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GELD…




Installation von Markus Sixay am Essener Kopstadtplatz im Raum des Kunstvereins Ruhrgebiet. Viel lustiger als der kopflastige Text dazu vermuten ließe…

30. März 2007 00:56 Uhr. Kategorie Stuff. 3 Antworten.

We weren’t told what to do…

In 1990 I was invited to conduct a weeklong workshop at the architecture school at the Technical University of Nova Scotia.  … After meeting our respective groups, Gordon, Sanford and I each confessed that we were dismayed at the apparent lack of enthusiasm, awareness, energy and exubarence in the students that we were faced with.

That evening we changed the plan completely. We would … simply produce a «blast» of culture.  We realized that the most important thing we could do was simply to expose them to what we thought culture was in the outside world. Rather than telling the students, we would show them, and give them what we could. Every day we produced performances, audio works, projects and lectures. We showed videos, films, art works, typography, design and history. … Some of the students loved it. Many hated it. … They walked out on David Cronenbergs early films. They ignored audio works by Alvin Lucier. By midweek the students’ enthusiasm and anger were palpable.

We met on Saturday morning as a group to discuss the week’s events. The students formed a circle around him [the dean of the University, Essy Baniassad]. He asked what happened. They were timid at first. One or two claimed the workshop was «interesting».
One complained, «I didn’t like it». Then the floodgates opened.
«We weren’t told what to do or how to respond.»
«We didn’t know what was going to happen.»
«Every day was different.»
Essy sat and listened, calmly, turning in his chair to address each complaint directly. When the students had finished, he said, «It seems that we have finally been able to deliver one week of education. It’s unfortunate we can’t do this all year long.»

Bruce Mau, Life Style.

29. März 2007 21:24 Uhr. Kategorie Design. Keine Antwort.

HAUSCHKA: ROOM TO EXPAND

Und noch eine Piano-Platte, allerdings ganz anderer Natur. Hauschka, das ist der in Düsseldorf lebende Pianist/Komponist Volker Bertelmann, und sein drittes Album Room to Expand ist bei FatCat Records erschienen, die unter anderem auch Múm herausbringen und Sigur Ros entdeckten. Entsprechend nordisch karg und spröde klingt das Album, das nichts von der Leichtigkeit des Gonzales-Albums aufweist. Bertelmann arbeitet mit einem präparierten Flügel, in den er mit Alufolie, Kronkorken, zwischen die Saiten geklemmten Objekten, Gummi, Gaffatape und so weiter den Klang des Instrumentes verändert, begrenzt und dadurch erweitert, perkussive Töne erzeugt, stumpfere Klänge erreicht und sich so in der Tradition zahlreicher experimenteller Musiker bewegt, die sich mit dem «vorinstallierten» Klang des Flügels oder Klaviers nicht zufrieden geben wollten.

Bei Hauschka klingt das alles aber im Endergebnis weit weniger verkopft, als dieser Ansatz befürchten lässt. Im Gegenteil… die Musik ist klar, eingängig, in ihrer Schönheit sofort erfassbar. Die Frage nach Genre stellt sich nie, so souverän überschreitet Bertelmann die Grenzen zwischen Jazz, Klassik und Pop. Room to Expand ist ein Musterstück an Ruhe, Langsamkeit, Introspektion, geprägt von sich in Zeitlupe entfaltenden sanften Melodien, die fast jenseits der Wahrnehmungsgrenze funktionieren. Und unendlicher Zartheit und Ruhe produziert Bertelmann so filigrane Skulpturen, die wie Eiskristall vertraut und doch bizarr, fremd wirken. Mit absolut minimaler Begleitung durch Streicher und Bläser erzeugt Hauschka einen Klavierkosmos, der sich deutlich von der Tiersenschen Süßlichkeit abhebt, ohne dabei aber an Eindringlichkeit und Melancholie zu verlieren. Das Album ist ungeheuer intensiv, persönlich, intim und einfach rundherum perfekt, makellos, wunderschön. Musik dieser Art wird schnell belanglos, Background, und das vielleicht bemerkenswerteste an Room to Expand ist, dass Hauschka nie in diese Falle tappt. Die präzisen kleinen Miniaturen laden immer wieder zum präzisen Hinhören ein, mit ihren kleinen Entwicklungen, Reisen, den ungewohnten Klangdetails. Viele Stücke haben ein poppiges, fast an The Notwist erinnerndes Flair, manche wie kleine dinge sind Zeitlupenstudien, die eher in Richtung Klassik reisen. Tracks wie zahnluecke erinnern deutlich an Gonzales, andere wie la dilletante sind mit rhythmischen Elementen und Stakkato-Streichern eher fast Steve Reich oder John Cage beschwörende Phasenstudien. Es gibt viel zu entdecken bei Hauschka, soviel ist klar, und selbst bei mehrmaligen Hören wird die Platte nie langweilig.

Selbst das Artwork der Platte ist so liebevoll, so typisch FatCat-grandios, das sich der Kauf des Albums einzig und allein für den grandiosen gefundenen Brief lohnt, den Bertelmann im Booklet abdruckt. Dieser erzählt eine wunderbar surreale, bizarr poetische Liebes-Botschaft, die atemberaubend zum magischen, schwerelosen Flair des Albums passt und so derart nach einer Kurzgeschichte klingt, dass man fast befürchten muss, der Brief sei frei erfunden. Aber kein Wunder, dass das Design stimmig ist: Bertelmann ist ein alter Kumpel von Fons Hickmann :-D. Nichts, absolut nichts an dieser Platte ist verkehrt, aber alles ist richtig. Gar nicht lange fackeln, einfach sofort kaufen.

18:42 Uhr. Kategorie Musik. Keine Antwort.

OSCAR :-D

28. März 2007 21:00 Uhr. Kategorie Leben. 6 Antworten.

Gonzales: Solo Piano

Diese 2004 in Paris von dem Exil-Kanadier Jason Beck alias Gonzales nach seinem Umzug von Berlin nach Paris (und von Kitty Yo zu Universal) aufgenommene Platte ist ein seltsames Stück. Nicht nur weit weg von dem gewohnten Sound von «Chilly Gonzales». Nachdem er mit seltsamen Hiphop-Crossover, Remixes, Produzent und als Multiinstrumentalist bei verschiedenen Projekten mitwirkte, ist Solo Piano eine Studie in Sachen Minimalismus. Aus einem normalen Klavier eingespielt, nicht Flügel, mit einer eher bescheidenen analogen Aufnahmequalität, wirkt das Album wie eine bewusste Kehrtwende weg vom elektronischen Sound. Mit dieser Mischung ist er nicht ohne Grund in diesem Jahr sowohl solo als auch mit Freund Mocky einer der vielen mehr als hörenswerten Gäste beim Donaufestival.

Solo Piano dürfte die Geister scheiden. Nicht nur wegen des mulligen, sehr warmen Klangs, dem es an Obertönen und Klarheit fehlt – auch weil die Musik ebenso warm und einlullend ist. Gonzales hat wenig Scheu, auf diesem Album oberflächlich etwas süßlich-belanglos zwischen Satie, Keith Jarret, Yanni Tiersen und vielleicht auch noch Richard Claydermann zu irrlichtern. Die Kompositionen sind niemals wirklich bissig, immer eher naiv, und das Tastenspiel hat eine langsame, suchende Qualität, die Lichtjahre hinter der Virtuosität anderer Pianisten zurückliegt. Auf der anderen Seite haben die Stücke eine beiläufige Ruhe, eine Introvertiertheit, einen naiven Charme, der glaubhaft ist. Wie bei Piano-CDs so oft und so oft unvermeidlich, ist die Platte etwas an der Grenze zur Entspannungsmusik, Rotweinsound, dieses traurigschöne melancholische Ding, das so schnell ins süßliche kippen kann. Aber die lo-fi-Aufnahme und die offenbare Suche nach Klängen, die Gonzales betreibt, machen die Sache glaubhaft, ebenso die augenzwinkernden Titel, deren leiser, urbaner Humor sich in die Songs schummelt. Es ist Gonzales gelungen, tatsächlich eine Platte zu machen, die Heimweh und zugleich einen Hauch Pariser Nachtflair einfängt, einen Soundtrack ohne Film zu machen.

Die Stücke klingen zackig durchgeplant, kleine Miniaturen, Stilleben. Grenzwandelnd zwischen jazzigen und klassischen Anschlägen, oft mit fast kleinkindartigen Melodiebögen, oft nur noch einen Hauch vom Kitsch, vom Allzuharmlosen entfernt. Die Kompositionen sind so irreführend leicht und eingängig, dass man sie allzuschnell unterschätzen kann, allzu schnell in den Amélie-Topf werfen würde. Dabei ist es nur eine neue Form der Bescheidenheit, die hier Regiment führt. Von «Gonzales über alles», wie Chilly sein Debut nannte, ist hier nicht mehr viel zu spüren. Solo Piano folgt stockenden Akkorden und perlenden Melodien, durch ein Flair von Herbstwind und Stummfilm-Grauschleier, durch Rotwein in der Nacht und Kaffee und Toast zum Frühstück. Die Sorte Musik, die dich dazu bringt, über die wichtigen Dinge reden zu wollen oder einfach zu schweigen und zuzuhören.  Es ist eine unerhört intime Platte, deren Bittersweetness man sich nach einigem Hören einfach ergeben muss, die wenig von Jarrets intellektueller Schärfe aufweist, sondern eher wie persönlich für dich kurz eingespielt klingt, die eine unerhörte Ehrlichkeit hat, wie ein Liebesbrief von Jason Beck an dich.  Jedes Stück ist ein, wie das Inlay-Poster nahelegt, kleiner Schattenriss eines größeren Songs, eine minimale Skizze, ein Blueprint, in dem alles wichtige gesagt und angelegt ist. Solo Piano ist eine bescheidene, Genregrenzen überschreitende Aufnahme, die man unbedingt haben sollte.

07:51 Uhr. Kategorie Musik. Tag , , . 3 Antworten.

ALBUM 072

00:57 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

JONATHAN GRAY





In letzter Zeit sehe ich immer häufiger Buchcover, die mir gefallen, so wie jetzt gerade frisch auf dem heute hier gelandeten Special Topics in Calamity Science von Marisha Pessl, bei Everything is Illuminated, bei A Short History of Tractors in Ukrainian und so weiter… lauter Bücher, die hier derzeit herumliegen und die alle von dem gleichen etwas anonym klingen Gray318 gestaltet sind. Dahinter steckt Jonathan Gray, der aus London heraus mit wunderbaren typographischen Kompositionen makellos schöne Umschläge zaubert. Wenn derzeit jemand Chip das Wasser reicht, dann sicher Jon. Schlicht, verspielt und immer mit einer schier atemberaubenden Treffsicherheit, ohne Durchhänger. Atemberaubend.

Hier ist seine Site… enjoy.

27. März 2007 15:08 Uhr. Kategorie Design. 3 Antworten.

JUST IMAGINE 02…

26. März 2007 21:18 Uhr. Kategorie Stuff. 10 Antworten.

FAMILY

People talk about he happy quiet that can exist between two lovers, but this two was great; sitting between his sister and his brother, saying nothing, eating. Before the world existed, before it was populated, and before there were wars and jobs and colleges and movies and clothes and opinions and foreign travel – before all of these things there had been only one person; Zora, and only one place: a tentin the living room made from chairs and bed-sheets. After a few years, Levi arrived; space was made for him; it was as if he had always been. Looking at them both now, Jerome found himself in their finger joints and neat conch ears, in their long legs and wild curls. He heard himself in their partial lisps caused by puffy tongues vibrating against slightly noticeable buckteeth. He did not consider if or how or why he loved them. They were just love: they were the first evidence he ever had of love, and they would be the last confimation of love when everything else fell away.

Zadie Smith, On Beauty

10:40 Uhr. Kategorie Buch. Keine Antwort.

