
Comics sind als serielles Erzählmedium einen weiten Weg gegangen und haben seit den frühen Achtzigern bewiesen, dass es sowohl im Mainstream- als auch im Independent-Bereich des Mediums Autoren gibt, die die narrativen Möglichkeiten der Kombination von Bild und Text in langen, übergreifenden «Arcs» perfekt ausnutzen können. Nicht ohne Grund sind zahlreiche Filme und vor allem auch die Struktur nahezu aller erfolgreicher neueren TV-Serien an den klassischen Plotaufbau moderner Comics angenähert.
Dennoch ist es eine Ausnahme, wenn in der tiefsten Mitte des Mainstreams, also bei Franchises wie Superman, Batman, Spider-Man oder X-Men, die ihren Inhabern Millionen bescheren und insofern leider meist eher konservativ behandelt werden, auf einmal aufsehenerregendes passiert. Als Marvel Anfang 2000 den eher für subversive Comics wie The Invisibles oder Kill Your Boyfriend bekannten Grant Morrison, der eben erst mit JLA bewiesen hatte, dass er auch sehr wohl Mainstream-Blockbuster schreiben kann, in das Herz der Schatzkammer ließ, um New X-Men zu schreiben, ahnte wohl selbst bei Marvel niemand, wie ernst Grant diese Chance nehmen würde.
28. Februar 2007 10:43 Uhr. Kategorie Buch. Keine Antwort.
«martha. martha, wir müssen reden.»
martha zupft abwesend an einer laufmasche ihrer nylons. ihre hände sind grobschlächtig. rot, rissig – die hände einer wäschersfrau. mit kurzen pragmatischen fingernägeln, spröde, unlackiert, hässlich. sie zupft an dem riss und macht ihn damit etwas größer. sie blickt josef nicht an.
«martha? martha, bist du da?»
martha seufzt unter ihrem atem und blickt in josefs gesicht. nach einer weile dreht sie sich eine zigarette. atmet den kalten rauch ein. spielt mit dem glutpunkt im halbdunkeln des spätnachmittags. brennt ein neues loch in ihre nylons.
«martha… bitte, sag doch was.»
«reden. reden. das ist alles, was du willst. reden.»
«das ist alles, was mir noch bleibt, oder?»
martha sieht zu, wie die asche ihrer zigarette länger wird. es ist zwecklos. nichts hat sich geändert. wenn wer nur lang genug quengelt, wird sie schwach. und redet mit ihm.
nichts hat sich geändert.
«martha, weißt du noch, wie wir uns vor 25 jahren kennengelernt haben? als wir… »
«jos…»
«martha, ich liebe dich doch immer noch.»
«josef, hör auf.»
«warum ist alles so falsch gelaufen?»
«25 jahre sind eine lange zeit. vielleicht zu lange für uns. vielleicht habe ich gelernt, das was ich einmal an dir liebte, nicht mehr zu sehen. vielleicht habe ich nur noch gesehen, was mich stört. mir wehtut. mich langweilt. 25 jahre sind eine lange zeit. vielleicht ist es die vorstellung, deinen atem noch 30 jahre hören zu müssen. deinen runzeligen mund zu küssen. vielleicht hasse ich die idee von alltag. die gewohnheiten. die routine. die rituale. die abstumpfung. ist das liebe? wer will das alles? josef, wer erträgt das? ist das liebe? 25 jahre sind eine lange zeit.»
«nicht lang genug für mich.»
«du bist wie ein hund, josef. treu, anhänglich. ergeben. domestiziert. brav. du bist mit so wenig glücklich. mit einer hand in deinem haar. aber ich? reicht mir das? bin ich ein hund?»
«ich habe es immer geliebt, deine hand in meinem gesicht zu spüren. jeden einzelnen tag.»
sie zupft an dem loch, macht es etwas größer. die zigarette ist aus. sie will rauchen, aber hat keine lust, sich eine neue zu drehen. sie misstraut ihren händen.
«du bist so bescheiden. eine kleine geste. und du denkst es ist liebe. ihr männer. wo ist euer hunger? eure leidenschaft? ist sie im krieg erloschen? meine hand auf deinen poren… ist das liebe? ist das leidenschaft?»
«es ist zärtlichkeit. martha. das ist mehr als ein mann wie ich erwarten darf.»
«ach josef, wo ist dein hunger geblieben?»
sie ist fast bereit, zu gehen. aber kann sie so gehen? mit löchern in den strümpfen?
«martha, das glück ist in den kleinen dingen.»
«ja? wer sagt das? hast du jemals darüber nachgedacht, dass das für mich nicht wahr ist? dass ich von großen dingen träume?»
«ja. oft.»
«josef, du hast keine ahnung wie einsam und armselig deine liebe ist. ein leben als hund ist kein leben. gott, lieber keine liebe als diese.»
«martha, jesus…»
sie rollt die nylons herab. zieht erst den einen, dann den anderen von den füssen. die kühle luft in zimmer 317 fühlt sich gut und frisch an. sie streicht mit ihren rauhen händen über die nackte haut, die voller vorfreude scheint.
aus dem schlafzimmer holt sie ihre tasche. mit den notwendigsten sachen. josefs körper liegt noch auf dem bett. stumme silhouette im halbdunkeln. das werkzeug lässt sie zurück.
im wohnzimmer, an der tür, hält sie inne. sie berührt josefs gesicht, das sie sauber mit einem skalpell abgetrennt und mit 15 nägeln an die wand des hotelraums gehämmert hat. eine traurige, seltsam junge fratze. augenlos. das blut sickert an der wand zu boden, die zunge ein obszöner fleischlappen, notdürftig von zwei nägeln gehalten. sie berührt seine wange. zärtlich. die haut gestrafft wie leder, plötzlich wieder jugendlich.
«ach josef…»
«martha? du bist da. bleib bei mir. martha. ich liebe dich doch. lass uns reden.»
sie küsst ihren ehemann ein letztes mal auf den schlaffen alten mund. nimmt ihre sachen. zieht die tür von raum 317 hinter sich zu.
27. Februar 2007 22:34 Uhr. Kategorie Leben. Keine Antwort.
Seit ewig liege ich diversen Generalmusikdirektoren in den Ohren, sich einem neuen Publikum zu öffnen, durch den Crossover von Klassik und moderner anspruchsvoller Musik. Im Elektronika und Indiebereich gibt es einiges, was sich zum Arrangement mit einem großen Orchester anböte.
Auf der anscheinend halbtoten Spex-Site finde ich jetzt den Hinweis, dass endlich endlich endlich einer damit loslegt, direkt um die Ecke sogar.
Apropos Elektronika. Wie mag das klingen, wenn Drum&Bass auf Klassik trifft? Den Versuch wagen die Phoneheads am 14. März. Zusammen mit den Düsseldorfer Philharmonikern werden die Phoneheads-Alter-Egos Philipp Maiburg und Michael Scheibenreiter zu ihrem 10-jährigen Jubiläum ein Konzert in der Tonhalle Düsseldorf geben. Mit insgesamt 45 Musikern! Zur Erinnerung: So wirken die Phoneheads schon alleine.
Feinfein.
13:32 Uhr. Kategorie Musik. 9 Antworten.

Ich habe noch ein paar Steffi-Fragen gefunden. Und diese passt perfekt zur gerade anlaufen Produktion des Frühjahrs-Katalogen von Kaupp ;-).
Steffi fragt:
Du bekommst 1000 Euro, wenn du einer Person den kompletten Kaupp-Katalog der letzten Auktion vorliest. Du musst allerdings selbst eine Person finden, die das mitmacht. Sobald die Person während des Lesens einschläft, musst du beim letzten Kapitel wieder beginen. Würdest du das versuchen?
12:09 Uhr. Kategorie Stuff. 6 Antworten.

Es gibt nichts neues mehr und jetzt kommt der Rave zurück. Wo andere Combos wie die Infadels eher von Acid-treibenden 606-Bässen angetrieben sind, lassen sich die Klaxons eher von den Inspiral Carpets und den Charlatans inspirieren, verweben die Reminiszenz an die 90er aber geschickt mit neuen Einflüssen und schaffen so ein Dancefloor-Rave-Gitarrenpop-Monster, das sich gewaschen hat. Da reiht sich ein fast Chemical-Brothers-tauglicher Track wie Atlantis to Interzone an einen geradlinigeren wunderbaren Augen-zu-und-tanzen-Beat wie It’s not Over Yet. Die smooth perlende Openernummer Two Receivers mit einem schwer Peter-Hook-geschädigten hellen Basslauf wird gekontert von einem surrealen und herrlich selbstironischen Monstertrack wie Four Horsemen of 2012. Myths of the Near Future ist ein durchweg gut gelauntes Album, mit nie langweiligen Songs, die sich für Tanzfläche und Walkman gleichermaßen eignen. Richtig neu ist das alles nicht, aber eine schöne gut gelaunte Ladung Pop mit gerade genug Edge, um nicht langweilig zu werden.
26. Februar 2007 21:59 Uhr. Kategorie Musik. 4 Antworten.

