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31. August 2007 19:22 Uhr. Kategorie Photos. Keine Antwort.

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17:28 Uhr. Kategorie Photos. Keine Antwort.

RECOIL: SUBHUMAN

Recoil

Alan Wilder ist und bleibt für mich das beste, was es in Sachen Depeche Mode je gab. Als er nach Vince Clarkes Weggang von Depeche (und nach dem zweiten Album, das die Band als Trio produzierte) zu Depeche stieß, entfaltete die Band – vielleicht nicht direkt wegen Alan – ein Interesse an Samplingkultur, an anderen Klängen (in Richtung einer poppigeen Neubauten-Version), an kluger Produktion (Gareth Jones!), die zu grandiosen Singles, einem stellaren Album und einer kurzen, aber kraftvollen Blütezeit der Band führte. Als er 1995 frustriert ging hatte der Prozess der Entwicklung von innovativer Band zum Mega-Stadionfüller längst eingesetzt, der Depeche heute zur Selbstpersiflage macht. Nach seinem Weggang ohne den Studiotüftler Wilder, der selbst innerhalb des Popgenres von Depeche eindeutige Highlights setzen konnte, fest in der Hand der Diven Gore und Gahan, ist die Band heute nur noch ein Stadionfüller, eine Geldmaschine, musikalisch aber unwichtig geworden.

Wilder hingegen hat mit seinem Projekt Recoil - das bereits während Depeche Mode ein Ventil für seine eigenen Ideen war – eine unkommerzielle, entsprechend relativ unerfolgreiche, aber musikalisch extrem spannende Richtung weiterverfolgt, die ihren Zenith in dem unglaublichen Monsteralbum «Liquid» hatte, das als Konzeptalbum ein vielseitiges und lebendiges Meisterwerk darstellte und dem – vielleicht weil Wilder spürte, hier in Sachen grafischen und musikalischen Designs einen Apex erreicht zu haben – lange Zeit nichts folgte.

2007 kommt nun sieben Jahre nach Liquid mit SubHuman ein neues Recoil-Album, das nahtlos an Liquid anknüpft. Bereits auf dem Vorgänger hatte Wilder mit dem Track Jezebel ein Interesse an fast gospelartig anmutendem Blues-Gesang entwickelt, der in Prey ein klares Echo findet, dem acht Minuten langen Openertrack des Albums. Der Bluessänger Joe Richardson, der als Sänger und Gitarrist ordentlich bei der Produktion des Albums mitmischte, Der zweite Track, Alllujah, spiegelt eine zweite Facette des Vorgängeralbums wieder und präsentiert den weichen, fast amorphen Frauengesang von Carla Trevaskis, der auf die epischen, multistrukturellen Beats und satten Streicher der Komposition aufsetzt. Carlas Stimme erinnert frappant an Elisabeth Fraser (Cocteau Twins, This Mortal Coil) und bildet einen soliden Kontrapunkt zu Richardsons erdiger Bluesstimme, die das Album in zwei sehr definitive Stimmungen unterteilt, eine sehr greifbare, reale Stimmung, eine fast traumhaft.  Die dichte kompositorische Arbeit Wilders wird durch Live-Musiker ergänzt (Drums, Bass, Gitarre – gespielt von Joe Richardson, Streicher – gespielt von Alans Lebensgefährtin Hepzibah Sessa) teilweise hat Wilder auch umgekehrt gearbeitet und Richardsons Gitarre/Gesang-Tracks erst nachträglich durch Samples restrukturiert. Das Ergebnis dieser Zusammenarbeit ist im Endeffekt ein sehr typischer Recoil-Sound, der aber schwüler, verschwitzter klingt, die kühle britische Klangarbeit ergänzt durch texanische Blues-Erdigkeit. Die melodischen Vocals und das sehr akustische Flair ergänzen sich zu einer Art Cinemascope-Blues, einem völlig einzigartigen Sound, den bisher auch niemand Wilder nachgemacht hat (zumal er sich nicht gerade für die Charts eignet). Auf seine ganz eigene Art hat Alan Wilder (gemeinsam mit Soundingenieur Paul Kendall)  hier den Breitwand-Flair von Triphop à la Massive Attack umgelenkt, neu erfunden und in seine bisher unbekannte Bahnen gebracht. ElectroBlues ist der vielleicht treffendste Begriff für den flirrenden Wüstensoundtrack, die tief spirituelle Musik, die hier entsteht.

Das SubHuman in vieler Hinsicht – abgesehen vom Artwork – eine Fortsetzung der panoramischen Entwicklung auf «Liquid» ist (die wiederum Unsound Methods fortschrieb), ist nach so langer Zeit seltsam, vielleicht etwas enttäuschend, man hätte vielleicht eine grundsätzlichere Weiterentwicklung erwartet. Alan Wilder ist einer der langsamsten Musiker, die man sich denken kann – die kürzeste Zeit zwischen zwei Alben waren bisher «nur» drei Jahre -, aber die Detailversessenheit ist jeder Sekunde des Albums anzuhören und ich warte lieber sieben Jahre auf ein manisches Puzzle-Meisterwerk als jedes Jahr eine bedeutungslose Massenware vorgesetzt zu bekommen. SubHuman hört man an, dass es ein schwer erkämpftes Opus ist, die Anstrengung überträgt sich beim Hören, der Perfektionismus, der die langen, ruhig treibenden Stücke langsam und bedächtig in immer neue hymnische Höhen peitscht, sonische Bausteine aufeinandersetzt bis der Babelsche Turm schwankend steht, und sei es nur für neun Minuten. SubHuman baut das Oevre von Wilder konsequent weiter aus und setzt einen neuen Standard. Bleibt zu hoffen, dass Wilder sich nich wieder für fünf Jahre aus seinem Studio verschiedet und vielleicht etwas eher ein Nachfolger ins Haus steht.

13:40 Uhr. Kategorie Musik. Keine Antwort.

RABBITS

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EmoRabbits.

09:27 Uhr. Kategorie Photos. 3 Antworten.

IOH

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30. August 2007 19:30 Uhr. Kategorie Photos. Keine Antwort.

BEASTIE BOYS: THE MIX-UP

Hip Hop ist eigentlich die Musik der Instrumentlosen. Geboren in den Ghettos, ist es eigentlich eine Musikstil, der ohne Instrumente auskam, die die Jugendlichen in Harlem einfach nicht hatten und nicht beherrschten. HipHop ist insofern die konsequente Ausdehnung des Punk-Gedanken auf schwarze Soulmusik – die ultimative Ausdrucksform für jene, die nichts haben und nichts können und dennoch kreativ sein wollen. Wie so oft wurde dabei aus der Not eine Kunstform geboren und die HipHop-Künstler kamen auf ihren kruden Tools zur Meisterschaft. Rap ist kein klassischer Gesang, aber heute – Jahrzehnte nach den den ersten HipHop-Tracks – längst eine Art der Vokalperformance, die es zu beherrschen gilt, mit klaren Regeln und Fähigkeiten, und gleiches gilt für die Arbeit am Turntable. Die parasitäre Struktur des HipHop, der nur auf der Vorarbeit anderer Musiker existieren konnte, und früher mit Vinyl, heute mit digitalen Samples Versatzstücke der Popkultur zu neuen Kontexten flechtet, war der Nährboden für eine lebendige, an fast jede andere bestehende Musikrichtung anknüpfende offene Genrestruktur, die den HipHop immer wieder erneuern konnte. Ob Reggae oder NuMetal, Jazz oder Sould… HipHop lässt sich mit fast allem kombinieren.

Insofern mutet es seltsam an, wenn die Elder Gentlemen des HipHop, die Beastie Boys, die von trashigen Partypogo-Shoutern längst zu smarten coolen NY-Ikonen geworden sind, zu den wenigen glaubhaften vertreten eines white-collar Hiphop… wenn ausgerechnet diese drei (hier eigentlich fünf) Herren selbst zu Instrumenten greifen. Ohne Tarnnamen, ohne Vocals, ohne Samples kommen die Beastie Boys hier mit einem Soundgemisch zwischen Doperock und Jazz, einer lässig-verpeilt wirkenden Melange relativ ähnlich gelagerter Songs, die improvisiert und sehr laid back klingen. Akustikbass, Schlagzeug, Gitarre, Rhodes/Farfisa-Keyboards und ein bisschen Percussion wabern wie im Proberaum zusammengerührt, in einem sehr trockenen, sehr live klingenden Sound, mit klaren Wurzeln in den Sixties. Das Ganze ist mitunter etwas drucklos und puschelt etwas beliebig im Hintergrund vor sich hin und der Vorwurf der Altherrenmusik mag einen durch den Kopf blitzen, aber alles in allem wird die Platte mit jedem Hören stärker und erweist sich als mutiger Schritt für eine so etablierte Band. Vielleicht ist es richtig, dass die Beasties in ihrem Alter nicht mehr auf Teufel komm raus Hiphopper sein müssen, sondern sich als Musiker, als Künstler in andere Richtungen ausstrecken – und tatsächlich ist ihre Musik seit jeher von dieser Suche nach neuen Ausdrucksformen geprägt.

The Mix-Up ist sicher kein absolutes Must-Have-Album, aber eine Platte die sich im Plattenschrank doch ausnehmend gut macht und die man – ohne einen Track wirklich als Favoriten nennen zu können – als Ganzes exzellent immer und immer wieder hören kann.

12:30 Uhr. Kategorie Musik. 8 Antworten.

HOWTOONS


Die Howtoons von Saul Griffith, Joost Bonsen and Nick Dragotta sind kleine Comic-Wunderwerke – vielfältig, grell und völlig kickass. Außerdem gibt es ein wunderhübsches Blog.

via newsarama

29. August 2007 22:49 Uhr. Kategorie Online. Keine Antwort.

FASSADE

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21:47 Uhr. Kategorie Photos. Keine Antwort.

DISCO

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Wurden in einem Laden mit DJ-Zubehör verkauft, etwa die Größe von Weihnachtskugeln… das perfekte X-Mas-Geschenk für Marc.

15:23 Uhr. Kategorie Photos. 5 Antworten.

MATRIX II

Nicht der Film, die Schrift. Zuzana Licko hat einen ihrer großen Klassiker, die 1985 veröffentliche Matrix komplett neu entwickelt. Emigre war damals einer der Vorreiter der digitalen Revolution und die Matrix eine für die Ausgabe auf niedrig auflösenden Geräten (sprich Postscript-Bürodruckern) optimierte Schrift, die ursprünglich sogar auf einer Bitmapgestaltung basierte. Minimalistisch gestaltet, wies die Matrix ein Minimum an Bezierkurven auf und hatte trotzdem einen modernen Gestus und wurde prompt ein Klassiker der 80er, wie die Meta, die aus einem ähnlichen Ansatz zu einem ganz anderen ästhetischen Ergebnis gelangte. In den Neunzigern bereits deutlich ausgebaut, lief die Matrix wie ein Lauffeuer um die Welt. Jetzt hat Licko die Matrix vier Monate lang aufwendig überarbeitet, remixed, optimiert und als umfassende Open-Type-Familie veröffentlicht, die sich – weil ästhetisch leicht anders als das Original – Matrix II nennt.

