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PARIS, JE T’AIME

Passender Abschluss des Paris-Urlaubs, irgendwie, sich diese Anthologie von Kurzfilmen zur City of Lights anzusehen. In 18 kurzen Episoden versammelt Paris, je t’aime teils banale, teils komische, teils berührende Liebesgeschichten rund um verschiedene Orte und Quartiers von Paris. Bei einer solchen Dichte von Filmen ist die Qualität unweigerlich durchwachsen, auch wenn hochrangige internationale Regisseure, wie Wes Craven, die Coen-Brüder oder Tom Tykwer beteiligt sind, von einer fast erschütternden Garde an Star-Mimen einmal ganz zu schweigen. An ein paar Stellen im Film hab ich nur noch schwach murmeln können: Damn, gibt es irgendwen, der hier NICHT mitspielt? Frankreichs absolute A-Garde wird umrahmt von internationalen Stars und absolut vielversprechenden Newcomern. Die darstellerischen Leistungen sind oft sogar überzeugender als die Storys an sich, wobei es zugegeben schwer ist, in nur fünf bis sieben Minuten eine atmosphärisch dichte Geschichte zu spinnen. Manches wirkt durchaus auch mal banal, manches aufgesetzt. Vincenzo Natali, immerhin einer der Macher von Cube (der gerade an JG Ballards High Rise sitzt, nebenbei), enttäuscht leider mit einer Sin-City-meets-Dracula-Story, Wes Craven, einer der Horror-Altmeister schlechthin, wirkt platt, Gus van Sant, den ich sonst oft mag, bringt eine flachwitzelnde Pointe. Andere Shorts sind umwerfend, allen vorweg die Episode Loin de 16e, von Walter Salles und Daniela Thomas, die mit einfachsten Mitteln und nur einer Darstellerin auskommend, eine der anrührendsten und unangestrengtesten Geschichten des Films abgibt. Tom Tykwer, dessen Episode in Faubourg Saint-Denis angesiedelt ist, erzählt (prominent unterstützt von Natalie Portman) eine rasante Liebesgeschichte zwischen dem Blinden Thomas und der Schauspielerin Francine, die leider am Ende in ein etwas flaches Happy Ende abdriftet, mittendrin aber so wunderbar MTV-Ästhetik und narratives Handwerk vermählt, dass man fast nicht glauben mag, dass der gleiche Regisseur Das Parfum so verbeutelt haben kann ;-D. Dazu Portmanns Stimme am Anfang über den Soundtrack, das ist an Melodramatik kaum zu toppen. Die Eiffelturm-Episode mit den beiden Pantomimen ist hochgradig absurd und – gerade WEIL Pantomimen nerven – wunderbar, die Bastille-Episode mit dem Mann, der sich von seiner frau trennen will, bevor er erfährt, dass sie an Leukämie sterben wird, hat eine fast Jeunet-artige Mischung aus Leichtigkeit und Melancholie… und die letzte Episode mit der großartigen Margo Martindale als amerikanische Touristin in Paris hat zwar einen etwas kitschigen Schlusspunkt, dafür aber auch eine der mitunter bewegendsten stillen Szenen des Films und eine grandios selbstironische Hauptdarstellerin.

Paris, je t’aime ist keine durchweg großartige Sammlung von Kurzfilmen, was auch sicherlich nahezu unmöglich gewesen wäre. Aber im Querschnitt gelingt es den Filmen, zu unterhalten oder zu berühren und viel mehr kann und sollte man nicht erwarten. Die großartigen Darsteller machen den Film zu einem Feuerwerk an name-dropping, aber es sind oft die unbekannten Gesichter, die du mit nach Hause nimmst, so wie Catalina Sandino Moreno oder Seydou Boro. Das es zudem einem Film gelingt, dem Klischee-Thema Paris neue Seiten abzugewinnen und geradezu dezent mit der Stadt als Background umzugehen, also nahezu kitschfrei zu operieren… das verdient Anerkennung. Oh… und der Soundtrack ist grandios.

31. Januar 2007 23:09 Uhr. Kategorie Film. 4 Antworten.

PARIS I

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Wieder zurück. Gegen meine sonstigen Gewohnheiten ein echter, touristischer Urlaub, bei dem wir – neben jeder Menge Rumhängerei in Cafés und Bars – so richtig klassisch einige Sehenswürdigkeiten besucht haben. In Paris wäre man auch blöde, das nicht zu tun, die Stadt atmet Geschichte für mindestens fünf Metropolen.

Obwohl ich gar nicht so viel photographiert habe, sind es doch ein paar mehr Bilder geworden, allein schon etwa 700 Kilo Eiffelturmbilder ;-). Um es also in erträglichen Maße zu halten, kommt das ganze peu à peu.

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29. Januar 2007 21:52 Uhr. Kategorie Photos. 12 Antworten.

IRRLICHT 017

Wenn man einen fast durchgehenden Raum von 120 m³ überhaupt mir dem Wort «spärlich» zusammenbekommt, so könnte man sagen, Paul Miles habe seine Zelle spärlich eingerichtet. Weiße Wände, der Teppich entfernt, als Möbel ein Futon, ein hoher Vitra-Schreibtisch, davor ein Perch-Stuhl von George Nelson. Fast klischeehaft minimal, Imitat einer Mönchszelle, mit 120 m3 Freilauf und Zimmerservice.

Nur eine Ecke erinnert daran, dass Paul 19 ist. DVDs, CD-Stapel, eine Wii und eine uralte Nintendo-Konsole, Kopfhörer, ein altes DD-Drum 2, Keyboards und eine Telecaster aus den 60ern samt Twin Reverb. Die Flaschenstadt Kandor als perfekte 1:1 Replika, original aus der Silver-Age-Festung-der-Einsamkeit von 1958. Ein bisschen Ironie muss sein und der Verlag hat das Geld dafür. Trotz des offensichtlichen Gags – den niemand außer Luisa wirklich verstand – hat Paul tatsächlich Spaß daran, die kleine Stadt, das letzte Stück Krypton auf Erden, zu betrachten. In seiner Phantasie füllen Kryptonier die Häuser und Straßen der Metropole, geräuschlos hinter dem Glas zischen Autos über den markant geschwungenen Highway, ein architektonisch-futuristisches Highlight von Kandor, dieser Utopia aus den Sixties. Und das alles in einer Art großer Milchflasche, komplett mit Holzkorken, Flaschenpost einer versunkenen Zivilisation.
Wie muss das für Superman gewesen sein, der letzte Überlebende einer perfekten Gesellschaft zu sein? Von deinen Eltern, wie Jesus, als Retter zu den Menschen geschickt. Stranger in a strange land, last Unicorn. Und dann – BANG – kommt diese Flaschenstadt Kandor. Mit hunderttausenden von Einwohnern, ein LSDgetränktes Miniatur-New-York aus der Phantasie von Otto Binder und Al Plastino. Kann selbst ein Superman da nicht einen Moment von Missgunst haben? Gerade noch Unikat, gibt es jetzt eine ganze Stadt von potentiellen Supermännern und -frauen, eine Armee von Übermenschen in Dayglo-Kostümen. Wie oft hat er wohl die Glasstadt in den Händen gehalten, die kleinen Menschen mit ihrer kleinen Demokratie und ihrer kleinen künstlichen Schwerkraft in ihren kleinen Läden und Wohnungen… und das alles zerschmettern wollen? Ein schneller Wurf vor eine der eisigen Höhlenwände – wer würde es je erfahren? – und Kal-El wäre wirklich wieder der letzte Sohn Kryptons. Nicht bloß one in a million.

Oder kann sich selbst ein Superman dagegen wehren, sich für eine Sekunde wie Gott zu fühlen, wenn er tausende von Leben und Hoffnungen und Ängsten einfach so in seinen unverwundbar-gefühllosen Händen halten kann, jeder Tremor seines Handgelenks ein Erdbeben, sein Gesicht so groß vor dem Glas, dass es den Himmel der Stadt rosa färbt. Ein unsichtbarer Gott für die Kandorianer, die ihm mit Statuen und Feiertagen huldigen.

Oder… schläft Superman nachts weinend vor der Flasche ein, deprimiert davon, dass er trotz all seiner Kräfte und seiner Macht die Kandorianer nicht aus diesem Flaschenleben befreit kriegt? Ist Kandor ewige Erinnerung, dass auch ein Übermensch seine Grenzen haben kann? So wie Uncle Ben für Spider-Man, Memento der Menschlichkeit?

Auf einem Powerbook ist Logic Audio installiert, aber Paul hat noch keinen Song geschrieben, noch kaum eine DVD gesehen. Die Phasen, in denen er nicht schreibt, gehen für Schlaf und Essen drauf, manchmal etwas Schlagzeug spielen. In einer Ecke steht ein altmodischer Röhrenfernseher, auf dem tonlos CNN läuft. Pauls Fenster zur Welt, seine eigene kleine Flaschenrealität, ein alter Loewe-Fernseher, dessen Röhre ein fast unhörbares einlullendes 50-Hz-Pfeifen in den Raum sendet, das einzige Geräusch im Zimmer. Textlaufbänder berichten von einem Anschlag in Madrid, 25 Verletzte, keine Toten.

Gab es Terroristen auf Krypton?

Muss wohl, sonst hätten sie ja die Phantomzone nicht als Gefängnis gebraucht. Diese perfekte, utopische Gesellschaft… und trotzdem Verbrecher, trotzdem Gefängnisse. Vielleicht gerade dort. Wo wäre Verbrechen ehrenvoller, notwendiger als in der mäandernden Langeweile der perfekten Welt? Vielleicht sind Terroristen nur die Antikörper von Utopia. Die letzten, die sich nach einem Leben ohne Narkose sehnen.

Gibt es Suizidbomber in Kandor?

25. Januar 2007 00:16 Uhr. Kategorie Leben. Keine Antwort.

IRRLICHT 016

in zimmer 37 liegt eine frau wach. aus hamburg. die haare pechschwarz. die augen pechschwarz. sie schläft nicht. sie ist für den kongress in wien. tagsüber. tagsüber verkauft sie sich. tagsüber redet sie von umsatz, zielgruppen. werbung ist so eine junge branche. man muss verkaufen um zu verkaufen. tagsüber badet sie in licht von kodak-diaprojektoren. tortendiagramme, umsatzprognosen, erfolgssimulation. die augen pechschwarz.

nachts schläft sie bei offenem fenster. die tür zum flur mit dem geschmacklosen teppich offen. um etwas durchzug zu haben. luftsimulation. nachts hat sie den fiktiven wind auf ihrer transluzenten haut. und träumt, er sei echt. das rauhe kissen gras. die augen geschlossen, kann sie die sterne sehen. der riemen ihrer handtasche ist der zügel ihres pferdes. das im gras müde neben ihr atmet. geduldig. das fell pechschwarz,

in zimmer 37, hinter einer offenen tür, liegt eine frau wach und ist glücklich.