Guillermo del Toro hat sich mit Hellboy und Blade 2 als phantasievoller Low-Budget-Visualist empfohlen, aber nicht unbedingt als Storyteller, zumal es sich bei beiden Filmen und bestehende Franchises handelt. Sein neuer Film, Pans Labyrinth von ihm geschrieben, produziert und auch als Regisseur betreut, erzählt die Geschichte der kleinen Ofelia (großartig gespielt von Ivana Baquero), die 1944 nach dem Bürgerkrieg zu Zeiten des Franco-Regimes in Spanien mit ihrer schwangeren Mutter zu ihrem Stiefvater Capitan Vidal reist, der sich schnell als unmenschlicher und grausamer, innerlich durch den Tod seines Vaters verkrüppelter Sadist herausstellt, der nur auf den Sieg gegen die Guerillas und die Geburt seines Sohnes fixiert ist. Sergi López gibt Vidal mit einer seltsamen Intensität, die oft in Richtung Overacting abzurutschen droht, aber nie wirklich lächerlich oder allzu übertrieben wirkt. Der Faschist wird nie zum Räuber Hotzenplotz, und das obwohl die Bösen in del Toros Film eindeutig, nahezu pulp-artig überzeichnet wirken. Ofelia flieht sich vor dieser grausamen Realität, die ihrer Mutter schließlich das Leben kostet, in eine Phantasiewelt von Feen und Dämonen, in der sie eine lang verschollene Prinzessin ist, die sich durch drei Prüfungen der RÜckkehr in ihr Königreich würdig erweisen muss. Oder… ist es nur eine Phantasie?
Die große Stärke des Films ist diese offene Frage, ob Ofelia sich ihre Phantasiewelt nur einbildet oder ob sie real ist. del Toro gibt Hinweise, die beide Möglichkeiten untermauern würden, und so darf der Zuschauer wohl selbst entscheiden. Diese Ambivalenz verhindert, dass Pans Labyrinth allzusehr in einen kitschigen Film über die Kraft der Träume und der Liebe abstürzt. Denn die Realitätsebene, so überzeichnet sie auch sein mag, erzählt eine böse Geschichte ohne Hoffnung, die so ganz und gar nicht an einen der üblichen Fantasy-Kinderfilme erinnern mag. Die Kampf- und Folterszenen, aber auch die Verstümmelung des Capitans durch seine Magd Mercedes, gehen weit über das Maß an Grausamkeit hinaus, dass man in so einem Film erwarten würde. Während auf der anderen Seite die Struktur der Geschichte und die Naivität der Fantasy-Elemente für einen Erwachsenen-Film zu eindimensional geraten sind. Wenn man so will, hat del Toro die Narration eines Kinderfilms mit der Visualisierung eines Erwachsenenfilms gekoppelt. Und so etwas geschaffen, was stellenweise kraftvoll und überraschend und seltsam unwirklich wirkt. Denn die Elemente der Fantasy-Welt, wie etwa die Szene unter dem Baum, das augenlose Monster oder das Blutopfer am Schluss, sind alles andere als sanftmütig. Del Toro lebt sich bildstark in fast McKean-artigen Tableaus aus, die von einem wunderbar unaufdringlichen Score untermalt sind. Es ist eine mitunter verwirrende Mischung aus Brutalität und Naivität, die Pans Labyrinth auszeichnet. Vielleicht hätte dem Film eine etwas erwachsenere Geschichte gut getan, so wie es ist, fühlt sich der Film manchmal an wie Alice In Wonderland as directed by Wes Craven. Die eindeutig märchenhafte Simplizität der Geschichte und die visuelle Verneigung vor dem Horrorgenre ergeben eine Mischung, die im besten Sinne an die Morbidität der prä-Grimmschen Märchenkultur erinnert. Vielleicht kann ein solcher Mix nur als Low-Budget in Mexiko entstehen, wo Märchenwelt und Blut noch enger verwoben sind und wo die Happy-End-Mechanismen Hollywoods nicht weichspülernd eingreifen können.
Pans Labyrinth ist kein großartiger, aber ein sehenswerter Film mit wunderbaren schauspielerischen Einzelleistungen, der die Realität nicht als Ausrede für eine Fantasy-Orgie nutzt, sondern ungewöhnlicherweise deutlich mehr in der realen Welt spielt als in der Märchenwirklichkeit. Tricktechnisch absolut überzeugend, mit unverbrauchten aber fähigen Darstellern und einem angenehm unterproduzierten Flair, empfiehlt sich del Toro hier für größere Aufgaben. This is not your Daddy’s Harry Potter.
12:30 Uhr. Kategorie Film. 3 Antworten.
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das geht jetzt seit fast drei wochen so.
ich mag nicht mehr. . .
25. Februar 2007 23:39 Uhr. Kategorie Leben. 15 Antworten.

Das dritte Album der Shins zementiert die aus New Mexico stammende Band eindeutig als kommerziellen Riesenerfolg und das zu recht. Die Shins schütteln großartige Riffs und Melodien entspannt aus den Ärmeln und machen Gitarrenpop der Oberliga, wie schon der Openertrack Sleeping Lessons zeigt. Aber auch die normalerweise etwas ruhigeren Tracks, wie der aktuelle Auskoppler Phantom Limb kommt entspannt daher, in etwa wie die ruhigeren Foo Fighter, ohne dabei wirklich jemals in Pathoslangeweile abzurutschen. Es ist verblüffend, wie britisch, wie Smiths-inspiriert die Band klingen kann, um im nächsten Moment die Beach Boys oder straighten US-Grassroots-Rock zu zitieren. Wie bei gutem Kaffee wirkt der Verschnitt der einzelnen Elemente immer gut ausgewogen, niemals forciert. Wenn ein Track wie Sea Legs überraschend elektronisch arrangiert wirkt, beisst sich das keine Sekunde mit der Akustikgitarrenatomosphäre von Black Wave. Wincing the night away ist eine seltsam ausgewogene, niemals langweilige Platte, die mich seltsam an The Church erinnert oder an The Chills, angenehm in der Zeit verlorene Singer-Songwriter-Musik ohne Posertum. Die ausgezeichnete Produktion kleidet James Mercers Stimme in feinsten Samt und verzaubert ihn in den besten Momenten von Songs wie Girl Sailor in einen jammerfreieren Morrisey, entspannter, more laid back, mit weniger Weltschmerz-Pose. Insofern ist Whinicing the night away ist im großen und ganzen der perfekte Soundtrack zu dem beginnenden verregneten Frühling.
15:21 Uhr. Kategorie Musik. 7 Antworten.

Hier erzählt der von uns allen kollektiv angebetete Dave McKean etwas über seine Arbeit am neuen Box-Set der Circus-Live-CD von Ex-Velvet-Undergroundler John Cale.
24. Februar 2007 17:26 Uhr. Kategorie Design. 3 Antworten.

Offensichtlich von Soul und Funk der 70er und 80er geschädigt und von zu viel zu viel Telespiel-Soundtracks geprägt, legen Alexis Taylor, Joe Goddard und der Rest von Hot Chip auf ihrem zweiten Album The Warning von 2006 einen seltsamen Musikmix hin. Breakbeat, D’n’B-Bässe, dazu übelste Synthiepop-Flächen und ein an New Order gemahnender körperloser, von der Musik entfernt schwebender Gesang wehren sich standhaft gegen jede Einordnung in musikalische Schubladen.
Der offensichtliche Hit des Albums ist When I was a Boy from School, eine entspannt-konzentriert nach vorn stampfende Nummer mit herrlich eingehendem Gesang und einem himmlichen Refrain, wie geschaffen für die Heavy Rotation und – leicht remixed – sicher auch für die Clublandschaft. Over and Over hat mit verzergeltem Bass und leicht schräger Gitarre die Indieclubs bereits erobert. Andere Tracks sind weniger zugänglich, wie das stotternde Colours oder das monoton atonale Won’t Wash. Hot Chip schaffen mühelos die Balance zwischen wirklich angenehm hörbaren Pop und Klangstrukturen, die wuchtig, bedrohlich und verunsichernd wirken können. Gerade so, als sei in Zuckerwatte ein giftiger Zyankalikern, der erst noch so köstlich nach Mandeln riecht, das man nicht merkt, was man da eigentlich isst. Haben Hot Chip einmal die Haken in dir, lässt die Musik dich nicht mehr los und unter der Glossyness des scheinbar harmlosen Retro-Synthiepops entdeckt man skurrille und angenehm nerdige Ideen, die das oft eben doch zu weichgespülte Album zu einem insgesamt guten entspannten Trip machen.
10:21 Uhr. Kategorie Musik. Eine Antwort.

Hinter diesem unsagbar schrecklichen 80er-Fake-Cover (an dem angeblich Sonic-Youth-Fee Kim Gordon mitgewirkt haben soll, so maybe it’s art) verbirgt sich die aus Arkansas stammende Cobo Gossip, die hier mit diesem von Fugazi-Sänger Guy Piciotto produzierten dritten Album in Deutschland von L’age D’or gesigned wurde – und den Blues hört man der Band an. Sängerin Beth Ditto kann auf einem sparsamen, Strokes-puren Teppich aus Schlagzeug, Bass und Gitarre ihre laszive und düstere Stimme loslassen wie einen Tiger. Selbst ein extrasparsamer Track wie Dark Lines lässt keinen Zweifel an der sumpfigen Südstaaten-Herkunft von Gossip, die sich in den mehr nach vorn gehenden Nummern zu indiechartkompatibler Form hochjazzt. Wer die White Stripes, die Yeahyeahyeahs und andere artverwandte Combos mag, wird sich bei Gossip schnell willkommen fühlen, wer andererseits Patti Smith und Janis Joplin mag, sicher auch. Ein etwas seltsamer, effektiv aber gelungener und durchaus zeitloser Brückenschlag zwischen ziemlich rootsnah gebliebenem erdigen Bluesrock und aktuellen Indie-Charts – wie Jealous Girls oder der Titeltrack Standing in the way of control belegen, die wuchtig und unprätentiös zwischen Punk, Rock und Darkdisco surfen, ohne dabei eine Sekunde auch nur annähernd so zu klingen wie die Flut der derzeit angesagten Indie-Combos. Aufgrund von Dittos ausschweifendem Gesang keine Platte, die man immer und überall hören muß, aber sicher die Sorte Musik, die auf dem Dancefloor und beim zu schnellen Autofahren für den richtigen Spaß sorgt.
23. Februar 2007 21:07 Uhr. Kategorie Musik. 4 Antworten.