Die Matrix, weil so sehr Kind ihrer Zeit, habe ich lange lange nicht mehr verwendet – wie eben auch die per se neutralere Meta bei mir Alterserscheinungen zeigte und erst durch die ultraleichten Schnitte wieder moderner, zeitgemässer wirkte. Ich bin gespannt, ob der – tatsächlich ja sehr moderate – Remix der Matrix zu einer Renaissance dieses Fonts führen wird.

10:51 Uhr. Kategorie Leben. 3 Antworten.

MOGUL!

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09:57 Uhr. Kategorie Photos. Keine Antwort.

2,7

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28. August 2007 21:58 Uhr. Kategorie Photos. 2 Antworten.

THE PIERCES: THIRTEEN TALES OF LOVE AND REVENGE

In Stockholm saßen eines Abends unter unserem Hotelfenster zwei Mädchen, die zur Gitarre mal gar nicht so schlecht und unter der Bewunderung von immer zahlreicher stehen bleibenden Passanten ziemlich interessant re-interpretierte Classics sangen. Ihnen zur Ehre habe ich prompt am nächsten Tag beim PetSounds-Plattenladen das Album von The Pierces gekauft, neben den etwa 15 anderen CDs, die wir komplett «taub» nur nach Cover geholt haben.

Thirteen Tales ist eine schwerelos poppige Platte, die mal à la Belle and Sebastian fast akustisch runterproduziert ist, dann wieder radiokompatiblen Girlpop mit Schlag in Richtung frühe Cardigans liefert, und auf jeden Fall insgesamt mehr als gut weghörbar. Die amerikanischen Schwestern Allison und Catherine Pierce haben nicht nur die Songs (mit)geschrieben (gemeinsam mit Produzent Roger Greenawalt), sondern auch die herrlich emo-naiven Zeichnungen für das Coverartwork beigesteuert, das genauso sugarbombemilythestrangewickedsweet daherkommt. Warm, charmant, augenzwinkernd und von hypnotischen Harmonien durchwoben, ein bisschen sexy, ein bisschen unschuldig, wirken die von Greenawalt produzierten Songs unmittelbar etwas zeitlos, unschuldige Akustikgitarrenharmonien, die in der Produktion um kluge kleine Melodien, elegante Hooks und unerwartete Instrumente erweitert wurden.

Eine Platte, die zugleich oberflächlich und tiefgründig wirkt, poppig und folky, beim ersten Hören vielleicht allzu Easy Listening, die aber mit jedem weiteren Hören neue Schichten offenbart und Schleier fallen lässt und wunderbare Gegenmelodien und Details aufweist. Ganz zu schweigen von den Texten, die im absoluten Gegensatz zu der mitunter lieblich wirkenden Musik stehen.

13:26 Uhr. Kategorie Musik. 5 Antworten.

FLUGZEUG

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Reiner Glückstreffer.

12:47 Uhr. Kategorie Photos. Keine Antwort.

CULTURE

The pioneering design work of the 1940s and 1950s continues to interest and excite us while work from the intervening years looks more and more dated and irrelevant. Without the benefit of intensive specialized programs, the pioneers of our profession, by necessity, became well-rounded intellectually. Their work draws its power from deep in the culture of their times.

Modern design education, on the other hand, is essentiallyvalue-free: every problem has a purely visual solution that exists outside any cultural context. … Witness the case of a soft-drink manufacturer that pays a respected design firm a lot of money to «update» a classic logo. The product of American desin education rsponds «Clean up an old Logo? You bet,» and goes right to it. In a vacuum that excludes popular as well as high culture, the meaning of the mark in its culture is disregarded. Why not just say no? The option isn’t considered.

Michael Bierut, Seventy-nine Short Essays on Design

12:38 Uhr. Kategorie Design. Keine Antwort.

THE FACE OF OTHER PEOPLE

He pressed his face against the towel, imaging other people, strangers, whose faces had also touched it.

William Gibson, Spook Country

11:56 Uhr. Kategorie Buch. Keine Antwort.

SCHLAUCH

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27. August 2007 23:25 Uhr. Kategorie Photos. Keine Antwort.

T

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Wunderbar seventiesartige U-Bahn-Stelen.

19:34 Uhr. Kategorie Photos. Keine Antwort.

WARREN ELLIS: CROOKED LITTLE VEIN

The plane banked easy, stepped over the cloud deck, and leveled for Columbus, an hour’s run. An older guy in a short-sleeved shirt with bloodstains on the front sat in the aisle seat next to mine. He gave me a secret little smile. «You know», he said. «You know. If you drink whiskey. And I don’t mean a lot of whiskey, just enough to keep the little engines in your head alive. If you drink a bunch of whiskey, you can piss in a cup before you go to sleep. And in the morning all the alcohol will have risen to the surface of the piss. And you can drink it off the top the piss with a straw.» — «I’ll, uhm, I’ll certainly bear that one in mind.» — He made a happy noise and stuck out a big hand with caked blood all over the fingernails. «Excellent. I’m the pilot.»

Wie diese Szene am Ende des achten Kapitels fühlt sich der Erstling von Warren Ellis, längst ein Starautor in der Comic-Szene, insgesamt an: Irgendwie hat man den Witz schon gehört, ganz neu ist das nicht, aber der Ekelgrad ist so wunderbar hochgeschraubt, dass man trotzdem lachen muss. Das Buch beginnt damit, dass eine Ratte in die Kaffeetasse unseres Protagonisten, Michael McGill, pinkelt und die Dinge entwickeln sich von da ab rapide abwärts. McGill, heruntergekommener Detektiv, eine Art postmoderner Marlowe, der im Auftrag des Weissen Hauses ein Buch mit der geheimnisvollen zweiten Constitution der amerikanischen Gründerväter sucht, von dem aus wohl eine Art magische Wirkung ausgeht. Ellis schickt McGill, der Probleme und Perversion anzieht wie ein Magnet, auf eine (recht kurze) Odyssee durch die USA, begleitet von der sehr Warren-Ellis-typischen Assistentin Trix, zwischen der und McGill sich eine dysfunktionale Romanze entspinnt.

Wer Ellis in Comic-Book-Form kennt oder sein Blog verfolgt, wird in diesem Buch seine Standards wiederfinden, die nahezu in Checklisten-Manier abgehakt werden. Da ist der Chief of Staff des Weißen Hauses, der sich als Heroin-Junkie entlarvt, der zugedröhnt im eigenen Kot im Hotelbett liegend Models auf dem Catwalk anschaut, da gibt es Godzilla-Bukkake, Hightech-Gadgets, Taxifahrer mit Charlie-Manson-Tick, homosexuelle Bodybuilder, die ihre Hoden mit Saline aufpumpen, Piratenradiosender, Hotelzimmer, Bars, Restaurants, Sex, Porno, Computernerds, Cybertechiestuff, den unvermeidlichen Crazy Old Rich Motherfucker, inklusive seinem debilen Sohn – immer durchtränkt von Ellis’ blitzschnellem schwarzen Humor, der auch vor derbsten Männerwitz-Niveau nie zurückschreckt.

So gerät Crooked Little Vein zu einem furios schnellen Buch, das sich schnell und witzig liest und den Leser zu fast keinem Zeitpunkt mit Plot belästigt. Der MacGuffin ist im ersten Kapitel etabliert, das romantic interest kurz darauf und ab da geht es nur noch darum, tiefer und tiefer in die Abgründe des Perfiden abzusteigen. Dementsprechend fällt die Auflösung der Story am Ende relativ kurzatmig und flach aus, wie das ganze Buch mit nur 277 großbedruckten Seiten eher wie ein Snack heruntergeht, die Sache hätte getrost länger sein können und mehr Verwicklungen, mehr Handlung haben können als ein reines David-Lynch-meets-the Dark-Brothers-Roadmovie. Aber auch so ist Crooked Little Vein ein absolutes Spassbuch, bei dem Ellis ungeniert alle Klischees des Private-Dick-Genres durchzieht, immer wieder betont, dass die (scheinbare) Perversion nicht mehr Underground, sondern längst der Mainstream ist (wenn es im Internet ist, ist es Mainstream) und sich ansonsten nicht weit von dem bewegt, was er auch in Comicform meist verlässlich abliefert. Das verwundert, weil viele Autoren beim Sprung ins «echte» Literaturgenre ihren Modus Operandi deutlich wechseln, Ellis aber bleibt einfach der Ditrty Old Bastard, den wir kennen und lieben, egal ob auf Foren, in Comicformat oder eben jetzt zwischen Buchdeckeln.

Kein Buch, das man unbedingt als Hardcover haben sollte, aber für alle Ellis-Fans ein Essential. Vein ist nicht einmal wirklich ein Krimi, es gibt keine tatsächliche Handlung im Sinne eines zu lösenden Falls, sondern eher eine metafiktionale Auseinandersetzung, die den Philipp-Marlowe-Mythos fröhlich vergewaltigt, um sich in die Eingeweide der amerikanischen Trash-Kultur zu fressen und sich breit grinsend in den Exkrementen zu suhlen. Macht Spaß, dabei zuzusehen, keine Frage.

16:08 Uhr. Kategorie Buch. Keine Antwort.

CORPORATE CLUSTERFUCK



Jürgen Siebert zeigt gerade drüben im Fontblog das neue «Corporate Design» der Stadt Gera.
Oberbürgermeister Dr. Norbert Vornehm erklärt den unsagbaren gestalterischen Müll, den irgendjemand mit CorelDraw und WordArt produziert zu haben scheint, tatsächlich zum «wichtigen Meilenstein» und verkündet, auch eine Stadtverwaltung brauche eben – wie ein Unternehmen – ein Corporate Design als «wettbewerbsentscheidender Wirtschaftsfaktor».

Mal abgesehen von der Qualität der Realisierung, die an sich bereits unerträglich ist (Arial als «moderne, aber nicht modische» Hausschrift, muahahahaha), wurmt mich diese gesamte dahinterstehende Wahrnehmung von Corporate Design. Denn nein, eine Stadt braucht kein CD. EineStadt braucht Infrastruktur, soziale Netze, schöne Bauten, Cafés, Arbeitsplätze, Kindergärten, Spielplätze, nette Beamte, Waldgebiete, lebendige Kultur, gute Restaurants, möglichst wenig JunkSpace, Einkaufsmöglichkeiten, einen schönen Wochenmarkt, Flair und kreative, gutgelaunte Einwohner. Münster ist auch Münster ohne ein Logo, Hamburg ist auch Hamburg ohne ein Logo, Wien bleibt Wien, egal, welche grafische Marke man dranpappt. Essen würde nicht schicker mit einem neuen Design ;-D. Ein guter Auftritt macht eine gute Stadt sicher etwas sympathischer, aber eine Stadt – auch wenn es sicher (siehe den entsprechenden Second-City-Bericht im Spiegel letzter Woche) eine Konkurrenz der Städte um Einwohner, Firmen, Prestige und Steuern gibt – wird nicht allein durch ein «Corporate Design» besser oder sonst irgend etwas. Design kann nicht zaubern. Ein Bäcker braucht kein Corporate Design, sondern gute Brötchen und ein nettes Lächeln. Es ist etwas irritierend, wenn eine Stadt papageienhaft eine längst verstaubte Weisheit nachbetet, die die Industrie, deren kommerzielle Logik hier ohne Sinn und Verstand nachgeäfft wird, selbst längst abgelegt hat – wirklich gute Unternehmen hängen der starren CI/CD-Lehre beiweitem nicht mehr so verbiestert an wie Gera es hier vorlebt, sondern praktizieren flexible, offene, dynamische Lösungen. Das ist in etwa so seltsam wie die Tatsache, dass Discounter und Supermärkte sich in letzter Zeit mit neuem Look aufpeppen wollen – «Design» ist auf dem langen Marsch durch die Instanzen anscheinend inzwischen am Arsch der Welt angekommen und jetzt wird der letzte Dreck noch aufgehübscht. Irgendeiner machts ja immer.