24. Januar 2007 20:25 Uhr. Kategorie Leben. Eine Antwort.

PARIS-DAKAR (SANS DAKAR)

Ab morgen gegen 12 sind wir weg, bis etwa Montag nachmittag, ein bisschen in Paris rumhängen. Wenn ich WLAN haben sollte (aber wer weiß sowas schon vorher), blogge ich ein bisschen, ansonsten wird es ruhig bis Montag, aber am Weekend ist hier besuchermäßig eh immer nicht SO viel los.
Als Wiedergutmachung gibt es noch einmal einen Doppelwhammy Irrlicht und dann sehen, ob ich von Paris aus surfen kann und will und so…

20:18 Uhr. Kategorie Leben. 9 Antworten.

STEFFI FRAGT… 12

Steffi fragt:
Der Designer, den du am meisten bewunderst, trifft dich, als du gerade beim Einkauf bist. Er bietet dir an, für ein halbes Jahr mit nach San Francisco zu kommen, wo du mit ihm an drei Projekten zusammen für absolute Traumkunden arbeitest. Dort lebst du in einem riesigen Haus mit vielen anderen interessanten Menschen. Für das halbe Jahr Arbeit bekommst du vorab 500.000 Euro auf dein Konto überwiesen. Es gibt nur eine Bedingung. Du musst jetzt sofort, wenn du den Supermarkt verlässt, losfliegen. Du darfst niemanden davon erzählen. Erst wenn du ein halbes Jahr später wiederkommst, kannst du allen berichten, wo du warst.
Fliegst du mit?

12:02 Uhr. Kategorie Stuff. 15 Antworten.

BRITISH BIG BROTHER

In der Zeit war letzte Woche ein Dossier über die Tendenz des Vereinigten Königreiches zum Überwachungsstaat. Den man, gelinde gesagt, als beklemmend bezeichnen darf. Zumal hier, finde ich, recht eindeutig vorgezeichnet wird, was in Deutschland früher oder später auch kommen wird. Die sanitized democracy, sauber effizient und tot. Die dem alten Singapur-Modell und SF-Konzepten wie V for Vendetta immer näher rückt. Und in der zu leben so sein wird, wie unter einer erstickenden stinkenden Decke liegen zu müssen.

Ich finde erstaunlich, wie sehr wir das alles häppchenweise akzeptieren. 1983 wurde gegen eine einfache Volkszählung noch protestiert, heute geben wir für 3% Kaufrabatt oder einen Internetdownload viel mehr Daten über uns heraus. Die Terrorangst wird und biometrische Ausweise, Gendatenbanken, Gesichtsdatenbank und was noch alles bescheren. Und RFID kommt von ganz allein und ist die größte Bedrohung der Privatsphäre schlechthin sein.

Das alles ist schon schwer erträglich in der seltsamen Form von Demokratie-Oligarchie in der wir leben. Aber was, wenn das ohnehin wackelige System irgendwann wieder in eine offene Diktatur kippen würde?

11:28 Uhr. Kategorie Leben. 2 Antworten.

Irrlicht 015

Das Zimmer ist karg, ungemütlich. Es ist nach Pauls Vorgaben eingerichtet, wer sich über zwölf Monate im Regency eine ganze Etage leisten kann, darf gern Sonderwünsche haben. Wer die Suite betritt, ist meist entsetzt. Wer zur Hölle sucht sich so etwas freiwillig aus?

Es gibt nur zwei Zimmermädchen – Amelia und Sheenan -, die sich neben Marshall um Pauls Wohlergehen kümmern. Beide haben seitenlange non-disclosure-Knebelverträge unterschreiben müssen. Bloomsbury hat – völlig zu Recht – gehörige Angst, dass irgendein Detail von Pauls freiwilliger Selbstinhaftierung an die Presse dringt. Die beiden Mädchen würden sich für immer ruinieren, käme auch nur ein Wort an die Tabloids… und Diskretion gehört ohnehin zu den Stärken des Regency. Aber nachts zittern sie manchmal im Bett neben ihren Männern – der in Amelias Fall eine Frau ist -, und brennen innerlich, darüber reden zu können, nur einen Hauch von dem, was sie in Suite 213 jeden Tag sehen, teilen zu dürfen.

Und sie schlafen schlecht…

06:44 Uhr. Kategorie Leben. Keine Antwort.

Irrlicht 014

Paul hört, wie sich hinter ihm die Tür öffnet. 21 Bolzen werden von Servomotoren aus der Türzarge in das Futter zurückgezogen, eine blitzschnelle tonlose rhythmische Kadenz, die Paul jedesmal wieder Freude macht. Die kurze Nicht-Melodie, die seinen goldenen Käfig öffnet, gefolgt von den sicheren Schritten des Chefpagen, Schuhgröße 41, genähtes Leder, eine Vertrautheit im Gang, als könne er auch blind seinen Weg durch die Zimmer finden.

Paul blickt nicht auf. Den Rücken zu Marshall Rice, zählt er dessen Schritte durch die große Suite, die ein Drittel der gesamten Etage einnimmt. Die anderen zwei Räume sind leer, seit Paul hier ist, unbewohnt und von seinem Verlag bezahlt.

Das Schloss, deutsche Wertarbeit, produziert in Dresden, dessen Geräusch an einen High-Tech-Tresor erinnert, ein Audio-Design, das Präzision und feinste Mechanik verspricht, schirmt Paul von der Außenwelt ab. Es lässt sich nur von außen öffnen, mit der Keycard in Mashalls Hosentasche. 21 Bolzen aus massivem Stahl, die Paul zum Gefangenen machen.

23. Januar 2007 14:27 Uhr. Kategorie Leben. Keine Antwort.

IRRLICHT 013

Vor Suite 213 öffnet Marshall Rice die Tür mit seiner elektronischen Keycard, die alle Türen des Hotels öffnet. Eine rote LED wird grün und nahezu geräuschlos fährt ein vertrackter, kaum von Hand zu überwindender Mechanismus aus Bolzen im gesamten Türfutter zurück, mit einer schnellen, effizienten Bewegung, für Marshall so zur Selbstverständlichkeit geworden, dass er für die Ingenieursleistung dahinter völlig blind ist.

Marshall arbeitet seit dreißig Jahren im Londoner Regency und in dieser Zeit gewöhnt man sich an vieles. Dreißig Jahre in einem der besten Hotels in der wichtigsten Pop-Metropole der Welt, das stumpft ab. Marshall hat ganze Armeen an Rockstars, Filmdarstellern und Topmanagern kommen und gehen gesehen. Der Chef eines großen deutschen Stahlkonsortiums, der nachts um vier plötzlich eine bestimmte Prostituierte aus Singapur eingeflogen haben wollte. Das britische One-Hit-Wonder, das in seiner Suite 14 Tage lang samt Band für die anstehende erste Tour probte. Die US-Rocker, die nach Mitternacht plötzlich eine Harley-Spritztour einforderten, ohne selbst überhaupt Harleys dabei zu haben. Nutten, Drogen, Stars… nach drei Dekaden Dienst am Kunden war Marshall Rice eher gelangweilt von der Berechenbarkeit der Perversion.

Einer wie Marshall hat alles gesehen – oder besser übersehen. Diese Abstumpfung ist der Job an sich, dieser seltsame Rest Butler-Blut, die Nonchalance, dieses britische Klischee vom Wegschauen samt Stiff Upper Lip. Hoch bezahlt von den neuen Adligen der Celebrity-Gesellschaft, um ihren Mangel an Stil und Benimm würdevoll zu ignorieren. Marshall, inzwischen über Fünfzig, hat so ermüdend viele von ihnen gesehen. In den scharfen Falten um seine Nase spiegelt sich das Mitleid, der Abscheu, die stille Wut, die Resignation von ungezählten Parties, Orgien und demolierten Zimmern. Mitten in London ist so etwas wie eine ruhige Woche undenkbar. Marshall hätte gewettet, dass er alles erlebt, ge- und vor allem eben übersehen hat.

Und dann kam Paul Miles.

22. Januar 2007 20:55 Uhr. Kategorie Leben. Keine Antwort.

STEFFI FRAGT… 11

Steffi fragt:
Du bekommst einen Wahrheits-Keks geschenkt Wenn du diesen Keks zusammen mit einer Frage an einen Menschen schickst, wird er den Keks essen und dir wahrheitsgemäß auf die Frage zurück schreiben. Ihm ist nicht möglich, zu lügen. Das kann jeder Mensch sein, aus deinem privaten oder auch nur medialem Umfeld.
Wer bekommt den Keks mit welcher Frage?

11:05 Uhr. Kategorie Stuff. 12 Antworten.

JONATHAN CARROLL: VOICE OF OUR SHADOWS

Wenn ich selbst schreibe – so wie gerade am Weihnachtsgeschenkbuch Irrlicht – gibt es Autoren, die mich besonders inspirieren. Da es bei Irrlicht im höchsten Maße um «Magischen Realismus» geht, also um aufbrechende Grenzen zwischen der von uns als normal empfundenen Welt und eher ungewöhnlichen Dingen… habe ich angefangen, alte Bücher von Jonathan Carroll zu lesen, der nicht nur einer der besten Beobachter, einer der schönsten Romantiker, sondern eben auch ein wunderbarer Surrealist sein kann.

In Voice of our Shadows reist der Autor Joe Lennox, der mit einem Bühnenstück über den Tod seines despotischen Bruders Ross berühmt und moderat reich geworden ist, nach Wien, wo er die faszinierenden India und Paul Tate kennen lernt. Joe und India beginnen eine Affaire, Paul stirbt an einer Herzattacke und sucht die beiden Ehebrecher forthin als Poltergeist heim. Joe flieht nach New York und verliebt sich neu in die scheue Kate, bis die Ereignisse ihn nach Wien zurückziehen und Paul ein furchtbares Geheimnis über India und Paul entdeckt.

Voice, 1984 erschienen, ist eine düstere Moralgeschichte, eine morbide Ghost Tale, in der sich bereits Carrolls enge und lange Verbindung zu Wien abzeichnet, ebenso – prototypisch – die Verbindung von belletristischem Ansatz und subtilen Horror. In Carrolls Büchern begegnet man faszinierenden, nahezu magisch aufgeladenen Menschen, deren Leben und Dialoge so bestechend sind, das man ihnen unweigerlich und komplett verfällt. Es ist nahezu unmöglich, sich nicht in seine Charaktere zu verlieben. Zugleich grenzt ihr Leben oft an etwas hypernaturalistisches, surreales – ob sprechende Hunde oder Engel, ob Geister oder Dämonen, in Carrolls Werk ist die Welt Schauplatz eines stillen Kampfes zwischen Gut und Böse, den man als Leser nur erahnen kann, dessen Schockwellen unsere Protagonisten oftmals nur erleben und denen sie oft zum Opfer fallen. Im Lovecraftschen Sinne ist die Welt des Jonathan Carroll eine Arena und wir alle jeden Tag von Magie, gut wie böse, berührt. Diese Verquickung von Belletristik und Gothic Novel à la Bierce oder Poe kann man mögen oder nicht, aber es gibt nur wenige moderne Vertreter dieser Gattung und Carroll ist Meister seines Fachs und aufgrund seiner Intensität nicht ohne Grund vor allen in Osteuropa ein gefeierter Star. Seine Geschichten haben den üppigen Reichtum von Städten wie Wien oder Prag in sich, diese atmosphärische Dichte, den moribunden Reichtum von Verfall und Hoffnung. Nicht alles, was er schreibt, ist durchgehend gut, vieles ist sogar eher schwach ausgefallen… aber jedes einzelne Werk belohnt dich mit einzelnen Momenten, in denen du das Buch küssen möchtest. Wie in seinem Blog, brilliert Carroll in kleinen Momentaufnahmen, in der Beschreibung des fast Vernachlässigwerten und schöpft hieraus ungewöhnlichen Reichtum.