Nichts ist derzeit auf den Leinwänden so begehrt wie Künstlerbiographien. In unserer Celebrity-Kultur ist die Mystifizierung des Stars inzwischen an dem Punkt angelangt, wo das Leben besonderer Ikonenfilmstoffreif ist. Das bedeutet für diese Filme zumeist eine Gratwaderung zwischen der nachprüfbaren – und von den Verehrern der Stars geforderten – Authentizität, und der für das Kino nötigen Dramatisierung des Lebenslaufes, denn Direct Cinema soll ein solcher Film dann ja doch nicht sein, sondern massenkompatibles Populärkino. Die meisten Biopix folgen dabei einer recht berechenbaren Struktur (die bei Ray und Walk The Line ja nicht umsonst nahezu identisch ist), und auch La vie en rose gehorcht dieser allzu vertrauten Strategie. Auch hier steigen wir auf einem Höhepunkt der Karriere von Edith Piaf ein, auch hier folgt der Flashback in die traumatische Kindheit, auch hier spielen Drogen und Exzess auf dem Höhepunkt der Karriere eine Rolle. Und dennoch gelingt es Oliver Dahan, nicht ganz an den Stereotypen des Star-Movies kleben zu bleiben, zumindest ansatzweise eine eigene Note zu setzen. Und das obwohl der Flashback in die Kindheit der Piaf zunächst besorgniserregende Nachkriegsklischees zitiert und es mehrere Stellen gibt, wo man mit überaus vorhersehbaren Momenten konfrontiert ist. Aber der französische Hang zur Schnodderigkeit und ausgezeichnete darstellerische Einzelleistungen (Emmanuelle Seigner als fiktionale Hure Titine) reißen den Film immer wieder raus. Während das Drehbuch sich etwas vorhersehbar und oft auch vielleicht zu sehr an Piaf-Kenner wendend, durch die Biographie ackert – die arme Kindheit unter Prostituierten und Zirkusartisten, die Arbeit als singende Anschafferin, die ersten Clubauftritte bis hin zum Weltruhm, zur Drogensucht und zur Krankheit im Alter – und die Regie sich oft auch damit begnügt, in relativ braven zeitgenössischen Bildern zu operieren, lebt der Film vor allem von der atemberaubenden Einzelleistung der Hauptdarstellerin Marion Cotillard. Sind bereits die Kinder- und Jugenddarsteller ausgezeichnet – Manon Chevallier gibt eine kränkliche und blass-aufgedunsene, aber zugleich nahezu magisch wirkende fünfjährige Piaf, während die zehnjährige Piaf, gespielt von Pauline Burlet, aufmüpfiger, energetischer und absolut zum Verlieben ist – so schafft Cotillard es, völlig glaubhaft die erwachsene Piaf bis ins hohe Alter zu verkörpern, in allen Phasen ihres Lebens, von der jungen Frau bis zum alten, kranken Superstar. Wer weiß,wie die 1975 geborene Darstellerin wirklich aussieht, hat eine Ahnung von der hier gebotenen Leistung. Cotillard spielt sich die Seele aus dem Leib und schafft es so, die Balance zwischen Krankheit, Drogenkonsum, Zerbrechlichkeit und Straßenmädchenattitüde der Piaf wunderbar zu erfassen, ohne dabei jemals in allzu auffallendes Overacting zu verfallen – was ein leichtes bei der Piaf wäre -, sondern mit einer seltsam fragilen Balance, die ihrer Rolle unerhörte Kraft verleiht. Und rettet so den Film. Sehr erwähnenswert auch Sylvie Testud als Mômone. Überhaupt ist der Film bis ins Detail wunderbar besetzt.
Oliver Dahan spielt teilweise etwas derb mit den verschiedenen Zeitebenen, was vielleicht verwirrend wirken mag, aber zugleich wunderbare Effekte ergibt. Nahtlose Übergänge und multiple Zeitsprünge erheben den Film über die allzu lineare normale Starbio, auch wenn die grundsätzliche Struktur leider eben doch konservativ bleibt – so wird beispielsweise natürlich am Ende La vie en rose gesungen als (etwas absehbares) emotionales Highlight. Insgesamt bleibt die Regie etwas fahrig, streiflichtartig. Dahan macht nichts verkehrt, aber irgendwie fehlt eine letzte emotionale Note, um aus einem guten Film einen exzellenten zu machen. Wir rasen etwas zu schnell durch die Abschnitte und Tragödien der Piaf, ohne die meisten Figuren um sie herum wirklich kennen zu lernen, ohne wirklich mitfühlen zu kölnne, so als würde uns ein unruhiger Museumsführer hastig durch die Highlights einer Ausstellung jagen, weil das Museum schon bald die Pforten schließt. Etwas mehr Ruhe und Tiefe hätte dem Film einerseits also vielleicht gut getan, andererseits entsteht so auch eine Sogwirkung, die dich kraftvoll und ohne unnötigen Ballast zum Finale zieht. Dahan vertraut (vielleicht zu Recht) absolut seiner Hauptdarstellerin, die alle Zweifel und alle Bedenken gegen die Regie furios an die Wand spielt und den Film letzten Endes zum absolut sehenswerten Erlebnis erhebt.
11:15 Uhr. Kategorie Film. Keine Antwort.

Noch ein Album aus 2006 – Zach Condons Beirut-Projekt klingt nach allem, aber nicht nach einer Platte, die in New Mexico eingespielt wurde und erst recht nicht nach einem Solisten, der nur auf einigen Tracks von zusätzlichen Musikern begleitet wurde. Vielmehr klingt es nach einer dieser großartig durchgeknallten melancholischen osteuropäischen oder skandinavischen Combos – und die sehr europäisch anmutenden Songtitel wie Prenzlauerberg oder Bratislava und das aus einem alten Buch herausgerissene Coverphoto unterstreichen diesen Anspruch. Beirut irrlichtert zwischen Volksmusik und Popmusik wie seit Dead Can Dance kaum ein Projekt, mit Ukulelen, Trompeten, seltsam primitiver Perkussion und einer wunderbar entsetzlich klingenden Produktion. Gulag Orkester ist so seltsam wie der Titel des Albums vermuten lässt, eine Platte, deren Surrealität aber aufrichtig wirkt und nicht als bloßer Balkanpop-Hype ankommt, was auch die auf der CD beigepackte Lon Gisland-EP deutlich unterstreicht. Emotional irgendwo zwischen Kaiser Orchestra und Amélie-Soundtrack, aber dreckiger und echter, ist Gulag Orkester ein seltsam beschwingtes und trotzdem trauriges Stück Musik, ein seltsam glücklicher Crossover und die vielleicht unwahrscheinlichste Camouflage-Platte des letzten Jahres.
21. Februar 2007 20:43 Uhr. Kategorie Musik. 5 Antworten.

Mac und Windows werden sich immer ähnlicher. Zu bunt, zu überladen und zu clever for their own good. Einer der mutigen Schritte nach vorne bei Vista ist, dass das System per se keine Type-1-Postscript-Fonts mehr unterstützt. Da darf man sich dann wohl mal eben für ein paar tausend Euro neue Schriften kaufen. Der Adobe Type Manager, de runter XP noch brav funktionierte, wird unter Vista Ultimate 64 gar nicht mehr unterstützt.
Ganz heißt es aber noch nicht adieu. Zum einen lassen sich PS-Fonts nach wie vor per Drag and Drop direkt unter C:\Program Files (x86)\Common Files\Adobe\Fonts installieren und sind so von der Creative Suite durchgehend nutzbar, was sicherlich zunächst das wichtigste ist. Zum anderen lassen sich einzelne PS-Fonts, wenn auch etwas umständlich, per rechtem Mausklick und Installieren nutzen. Die Type1-Fonts stehen dann auch unter Office-Applikationen und systemweit zur Verfügung. Tools wie Suitcase oder FontReserve installieren gegenwärtig nicht automatisch PS-Type1-Schriften.
Das einzige Tool, das ich beim ersten Test auch ansonsten gegenüber dem teureren Suitcase ungemein beeindruckend fand, ist MainType der niederländischen Softwareschmiede HighLogic. Ich habe es noch nicht ausführlich getestet, aber ad hoc ist es die einzige Lösung, trotz einiger Bugs im Tool. Ich werde noch sehen müssen, inwieweit sich Laufweiten und Umbrüche zwischen XP und Vista ändern, angeblich soll Vista aber die Fonts intern NICHT in OpenType umwandeln, da sollte sich also nichts tun.
Ein weiteres Vista-Ärgernis bisher ist, das meine eigene Keyboard-Belegung, die ich eigens unter Vista mit dem passenden Keyboard-Layout-Creator gebaut habe, offenbar noch NICHT funktioniert. Wahrscheinlich eine Einstellungssache… Und zahllose andere Kleinigkeiten, die aber eher erträglich sind. Die meisten Probleme, wie etwa zwei insgesamt 16 GB große Auslagerungsdateien auf dem SCSI-RAID, das als RAID-10 ja nur 78 GB hat, haben sich mit etwas Geduld lösen lassen. Zudem nutzt viel Software einfach die Möglichkeiten von Vista und 64-bit nicht aus. Photoshop CS2 zB nutzt selbst bei 100%-Einstellung nur 3 GB RAM. Gut, daß ich mir vorerst noch keine 16 GB eingebaut habe, sondern nur 8. Ich hoffe, CS3 ändert da etwas. Auch die Aero-GUI-Oberfläche wird von PS noch nicht voll unterstützt. Das Farbmanagement scheint bisher ordentlich zu funktionieren, Acrobat will noch eingerichtet und getestet sein. Es ist unglaublich, wie viel Kleinkram man beim Grundeinrichten eines doch etwas komplexeren Systems zu erledigen hat…
Auf der anderen Seite ist das System exzellent schnell, kommt mit acht Prozessoren unglaublich aus dem Schuh bei entsprechenden Applikationen oder bei der Arbeit mit mehreren Programmen gleichzeitig und ich habe entspannte 2,5 TB Harddisk im Rechner – das entspannt beim nächsten Kaupp-Katalog ;-D.
09:44 Uhr. Kategorie Leben. 23 Antworten.