Nichts gegen ein konsequentes Städtemarketing, nichts gegen eng eingebundene Design-Maßnahmen in diesem Kontext. Design ist eins der besten Change-Management-Tools schlechthin, wenn der Designer mehr macht als nur irgendeine Scheiße golden anzupinseln. Jeder Designer, der sein Geld wert ist, wird weniger auf einem neuen Logo und Briefpapier und … aaaaaabsurd.. Baustellenschildern herumreiten als auf dem, was uns Designer wirklich interessiert: Das große Ganze, die Qualität, die Machbarkeit, die erreichbaren Ziele. Erst die Sache, dann die Gestallung.

So zeigt sich an der größten Stadt in Thüringen die Misere von Design als Oberflächenlackierung, unter der noch Rost steckt, der dann deutlich erkennbare Blasen wirft. Das Problem ist ja nicht das selbstgestrickt wirkende Logo, das gruselige Designmanual (auch so ein totes Werkzeug… wer macht sowas heute noch ernsthaft? Wer braucht Maßketten an Briefpapier, wenn es Word-Templates und Server dafür gibt?), das Problem ist die Gebrauchtwagenhändlerdenke, bei der Gestaltung nicht mehr als Konkretisierung eines Denkens und Handelns, als Visualisierung des Seins, als Abbildung eines Wollens, verstanden wird – sondern als Nebelschwade, als Deckmantel, als Potemkinsches Dorf. Design ist aber mehr als CorelDraw  – Design ist eine Art des Denkens.

14:10 Uhr. Kategorie Design. 11 Antworten.

Decke

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Tatsächlich die Decke eines Ladengeschäftes.

08:09 Uhr. Kategorie Photos. 2 Antworten.

HOSENTRÄGERMANN

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Ich mochte alles an diesem Mann. Wie er seine Handtasche trägt, als sei sie ein Hündchen, das er unterm Arm hat. Die Art, wie die Hosenträger achtlos hinten auch den Gürtelhalter gesetzt sind. Die Falten am Hintern, der zu kleine Oberkörper. Du ahnst, das unter den zu weit schlabbernden Kleidern, die zugleich so mediteran lässig wirken, ein unscheinbarer, etwas faltiger, etwas speckiger Mann steckt, ein Bürokrat wie aus einem Kafka-Roman, ein Nicolas Sarkozy.

26. August 2007 22:34 Uhr. Kategorie Photos. 2 Antworten.

HARRY POTTER AND THE DEATHLY HALLOWS

Harry Potter and the Deathly Hallows

Achtung: Lang und voller Spoiler :-D.

Das Problem an Harry Potter ist sein eigener Erfolg. Nicht nur, weil JK Rowling seit dem Verkauf der Potter-Franchise (und nichts anderes ist es ja) an Warner mehr und mehr unter Druck zu arbeiten scheint, sogar in ihren Büchern zunehmend an die Verfilmung zu denken scheint, nicht mehr frei drauflosarbeitet – sondern vor allem wahrscheinlich, weil sich bei mir selbst als Rezipient die Erwartungen verschoben haben. Als ich den ersten Potter-Band las (weil Sandra mir sofort nach Lesen der ersten deutschen Carlsen-Ausgabe das britische Paperback in die Hand gab), habe ich es als Kinder-/Jugend-Buch gelesen. Plotungereimtheiten, die Mangelnde sprachliche Individualität vieler Figuren, die aus Erwachsenensicht eher banale Handlung… wen schert das bei einem Kinderbuch, das überraschend lustig verschiedene Genre mixt, ein bisschen Fantasy liefert, ein bisschen britischen Internatsroman, das hübsche kleine Spannungsbogen hat und einen sympathischen, leicht gebrochenen Helden bietet? Ich habe die ersten drei Potter gelesen, wie man Schloss Schreckenstein, Monitor oder Fünf Freude lesen würde. Der Megaerfolg und der selbsterklärte Anspruch der Autorin, mit jedem weiteren Buch erwachsener zu werden (so dass sich Band Sieben faktisch an 17/18-jährige wendet) sorgen aber natürlich für eine veränderte Perspektive – zumal Rowling selbst in Band 4 einen qualitativen Sprung vollzieht den sie in 5, 6 und 7 weitgehend wieder zurücknimmt. Goblet of Fire war – relativ zu den vorangegangenen drei Bänden – der Sprung von episodenhaft wirkenden Geschichten zum Versprechen einer durchgehenden Narration, zur «Saga». Entsprechend war ich bereits von Order und Halfblood etwas enttäuscht, die dieses Versprechen nicht wirklich einlösen und den «Bürgerkrieg» zwischen weißer und schwarzer Magie fast an den Rand der Handlung zwängen. Band 5 und 6 wirken einfach vorsichtig, ausgebrems, als habe sich Rowling selbst über Band 4 erschrocken.

Es gibt insofern in meiner Phantasie eine Art Potter-Paralleluniversum, in dem die letzten drei Bände stringenter dem vierten Buch folgen. Im fünften hätte Voldemort die Macht übernommen, der gesamte sechste Band hätte in einer von den siegreichen Death Eaters dominierten kryptofaschistoiden Welt gespielt, die dem Lesealter der Potterfans entsprechend bereits ordentlich düster hätte ausfallen dürfen (man denke an den ersten Tripods-Band von John Christopher – und der ist von 1967) und im siebten Band dann das Wagneresk bombastische Finale, Gut gegen Böse, große Opfer, furchtbare Verluste und in letzter Sekunde dann doch der bittersüße Sieg über die tyrannischen Magier.

Statt dessen dümpelten Band 5 und 6 vor sich hin, der Tod von Sirius und vor allem der von Dumbledore wirkten so unüberzeugend, dass ich nach Band 6 sicher war, dass Albus wiederkommen könnte, weil es ein eindeutiges Hintertürchen gab. Und im siebten Band gibt es dann ein seltsames Gemisch aus abrupter Hektik und seltsamen Stillstand. So, als würde die Handlung von drei Büchern in eins gestopft, dies aber so kurzatmig, dass das verbleibende Vakuum in dem – ja nicht allzudicken Band – mit Zeltplatzabenteuern und sinnlosen Wiederholungen von «Ron/Hermione/Harry streiten sich» aufgefüllt werden muss.

Deathly Hallows ist insofern ein seltsames Buch, finde ich. Die wenigen Figuren, die Rowling über die Klinge springen lässt – und man verzeihe mir, zu einem epischen literarischen Konflikt gehören aus meiner Sicht echte, schmerzhafte Opfer – sind mir reichlich egal gewesen, zumal die meisten Tode Offscreen stattfinden. Den Tod von Auror MadEye Moody kriegen wir nie zu sehen, die emotionale Wirkung ist gleich Null. Hedwig stirbt, nachdem sie in Band Sieben zuvor absolut untätig war… weil Harry selbst sie fallen lässt??? Noch unbewegender als dieses «Hoppla» geht es wohl kaum.

Der letzte Band ist freilich dabei durchaus insgesamt weniger langweilig als die beiden vorangegangenen Bücher, allein schon, weil es endlich ein paar Antworten und finale Entwicklungen gibt, was natürlich befreiend wirkt. Rowling bringt die Fänden der vorangegangenen sechs Bände – soweit ich das beurteilen kann – recht solide zusammen, schiebt alle wichtigen Kulissen und Protagonisten der Potter-Saga noch einmal ins Bild, liefert tränenreichen Kitsch und durchaus spannende Action. Gerade am Ende gibt die zweitreichste Britin der Welt so ordentlich Gas, das der Tod von Voldemort – auf den wir immerhin sieben Bücher lang hingefiebert haben – in einem Absatz abgefrühstückt ist. Das Dénouement gerät ihr dabei zu einer komplizierten und kopflastigen Antiklimax, bei der man schon beim Lesen ahnt, dass die Verfilmung des siebten Bandes die langatmigen Erklärungen mit reichlich Trickeffekten übertünchen wird. Das am Ende Rowlings Voldemort zum arroganten Dummbeutel machen muss, der von Magie im Grunde keine Ahnung hat, ist etwas unglücklich… immer schlecht wenn der große Bösewicht schlagartig zur Dumpfbacke mutiert, damit ein Kind ihn besiegen kann.

Rowling schreibt den finalen Band – vielleicht unbewusst – bereits mit Füllstoff, den man im Film getrost weglassen kann, verlustfrei, und mit großen spektakulären Effektsequenzen, die absolut für die Leinwand gemacht sind. Am Ende ist Harry auf eine so eindimensionale Art und Weise der Held, dass es etwas traurig macht. Der Harry Potter der ersten Bände war keine einfache Figur, der Potter der letzten Bände hatte nur noch zwei Facetten: Angenervter Emoboy-Warrior und großer Gutmensch. Damit hat Rowling die simplifizierte, weltweit vermarktbare, einfach konsumierbare Ikone McPotter, die Warner Brothers in den Filmen zeigt, in ihre Bücher übernommen.

Auch er Epilog des Buches – 19 Jahre später – ist eine kommerzielle Plattform. Im Grunde liest sich das Ende wie ein Pitch für eine Buch/Comic/TV-Serie mit dem Titel Hogwarts. Die Abenteuer der Kinder von Potter, Malfoy, Ron und Hermione können dann – befreit vom Ballast der Voldemort-Saga – eine einfachere, für junge Konsumenten gestrickte episodenhafte Abenteuer erleben, die sich (analog zu Band Eins der Potterbände) um Magie, Hogwarts, Beziehungen und einfache Bösewichte drehen. Das Ende eröffnet ganz neue Franchise-Möglichkeiten, die den Potter-Kosmos nicht – wie von Rowling angekündigt – beschließen, sondern im Gegenteil ganz neue Vermarktungsmöglichkeiten bieten, in denen ohne die Autorin selbst mit den etablierten Figuren weiter gearbeitet werden kann. Wofür JKR natürlich stattliche Royalities erhielte. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Das Problem an Potter ist also der Erfolg. Vielleicht, weil man – ich zumindest – das Buch nicht mehr lesen kann, ohne die Marketingmaschine vor Augen zu haben, die echte Welt so in Harry Potters magisches Universum hinein gedrungen ist, dass die Unschuld verloren ist. Am Ende bleibt die Dissonanz zwischen dem unglaublichen globalen Erfolg der Marke Potter und dem daran gemessen eigentlich enttäuschenden tatsächlichen Content. Insofern ist Potter wie alle großen Fetisch-Marken: Mehr Schein als Sein.

