Künstler auch mit der Stadt als gigantischem Interface zu beschäftigen und zu überlegen, wie man den urbanen Erlebnisraum fassbar macht, erweitert, übersetzt oder auch stört durch die Fusion neuer digitaler Medien.

Emergent digital technologies are rapidly changing both the face of our cities and our daily experience of them, whether invoked in the production of architectural form, the representation of urban space, or our interface to the locative and other services newly available there. Dynamic maps update in real time; garments and spaces deform in response to environmental, biological and even psychological conditions. We find our very emotions made visible, public, and persistently retrievable. Somewhere along the way, we find our notions of public space, participation, and what it means to be urban undergoing the most profound sort of change.

10:18 Uhr. Kategorie Design. Keine Antwort.

ALBUM 84

09:43 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

HILGENSTOCK MEETS PAERT

Design-Manager Jens Hilgenstock hat im Flugzeug das getan, was ich selbst nie übers Herz bringen würde – einen bewunderten Star angesprochen. In diesem Falle den Ausnahmekomponisten Arvo Paert. Das Gespräch hat einiges an Gedanken über die Verbindung von Komposition und Design ausgelöst, die sich um Intuition, Empathie und die Kraft des Auftaktes dreht… hier lesen.

3. Februar 2008 12:05 Uhr. Kategorie Design. Keine Antwort.

PAUL ARDEN: GOD EXPLAINED IN A TAXI RIDE

Man kann Paul Arden vieles vorwerfen, offensive Bescheidenheit sicher nicht. God explained in a Taxi Ride ist auf der Rückseite als «The world’s second best book on god» beworben. Und hier wird auch schon eine Schwäche von Ardens Ausflug in die Religion klar: Er beschränkt sich vielleicht etwas zu sehr auf «den» einen christlichen Gott, zudem noch auf eine etwas naive Vorstellung davon, und diese Perspektive, so offen Arden damit umgeht, ist etwas schwach für ein Buch mit so viel Ego.

In zur Marke Arden gehörenden Stil – gigantische Headlines, minimaler Text, viel Zeichnungen (diesmal durchgehend von Mark Buckingham) – geht Arden gegen den aus seiner Sicht antispirituellen Darwinismus an, erklärt, das Glauben nicht Wissen bedeute, sondern Vertrauen, kritisiert die Kirche, relativiert die Bibel als Niederschrift oraler Tradition und somit als nicht unbedingt verbindlich, philosophiert über die Absurdität religiöser Kriege (nur ein schlechter Glaubender denkt, dass ein allmächtiger Gott «verteidigt» werden will) oder über den Konsumerismus als neue Form der westlichen Religion («Supermarkets are the new cathedrals»), streift hochtolerant einige andere Religionen und kommt am Ende zum Fazit, das Gott der Name ist, den wir der Kraft geben, die hinter der Schöpfung steht.

Es ist, wie bei Arden üblich, ein im Kern banales Buch, dass er aber so warmherzig und voller britischem Charme verkauft, dass man ihm dafür nicht böse sein mag, im Gegenteil: Ardens Bücher sind wie Kinderbücher für Erwachsene. Viele Bilder, riesige Schrift, einfache und optimistische Botschaften. Keins seiner Bücher eckt an oder braucht länger als 30 Minuten zum Lesen und Verarbeiten. Was den Spaßfaktor der schmalen Bände aber beileibe nicht mildert.