DER LETZTE KÖNIG VON SCHOTTLAND

The Last King of Scotland beginnt symbolisch mit einem Sprung ins kalte Wasser. Der frisch gebackene Arzt Nicholas Garrigan springt 1971 mit seinen Kommilitonen in einen schottischen See, und ebenso impulsiv entscheidet er, dem engen Elternhaus und der verplanten Zukunft zu entkommen und nach Uganda zu flüchten. Wo er – mit dem Ende des Obute-Regimes und dem Beginn der Díktatur von Idi Amin – schnell mehr Abenteuer erlebt, als ihm lieb sein kann.

Es wirkt etwas seltsam, dass ein Film über ein zutiefst «schwarzes» Thema im Populärkino immer noch eine weiße Identifikationsfigur für uns Zuschauer braucht, um Erfolg zu haben. So war es bei Der Ewige Gärtner, bei Blood Diamonds und so auch hier… wir sehen die afrikanische Kultur durch die Augen die Augen des jungen Arztes als fremd, exotisch, erotisch, aufregend. The Last King zitiert hier leider etwas weitreichend die bekannten Klischees. Tanzende Frauen, nackte Brüste, hilflose Kinderaugen. Eine der Stärken von James McAvoys etwas Hugh-Grantelnder Darstellung von Garrigan ist aber, dass die Figur nicht durchweg positiv ist. Garrigan ist kein selbstloser Samariter, er ist nach Uganda gekommen, um Spaß zu haben, ein bißchen Gutmensch zu spielen, ein paar schwarze Frauen zu vögeln. Und als würden all seine Träume in Erfüllung gehen, wird er durch einen Zufall Leibarzt von des frisch selbsternannten Präsidenten Idi Amin. Ab hier heißt es zunächst: Schnelle Autos, Macht, Gogo-Girls.

Wie Nicholas in der Rolle des frei erfundenen Leibarztes (obwohl Amin angeblich tatsächlich einen schottischen Arzt gehabt haben soll), kriegt man als Zuschauer von der Gewalt des Amin-Regimes kaum etwas mit. Die Säuberungsaktionen, denen hunderttausende von Menschen zum Opfer fielen werden nur am Ende mit einer Zeile erwähnt. Amins Antisemitismus und seine Begeisterug für den Faschismus und Islamismus werden nur minimal angerissen, als es um die Entebbe-Entführung der Air-France-Machine durch Palästinenser geht. Der politische Idi Amin steht – bis auf den Abspann – weit im Hintergrund. Kevin Macdonald, der das Buch von Giles Foden als Grundlage seines Films nahm, geht es eher um die Person Amin.

Superstar Forest Whitaker, der für die Rolle einen Oscar erhielt, gibt den Diktator in der vertrauten hoch körperlichen Art, die Whitaker zu eigen ist. Sein Amin gestikuliert, schwitzt, scheint im Laufe der kurzen Zeit des Films vom charismatischen sportiven Fußball- und Boxfan zum fettleibigen, öligen Monster zu mutieren, dessen Uniformknöpfe fast wegzuplatzen drohen. Whitaker kehrt das Innere ungeniert nach außen. Man merkt, wie er sich methodisch auf diese Rolle vorbereitet hat, selbst in Uganda war, Suaheli gelernt, enge Vertraute von Amin interviewt hat, um völlig in dessen Haut zu schlüpfen. Und so wie er in Ghost Dog zum schweigenden urbanen Samurai wurde, mutiert Whitaker hier mit minimalen Mitteln nicht nur zu «His Excellency President for Life Field Marshal Al Hadji Dr. Idi Amin, VC, DSO, MC, King of Scotland, Lord of All the Beasts of the Earth and Fishes of the Sea and Conqueror of the British Empire in Africa in General and Uganda in Particular», sondern wächst über die tatsächliche Figur hinaus, wird zum Urbild der seltsam lachhaften, infantilen afikanischen Diktatoren, mit ihren französischen und englischen Hintermännern, mit ihren korrupten Beamten. Ob Amin, Mugabe oder Obiang, ob Uniform oder Anzug – Whitaker gelingt eine fast mystische Chiffre-Figur, der er Komplexe, Sehnsüchte, Charme und Wut verleiht, die universalen Charakter besitzen. Sein Amin ist ein großzügiger, einnehmender Charismatiker, der wortwörtlich von einem Moment zum nächsten vom humorvollen Bonmot zur manisch-paranoiden Hassorgie kippt. Auch den Zuschauer lullt Whitaker zunächst mit Humor und Wärme ein… und umso schockierender ist, wenn die Maske bröckelt. «Er war schon immer so, er hat sich nur jetzt entschieden, es dir zu zeigen.» Garrigan erkennt in Amin in einer der Schlüsselszenen des Films ein «Kind» und so legt Whitaker die Rolle an. Ein Kind, das so verführerisch lieb wie mörderisch wütend sein kann, das eigentlich Opfer der eigenen Gefühlswelt ist, selbst nie weiß, ob es dich im nächsten Moment umarmen oder erschießen lassen will. Auch wenn in Garrigans Statement wieder eine ethnozetrische Arroganz steckt, wichtiger in dieser Szene ist, was ihm Amin als Antowrt an den Kopf wirft. Whitakers finale Worte an Garrison sind eine Abrechnung mit der Einmischung der Weißen in Afrikas Angelegenheiten: «You came to Africa to play the white man. But we aren’t a game. We’re real. This room is real. And when you die, it will be the first real thing you have done.»

Denn anders als die meisten Opfer von Amin ist Garrigan selbst schuld an seiner Tragödie. Anders als die von Gillian Anderson gespielte ausgebrannte britische Arztfrau Sarah Merrit, hat er keine Ahnung von Politik, keinen Funken Realitätssinn, keine Professionalität… Er beginnt eine absehbare Affaire mit einer der Ehefrauen von Amin und macht eigentlich alles falsch, was man nur falsch machen kann. Mit Nicholas Garrigan lernen wir, dass Afrika kein Ort für Fun & Games ist, keine sympathische Touristen-All-Inclusive-Oase, sondern eine harte, gefährliche Region, bei der man froh sein kann, wenn man lebend davonkommt. Ungeachtet der spannenden, aber für diese Art Film vielleicht etwas irritierend Hollywood-artig inszenierten letzten dreißig Minuten des Films ist das die Lektion des Films: Die Weißen sind trotz vielleicht guter Absichten (mit) schuld an der Misere von Afrika und somit mittelfristig auch an den sie selbst betreffenden Folgen der Gewalt. Garrigan zahlt im Finale des Films für seine Naivität einen hohen Preis, aber schlimmer noch ist, dass durch seine Naivität und Dummheit zwei der positivsten Figuren des Films leiden – sein Kollegen, der Arzt Thomas Junju, und Amins Ehefrau Kay. In dem Moment, wo Nicholas mit einem betrunkenen «Ah, was soll’s?» mit Kay Amin schläft, besiegelt er ihr Schicksal. Einer der faszinierenden Aspekte von Last King ist, dass unser Held im Grunde keiner ist, sondern ein naiver hormongesteuerter Tölpel, der erst Amins Charme verfällt und in blindem Enthusiasmus an dessen Revolution glaubt und dann nur mit Glück, ohne eigenes Dazutun, wieder aus diesem Abenteuer herauskommt. Der in Amin einen Ersatz-Vater gefunden zu haben glaubte und wie ein geprügelter Hund flüchten muss. Den man also nicht sonderlich mögen muss.

McAvoy und Whitaker, aber auch die zahlreichen großartig gespielten Nebenrollen, machen diesen Film bei aller Oberflächlichkeit und allen historischen Freiheiten zu einem tighten kleinen Thriller, unter dessen grobkörniger Oberfläche ein subtil vielschichtiger psychosozialer Subtext steht, der dem Film einen langen Nachhall verleiht. Inhaltlich und in Sachen Komplexität ist Der Ewige Gärtner der dichtere, glaubhaftere, anregendere Film… aber der intime gegenseitige Verführungs-Tanz von McAvoy und Whitaker macht den Film mehr als sehenswert.

08:44 Uhr. Kategorie Film. Eine Antwort.

KLAXONS PRIME CLUB KÖLN

Eins ist mal klar: Diesen Gig werden die Klaxons so schnell nicht vergessen. Im ziemlich vollgestopften Kölner Prime Club haben die New Raver aus London ihre Tour beendet und schienen selbst von den «fucking psychos» im Publikum überrascht zu sein – ebenso wie die Security, die von der Moshcrowd komplett überfordert war. Leuchtstäbe, Pogo und ich glaube, wir waren so drei viermal mit ein paar zig Leuten auf der Bühne, bis die Band teilweise nicht mehr spielen konnte. Ich hab selten ein Konzert erlebt, wo das Publikum SO derbe abgeht, selbst bei Deichkind war es dagegen fast noch normal. Reynolds und Co. beginnen den Gig mit einer seltsamen Punk-Nummer, die mal so gar nicht nach den Klax klingt und steigen dann aber sofort mit Atlantis to Interzone absolut voll ein und ab dem Song steht keiner mehr im Publikum ruhig. Nach dem ruhigeren Air-Konzert hab ich mich hier mitten ins Publikum geworfen und damn, ich war froh, am Ende noch meine Jacke am Leib und alle Knochen beieinander zu haben, das war hoher Seegang und mehr Spaß, als man für 18 Euro eigentlich haben dürfte. Die Band bringt die Songs des gesamten Album, überraschend gut (vor allem wenn man bedenkt, dass sie sich bei einigen Tracks vor lauter Publikum auf der Bühne kaum noch bewegen können und Reighton und Reynolds unter dem Druck der Masse gemeinsam gebeugt vor dem Mikrophon der Keyboards stehen… ), aber deutlich härter, mit einer soliden Prise Punk-Flair, die dem eher poppig produzierten Album mitunter fehlt. Live fällt auf, das nahezu jeder Track des Albums ein Hit ist, und die völlig verschwitzt auf der Bühne ackernden Klaxons das Publikum in immer wildere Tanzorgien stürzen. Es ist ein enger, heißer, frenetischer Gig und das Publikum vielleicht ein bisschen geiler, ein bisschen mehr Rave als die Band eigentlich selbst, der eigentliche Kick ist, in dieser wogenden, schwitzenden Masse zu stehen, Leute über Kopf zu tragen und einfach breit grinsend gemeinsam zu feiern.

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25. März 2007 16:54 Uhr. Kategorie Live. 9 Antworten.

JUST IMAGINE…

15:15 Uhr. Kategorie Stuff. 5 Antworten.

SINFEST




Läuft seit gut sieben Jahren und ist immer noch absolut grandios: Sinfest von Tatsuya Ishida.

Hier.

12:04 Uhr. Kategorie Online. Keine Antwort.

THE RAKES: TEN NEW MESSAGES

Das Cover des neuen Rakes-Album gemahnt etwas an X&Y von Coldplay oder an die Blue-Monday-12″ von New Order – wenn hier auch leider inkonsequenterweise nicht auf Schrift verzichtet wurde -, aber unter dem Cover ist nichts von der melancholischen Pathos-Süßlichkeit von Chris Martins Band zu befürchten. Die Rakes klingen klar und nüchtern wie eh und je, trocken und hart wie die unehelichen Kinder von den Strokes und The Fall mit Bloc Party als Amme. Den zweiten Longplayer eröffnen The Rakes fulminant mit The World was a mess but his hair was perfect, was vom Titel her an Morrissey erinnert, aber eher eine druckvolle staubtrockene Nummer ist, gefolgt von der ersten Auskopplung We danced together. Beide Stücke bringen die Tradition des britischen Postpunk-Gitarrenrocks sauber auf den Punkt – ehrliche, handgemacht, kleine Nummern, Texte über den Alltag, Arbeit, Langeweile, eine Direktheit, die im krassen Gegensatz zum Haute-Couture-Image der dürren Londoner steht. Die Musik wirkt deutlich gereifter und ruhiger als auf dem Erstling Capture/Release, internationaler, erwachsener, weniger Franz-Ferdinand, ohne dabei aber die Underdog-Wut verloren zu haben. Suspicious Eyes, ein Song über die Londoner Terror-Bombenattacken, wartet sogar mit Gueststars auf, dem Rapper Raxstar und der Sängerin Laura Marlin(g), und zeigt den gewachsenen Status der Band. Dennoch baut die Band nach wie vor auf simple Bass/Schlagzeug/Gitarre-Songs, einfache Harmonien, straighte Akkorde, unprätentiösen Gesang. Alles sehr down to earth, sehr vertraut, sehr New-Yorker-Kellerband, und die Produktion unterstreicht dieses Flair, ohne gleich Lo-Fi klingen zu wollen. Die Band verzichtet auf die Verlockung, zu Synth und anderen Studiotricks zu greifen und bleibt zackig bei den bewährten Mitteln, und diese Zurückhaltung zahlt sich aus.