Voice of Our Shadows
ist, meiner Meinung nach, nicht sein bestes Buch (das wird für mich immer Outside the Dog Museum bleiben, ein Buch, das man viermal lesen muss, mindestens). Es liest sich wie eine ausgestrecktere Kurzgeschichte, plätschert etwas harmlos vor sich hin – und wenn man den Clou der Geschichte kennt, auf die die Erzählung zurast wie eine Poe-Moritat, dann wird ein erneutes Lesen eher ermüdend. Man merkt zu schnell, wo der Autor die Auslösung im Text vorbereitet und es bleibt zu wenig anderes, um die Geschichte zu bereichern. Voice wirkt schnell hingeschrieben, viele Charaktere bleiben skizzenhaft, lange nicht so ausgereift wie spätere, komplexere Figuren aus Carrolls Hand. Wien ist noch Background, nicht eigener Protagonist. Es ist ein seminales Werk, ein Vorgeschmack von things to come, aber eben lange nicht so tief und räsonierend wie die Bücher seiner besten Schaffensphase. Dennoch, Voice ist eine ungemein originelle Geistergeschichte, die Joe Lennox zu einer grundlegenden Erkenntnis über sein Leben führt (wie sich das für eine gute Short Story gehört), die nur eben leider zu spät kommt. Das Ende des Buches wirkt atemlos, wie ein D-Zug entlangrasend, als wäre es in einem Rutsch geschrieben, was den Flair der atemlos-Poeschen Kurzgeschichte noch unterstreicht. Der Epilog, auf Formori, nur eine Seite Text, ist per se den Gesamtpreis des Buches wert und zeigt Carroll als Destillat, in holographischer Miniatur, und in ganz großer Form.

21. Januar 2007 14:09 Uhr. Kategorie Leben. Keine Antwort.

THE BALLAD OF CLINT AND WANDA

Das Bild wollte ich schon vor einem Monat posten, kam aber nicht zum Scannen… und habe es jetzt wieder bei Scans Daily gefunden. Einfach, weil es so toll ist. Das Artwork von Alex Maleev ist so reich, so verführerisch, einfach perfekt. Ich mag eine Welt, in der ein simples Mainstreamcomic wie The Avengers urplötzlich so etwas Großartiges hervorbringen kann.

13:26 Uhr. Kategorie Stuff. 3 Antworten.

LOGITECH DI NOVO EDGE

Die neue Logitech diNovo Edge ist der Nachfolger des diNovo Desktop, den ich seit einiger Zeit verwende. Und als penetranter Early Adaptor – und dank Weihnachten – habe ich natürlich nicht Nein sagen können. Im Büro stehen insofern seit Ende letzter Woche bei Steffi, Marian und mir Sets aus der Edge und der MX Revolution Maus auf dem Schreibtisch. Und hier ein kurzer Testbericht zur Tastatur…

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20. Januar 2007 15:08 Uhr. Kategorie Technik. 39 Antworten.

Album 070

19. Januar 2007 23:03 Uhr. Kategorie Leben. Keine Antwort.

STEFFI FRAGT… 10

Steffi fragt:
Einen Tag lang bist du ein Superheld mit all seinen Fähigkeiten und allen Pflichten.
Welcher?

08:58 Uhr. Kategorie Stuff. 19 Antworten.

PLATY

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18. Januar 2007 18:36 Uhr. Kategorie Leben. Eine Antwort.

NO RAZORLIGHT

Heute wäre ja eigentlich Razorlight in der Live Music Hall in Köln gewesen… aber so wie es draußen aussieht, werde ich mir das wohl wegen Sturm verkneifen. Schade. Maybe next time. Das Wetter geht gar nicht, hier flackern tatsächlich die Lampen, alle Jalousien sind unten, Fenster dicht. Weltuntergang olé. Ich hoffe, ihr kommt alle gut nach Hause, Leute. Wird also eher ein romantischer Abend zu Hause, auch mal schön.

18:22 Uhr. Kategorie Leben. 14 Antworten.

IRRLICHT 012

Während ein Teil von Luisa noch über die richtige Strategie nachgrübelt, ist es am anderen Ende der Leitung still geworden. Nach 45 Minuten Telephonat eine fast willkommene Ruhe. Während aus dem Lautsprecher ihres Headsets ein leises, fast kritzelndes Geräusch dringt, öffnet sie wieder die Augen, geblendet von Neapels Julimittag, der langsam zum frühen Abend wird. Die Eidechsentouristen verschwinden langsam, die ersten eleganten jungen Italiener flanieren auf dem Platz. Männer und Frauen wie elegante Tiere, eine laszive, lässige Spezies, die in Nordeuropa nie ankam, die nur hier in der trägen Wärme gedeiht, in immer irgendwie unerklärlich makellos weißen Hemden, weiten schwarzen Hosen, engen Röcken und unsagbaren Schuhen. Neben diesem Stil und Flair kommt sich Luisa – die trotz ihres Vornamens eine gebürtige Engländerin war – seltsam plump und klein vor.

Der Nachmittag färbt den Himmel fast violett, der Abend nur eine Vorahnung, aber die Lokale bereiten sich jetzt schon auf das Nachtgeschäft, auf Pasta Wein und Cocktails, vor. Luisa fährt mit ihrer Linken durch ihre kurzen braunen Locken, die fast wie Hundefell an ihrem schmalen Kopf anliegen und die sich von der Sonne aufgewärmt und trocken anfühlen, weiches Stroh. Es ist ein seltsamer Als-ob-Zustand, ein Vorspiel, ein letztes Atemholen vor dem Abend. In diesem seltsamen Moment ist alles in ihrem Leben richtig und gut, eine logische Kette von Dominosteinen, die sich – einmal angetippt – mit dem Geräusch von 1000 Metronomen schlafen legt.

Luisa zündet sich eine Zigarette an, genießt den bitteren Kuss des Nikotins, den warmen Wind, das Treiben auf der Plaza und alles ist perfekt in diesem einen Augenblick. Mit einem Schlag ist das Gefühl von Jetlag und Müdigkeit, de Koffeinrappeligkeit und die Frustration mit Pauls Skript wie verschwunden. Sie lächelt unwillkürlich und ist überrascht, wie gut sich dieses Lächeln anfühlt, wie durchdringend und anders als das professionelle Lächeln, das sie aus ungezählten Sitzungen., Terminen, Treffen, Lesungen, Vernissagen und Kontakten kennt.

Das hier… das hier war echt.

12:01 Uhr. Kategorie Leben. Keine Antwort.

IRRLICHT 011

Luisa blättert zum hundersten Mal lustlos durch das Manuskript. Nach den ersten zwanzig Seiten hochirritiert, hatte sie das lineare Lesen nach weiteren vierzig Seiten komplett aufgegeben und vorgeblättert, quergelesen, das Ende abgecheckt. Und – fast holographisch – an jeder Stelle war das Buch gleich sinnlos. Wie ein einziger surrealer Stream-of-Consciousness, ohne Kopf und Fuß und – viel wichtiger – ohne jede kommerzielle Chance.

Aber wie erklärt man das einem Starautor wie Miles, der ohnehin akut wenig stabil wirkt? Und… wie rettet man dieses Buch? Einfach komplett vergessen? Umschreiben allein würde diesen Mist ja nicht mehr retten…

17. Januar 2007 18:08 Uhr. Kategorie Leben. Keine Antwort.

STEFFI FRAGT… 09

Steffi fragt:
Vor dir stehen zwei Flaschen. In der einen ist ein Elixier, das alle Äußerlichkeiten, die du selbst an dir noch nie mochtest, verschwinden lässt. Die andere Substanz führt dazu, dass du schlagartig 30 Kilo zunimmst und Haarausfall kriegst. Du darfst nur eine Flasche nehmen oder gar keine. Und du weißt nicht, was in welcher Flasche ist.
Nimmst du eine?

15:42 Uhr. Kategorie Stuff. 12 Antworten.

FISCHHALTEBEUTEL

Ich bin echt nicht immer ein Freund von werberischen Wortspielen, muss ich sagen. Da ist zu viel zu platt zu aufgesetzt. Aber das Ding hier ist eine Ausnahme. «Fischhaltebeutel» mag ich einfach. Simpel und clean und wunderbar, weil man’s auf den ersten Blick fast nicht merkt. Außerdem ist auf der Rückseite erklärt, wie man den Fisch schonend einsetzt, das ist schon alles prima gemacht, auch wenn die rotgrüne Farbwahl echt nicht so begeistert :-D.

14:38 Uhr. Kategorie Stuff. 7 Antworten.

ICE

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16. Januar 2007 08:49 Uhr. Kategorie Photos. 14 Antworten.

IRRLICHT 010

Buch 3, Hotel, war nicht nur vom Titel her ein Problem. Fünfhundert Seiten stark, spielte das gesamte Buch in einem Hotel in Wien. Episodenhaft, karg, halluzinogen, unverkäuflich. Inhaltlich und stilistisch so weit weg von Sand und Blink, dass es wie von einem Ghostwriter geschrieben wirkt. Frei von nennenswerter Handlung und greifbaren Charakteren, ein Schattenboxen von einem Buch. Nicht schön. nicht spannend, nicht witzig, nicht traurig. Fünfhundert Seiten Nichts. Unkommerziell. Und nicht einmal Feuilleton-tauglich.

02:31 Uhr. Kategorie Leben. Keine Antwort.

STEFFI FRAGT… 08

Steffi fragt:
Für 3,99 Euro kannst eine DVD kaufen, auf der die Highlights von einem bestimmten Jahr deines bisherigen Lebens drauf sind.
Welches Jahr würdest du nehmen… UND WARUM?

15. Januar 2007 18:19 Uhr. Kategorie Stuff. 12 Antworten.

SALE

Essen, die Ausverkaufsstadt. Bei einem kleinen Bummel mit der wunderbaren Carina durch Essen habe ich angefangen, die Ausverkaufs-Schilder in den Läden zu photographieren. Was nach einer Weile etwas anstregend wurde, weil nahezu jeder Laden SALE und REDUZIERT im Fenster hatte. Wir haben pro Laden nur ein Photo gemacht und auch nicht gezielt gesucht, sondern sind nur einmal von Karstadt zum Hauptbahnhof spaziert. Jedes Bild ist also ein komplett anderer Laden. Nicht, daß man das merken würde. Es gab insgesamt vielleicht drei vier Läden, die nicht %%%% im Fenster hatten. Es ist etwas erschreckend, so durch Trash City zu gehen, den Niedergang eines Konsumsystems, das an der eigenen Überproduktion erstickt, so greifbar zu haben. Wie zu grell geschminkte alte Prostituierte wirken die Läden, die hier versuchen, ihre Waren zu verschleudern. Ein absurder Kreislauf aus Billigproduktion, Überkonsum, Werbung, der hier so herrlich greifbar nicht mehr funktioniert, so symbolisch kollabiert.

