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GUTEN RUTSCH

2007 endet traumidyllisch am Inselstrand mit endlosen Wolken, endlosem Sandstrand und einer endlos herumtobenden Emma ;-). Wir sind alle gespannt, wie das Feuerwerk hier wohl aussehen wird, und so wie es jetzt schon klingt, wird da gleich gut was losgehen. Bevor wir den WodkaLemon einpacken und zum Strand wandern, um in Richtung 2008 zu kommen, noch einmal einen lieben Rutsch euch allen und ein wunderbar lomographisches Handyphoto mit dazu. Kommt gut ins neue Jahr!

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MATT RUFF: BAD MONKEYS

Matt Ruff ist kein schneller Autor, in fast 20 Jahren hat er gerade einmal fünf Bücher produziert. Bad Monkeys von 2007 ist sein neuestes Buch und – aus meiner Sicht – ein durchwachsenes Vergnügen. Klar ist, dass man bei Ruff nie mit einer Erwartungshaltung in das Buch gehen kann, aber zugleich hätte ich doch aus der Vergangenheit einen komplexeren Plot bevorzugt. Bad Monkeys dreht sich um Jane Charlotte, die im «Department for the final disposition of irredeemable persons» arbeitet, die kurz «Bad Monkeys» genannt werden. Diese ist Teil einer noch größeren und ziemlich allmächtig wirkenden Weltverbesserungs-Clique, zu der neben Good Deeds, Catering und Panopticon auch beispielsweise noch andere Suborganisationen namens «Scary Clowns» gehören. Diese bizarre weltumspannende Organisation kämpft gegen das Böse und dieses wiederum hat sich in «The Troop» organisiert, einer kongruenten Anti-Organisation. Beide Gruppen verfügen über bizarrste Waffen, wie die NC-Gun, die Herz- oder Hirnschlag simulieren kann, X-Drugs, die den Nutzern verdächtig Matrix-artige Fähigkeiten geben, Eyes-Only-Überwachungskamers in faktisch allen Bildern oder Photos, die Augen haben, verborgene Botschaften in Kreuzworträtseln, abgehörte Telefone. Janes Betreuer, heißen alle mit Vornamen Robert und haben symbolträchtige Nachnamen wie Love, Wise oder True und ein paar axtschwingende Clowns tauchen eben auch auf…. Jane begegenet den Bad Monkeys schon als Kind wird aber erst als Erwachsene, nach einer ausgeprägten Sex- und Drogenphase, Mitglied. Mit ihr tauchen wir in die seltsame Welt dieser Organisation und ihrer Jobs ein – und der Job ist schlicht und ergreifen, böse Menschen zu töten.

Klingt absurd? Soll es wohl auch. Denn die Frage, ob diese Abenteuer echt sind oder nur Teil eines monströsen Verdrängungsmechanismus bleibt bis zum Schluss offen. Das Buch ist als Kammerspiel konzipiert, wir begegnen Jane in der Psychiatrie eines Krankenhauses in Las Vegas, wo sie einem Arzt ihre verdrehte Geschichte erzählt. Wann immer Dr. Vale versucht, die Fakten ihrer Geschichte zu überprüfen, rennt er in eine Mauer – angeblich, so Jane, weil die Organisation im Hintergrund ihre Spuren verwischt. Die Geschichte von Jane beginnt noch relativ realistisch, steigert sich aber im Laufe des Buches in immer neue absurde Höhen hinauf, bis sie schließlich ihrer bösen Doppelgängerin begegnet (das Serienklischee schlechthin) und es zum blutigen und explosiven Showdown in einem Casino kommt, das geradezu erschreckend an eine der effektüberladenen Sequenzen aus The Matrix erinnert. Auf dem Weg dorthin erzählt Ruff eine zunächst seltsam linear anmutende Actiongeschichte, die ausgesprochen an Filme wie Matrix oder Serien wie Alias erinnert und für oberflächlich streckenweise sogar naiv und sogar studentisch wirkt.