Was rückblickend bleibt ist der grandiose Spaß an dem Grassroots-Hype, den es um Harry Potter so um den zweiten, dritten und vierten Band herum gegeben hat, als aus einem unbekannten Kinderbuch plötzlich ein aus der Leserschaft heranwachsendes Phänomen wurde. Als Verlage noch von unerhörten Auflagen überrascht wurden, als Buchhandlungen spontan Parties mit den kleinen Fans veranstalteten, als es noch keinen global gleichgeschalteten durchdesignten Look&Feel der Marke gab, vom Logo bis zur Brille. Für dieses Feeling von Euphorie und Spaß am Buch – ein letztes Aufbäumen der Gutenberg-Kultur vielleicht – muss man Rowling und ihrem Harry Potter dankbar sein. Denn hier zeigt sich nicht nur, was ein bescheidenes Medium wie das Buch in der Leserschaft auszulösen vermag, welche Kraft in Papier und Buchstaben steckt und wie aktiv und phantasievoll die jungen Leser sind… es offenbart sich vor allem, wiviel vielschichtiger, facettierter und kraftvoller das Buch als Medium ist und wie sehr die Figur durch die vereinfachende Verfilmung (und noch stärker zur Eindimensionalität zwingende Kommerzialisierung) gelitten hat. Es ist eine seltsam beruhigende Bestätigung, wenn auch am konkreten Beispiel der verfallenden Qualität der Potter-Bücher vielleicht etwas traurig, dass das Buch als Erzählform unerreichte Subtilität und Authentizität hat.

18:42 Uhr. Kategorie Buch. 27 Antworten.

EL

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16:01 Uhr. Kategorie Photos. Keine Antwort.

SCHLOSS

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09:37 Uhr. Kategorie Photos. Keine Antwort.

HUCKEPACK

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25. August 2007 20:58 Uhr. Kategorie Photos. Keine Antwort.

MODERN ART = TRANQUILIZER

In Arztkliniken fällt mir immer auf, wie identisch die Einrichtung ist. Abgesehen von den Praxisräumen, die einfach ungepflegt und alt sind, ist in modernen Räumlichkeiten nahezu immer die absolut gleiche weiße Strukturtapete vorhanden, ein Hang zu hellen Hölzern, gefrostetem Glas und etwas Metall – alles sieht aus wie ein Shopping Interieur von vor 15 Jahren. Und nach einer Weile nimmt man fast keine Unterschiede mehr wahr zwischen den einzelnen Ärzten, nicht zuletzt weil fast ausnahmslos gleiche bis ähnliche Bilder an den Wänden hängen. Gesichtslose pseudomoderne Kunst, amorphe, aussagefreie und vor allem absolut motivlose Wischiwaschigemälde, die bar jeder Aussage zur Wanddekoration degradiert sind. So wie in Krankenhäusern gerne Drucke moderner Künstler hängen, sammeln sich in den Praxen zunehmend diese Fließbandbilder, die man ganz offensichtlich en bloc bei eBay kaufen kann. Es scheint, als solle, ganz anders als von der modernen Kunstbewegung ursprünglich gewollt und geplant, das snnfreie Wirbeln von Farben nicht zu Kontemplation und Anregung einladen, sondern einfach beruhigen, wie eine Art visuelles Valium.

Wie kommt das? Verpassen die Ärzte – durchaus Leute, die von Einkommen und Status mehr Möglichkeiten hätten – so nicht die Chance, ihre Räumlichkeiten und Wartezimmer zu Orten von Kommunikation zu machen? Warum nicht Werke lokaler Künstler – also echte Kunst – featuren? Liegt es daran, dass eBay-Einweggemälde so verzückend günstig sind (ich meine, 99 Euro für 2 Meter Bild… das ist schon verlockend) oder sind die Inhaber selbst nicht kunstversiert oder interessiert, hängen Artwork also nur aus Alibigründen auf? Ist es der Wunsch nach Neutralität, Sterilität, Professionalität? Warum gibt es einen «Look» bei Ärzten, wenn doch jeder Arzt eher seine Individualität, seine eigenen Vorlieben im Raum dokumentieren könnte… wie anders lassen sich seine Qualitäten als Mediziner ad hoc ablesen, als in der Liebe zum Detail und der Individualität der Räumlichkeiten, in denen er Tag für Tag arbeitet? Irgendwas stimmt für mich nicht mit dieser «Blandness» der Praxen. Es beunruhigt mich etwas, wenn ich jenseits von schäbig/veraltet und modern/sachlich keine weiteren Kriterien in der Einrichtung habe, die den Menschen hinter dem Kittel sichtbar machen, dem ich meine Gesundheit anvertraue. Dabei haben wir derart viele Ärzte, die zudem fachlich nicht selten für den Laien zunächst substituierbar wirken, dass eine Qualitätsplazierung qua Design – Auftritt, Einrichtung, Website, Mitarbeiteroutfits, Umgangsformen und und und… mehr als sinnvoll wäre, um sich schnell aus der «weißen» Masse hervorzuheben. Und damit meine ich keine Werbung per se, sondern einfach Mut zum eigenen Weg. Und sei es nur bei der Wahl der Tapete, der Stühle, der Bilder und Topfblumen —

15:51 Uhr. Kategorie Stuff. 3 Antworten.

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Rick Poynor
hat Recht: nahezu alle Modemagazine für Frauen sehen identisch aus – Frauen (Gesicht oder Oberkörper), die mit leicht geöffnetem oder lächelnden Mund direkt aus dem Cover zum Betrachter schauen. Die Variation beschränkt sich auf das Aussehen des Models an sich, nicht auf die photographische Inszenierung, die stets identisch ist, auch was den Stil des Photos angeht: Farben, Retusche, Körnigkeit. Um das Photo herum, wie plagende Insekten, das Model fast erstickend, reißerische Marktschreiersätze, meist in vielfarbiger serifenloser Typographie, die Gewichtsverlust, besseren Sex und den perfekten Mann (oder den Weg zum gleichen) anpreisen. Cosmopolitan, Vogue, Brigitte – es ist kein Unterschied zu erkennen. Als großer Bewunderer der bahnbrechenden Arbeit von Alexei Brodovitch, der gezeigt hat, wie dynamisch, kinetisch und lebendig Typographie und Photo zusammenkommen, dass das reine Zusammenstellen von Bild und Text eine hohe Kunst sein kann und dessen Coverentwürfe bis heute größtenteils frisch und inspiriert wirken… bin ich von der Ideenlosigkeit, Plattheit und geistigen Leere der heutigen Magzincover entsetzt. Die Marketinggruppen der Zeitschriften glauben, dass dies der CoverLook ist, den die Leute wollen, der sich verkauft – aber ich bin nicht sicher, dass es einem Magazin hilft, wenn ich auf einem fünf Meter langem Regal mit Zeitschriften keine einzige klar erkennen kann, wenn alle «Marken» zu einem Gesamtmatsch zerfließen. Die Gleichmacherei, das Abkupfern, die Langeweile ist absolut unerträglich. Im Grunde sehr bezeichnend für unsere Gesellschaft: Es ist gleichzeitig zuviel und doch zuwenig. Eine Flut von Bildern, und kein einziges berührt dich.

08:25 Uhr. Kategorie Photos. 12 Antworten.

RAUCHEN

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24. August 2007 21:41 Uhr. Kategorie Photos. Keine Antwort.

LICHT

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20:12 Uhr. Kategorie Photos. Keine Antwort.

NACHT

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23. August 2007 23:37 Uhr. Kategorie Photos. Keine Antwort.

W/MEEKDAY

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Ob es kein W mehr gab? Ist es Absicht? Jedenfalls eindeutig ein M als W hier.

18:26 Uhr. Kategorie Photos. Keine Antwort.

SCHMETTERLINGE

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08:54 Uhr. Kategorie Photos. Keine Antwort.

BUSSE

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Alle Busse blau und rot, finde ich wunderbar.

22. August 2007 22:57 Uhr. Kategorie Photos. Keine Antwort.

LAST LOVERS STANDING

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Schild an einer Brücke…

09:44 Uhr. Kategorie Photos. 11 Antworten.

AGITPROP ÀLA ALABAMA

In den 60ern publizierte «Little Judge» George Wallace, der für die Rassentrennung – «heute morgen und für immer» – und massiv gegen die Bewegung für die Gleichberechtigung Farbiger (NAACP) war, dieses Comic als Wahlkampfwerbung für den Posten des Governors von Alabama- simpel, eindimensional, direkt in die Köpfe der Jugendlichen und der Unterschicht, den kleinsten gemeinsamen Nenner. ein schönes Beispiel für die Stimmung des weissen Mainstream in den Südstaaten der sechziger Jahre, als der Mississippi in Flammen stand. Auf den ersten Blick denkt man, wir sind seit dem weit gekommen… bis man so so etwas hier sieht. Kein so großer Unterschied.

Scans von Ethan Persoff
via NewsaramaBlog

21. August 2007 21:39 Uhr. Kategorie Stuff. 3 Antworten.

SCHIENEN

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21:14 Uhr. Kategorie Photos. Keine Antwort.