Die Rakes stehen musikalisch in einer gewaltigen Welle von ähnlich klingenden, ähnlich aussehenden jungen Brit-Bands – Maximo Park, Kaiser Chiefs, Kasabian, Arctic Monkeys und und und -, die ein Revival von UK-Art-Punkpop angeschoben haben und jetzt auf dem zweiten Album beweisen müssen, dass sie mehr sind als One-Hit-Wonder. Die Rakes schaffen das mit einem vielleicht etwas kantenloseren, aber absolut druckvollen Album, das mit zwei drei totsicheren Indie-Hits aufwarten kann, aber vor allem kohärenter wirkt als der Erstling, weniger zusammengesammelt, durchdachter, erwachsener.  Ten New Messages ist ein starkes, ambitioniertes Album, deutlich sperriger und weniger poppig als Bloc Partys A Weekend in the City, spürbar weniger clubby und überproduziert, näher an der Straße, mit mehr Dreck zwischen den Zähnen. Sicher keine Platte, bei der man von einem Meilenstein sprechen kann, die etwas wirklich Neues nach vorne schiebt, aber auf jeden Fall ein Album, dass man gepflegt im Plattenschrank stehen haben kann.

23. März 2007 08:46 Uhr. Kategorie Musik. Keine Antwort.

Apropos Mini…


Et Voila, die kleinste Go-Kart-Bahn der Welt, zwar nicht wirklich von Carrera (sondern von Faller), aber dafür voll mobil im Alukoffer, mit zwei Meter Bahnstrecke und Batterie für fünf Stunden Spielspass. Mit 600 Euro ein Schnäppchen und das richtige Geschenk für das Kind im Mann, der alles hat. ;-D

Und wers etwas größer braucht

via Seihin

00:03 Uhr. Kategorie Stuff. 2 Antworten.

MINI ROCKS

Der der Mini mitunter die beste Werbung hat, beweist diese kampagne der Milaner Agentur D’Adda, Lorenzini, Vigorello, BBDO. Schlagender Beweis dafür, dass der Mini selbst das Zeug zum Klassiker hat. Viel Spaß beim Raten ;-).

Via I believe in Advertising

22. März 2007 20:13 Uhr. Kategorie Design. 6 Antworten.

Air live Köln

Die Air-Köpfe Nicolas Godin und Jean Benoit Dunckel sind eigentlich nicht die Leute, die man sich unbedingt auf einer Live-Bühne vorstellt. Sie wirken eigentlich zu stylig, zu cool, zu trendy, um sich dem Stress einer Tour auszusetzen. Du erwartest die beiden eher bei einem Mode-Shooting oder einer Vernissage, zumindest aber in einem Café, nicht zwischen Kabeln und in lauter Rock-Atmosphäre. Eine der ersten Überraschungen beim Air-Konzert ist insofern, wie wenig Glamour auf der Bühne herrscht. Licht und Technik sind fast nackt, ein Bühnenbild existiert – abgesehen von einer kleinen etwas schwach wirkenden LED-Installation – nicht, Godin und Dunckel stehen im Vordergrund und die exzellenten Backgroundmusiker sind fast unsichtbar. Ich hätte mit mehr Flair gerechnet, vielleicht. Umso überraschender der Sound, bei dem ich anfangs dachte, er käme partiell aus dem Rechner, weil er absolut makellos ist. Der Lautstärkepegel ist sehr kontrolliert, keineswegs leise, aber beileibe deutlich unter dem normalen Rock-Gig-Pegel, jedes Instrument ist in dem nicht immer ganz einfach zu beschallenden E-Werk völlig transparent im Raum, die Drums klingen fast unwirklich gut. Erst als wir näher an die Bühne kommen und die drei Background-Musicians – darunter Dave Palmer fast versteckt hinter einer Keyboardburg – sehen, wird klar, dass hier jeder Ton live kommt. Selbst der Drummer steuert über Triggerpads noch Synth-Klänge bei, Glockenspiel und SFX-Klänge. Und Dunckels Korg-Synth wird sogar noch von einem Roadie mit Zettel in der Hand manuell vor einigen Songs neu eingestellt. Und für live ist der Sound geradezu umwerfend elegant, dicht, überzeugend. Das Retro-Flair der Studioaufnahmen wird präzise auf der Bühne umgesetzt, die analogen Klänge, der warme George-Harrison-Baßsound, die Electric-Light-Orchestra-Anklänge, die Vocoderstimme… so präzise habe ich selten eine eher elektronisch orientierte Band auf der Bühne live operieren gesehen. Da schadet es nicht, dass der Drummer Earl Harvin ein Gott ist, der sexy und relaxt die Air-Sachen herunterspielt und im Detail bereichert und nur an einer Stelle, bei People in The City, mit einem angedeuteten Drumsolo zeigt, welcher Panther eigentlich in ihm steckt. Die Drums alleine waren den gesamten Eintrittspreis wert und zu sehen, wie Harvin völlig professionell den Air-Sound trifft, akustische und elektronische Sounds gleichzeitg bedient und dabei auch vom reinen Sex-Appeal her nahtlos in die Band passt – Perfektion.

Air liefern ein Set, dass munter durch die wichtigen Alben der Band wandert, lassen die großen Hits natürlich nicht aus, und bringen so eine Gesamtschau auf ihr Oevre, dass in dieser Form bündiger und weniger heterogen wirkt als auf den Alben selbst. Die musikalische Odyssee von Air wirkt live eher, als hätten sie sich nie wirklich bewegt, als wäre die Suche nach dem perfekten Sound nur eine Illusion gewesen… selbst die Moon-Safari-Oldies wie Kelly Watch The Stars wirken seltsam aktuell – so zeitlos wie Kubricks 2001-Opus. Der Retro-SF-Sound der beiden Spaceboys Dunckel und Godin scheint immun gegen Rost zu sein, wirkt aktueller als etwa manche alte Tracks von Daft Punk oder Alex Gopher, weil nie wirklich einem Zeitgeist verschrieben. Man darf bei einem Konzert dieser Art nicht erwarten, dass die Emotionen hochkochen. Weder auf der Bühne noch im Publikum ist wirklich Party angesagt, die Band spielt kühl und routiniert ihr Set runter, das Publikum applaudiert brav und wiegt sich sanft in den Weichspülerwogen der Lounge-Music. Direkt vor uns stand ein Zuschauer, der ziemlich Party gemacht, viel und körperbetont getanzt hat.. und ich fand ihn großartig, so undeutsch… aber die meisten Leute wirkten eher irritiert, dass man zur gepflegten SF-Kammermusik so viel Spaß haben kann. An sich schade, etwas mehr heißes Blut hätte dem Abend sicher gut getan. Aber vielleicht lässt das die elegische, elegante Sterilität der Musik nicht zu, die ja eher zu Milchkaffee und Small Talk einlädt denn zum moshen.

Und etwas mehr Länge wäre sicher auch schön gewesen. Das Konzert endet nach insgesamt etwas über einer Stunde. Nach 40 Minuten verlässt die Band erstmals die Bühne und gibt dann noch ein Zugabenset, kurz nach 22 Uhr ist der Gig, der kurz nach Neun begann, beendet und das Saallicht geht gnadenlos an. Weniger ist mehr und vielleicht sind sechzig wirklich solide Minuten besser als 180 schlechte, aber man fragt sich schon, was in den Köpfen von Fans vor geht die – sagen wir mal – aus Bielefeld gekommen sind. Die also drei oder vier Stunden Fahrt für ihr französischen Lieblinge in Kauf nehmen… und damit dreimal so lang auf der Autobahn sind als vor der Bühne. Entsprechend etwas enttäuscht ist die Stimmung nach dem Konzert bei den Besuchern des recht vollen E-Werks. Vielleicht ist das so ein französisches Ding, ich erinnere mich, dass die Air-Freunde Phoenix auch recht kurz gespielt haben… aber eine halbe Stunde mehr hätte dem Konzert sicher nicht geschadet.

Unterm Strich liefern Air absolut beneidenswert perfekten Sound, so stylish und gepflegt wie auf dem Album, fast ZU perfekt, zu poliert, zu Chrom und Glas. Etwas mehr toughness, etwas mehr Dekonstruktion, etwas mehr Spielfreude, etwas mehr Bandfeeling hätte sicherlich den Stücken eine neue Dimension verliehen. So wie es war, war es eine unglaublich perfekte Umsetzung eines unglaublich perfekten Studiosounds, ein Meisterwerk an schlichter Eleganz und perfekter Kontrolle. Und zu dieser introvertierten, schüchternen, vielleicht einen Hauch arrogant wirkenden Manier passt es dann eben vielleicht auch, die Party zu früh zu verlassen und aufzuhören, solange man gut ist. Air live ist ein wunderbares Kleinod, das man bewundern, aber eigentlich nicht wirklich anfassen kann.

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10:22 Uhr. Kategorie Live. 10 Antworten.

LCD SOUNDSYSTEM: SOUND OF SILVER



DFA-Records
-Chef, DJ , Remixer und Mr. LCD-Soundsystem James Murphy hat mit dem überlasziven North American Scum längst den ersten großen Hit dieses neuen zweiten Albums ausgekoppelt, auf dem einiges anderes an Hitmaterial steckt. Eine Melange aus dem Discoflair der späten Siebziger mit New-Wave-Sequencing und Analogsounds der 80er ergeben ein seltsam schmales, elegantes und leichtfüssiges Album, das mit 9 durchweg recht langen Tracks beeindruckt. Direkt der Einstieg Get Innocuous macht mit einem Kraftwerk-artigen Bassbeat klar, wo die Reise hingeht, wunderbar getoppt von Murphys David-Bowie-at-his-best-Gesang. Wunderbare echte Drums nehmen dem Song die Sterilität und man ist mitten drin in Ashes To Ashes mit Heaven 17 als Feature Guest. In Sachen Opener eines Albums ist dieser Track kaum noch zu toppen, ein urbaner Moloch, für Kopfhörer ebenso geeignet wie für den Dancefloor. Es ist überraschend, wie Murphy seit dem ersten Album und 45:33 (seinem nur Online verfügbaren Nike-Jogging-Track, das zumindest partiell auch in Sound of Silver zweitverwertet wurde – oh, und ist der Titel des Tracks nicht an sich schon eine wunderbare Verbeugung vorm Vinyl?) gewachsen ist und wie live die Songs klingen. Time to get away zeigt Murphy von einer anderen Seite, mehr Byrne als Bowie, mit dem Fun der frühen Talking Heads, eher funky als monolithisch.