Was soll ich sagen? Es ist Nine Horses, es ist David Sylvian. Natürlich ist die Sache gut. Sylvian, sein Bruder Steve Jansen und das Kölner Elektronik-Wunderkind «Burnt» Friedmann produzieren eine handvoll neuer Tracks und ein paar hörenswerte Remixes vom Snow Borne Sorrow Album. Wie stets wenn Sylvian im Spiel ist, hast du hier alle Erwartungen bereits am Eingang abzugeben. Selbst für «nur» eine EP überrascht Money for all mit einer Bandbreite von klassischem Songwriting bis zu dichtem Programming, zusammengehalten von Sylvians mitternächtlichweicher Stimme. Das Nine Horses Projekt entzieht sich jeder Kategorisierung, verbindet und überschreitet alle Genregrenzen und ist ganz im Sinne von Sylvians Gesamtwerk einfach nur noch gute Musik, jenseits aller Schubladen. Es ist beeindruckend, wie der Mann über die Jahrzehnte hinweg heterogen und experimentell und frisch bleiben kann und doch unweigerlich in allen Konstellationen eine Handschrift hat, die ein ganzheitliches Oeuvre, eine Textur ergibt, eine Melancholie, die dich wie ein gutes Buch durch die Nacht begleitet. Unbedingt kaufen und das Album direkt dazu.
20. Februar 2007 23:09 Uhr. Kategorie Musik. Keine Antwort.

A Weekend in The City, der zweite Longplayer von Bloc Party, liegt hier auch schon seit Wochen und wartet auf Rezension, wie zig andere CDs auch, die inzwischen eigentlich auch alle nicht mehr so aktuell sind. Silent Alarm war definitiv mein Album 05/06, nachdem Bloc Party mich schon 2004 mit den ersten EPs ungemein beeindruckte. Eigensinnige Kompositionen, die sich einen Dreck um A-B-C-Schemata scheren, ungewöhnlicher Einsatz der Drums und der hochgradig einprägsame Gesang von Kele Obereke, rücken diese Combo für mich in eine Sphäre, die für Bands wie The Smiths reserviert ist. Und wie bei Morriseys Ex-Band ist es auch bei Bloc Party so, dass der Erstling zwar weniger homogen wirkte als die sets schwierige zweite Platte, dafür aber deutlich mehr Pfund und Energie hatte als das zweite Album. A Weekend beginnt fulminant mit Song for Clay und Hunting for Witches und The Prayer ist ein so genialer Brückenschlag zwischen Indie und Pop, das man diesen Song nicht laut genug preisen kann… aber gegen Ende des Albums hat man sich an immer gleichen Strukturen und Ideen etwas satt gehört – ein Effekt, den Silent Alarm keine Sekunde bei mir hatte. Positiv formuliert finden Bloc Party hier also ihren Stil, negativ formuliert landen sie auch in einer Schublade. Wie Meat Is Murder gegenüber Hatful of Hollow zugleich einen Vor- und einen Rückschritt darstellte, so ist auch Weekend berechenbarer, gleichförmiger, präsentiert eine Band, die sich stilistisch gefunden hat und bei der eine hochspannende Suche anscheinend abgeschlossen ist. Harmonien, Rhythmen, Strukturen, Hooks und Gesanglines sind dann doch recht selbstähnlich geworden, glatter. Was bleibt ist großartiger emotionaler Pop zwischen druckvollen Gitarren und moderner Ballade jenseits von Coldplay oder U2 und eine professionelle Produktion, die voller liebevoller und Details steckt, ohne Druck zu opfern. Weekend ist ein absolutes Must-Buy-Album, ein großartiges Stück Musik… aber die zum Niederknien schmerzhafte Ehrlichkeit des Debutalbums und der ersten beiden EPs erreicht es nicht mehr wirklich.
19. Februar 2007 18:55 Uhr. Kategorie Musik. 17 Antworten.
Seltsames Wochenende. Ich habe seit Mitte der Woche eine Grippe, die nicht richtig ausbricht, bin schlapp und huste, aber nicht, wie etwa um die gleiche Zeit im letzten Jahr, im Stil von drei vier wirklich schlimmen Tagen, sondern einfach so dahinschleppend. Dazu noch meine nach dem Lasern etwas rasch blutende Nase, eine entzündete Unterlippe. Alles halb so wild, aber in toto fühlt man sich irgendwie seltsam. Vielleicht Karma für das extrem überdrehte letzte Wochenende, wo ich in drei Tagen zusammen nur etwa sieben oder acht Stunden Schlaf hatte, dafür aber auch eine Menge Spaß. Dieses Weekend also gestern nur kurz einen netten, wenn auch grippebedingt etwas verschwommenen Abend mit Nina und Rain, ansonsten liege ich flach und tue etwas, was ich ewig nicht gemacht habe: Wir schauen DVDs, konkret ganz trashy die gesamte dritte Staffel von Alias in einem Rutsch. Auch mal wieder schön und zu mehr bin echt nicht in der Lage. Hoffe, dass nächstes Wochenende Zeit und Kraft für einen Kurztrip nach Berlin zu Markus ist. Und dass ich Montag oder Dienstag meinen Rechner wiederkriege. Mark hat das SCSI-RAID/SATA-Problem wohl in den Griff gekriegt, so dass es an der Front auch weitergeht :-D. Muss auch, der nächste Katalog steht vor der Tür. Bis dahin bin ich hoffentlich wieder ganz gesund, also weiter heiße Zitrone und Vitamine schlucken ;-D.
18. Februar 2007 19:29 Uhr. Kategorie Leben. 6 Antworten.

Chantal Passamonte bezaubert auf ihrem neuen Mira-Calix-Album wieder mit ungewöhnlichen Soundexperimenten, denen man anhört, dass Passamonte mit Sean Booth, einer Hälfte des Autechre-Duos, vermählt ist. Wärmer und ruhiger als jene Band, bezaubern die zehn Tracks von Eyes Set Against The Sun mit akustischen Instrumenten, insektenhaften Flirrgeräuschen, Waldrauschen und lasziven Stimmen, die einen trockenen, hypnotischen Soundtrack ergeben. Wie minimalistische, oft anstrengende Hörspiele dringen surreal-multitimbrale Geräuschkulissen aus den Boxen, die am besten konzentriert, mit geschlossenen Augen, angehört sein wollen, zu Geschichten werden. Wie so oft bei Acts des Rough Trade-Warp-Labels bewegt sich das Calix-Projekt an der Grenze unserer Hörgewohnheiten und bietet im besten Sinne neue Erlebnisse und Stimulationen, die sich nicht einfach so im Hintergrund weghören lassen. Die Musik von Passamont verweigert sich der gemütlichen Konsumation. Die düsteren, scharfkantigen Audioscapes sind nie versöhnlich, immer herausfordernd, mehr moderne E-Musik als Pop. Akustische Harmonien werden aufgebaut und verschwinden in Laptop-Sequencing-Dissonanzen, wirre Kakophonien kippen schlagartig in gesampelte und verdichtete Naturambiencen um. Das beste Wort für die Musik von Chantal Passamonte ist «verschroben», und das im liebevollsten Sinne. Eyes Set Against The Sun ist ein wunderbares zerbrechliches Kunstwerk, ein seltsamer schwebender Grenzgang zwischen Natur und Elektronik, zwischen Absurdität und Melancholie.
19:15 Uhr. Kategorie Musik. Keine Antwort.