Interessant außerdem, wie auch die Idee von Corporate Design hier zusammenbricht. Egal, welcher Laden – die SALE-Schilder sind nahezu überall austauschbar, die Farben, Schriften, Piktogramme… alles ein Brei. Entweder schlecht selbstgemalt oder rot-weiß-schwarz. Prozentzeichen, laute Typo. Das Schild hier oben ist noch die einzig sympathische Ausnahme, alle anderen sind Einheitssuppe.

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14:51 Uhr. Kategorie Design. 3 Antworten.

PE

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14. Januar 2007 11:52 Uhr. Kategorie Photos. 2 Antworten.

IRRLICHT 009

Drei Stunden vor ihrem Tod reibt sich Luisa müde die Augen. Durch den Druck schwimmen seltsam rote, wurmförmige Lichtreflexe über ihre Netzhaut, die sie als Kind immer geliebt hat, weil sie dachte nur sie selbst habe diese besondere Fähigkeit, das Licht über ihre Augen tanzen zu lassen.

Durch den neonfarbenen Schneesturm winkt ihr bei dieser Erinnerung die junge Tatum-Luisa von der Leinwand herab zu, eingefroren, ihr Leben auf Stand-by, wenn Luisa nicht an sie denkt. Der Druck von Daumen und Zeigefinger auf den Lidern ist hypnotisch, eine müde Geste der Resignation, die Luisa mit rotleuchtenden Galaxienhaufen, Gaswolken, Sternen und Planeten belohnt, Obertöne von Licht, müde taumelnd von ihren Fingern dirigiert.

Im Hintergrund Pauls Stimme, die von einem Lovecraftschen Alptraum außerhalb der Stratosphäre erzählt, wie ein surrealer Soundtrack zu dem roten Schneegestöber, das Luisa massiert. Paul erzählt von einem hellen Kosmos ohne Sterne, kalt und grell, eine chirurgisch präzise Hölle, von unaussprechbaren Wesen bevölkert, Horror, den kein Lebewesen ertragen kann. Paul erzählt von Koroljows Ende, der allerletzten, unbezifferten Wostok, mit ihrem eigenen todkranken Erfinder an Bord. Sergejs kosmonautisches Wikingerbegräbnis, durch die Barriere in ein fremdes Weltall, diesen letzten Blick auf ein unvorstellbares Grauen, das Jahre zuvor bereits Laika das Herz vor Angst zum Stillstand brachte.Koroljows letzter Sieg – und sein Tod. Seine Leiche wird zwei Tage später nach der Landung in der Beringstraße geborgen. Tod durch Herzstillstand. Sergej Koroljow war der einzige Mensch, der jemals wirklich im Weltall war.
Durch den hypnotischen Druck auf ihre Augäpfel, durch den Koffeinschub des heißen Espresso, durch ihre permanente Übermüdung – durch all das hindurch, weiß Luisa, dass sie hier einen Bestseller hört, einen Hollywood-Stoff, einen Ridley-Scott-Film.

Wie schade nur, dass Buch 3, das Manuskript direkt vor ihr, ein absoluter und totaler Flop ist…

13. Januar 2007 22:23 Uhr. Kategorie Leben. Keine Antwort.

GUSTAV: RETTET DIE WALE

Ebenso funkykitschigsynthetischselbstgemachtwunderschön wie das Artwork dieser CD ist auch die Musik von Gustav, einem Projekt der aus Österreich stammenden Eva Jantschisch, das sich jeder einfachen Kategorisierung entzieht, außer vielleicht der Einordnung in die Muß-man-haben-Klasse. Die Laptop-Tronica-Music ist leicht und minimalistisch, nie einseitig, nie platt, reicht von fixen Happygoluckytracks bis zum absoluten Herzensbrecher. Relaxt und etwas zeitlos programmiert, immer ruhig und sanft, oft hypnotisch, dabei aber auch immer smart und ambitioniert. Nichts ist hier Suppe, jedes Element ist sorgfältig am richtigen Platz.

Der Gesang ist beeindruckend vielseitig, reicht von Naiv-Girliepop bis zu einer fast hörspielartigen Intensität. Jantschisch kann nicht nur tonpräzise singen, sondern wunderbare küssenswerte Pausen setzen. A little bit behind the beat, I mean, just enough to turn you on.

Inmitten der absurden wunderbaren, engagierten, federleichten,poetischen und wahren Texte ragt Genua heraus, ein Negligée von einem Lied, fast transluzent schimmernd. Leicht atonal, leicht synkopisch, und bittersweet, die Mischung aus Gesang und Musik so makellos, dass du vor Freude und Trauer, Optimismus und Resignation losweinen musst. Schlagartig ist die ironisch-ernste Leichtigkeit des Albums plötzlich weggewischt und Eva zeigt, wie emotional sie sein kann …  echtes Chanson. Ohne Zweifel der Killertrack des Albums. Ein Song der durch die Tür kommt und dein Herz zerfleddert und wieder weiter zieht.

Andere Tracke wie das grandiose One Hand Mona, das poppige We shall Overcome, das wunderbar straightverspielt sparsamüberbordende treibende Da am Monopol, das psychotische Mein Bruder und der charmefunkelnde Titeltrack Rettet die Wale zeigen eine begeisternde Vielseitigkeit, stets zusammenhalten von einem Hang zum minimalistischen, zum obskuren Sound. Die Vocals so vielseitig wie die Musik, scharfkantig bis niedlich. Aber immer so, dass du Eva unbedingt kennen lernen willst. Die Texte stehen dieser Energie in nichts nach und entziehen sich – wie das gesamte Album – jeder Beschreibung, außer vielleicht «Peter Licht auf harten Drogen». Politisch, humorvoll, klug, naiv, mutig. Und immer wieder einzelne Zeilen, die dich fesseln, deren Resonanz bleibt. Die sind nicht ohne Grund im Booklet abgedruckt, das ist keine Eitelkeit, die sind wirklich lesenswert. Ich hab’ seit Niels Frevert nicht mehr so gerne Texte einfach nur gelesen. Alles ist gut hier.

Das Jahr ist noch jung, und das neue Bloc Party Album, das noch nicht erschienen ist, dass wir alle ja aber schon seit einem Monat haben, ist natürlich grandios … aber wenn nicht mehr viel passiert, habe ich den Soundtrack für 2007 irgendwie wohl schon im Januar gekauft.

Nicht fragen. Einfach kaufen.

14:46 Uhr. Kategorie Musik. 5 Antworten.

STEFFI FRAGT… 07

Steffi fragt:
Du bekommst eine Million Euro pro Jahr bis zu deinem Lebensende. Allerdings nur, wenn du ab jetzt nie wieder arbeitest. In keinem anderen Beruf, auch nicht als Hobby und auch nicht ohne Bezahlung. Du hast NUR noch Freizeit. Und du musst die Million immer innerhalb eines Jahres ausgeben. Sonst bekommst du keine neue Million. Du darfst nichts davon verschenken oder spenden.
Nimmst du an?

12. Januar 2007 23:02 Uhr. Kategorie Stuff. 13 Antworten.

FRISEUR

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17:51 Uhr. Kategorie Photos. 6 Antworten.

IRRLICHT 008

«Und weiter?»

«Sergej findet Verbündete in Anatoli Kortuschof und Walentin Warlamow, beides Anwärter auf das Kosmonautenteam, das am Wostok-Simulator in Baikonur trainiert. Bald darauf müssen beide ‹aus gesundheitlichen Gründen› aus dem Raumfahrt-Projekt aussteigen. Gagarin fliegt 1961 am zwölften April in Wostok 1 ins All, nicht Kortuschof.

Bis 1964 lebt Sergej ein Doppelleben. Während sein Team den hohlen Wettlauf der Form halber durchlebt, auch um den nichts ahnenden Regierungschef zufriedenzustellen… mit dem ganzen Spiel aus konstanter Spionage, Gegenspionage, Propaganda und allem drumherum… versucht er, das unvorstellbare Komplott aufzudecken. Und fragt sich zugleich immer öfter, ob er das überhaupt darf. Koroljow stirbt nur zwei Jahre später, 1966, angeblich aufgrund von Herzversagen auf dem OP-Tisch. Der begnadete Konstrukteur der ersten russischen Raketen, der Meisteriillusionist eines fiktiven Weltraums, ein begnadeter Schwindler, der die Wahrheit sucht… wird in einem Staatsakt beigesetzt. Zwei Jahre später landen die Amerikaner auf dem Mond.»

«Du meinst, es ist wie Capricorn One, nur in Russland?»

«Vergiss Capricorn. Das hier ist kein Mondflug-Fake. Hier geht es darum, dass die USA und die Sowjetunion den gesamten kalten Krieg gefälscht haben, weil ein ohnehin zum Sterben verdammter Hund eher als geplant zu Grunde ging – eben Laika.»

«Was?»

«Der Hund starb schon drei Tage vor dem offiziellen Start, am 31. Oktober. Bei einem geheimen Testflug. Und danach wusste Koroljow endgültig, was ihm schon in Berlin dämmerte: dass niemals ein Mensch das Weltall betreten konnte. Aber er wusste noch nicht, warum. Er wusste nicht, was da draußen ist

«Whoa. Schreibst du schon dran?»

«Halbdurch. Etwa 300 Seiten bisher.»

«Unglaublich. Verzeih die Frage, und sie ist ja auch nicht gerade sonderlich neu… aber wie zur Hölle machst du das? ich lese kaum das Manuskript zu deinem dritten Buch und das hast das Vierte schon halb fertig?»

«Und Nr. 5 grob vorgeplant. Es geht um einen Samurai, de…»

«Stop. Stop. Stop. Irre. Vor allem, weil jedes Buch so komplett anders ist.»

Paul Miles erstes Buch war aus dem Nichts in die Top Ten der New York Times aufgestiegen, Amazon-Bestseller, in 30 Sprachen übersetzt. Luisas Entdeckung, natürlich – ein federleichter Band (keine 200 Seiten) über ein Liebespaar in den Wirren des Afghanistankrieges in den Achtzigern. Das wortkarge, sparsame Buch wurde von der Kritik als wunderbare Fusion aus Poesie und Prosa gefeiert. Buch Zwei kam unmittelbar danach zu Luisa, als habe es einfach in der Schublade gewartet, wuchtige 1200 Seiten, eine postmoderne, dunkle Moralgeschichte rund um einen japanischen Skandalautor, der von seinem Ruhm, der Yakuza, dem Pop-Medienrummel und seiner Liebe zu sehr sehr aufgerieben wird. Nichts an diesem Buch erinnerte an Sand und trotzdem war Blink eindeutig ein Paul-Miles-Buch – nicht nur stilistisch, sondern auch als durchschlagender kommerzieller Erfolg, dem Erstling ebenbürtig. Die Kritik stand Kopf, Paul, plötzlich renommierter Starautor, wurde von Talkshow zu Talkshow, Interview zu Interview, Lesung zu Lesung weitergereicht.