Murphy liefert Hipster-Disco vom feinsten, ebenso selbstreferentiell wie in den Plattenkisten seiner Jugend wühlend, eine Menge der Tracks klingen als wären sie aus einem alternativen 80s-Universum zu uns gekommen, das schneller und härter war als unsere 80s. Stroboskopen-Bassläufe, warme Analogsounds, relaxte Roland-Drumsounds, und Murphy, der ekstatisch über den feingewobenen Musikteppich hinwegschreit. Dabei wandelt die Platte phantastisch zwischen den Emotionen, wird ruhiger, zieht wieder an, kommt von der entspannten Hypnose von Someone Great scheinbar nahtlos zu der orgiastischen Percussionwut von Us vs. Them (wieder mit diesem großartigem nöhlenden Bowie-Feeling in den Refrain-Vocals). Das überraschende ist, dass dieser eklektische Stilmix doch überzeugend kohärent bleibt, ein gesamtes Album ergibt, das mehr ist nur als eine Ansammlung einzelner Tracks. Es macht Spaß, Murphys Einflüsse zu erraten, ein musikalisches Trivial Pursuit von geklauten Bassläufen und Melodien, Phrasierungen und Feelings. Und doch ist Sound of Silver kein reines Flashback-Album, keine blosse Hommage an die New Yorker Discos der späten 70s und frühen 80s, sondern ein fröhlicher eklektischer Mix aus Punk, New Wave, Elektro, Indie, der mit viel Spaß und Verve zusammengerührt ist. Nicht umsonst ist ein in Alufolie verpackter Betonmischer auf dem Cover zu sehen – oder zumindest etwas, was so aussieht :-D. Das viel von der Musik mit Live-Instrumenten eingespielt ist, macht einen absoluten Bonus aus und drückt etwa Watch the Tapes weit nach vorne. Die Musik bleibt nie steril, sondern greift den Geist der frühen Discotracks auch in der Produktion aus. Echter Funk braucht echte Instrumente ;-). Die einzig nennenswerte Schwachstelle des Albums ist das unsagbare öde New York I love you but you drag me down, schon vom Titel her eine erkennbare Morrissey-Hommage, die einfach überhaupt nicht auf die Platte passen will und nur als Gag durchgeht, dafür aber zu lang ist. Ansonsten ist Sound of Silver ein Must-Have-Album, postmoderne Popmusik auf der Höhe der Zeit. Eine Underground-remixte Version des Albums bekommt man übrigens hier

21. März 2007 09:50 Uhr. Kategorie Musik. Keine Antwort.

HOTEL

klicken

20. März 2007 11:58 Uhr. Kategorie Photos. Keine Antwort.

MUSIKA 77: BRAVE YOU FREE MAY

Schon das Cover des neuen Albums von Johann Krantz Band Musika 77 ist Minimalismus pur: nur der von der Plattenfirma aufgebrachte Sticker verrät den Namen der Band und des Albums, ansonsten gibt uns die schwedische Band nicht mehr als den Blick auf eine Waldlichtung. In bester Joy-Division/Pink-Floyd-Tradition verschwindet die Band hinter ihrer Musik. Im Digipack finden sich keine Informationen zur Band, die URL-Adressen der Plattenfirmen unter der CD selbst scheinen vom Label durchgedrückt worden zu sein. Die CD selbst ist monolithische mattschwarz.

Ebenso Lo-Fi ist die Musik selbst. Fast berechenbar der schwedische Mix aus emotionaler Musik, die sich von totaler Stille zum Sturm hochpushen kann und binnen eines Stückes den Weg von Lethargie zu Orgasmus durchschreiten kann, und einem nasal warmen Gesang, der körperlos auf dem Rücken der Komposition reitet. Nicht ohne Grund erinnert hier einiges an Low, Boy Omega oder Audrey: die rotzig wirkende Produktion, die akustischen Instrumente, Streicher, Klavier, Gitarre, dieses herbstliche Flair, das wie Mehltau auf allen Stücken liegt. Es gibt – zumal aus Skandinavien – eine Menge Bands dieses Silent-Indie, zu viele, um sie aufzuzählen. Musika 77 sind eine würdige Erweiterung dieser Phalanx. Krantz verlorene Stimme erinnert in ihren besten Momenten an Mark Hollis, klingt so körperlos entrückt und zugleich hip, wie der ausgemergelte Sänger tatsächlich aussieht. Musika 77 liefern – wie so viele ihrer stilistischen Vorbilder – den Soundtrack für die zersplitterte Jugend, Balsam für die Seelen der introvertierten stillen Kids, die im Dunkeln mit Kopfhörern auf ihren Betten liegen und verlorener Liebe nachtrauern.

Und sie machen ihre Sache gut. Majestätische Akkorde, reduzierte Instrumentierung, nur hier und da von Bläsern und Streichern emporgehoben, eine manchmal fast an Americana-Sound angelehnte Schlagzeug-Bass-Gitarre-Harmonie. Ein Track wie Snow, White ist nur noch einen Hauch von Country entfernt. Wenn man so will liefern Bands wie Musika das nordeuropäische Gegenstück zur amerikanischen Coutry-Musik. Eine erdverbundene, bescheidene, stille Musik, die Ehrlichkeit und Trauer in sich trägt, die eine tiefe Spiritualität und Emotionalität ausstrahlen will, die Wehmut hat. Wo die US-Variante mit Cowboyhut und Yee-Haw lebhafter ist, vermischt sich der neoeuropäische Folk mit der suizidalen Traurigkeit eines Nick Drake zu einem spöden, fragilen Konstrukt, das jeden Moment zerspringen könnte. Krantz’ Stimme ist fast zittrig, immer am Abgrund zur Stimmlosigkeit, ohne das dieser Tremolo zu aufgesetzt wirken würde. Einzig das Schlagzeug erzeugt Momente von Wut und Kraft in den Kompositionen, ansonsten dominiert ein Moment des Zögerns, des Innehaltens, des Wartens, die diese Wut sinn- und kraftlos wirken lässt. Insofern verkörpern Musika 77 mit ihrer fast religiösen Musik perfekt die hilflose traurige Wut des Teenage Underdogs, diese Übersensibilität, die Hilflosigkeit, die Unfähigkeit zur Rebellion. Wo der Punk sagte: Geh raus und reiß den Asphalt auf, sagen Bands wie Musika 77: Geh in dein Schlafzimmer und weine ein bisschen. Manchmal ist es ein bisschen traurig, dass die wütende Musik heute in den Händen der falschen Leute gelandet ist und die smarten Kids sich in ihre Cocooning-Welt aus Mascara und MySpace zurückziehen und den Soundtrack zum Weltschmerz hören.

Das ändert aber nichts daran, dass Musika 77 einen hervorragenden melancholischen Soundteppich abliefern. Wie bei vielen Bands dieser Richtung ist unter dem Wall of Sound und der mitreissend traurigen Emotionalität nur wenig wirklich bemerkenswertes Songwriting zu finden, aber gut.. die Regeln eines klassischen Popsongs sollte man hier gar nicht anwenden wollen, es geht um die Vermittlung von Emotionen, nicht darum, eine Hookline nach Ende der Platte als Ohrwurm im Kopf zu haben. Platten wie diese sind intensiv in dem Moment, in dem du sie hörst und dann schnell auch wieder vergessen, weil ihre fluide, langsame Qualität komplex ist und sich nicht so wegmerken lässt wie ein radiotauglicher Hit.

Brave You Free May
ist die ideale Platte, die du im Dunkeln hören willst, um diese schrecklichwunderbare Mischung aus Glücklich und Traurig zu fühlen, dieses körperlose, bittersüße Gefühl, das alles gerade hier und jetzt in diesem einen Moment perfekt ist und du genau deshalb traurig wirst, weil du ja weißt, so kann es nicht bleiben, weil dieser eine Moment dir durch die Finger rinnt.

08:54 Uhr. Kategorie Musik. Keine Antwort.

CIAO OSKAR

19. März 2007 15:29 Uhr. Kategorie Leben. 9 Antworten.

VIENNA TENG: DREAMING THROUGH THE NOISE

Der Lebenslauf von Vienna Teng liest sich wie der eines Wunderkindes: Spielte Klavier mit fünf, komponierte eigene Lieder mit sechs – und mit dem dritten Album, Dreaming Through The Noise, vor dem großen Durchbruch in den Pop-Kosmos. Wie viele junge Singer/Songwriterinnen erinnert sie kompositorisch aber auch stimmlich sehr deutlich an Vorbilder wie vor allem Tori Amos und Sarah MacLachlan, zumal Tengs Mischung aus warmer, intensiver Stimme und hellen überschlagenden Tönen und ihr Klavierspiel deutlich in Richtung Tori Amos in ihrer besten Zeit gehen. Vienna Teng ist aber weniger scharfkantig als Amos, weniger intensiv, weniger auf der Suche nach Extremen… ihre Musik gratwanderd zwischen Kammermusik, Country (City Hall), Folk Jazz (Till Brönner steuert die Trompete auf Transcontinental 1:30 bei), und natürlich Pop. Die sich ergebende Melange klingt aufs erste Hören fast enttäuschend vertraut. Man ist sofort zuhause in den Harmonien und Arrangements, der warmen und angenehm zeitlosen Produktion, dem einscheichelnden emotionalen Sopran von Teng. Songs wie Love Turns 40 (ein ausgesprochen an Tori Amos erinnernder Song) beweisen, dass Vienna Teng auch in ihren Texten die richtigen Saiten zupfen kann, smarte kleine Geschichten erzählt.

Dreaming Through the Noise ist kein ausgesprochen ambitioniertes Album, sondenr ein ein ruhiges, bescheidenes, aber souveränes Stück Kammerpop, den man sich hervorragend bei Sonntag-morgen-Frühstück-im-Bett anhören kann. Das Album wird niemals platt, niemals dumm und schwingt sich immer wieder zu wunderbaren Melodien und Ideen auf, ohne jemals aufdringlich zu werden. Wie ein braves Hündchen spaziert es an deiner Seite, von Song zu Song, und nach einer Weile erwischt du dich dabei, wie du die Musik kaum mehr wahrnimmst, weil sie wie selbstverständlich in deine Poren einsickert. Insofern ist Dreaming Through The Noise ein wenig ohne Ecken und Kanten, vielleicht einen Hauch zu gefällig – aber unter der Flut ähnlicher Milchkaffee-Acts sticht Vienna Teng hervor durch eine hochintensive Instrumentierung, kompaktes, gekonntes Songwriting und eine Stimme, die mehr will als nur schmusig sein.

09:14 Uhr. Kategorie Musik. Keine Antwort.

ANNA TERNHEIM: SEPARATION ROAD

Schon Anna Ternheims Erstling Somebody Outside konnte mit einer seltsamen Mischung aus Pop, Folk und Jazz überzeugen, getragen von der Stimme der Singer/Songwriterin, die nasal-souverän bis hell-mädchenhaft durch ihre Songs führt. Der Nachfolger Separation Road lässt bereits mit dem Intro keinen Zweifel daran, dass hier etwas neues auf uns zukommt: Dramatische Streicher dringen wie ein melancholischer Soundtrack aus den Boxen und greifen die Stimmung des etwas an die Arrangements von Storm Thorgerson erinnernden Covermotivs auf. Die Streicher gehen nahtlos in ein verstimmtes Honky-Tonk-Piano über und Track 2, Girl Laying Down, steigert sich schnell zu einem hymnischen Refrain, der klar macht, dass Separation Road wuchtiger, poppiger, größer sein soll als Somebody Outside, weniger introvertiert. Mit diesem Album zielt Ternheim nicht mehr auf die kleinen Bars, sondern auf die Konzerthallen. Auch das fast naive Today is a Good Day zementiert den Airplay-Anspruch des Albums. Die Stimme wirkt heller als auf dem Erstling, weniger jazzig. Die Tatsache, dass Ternheim im Verlauf des Albums natürlich auch wieder ruhiger und mitunter fast bluesig wird, oder eine countryinspirierte Gitarre sich in die in die Produktion einschummelt, dass mit den ersten Zeilen von Calling Love fast Ton für Ton an To Be Gone anknüpft, all das schafft Brücken zwischen den beiden Album und zeigt doch zugleich Wachstum der Künstlerin, die immerhin das Album selbst komponiert, getextet, ko-produziert und auch noch die Art-Direction übernommen hat.