Manchmal frage ich mich, warum Stardarsteller bestimmte Stoffe so faszinieren,wenn sie im Regiestuhl Platz nehmen. George Clooney hat mit Confessions of a Dangerous Mind und Good Night and Good Luck zweimal die mediale Historie von Amerika aufgegriffen, und auch Robert de Niros zweite Regiearbeit arbeitet ein Kapitel der Geschichte der USA auf. Und wie bei Clooney gelingt de Niro ein ruhiger, wohltuend unkommerzieller Film, der zeigt, dass hervorragende Darsteller eben auch hinter der Kamera ihre Kollegen zu Höchstleistungen führen können. Vielleicht hilft, dass deNiro vor der Kamera mit den besten Regisseuren seiner Generation zusammengearbeitet hat und auf die Erfahrung von Leuten wie Scorsese oder Coppola bauen kann.
Die auf mehreren Zeitebenen simultan erzählte komplexe Story dreht sich um Edward Wilson, der ausgehend von den Verbindungen seiner Skulls & Bones-Elitestudentengruppe erst den OSS im zweiten Weltkrieg und später die CIA mitbegründet. Wir folgen diesem Großinquisitor der Gegenspionage durch die Jahre des zweiten Weltkriegs bis zum Kalten Krieg und zur Invasion der Schweinbucht in den frühen Sechzigern der Kennedy-Ära. Vor diesem Hintergrund erzählt DeNiro die Geschichte eines introvertierten Lyrikers, der nach und nach zum kalten einsamen Geheimdienstbeamten wird, zum Paranoiker ohne Familie und ohne Freunde. Der seinem Vaterland alles opfert, seine Ehe, seine Gefühle und schließlich auch seinen Sohn. The Good Shepherd erzählt diese Tragödie des Einzelnen in der Maschinerie des Cold War in behutsamen, leisen Bildern, die – wie die von Matt Damon reduziert gegebene Hauptfigur – kaum etwas preisgeben. Die Bedeutung, die Wucht der Ereignisse entfaltet ihre Wirkung als schleichendes Gift, ohne offenbare Dramatik, in Gesten, in Symbolen, in Assoziationen.
Robert DeNiro vertraut auf seine bis ins letzte Glied überwältigend besetzte Crew, die durch die Bank kontrolliert und reduziert spielt, und in deren Pokerface-Agentengesichtern Emotion nur selten, dafür aber um so heftiger durchbricht. Kleine Details erzählen persönliche Tragödien, während wir durch die Jahrzehnte reisen – eine gigantische Narbe an Alec Baldwins Hals, die Art wie Angelina Jolie sich beim Gehen an Stühlen festhält, die Körperhaltung von Damon. Der Film erklärt wenig, drängt nichts auf, der Zuschauer muss selbst hinschauen und entdecken, mitarbeiten, mitdenken. Insofern ist Shepherd auch ein Film, der bei oberflächlichem Betrachten vielleicht langweilig wirken kann, zumal die historischen Hintergründe als gegeben vorausgesetzt, nie erläutert werden. Wer sich also mit der Geschichte der USA und dem russisch-amerikanischen Kalten Krieg der Sechziger nicht auskennt, wird einiges verpassen und einiges vielleicht nicht verstehen, weil DeNiro keine Fußnoten liefert. Dass die CIA bei der Schweinebuchtinvasion mit der Mafia zusammenarbeiteten, wird nur angerissen und wer den Background nicht kennt, ist mit der Szene zwischen Wilson und dem Mafiosi allein gelassen, versteht nicht, dass Wilson hier ein weiteren moralischen Grundpfeiler verliert.
DeNiro gelingt so ein kammerspielartiger, leiser, langsamer, emotional druckvoller Film, dessen Kameraarbeit (von Richard Richardson) eine ungeheure subtile Wucht entfaltet. Es ist das Psychogramm eines Mannes – und anhand von Wilson auch seiner Generation der Kalten Krieger – dessen langsamer Abstieg in seine persönliche Hölle durch das stets regungslose Pokerface des ewigen Bubigesicht Damon umso kraftvoller wirkt. Shepherd ist ein Meisterwerk des Understatement, des dezenten Acting, der Film will ebenso decodiert werden wie eine Geheimbotschaft. Ich habe selten so einen europäisch leisen US-Film gesehen, der mit so wenig Mitteln so viel erreicht. Die einzig wirklich laute Stelle – das übertrieben metaphorische Brautkleid im Wind – stört hier zunächst fast, weil die Regie sich eine offensichtliche cinematographiche Poesie erlaubt und kurz die absolute Zurückhaltung aufgibt. Was die ganze Szene aber im Kontext nur umso effizienter macht. Ebenso wuchtig bricht die gewaltsame Folter des russischen Überläufers Mironov in die Ruhe des Filmes, eine herausragende Szene, deren wahre Kraft darin liegt, dass Wilson und wir WISSEN, wer hier der wahre Mironov und wer der Betrüger ist und dass Wison nur deshalb dem falschen Mironov glaubt, weil er sich mit ihm angefreundet hat und Angst hat, noch einen Halt einer Menschlichkeit zu verlieren. Und wir deshalb wissen,w as es für ihn bedeutet, wenn er den falschen Mironov später doch noch enttarnt.
Die Verwendung von Symbolik und Metaphern ist in Shepherd so klug und dezent eingesetzt, dass man den Film wahrscheinlich zweimal sehen muss, um bestimmte Motive zu verstehen. In literarischer Hochform transzendiert DeNiros Geschichte sich selbst, liefert einen vielschichtigen Plot, der nachdenklich macht und neugierig auf die neuere Geschichte der Vereinigten Staaten. Es ist kein CIA-Skandalfilm, aber ein Film über die menschliche Deformation im Amt. «Am Ende sind wir alle Angestellte», sagt DeNiro als von seiner Diabetes quälend langsam aufgefressener General Bill Sullivan an einer Stelle des Films, und das finale Bild von Wilson ist genau dies… ein Angestellter, Essenz des seelenlosen kafkaesquen Beamten, dem am Ende einerseits die Kraft fehlt, die Träume, die sein Vater für ihn hatte, wirklich zu leben, aber andererseits eben auch die Kraft, am Ende wie sein Vater einen Schlußstrich zu ziehen und Selbstmord zu begehen, der einfach weitermacht, weil es keine Alternative mehr für ihn gibt. Nach Vier Minuten ist es eine Wohltat, so viel emotionalen Impact so dezent und so entspannt präsentiert zu bekommen, ohne falsche Emotionalität, ohne störendes Pseudo-Drama. DeNiro entfaltet seine Geschichte via Vakuum, über das Nichtgezeigte, daß Ungesagte, die Pause. Er schafft einen Film, der zugleich eine große Erzählung amerikanischer Paranoia und Historie ist und doch einen engen Fokus auf die endlose seelische Korruption des Einzelnen setzt. Ein grauer Winterfilm, grobkörnig und depressiv, ohne Wärme oder Hoffnung – und einer der besten Filme dieses Jahres bisher.
17. Februar 2007 16:04 Uhr. Kategorie Film. 11 Antworten.

Hier mal ein Blick in die neue Workstation. Mit endlosen Kabelsträngen sieht das Innenleben ziemlich monströs aus, und es ist auch etwas Bastelarbeit, weil es für die Speicherbausteine, die ungekühlt so locker 100°C entwickeln, noch keine solide Kühllösung gibt. SATA und SCSI-RAID vertragen sich auch noch nicht so gut.
Softwareseitig ist Vista, zumal als 64bit-Version, ermüdend. Abgesehen davon, dass ich einfach verdrängt habe, wie mies Windows out-of-the-box ist, wie viel man abschalten muss, wie viel man tweaken muss. Zumal man vieles bei Vista nicht mehr deinstallieren, abschalten und modifizieren kann. So daß das Betriebsystem von Anfang an mit zuviel Ballast aus der Box trabt. Funktionen wie Mail, Kalender, MediaCenter, CD-Brenner und und und lassen sich nicht nachträglich deaktivieren und das kostet Speicher. Die Aero-Oberfläche ist schön, aber braucht auch ordentlich Leistung. An sich bringt Vista derzeit nichts, was mich wirklich begeistert im Verhältnis zu meiner etwas umgestrickten Version von XP. Die meisten Neuerungen, wie die Sidebar, habe ich ratzfatz abgeschaltet, weil mich Widgets einfach nerven und es bessere Freeware-Alternativen zur Win-Sidebar gibt, und wirklich essentiell gute Verbesserungen gibt es kaum. Dafür aber eine neue Struktur der Software und der Ablageorte, die mich in den Wahnsinn treibt :-D. Im Grunde also wie seinerzeit bei XP, in ein paar Monaten lacht man da auch wieder drüber, wenn Skins und Tweaks und Updates verfügbar sind. Aber im Moment nervt es etwas, wenn etwa bestimmte Ordner selbst für Admins einfach gesperrt sind, wenn man Datenablageorte nur recht kompliziert verschieben kann, wenn sich überflüssige Softwarebestandteile nicht entfernen lassen.
Schlimmer noch, aber das ist normal, wenn man früh auf ein neues OS umsteigt und zudem auf die 64bit-Version… laufen alte Programme nicht sauber. CS2 beschwert sich nach gelaufener Installation über fehlende Seriennummern, da scheint Vista und mein RAID irgendwie mit der Aktivierung wieder mal Probleme zu machen. Andere Softwares laufen nur im XP-Kompatibilitätsmodus (zum Beispiel Capture One), wieder andere Sachen laufen GAR nicht, je systemnäher desto unwahrscheinlicher ist eine erfolgreiche Installation. Da hilft wohl nur warten auf Vista-kompatible Versionen. Was bei CS2 aber bedrohlich wäre. Das die Creative Suite nicht läuft, ist sehr bedrohlich.
Das neue Office 2007 ist ungewohnt, vor allem das komplett umgemodelte und anscheinend jetzt eher für totale Laien umgestrickte Word, Outlook ist im Detail gerade bei Kontakten und Kalender optisch aber auch strukturell verbessert. Im Grunde ist es die 200 Euro Upgrade durchaus wert gewesen.
Insofern immer noch Frickelei und dazu noch Grippe, deshalb nicht allzu viel Geblogge in den letzten Tagen. Ich bin eigentlich froh, möglichst wenig an Rechnern zu sitzen und darüber zu grübeln, wie ich dieses oder jenes kleine Problem nun löse.
16. Februar 2007 11:15 Uhr. Kategorie Leben. 5 Antworten.