Es ist mutig von Arden, sich von einfachen Motivationsbotschaten ins spirituelle zu begeben, vielleicht zu mutig. Aber im Grunde bleibt God explained in a Taxi Ride ein Konsens-Buch, das Ansichten über Gott und Religion, Kirche und Toleranz verbreitet, die so einfach, so grundlegend sind, dass sich wahrscheinlich die unterschiedlichsten Glaubensrichtungen auf dieses Basics einigen könnten. Mit dem leicht durchschimmernden kreationistischen Touch des Buches habe ich etwas Bauchweh, aber die These, dass hinter der Evolutio, hinter all den Ketten von Zufällen, vielleicht noch mehr steht, ist ja durchaus so offen, dass man sie als recht universelle, spezifische Religionen transzendierenden Vorstellung von «Gott» akzeptieren kann. Ardens Buch ist sehr persönlich, warmherzig und zeigt auf, dass im Herzen der christlichen Vorstellung von Gott eine Toleranz und Spiritualität leben kann, die mit der inneren Größe anderer Religionen durchaus mithalten kann und die durchaus als Ethos einer zivilisierten modernen Gesellschaft funktioniert. Das Arden dies in aller Naivität tut und an unsere Kindlichkeit appelliert, ist dabei in diesem Kontext ein nur sinnvoller Kunstgriff. God explained in a Taxi Ride ist in aller Kürze seine persönliche Liebeserklärung an einen Gott, der jenseits kirchlicher oder kultiger Kontexte besteht – und damit ganz auf der Höhe der Zeit, in der Religion mehr und mehr zur Patchwork-Lösung wird. Das zweitbeste Buch über Gott ist es sicher nicht, sondern eher eine Powerpoint-Präsentation in Buchform, aber in dieser destillierten Kinderbuch-Form eben auch eine adäquate Auseinandersetzung mit einem Thema, das vielleicht besser funktioniert, je weniger man sagt.

11:39 Uhr. Kategorie Buch. Keine Antwort.

KATHRIN KUR

Creative Review stellt einige Arbeiten der deutschen Photographin Kathrin Kur vor, die in der Tat sehenswert sind. Kurr blickt in ihren Arbeiten hinter die Kulissen der Bewusstseinsindustrie, schaut in Produktionsstätten für Fernseher, in Motion-Capture-Studios, in Filmsets, aber auch auf leere Golf-Übungsplätze oder Schießstände. Sie zeigt tiefgefrorene Splitter, die in den karg ausgeleuchteten, zugleich leer und überfüllt wirkenden Bildern häßlich, karg und ernüchternd wirken, unmenschliche Plätze, die wir eher mit Entertainment verbinden würden, denen hier aber so gar nichts unterhaltsames anhaftet, die vielmehr bedrohlich wirken wie Sets von einem dystopischen SF-Film. Wenn ich jemals Buchcover für JG Ballard-Bücher machen würde, wäre Kur die Photographin, die ich mit den Visuals beauftragen würde, weil sie wie Ballard den Vorhang zu einer unsichtbaren, unvermuteten Hässlichkeit beiseite schiebt, die unmittelbar hinter der glatten sanften Oberfläche unserer technokratischen Gesellschaft wartet – und aus dieser Häßlichkeit dann wieder eine faszinierende beängstigende Ästhetik hervorzaubert.

11:25 Uhr. Kategorie Design. Eine Antwort.

GUTE FORMATE: DIPLOMSHOW FHWS

Johannes Höhmann vom Fachbereich Gestaltung der FH Würzburg schickt mir und euch allen eine Einladung zur Diplomschau am 8. und 9. Februar. Ich glaube nicht, dass ich das selbst schaffen werde, aber ich kann allen Design-Studenten vorm Diplom nur empfehlen sich möglichst viele Diplomzeigungen anzusehen, um – im Guten wie im Schlechten – ein Feeling für die Qualität anderer Studierender zu gewinnen, das kann enorm motivieren. Jo, wenn du magst, schick mir Photos von den Arbeiten, ich zeig die wirklich gern hier. Good luck!

10:58 Uhr. Kategorie Design. Keine Antwort.

SONNENBRILLEN

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2. Februar 2008 20:56 Uhr. Kategorie Photos. Eine Antwort.

Cloverfield

Für die Leute, die nur die erste Zeile lesen:
Ansehen. Im Kino. In der ersten Reihe. Und den Kinobetreiber bitten, die Lautstärke maximal aufzudrehen.
Nicht auf DVD sehen.