Bis er Luisa vor drei Monaten anrief und verlangte, in ein Hotel in London eingesperrt zu werden.

15:11 Uhr. Kategorie Leben. Keine Antwort.

IRRLICHT 007

«Was?»
«Denk an The plot against America, Luisa. Fiktionale Historie. What If? Was wäre, wenn die USA und die UdSSR nach dem zweiten Weltkrieg niemals Feinde gewesen wären? Der ganze kalte Krieg, der Rüstungswettlauf, die Kuba-Krise, Vietnam – alles Lüge. Und eben auch der Wettlauf ins All. Weil seit 1942 und der V2 klar war, was wirklich im Weltall auf uns wartet… und das die Deutschen nicht ohne Grund ab 1942 den Krieg verloren gaben. Und um nach 1945 überhaupt noch eine Zukunft zu haben, mußte der größte Bluff der Menschheitsgeschichte her. Ein abgekartetes Spiel. Die Russen bekommen die ersten Lebewesen im All – Laika, Belka, Strelka und wie die Hunde alle hießen, und natürlich Gagarin, Titow und Tereschkowa, die Amerikaner später den Mondflug, und so weiter. Stell dir das vor, alles nur PR. Alles Illusion. Und mittendrin eben Sergej Kroljow.

Wir beginnen Mitte der Fünfziger, die Vierziger sind ein Flashback im dritten Kapitel. Ich überlege noch, ob man die Zeit im Gulag Kolyma und den Wissenschaftler-Sonderlagern mit einbauen soll und wie ich das angehe, ich kann mir denken, dass es hier einen Schlüsselmoment gibt, aber ich weiß noch nicht…. In den Fünfzigern ist Koroljows Konstruktionsbüro OKB-1 gerade fast pleite, als er zu Chrutschtschow persönlich geladen wird. Wir folgen Koroljow durch die Fifties – die Erfindung des Wostok-Raumschiffes, die scheinbaren US-Spione, die Suche nach geeigneten Kosmonauten, der Umbau der Trägerkapsel. Koroljow, am Anfang der Fünfziger noch nicht vom Ingenieur zum Regisseur mutiert, ist zunächst nicht eingeweiht, versucht euphorisch, wirklich ins Weltall zu kommen. Bis bei den ersten Testflügen klar wird, wo man wirklich hin muss. Koroljow weiß ab hier, dass der bemannte Raumflug absolut und für immer unmöglich sein wird. Aber er kennt nicht die Gründe, nicht das ganze Ausmaß der Verschwörung, nicht, was im Weltall wirklich ist, nicht die geheime Kooperation beider Systeme, nicht, dass der Tauwetter-Politiker Nikita Chruschtschow nur eine Handpuppe war und daß es längst viel mehr friedliche Koexistenz gab, als Nikta sich überhaupt hätte denken können. Nach Sputnik-2 und Laika ist Sergej bereits mit Eifer in seiner neuen Rolle, als er herausfindet, dass sein direkter Vorgesetzter in der Kommission für bemannten Raumflug, Konstantin Rudnew, ein dreckiges Spiel treibt. Sergej beginnt, Rudnew hinterherzuspionieren – ein echter Spion unter lauter falschen –, da er in ihm einen US-Agenten befürchtet. Und entdeckt dann eine grausame Wahrheit…»

11. Januar 2007 18:21 Uhr. Kategorie Leben. Keine Antwort.

Alte Peinlichkeiten…

Im Fontblog habe ich gestern Nacht einen alten Brief entdeckt, den ich Jürgen etwa 1994 geschickt habe, als ich in Kommunikationswissenschaften bei Jo Reichertz meine Zwischenprüfung zum Thema «Typographie als Zeitsymptom» schrieb. Ich find’ witzig, wie man dem Brief ansieht, das ich mich irgendwie damals zwar für Design interessiere, vaaaage, aber absolut NULL Ahnung hatte. Nichts konnte, völlig naiv war. Dieses alberne Schraubenbild, die pesudoflippigen Ziffern. Und die Typo der Adresse natürlich 1a im Abheftbereich. Und noch sehr von der wissenschaftlichen Ecke her kam (das waren dann die Fremdworte, die Jürgen so störten, die hatte man einfach intus im Studium, ein paar Jahre später kommen die einem in der Tat sehr aufgesetzt und fremd vor, kann verstehen, warum Jürgen sich an diesem naseweisen Slang störte.)

Die Antwort, seinerzeit wirklich nicht so hilfreich, fand ich aber eigentlich auf eine smarte Art sehr sympathisch. Kein Grund, einen roten Kopf zu kriegen, Jürgen. Spannend, was draus geworden ist. Auf die nächsten zwölf Jahre.

14:44 Uhr. Kategorie Leben. 13 Antworten.

BAR

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08:38 Uhr. Kategorie Photos. Eine Antwort.

EVERYTHING IS BEAUTIFUL…

Kennt ihr dieses Gefühl, so im Gleichgewicht, so schwerelos zu sein, dass man im Grunde sterben könnte, an diesem Tag, und alles wäre gut, alles wäre richtig? Das ist der letzte Monat. Jeden Tag. Ich mache immer noch Fehler, aber ich bin im Gleichgewicht wie selten und gleichzeitig völlig seltsam leicht, frei, trudelnd. Alles ist gut. Alles wirkt leicht und richtig. Alles ist wahr. Alles wird sich ändern, es ist genau die Sekunde in der man zwischen zwei Planeten hängt wie eine Raumkapsel, bevor die Schwerkraft dich hierhin oder dorthin zieht, bevor wichtige Dinge passieren, egal gut oder schlecht. Diese federleichte Karmasekunde, in der alles, was kommt, nicht mehr von dir abhängt, sondern von anderen, von Glück, von Vertrauen, von Schicksal. Und du einfach zwischen Mond und Erde hängst, im neutralen Punkt, 384.403 km von der Erde, zerissen, ungeduldig, wehrlos, ruhig, nervös, ängstlich, hoffend… wartend. Nach dieser einen Sekunde wird alles so oder so weitergehen, Glück oder Unglück, Erfolg oder Scheitern, Partikel oder Welle. Aber in dieser einen Sekunde ist alles perfekt. Wunderschön und klar und erleuchtet. Alles, was du fühlst, alles, was du sagst, ist hundertprozentig wahr und echt und ehrlich. Alles stimmt. Wenn du in dieser einen fiktiven Sekunde sterben würdest, es wäre der perfekte Moment.

Und du wartest…

04:11 Uhr. Kategorie Leben. 8 Antworten.

STEFFI FRAGT… 06

Du triffst einen Wahrsager, der dir ermöglicht, zu sehen, wie du sterben wirst. Du weißt dabei aber nicht, wie alt du sein wirst und kannst es nicht verhindern oder beeinflussen.
Willst du es wissen?

00:44 Uhr. Kategorie Stuff. 16 Antworten.

APPLE IPHONE

Das Apple-Handy ist also da.
Und ich bin damit offiziell ein Prophet, Ladies und Gentleman. 

Und ich muss leider sagen, wie erwartet ist es ein sehr schönes Gerät, eben Apple-Design, und sicher auch ein Kick-Ass-Handy. Wenn es auch eher ein PDA und weniger ein Handy per se ist. Aber nichts, was man nicht schon kennen würde, oder? Gegen den HTC etwas eleganter, schmaler, aber auch hier und da weniger leistungsstark, wobei die 8 GB on board Spaß machen. Nokia und Sony werden sich warm anziehen müssen, denke ich. Und Apple hat mit diesem Handy den ersten Schritt zu einem neuen Markt für Apple getan und kehrt zum Watson, dem ersten PDA, zurück. Endlich. Das Gerät dürfte sich trotz einiger Mängel verkaufen wie geschnitten Brot und einiges in Bewegung setzen. Rundherum gute Sache. Bis auf die Tatsache, dass es ein Apple ist, sprich dieses seltsame iTunes/DRM-Ding, das ich so gar nicht mag. Davon abgesehen;: Goldrichtig und längst überfällig. Aber lieber ein Jahr warten und es richtig machen. Da dürfte sich in den kommenden Jahren endlich einiges tun im Digital-Assistant-Sektor.

10. Januar 2007 14:50 Uhr. Kategorie Technik. 10 Antworten.

HTC P 3600 TRINITY

Seit Ende letzten Jahres habe ich mal wieder einen neuen PDA. Mein Qtek S200 hatte ein Akkuproblem (die Akkus wurden komplett entladen, also so, dass sie defekt und nicht wiederaufladbar waren) und Amazon hat anstelle einer Reparatur den gesamten Neukaufbetrag an mich zurück überwiesen. Das ist mal Service. Also habe ich prompt – natürlich wieder bei Amazon – das Nachfolgegerät geordert. Hier ein kleiner Testbericht nach einem Monat Praxis.

(weiterlesen…)

11:47 Uhr. Kategorie Leben. 54 Antworten.

IRRLICHT 006

«Paul, worum geht es eigentlich?»

Luisa winkt den Kellner für einen neuen Ristretto herbei, während im Hörer entfernte Geräusche zu hören sind, vielleicht eine Schublade.

«Paul?»

«Worum es geht? Worum es geht? Warum bin ich denn in diesem beschissenen Hotel eingesperrt?»

«Weil du nur so… du wolltest doch sel…»

«Es geht um Laika, mein nächstes Buch. Worum sonst?»

«Paul, ich lese gerade erst dein drittes Buch. Als Manuskript. Es erscheint nicht mal vor Weihnachten, mit viel Glück. Ein neues Buch ist erst Ende 2008, vielleicht sogar erst 2009 fällig.»

«Hm.»

«Also wieso zur Hölle hast du dich schon wieder einsperren lassen?»

«Weil es raus muss. Ich habe es zu 90% im Kopf. Ich muss schreiben.»

«Paul…», sagt Luisa. Ihr neuer Kaffee kommt, das Sonnenlicht kommt ihr irgendwie müder vor.

Aus London sagt Paul: «Stell dir vor, es ist Moskau. Chrtschtschow ist nach Sputnik 1 auf der Höhe seiner Popularität. Die grobschlächtigen Russen sind plötzlich der Etappensieger im Weltraumrennen. Nicht einmal er selbst weiß ganz am Anfang, dass der kleine silberne Ball nie im All war. Die R7 ist tatsächlich abgehoben, aber in den oberen Stratosphärenschichten durch einen Fernzünder vernichtet worden. Wie alle anderen Raketenträger und Testraketen vor ihr. Was die Welt ansonsten sah und hörte, kam aus den Filmstudio von Baikonur. Koroljow war später kein Raketeningenieur, sondern Regisseur und Setbauer, ein Illusionist. Der beste, den Russland je hatte. Den man ausgerechnet 1944 aus dem Gefangenenlager holte, kurz vor der Neuverteilung der Welt nach dem II. Weltkrieg. Der 1945 in Berlin war, um sich die Raketentechnologie der Nazis anzusehen und dort erkannte, dass wir niemals das Weltall erreichen würden… »

«Paul, bist du betrunken?»