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18. März 2007 12:36 Uhr. Kategorie Musik. Eine Antwort.

BESSER SCHLECHT GEKLAUT ALS… ÄH…



Markus Sorger
schickt mir gerade dieses Bild mit folgendem Text:

«Gerade stolpere ich in den Weiten des Webs über anhängendes Plakat, das das russische Familienministerium zur Zeit für eine Kampagne verwendet.
Irgendwie kam es mir bekannt vor. Also überlegte ich….. woran verdammt erinnert es mich…. »

Woran wohl… ich hab’s nicht gewusst…

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16. März 2007 21:00 Uhr. Kategorie Design. 15 Antworten.

BUNNY

Noch ein Webcomic… und sooo niedlich… hier

Auch via Daily Scans

18:56 Uhr. Kategorie Online. Keine Antwort.

DAVE MATTHEWS: ACOUSTIC



Dave Matthews
ist in den USA ein stadionfüllender Superstar, den ich wirklich gern mal mit großer Band in Deutschland sehen würde, weil seine Songs, seine Arrangements und vor allem die Interaktion seiner Co-Musiker für absolut mitreißende Konzerte sorgen. In Deutschland ist Matthews nicht so bekannt, was vielleicht erklärt, dass er hier nurquasi als PS zu der Europatour mit der Band mit einem kleinen Acoustic-Set tourt, dass er gemeinsam mit seinem langjährigen Partner, dem aus Deutschland stammenden Ausnahmegitarristen Tim Reynolds, bestreitet. Das Kölner E-Werk ist ein seltsamer Rahmen, zumal unbestuhlt und randvoll, für eine Bühne mit zwei älteren Herren und Akustikgitarren, aber das vergisst du schnell, wenn die erst einmal loslegen. Den Anfang des Gigs am 13. haben wir prompt verpasst, wie immer auf ein verspätet anfangendes Konzert setzend, weil Matthews und Reynolds hyperpünktlich wirklich um Acht anfangen. Rückblickend sinnvoll, da das Konzert fast zwei Stunden und 45 Minuten dauert. Die beiden arbeiten sich mit viel Spaß durch ein Best-of-Set von Matthews, lassen auch die Coverversion von Daniel Lanois’ The Maker nicht aus, die fast fest in Matthews Liveset gehört. An die Stelle der komplexen Arrangements der Song setzt Matthews hier auf viel Kontakt zum Publikum, die Barriere, die bei großen Livegigs solcher Megastars unausweichlich da ist, scheint weggewischt, Matthews albert mit dem Publikum, sucht den Dialog, scheint zu improvisieren und ne Menge Spaß zu haben, vor allem wenn er von George Bushs Plastic Asshole erzählt und versucht es ihm geräuschvoll zu klauen… vielleicht waren in seinem Tee aber einfach auch nur wirklich Magic Mushrooms. Reynolds erweist sich in diesem kleinen Rahmen als der Ausnahmegitarrist, der er nun mal ist. Mit Delay und anderen Effekten zieht er aus seiner Gitarre eine Vielzahl von Sounds, die zwischen Mandoline und Synthesizer wandern, und immer wieder legt er ausgedehnte Soli hin, die der Saal mit frenetischem Applaus feiert. Reynolds ist hier alles andere als der Begleitgitarrist, er steht als gleichwertiger Star auf der Bühne und sorgt für mitreissende Momente, in denen für einen Acoustic-Gig mächtig die Kuh fliegt. Nachdem in letzter Zeit ja irgendwie in den Gigs der Wurm drin war – Razorlight und Snow Patrol gar nicht gesehen, Killers nur halb – war es cool, mal wieder in ein ausgezeichnetes Konzert zu gehen. Nur doof, dass ausgerechnet März/April, also wenn man die Nächte durcharbeitet, so viele exzellente Konzerte anstehen, man müsste fast täglich nach Köln fahren derzeit….

Das Photo stammt übrigens aus dem besuchenswerten Flickr-Set von von Cranker.

11:13 Uhr. Kategorie Live. 5 Antworten.

SIGMUND

Sigmund ist ein seit 1994 laufender Zeitungsstrip des Niederländers Peter de Witt. Hier…

via Daily Scans

14. März 2007 10:01 Uhr. Kategorie Online. Keine Antwort.

SCHADESCHADESCHADE…

Gestern kam eine eMail von Vaughan Oliver, laut der sich sehr über die Einladung freue, aber leider akut nicht als Sprecher für die Typo im Mai zur Verfügung stehe. Nachdem im Dezember schon Dirk Rudolph abgesagt haben, kommen damit zwei von meinen großen Helden, die fast unzertrennbar mit dem Thema Musik und Grafikdesign verbunden sind, nicht. Neben Peter Saville, Neville Brody und natürlich Storm Thorgerson sind Vaughan und die Dirk Heroen der Gestaltung von Vinyl und CD. Storm Thorgerson ist mit Hipgnosis Urgestein, hat schon für Zeppelin und Pink Floyd gearbeitet, ist aber auch heute noch mit Acts wie Muse oder Mars Volta musikalisch in guten Gewässern unterwegs, Vaughan, Peter und Neville haben die 80er fast im Alleingang geprägt, ganze Generationen von Designern inspiriert und ein für allemal Grafik Design auf breiter Front aus der Dienstleistunsgecke herausgeholt. Und Dirk ist in meinen Augen der deutsche Ausnahmedesigner in diesem Bereich, mit einem ganz distinktiven eigenen Stil, und jeder von euch hat eines seiner Alben schon einmal in der Hand gehabt. Allein Vaughan und Dirk auf einer Bühne zu haben – Rudolph ist ein großer Fan von Oliver und ursprünglich deutlich von dessen Stil beflügelt gewesen – wäre den Eintritt der gesamten Typo wert gewesen.

Wirklich schade, dass die genialen Gestalter anscheinend zugleich (und ja eigentlich sympathischerweise) keine Rampensäue sind, sondern eher lichtscheue Wesen, die sich in ihrer Arbeit, nicht in Keynote-Vorträgen ausdrücken. Saville hat schon vor ein paar Jahren bei der Typo die große Bühne gescheut und im kleineren Saal dann für einen natürlich vollends überfüllten Saal gefüllt. Jürgen Siebert schrieb mir, dass Zuzana Licko seit nunmehr zehn Jahren jede Einladung ausschlägt. Das traurige daran ist, dass wir so nur indirekt von diesen Legenden lernen können und zugleich, dass wir sie nicht gemeinsam feiern können :-D. Die Herangehensweise an ihre Arbeit ist bei allen genannten Designern höchst unterschiedlich und extrem spannend. Auch als Profi kannst du nie aufhören, von solchen Meistern zu lernen und von ihnen fasziniert zu sein, den Persönlichkeiten, den Ideen, der Arbeit, dem Denken. Mag sein, dass ich hier nur mal mein persönliches Pantheon vereint sehen wollte, aber das Visual Artwork in der Musikbranche wäre ohne diese Herren ebenso undenkbar wie ohne den unsterblichen unglaublichen großartigen Reid Miles. Es ist so, als würden wir in zehn Jahren über Buchdesign reden und Chip Kidd würde eine Einladung ablehnen. Einfach schade – und in Kidds Fall gottseidank unwahrscheinlich :-D.

Natürlich wird die Musik-Typo trotzdem explosiv. Jürgen, Benno und ihr Team haben sich Klaus Voormann gesichert, der gerade eben ja im Design Report ein wunderbares Feature hatte, mit Kim Hiorthoy ist einer meiner aktuellen Superhelden am Start, einer der intuitivsten und sparsamsten und smartesten und spielerischsten Designer der letzten Jahre, Großmeister des Jazzplakats Niklaus Troxler wird einen, darauf sei gewettet, unglaublichen Vortrag zaubern, und ich denke, die ein oder andere Überraschung hat der Fontshop sicher eh noch im Ärmel…

Aber trotzdem… müssen Genies immer so verdammt publikumsscheu sein? :-D

08:47 Uhr. Kategorie Leben. 20 Antworten.

BILLY BRAGG: LIFE’S A RIOT WITH SPY VS. SPY

Wie angedroht habe ich mir die neu aufgelegte Life is a Riot with Spy vs. Spy wieder geholt, das Debutalbum von Billy Bragg, das ich zusammen mit meinen anderen Vinylplatten weggeben hatte. Surreal, wie gut ich den Text jedes einzelnen Liedes noch kann. Irgendwie beängstigend. Wahrscheinlich können die Kids von heute dann mit Mitte dreißig irgendwelche Sido-Texte. Zum Weinen. Aber die sieben Tracks des Albums sitzen wie eingedübelt in meinem Kopf, minimalistischer Punkrock mit wütenden Texten und einer böse geschrammelten Gitarre, der angry young man in Reinkultur. Und bei Bragg ist und war das keine Pose, sondern gelebte Realität, bis heute. Interessanterweise ist das, was die Platte damals so seltsam achte – die Reduktion auf Gitarre und Vocals, die schlechte Produktion, die ganzen Mängel – heute ein Faktor, der die Platte zeitloser macht. Keine 80s-Drumkits, kein zu dumpfer Bass, die Platte wirkt nicht wie eine Flaschenpost aus der Vergangenheit, sondern seltsam aktuell und neu. Zumal die Underdog-Themen irgendwie noch perfekt, vielleicht sogar zu perfekt, in die heutige Zeit passen. «The simple girl buys what she’s told to buy». So einfach ist das bis heute.
Die Platte ist bis heute essentiell für British Music und ein absolutes Must-Buy. Die neue Package ist sehr aufwendig gemacht, mit einer ganzen CD mit sehr netten, wenn auch weniger stellaren Extratracks, einer Reproduktion des Original-Vinylcovers und einem etwas unpassenden neumodischen und vielleicht auch etwas überflüssigen Innenlayout. Aber damn, für 12 Euro ist das ganze ein Schnäppchen, also stellt euch die CD ins Regal.

13. März 2007 12:26 Uhr. Kategorie Musik. Keine Antwort.

OSKAR II







12. März 2007 11:42 Uhr. Kategorie Leben. 8 Antworten.

AUDIO THERAPY: ACROSS BORDERS – GREECE

Star-DJ Dave Seaman präsentiert auf diesem 2005 erschienenen Across-Borders-Sampler seiner Audiotherapy-Serie DJs und Acts aus Griechenland. Die zehn Tracks sind von Seaman ausgesucht, aber nicht zusammengemixt, und stellen die die griechische Musikszene als lebendig und international mehr als konkurrenzfähig vor. Die Songs kommen entspannt, mitunter etwas dünn produziert, aus den Boxen, und beweisen, wie sehr softwarebasierte Musik globalisierend wirkt. Im Kern könnten die Tracks auch von Ibiza oder aus Berlin stammen, aus Indien oder L.A.. House ist weniger von nationalen Traditionen geprägt als vielmehr von bestimmten Beats und Klängen, die überall auf der Welt sehr ähnlich sind, mitunter eben auch sehr austauschbar sind, ein in sich geschlossener Kreislauf von Einflüssen, Geräten, Sounds und Ergebnissen, insofern immer auch ein wenig gesichtslos. Wie bei Seaman üblich ist der erste Across-Borders-Sampler gefüllt mit soliden Downtempo-Tracks, die dich entspannt swingend auf die Tanzfläche bringen, in denen immer ein Resthauch von New Age Electronica mitschwingt. Insofern ist dieser Audiotherapy-Sampler nicht nur für DJs interessant, sondern auch einfach zum Zuhören geeignet. Die richtige Musik für die Twilighthours, wenn eine Party in den ruhigeren Teil übergeht und man übermüdet noch auf dem Boden hockt und redet, kurz bevor man die wirklich ruhige Musik laufen lässt. Ein Rest von soliden 4/4-Beat, aber drumherum Sounds, die einen eher einladen, die Augen zu schließen und loszulassen. Eine etwas harmlose, beileibe nicht progressive, aber dafür umso netter weghörbare Platte.