Für den Rest, die mehr lesen:
Leider haben wir die ersten Minuten des Films verpasst, weil das Mülheimer Cinemaxx es auch nach Jahren nicht schafft, auf akute Kundenschlangen mit einer spontannen Kassenöffnung zu reagieren. Ich möchte nicht wissen, wieviele Leute durch die extremen Schlangen entweder ganz das Kino verlassen oder zumindest auf Popcorn und Getränke verzichten, immerhin die Geldbringer jedes Kinos. Ich werde aus der Logik nicht schlau. Jedenfalls fehlt der Teil, der lapidar erklärt das folgende Material sei auf einem Videoband gefunden worden, dass man an dem früher als «Central Park» bezeichneten Ort gefunden habe. Danach geht es in Handheld-Wackelkamera-Optik weiter, zuerst durch einige rätselhafte Bilder eines frischverliebten Paares, das nach Coney Island fährt. Dann überschreibt jemand anscheinend das Band, um eine Abschiedsparty für Rob Hawkins zu drehen, der als stellvertretender Leiter für irgendeine Firma nach Japan wechselt. Sein bester Kumpel Hud versucht, mit der Kamera Statements von Freunden einzufangen und versucht zugleich, unbeholfen mit Marlena zu flirten. Beth, die Frau vom Anfang des Bandes, der einen Monat zuvor gedreht ist, taucht mit ihrem neuen Freund auf der Party auf und Rob wird etwas emo, weil er nicht nur in Beth verknallt ist, aber eben nach Japan geht und ihr deshalb seine Liebe nicht gestehen kann/will, sondern weil sich auch noch herausstellt, das Hud gerade fleissig das einzige Memento von Beth überspielt. So weit, so soap… bis plötzlich alle Lichter ausgehen und der Kopf der Freiheitsstatue wquer durch Manhattan geschleudert wird und auf der Straße vor Robs Wohnung landet. Danach ist schlagartig Ende mit Seifenoper und einer der besten Horrorfilme seit langem beginnt.

Der Clou hinter Cloverfield ist simpel: Regisseur Matt Reeves, Autor Drew Goddard und Producer JJ Abrams (die sich alle dank Alias, Lost und Mission Impossible III solide mit dem Adrenalin-Genre auskennen) nehmen den Plot eines klassischen 50s-Horror/SF-Films (die ganz nebenbei im Hintergrund auf TV-Schirmen laufen, passenderweise zum Beispiel The Beast from 20.000 Fathoms), ganz à  la Godzilla – Riesenmonster attackiert Großstadt, Militär greift ein, Endkampf – und verlagern dabei einzig und allein die Perspektive von der eines neutralen Betrachters zu einer viel beklemmenderen Position – der des betroffenen Opfers. Wo andere SF-Movies in perfekten Bildern schwelgen, immer von oben oder aus der Totale, wirkt Cloverfield durch schlechte, verwackelte, defekte Shots, die eine ungemeine Wucht und Paranoia auslösen. Der kleine Kunstgriff erweist sich als überraschend überzeugend. Nicht nur, weil wir durch ein cleveres Drehbuch sehr schnell und effektiv mit der Videocam unsere Protagonisten kennen- und liebenlernen, sondern vor allem, weil man wirklich ANGST bekommt. Die Illusion der Eyewitness-Kamera gelingt größtenteils perfekt und versetzt dich als Betrachter mitten ins Geschehen. Wir erfahren nur Bruchstücke der Story, aber diese Fragmentation wirkt nur umso bedrohlicher. Das Militär wirkt mindestens genauso beängstigend wie die Monster, wenn die Panzer durch die Menge rollen und Losschießen, wenn ohrenbetäubende Bombenteppiche über Manhatten niedergehen, fühlt man sich mitten im Kriegsgebiet gefangen.

Der Effekt ist erstaunlich: Über weite Strecken des Films hab ich in den Sessel gedrückt zugeschaut, bei Schockmomenten wirklich mitgefiebert oder zusammengezuckt. Ich bin in Sachen Horrorfilm nicht einfach zu kriegen, aber Reeves kriegt dich als Zuschauer mit einem grandiosen Mix aus cinematographischem Ansatz, ganz dichten Zugang zu den Charakteren und dem ohrenbetäubenden Sound des Films -der ansonsten abgesehen von Musikfragmenten auf der Party oder in Läden keinen Soundtrack bis zum Abspann hat (aber dann zeigt Michael Giacchino zusammen mit dem Bratislava Orchestra, was er kann. Roar!, der Abspannsoundtrack, klingt, als würde ein ganzer herkömmlicher Horrorfilm in 4 Minuten durchlaufen, atemberaubend.) Man fiebert absolut mit und hat nach dem nur 85 Minuten kurzen Film das Gefühl, eine doppelt so lange Achterbahnfahrt überstanden zu haben. Selbst die Atempausen in dem Film wirken furios.