«Nur etwas.»

«Ist das alles dein Ernst?»

«Spielt es eine Rolle? Es ist ein Roman, eine Fiktion. Ich kann dir garantieren, dass die echten Fakten löchrig genug sind – dank sei der Geheimniskrämerei des Kalten Krieges und seiner Propagandamaschinerie –, um die Idee nicht völlig absurd erscheinen zu lassen und … »

«Moment, es wird ein Science-Fiction-Roman?»

«Nicht wirklich. Es ist ein Buch über Sergej Koroljow, die Menschen um ihn herum, die russische und amerikanische Raumfahrt, über den Kalten Krieg, den es nie gab.»

09:54 Uhr. Kategorie Leben. 2 Antworten.

STEFFI FRAGT… 05

Du hast in deinem Keller eine Tür. Wenn du durch diese Tür hindurch gehst, kommst du sofort an einen beliebigen Ort in der Welt. Diese Tür funktioniert rund um die Uhr. Aber nur mit einem einzigen Ort, den du vorher einmal bestimmst.
Welchen Ort nimmst du?

9. Januar 2007 20:13 Uhr. Kategorie Stuff. 12 Antworten.

MORGENFEUER GELANDET

Heute morgen in der Post endlich das Paket mit Maoris erstem Buch, Morgenfeuer.

Direkt zwei Exemplare, eins für Steffi, eins für mich. Als Mensch zweiten Ranges musste ich lange lange lange warten, bis ich endlich ein Morgenfeuer hier hatte, klar, dass Mao erst attraktive ungebundene Damen bestückt, der ist ja nicht dumm, aber ich habe auch sofort angefangen zu lesen und werde es durcharbeiten und kommentiert zurückschicken.

Juhu, eins für mich und eins für Steffi. Kein Streit, wer zuerst lesen darf. Nur wahrscheinlich Abende, wo immer einer sagt: «Nicht jetzt, Schatz. Ich lese gerade…». Moment, ruiniert Maori hier mein Liebesleben???

Das Anschreiben ist ein Serienbrief, huch. Wie unpersönlich. Zumal Steffi exakt den gleichen hat :-D. Dzdzdz. Aber warte….

Ah, perfekt, doch eine persönliche Zeile. Ich freu mich.

So fängt es an. Der Anfang ist etwas hölzern, aber Mao findet recht schnell zu seiner Form. Ich bin auf Seite 14 gerade und es liest sich hier jetzt größtenteils sehr flüssig, ohne allzu clever sein zu wollen. Lisa mag ich jetzt schon. Und er hat Recht.. was ein Zufall, dass ich in Irrlicht eine Luisa eingebaut habe und er eine Lisa hat. Small World. Nur an meine Luisa sollte man sich nicht gewöhnen, die lebt nur noch zweieinhalb Stunden. Und mein Ding ist natürlich komplett unredigiert, weniger «Buch» als mehr ein «Experiment». Wird sich im Leben niemals so smooth weglesen wie Morgenfeuer, befürchte ich. Ich bin aber auch kein Autor.

512 Seiten sind respektabel. Da hab ich noch einiges vor mir. Wenn nur das Buch nicht so ein A4-Doppelseiten-Monster wäre. Ist einfach nicht gemütlich zu lesen, in der Wanne oder im Bett.

Der Anfang rockt jedenfalls und ich bin gespannt, wie es weitergeht.

Schreibt Maori in seinem Blog und im Buch-Blog zu Morgenfeuer und bettelt, vielleicht kriegt ihr ein Exemplar gegen Selbstkostenbeteiligung. Vielleicht. Aber bettelt, es lohnt sich sicher.

Und ich lese, das nächste Buch, schon geschrieben (beängstigend, oder?) ist schon unterwegs an mich. Habenwill. Ich freu mich drauf. Keep it coming, Mao.

15:20 Uhr. Kategorie Leben. 4 Antworten.

IRRLICHT 005

«Pronto», sagt Luisa, ohne auf das Display ihres Sony zu blicken.

«…die Sache ist ja nicht so sehr die Frage, ob die Mondlandung ein Fake war, sondern ob Gagarin überhaupt jemals im All war. Ich meine, gibt es denn keine russischen Paranoiker? Ist das ein amerikanisches Privileg, die Realität der wichtigsten Merksteine ihrer Geschichte anzuzweifeln, Alternativhistorien zu schreiben? Was ist mit Gagarin, was ist mit Laika? Ich meine, come on… ein Hund im Weltall? Warum bezweifeln wir Armstrong und Aldrin, aber nicht einen dämlichen Köter in einer Raumkapsel?»

«Paul…»

«Nein, nein… hör mir zu. Wie albern ist das? Ein Hund im Weltall, so ein solider russischer Arbeiterhund. Wo sind bei sowas eigentlich die Tierschützer?» Paul lacht.

«Die gab es damals…»

«Ich meine, denk’ drüber nach… was, wenn die Raumfahrtprogramme beider Nationen ein Fake waren? Und beide Nationen es wussten? Gigantische Black Ops-Kassen, finanziert aus einem Wettlauf ins Weltall, den es niemals gab. Womit man sogar bei der Frage wäre: Gibt es das Weltall, gibt es den Mond? Alles, was wir hier unten haben, sind Photos, Filme, offizielle Bilder und Töne. Stell dir vor, das alles wäre eine gigantische Verschwörung, ein einziger Fake…»

13:38 Uhr. Kategorie Leben. Keine Antwort.

PRAKTIKUM BEI NODESIGN

Stuhl frei!
Wir suchen ab sofort einen Praktikanten oder eine Praktikantin für unser kleines Designbüro in Essen. Mo-Fr 11-18 Uhr. Die ersten zwei Monate sind unvergütet, danach 400-Euro-Basis. Ein Auto solltest du haben. Je mehr du kannst, umso besser;-D.
Wenn ihr jemanden wisst, soll er sich melden bei schellnack@nodesign.com

11:52 Uhr. Kategorie Leben. 19 Antworten.

BAUHAUS: BELA LUGOSI’S DEAD

Die Kunst, aus nahezu Nichts etwas Großes zu schaffen verkörpert für mich kein Lied so sehr wie Bela Lugosi’s Dead von Bauhaus. Postpunk gewordener Minimalismus, ein solides Stück Kunst, ein Designklassiker, schwarz und scharfkantig, auf der Höhe des damaligen New Wave und bis heute unübertroffener Klassiker. Nicht umsonst ist die Formation um Peter Murphy aus Kunststudenten hervorgegangen, und direkt mit diesem 12″-Erstling hat Bauhaus 1979 das Lied geschaffen, mit dem sie bis heute vor allem identifiziert werden, eine Hymne für die Dekade danach. Ein Monster.

Ich selbst verbinde mit dem Song, der eigentlich so gar nicht uplifting ist, hauptsächlich gute Erinnerungen. Nächte auf Dächern mt Freunden, lange Heimwege, den adolescent thrill of being an outsider. Und, seltsamerweise, vor allem auch ein Konzert von Proximate Force, bei dem wir Bela Lugosi in ein eigenes Lied integriert hatten. Und so auf den Punkt nachgespielt haben, dass ich heute bei Bela Lugosi mehr an die Force erinnert werde als bei jedem eigenen Track ;-D. Gute, wenn auch naivere, Zeiten.

White on white translucent black capes
Back on the rack
Bela Lugosi’s dead
The bats have left the bell tower
The victims have been bled
Red velvet lines the black box
Bela Lugosi’s dead
Undead undead undead
The virginal brides file past his tomb
Strewn with time’s dead flowers
Bereft in deathly bloom
Alone in a darkened room
The count
Bela Logosi’s dead
Undead undead undead

8. Januar 2007 22:37 Uhr. Kategorie Musik. 2 Antworten.

PERSPECTIVE

Bilder der Erde (kaum mehr als ein Pixelhaufen, hervorgehoben zwischen den beiden Strichen und deutlicher in der Vergrößerung) von VoyagerI, vier Billionen Meilen entfernt von der Erde aufgenommen, im Jahre 1991, mit einer der ersten Digitalkameras überhaupt.

We succeeded in taking that picture [from deep space], and, if you look at it, you see a dot. That’s here. That’s home. That’s us. On it, everyone you ever heard of, every human being who ever lived, lived out their lives. The aggregate of all our joys and sufferings, thousands of confident religions, ideologies and economic doctrines, every hunter and forager, every hero and coward, every creator and destroyer of civilizations, every king and peasant, every young couple in love, every hopeful child, every mother and father, every inventor and explorer, every teacher of morals, every corrupt politician, every superstar, every supreme leader, every saint and sinner in the history of our species, lived there on a mote of dust, suspended in a sunbeam.

Carl Sagan, Pale Blue Dot

via BigSkyAstroClub

19:01 Uhr. Kategorie Stuff. 5 Antworten.

STEFFI FRAGT… 04

In Deutschland wird die ABOB gegründet, die Anti-Burn-Out-Behörde. Diese zwingt dich dazu, ein komplettes Jahr in einem anderen Beruf zu arbeiten, um Abstand zum eigenen Job zu erlangen und neue Sichtweisen zu gewinnen. Leider sind für Desiner nur drei Berufe zur Auswahl gestellt:

1. Du wirst Brötchenverkäufer bei Kamps.
2. Du wirst Altenpfleger in einer karitativen Einrichtung.
3. Du wirst Ticketkontrolleur bei der Deutschen Bahn.

Welchen Job nimmst du?

15:58 Uhr. Kategorie Stuff. 18 Antworten.

PHILHARMONISCHE PLAKATE

Einfach, um mal selbst für mich einen Überblick zu haben, die Plakate der Saison 06/07 so weit. Die Bilder – mit Ausnahme der Uni-Plakate, die auch generell aus der Logik des Aufbaus herausfallen, wiel unten keine Menschen sind – stammen natürlich alle von Sannah Kvist.


Das letzte Plakat der Saison ist wie immer etwas aus der Reihe fallend. Während alle Plakate aus zwei Motiven bestehen, ist das letzte eigentlich nur ein Bild, das ohnehin mittig geteilt ist in Himmel und Erde. Wir haben es auf den Kopf gedreht und – damit weiter zwei Bilder zu einem werden – die Vögel aus einem anderen Bild von Sannah eingefügt.
Und die Sonderplakate für Neujahr und Unikonzert, jeweils mit gelber Schrift.

12:16 Uhr. Kategorie Arbeit. 13 Antworten.