Der Finanzbeamte Harold Crick (Will Ferrell) ist im Dasein eines manischen Pedanten gefangen, der seine Schritte, seine Zahnputzbewegungen und die einsamen Minuten zählt. Ein langweiliger Nobody, der seine Träume vergessen hat. Bis er eines Tages eine Stimme hört, die sein Leben kommentiert. Mit Hilfe des koffeinsüchtigen Literaturprofessors Jules Hilbert findet Crick heraus, dass er lediglich ein Protagonist in einem Roman ist, den die ehemalige Starautorin Kay Eiffel schreibt. Während Crick durch die Handlung des Romanes getrieben wird und sich dabei in die steuerhinterziehende aber niedliche Bäckerin Ana Pascal verliebt, entdeckt er den Wert des Lebens und versucht, die Autorin von ihrem Plan, Harold am Ende ihres Romanes sterben zu lassen, abzubringen. Bis er das Ende seiner eigenen Geschichte liest und versteht, dass er vielleicht sterben muss…
Stranger Than Fiction ist ein Amalgam-Film. Marc Forster, unter dessen Regie zuvor unter anderem das ermüdende Finding Neverland entstand, hat hier einen Stoff, der sich anfühlt, als habe jemand versucht, aus Charlie Kaufmanns großartigem Adaption einen etwas massenkompatibleren Film zu schneidern. Die Story weist zudem genug Elemente eines typischen Tom-Hanks-meets-Meg-Ryan-Films auf, so dass Stranger than fiction durchaus auch ein absolut gesichtsloser Romanzenschmonzes hätte werden können. Ästhetisch erinnern die eingeblendeten Zahlen und Grafiken an Fight Club, auch Filme wie The Truman Show, ein Hauch Amelie, reichlich Being John Malkovitch und so weiter lassen sich entdecken. Aber bei all diesen Quellen bleibt Stranger kein bloßer Zitatenschatz, sondern vermengt all diese Zutaten zu einem unterhaltsamen, aber nie wirklich plumpen Streifen. Und auch wenn der Film am Ende ein Happy End hat – und natürlich als Hollywood-Streifen haben muss - kommentiert Dustin Hoffman dies in seiner Rolle als Literaturprof auch prompt mokant und schafft so einen schönen Subtext. Anna Thompson als ausgebrannte Autorin auf der Suche nach der geeigneten Todesart für ihren Helden ist großartig trocken, Hoffman spielt seine Rolle mit liebevoller kleiner Skurrilität, Ferrell schafft es als Hauptdarsteller, sein übliches Over-the-top-Acting um subtile Zwischentöne zu erweitern und überzeugend in eine Rolle zu schlüpfen, die fernab seiner üblichen Comedy-Schiene liegt.
Und die Frage Komödie oder Tragödie, die sich durch den Film zieht, bleibt nicht zuletzt durch die Qualität der einzelnen Darsteller, bis in die Nebenrollen hinein ausgezeichnet besetzt, eine solide Zeit lang in der Schwebe. Auch das reine Design des Filmes verleiht Stranger einen Hauch von Tiefe, der die Komödie deutlich aufwertet. Da wären erwähnenswert vor allem die Art wie in Zach Helms Story bereits zu Beginn die Elemente von Harold Cricks Untergang gesäht werden, der narrative Gag mit den eingeblendeten Zahlen und Formularen, der uns als visueller Shortcut schnell in Cricks Weltbild einlädt und vor allem die wunderbaren Setbauten, an denen man sich kaum satt sehen kann, weil jeder Raum eine Inszenierung ist, seine eigene Geschichte erzählt und zugleich den Plot vorwärtstreibt, egal ob Aktenlager, Bäckerei, Gitarrenshop oder das umwerfende Arbeitszimmer von Jules Hilbert, in dem herumliegende Bücher und sich stapelnde Kaffeetassen den gesamten Charakter ebenso abbilden wie Hoffmans Darstellung selbst. Es ist selten, dass bei einem Film das Setdesign so bescheiden aber so umwerfend effektiv die Figuren und die Story ergänzt, ohne dabei jeweils aufgesetzt oder künstlich zu wirken. Man kann sich an dem Film kaum sattsehen. Die extrem guten darstellerischen Einzelleistungen, das liebevolle Design, die warmherzige Ironie und das Quentchen Metakontext, das die Erzählerstimme von Anna Thompson in den Film bringt, machen Stranger zu einem Film, der ganz deutlich über die üblichen romantischen Hollywood-Komödien herausragt. Und das, obwohl er nahezu alle dafür nötigen Elemente mit sich bringt, eine Kitsch-Katastrophe zu sein (die Wandlung von Crick vom Loser zum Lover und die Romanze zwischen Harold und Ana sind natürlich geradezu unausstehlich platt, ebenso das Happy End), macht der Film eigentlich von Anfang bis Ende Spaß, weil er ganz postmodern mit dem eigenen Kitschfaktor jongliert. Selbst der Abspann ist noch ein liebevoll gestaltetes Fest für die Augen.
Es ist interessant zu sehen, wie viele Filme sich in den letzten Jahren mit Surrealismus befassen. Ob Purple Rose of Cairo, Nirvana, Truman Show, Memento, Matrix oder A Scanner Darkly, mehr und mehr Streifen bohren Wurmlöcher in die Realität und machen die fiktionale Wirklichkeit im Film seltsam wankend, durchscheinend. Das Kino stellt sich hier selbst in Frage. Stranger than fiction baut auf dieser cineastischen Existenzialismus-Vorarbeit auf und bemüht sich keine Sekunde, verkrampft die Grundvoraussetzung des Plots zu erklären – wie kann die Romanfigur Harold Crick eigentlich lebendig sein und in der gleichen Welt existieren wie seine eigene Autorin? Das Kommerzkino hat von den Independants und von mutigen TV-Konzepten gelernt, wie man das immer schleppender verkaufende eigene Material aufpeppen kann und das man dem Publikum mehr Komplexität anbieten darf und muss als ein Nora-Ephron-Film. Stranger packt so eine per se allzu vertraute Geschichte in wunderbare Bilder und denkt die ganze alte Boy-meets-Girl-Story einfach einmal weiter um die Ecke… und heraus kommen 110 Minuten wirklich solides Entertainment. Mit Einfällen und Momenten, die man in einem Mainstream-Film so nicht erwarten würde (wenn auch lange nicht so abgedreht wie Eternal Sunshine of the Spotless Mind, Zach Helm ist eben doch KEIN neuer Charlie Kaufman). Aber der Diskurs über Vorbestimmung und Freiheit einer fiktionalen Figur bleibt unterschwellig, eingebettet in den schnellen und skurrillen Handlungsverlauf, der immer wieder neue bizarre Wendungen produziert. Harolds Begegnung mit dem Schicksal in Form eines Baggers ist allein schon das Eintrittsgeld wert.
Das einzig wirklich schreckliche ist also die Eindeutschung des Us-TItels zu Schräger als Fiktion. Das tut schon weh.
10:31 Uhr. Kategorie Film. Keine Antwort.
Marshall geht durch den Raum und füttert Batholomäus, Pauls Goldfisch, der in einem einfachen runden Glas alleine schwimmt, an dessen Boden in mattroten Sand eine einsame Pflanze steckt. Tierquälerei, weiß Marshall, der zu Hause ein Zuchtbecken tropischer Fische hält, aber Paul besteht darauf und der Fisch schwimmt seit sechs Monaten augenscheinlich recht zufrieden in seinem kleinen Glas. Während die stinkigen Futterflocken herabsinken, müde tanzend zur Musik von Pauls Kritzeln und Klopfen auf dem Schreibtisch, denkt Marshall darüber nach, wie ungewöhnlich es ist, dass ausgerechnet dieser dürre blasse neunzehnjährige Youngster ein zweifacher Starautor ist. Wie seltsam, dass er ununterbrochen in diesem freiwilligen Käfig an seinen Texten schreibt. Und wie autistisch, dass er in den Ruhephasen offenbar nicht einmal in der Lage ist, den eigenen Namen zu schreiben.
…
13. Februar 2007 10:10 Uhr. Kategorie Leben. 5 Antworten.
Marshall und Luisa tauschen noch einige Floskel aus, bevor das Gespräch beendet ist. Der Chefpage legt das Telephon wieder an die exakt ursprüngliche Position auf den Schreibtisch, der sanft mit jedem Wort, das Paul schreibt, erzittert. Marshall wirft einen kurzen, unwillkürlichen Blick auf die Seite. In Pauls makelloser, gut lesbarer Handschrift reihen sich verwirrend lange konsonantenlastige russische Namen auf der Seite, die Paul scheinbar ohne Zögern oder Nachdenken niederschreibt. Marshall erinnert sich, über Shakespeare gelesen zu haben, dass er zeitlebens ohne Pause, ohne Korrekturen, ohne auch nur ein Wort zu streichen, geschrieben haben soll. Solche traumwandlerische Sicherheit schien Marshall immer eine Legendenbildung, nur bei Paul Miles war es so. Seit fast einem halben Jahr kümmerte sich Marshall jetzt um Paul und er hatte den Jungen seitdem jeden Tag wie besessen schreiben gesehen, ohne dabei jemals ein Wort auszustreichen, ohne jemals eine Seite herauszureißen. Schnell, präzise, ohne Zögern, als würde er ein Diktat mitschreiben. Die Texte waren, soweit Marshall das beurteilen konnte, absolut druckreif. Luisa Frank hatte ihm irgendwann bestätigt, dass Schreibfehler nur bei der Transkription, dem reinen Abtippen der Texte, entstanden. Die Manuskripte selbst waren immer hunderprozentig fehlerfrei.
…
12. Februar 2007 12:09 Uhr. Kategorie Leben. Keine Antwort.
Während Paul manisch kritzelt, greift Marshall nach dem Mobiltelephon und sagt seinen Namen.
«Marshall, gottseidank, hier ist Luisa Frank. Ich versuche seit Minuten, Paul wieder ans Telephon zu bekommen.»
«Miss Frank, ich befürchte, Mr. Miles schreibt sehr konzentriert.»
«Huh… mit anderen Worten, er ist mal wieder weggetreten? Ist er ansprechbar?»
«Ich weiß es nicht, Miss Frank. Einen Moment.»
Marshall nimmt den Höhrer vom Ohr und tippt Paul sehr vorsichtig an die Schulter.
«Sir?»
Das einzige Geräusch ist das 50-Hz-Pfeifen im Raum und das rhythmische Geräusch der Füllhalterfeder auf dem dicken Papier des Moleskine.
«Paul?»
Es ist sinnlos. Marshall Rice kennt Paul jetzt lange genug, um zu wissen, dass Luisa keine Chance hat.
«Miss Frank, es tut mir leid, aber Mr. Miles arbeitet wirklich sehr konzentriert und scheint nicht gestört werden zu wollen.»
Weit entfernt lacht Luisa harsch in sein Ohr: «Gott, Marsh, ich liebe es, wie normal Sie das alles klingen lassen können. Wenn wir das hier verfilmen, kann Anthony Hopkins sie spielen. Wenn Paul wieder ansprechbar ist, bitte sagen Sie ihm, dass wir über ‹Hotel› reden müssen, Dringend.»
«Selbstverständlich, Miss Frank.»
10. Februar 2007 11:33 Uhr. Kategorie Leben. Keine Antwort.