Ganz klar ist: Cloverfield KANN auf DVD nicht wirken. Die Wackelkamera und der für die klaustrophobe Wirkung unendlich wichtige Sound brauchen die Größe und die Dunkelheit des Kinos, sonst wird man nicht eingesogen. Der Gag ist, dass Cloverfield TV-Optik ins Megalomanische überzeichnet. Das geht auf einem TV-Bildschirm verloren, das braucht die 20-Meter-Leinwand. Um die volle magenumdrehende Wirkung der Kamera zu spüren, sollte man so weit wie möglich vorne sitzen, eintauchen in das Bild und die großartige körperliche Erfahrung der Schütteloptik. Reality TV from Hell.
Dabei hat Cloverfield natürlich Fehler. es ist ein ganz normaler Actionfilm und der Plot ist entsprechend. Nicht nur die Basis – eine Art düsteres Unterseemonster vernichtet NYC, samt riesiger lausartiger Parasiten, die wie Aliens blutrünstig über die Menschen herfallen und deren Biss tödlich wirkt – ist eher (und ganz bewusst) dejá vu (Abrams hat keinen großen Hehl daraus gemacht, dass Godzilla Inspiration für den Film sei), sondern auch die Handlung an sich hat ihre logischen Mängel. Robs irgendwie ohne überzeugendes Motiv stattfindende Suche nach Beth und das etwas platt Heldenepos-artige Verhalten von Leuten, die nur einige Stunden zuvor noch flache Yupie-Partypeople waren, wirkt gerade im Kontext des Pseudo-Reality-Looks hoch unglaubwürdig. Echt gefilmte Leute sollten sich echter verhalten, möchte man meinen. Dass das Militär so schnell so präsent ist, gibt Rätsel auf (obwohl der Zeitablauf im Film nicht ganz klar ist, da es immer wieder Schnitte gibt). Dass Huds Kamera ein kleines Wunderwerk sein muss, vor allem akkutechnisch, da darf man nicht drüber nachdenken. Das Hud am Ende sozusagen persönlich dem Monster begegnet, bricht den Realitätsanspruch des Films über alle Maßen, wie auch die Tatsache, dass ausgerechnet die Kamera den Angriff überlebt. Hier wurde eher der Publikumswunsch, das Monster dann doch mal «richtig» sehen zu dürfen, berücksichtigt. Legitim, und auch verflucht angsteinjagend, aber irgendwie hätte ich auch drauf verzichten können. Wirklich ärgerlich ist das Ende, das wie ein Kompromiss mit dem Studio wirkt und eine Art Happy-End in der Apocalypse versucht und dabei etwas unlogisch und süßlich wird. Hier wäre eine Spur mehr Härte, ein Ende des Bandes vielleicht drei vier Minuten vor dem tatsächlichen Ende (bei der Szene direkt nach dem Helicopterabsturz) schöner gewesen. Das finale Ende, dass Beth und Rob nur einen Monat zuvor auf Coney Island zeigt (und als winziges Detail den Satelliten, der ins Wasser fällt und wahrscheinlich das Monster «aufweckt») ist dann aber wieder großartig. Nervig, wenn wir dabei sind, ist die Tatsache, dass selbst dieser Film verdächtiges Productplacement aufweist – es ist ein bisschen dicke mit Nokia-Werbung und auch ein Mountain-Dew Schriftzug ist einfach ZU perfekt im Bild ;-D.

Aber solche Details sind völlig egal angesichts der furiose Gewalt, mit der Reeves den ästhetischen Ansatz von Blair Witch und großes Weltuntergangskino fusioniert. Wo Blair Witch real Low-Budget war, ist Cloverfield ein Film mit sauberen Trickeffekten und CGI, der ganz offensichtlich nicht billig gemacht ist, sondern die Handycam-Ästhetik bewusst als Stilmittel nutzt, als Angstfaktor. The Apocalypse will be televised.