STEPHEN WRIGHT: GOING NATIVE

So verwirrend, lasziv-sexy und zugleich abstoßend wie das Cover ist Stephen Wrights Roman Going Native, in dem der Durchschnitts-Ehemann Wylie Jones aus seiner typisch amerikanischen BBQ-Ehe verschwindet, einen Galaxie 500 stiehlt und wie ein Geist durch rauschhafte Episoden des American Nightmares driftet. Vom Start weg ist jeder Satz wie ein Skalpellschnitt, sauber kalkuliert, meisterhaft durchgeführt, jedes Detail, jedes Wort Gramm für Gramm abgewogen. Wright führt uns elegant und federleicht durch die große Mythologie Amerikas wie durch ein Freakkabinett. Vom Alptraum der Vororte zu Crackjunkies, zum Mythos Hitchhiker-Killer, einen Blick in White-Trash-Motels, in die bizarre Welt der Pornofilm-Produzenten, kurz zu einem Lesbenpaar in einer Wedding Chapel in Las Vegas, im längsten Kapitel – Night of the Long Pigs – bis nach Borneo und zurück in die chromblitzende Einöde einer Neureichenvilla in Los Angeles und schließlich endet Wylie – full circle – bei einer neuen Flucht, die diesmal endgültiger Natur ist. Wrights Figuren sind Loser mit großen Hollywood-Träumen, den American Dream im Kopf, Psychopathen, Freaks, urbane Karrieristen – und der Protagonist des Buches bleibt für uns wie ein Schatten, fast unsichtbar, unter immer neuen Namen, gesichtslos, ein Phantom, das in manchen Kapiteln kaum wahrnehmbar ist, in anderen beinahe beiläufig das Leben der Hauptfiguren dieses Kapitels schlagartig ändert oder beendet. So wird Going Native zu einem halluzinatorischen Episodenroman, zu einer Art postmoderner Anthologie von beiläufigen Kurzgeschichten, die bis hinab zur Stilistik jewells hoch unterschiedlich ausfallen, aber doch durch eine gemeinsame Melodie, ein Thema verbunden sind. Wie eine Art Raymond Carver auf LSD seziert Wright das subkutane soziopathische Gewebe der amerikanischen Seele, jeder Dialog, jede Beschreibung ein subtiler, zugleich grotesk tiefer Schnitt in die dünne Haut der Zivilisation, in die Risse und Dichotomien des westlichen Lifestyles. Dabei niemals offensichtlich, niemals smart-ass, niemals zu clever, immer dicht, sparsam und authentisch in der Wahl seiner Mittel – bis du beim Lesen fast darum bettelst, dass Wright aufhört, weil man so viel Wucht, so viel Brillanz nicht verträgt in so hoher Dichte. Going Native ist das Buch, das Bret Easton Ellis in seinen Träumen gern geschrieben hätte und mit American Psycho fast erreicht hat – nur, das Wright die Wucht von American Psycho hier in einem Kapitel verlustfrei abgearbeitet hätte. Verwirrend, verstörend, echt, erotisch, böse, geschmacklos, dabei wunderbar komisch und auch nach 13 Jahren akut. Der Selbsterfahrungstrip des Hollywood-Paares in Night of the Long Pigs klingt so aktuell, so Brad-and-Angelina, so JETZT…. surreal. Dieses vorletzte Kapitel dieser bizarren Odyssee , das vielleicht seltsamste im Buch, eine lange, kafkaeske, beklemmende Kurvenfahrt, die zu einem furiosen und wunderbar sardonischen Schlusspunkt führt, endet ebenso subtil, leise und grausam wie viele andere Szenen in diesem Buch – niemals wurde ein Serientäter so unsichtbar, so schattenhaft indirekt beschrieben.

Wrights Bücher widmen sich den unterschiedlichsten Themen – Vietnam, der Bürgerkrieg in den USA, UFO-Kult, und die zahlreichen Einflüsse für diese morbide Road Novel und seine literarischen Inspirationen sind deutlich greifbar, aber niemals eindimensional, niemals billig, der Mann steht auf den Schultern von Giganten und greift höher. Mit hyperrealistischer Schärfe und surrealer Grellheit zugleich kombiniert Wright Themen und literarische Qualität scheinbar unvereinbarer Autoren und Genres und bringt all diese Zutaten zu etwas zusammen, was nur selten gelingt: Ein atemberauben brillant geschriebenes (und zugleich leider kommerziell absolut erfolgloses), wuchtiges Meisterwerk, das sich an Drogen, Sex und Gewalt und der Leere des modernen Daseins mit unerbittlicher Eleganz und dekonstruktiver Urgewalt abarbeitet und dich wie jede gute Achterbahnfahrt müde aber absolut glücklich zurücklässt.

13:53 Uhr. Kategorie Buch. Keine Antwort.

RHEIN

Die Nil-Heimatedition macht aus dem ägyptischen Namensgebergewässer einen lokalen Fluss. Schöne Idee, die zeigt, wie stark der weißblaue minimalistische Auftritt von Nil visuell ist, dass die Marke sich wagt, ohne eigenen Namen auf der Packungsfront daherzukommen. Während andere Zigarettenmarken der B-Kategorie visuell zusehends einen Brei ergeben und kaum unterscheidbar sind, bleibt Nil in zeitloser Simplicity wiedererkennbar, auch wenn Rhein drauf steht.  Das Ergebnis ist ein schöner Insidergag für die Zielgruppe der Marke. Neben den Lucky Strikes sicher die am besten vermarketete Zigarettenmarken am deutschen Markt. Was mir als Nichtraucher ja denkbar egal ist, aber dennoch: Nil ist der Beweis, das ein konsequentes Weniger unbedingt eben auch mehr sein kann. Schade ist allerdings die eher wenig gelungene Typographie des Beipackzettels, der die ganze Heimataktion erklärt.

10:04 Uhr. Kategorie Design. Keine Antwort.

FAHNEN 2

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08:27 Uhr. Kategorie Photos. Keine Antwort.

MÄDCHEN 2

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Ich mag, wie die Brücke im Hintergrund wie ein Boxring um die beiden aussieht. Und den giftigen Blick in die Kamera.

20. August 2007 21:38 Uhr. Kategorie Photos. 2 Antworten.

FREAKONOMICS

Steven Levitt ist ein Ökonom der etwas anderen Art. Nicht nur, weil er zugibt, mit Zahlen etwas Probleme zu haben, sondern vor allem er sich recht wenig für volkswirtschaftliche Kennziffern oder den Aktienmarkt interessiert. Levitt scheint sich mehr für die seltsamsten, eklektischsten Fragen zu interessieren, denen er sich dann mit dem Werkzeugen seiner Zunft nähert. Und arbeitet so wie eine Art Detektiv in den absurdesten Fällen und entdeckt, das die Höhe von Wahlkampfbudgets eben nicht die Wahrscheinlichkeit eines Wahlsieges bestimmt, sondern umgekehrt, dass die Gesamthöhe eines aller Wahlkampfausgaben etwa der Summe entspricht, die Amerikaner im Jahr für Kaugummi ausgeben. Levitt entdeckt, das Qualitätsmaßnahmen in den Schulen die Lehrer zum Schummeln veranlasst haben und wie man ihnen auf die Schliche kommt, warum Sumo-Ringer betrügen, warum Immobilienmakler beim Verkauf ihrer eigenen mehr Geld herausschlagen als für «normale» Häuser, er legt den geheimen Code von Immobilienmaklern offen, er stellt fest dass der moderne Rassismus in amerikanischen TV-Shows sich gegen Latinos und Alte wendet, worüber Leute bei Online-Date-Diensten am meisten Lügen. Er fragt sich, warum Crack-Dealer noch so oft bei ihrer Mama leben, wenn der Job angeblich so viel Geld einbringt, und inwieweit das Drogenbusiness genauso funktioniert wie jede andere Unternehmung auch – insbesondere wie die Einführung von Nylonstrumpfhosen durch DuPont im Zweiten Weltkrieg. Er schaut sich den prophezeiten Kriminalitätsboom in den Neunzigern an – und dessen komplettes Ausbleiben und fragt sich, ob das Herabsinken der Kriminalitätsrate in den Vereinigten Staaten wirklich an schärferen Gesetzen und mehr Gefängnissen lag – oder vielleicht doch daran, dass Jahrzehnte zuvor eine liberalere Abtreibungsgesetzgebung dafür gesorgt hat, dass weniger unerwünschte Unterschicht-Kinder zur Welt kommen. Beim Thema Erziehung angekommen, stellt Levitt fest, dass ein Swimming Pool für ein Kind im Garten gefährlicher ist als eine Pistole im Haus, warum Kindersitze Quatsch sind, was Eltern ihren Kindern wirklich für Erfolg im Leben mitgeben kann und widmet ein – etwas langes – Kapitel auf die Relation von Schulerfolg, Elternbildung und Namenstrends in den USA.

Das alles ist vom Reporter Stephen Dubner für Freakonomics in eine federleichte, unterhaltsame Form gegossen, die aus der nüchternen Zahlenmaterie eine erhellende, vor allem aber absolut lustige, kurzweilige und schnell wegzulesende Form von Infotainment macht, die nach dem Lesen des Buches zwar wenig hinterlässt, aber währenddessen Suchteffekt hat. Ergänzt durch Dubners Artikel über Levitt in der NY Times, Kolumnen der beiden Autoren in der gleichen Zeitung und Blog-Artikel, wird nicht nur eine andere Möglichkeit offenbar, sozioökonomisch zu denken, nämlich sprunghaft, an der Realität orientiert und durchaus mit Hang zum Kruden, sondern auch das Phänomen Freakonomics, das ja nicht umsonst eine ganze Flut ähnlich gelagerter Bücher nach sich zog. Das zum einen sicher, weil die schnelle, etwas oberflächliche Erklärung von Welt anhand ökonomischer Kennwerte sich einfach schnurrig mit hohem Unterhaltungsfaktor wegliest und man trotzdem das Gefühl hat, was gelernt zu haben, zum anderen vielleicht, weil die Gesellschaft hier einen greifbaren Zugang zu einer ansonsten verschlossenen akademischen Spezialwelt gewinnt, die in der Uni realitätsfern wirkt und deren Anwendung in der Berufs- und Finanzwelt zunehmend eher mit Arbeitsplatzverlust und Börsencrash assoziiert wird. Levitts Trick ist, der Wirtschaftswissenschaft ein humanes, freundliches Antlitz zurückzugeben und alltägliche – banale, ehrlich gesagt, mitunter abstruse – Probleme in den Fokus zu rücken. Der Schritt raus aus dem Elfenbeinturm – plus ein paar Marketing-Gags, zugegeben – reicht anscheinend, um beim Publikum, das ja nach konsumierbaren Antworten, nach Navigation sucht, zum Erfolg zu werden, wie auch das ziemlich gut frequentierte Blog und der bevorstehende zweite Band dokumentieren. Das ist insofern recht interessant, als dass in Deutschland auch die eigentlich aus der Mitte der Gesellschaft kommenden Wissenschaften sich alle Mühe geben, akademischer zu werden, abstrakter, unverständlicher, verkopfter. Computersimulationen, Statistiken, Formeln, Fachsprache… immer auf Distanz zur Wirklichkeit. Vielleicht sollten sich andere Wissenschaften eine Scheibe von Levitt abschneiden…

09:33 Uhr. Kategorie Buch. Keine Antwort.

Brücke

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08:36 Uhr. Kategorie Photos. Keine Antwort.

POP

Popmusik ist die Literatur unserer Zeit. Natürlich ist vieles davon trivial, aber vieles eben nicht, und es regt mich auf, dass man das nicht auseinanderhält. Dank der Popmusik kann man im Hier und Jetzt leben, sie ist der Soundtrack der modernen Welt.

Peter Saville bei Spiegel Online.

19. August 2007 22:38 Uhr. Kategorie Design. Keine Antwort.

EIMER

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Wieder rotgelbblau.

21:47 Uhr. Kategorie Photos. Keine Antwort.