Die aus Göteborg kommende Combo Audrey gehört in die Kategorie der skandinavischen Schwerblüter, Mollharmonien und entrückter Frauengesang, Streicher und Klavier, selbst das Coverartwork erinnert etwas an Múm oder Sigur Rós, auch wenn der Sound ein ganz anderer ist. Wo Múm auf elektronische, Ministeck-komplexe Gebilde setzen, vertraut Audrey auf eine eher ruhige, klassische Mischung aus Piano, Gitarre, Bass, Drums und eben Strings, bleibt zugleich aber deutlich weniger brachial, weniger sakral als Sigur. Im Grunde klassischer ruhiger Indie-Pop mit einer guten Prise glitzernder Dunkelheit. Wer die Cocteau Twins mochte, wird hier schnell zu Hause sein, wenn Audrey auch deutlich akustischer zu Gange sind. Musik, die zu Herbst und Winter wie ein Soundtrack passt, melancholisch, dicht und trotzdem karg. Obwohl die Band seit 2002 existiert, ist Visible Forms das Debut (nach einer Debut-EP) und man hört den Tracks die Arbeit an. Obwohl durch eine gemeinsame Grundstimmung eng verbunden, sind die Tracks fein ausdifferenziert komponiert und musikalische überzeugend kontrolliert gespielt, von dem wunderbar geschachtelten Gesang ganz zu schweigen. Zurückhaltung bis zum Moment der Explosion. Rebecka Kristiansson, Victoria Skoglund, Emelie Molin und Anna Tomlin – die vier Frauen bilden den Kern der Band, plus einiger Gastmusiker – wechseln sich an den Vocals ab und überzeugen als Multiinstrumentalisten – und diese Vielseitigkeit prägt das Maß an Perfektionismus des Albums, wo jeder Ton sinnvoll zu wirken scheint. Ähnlich wie Sigur Rós (aber doch ganz anders) schafft Audrey es, aus einem fast depressiv anmutenden melodischen Grundgerüst im Laufe eines Songs bis hin zur Climax einen elegischen, kathartischen Effekt zu erzielen, der durch hypnotische Wiederholungen, Crecendi und fein ineinandergreifende Instrumentierung funktioniert. Da ist Mut zur Ruhe, da ist Mut zum Herbststurm, da sind gute Texte, da ist eine Einfachheit und Komplexität, die geschliffen ist wie ein Stein, der lange in der Flut gelegen hat. Musikalisch kriegst du hier im Grunde nicht viel neues geliefert, aber das so charmant und für schwedische Verhältnisse so direkt und aufrichtig, so unverspielt, gebracht, das am Ende ein atmosphärisches dichtes, emotional ehrliches Werk entsteht, das einen ganz eigenen Wert hat und für sich stehen kann und einen seltsamen Brückenschlag zwischen skandinavischen und amerikanischen Indiesounds darstellt.
Audrey sind übrigens im Februar auf Tour:
09.02.07 Münster / Amp
10.02.07 Hannover / Feinkostlampe
11.02.07 Berlin / Privatclub
12.02.07 Frankfurt / Cookys
13.02.07 Würzburg / Cairo
14.02.07 Zürich / Rote Fabrik
15.02.07 Wels / Alter Schlachthof
17.02.07 München / Orangehouse
10:45 Uhr. Kategorie Musik. 5 Antworten.
Marshall steht ruhig, abwartend hinter Paul. Paul hat die gleichen Sachen an wie immer, schwarzer Anzug, schwarzes T-Shirt, barfuß. Die langen Haare hängen ihm in sein Gesicht, während er in ein gut A5 großes Ledernotizbuch kritzelt. Es ist ein normales Moleskine, Paul schreibt ausschließlich von Hand, nie mit dem Computer. Das Powerbook benutzt er nur, um eher selten im Web zu surfen. Auf dem Tisch liegt die Kappe eines alten Parker Duofold und sein winziges Handy, das immer noch an ist. Aus dem fast unsichtbar kleinen Lautsprecher des Samsung dringt eine dürre Frauenstimme, die ab und an Pauls Namen ruft. Ansonsten ist der Schreibtisch leer.
Im Halbdunkel der Schreibtischlampe kann man nur erahnen, dass jeder Millimeter der Wände des Zimmers beschrieben ist. Die weiße Tapete ist über und über mit winziger Handschrift bekritzelt, so tief und so hoch eben menschenmöglich. Oft genug hat Marshall Paul hier gefunden, auf allen Vieren, wie er die Wände vollschmiert, mit einem schwarzen Edding, mit gehetzter Handschrift, die ungelenk, irgendwie ungeübt, wirkt. Zeile um Zeile, Wand um Wand. Paul hat inzwischen Bettlaken an die Decken gehängt und begonnen, auch darauf zu krakeln. Namen, Orte, Handlungsstränge, Ideen, Ansätze, Charakterprofile. Das Zimmer ist eine Landkarte von Geschichten – Anfänge, Plots, ein Sturm von Buchstaben, Worten, Sätzen, Fragmenten. 120 Quadratmeter Kalligraphie, ein Zimmer als Buch.
Und mitten drin dieser Junge, der weder lesen noch schreiben kann.
…
10:16 Uhr. Kategorie Leben. Keine Antwort.
Diesmal ein eher unbekannter Track der Duisburger Band Sensible Colours aus den Neunzigern. Exposed, Titeltrack vom gleichnamigen selbstproduzierten Album der Band um den Gitarristen und Sänger Jörg Hahn, ist ein für eine Lokalcombo exzellent gemachter Song, der auf sture U2-artig marschierende Drums, einen störrischen Bass und eine kontrolliert orgiastische Gitarre am Ende setzt, die in ihrer Mischung aus Ekstase und Simplicity irgendwie etwas an A Forest von The Cure gemahnt. Abgesehen davon, dass mich kein anderer Track so sehr an die Jahre in Altenessen zurückbringt, da wir die Sensibles da bei einem Kneipengig quasi in unserem Haus entdeckt haben, ist das Lied eine wunderbar trippige Angelegenheit, ein neuzeitliches Space-Oddity. Jedesmal wenn ich es höre, denke ich, wie ein Astronaut im Nichts zu schweben, ohne Schwerkraft, vorbei an den Sternen. Und der absteigende Bass, die monotone Bassdrum, die wunderbar verhallte Gitarre am Ende, bringen das absolut auf den Punkt. Großartiger, zeitloser Track, der weit weit jenseits von dem ist, was man von einer Duisburger Band erwartet. Diszipliniert, ausufernd, wunderbar monomanisch.
Und weil es die Combo nicht mehr gibt, und ich die Lyrics auch nicht finde, die CD sowieso nur noch als Rarity zu erhalten ist, packe ich den Track kurzerhand mal als MP3 online. Wenn das für die Band oder sonst jemanden ein Copyright-Problem darstellt, einfach kurz melden.
00:23 Uhr. Kategorie Musik. 5 Antworten.
Und der letzte Rest, danach seid ihr befreit…
8. Februar 2007 18:56 Uhr. Kategorie Photos. 17 Antworten.
schnee
schnee
schnee
schnee
schnee
schnee
schnee
schnee
schnee
schnee
schnee
schnee
schnee
schnee
schnee
schnee
schnee
schnee
schnee
schnee
schnee
schnee
schnee
schnee
juhu!
12:23 Uhr. Kategorie Leben. 12 Antworten.