Oberflächlich. Denn natürlich verbirgt sich unter der platten SF-Action-Story ein ganz anderer Subtext. Im Laufe des Buches hebt Ruff mit erfahrener Hand jegliche Verlässlichkeit von Realität auf, und die Frage, ob Jane wirklich für die Organisation arbeitet, oder für die Gegner, oder ob sie einfach nur eine drogensüchtige Obdachlose ist, die einen Knacks weg hat, seitdem ihre Mutter starb und ihr Bruder von einem Serienkiller entführt wurde, wird immer dichter und dichter ineinander verknotet, in immer neuen Twists, in denen Ruff an den Stangen des Käfigs der Plausibilität rüttelt bis man – ganz wie bei American Psycho – selbst entscheiden muss, was real und was irreal ist. Obwohl Bad Monkeys gemessen an Sewer, Gas & Electric nahezu atemberaubend geradlinig erzählt ist, dreht Ruff doch einen enormen Schraubenzieher in den Kopf des Lesers.

Die Auflösung des Buches stellt einfache Antworten auf den Kopf, weil es sich eben keinesfalls herausstellt, dass Jane einfach nur «irre» ist, sondern wir im Kontext der Realität der Bad-Monkeys-Organisation enden und die «Realität» (Dr. Vale und die Psychiatrie) sich als Illusion herausstellt. Am Ende des Buches – so kann, muss man es aber nicht sehen – ergibt sich Jane also ihrer Phantasie… oder alles, was sie vorher beschrieben hat ist eben einfach wahr. Dieses doppelbödige Spiel betreibt Ruff meisterhaft, aber ich frage mich, ob der man als Leser nicht in die Falle trappt, die Story einfach als eindimensionale (und dann auch klischeebehaftete und dumme) Thriller-Agenten-Suppe abzutun. Das es um mehr geht, ist so subtil verpackt, dass man es schon sehen wollen muss und das will man nur, wenn man Ruff kennt und weiß, dass bei ihm nichts so ist wie es scheint. Das Bad Monkeys mit diesem Aufbau leider etwas an eine alte Folge – ausgerechnet – von Buffy the Vampire Slayer erinnert, in der die Protagonistin in einer Gummizelle ist und di Frage aufkommt, ob all ihre Abenteuer nicht nur eskapistische Wahnvorstellungen waren, ist allerdings etwas enttäuschend.

Dennoch: Bad Monkeys ist sicher nicht Ruffs bestes Buch, aber – unter der Prämisse der Doppel- und Vierfachbödigkeit gelesen – auch absolut kein Fehlschlag. Es ist eine gekonnte Hommage an die trashigeren Bücher von Philip K. Dick oder an Robert Wilson und deren Konflikt zwischen objektiver und subjektiver Realität. Es liest sich enorm schnell (zumal es mit 230 Seiten auch eher ein Leichtgewicht ist), ist süffig geschrieben und hat eine Hauptdarstellerin, die einen einnehmenden Sarkasmus versprüht. Bad Monkeys hat die Qualitäten eines Valiumalptraums, eines surrealen Trips, eine traumhafte Qualität, die einen Bogen von Kafka zu Dick zu Stephenson schlägt und ich glaube, gerade das Day-Glo-Pop-Thriller-Konstrukt, gerade die aus anderen Filmen und Büchern genährte Welt der Organisation, für oder gegen die Jane Charlorte vielleicht arbeitet, ist ein sicheres Indiz dafür, dass es hier eben um mehr geht und man zwischen den Zeilen die Hinweise findet zu der wahren Geschichte. Im Endeffekt hat Ruff so den Zaubertrick geschaft, zwei Bücher zu schreiben. Eine comicartige Story, die sicher SF- und Actionfans anspricht und die sich perfekt für einen B-Movie eignen würde auf der einen Seite, auf der anderen Seite die Geschichte einer Frau, die aus Schuld und Trauer ein abstruses Cocooning betreibt und am Ende im doppelten Sinne ausgelöscht ist.

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TELEFON

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PINSEL

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AL NOSTRADAMUS BUNDY

Das kam gerade von Marc - wer genau bei diesem Screencap aus der ersten Married.. With Children-Staffel (wieso schaust du dir sowas eigentlich an, Marc?) hinsieht, erkennt, das hier als Ersatz der Kreditkarte VISA einfach VISTA verwendet wurde. Aber von Al Bundy zu Microsoft ist ja irgendwie tatsächlich nur ein kleiner Schritt. Das erklärt vieles an WindowsVista, finde ich ;-D.