08:55 Uhr. Kategorie Musik. Keine Antwort.

OSKAR

07:59 Uhr. Kategorie Leben. Keine Antwort.

BILLY BRAGG: A NEW ENGLAND

Songs, von denen man vergisst, wie grandios sie waren. Billy Bragg, Inbegriff der 80s-Wiederkunft des nur mit einer Gitarre bewaffneten Punkfolk-Working-Class-Helden mit seiner Hymne A New England. Wie das ähnlich großartige Milkman of Human Kindness auf Life’s a Riot with Spy vs. Spy, dem vielleicht quintessentiellen Bragg-Album von 1983 mit dem wunderbar orange-gestreiften Cover. Absurderweise wurde der Song in einer deutlich verwässerten Fassung wenige Jahre später ein Hit für Kirsty MacColl. A New England ist bis heute ein wunderbarer Clash-Song der nie von The Clash kam und eins der feinsten Trennungs-Lieder schlechthin. Riot war vor allem 1984/85 eine kleine wichtige Platte für mich, die unentwegt lief, und ich hab sie gerade frisch remastered bestellt. Is it wrong to wish on space hardware ist so eine phantastische Zeile in diesem großartigen Song, der so wütend und energisch daherkommt und zugleich tieftraurig und rebellisch gegen das Erwachsenwerden und die Einsamkeit anklampft. Essentieller Rock’n'Roll, unsterblich wie Lederjacke und Fetzenjeans.

I was twenty one years when I wrote this song
Im twenty two now, but I wont be for long
People ask when will you grow up to be a man
But all the girls I loved at school
Are already pushing prams

I loved you then as I love you still
Tho I put you on a pedestal,
They put you on the pill
I dont feel bad about letting you go
I just feel sad about letting you know

I dont want to change the world
Im not looking for a new england
Im just looking for another girl
I dont want to change the world
Im not looking for a new england
Im just looking for another girl

I loved the words you wrote to me
But that was bloody yesterday
I cant survive on what you send
Every time you need a friend

I saw two shooting stars last night
I wished on them but they were only satellites
Is it wrong to wish on space hardware
I wish, I wish, I wish youd care

I dont want to change the world
Im not looking for a new england
Im just looking for another girl

11. März 2007 20:42 Uhr. Kategorie Musik. 3 Antworten.

BARRY GUY: FOLIO

Barry Guy, ursprünglich Jazz-Bassist, legt hier in der ECM New Series einen Spaziergang in Richtung Klassik hin. Seine Komposition Folio für zwei Violinen, Orchester und einen improvisierten Kontrabass (gespielt von Guy selbst). Basierend auf Theatre of the Soul, einen von 1912 stammenden Stück des russischen Drmatikers Nicolas Evreinov, das in der menschlichen Seele innerhalb von 30 Sekunden stattfindet, schafft Barry Guy einen unwirklichen, schleppenden Dialog zwischen Rationalität und Irationalem, der mal bedrohlich mäandernd mal wie schnelle silbrige Fische unter der Wasseroberfläche wirkt. Furiose Soli durchdringen die sphärischen Flächen, Cacophonie und Harmonie tanzen engumschlungen und die gesamte Komposition wirkt dreidimensional, wie ein aus Licht und Schatten von Frank O. Gehry erbauter kathedraler Bau, durch den du als Hörer reist. Unter den fast barocken Deckengewölbe (in denen dich öfters die Tauben verirren.. Guy hat wirklich als Architekt earbeitet und dabei u.a. gotische Kirchen restauriert) von Maya Homberger und Muriel Cantoreggi, deren Soloviolinen das Unterbewusste repräsentieren, wummert Barry Fuys frei improvisierter Bass (das Rationale, das «Jetzt»), der wie ein ein scheuer Hausgeist durch das Kirchenschiff irrt. Folio ist keine leichte Komposition, keine Erdbeerkuchen-Klassik, sondern ein anstrengendes, herausforderndes Stück, dass wunderbar scharfkantig und zugleich transluzent, ebenso farbenfroh und mutig wie auch streng und monotonal sein kann. Die moderne E-Musik hat sich, wie die Kunst nach dem ersten Weltkrieg an sich, zunehmend von der Idee der «Schönheit» gelöst und ist zu einem suchenden, explorativen Medium geworden – und Barry Guys sensible, extravagante, ekstatische Komposition Folio erfüllt diesen Anspruch aufs überzeugendste. Folio ist ein Samuraikampf im wirbelnden Schnee, ein Western-Showdown, ein telepathisches Duell in der Dunkelheit. Ein scheinbar aberwitziger Spagat zwischen Barock und Improvisation, der aber zu jedem Moment absolut überzeugend gelingt.

11:15 Uhr. Kategorie Musik. Keine Antwort.

ANI DI FRANCO: REPRIEVE

Die Multiinstrumentalistin Ani Difranco zählt seit Jahren zu den produktivsten und kreativsten weiblichen Singer-/Songwritern, die durch ihren kompletten Verzicht auf falsche Kompromisse und mit ihrem eigenen Label Righteous Babe seit Jahren (mit mindestens einem Album jährlich und mit fast ununterbrochener Tour-Arbeit) konsequent und grandios an der großen Karriere vorbei zu absolutem Kultstatus gewachsen ist. Ihr größter Hit bis heute ist die gut zehn Jahre alte Hymne Joyful Girl, und seitdem arbeitet Difranco für einen wahrscheinlich recht überschaubaren Kreis von Anhängern und erinnert mich in dieser Hinsicht – auch musikalisch – nicht ohne Grund an das, was Lou Rhodes aktuell zu erreichen versucht. Ani Difranco ist der Inbegriff des Do-it-yourself, komponiert, spielt die meisten Instrumente (auf Reprieve begleitet von ihrem Bassisten und Multiinstrumentalisten Todd Sickafoose), produziert, werkelt am stets wunderbar liebevollen Design ihrer Alben mit. Entsprechend ist jede CD von Difranco eine Verfeinerung des zuvor dagewesenen, ein tieferes Eintauchen in die Welt von Ani. Minimalistische Songstrukturen, meist getragen von Anis typisch stakkatolastiger Akustikgitarre und sparsamer Instrumentierung und ihr sehnsüchtig-lastender immer an der Grenze zum spoken word stehender Gesang prägen ihre Musik, stets mit einem Fuß in der Folksinger-Tradition, auf Reprieve etwas erweitert um sanft blues-jazzig anmutende Klänge. Difranco produziert – wie Tori Amos in ihrer besten Zeit – Songs voller Breaks und Überraschungen, die nie wirklich weichgespült oder anbiedernd wirken und deren Sanftheit trügerisch sein kann. Die Texte rangieren wie seit jeher zwischen Selbstreflektion und politischem Engagement, Konsumnorm, Krieg, Umwelt. Songs wie Millenium Theatre oder Shroud stehen ganz in der Tradition der großen politischen Folksänger, andere Tracks wirken deutlich privater, persönlicher – und diese Mischung macht jedes Album von Ani zu einer Art Brief an den Hörer, zu einer der seltenen Fälle, wo es sich wirklich lohnt, die Texte im Booklet zu lesen. Mit jedem Album, obwohl immer ihrem Sound tief verwurzelt, probiert Ani etwas neues und diese Platte klingt südstaatlicher, «twangiger» als manch andere Platte von ihr, hypnotisch die Grenze zwischen Folk und Alternative in einer Art und Weise abtastend, die an Feist erinnert oder an die frühe Suzanne Vega, voller kluger Twists and Turns und doch eben mit einem glasklaren Difranco-Flair. Insgesamt ist Reprieve ein überraschend kraftvolles optimistisches Album, Bestandaufnahme einer starken, stolzen, smarten Frau, in die du dich – wie bei jedem Album immer und immer wieder – spätestens ab dem zweiten Song sowieso immer wieder verliebst.

10. März 2007 10:56 Uhr. Kategorie Musik. Keine Antwort.

JOANNA NEWSOM: YS

Mir tut Van Dyke Parks ja irgendwie leid. Es ist sicher kein leichter Job, die floral reichen Kompositionen und Arrangements für die er berühmt geworden ist über die karge und schroffe Harfe-Gesang-Landschaft von Joanna Newsom zu legen. Aber dem Star-Arrangeur gelingt scheinbar mühelos, den Liedern Kohärenz und Würde und Reichtum einzuhauchen und einen harmonischen Kontrapunkt zu der quietschenden, kieksenden und überbordenden Stimme von Newsom zu stiften. Wobei Newsoms Harfenspiel so weit abseits dessen liegt, was man so allgemein mit «Harfe» assoziiert. Newsom mutiert das klassische Instrument zum perkussiven, intuitiven Multi-Instrument, das durch die opulenten Streicher flirrt wie eine Wespe auf Ecstasy. Die überlangen Songs erinnern in ihrer Exaltiertheit an den verkopften Ansatz des Medulla-Albums von Björk und ähnlich wenig als reine Hintergrundmusik eignet sich Ys. Schmuseklassik ist anders. Als seltsames Marginal-Album verbindet es Indie und Klassik in einer seltsamen neuen ADHS-Fusion, die am eheste Klingt, als sei ein Disney-Soundtrack durch hartes LSD durchgeschleust worden. Man sieht förmlich Bambi und Mary Poppins in fluoreszentgrellen Farbschwaden durch die Luft wirbeln wie Blätter. Alles an diesem Album ist hyper. Wehende, lebendige Kompositionen, Folkanklänge, ein seltsamer tastender Brückenschlag, der sich allen Kategorisierungen komplett entzieht. Du kannst Ys lieben oder hassen, egal wird dir die Platte nicht sein. Die Platte steht als Unikat, als Kubricksches schwarzglänzendes Monument in der Landschaft und kratzt sich keine Sekunde an unserer Meinung. Und das ist auch gut so.

9. März 2007 02:05 Uhr. Kategorie Musik. Keine Antwort.

ALBUM 071

8. März 2007 22:48 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

HABITAT VIP-CDs

Etwa um die Weihnachtszeit gekauft, habe ich mir von den Very-Important-Product-Samplern von Habitat nicht allzuviel versprochen. Klar, die Idee, Stars Lifestyle- und Möbelprodukte entwerfen zu lassen, ist grandios und ich liebe ja meinen VIP-Daft-Punk-Tisch, aber kann ein Möbelhaus, das zudem noch zum Ikea-Konzern gehört, wirklich gute Musiksampler anbieten, die über Coffeehouse-Softness hinausgehen?

Aber sicher.

Schon das MOST-Label und die aufwendige Package machen Mut. Ein typgraphisch-minimalistisches Coverartwork im Stil aller VIP-Produkte reiht die CDs nahtlos in die ja tatsächlich stets geschmackvolle Artdirection von Habitat. Weniger geht kaum.
Ich habe die kompletten derzeit erhältlichen vier CDs gelauft. Die Shock-Künstlerin Tracey Emin hat «Music to Cry to» kompiliert (nicht auf dem Photo, sorry). Und das ist die sicher schwächste CD, mit einem recht normalen Mixtape-Flair, einer doch eher durchschnittlichen Mischung aus alten und etwas neueren Tracks wie etwa Marianne Faithfuls Broken English. Warum manche der Tracks nun zum Heulen einladen sollen, ist mir allerdings ein Rätsel. Die Platte ist nett anzuhören, wird aber von einer gewissen postmodernen Beliebigkeit durchweht, scheint konzeptlos.