IRRLICHT 004

Eines der beiden Mobiltelephone vor ihr auf dem kleinen runden Tisch klingelt. Luisa hat zwei identische Handys, schlanke silberne High-Tech-Geräte, das mobile Büro. Auf die Frage, warum zwei, hat sie keine echte einfache Antwort. Im herzen ist es vielleicht die Angst vor dem leeren Akku. Während ihrer Zeit bei Suhrkamp hat sie begonnen, Reisen und Arbeiten zu kombinieren. Jetzt, mit ihrem eigenen Produktionsbüro für verschiedene Verlage tätig, ist sie nur ein Drittel des Jahres in London, und SMS, Handy, Notebook ersetzen unterwegs das Büro Es ist eine besondere Phase in ihrem Leben, ein Luxus. Und ein verdienter. Luisa hat für Random House vier Starautoren aufgetan, für Bloomsbury aus zwei eher durchschnittlichen Hausautoren echte Bestseller gemolken und kann mit vernichtender Sicherheit aus fünfzig Autoren-Manuskripten den NY-Times-Bestseller finden. Luisa ist unsichtbar für die Leser, aber nicht für die Entscheider in den Verlagen. jemand wie Luisa hat und genießt Freiheiten.
Aber das Büro in den Hotels und Cafés von Wien, Prag oder Neapel haben zu können, hat auch seine Schattenseiten und eine davon – neben Jetlag, Überarbeitung, Kraftlosigkeit –, ist die permanente Erreichbarkeit am Telefon, für den Verlag, für die Autoren, für die Presse. Telefonieren ist ebenso Teil des Jobs wie das Lesen selbst, so wie die Migräne zum Rausch gehört.

10:51 Uhr. Kategorie Leben. Keine Antwort.

DAVID SYLVIAN: HEARTBEAT

Ein Song, den ich nicht mehr klar mit einem bestimmten Moment verbinden kann, ist Heartbeat (Tainai Kaiki II) von David Sylvian und Ryuichi Sakamoto. Glasklar, dass mindestens ein Lied von Sylvian in die Topliste emotionaler Soundtrack-of-my-Life-Songs gehört. Sakamotos wundervoll reiche Komposition von 1992, gemeinsam eingesungen mit Sylvians späterer Ehefrau Ingrid Chavez, die er bei den Aufnahmen zu diesem Track kennenlernte. Mal ganz abgesehen, dass die Beziehung der beiden wie aus einem Carroll-Roman entsprungen ist, macht Chavez Stimme im Mittelteil des Songs (It speaks to ghosts…) eine Magie aus, die fast unübertreffbar ist. Sylvians Bariton und Chavez schwerelose, fast schwebende Stimme, Sakamotos perlendes Klavier, der pulsierende Herzschlag unter dem Song, das ganze grandiose meditative Arrangement… der makellose Popsong schlechthin.

Es gibt nicht DEN biographischen Moment für diesen Song, wie bei London Calling oder All is Full of Love, aber dieser Song ist an sich ein Moment. Immer wieder. Bewusst gehört ist da jedesmal diese traurige Leichtigkeit, diese Mischung aus Melancholie und Euphorie. Ich hab das Lied hundertemal gehört und kann es noch unzählige Male hören, von der ersten Bassdrum bis zum finalen Voice-Sample, dieser perfekte Loop, dieser für immer perfekt geschlossene Ring von einem Lied, und die emotionale Wucht lässt nie nach.

Du weißt nie, ob du bei diesem Lied losweinen möchtest oder von einer inneren diffusen Sehnsucht erfasst bist, die dein Herz fast zum Zerspringen bringt. Ich hab beides schon gehabt. Der Song ist wie ein Schlüssel zu einer ursprünglichen, primordialen Liebe, zu Trauer und Glück in einem seltsamen vereinten Urmoment. Es ist, als habe Sakamoto die gesamte sich anbahnende Liebe von Sylvian und Chavez in einen einzigen Song komprimiert, inklusive aller Euphorie und Trauer, aller Potentiale, die diese neue Beziehung schon im Moment ihrer Entstehung in sich trug. Ein Lied, das man nur relativ laut und ideal über Kopfhörer hören sollte, um in die Stimmen, die Klänge hineinzukriechen. Das mit jedem Hören wächst und wächst.

Jedesmal, wenn ich diesen Song höre, fühle ich mich frisch verliebt.

I see the lines in the palm of its hand now
I listen hard but no words spring to mind
And it sounds so sweet, listen to its heartbeat
And I’m drowning in its sea
Falling at its feet
Listen to my heartbeat baby

And the blood sail leaves tonight
Fated in its blindness
And it won’t be long before help is at hand
And the darkness sleeps
Cushioning the heartbeat
And I killed the captain, sank the fleet
To liberate the heartbeat baby

And it sounds so sweet
And it sounds so sweet
Listen to our hearts beat

And the darkness sleeps
Cushioning the heartbeat
And I’m drowning in its sea
Falling at its feet
Listen to my heartbeat baby

It speaks to ghosts and souls alike
Springs to life, and doesn’t think twice
Wrapped in the blood sail
Bathed in snow
Nailed to the source and it won’t let go
Fed on the bible, grown from trees
It opened the mind and the heart was free
A home in the silence, safe from sound
Where trouble sleeps and the light is found

7. Januar 2007 18:38 Uhr. Kategorie Musik. 6 Antworten.

DESIGNER ALS MAGIER

Ein Nachtrag zu The Prestige… im Film gibt es eine Sequenz, in der Michael Caines Figur Cutter erklärt, was Magier für das Publikum leisten – die Aufladung, und sei es nur für einen kurzen Moment, des Alltags mit etwas Besonderen, die Verzauberung eines kurzen Moments. Men who live by up dressing plain and sometimes brutal truths to amaze. Die Hauptfigur Alfred Borden, gespielt von Christian Bale, sagt an anderer Stelle des Films: A real magician tries to invent something new, that other magicians are gonna scratch their heads over. Etwas Neues, das zudem ganz simpel und selbstverständlich und leicht aussehen muß, aber nicht einfach ist, ein Höchstmaß an Leidenschaft, Detailliebe und Fanatismus fordert.
An anderer Stelle sagt Angier: The audience knows the truth – that the world is simple. Miserable. Solid all the way through. But if you could fool them, even for a second, you could make them wonder.Then you got to see something very special

Diese Zitate, wie auch das Haupmotiv des Films, haben für mich überraschend viel mit Design zu tun. Designer – Produktgestalter ebenso wie Printdesigner – sind Magiere, sind Regisseure der Realität geworden. Wenn wir gut sind, wenn wir beflügelt sind, nehmen wir den profanen Alltag und verwandeln ihn mit Willenskraft und einigen an sich billigen Tricks in etwas besonderes. Ob Achitektur, Film oder Design… im Grunde versuchen wie, unser Publikum ins Staunen zu versetzen. Selbst wenn die Betrachter das Maß an Aufwand und Liebe hinter einem Zaubertrick nicht verstehen, verstehen sie die Inszenierung, die unwillkürliche Magie des Moments. Ähnlich versteht auch ein Laie, sofern er nicht aller ästhetischen Wahrnehmung beraubt ist, warum ein Gehry-Bau magisch aufgeladen ist. Warum jenes Buchcover profan ist, dieses aber atemberaubend und faszinierend. Warum diese Tasse nur Kaffee hält, jene aber zum Objekt altäglicher Freude in der Benutzung wird.

Und wie bei guter Magie lenkt der Zauberer nie durch zuviel von der Wirkung ab. Er kaschiert die Arbeit, die Tricks, und schüttelt die Magie fast leichtfertig aus dem Ärmel. Die Anstrengung, die Proben, die stundenlangen Proben, das Know-How, der Schmerz… all das bleibt dem Publikum verborgen. Ebenso müssen die stundenlangen Entscheidungsprozesse, die verworfenen Ideen, die ungezählten Stunden in einem finalen Entwurf unsichtbar bleiben. Ob simpel oder komplex, gutes Design wirkt so selbstverständlich, so unhinterfragbar wie die perfekte Illusion. Man weiß, daß etwas besonderes, erstaunliches passiert, aber die Leichtigkeit der Präsentation macht es zum Genuß, verführt zur Akzeptanz.

Wir Designer sind Magier.
Laßt uns entsprechend leben.

07:30 Uhr. Kategorie Design. 12 Antworten.

TURM

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02:07 Uhr. Kategorie Photos. 2 Antworten.

IRRLICHT 003

Von den kleinen Dingen, die unser Leben in die eine oder andere Umlaufbahn schieben, ist der imaginäre Schweiß eines Toten nicht seltsamer als andere Treibstoffe. Die erwachsene Luisa sieht sich selbst surreal klar, wie auf einer Leinwand, als Kind, den Simenon vor ihren kleinen Mund gepresst. Es ist seltsam, denkt ein Teil von ihr gleichzeitig, wie visuell wir denken. Wir formen unsere Erinnerung, wie zarten Teig, zu einem Bild, das unseren medialen Klischees entspringt. Ob es diese kleine Luisa je gab? Aber in ihrem autobiographischem Kopfkino kann sie das blasse Mädchen sehen wie eine Kinderdarstellerin – so ähnlich wie möglich gecastet, aber doch nicht ganz authentisch. Da ist ein bisschen Tatum O’Neal, die sich in die Erinnerung mischt; die erträumte Kinder-Luisa überschreibt das echte Mädchen, bis Luisa sich selbst kaum erkennt.

00:06 Uhr. Kategorie Leben. Keine Antwort.

IRRLICHT 002

Entgegen neapolitanischer Sitte nimmt Luisa sich Zeit, sitzt mit ihrem Espresso, reichlich gezuckert, an einem Tisch und blättert durch die knapp 700 Seiten Manuskript, die heute morgen aus dem Londoner Produktionsbüro in ihr Hotel geschickt wurden. Unter dem weißen Sonnenschirm des Gran Caffè Gambrinus wirkt das Julilicht gefiltert, sanft, wie die ruhigen Hände der Bedienung, die Luisa etwas von den Dolci aus der Theke bringt. Luisa wirft, vorbei an den Touristen, die wie Eidechsen in einem Terrarium, in der Mittagssonne unter Miniaturpalmen sitzen, einen Blick auf die Biblioteca Nazionale, diesen wuchtigen, trügerisch kompakten Bau, eine Spardose für Bücher.
Warum habe ich mit diesem Job angefangen?
So einfach: Weil Bücher ihr Leben waren. Sind. Seitdem sie denken kann, so weit das Gedächtnis eben reicht, da waren immer Bücher. Die zerlesenen, zerschlissenen Maigret-Krimis ihres Vaters, nikotinvergilbt, verfleckt. Noch bevor sie lesen konnte, stahl sie jede Nacht eines der Paperbacks aus dem Schrank.
Im Dunkeln atmete sie das Papier ein, diesen Kellergeruch, stellte sich vor, wie ihr Papa wochenlang in diesen Büchern las, lebte, dass sein Schweiß noch in den Seiten, auf dem abgegriffenen Umschlag haftete. Welche Entdeckung waren hingekritzelte Telefonnummern und Einkaufslisten, banale Echos aus der Zeit, als Papa noch bei ihr war.