JONATHAN CARROLL: SLEEPING IN FLAME

Sleeping in Flame ist von Ende der Achtziger, und gehört in den Zyklus von Carrolls Büchern, die sich fast nahtlos zusammenfügen. Hier werden zum Teil erstmals Figuren eingeführt, die in späteren Büchern immer und immer wieder auftauchen, der Tod von Venasque findet zum Beispiel hier und in Outside the Dog Museum statt, oder Phil Strayhorn aus Child across the Sky und Ingram York aus Black Cocktail werden eingeführt, es gibt eine deutliche Verbindung zu Bones of the Moon und so weiter. Wie so oft wendet Carroll hier einen Trick des Pulp-Schriftstelers Stephen King ins Literarische und schafft sich in seinen Romanen ein gemeinsames Universum für seinen Magic Realism. Nachdem ich Sleeping in Flame bereits dreimal gelesen habe, sind Ende und Auflösung keine große Überraschung mehr, und einige schriftstellerische Fahrlässigkeiten werden deutlicher, spannend ist aber, wie sehr nahezu jedes Buch von Carroll von immer wiederkehrenden Themen, Motiven, Fetischen durchdrungen ist. Auch hier pendeln die Protagonisten zwischen LA und Wien, auch hier steht eine seltsame Liebesgeschichte im Zentrum einer phantastischen Erzählung, auch hier wird nach und nach der Alltag ausgehebelt, während der Schauspieler und Drehbuchautor Walker Easterling und seine neugewonnene Freundin, die Künstlerin Maris York entdecken, was es mit Walkers seltsamer Vergangenheit auf sich hat, und was das eventuell für das Kind der beiden bedeuten kann. Carroll präsentiert seinen gewohnt seltsamen Mix aus Horror, Romanze, Märchen, in dem grandiose Alltagsbeschreibungen neben dem Einbruch des Hyperrealen in unser Leben stehen. Sleeping in Flame ist wie ein – allerdings weniger psychedlischer – David-Lynch-Trip in eine Welt, in der Märchenwesen und Engel, Schamane und Dämonen auf magische Weise in das Leben der Menschen einwirken. Dabei wird das Buch nur selten bleiern oder schwer, sondern kommt leichtfüssig, schnell und witzig vorwärts, mit souveräner Suspension of Disbelief, um – ganz in Horrorthrillermanier – auf den letzten Seiten nach dem scheinbaren Happy End noch mit einem bösen Kinnhaken zu enden. Dabei ist Carroll ebensowenig Horrorautor wie Dashiell Hammett Krimiautor war… obwohl Sleeping in Flame sicherlich ein Genrebuch ist, entpuppt es sich doch als tief in der osteuropäischen Märchentradition stehende Erzählung, als modernes Mädchen, das nahtlos von Reinkarnation und moderner Kunst zu Rotkäppchen und Rumpelstilzchen springt, so das der literarische Spagat zwischen dem hypermodernen LA und dem alten Europa-Flair von Wien beileibe kein Zufall ist. Die morbide Stimmung Wiens permeiert den Text ebenso wie das moderne Kinoflair von Los Angeles. Carrolls höchste Kunst ist es, dass wir uns in seine Protagonisten verlieben, verlieben wollen, und ihnen bald bedingungslos in die Abgründe der Geschichte zu folgen bereit sind. Carroll ist heute ein Autor, dem die Balance zwischen Mystik und Realität nicht mehr immer so leicht gelingt, der in seinen eigenen Pattern gefangen scheint und der vielleicht ausbrechen sollte aus dem phantastischen Genre – zumal seine Skizzen und Beobachtung nach wie vor großartig und lesenswert sind -, aber seine Bücher aus Ende der 80er/Anfang der 90er zeigen ihn in der Blüte seines Schaffens, als einen grenre-transzendierenden Autor, der über weite Strecken auch nach fast 20 Jahren noch zu verzaubern vermag.

11:27 Uhr. Kategorie Buch. Keine Antwort.

KVALLE

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09:07 Uhr. Kategorie Photos. Keine Antwort.

POLSTER

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18. August 2007 20:05 Uhr. Kategorie Photos. Keine Antwort.

NEON 2

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14:54 Uhr. Kategorie Photos. Keine Antwort.

BLUMEN

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17. August 2007 21:20 Uhr. Kategorie Photos. Keine Antwort.

WHITELABEL BUCH

Das zuvor nur vorgestellten Whitelabel-Buch ist hier angekommen und sogar gratis – tausend Dank dafür. Und es ist tatsächlich spannend zu lesen. Zugegeben, die Anonymisierung der Interviews ist eigentlich irgendwie ein Gimmick, ein ziemlich witziges, weil man immer doch versucht zu raten, welcher Kunde oder welche Agentur gerade gemeint ist… und vielleicht hat das Versprechen, alle Bezüge zu eliminieren auch beim ein oder anderen Interview die Zunge gelöst. Ich habe es natürlich noch nicht ganz gelesen, das braucht mehr Zeit, aber schon beim Querlesen wird klar, dass es sich lohnt, Whitelabel zu lesen und auch Spass machen wird. Ein bisschen erinnert es an eine Art Kompagnon zu Branding Interface, das ja ebenfalls von Interviews und permanenten Querverweisen zwischen den Texten lebt. Inwieweit man diese mitunter etwas wie Fleißarbeit anmutende Hypertextualisierung des an sich ja linearen Buchmediums beim Lesen dann wirklich nutzt, keine Ahnung. Obwohl es sicher Spass macht, den Linien quer durchs Buch zu folgen und zu sehen, wo sie hinführen, ganz zu schweigen davon, dass es als gestalterisches Mittel Spass macht… wir haben beim allerersten Saisonheft des TB auch feine Linien benutzt, um die Premienreihenfolge der einzelnen Sparten zusätzlich nach Datum zu ordnen, was zu grandiosem Kuddelmuddel führt – und das war nur EINE Seite. Nicht auszudenken, wie man das in einem ganzen Buch konsequent durchzieht, ohne sich selbst irre zu machen ;-). Aber diese Komplexität ist ja auch der Gag – selbst Sherlock Holmes findet allein mit diesen Linien nicht heraus, welche der auf dem Cover genannten Marken und Agenturen wohin gehört.

Als Studentenprojekt Bauhaus Universität, Weimar, unter der Betreuung von Ricarda Löser und Peter Gamper, ist Whitelabel von Johannes Ziebandt, Max Lisewski, Karl Badde, Jens Ole Mayerambitioniert, witzig, sportiv und schnell runtergetextet und eröffnet doch eine nicht immer selbstverständliche, oft schön uneitle Sicht auf einen widersprüchlichen, oft abstrusen Querschnitt unserer Branche zwischen Design, Werbung und Illustration. Die verschiedenen Selbstbilder, Hoffnungen, Fragen bleiben oft unkommentiert, so mancher Interviewpartner entlarvt sich ungewollt selbst, und das Buch selbst ist ein kleines bibliophiles Bändchen, an dem mich persönlich eigentlich nur die goldenen Ecken für die Pagina stören, weil die sich etwas doppeln mit der sehr viel schöneren Idee, dass im Buch auf die jeweils vorangegangene und nachfolgende Seite mit einem kleinen Pfeilchen verwiesen wird… sehr schöne Idee fürs Seitenzählen und da hätte ich zumindest keine «normale» Paginierung mehr gebraucht. Der Einband ist toll, das Papier vielleicht einen Hauch zu dünn Innen, alles ist technisch preiswert, aber in der Wirkung hochklassig realisiert… wirklich feine Sache. Wer also – vor allem als Student, aber auch als Arbeitgeber – einen Blick in die Abgründe der Werbe- und Designbranche werfen mag… hier bestellen. Für bescheidene 15 Euro auf jeden Fall einen Einkauf wert.

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20:05 Uhr. Kategorie Design. 4 Antworten.

BLUME

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09:50 Uhr. Kategorie Photos. Keine Antwort.

HUND

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16. August 2007 22:40 Uhr. Kategorie Photos. 2 Antworten.

EMMA





21:40 Uhr. Kategorie Leben. 10 Antworten.

MANUSKRIPT

Unter der Führung von Axel Müller-Schöll entstanden, versammeln sich auf den Seiten von Manuskript auf hochwitzige und inspirierende Art und Weise einige Basics aus dem Alltag von Designern und Architekten. Von banalem wie dem Goldenen Schnitt und Modulor-System oder dem Unterschied zwischen RGB und CMYK bis hin zur richtig guten Zigarre oder Zitaten berühmter Entwerfer ist alles dabei, was sinnvoll oder herrlich sinnlos ist. Kurze Essays beleuchten die beiden verwandten Themengebiete herrlich grenzüberschreitend und führen über aussichtsreiche Umwege perfekt zum Ziel. Das Büchlein der Haller Burg Giebichenstein, sicherlich nicht zuletzt für Studieneinsteiger gedacht, ist auch nach Jahren der Praxis absolut lesens- und erlebenswert. Hinter chinesischer Bindung verbergen sich Geheimnisse, als Designer kriegt man ein paar Basics der Architekten mit (und umgekehrt), und das ganze Ding ist – abgesehen von aber mal sehr sehr bedauerlichen und massiven Fehlleistungen in der Mikrotypographie – ein rundum wunderbares Ding, das man einfach im Schrank haben MUSS. Oder besser noch, auf Reisen dabei. Denn es ist kein Nachschlagewerk, sondern ein Buch, das man durchaus ganz essayistisch durchlesen kann und sollte. Ganz großen Respekt vor Müller-Schöll und seinem Redaktionsteam für ein Werk, das zugleich ideale Eigenwerbung, wunderbares Studenten-Werkzeug und doch eben auch ein ganz normales, zeitloses, wunderbares Buchobjekt geworden ist. Egal, ob du Anfänger bist oder Profi, egal, ob für dich selbst oder als Geschenk… get this book!

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21:08 Uhr. Kategorie Design. Eine Antwort.

TÜRSCHILD

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07:58 Uhr. Kategorie Photos. 4 Antworten.

FENSTER

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15. August 2007 18:47 Uhr. Kategorie Photos. Keine Antwort.

STERBEN FÜR ANFÄNGER

Sterben für Anfänger, oder passender Death at a Funeral, ist ein kleiner schwarzhumoriger Film, mit dem Muppets-Daddy Frank Oz einen überraschend bescheidenen Film hinlegt, der sich sehr Low Budget anfühlt. Mit kammerspielartigem Flair baut der Film relativ schnell die – etwas vorhersehbare – Grundkonstellation auf und arbeitet sich durch die Schikanen der Komödie schnell zum Denouement und Happy End vor. Die Handlung an sich steht an Einfachheit und Vorhersehbarkeit einer Sitcom-Folge kaum nach, gleichzeitig fehlt dem Film die schiere Boshaftigkeit anderer britischer Komödien (und sei es nur Grasgeflüster). Elemente wie der auf LSD ausflippende Schwiegersohn-in-Spe oder der im Rollstuhl sitzende boshafte alte Mann sind zwar absolut 1000-mal-gesehen, aber trotzdem immer wieder lustig und hier schön auf den Punkt gespielt. Sterben für Anfänger fühlt sich – wie Irina Palm -  seltsam durchschnittlich an, brav, verklemmt… an vielen Stellen wäre sicher mehr gegangen als die Enthüllung, das der verstorbene Vater homosexuell war, das ist echt zu billiger Spießer-Humor («Hohoho, der war schwul.. mit einem Zwerg.. hohohoho…»). Es gibt aber, sein wir mal nicht zu streng, grandios witzigen Slapstick in dem Film, bei dem man aus dem Kichern nicht herauskommt…

Kurzum, ein Film, der absolut solide ansehbar und sein Geld wert ist, aber den man eiiigentlich wirklich nicht unbedingt im Kino gesehen haben muss :-D. Aber wahrscheinlich immer noch besser, als sich Fantastic Four 2 auszusetzen…

15:55 Uhr. Kategorie Film. 15 Antworten.