Noch vor Madonna, wenn auch kurzlebiger, ist Kylie Minogue sehr viel weniger als dünnstimmige Sängerin denn als Zeitsymptom beachtlich, als mediale Inszenierung,ebenso wie ihr männlicher Counterpart Robbie Williams oder die seminalen Prototypen dieser Art von Pop, die Pet Shop Boys. Es scheint also nur sinnvoll, der Frau die die gelernte Logik der Soapopera ins echte Leben gezerrt hat, sich vom Mädchedn nebenan zum Inbegriff des anorektischen neuen Sexsymbols verwandeln konnte, dieser Ikone der Selbstinszienierung, die Musik, Mode, Photographie zu einer postmodernen Gesamtfranchise verrührt hat, eine eigene Ausstellung zu widmen. Von 8. Februar bis 10. Juni läuft Kylie – The Exhibiton im Victoria & Albert Museum in London. Die Ausstellung fokussiert sich vor allem auf die Kostüme des Stars, die Selbstinszenierung, das reine nackte Image, hinter dem die Musik zum reinen Teil des Gesamtproduktes, des Package Designs, wird. Kylie Minogue ist,wie andere Popstars vor und nach ihr, ein reines Designprodukt, eine Reißbrettdiva, die Quintessenz der Industrie.
7. Februar 2007 21:27 Uhr. Kategorie Design. 7 Antworten.
Aufatmen, es gibt noch ein Blog ;-). Inzwischen habe ich auch auf dem Laptop die Paris-Bilder bearbeitet gekriegt, also geht es weiter. Eine der Sachen, an denen man in Paris nicht vorbeikommt, bis man fast etwas ermüdet davon ist, ist natürlich der Eiffelturm, der als Wahrzeichen von fast jeder Ecke der Innenstadt aus zu sehen ist und fast wie ein Kompass nutzbar ist. Da ich futuristische Steampunk-Technik und Architektur einfach mag, natürlich ein gefundenes Fressen für die Kamera, vor allem bei Nacht. Und, ich denke, wenn man die Bilder durch hat, kann man das Gefühl, dieses Teil auch irgendwie sattgesehen zu haben, nachvollziehen :-D. Also: Jede Menge City of Light ahead… (weiterlesen…)
08:38 Uhr. Kategorie Photos. 21 Antworten.
Da ich durch einen Mainboardfehler doch etwas eher als geplant (und finanziell vor allem leider) an meiner Hardware schrauben muss… auf zwei neue 5320er-Quadcores, ein neues Board, neuer RAM, neue Grafikkarte und eine vierte 500er-SATA für den nächsten Kaupp-Datensturm :-D… werde ich wohl auf Vista umsteigen, da ich ohnehin für den größeren Arbeitsspeicher eine 64-bit-Version brauche. Bin hochgespannt, wie das läuft. Marc baut über Weekend den Rechner um, den ich dann erst einmal (seufz) komplett neu einrichten darf. Insofern, mit etwas Glück, wird nächste Woche, ein Live-Test von Vista Ultimate 64. Etwas ungewöhnlich, weil ich eigentlich mit neuen Betriebssystem warte, bis genügend Tweaks und Tools und Skins und auch mal ein paar Updates auf dem Markt sind. Bei OS bin ich nicht – entgegen meinen sonstigen ANgewohnheiten – eben nicht unbedingt gerne Early Adopter. Ich denke aber, Vista wird solide genug laufen und ein paar Sachen, wie etwa Ready Boost und der neue Kernel, klingen vielversprechend genug, um eine Weile damit zu leben, dass man den Microsoft-üblichen Mist noch nicht abschalten kann (gibt noch kein Antispy-Vista :-D). Und solange CS2 solide damit funktioniert, ist alles im grünen Bereich.
Bin also gespannt, nicht zuletzt auch auf die Performance von 8 Cores gleichzeitig.
11:22 Uhr. Kategorie Leben. 23 Antworten.

Stell dir vor, du packst eine Staffel Lindenstraße, eine Staffel Frauenknast, eine Staffel Natalie – Endstation Babystrich und eine Staffel Sesamstraße in einen einzigen Film. Et voilà… Vier Minuten.
Das Positive vorweg: Wirklich gute Kameraarbeit von Judith Kaufmann. Monica Bleibtreu macht mit kleinen Gesten das absolut beste aus einer schlechten Rolle. Herzsprung ist gut, wenn sie nicht overacted wie irre. Das finale Klavierkonzert von Herzsprung ist ein, wenn auch etwas wenig originell gemachtes, schönes und furioses Ding aus Kameraschnitt und Musik und macht Spaß.
Und das war’s mit Lustig.
Der Film beginnt mit einem Vogelschwarm, der über Stacheldraht hinwegschwebt. So schwer pseudosymbolisch und so gruselig holzhämmernd bleibt der gesamte Film. Wer also bei Vögel-und-Stacheldraht-Symbolik schon (zurecht) zusammenzuckt, weil der Saccharinanteil doch arg zu dicke ist, sollte sofort das Kino verlassen. Es lohnt sich. Denn besser wird es nimmer, eher im Gegenteil.
Nichts, aber auch NICHTS an diesem Film ist klischeefrei. Es ist alles drin, was für ein ganzes Jahr miese Sat-1-Soap reichen würde, nur kollabiert (im Wortsinne) auf 90 Minuten. Homosexualität, Inzest, Fehlgeburt, Knastbrutalität, brutale Bullen, dumme Bullen, korrupte Gefängnisleiter, böse Nazis, verkannte Genies, tragische Liebe, Generationenkonflikt, hilflose Wut missverstandener Menschen und blablablablablablablablablablablabla. Bis—- zum—- Erbrechen. vielleicht fehlt ein afroamerikanischen Sodomist, aber ansonsten ist die Klischeegallerie aus der Schule zum einfältigen Drehbuch ziemlich perfekt abgearbeitet, wirklich. Exzellente Sache, wirklich.. Vordiplom an einer Waldorfschule, keine Frage. Es ist unaussprechlich. Kein Klischee, kein Fettnäpfchen wird auch nur ansatzweise ausgelassen. Munter springt das Drehbuch von einer Plattheit zur nächsten, von einer Club-der-toten-Dichter-Imitation zum nächsten Billy-Elliot-Plagiat, von einer Frauenknast-Kopie zur nächsten RTL-II-Dokusoap-Grenzwertigkeit. Der Setbau verzichtet auf jede Logik, solange man nur einen Asiawok ins Nichts stellen kann, Opernhäuser sind natürlich INNEN vollbesucht, von AUSSEN aber natürlich total menschenleer und dunkel, sieht nämlich dramatischer aus, unsere Protagonisten sind sinnfrei in dramatisches blaues Licht getaucht und überhaupt: Hauptsache, eine Szene schaut nett aus, auch wenn es keinen Sinn macht. Was anderen Filmen schwindelerregend einfach gelingt – zum Beispiel beim abstrusen Setbau von Royal Tennenbaums oder auch bei Little Miss Sunshine –, wir hier zur Katastrophe. Warum ein offensichtlich im heute spielender Film nach 1979 aussehen muß und sich anfühlt wie eine alte Loriot-Folge, ist mir schleierhaft. Und es überzeugt visuell einfach nicht, das ist viel schlimmer, es verführt nicht. Wobei ich zugebe… unter dem Paradigma, es handele sich in Wirklichkeit um eine Art Loriot-Sketch, macht der Film DEUTLICH mehr Sinn. Sogar erschreckend viel mehr Sinn. Dieser Linie folgt das Drehbuch auch bei der Handlung, durch die sich immer wieder mal eine mittlere Cruise Missile einfädeln ließe, so groß sind die Plotlöcher. Logik braucht ein deutsches Drehbuch scheinbar eh nicht, ebenso wenig wie die Charaktere eine Art Motivation. Warum Jasmin Tabatabai so einen Hals auf Hannah Herzsprung hat… man weiß es nicht. Vielleicht ging es um die Frage, wer die dramatischer aussehenden Tränensäckchen hingeschminkt bekommen hat oder sowas. Keine Ahnung, der Film verrät es nicht. Wenn am Ende dann auch noch die Leiche vom Anfang des Films HAARGENAU so baumelt wie die tote Freundin von Frau Krüger (wir alle wissen, wenn zwei Mädchen im Nazi-Regime Händchen halten, dann geht das nicht gut aus, ja… also ist das KEIN Spannungsmoment, lieber Autor. Nicht … die… Spur), dann möchte man nur noch weinen, weil man so viele Klischeebilder in so kurzer Zeit selten so um die Ohren geschmettert bekam. Wenn der Holzhammer es nicht tut, liebe Leute, greift der Autor auch zur Kettensäge. Die kleinen Ladenmädchen werden es ihm danken.
Das wirklich schreckliche aber war, das uns zwei mitteljunge Damen aus der ersten Reihe, schwer ergriffen von der seifigen Dramatik des Streifens anscheinend, verboten haben, gar giftig über den Film zu tuscheln. Was uns irgendwie den ganzen Spaß verdorben hat, weil es SO viel schönes zu lästern gab – und e seigentlich den Film rettet, wenn man sich bei jedem gruseligen Moment High-Five gibt. Man möchte förmlich aus dem Film ein Trinkspiel machen. Jedesmal, wenn ein Kinoklischee kommt oder eine pseudosymbolische Flachheit, muss man einen Wodka trinken. Nach einem Viertel des Films bist du komplett betrunken, egal, wie hart deine Leber ist, mein Freund. Irgendwie spannend, das Leute feuchte Augen kriegen, wenn sie fiktional dargestellt sehen, wie fies Knuddellesben von Bösenazis behandelt wurden, dann aber ratzefatze selbst zu einer Art Bibliothekar-Faschist werden und Pssstpssstpssst machen müssen. Get a live, folks. Und schaut vor allem bessere Filme. Auf DVD. Zuhause. Am Nordpol. Danke.
Immerhin war der Trailer von Letters from Iwo Jima vielversprechend. Flags und Letters scheint ein sehenswertes Double zu werden,auch wenn ich Kriegsfilme verabscheue.
Ich werde jetzt losgehen und versuchen, mir diesen Film mit einigen Cocktails aus dem Kopf zu knallen. Warum ist unausweichlich jeder deutsche Film, den das Feuilleton lobt, unsagbar oberflächlich?
Jesus fucking Christ!!!!
2. Februar 2007 23:35 Uhr. Kategorie Film. 67 Antworten.

Während wir im Urlaub waren, sind auch die Seiten aus dem Who is Who in German Design Band 2007 angekommen. Ich hab mich gefreut, dass unsere seltsame Photoidee durchgekommen ist. Bin gespannt, wie das Gewimmel real aussehen wird. Leider klappt auf der rechten Seite aufgrund des schmaleren Formates die Sache mit dem nahtlosen Übergang nicht, aber so what. 1000 Dank an Steffi, die sich für diese vier Motive wirklich bald tot photographiert hat und die ganzen Sachen aus und wieder in Kisten räumen durfte ;-).
1. Februar 2007 16:45 Uhr. Kategorie Arbeit. 5 Antworten.