Bereits deutlich besser ist Gilles Petersons Petit Dejeuner Au Lit, eine wunderbar entspannte Sammlung frühlingshaft leichter Songs, die tatsächlich zum chillenden Tagesbeginn einladen und die vielleicht noch am ehesten am ehesten an den befürchteten Starbucks-Sampler-Flair erinnern. Der britische Acid-Jazz-DJ liefert absolut wunderbare Background-Musik zu Orangensaft, Kaffee und einem reich gedeckten Frühstück mit lieben Gästen vom Dämmerlicht bis zur strahlenden Nachmittagssonne. Die CD startet mit den stetes grandiosen Micaoone und schwingt sich ohne Berührungsängste durch einen wunderbaren Bogen vo relaxter bis wachmachender Musik, bei der man sofort einen Flug nach London oder Paris buchen will.

Malcom McLaren, Mr. Sex-Pistols, liefert auf Tranquilize einen hoch seltsamen Mix aus Samples, Tracks, Versatzstücken, die weit über einen reinen Sampler hinausgehen und fast an ein eigenes Album von McLaren grenzen, zumal immer wieder auch Eigenkompositionen von ihm auftauchen. Ein entrückter Mix aus Fernost und Europa, Hiphop und Kitsch, Elektro und Rock irrlichtert durch die CD, die nicht nur eine grandiose Vergewaltigung von Kung Fu Fighting hergibt, sondern sich auch schließlich zu einer grandiosen chinesischen Version des Kraftwerk-Klassikers Das Modell emporschwingt. Tranquilize ist an sich ein monolithisches, undurchdringbares Meisterwerk, große dramatische Oper, Madame Butterfly meets Kill Bill. Absolutes Must-Have-Album eines großen Meisters.

Etienne de Crecy, französischer DJ und Musiker mit Ausnahmestatus, ist der nächste Anthologist bei Habitat. Und liefert einen Crossover aus House, Techno und Indie-Electronica, der sich gewaschen hat, einen nahtlosen und wunderbaren Trip, der fast atemlos durch 15 Tracks stürmt, die eine asskick-Reise machen, sich in der Mitte zu turmhohen harten Electro-Riffs auftürmen, die mal so gar nicht mehr in die gepflegten Wohnlandschaften von Habitat passen wollen. DeCrecys House Party-Sampler hält was er verspricht, ein kompaktes, großartiges DJ-Set auf einer einzelnen 60-Minuten-CD, stampfend, psychedlisch, mitreissend. Da können so manche Vorstadt-DJs lernen, wie man den Dancefloor abkocht.

Hochclever bietet Habitat mit den vier VIP-Samplern also eigentlich für fast jeden Geschmack etwas an, ohne dabei jemals wirklich allzu oberflächlich oder beliebig zu werden. Wer Musik mag, wird an allen vier Scheiben seine Freude haben und auch als Geschenk sind die vier Silberlinge absolut perfekt und reihen sich insofern nahtlos in das VIP-Konzept. Die üblichen Bedenken gegen uniforme Milchkaffee-Anthologies braucht man hier also keineswegs zu haben.

08:58 Uhr. Kategorie Musik. 2 Antworten.

E.S.T.: TUESDAY WONDERLAND

Das Trio um Esbjörn Svensson steckt auf der nicht mehr ganz neuen, aber noch aktuellen und zehnten CD Tuesday Wonderland die Grenzen dessen, was man mit Klavier, Bass und Drum machen kann, wieder einmal neu ab. Das Cover von Gabor Polatai zeigt eine seltsam verzerrte Wasserreflektion eines Herbstwaldes – und besser lässt sich die Stimmung von Tuesday Wonderland wohl tatsächlich kaum zusammenfassen. Durch die komplexen, kargen weitverzweigten Kompositionen wehen mitunter wie ein Sturmwind wilde Crescendi, peitschende Improvisationen mit verzerrten Bässen und scheppernden Drums, die nahtlos den Übergang von sanftmütigen Arrangements zu orkanartiger Avantgarde schaffen. Wo andere Klavier/Bass/Schlagzeug-Besetzungen sich schnell in der allzu jazzüblichen Coffeehouse-Belanglosigkeit verlieren, gratwandern E.S.T. mit akrobatischer Sicherheit zwischen Pop und E-Musik, ohne jemals ihren feingliedrigen, aufwendigst guillochierten Sound zu verlieren. Es ist ein schreckliches Klischee zu schreiben, dass Musik «Bilder» im Kopf erweckt, aber hier entstehen tatsächlich ungewöhnlich konkrete grobkörnige Schwarzweißfilme von Landschaften, von Stürmen, von Ruhe, von Reisen, die das Hören von Tuesday Wonderland zu einem Erlebnis erheben.

7. März 2007 07:44 Uhr. Kategorie Musik. Keine Antwort.

THE WHITEST BOY ALIVE: DREAMS

Und weiter mit den alten Platten. Diese hier habe ich von Marc im November geschenkt bekommen, und sie ist immer noch gut. Kings Of Convenience-Co-Kopf Erlend Oyes neues Projekt hat – passend für einen so in der Elektroszene beheimateten Mann – eigentlich 2003 als reine Elektro-Nummer begonnen, wovon man heute nichts mehr merkt, da das Berliner Trio ohne jedes Programming auszukommen scheint. Reduziert auf Bass, Schlagzeug und Gitarre ist die Musik so reduziert wie das Coverartwork. In einer Trockenheit, die an die ganz frühen Cure erinnert, mit einfachen Gitarrenmelodien, einem fröhlich dahinperlenden Bass und simplen flockigen Schlagzeugbeats ist die Musik zurückhaltend, fast schüchtern-verträumt und irgendwie immer schön. Minimaler Pop, der so laid back daherkommt, dass er mitunter an der Grenze zur Drucklosigkeit zu liegen droht, allzu nett werden könnte, zum Proberaum-Gedümpel. Tracks, die erst durch einen massiven Elektro-Remix dancefloortauglich würden. Aber Marcin Öz, Sebastian Maschat und Oye kriegen eigentlich immer wieder die Kurve zu flockig wippenden Songs, die einem schnell vertraut und beim zweiten Hören schon gute Freunde geworden sind. Die Kompositionen sind so einfach wie Oyes an Markus Acher erinnernde Gesanglines, die wunderbar vernuschelt-hingenöhlt in die Ohren kommen. Überhaupt erinnert Whitest Boy ein klitzekleines wenig an Notwist, minus Console minus deutsche Kopflastigkeit (die wir bei The Notwist aber natürlich alle absolut lieben), vielleicht auch ein bisschen an flockigere, ganz und gar mit Samt ausgelegte Bloc Party, vielleicht auch an Hot Chip Unplugged. Schlichte Beats, ein wunderbares Session-Feeling, das ganze Dreams-Album klingt irgendwie phantastisch hingerotzt, wie eine schnelle Jam Session bei strahlendem Sonnenschein, mit seltsamen kleinen Improvisationen, Löchern, Fragezeichen, die sich dann ganz schnell wieder in kuschelige Grooves auflösen. Whitest Boy schafft es bei der kleinen Besetzung niemals schroff oder kühl zu klingen, sondern einen warmen wohnzimmerigen Flair zu verbreiten, eine Platte die einladend und warm ist und die man immer wieder hören kann, weil in der trügerischen Simplicity der Arrangements und der grandios verschachtelten puren Schrammelfunkgitarre mehr als genügend Luft für eigene Melodieideen ist, so dass die kleinen Tracks immer wieder neu und anregend sind.

6. März 2007 12:02 Uhr. Kategorie Musik. 4 Antworten.

STEFFI FRAGT 15

Steffi fragt:
Du gerätst in eine ganz bizarre Situation. Du bist Single. Aber es gibt eine Person, in die du seit langem verliebt bist, die für dich perfekteste Person, der du je begegnet bist. Du hast dich nur nie getraut, ihr das zu sagen. Eines Abends bekommst du von ihr eine SMS. In der steht, dass sie dich über alles liebt, es aber nicht länger schafft, in deiner Nähe zu bleiben ohne mit dir zusammen zu sein. Sie steht nun am Flughafen und wird in einer Stunde fliegen, wohin, sagt sie nicht. Direkt nach dieser SMS wird sie ihr Handy zerstören, um nie wieder in die Versuchung zu kommen, Kontakt mit dir aufzunehmen. Sie bleibt nur, wenn du als Zeichen deiner Liebe innerhalb der nächsten Stunde zum Flughafen kommst und sie zurückhälst.

Zeitgleich kommt eine zweite SMS von einem Freund aus dem Krankenhaus. Er wird innerhalb der nächsten Stunde sterben und möchte sich von dir verabschieden.

Was glaubst du, wirst du machen?

08:17 Uhr. Kategorie Stuff. 10 Antworten.

THE GOOD GERMAN

Steven Soderbergh ist einer der vielseitigste, experimentellsten und sicherlich auch (im besten Sinne) durchgeknalltesten semi-jungen Regisseure, die die USA zu bieten haben. Einer, der áls Producer und Regisseur in nahezu jedem Film etwas völlig Neues ausprobiert und ästhetisch wie narrativ keine Hürde scheut. Ob Rat-Pack-Kommerz à la Oceans 11/12/13, Kubrick-Reminiszenzen in Solaris, das Woody-Allenesque Full Frontal, das Medienexperiment Bubble, seit Sex, Lies and Videotape springt Soderbergh durch Themen, Stilistiken und cineastische Verneigungen wie kein zweiter. Mit einem Output, der einen Quentin Tarantino daneben vergleichbar langsam wie den Kontinentaldrift wirken lässt.

Auch The Good German ist in erster Linie ein ästhetisches Experiment und eine cineastische Verneigung vor der Vergangenheit, wie so oft bei Soderbergh, in dessen Werken es von Zitaten und Homagen ja nur so wimmelt. In der schwarz-weißen Ästhetik des amerikanischen Vierziger-Jahre-Kinos gehalten, melangiert sich der Film durch eine ganze Reihe von Hollywood-Nachkriegs-Epen und Soderbergh schreckt in seiner Pastiche nicht einmal davor zurück, die schlechten Trickeffekte jener Epoche nachzuahmen, etwa bei der ersten Jeepfahrt von George Clooney und Tobey Maguire. Tatsächlich sind die beiden Darsteller aber Teil eines Problems von The Good German. Clooney und Maguire sind eindeutig Darsteller von heute, in ihrer Körperlichkeit, ihrem Gestus und vor allem auch, weil sie als moderne Stars einfach die Illusion des Alten zunichte machen. Wer Clooney hier sieht, sieht zugleich den Arzt aus ER und den Smart Ass aus Oceans 11/12/13 vor sich, nicht einen Kriegskorrespondenten. Wo bei Cate Blanchett die Illusion nahezu perfekt gelingt und die Darstellerin in ihrer Faux-Marlene-Dietrich-Darstellung grandios aufgeht und dem Film dient, reißen Maguire und vor allem Clooney den Betrachter immer wieder ins Jetzt zurpück, bleiben Fremdkörper. Es wäre vielleicht besser gewesen, auf unbekannte oder doch wandlungsfähigere Darsteller zu setzen. Denn wenn die Illusion gelingt, überzeugt der Film. Musik, Kameraführung, Bauten, Schnitt… alles ist makellos auf Forties getrimmt. Es wirkt fast störend, und ist eben deshalb so wirkungsvoll, wenn Soderbergh in diese Ästhetik mit zeitgenössischen Inhalten dringt, wenn etwa Maguire Sex mit Blanchett hat, wenn die Amerikaner Naziverbrecher reinwaschen, wenn die Protagonistin als Hure ihr Geld verdient und sich – ganz femme fatale – als Mörderin entpuppt.