I/O MAGAZINE

Die erste Ausgabe des i/o magazines ist erschienen. Und schon seit einiger Zeit im Umlauf. Unterm Strich ein sehr sehr feines Heft mit wirklich schönem Cover. Aber ich kann mich nie ganz des Eindrucks erwehren, bei diesen Design-Portfolio-für-Designer-Magazinen, die ja derzeit flutenweise entstehen, dass sie nichts wirkliches sagen (wollen). Ich meine, eine Ausgabe von Adbuster LESE ich. Colors habe ich GELESEN.  I/O et al GUCKE ich, als reines Augenfutter. Und solche Hefte gibt es mehr und mehr. Design dient hier als reiner Schaueffekt, die einzelnen Artworker zeigen ihre Photos, ihre Zeichnungen, ihre Photoshopmontagen, ihre Vektorkurven. Was alles gut und schön ist – und im Falle von i/o partiell wirklich hochsehenswert – aber (es mag eine Alterserscheinung sein, zugegeben), mir fehlt die Substanz. Die Aussage. Content. Das i/o, wie so viele andere Designmagazine, will eben nur spielen, es beisst nicht. Aber gut,, für dieses Gefühl kann das i/o-Team mal gar nichts, das ist nur so ein kumulativer Effekt bei mir, den kannste keinem einzelnen Mag anheften. Also: Bestellen und unterstützen ;-D. Für 8 Euro bietet i/o seitenweise wunderbares Artwork in hochliebevoller Verpackung. Es ist den Preis doppelt wert, keine Frage.

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14. August 2007 23:52 Uhr. Kategorie Design. 3 Antworten.

DETAIL

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23:33 Uhr. Kategorie Photos. Keine Antwort.

WERBUNG

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12:38 Uhr. Kategorie Photos. 3 Antworten.

LAMPEN

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13. August 2007 21:15 Uhr. Kategorie Photos. Keine Antwort.

LAMPE

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10:35 Uhr. Kategorie Photos. Keine Antwort.

HAUS

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12. August 2007 23:15 Uhr. Kategorie Photos. Keine Antwort.

BRANDLARM

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19:24 Uhr. Kategorie Photos. Keine Antwort.

PACKAGING IS EVERYTHING

Da sag noch einer Markendesign funktioniert nicht… laut einer Studie von Dr. Tom Robinson werden die Geschmacksnerven von Kindern durch den reinen ANBLICK einer McDonalds-Verpackung angeregt. In einer Untersuchung mit Unterschichtkindern zwischen drei und fünf (!!!) bevorzugten die Kinder geschmacklich per se identische Nahrung immer dann, wenn sie in der McD-Verpackung steckte.

Das scheint nicht unlogisch, design-geprägte Erwartungen steuern das tatsächliche Erlebnis. Auch zweitklassiges Billigparfum würde den Konsumenten wahrscheinlich besser gefallen, wenn es nicht in einer Blindflasche, sondern in einem Chanel-5-Flakon steckt.

Interessant ist aber, dass hier das Branding-verhalten jüngster Kinderschichten getestet wurde. Das eine Marke sich so eindeutig in den Köpfen kleinster Kinder verankern kann, dass sich physiologisch durchschlägt… ist, vorsichtig gesagt, erschreckend.

Ein Grund mehr, ein klares Moratorium für Kinderwerbung auszurufen – ich bin ja ohnehin dafür, Werbung mehr und mehr zurückzudrängen, bevor wir den Kampf dagegen endgültig verloren haben. Marketingstrategien hin oder her, die Köpfe von Kindern sollten tabu sein für den Reklamemüll.

Man mache sich nichts vor… derzeit wird das öffentliche Rauchen verboten. Aber niemand denk über den psychischen Schaden nach, den eine nimmerstoppende Werbemaschinerie in unser aller Köpfen, ein Bombardement von Bildern, Worten, Emotionen auslöst, die einzig und allein darauf ausgerichtet sind, sich zum Konsumieren zu animieren, und sei es um den Preis, dein Selbstbild zu unterminieren. Werbung, die an Dummheit und Oberflächlichkeit nicht zu überbieten ist, Werbung, die keine Botschaft hat, keine Ehrlichkeit, keine Information… eine pure Flut von ZUVIEL, die jeden Tag in unser Leben geschleudert wird.

Ich glaube, in Zukunft wird es für uns Designer immer kritischer werden, zu fragen, was DESIGN ist und was WERBUNG und eine klare persönliche Linie von individueller Vertretbarkeit zu ermitteln. Ansonsten müssen wir eines Tages wirklich Karotten in McD-Containern camouflagieren, damit die Kinder noch irgendetwas gesundes essen ;-D.

11. August 2007 20:48 Uhr. Kategorie Design. 2 Antworten.

NGDOMSJOU

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Es ist verblüffend, dass ich fast das identische Photo aus Antwerpen habe… 

10:13 Uhr. Kategorie Photos. Keine Antwort.

STRASSE

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10. August 2007 19:49 Uhr. Kategorie Photos. Eine Antwort.

WHITELABEL

Die Discount-Supermärkte machen vor, dass «weiße Ware» funktioniert – und Johannes Ziebandt, Max Lisewski, Karl Badde und Jens Ole Mayer legen jetzt im Designbereich nach und sammeln in Whitelabel 35 Gespräche mit 40 Designern, die ans Eingemachte gehen. Das an der Bauhaus Uni Weimar entstandene Buch, das komplett in Handarbeit in Schwarz und Gold gedruckt ist und seinen Titel der ungelabelten DJ-Vinyl-Platte entlehnt, stellt in den anonymisierten Interviews  die Frage nach der Zufriedenheit der Gestalter mit der eigenen Arbeit, dem Leben, dem Werdegang.  Klingt spannend genug für mich um eins zu bestellen -  das Buch gibt es in einer Auflage von 400 Exemplaren hier

12:00 Uhr. Kategorie Design. 3 Antworten.

TIBOR KALMAN: COLORS 1-13

Noch ein preiswertes Design-Buch von PetSounds war diese Sammlung von Tibor Kalmans Colors-Ausgaben in der eigentlich vergriffenen Hardcover-Aufmachung. Kalman ist ja eine fast mythische Figur der Designszene, Querdenker, Aufrüttler – wie Mau oder Bierut vielleicht nicht mal so spannend für die tatsächlich gemachte Arbeit, die aber doch stets einen ganz eigenen, unerwartet witzigen Touch hatte, sondern vor allem für die Metaebene, das Nachdenken, das Reflektieren über Design und die Branche, wo nur das bekannteste Beispiel Tibors Beteiligung an dem First Things First 2000 Manifest war. es schien mir immer nur konsequent, das Tibor sein New Yorker Studio M&Co komplett geschlossen hat, um in Italien unter anfangs chaotischsten Bedingungen die Colors für Benetton zu produzieren. Während in Kalmans posthumer Monographie Perverse Optimist die Colors eine wichtige aber eben nicht alleinige Rolle spielt, konzentriert sich dieses Buch exklusiv auf die Entstehung dieses zentralen Oevres von Tibor Kalman, mit Notizen, Anmerkungen und der legendären, bahnbrechenden und wunderbaren 13. Ausgabe (Tibors Schwanengesang) 1:1 im Original abgedruckt. Allein dieser Teil wäre bereits die 10 Euro wert gewesen – und das Buch als Ganzes ist nach wie vor sicher auch die 30 Euro wert, die es bei Amazon kostet. Tibor ist einer der geistreichsten, witzigsten, engagiertesten Designer und Art Directors, wegweisend für zeitgenössische Designer wie Stefan Sagmeister, und seine Arbeit – wenn auch thematisch oft natürlich veraltet, Magazine sind kurzlebig – ist von der inneren Haltung, die stets durchscheint, bis heute unübertroffen. Die Colors-Ausgaben zeigen zudem, wie leichtfssig und elegant man sich sozialen Themen nähern kann und wie man diese einer jungen Zielgruppe nahebringen kann. Dagegen wirken selbst aktuelle Anti-AIDS-Kampagnen nach wie vor bleiern und brav. Und wer sich überlegt, die Colors-Sammlung zu kaufen, sollte auch gleich das hier mitbestellen, eines der schönsten Bücher schlechthin.

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10:34 Uhr. Kategorie Design. Keine Antwort.

TÜTE

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08:47 Uhr. Kategorie Photos. Keine Antwort.

HUNDÄGARE

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9. August 2007 22:41 Uhr. Kategorie Photos. 9 Antworten.

FEEK

Dass die neuen Möglichkeiten, Plastik zu verarbeiten eben auch neue Designs hervorbringen, beweisen am Beispiel von Plastik nicht nur Klassiker wie Frank Gehry oder Philippe Starck, sonder akut auch die in Antwerpen ansässige kleine Designschmiede Feek, die unter anderem von Frederik van Heereveld gegründet wurde. Die aus Polyether-Schaumstoffen gefertigten Möbel gibt es in verschiedenen Finishes und hoch gradig smarten Designs, die für Innen wie Außen geeignet sind. Sehr schön, sehr poppig und das, was bisher in Deutschland zu kaufen ist, ist auch halbwegs erschwinglich. Schade ur, dass auf der ansonsten sehr schönen Site von Feek nur virtuelle 3D-Renderings zu sehen sind. Inwieweit es nicht langfristig ohnehin eben doch schöner und vielleicht sogar umweltfreundlicher ist, einfach mit natürlichen Materialien zu wohnen, ist eine ganz andere Frage :-D.

08:19 Uhr. Kategorie Design. 2 Antworten.

UP AGAINST THE WALL

Im Stockholmer PetSounds-Shop gibt es neben guter Musik auch einiges an Büchern zu Musik und Design und – Gepäck hin oder her – das ein oder andere musste einfach mit, weil so schön und vor allem so schön reduziert. Für 10 Euro gab es dort zum Beispiel Up Against The Wall, ein Buch über Poster-Artwork von Ian Noble. Etwas über A4 groß und mit 160 Seiten Umfang nimmt sich das Buch sehr präzise des Themas an, sehr textlastig und ist kein reines Guck-hier-Buch, sondern versucht sich dem Thema auch inhaltlich zu nähern. Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem Plakat als kulturellem Kommunikationsträger, weniger auf kommerziellen Werbeflächen. In ausgiebigen Textpassagen behandeln die beiden Autoren Formate, Seriengestaltung, Kosten, Bildsprache versus Typographie, Als Bonus gibts ein Interview mit 8vo-Gründer Hamish Muir und mit Sandy K., dazu einen Anhang mit ein paar knappen Fakten zu Drucktechniken und Formaten. Obwohl das Buch gut vier Jahre alt ist, sind die Arbeiten immer noch aktuell und die Auswahl der Beispiele ist stilsicher, vielseitig und gut informiert. Bei Amazon auch gebraucht ab etwa 9 Euro…

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07:45 Uhr. Kategorie Design. Eine Antwort.

SPIEGEL

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07:25 Uhr. Kategorie Photos. Keine Antwort.