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BÜRSTE

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PUDEL

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TOURISTIN

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FROHE WEIHNACHTEN

Es ist erstaunlich – und ein Zeitzeichen - von wie vielen Menschen, mit denen man eigentlich recht oft zu tun hat, man keine Postadresse mehr hat. eMails ohne Adresse, IM- und Onlinekontakte, die, wenn man dann eine Adresse braucht, sich plötzlich als ortlos entpuppen. Ich glaube, ich sollte 2008 mal doch die guten alten analogen Adressen sammeln, von den rund 250 Weihnachtskarten sind noch etwa 100 hier, die hätte man doch auch noch so schön verschicken können. Und es gibt reichlich Menschen, deren Adresse ich nicht hatte und gerne einen lieben Gruß geschickt hätte – so sorry also, ich habe einfach nicht für jeden Menschen, den ich mag, immer auch eine Hausnummer und Straße gehabt.

Allen, die unsere kleine Karte nicht erreicht haben, die aber vielleicht trotzdem mal hier schauen: Ich wünsche euch allen ein frohes Weihnachtsfest, seid mit Freunden und Familien und feiert… and please pray for snow. Es hat 2005 das letzte Mal so richtig schön geschneit und ich will mal wieder eingeschneit sein :-D.

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BÜGEL

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1 MORD FÜR 2

Unter dem denkbar dümmsten Titel 1 Mord für 2 (Lies: Eins Mord für Zwei) läuft Sleuth, der neue Film von Starschauspieler und -regisseur Kenneth Branagh in Deutschland an. Wie man von einem im Hinblick auf den Film schon relativ smarten Titel wie Sleuth (Detektiv) zu etwas kommt, was nach Agatha Christie on Bad Acid klingt, ist mir ein Rätsel. Sleuth jedenfalls ist prominent besetzt, in jeder Hinsicht Banagh hat als Drehbuchautor den Nobelpreisträger Harold Pinter gewinnen können, Michael Caine spielt den Thrillerautoren Andrew Wyke (den in der Orignalverfilmung des Theaterstückes 1972 ursprünglich Laurence Olivier spielte) und Jude Law übernahm Caines frühere Rolle des Milo Tindle – übrigens das zweite Mal, das Law in Caines Fußstapfen tritt, in dem partiell wunderbaren Remake von Alfie spielte er bereits die im Original von Caine gegebene Titelrolle. Pinters Drehbuchfassung weicht entscheidend von demOriginal, das in Deutschland als Kleine Morde unter Freunden lief, ab, so dass man kaum noch von einem Remake sprechen kann, eher von einem Remix. Hochkarätig besetzt, mit zwei absoluten Kult-Darstellern, und von einem für Theateradaptionen und dichte atmosphärische Filme berühmt gewordenen Regisseur, getextet von dem Dramatiker für sozialabsurdes Theater – was kann da noch schief gehen?

Anscheinend jede Menge. Es mag an der Eindeutschung liegen, aber das scharfzüngige Katz- und Mausspiel des egozentrischen Erfolgsschriftstellers und des im Laufe des Films zunehmend geistesgestört wirkenden Teilzeitfriseurs wirkt oft steif, hölzern. Die Dialoge wirken eben wie geschrieben, weit entfernt von Sätzen, wie sie echte Menschen sagen würden. Der Text wirkt gläsern und hohl wie die nahezu menschenfeindlich kalte Innenarchitektur von Wyke’s Haus, die einzige Spur der Frau, die zwischen den beiden Männern steht, aber niemals selbst sichtbar wird. Das Haus selbst wird so zum dritten Darsteller, zur metaphorisch-visuellen Klammer des Films. Als lebendiges Bühnenbild des Kammerspiels dienend, schaffen die Security Cameras die einzige Verbindung zur Außenwelt (leider im Film nicht ganz konsent, irritierenderweise gibt es auch normale Außenaufnahmen), das hypermodern volldigitalisiert in kalten blau und kochenden Rottönen flirrt, je nachdem, was die emotionale Ebene der Geschichte verlangt. Tatsächlich ist dieses Motiv ein wenig zu aufdringlich inszeniert, die permanenten Touren durch das Haus wirken angestrengt, das Symbol, dass der jeweils dominante Charakter die Apple-Fernbedienung für das Haus hält, ist vielleicht etwas offensichtlich. Der Stahl-Beton-Look des Hauses, der eher die Anmutung eines High-Tech-Gefängnisses hat und in denen Wyke – Architektur gewordene Hybris – eine Art Mausoleum seiner eigenen Bücher hat, ist an sich vielleicht auch eben ein zu grobmotorischer Hinweis auf die Kälte und Hyperkommerzialität in Wykes Leben. Aber das Branagh nicht mit feinen Werkzeugen arbeitet, wird direkt zu Beginn des Filmes klargestellt, als sich neben Wykes edlen Daimler der Kleinwagen von Tindle gesellt, die beiden Auto Front an Front, das kommende Duell der ungleichen Gegner vorwegnehmend.