Dabei spielen Abrams und sein Team natürlich mit dem Look von Reality-TV, aber eben auch mit einer latenten Post-9/11-Angst. An einer Stelle des Films fragt eine Frau «Werden wir schon wieder von Terroristen angegriffen?» und genauso füht sich Cloverfield an: 9/11 hoch zehn. Die zusammenkrachenden Gebäude, die Staubwolken, die wild umherrennenden Menschen, die atemberaubend zusammenbrechende Brooklyn Bridge – all das erinnert frappierend an die Fernsehbilder vom 11. September 2001, die Grobkörnigkeit, die unprofessionellen verwackelten Bilder des Tages, an dem Amerika seine Unverletzlichkeit verlor. Wie jeder guter Horrorfilm spielt auch Cloverfield mit den sozialen Ängsten seiner Zeit. Bei den SF-Movies aus den Fünfzigern ist es das nukleare Armageddon von Nagasaaki und Hiroshima, die Angst vor dem Atom, die die guten alten B-Movies aufgriffen. Die meisten der Monster dieser Filme kamen durch nukleare Unfälle zustande. Cloverfield spielt mit der Angst vor dem Zusammenbrechen der Zivilisation. Nicht nur durch die Attacke selbst, sondern auch durch die Reaktion darauf. Die Reaktion des Militärs auf das Tiefsee-Monster wirkt ebenso bedrohlich, fast überzogen, mindestens ebenso zerstörerisch wie die ursprüngliche Attacke selbst. Das Kranken-Militärcamp im Kaufhaus hat eine bedrohliche, klaustrophobische Atmosphäre und man ist fast froh, als unsere Helden diesen Ort wieder verlassen.

Insofern ist Cloverfield ohne jedes Tamtam ein Old-Fashioned Monster-Movie, aber mit einem phantastischen stilistischen Dreh – der Youtube-Ästhetik- , der der ansonsten komplett ausgelutschten Grundidee einen neuen, dunklen, subversiven, harten Touch verleiht geht, die den Film unglaublich effektiv macht. In ungewöhnlicher Kürze und Brutalität drischt der Film auf das Publikum ein, ein unverschämt straighter, wirkungsvoller Actionreisser, der eben kein Popcorn isst. Weil du so schnell so tief in dem Film steckst, dass du es einfach vergisst.  Cloverfield ist kein Kunstkino, aber als Genrefilm unübertroffen wirksam und bei aller Blandness der Darsteller zugleich nicht wirklich dumm oder eindimensional, sondern ganz im Gegenteil subtil auch ein Statement zur Zeit. Einer der besten Oldschool-Horrorfilme seit Jahren und zugleich eine cineastische Innovation.

1. Februar 2008 17:43 Uhr. Kategorie Film. 13 Antworten.

CREATIVITY = THE COURAGE TO EXIST

To create is to potentially embarrass oneself in front of others. It is about the courage to be oneself and to be seen as oneself. Putting ink to a page, or pressing one’s fingers against clay, or typing a line of computer code, or blowing glass and realizing mistake. Or success. With everyone watching. But most importantly, you.

So it dawned upon me how important it is to be a creative. Because it means you have within you infinite capacity to experiment. You are unafraid to go somewhere new because you are creating a new thought process about your own creativity. You know that if you stop and no longer challenge yourself, you cease to be creative. You become still, silent, and the bow no longer connect with the strings and music is not made. And you do not exist. You show you do not have the courage to exist.

Creativity is courage. The world needs more fearless people that can influence all disciplines to challenge their very existence. Creativity is reflection aimed not at yourself, but at the world around you.

John Maeda

07:55 Uhr. Kategorie Design. 2 Antworten.

A HAND HAS COME OUT…

“The best moments in reading are when you come across something– a thought, a feeling, a way of looking at things– that you’d thought special… particular to you. And here it is… set down by someone else, a person you’ve never met. Maybe even someone long dead. And it’s as if a hand has come out… and taken yours.”
Alan Bennett

(via Carroll)

07:52 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

SHIRTS

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00:31 Uhr. Kategorie Photos. Eine Antwort.


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