Denn natürlich bleibt Soderbergh der Struktur des post-WWII-Film Noir treu und erzählt eine an Graham Greenes Der Dritte Mann gemahnende Geschichte eines gebrochenen Helden à la Raymond Chandlers Phillip Marlowe, der zwischen lauter korrupten Gestalten nach Wahrheit sucht und zerbricht, als er sie schließlich findet. Das Problem von The Good German ist, dass die Story an sich nicht sonderlich neu wirkt, und das Kleben an einer Nachkriegsästhetik bedingt eben auch, dass Musik, Schnitt und Handlungsstruktur nicht sonderlich modern wirken. So hat man oft das Gefühl, eine Sonntagsmatinee mit einem alten Cary Grant/Ingrid Bergman-Film zu sehen. Und nicht umsonst erinnert das Ende so extrem frappierend an Casablanca, dass es ganz am Schluss den ansonsten ja durchaus sehenswerten Film vollends abrupt zu ruinieren droht, weil es einfach zu gestohlen wirkt. Am Ende verzichtet Soderbergh so zugunsten der Verneigung vor dem zeitlosen Klassiker auf jede eigene Note… und nur gut geklaut ist dann doch zu wenig für einen eigenen Film. Soderberghs Problem ist hier wie selten so deutlich zuvor die Vernarrtheit in das Kino an sich, das schiere Zufriedensein mit dem Recycling kultureller Restelemente. Etwas schade, aber dieser Film, obwohl ein wunderbares und überzeugendes ästhetisches Experiment, schafft es nicht, eine eigene Geschichte zu erzählen und ist sich selbst damit zufrieden – vom Filmplakat bis zur letzten Sekunde Celluloid – bloße Hommage zu bleiben.

Apropos Hommage, hier das echte Casablanca-Poster:

5. März 2007 13:33 Uhr. Kategorie Film. 4 Antworten.

JONATHAN CARROLL: LAND OF LAUGHS

Und weiter mit dem Re-Reading alter Carroll-Bücher. Land of Laughs war in den achtziger Jahren sein Debüt und hat ihn vom Fleck weg als Meister der magical reality definiert. Eine schnelle Erzählung, die ohne allzu lange Bremser und mit gutem Tempo auf ihr beim zweiten Lesen natürlich arg vorhersehbares Zenit zu läuft. Wie bei Sixth Sense lebt das Buch von einem Clou, der beim ersten Lesen noch überrascht, beim zweiten Mal aber etwas berechenbar wirkt. Thomas Abbey, Sohn des berühmten Schauspielers Stephen Abbey, ist als Englisch Lehrer an einem kleinen College fasziniert von den Werken des Lewis-Caroll-ähnlichen Kinderbuchautoren Marshall France, von dem unter anderem das titelgebende Buch Land of Laughs stammt. Gemeinsam mit seiner Freundin Saxony Gardner beginnt er eine Biographie des verschlossenen, verschrobenen Autoren zu schreiben, dessen kaum weniger einsiedlerische Tochter Anna in der Kleinstadt Galen wohnt, in der Marshall einen Großteil seines Lebens verbracht hat. Unter seltsamen Umständen akzeptiert die enigmatische Tochter, mit der Thomas alsbald eine Affaire beginnt, die Biographie.  Thomas und Saxony entdecken aber alsbald, dass hinter Marshall und ganz Galen ein seltsames, dunkles Geheimnis steckt.

Land of Laughs definiert Carroll von Fleck weg als jemand, der sich eines Stephen-King-artigen Stils bedienen kann, diesen aber literarisch deutlich aufladen kann. Seie Figuren sind vielschichtig und mitreißend, die Konflikte glaubhaft, der Stil absolut meisterhaft unter Kontrolle. Wie kein zweiter Autor prägen bestimmte Marotten seinen Stil, wiederauftauchende Objekte und Motive, Städte und Figuren, die sich wie ein Muster durch sein Oevre ziehen, und selbst der Erstling ist nicht frei davon. In späteren Büchern wird dieses Pattern deutlich manifester, aber auch hier gibt es bereits ein Faible für Europa, für Bulldoggen, für Füllhalter und so weiter, das sich metakontextuell wie eine warme Decke bis heute über Carrolls Geschichten legt. Auch die faszinierenden, schillernde, komplizierten Frauenfiguren sind hier bereits in Form von Anna France angelegt, ebenso wie der scheinbar schwerelose Übergang von Realität zu Phantastik. Was bei King in den besten Jahren (also irgendwann in den Siebzigern) stets in Richtung Horror funktionierte, die makellose Beschreibung von Alltag, die den Einbruch des Grausamen umso glaubhafter machte… funktioniert bei Carroll eher als ein Kippen der Normalität in eine Welt voller Magie. In Land of the Laughs ist dieses Kippen sogar in einem bestimmten Moment festzumachen, in dem Thomas Abbey der Boden unter den Füßen weggezogen wird. Dieser Bruch – und das furiose Ende des Buches – machen Land of the Laughs zu einem Borderline-Buch, das sowohl als Belletristik wie auch als Gothic Novel lesbar ist, sauber auf der Demarkationslinie zwischen den Genres sitzt. Das sich kurzweilig wie ein Thriller liest, ohne jemals den Terrain des Beziehungsromans oder der normalen Romanliteratur zu verlassen.

Land of the Laughs ist streckenweise ein noch unpolierter Diamant, aber gehört vielleicht gerade deswegen mit zu Carrolls besten Werken, während der Autor sich heute allzu oft in seiner eigenen Cleverness verfängt. Die Stärken von Carroll, der Hang zur grotesken Phantasie, die Charaktere, die Manierismen, die wunderbaren Randfiguren und Alltagsbeobachtungen, sind bereits in diesem Debut vorhanden und machen Land zu einem Kultbuch, an dem man eigentlich nicht vorbeikommt.

4. März 2007 16:11 Uhr. Kategorie Buch. Eine Antwort.

MOVING PICTURES

Diese Seite aus Immortal Iron Fist #3 (ein Comic, das ich gar nicht lese, aber wohl bald lesen werde, so wie das Artwork aussieht;-)) ist ein Paradebeispiel dafür, wie man Zeit in einem gefrorenen Medium wie einem Comic qua Design steuern kann. David Aja teilt ganz klassisch einen Zeitablauf über mehrere Panels auf und vermittelt so in dem statischen Medium ein Gefühl für das Verstreichen der Zeit, die Bewegung des Protagonisten wird aufs eleganteste im Seitendesign eingefangen. Und, subtiler, steuert zugleich den Blick des Betrachters und damit dessen Zeitgefühl. Aja vermittelt also nicht nur ein Gefühl von Zeit in der fiktionalen Welt, die er zeichnet, indem er eine Bewegungssequenz, die vielleicht insgesamt 30 Sekunden in Anspruch nimmt, spatial in einzelnen Panels und auf einer Seite arrangiert, er steuert auch die Zeitwahrnehmung des Leser. Das Design der Seite determiniert im doppelten Sinne die Zeitwahrnehmung des Lesers. Seine eigene, reale Zeit, die er auf der Seite verbringt, aber auch seine Erfahrung der fiktionalen Zeit des Protagonisten.

Ein ganz einfaches, aber eben darum auch sehr deutliches Beispiel dafür, wie du als Designer mit den zweidimensionalen Möglichkeiten der gedruckten Seite vierdimensional Arbeiten kannst und unweigerlich musst. Du steuerst die Zeit des Lesers.

12:20 Uhr. Kategorie Design. Keine Antwort.

DESIGN IST SUBLIMINAL

Design ist mehr als Typographie. Mehr als Desktop Publishing. Mehr als Bilder und Texte und Graphik. Wenn wir Design auf diese Parameter verengen, verstümmeln wir unsere Vorstellung von dem, was wir tun.

Design erzeugt Ambience. Die Haptik, der Geruch, das Gewicht, die Form eine Objektes. Die kleinen subliminalen Botschaften, die ein Buch, eine Visitenkarte ausstrahlen kann. Das Papier. Die Veredelung. Die Entscheidungen, die Designer fast unbewusst treffen. Die einem Gegenstand Geschichte und Seele verleihen, etwas über die rein graphische Gestaltung hinausreichendes. Eine kontextuelle, assoziative Note, einen Effekt, den der Konsument nicht bewusst wahrnimmt, aber mit einatmet. In den Details der Schriftauswahl, in der Art wie die Farbpigmente in die Papierstruktur sickern. Der leise Unterscheid zwischen Digitaldruck und Offset, Offset und Buchdruck, Buchdruck und Stahlstich. Der Zentimeter mehr in der Länge. Der marginale Unterschied zwischen der Sabon und der Sabon Next. Über die du als Designer nicht wirklich bewußt nachdenkst, die nahtloser Teil deiner Instinkte, deines Handelns sind, fast unerklärbare Reflexe.

All diese Entscheidungen, diese tausende von Bifurkationen, die du abtastest, unbewusst und rapide, um zu deinem Ergebnis zu kommen. Die ein Objekt intelligent machen, großzügig und lebendig. In jedem Designobjekt, Produkt, Print und sogar Online, ist die Liebe, die gemeinsam in das Ganze gesteckt wurde, greifbar. Die Harmonie, das Verständnis, das gegenseitige (Kennen)Lernen. Fehlt diese Qualität, merkt der Konsument das, wenn auch unbewusst. Ein Kompromiss hier, eine Lieblosigkeit da, eine Deadline, die nur stumpf abgearbeitet wurde dort… und die Sache als Ganzes hat ihre Intelligenz, ihre Ganzheit verloren.
Viele Designer und zu viele Kunden vergessen die Bedeutung dieser subliminalen Konnotation eines Objektes, die «nonverbale» Kommunikation von Design. Der Rechner macht es zu einfach, sich nur auf Text und Bild zu verlassen. Aber die aus Erfahrung und Training kommende souveräne Qualität dieser Ebene ist in Wirklichkeit entscheidend für den Erfolg oder Misserfolg eines Projektes. Eine mangelnde Liebe zum Detail, ein Verzicht auf die subliminale Ebene macht jedes Projekt blutleer und für alle Beteiligten erfolglos.

Wir haben das Glück, dass fast alle unserer Kunden mit Liebe bei der Sache sind und uns vertrauen, im Laufe eines Projektes diese fast ungreifbare Qualität dingfest zu machen. Dazu gehören Erfahrung, Neugier und Mut auf beiden Seiten – und aus Auftraggeber und Designer werden Forscher.

02:38 Uhr. Kategorie Design. 2 Antworten.

STEFFI FRAGT 14

Steffi fragt:

Du hast einen wichtigen Pitch bei einem großen potentiellen Kunden… dieser hat seine Firma etwas abseits. Du musst eine verlassene Landstraße entlangfahren. Plötzlich hat dein Auto einen Motorschaden. Es sind noch sieben Minuten bis zum Pitch, aber du bist noch weit entfernt. Mit dem Auto hättest du es gerade so geschafft. Dein Handy hat keinen Empfang. Dann kommt zufällig ein Auto vorbei, darin sitzt eine störrische alte Dame, die dir anbietet, dich hinzubringen, wo du willst. Aber nur, wenn du mindestens während der Fahrt eine halbe Flasche ihres selbstgebrannten Wodkas trinkst, den ja sonst niemand zu würdigen weiß. Sagst du den Termin ab oder nimmst du das Angebot an?

01:28 Uhr. Kategorie Stuff. 4 Antworten.

COFFEIN

1. März 2007 15:19 Uhr. Kategorie Stuff. 8 Antworten.

DIE NEUE SPEX

Viel Rauschen war im Blätterwald um die neue, die Berliner Spex. Ich habe die Kölner Spex immer geliebt, obwohl manche der Texte sicher am Rande der Lesbarkeit entlaghumpelten. Das mitunter monatlich anachistisch andere Design, der ansatzweise Versuch, über Musik jenseits ausgetrampelter Pfade zu schreiben und die Nase für die kommenden Bands haben die Spex immer zu einem unentbehrlichen Wegweiser durch den Dschungel etwas erwachsenerer Popmusik gemacht.

(weiterlesen …)

14:43 Uhr. Kategorie Design. 10 Antworten.


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