ICON 50

Wirklich kaufenswert ist diesen Monat übrigens die Icon 50, die sich zur runden Nummer eine Manifesto-Ausgabe gegönnt haben. Wichtige Designer und Architekten, darunter Sagmeister, Eisenmann, Kolhaas, Morrison, Maeda, Mau, van Lieshout oder Saville erzählen im roten Innenteil über das, woran sie glauben. Das ist mal eitel, mal oberflächlich, mal allzu bekannt, mal wunderbar. Ein schönes Geburtstagsgeschenk für Redaktion und Leser zugleich.

00:47 Uhr. Kategorie Design. 2 Antworten.

PRINCESS

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8. August 2007 16:32 Uhr. Kategorie Photos. 3 Antworten.

UHR

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11:20 Uhr. Kategorie Photos. Keine Antwort.

MÄDCHEN

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7. August 2007 14:20 Uhr. Kategorie Photos. 6 Antworten.

ELEFANT

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10:35 Uhr. Kategorie Photos. Keine Antwort.

NEON

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6. August 2007 22:47 Uhr. Kategorie Photos. Keine Antwort.

SEQUENCING

Sequencing pictures is like writing a sentence or a story. You need verbs, nouns and adjectives, and pictures really behave like that if you ask them to.

Tibor Kalman, Colors

22:44 Uhr. Kategorie Design. Keine Antwort.

TOURISTEN II

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22:37 Uhr. Kategorie Photos. Eine Antwort.

THE THIRD MAN

Es ist natürlich ein bisschen meta, sich ausgerechnet in Wien Carol Reeds Klassiker The Third Man anzusehen (und tags darauf dann auch noch spontan durch die Wiener Kanalisation unterm Naschmarkt zu wandern), und ich dachte auch zuerst, das wäre die Touristen-Schiene schlechthin. In dem mit rund 900 Leuten ausverkauften Open-Air Kino am Gaußplatz waren allerdings hauptsächlich Einheimische. Es war nicht nur das vollste Openair-Cinema, in dem ich je war, die Stimmung war auch so ausgezeichnet wie das Wetter. Das Kino unter Sternen im Augarten zeigt nur alte und moderne Filmklassiker von Duck Soap bis zu Volver… und das in feinster Location und umrahmt von Gastronomie, wie man sie ansonsten bei solchen Freiluftkinos vergeblich sucht.

Es ist eine schiere Ewigkeit her, dass ich den auf einem Drehbuch des damals noch jungen Graham Greene basierenden Film gesehen habe, der sich in Wien zu seiner Story von einem britischen Offizier inspirieren ließ. The Third Man, im zertrümmerten Nachkriegswien (und in London) gedreht, beeindruckt mit der erfahrenen Kameraarbeit von Robert Krasker, der bis in die 80er Jahre hinein aktiv war und bereits während der dreißiger und 40er Jahre als Kameramann zahlreiche Erfahrungen sammeln konnte. Kraskers Bildsprache ist tief geprägt vom deutschen Expressionismus – der später den Film Noir weiter beeinflusste – von langezogenen unheimlichen Schatten, unheilvoll kippenden Bildern und zahlreichen Details, die eine undefinierbare, freiflottierende Bedrohungskulisse generieren. Nichts an diesem Wien, durch das Joseph Cotten als Holly Martins den Spuren seines toten Freundes Harry Lime folgt, ist so harmlos wie die grandios unpassende Filmmusik uns glauben machen möchte. Die frivolen Nachtbars, die Speakeasys, die Straßen, die einwohner, selbst das Militär, alles wirkt schmutzig, korrupt, sinister. Den sarkastisch-morbiden Tonfall bringt Reed bereits zu Beginn des Films mit einer im Wasser treibenden Leihe auf den Punkt. Und doch bringen die lakonischen Dialoge und die aus dem Aufeinanderprallen von Siegern und Besiegten entstehenden unfreiwilligen Situationskomiken einen an Raymond Chandler erinnernden Humor in den Film, allen vorweg die grandiosen deutschen Einlagen von Paul Hörbinger und Hedwig Bleibtreu, die auch sechzig Jahre später nichts an Situationskomik verloren haben. Die Italienerin Alia Valli gibt Harrys Ex-Freundin Anna Schmidt so deutlich an Ingrid Bergman erinnernd, das die Paralellen zwischen dem 1942 gedrehten Bogart-Film und dem 1949 realisierten Wiener Kultfilm verblüffend offensichtlich werden. Auch erinnert der Film stark an Fritz Langs Thea von Harbous seminaler Serienmörder-Film M von 1931. Nicht nur erinnert Orson Welles rein optisch stark an Peter Lorres seifigen Irrsinn, es gibt auch Einstellungen, die verdächtig ähnlich sind, etwa eine Szene, in der eine Treppenhausgelände-Schnecke ins Bild gesetzt wird, oder auch die Szene im Krankenhaus, bei der ein Spielzeug den Tod eines Kindes symbolisiert, erinnert sehr an Elsie und ihren Ballon. Trotz dieser Kongruenzen ist Third Man klarer ein früher Film Noir, der die Stimmung zwischen dem zweiten Weltkrieg und dem hier bereits spürbaren ersten Winden des Kalten Krieges wunderbar inszeniert. Das Greene es schafft, die Story um den Western-Autor Holly Martin tatsächlich von Anfang bis Ende wie einen Western zu strukturieren, ist ein wunderbares Detail, eine Vorwegnahme späterer Spaghetti-Western. Das Wien, das Reed (angeblich hat Welles, der zuvor 1941 mit seinem Klassiker Citizen Kane die erzählerischen Möglichkeiten des Kinos neu definiert hatte, Co-Regie geführt), Krasker und Graham hier zeigen, wirkt seltsam postapokalyptisch, seltsam modern, und so wirkt auch The Third Man – eher noch als Casablanca – nicht nur zeitlos, sondern modern, ein Film mit endlos vielen Anklängen an später folgende Trends wie Nouvelle Vague, surrealistisches Kino oder auch David Lynch. Es gibt zahlreiche Elemente, die nichts mit dem Plot per se zu tun haben, aber eine Stimmung, eine Vibration verbreiten… wie etwa die Szene, in der Anna Schmidt plötzlich anfängt, mit Limes Würfeln zu spielen. Das Reed gegenüber Greene ein herrlich offenes, eben ganz Western-kompatibles Lonesome-Cowboy-Ende durchgesetzt hat, macht den Film endgültig zu Gold, ein kitschiges Happy End hätte ihn vernichtet. Heute wäre ein solches Ende wahrscheinlich undenkbar, aber Casablanca und The Third Man zeigen, wie wichtig ein ambivalentes oder gar negatives Ende für den Nimbus eines Filmes sein kann.

Ziemlich großartige Sache also, und ein exzellentes Erlebnis, einen so alten Film auf 200 m² großer Leinwand mit brillantem Sound sehen und hören zu können, das wirkt deutlich anders als im Fernsehen oder auch auf einem Beamer – ich wünschte, die inzwischen zahllosen lokalen OpenAir-Kinos würden ein ähnliches Konzept wie Kino unter Sternen verfolgen, statt die irgendwie immer gleichen semiaktuellen Filme zu zeigen.

5. August 2007 21:19 Uhr. Kategorie Film. Keine Antwort.

CCTV

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17:43 Uhr. Kategorie Photos. 2 Antworten.

MEDIA MICROWAVES

Every minute or two he reached out to change the radio station. Every pop tune was a monotonous fraud; every voice bellowing through the megaphone of a morning talk show issued from the mouth of an idiot. He wanted to hear something he hadn’t heard before. Sometimes he imagined he could even feel the media microwaves bombarding his skin, as if he were literally baked in encoded clichés. … This life was a merry-go-round in which you passed through the same thoughts, the same feelings, over and over again until you died.

Stephen Wright: Going Native

14:35 Uhr. Kategorie Buch. 6 Antworten.

SHIRTS

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12:31 Uhr. Kategorie Photos. Eine Antwort.

MODULAR SELVES

Today’s Kenyahs lived in separate buildings, neat secluded rows of boxlike suburban homes, one house one family, in accordance with the current governments’s coercive modernization campaign, full entrée into the high-tech, mass-consumption order of the future requiring the dismemberment of the social body into smaller and smaller pieces more and more dependent upon the structures of control. Community was systematically broken down into isolated individuals, and then the individuals themselves into contending fragments of confusion and desire, modular selves, interchangeable units for the new, interchangeable people of the masses’ millenium. And even the most rudimentary sense of wholeness was fading into extinction, the vitality of an entire culture was being processed for cash and entertainment.

Stephen Wright, Going Native

4. August 2007 23:18 Uhr. Kategorie Buch. Keine Antwort.

COFFEE // KAFFEE

Eine der seltsamen Sachen in Wien war, dass es dort ein Starbucks gibt und es auch noch prallvoll war. Starbucks. In Wien. In einer der Welthauptstädte der echten Kaffeehauskultur ist ein «normales» Café relativ leer und das Starbucks daneben platzt aus allen Nähten. Mag sein, dass die Wiener die Nase voll haben von Braunen und Melange und auch sirupsüßen Milchkaffee wollen, aber irgendwie ist das so, als würden in Neapel alle Leute ausgerechnet zu Pizza Hut strömen. Starbucks, wenn auch völlig okay für (überteuerten) Kaffee zum Mitnehmen, ist kein Kaffeehaus, sondern eine Franchise-Kette. Gemütlichkeit und dieses seltsame Feeling von Geschichte, Kultur, Literatur, Kunst, Gemütlichkeit, wie viele Kaffeehäuser es atmen, fehlt dieser Kette, die global mit dem gleichen geschichtslosen Interieur und gesichtslosen Printmedien auftritt, völlig. Ich kann verstehen, dass es in urbanen Umfeldern mit weniger Café-Historie gut anläuft.. aber in Wien?

Mann, irgendwann haben wir nur noch eine Sorte von Pizzaria, Chinesen, Caféhaus, Modegeschäft, Parfümerie… und es werden nur noch Ketten sein.

20:14 Uhr. Kategorie Stuff. 4 Antworten.

FAHNEN

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18:27 Uhr. Kategorie Photos. Keine Antwort.

BRIGHT COLORS, TEPID CLIMAXES

The children’s section was small but loaded with those tall, thin, mostly picture books that cost so much and give a kid so little after one or two reads. Ten dollars for eleven words on each page about a los ball that finds its way home.

Cramped in next to them here and there were standard editions of the classics. Hans Christians Andersen, Perrault, Wilhelm Busch’s Max und Moritz.  As a child I didn’t read much but the books I remembered were these and other oldies that gave you real worlds, rather than long pages, bright colors and tepid climaxes.

Jonathan Carroll: Sleeping in flame

17:00 Uhr. Kategorie Buch. Keine Antwort.

SNAP

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11:27 Uhr. Kategorie Photos. Keine Antwort.

EIS

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3. August 2007 21:10 Uhr. Kategorie Photos. Keine Antwort.

NETZ

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15:53 Uhr. Kategorie Photos. 3 Antworten.

WASSER

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12:16 Uhr. Kategorie Photos. 2 Antworten.

TOURIST II

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2. August 2007 14:29 Uhr. Kategorie Photos. 4 Antworten.

TOURISTEN

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01:12 Uhr. Kategorie Photos. Keine Antwort.

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