Caine und vor allem Law gewinnen dieser Auseinandersetzung, bei der es schon bald so gar nicht mehr um die Frau, die Scheidung und das Geld geht, sondern um den Balztanz zweier verschiedener Männer, schöne Seiten ab. Caines als eitler Fatzke gegebener Bestsellerautor entpuppt sich in den Zwischentönen, in kleinen dezenten Momenten, die Caine fast am Textgerüst von Pinter vorbei präsentiert, mit Blicken, mit kleinen Gesten, mit müden Gesichtsmuskeln, als einsamer alter Mann, dessen Leben in all dem Reichtum den Thrill, den Sinn verloren hat. Es geht nicht um die Frau, es geht um das Spiel, die Rache, die seinem leeren Edeldasein kurz einen Sinn gibt. Es geht darum, Milo Tingle gegenüber seine Potenz zu beweisen. Law, auf der anderen Seite, zeigt in düsterer Komik eine sehenswerte Wandlung vom eher schlecht gespielten Angsthasen über die albern-erschreckende Verwandlung zu Inspektor Doppler (oh, das Wortspiel, das Wortspiel) bis hin zum Psychopathen, der unter der Fassade lauert. Laws Tingle ist irgendwie schmierig, verrockt, das virile Gegenmodell zum erstarrten Cäsaren Wyke. In einzelnen Sequenzen spielen die beiden sich zu furiosen Höhen auf, und Law brilliert im Zweideutigen und Schlüpfrigen am Ende, in Pinters komplett neuen und hochgradig bizarren Finale des Films, das total vom Original abweicht.

Streckenweise gelingt die Dekonstruktion einer an sich eher leichen Komödie, deren dunkle Untertöne hier kreischend an die Oberfläche gezerrt werden, zu einem abstrus überzeichneten Generationen-Machozweikampf, das in einer grell überzeichneten (und etwas aufgepappt wirkenden) homosexuellen Wendung ohne Happy End endet. Pinter skizziert den Endkampf des alten Löwen gegen den jungen Herausforderer, Weisheit vs. Potenz, an dessen Ende der Cäsar siegreich, aber doch als Verlierer auf dem Schlachtfeld zurückbleibt, ein seltsam neongreller Abgesang auf den Chauvinismus.

Branagh bemüht sich um einen fast science-fiction-artig steriles Ambiente, dessen Varilights nicht ohne Grund an eine Theaterbühne erinnern. Das Haus wird zum klaustrophobischen Theaterkasten, und wie modernes Regietheater dekonstruiert der Regisseur den klassischen Stoff eben, teilweise gelungen, überwiegend aber schwerfällig und angestrengt. Herausragende, wunderbar windschiefe Kameraarbeit, ein stimmungsvoller Soundtrack machen das extrem textlastige Stück trotzdem zu einem cinematograhischen Erlebnis. Was ein dröges Schachspiel sein könnte, eine Dialogorgie, wird bilderverliebt animiert. Es ist ein seltsamer Remix, eine gewagte Adaption, und allein dieser Mut ist zu bewundern. Leider gelingt dem Film nicht, eine durchgehende Spannung und Stimmung aufzuhalten, und die Handlung segelt oft am Rande des unfreiwillig Komischen entlang, das Denouement bleibt unbefriedigend. Sleuth ist nicht Komödie, nicht Tragödie und obwohl alle Zutaten – großartige Textdialoge, herausragende Darsteller, Starregie – stimmen, ist das fertige Gericht leider nicht ganz überzeugend.

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TRITTLEITERHOCKER

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MUSEUM 102

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Aufatmen, Freunde. Das letzte Bild aus dem Museum. Wer hätte noch gedacht, dass es jemals enden würde?

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MUSEUM 101

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