6. Januar 2007 15:36 Uhr. Kategorie Leben. Keine Antwort.

Album 069

5. Januar 2007 23:34 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

IRRLICHT 001

Eines meiner beiden Weihnachtsgeschenke für Stefanie ist, dass ich ein Buch für sie schreibe. Die Aufgabe: Jeden Tag mindest eine Seite ineinem etwa A6-großen Notizbuch füllen. Meist wird es mehr. Die Geschichte hat keinerlei Vorausplanung und keinen Fahrplan, ich habe keine Ahnung, was es wird. Dementsprechend hab ich den Titel eines alten Textes entlehnt und es Irrlicht genannt, obwohl die beiden Texte in keinem Kontext stehen. Irrlichtern ist einfach eins meiner Lieblingsworte.Ob das Experiment, eine Art längere Erzählung zu schreiben, gelingt, ist ungewiss. Nicht umsonst habe ich die letzte längere Sache so mit, och, 14 geschrieben. Ich habe bei sowas nämlich Probleme mit der Handlung. Und leider auch mit den Dialogen. Da bleibt dann irgendwie nicht mehr viel. :-D Ich rechne also mit einer Katastrophe.

Warum dann trotzdem ins Blog? Weil ich jetzt schon Probleme habe, meine eigene Schrift zu lesen – ich habe zum Beispiel Silvester ein paar Seiten geschrieben, die fast unleserlich sind. Wenn ich es also jetzt nicht regelmäßig mitschreibe, wird es niemals abgeschrieben werden, weil ich keine Lust habe, fast 500 Seiten text en bloc abzutippen und zum anderen, weil ich meine eigene Schrift eben nicht mehr werde lesen können. Darüber hinaus erhöht dieser Schritt den exogenen Druck, weiterzuschreiben. Steffi ist da etwas hin- und hergerissen, weil es ja ihre Geschichte ist, aber immerhin kann sie sie so selbst auch LESEN. Statt zu raten, was meine Hieroglyphen bedeuten. Oder es stotternd vorgelesen zu bekommen, während ich versuche, zu erraten, was ich da wohl geschrieben haben könnte.

Ob es wirklich Sinn macht, live mitzulesen, weiß ich (noch) nicht. Es zeichnet sich bisher ab, dass es ein seltsamer Thriller mit mehreren Handlungsebenen wird, der wahrscheinlich nicht ganz unverwirrend sein wird, weil ich bis jetzt vorhabe, eine Zeitlang sowohl eine Realitätsebene als auch eine Fiktion weiterzuschreiben und miteinander zu verweben. Es kann sein, daß ein Protagonist aus der Fiktion in die Realität wechselt. Die natürlich auch eine Fiktion ist, klar. Deshalb kann es ja auch sprechende Goldfische geben. Oh, und vier Stunden nach Beginn stirbt der erste Protagonist.

Das Ganze kommt in den real geschriebenen, teilweise sehr kurzen, Häppchen ins Blog, allerdings etwas zeitversetzt, weil ich am 24.12. natürlich angefangen haben, zu schreiben. Ich hoffe, die Sache macht Spaß.

Los gehts.

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IRRLICHT.
Eine Geschichte für Stefanie
24.12.06 bis…

Vier Stunden vor ihrem Tod sitzt Luisa in einem Café in Neapel und verzweifelt an einem Buch. Den Ristretto in der Rechten balancierend, überfliegt sie das Manuskript eines britischen Autoren, der ihrem Verlag gegen einen Vorschuss von 120.000 € den dritten Bestseller seiner kurzen, aber bemerkenswerten Laufbahn versprochen hat.

20:17 Uhr. Kategorie Leben. 30 Antworten.

STEFFI FRAGT… 03

(Eine Frage, die vielleicht nur drei Leute auf der Welt verstehen, aber trotzdem mal sehen, wie ihr antworten würdet… )

Du hast folgende Wahl: Das Essen wird aus Zeitgründen generell abgeschafft, Stattdessen schluckst du zwei Mal am Tag eine Tablette mit allen Nährstoffen und Vitaminen, die du brauchst. Die Pille ist geschmacksneutral. Alternativ kannst du auch wählen, jeden Tag Hackbällchen mit identischem Vitamin- und Nährstoffgehalt zu essen. Diese haben den typischen Hackbällchengeschmack. Die Entscheidung gilt ein leben lang. Wofür entscheidest du dich?

15:08 Uhr. Kategorie Leben. 22 Antworten.

The Prestige

Nach dem Trailer hatte ich von The Prestige nicht all zuviel erwartet. Ein solides Stück Mainstream-Ausstattungskino mit großen Namen. Aber Christopher Nolan ist aber immerhin ein Regisseur, dem man nach Memento handwerklich einiges zutraut und der in Batman Begins seinen Touch für einen schaurigen Gothic Look bewiesen hat, perfekt also für ein Stück im Nebel des Jahrhundertwende-Londons. Und, man wird das Gefühl niht los, als wollte Nolan nach dem Hollywood-Kommerzstreifen Batman mit Bale und Caine einfach noch einmal mit kleinerem Budget und freier einen besseren Film produzieren. Das macht natürlich neugierig.

Die Geschichte um zwei Junior-Magiere, die über den Tod einer Frau zu erbitterten Feinden und – im Laufe des Films und dieser Fehde – zu den größten Illusionisten ihrer Zeit werden, ist überraschend klar und straff erzählt. Ein fast unmodern mätzchenfreier Film, dem man die schnelle Produktion ansieht, und der nur in seltenen Momenten eine Art Harry-Potter-Retrokitsch verbreitet. Denn Nolan, Jackman, Bale und Caine gelingt das Kunststück, einen Charakterfilm anstelle eines Kostümschinken abzuliefern. Es geht nicht um Gaslicht und seltsame Hüte. Von Anfang an geht es um Bales übermenschliche Fixierung auf ein Leben im Namen der Magie, um die Aufopferung. Es gibt eine Schlüsselszene am Anfang des Films, in der der von Christian Bale dargestellte Magier Alfred Borden einen chinesischen Zauberkünstler für dessen Konsequenz, im Namen des perfekten Tricks sein gesamtes öffentliches Leben zu tarnen, ab der im Grunde klar ist, wie sich ein zentrales Motiv des Filmes auflösen wird. Der Film legt wunderbar ehrlich seine Fährten aus und man kommt als Zuschauer recht deutlich vor der realen Auflösung auf den Clou des Filmes – oder vielmehr die beiden Clous des Films. Ohne aber dabei enttäuscht zu sein, weil der Rhythmus einfach fair ist. Man kommt nicht zu leicht, nicht zu früh auf den Twist. Und die Auflösung ist befriedigend.

Es ist ein Film über Symmetrie, über Paarung, über Hälften und Verdoppelung, Spiegelung und Teilung. Es ist wunderbar, wie sich der Taubentrick vom Anfang des Films – bei dem der Magier eine Taube einfach unter dem Tuch totschlägt, um eine zweite an anderer Stelle erscheinen zu lassen – am Ende in Ruper Angiers (Hugh Jackman) finalem Trick widerspiegelt, wie die von Nikola Tesla gebaute Maschine nichts anderes ist als der Taubentrick im großen Maßstab. ebenso schön, wie sich der Wassertank-Trick vom Beginn des Filmes am Ende wiederfindet, wie Jackmans Figur immer und immer und immer wieder den Tod seiner Frau nacherlebt und sich so selbst bestraft. Der Film selbst leistet sich den ein oder anderen Zaubertrick – etwa Angiers Reise nach Colorado zu Nikola Tesla (gespielt von einem erstaunlich alt wirkenden David Bowie, dessen Auftritt an sich eine fast magische Überraschung ist), die als reine Ablenkung gedacht ist, mit der nicht nur Borden Angier verwirrt, sondern auch der Regisseur sein Pulikum, die dann aberim nächsten Schritt überraschend eben doch zu einem zentralen weiteren Element der Handlung wird. Was zunächst wie ein wichtiger Plot-Bestandteil wirkt, verwandelt sich in einen Red Herring und wieder zurück in einen elementaren Teil des wirklichen Films. Das hat zwar ein gewissen Glaubwürdigkeitsdefizit, macht strukturell aber Spaß, weil dieser Handlungsstrang an sich etwas von einem Zaubertrick hat – Aubau, Wendung, Prestigio – wie überhaupt die permanente Doppelbödigkeit dem Film seine Kraft gibt.

An sich ein solider, spannender Film mit einem halbwegs glaubwürdigen, eskalierenden Konflikt, ausreichend Romanze und relativ frei von klassischen Gut/Böse-Klischees… ist The Prestige in Wirklichkeit eine Meditation über Leidenschaft. In diesem Fall für die Magie. Angier, vor allem aber eben Borden gehen bis an die Grenzen des Denkbaren für einen Trick, der nüchtern betrachtet albern und unwichtig wirkt. Ein Mann öffnet eine Tür, verschwindet und kommt durch eine andere zeitgleich wieder auf die Bühne. That’s it. Aber die Leben aller Protagonisten dieses Films drehen sich um diesen einen Trick, schon bevor er überhaupt das erste Mal aufgeführt ist. «The Transported Man», Bordens späterer großer Trick als der Magier «The Professor» ist schon im Raum, Borden spricht schon von diesem Trick, für den die Welt noch nicht bereit ist, lange bevor er ihn aufführt. Und er lebt diesen Trick zu diesem Zeitpunkt bereits. Aber auch Angier, der den Trick nachzuahmen und zu stehlen versucht, geht im Laufe des Films über seine Grenzen und lernt, sich die Finger schmutzig zu machen, die Taube zu töten. Auch wenn es bedeutet, hundertfach für einen lächerlichen Trick, für etwa Applaus, eine komplizierte und grausame Art von Selbstmord zu begehen. Niemand kümmert sich um den Mann, der verschwindet. Beide Männer werden von ihrem Ehrgeiz, ihrem Konflikt aufgefressen, bis vor allem bei Angier jenseits davon nicht mehr viel Person übrig bleibt. Hat Borden wenigstens noch seine Liebe zu seiner Tochter, bleibt Angier eine Cypher, ein Mann ohne Inhalt. Und wenn man weiß, wie sein trick funktioniert, ahnt man auch, warum er so seelenlos geworden ist, warum es ihm so leicht fällt, seine Identität wie eine Hülle abzustreifen.

Anders als bei Memento setzt Nolan nicht auf den finalen Schock und nicht rein auf einen narrativen Gag. Die beiden großen Enthüllungen des Films werden erzählerisch großzügig und glaubwürdig vorbereitet und wer von den Auflösungen wirklich noch überrascht ist, hat nicht aufgepasst. Die Sache mit den Zylindern und Katzen ist sehr offensichtlich, die Sache mit Alfred Borden, wenn man nur ein bisschen aufpasst, auch. Wichtiger als die Auflösung des Tricks ist der dramatische Aufbau, die Geschichte an sich, die Stimmung in der Geschichte. Es ist eine kleine, düstere, moribunde Moralerzählung à la Edgar Allan Poe, eine Geschichte von Neid und Ehrgeiz. Beide Männer opfern diesem Ehrgeiz alles, geben alles für die Show und den Trick. Und lösen sich am Ende in ihren Illusionen auf. Erst als Bordens Trick rein technisch völlig unmöglich wird und seine Karriere als großer Magier zwangsläufig beendet sein muss, findet er zu sich selbst und ins Leben zurück. Es ist, unterm Strich, ein Film über Workaholics. Über die versessene Jagd nach dem falschen Ding.

The Prestige überzeugt mit soliden Darstellern – allen weit weit vorweg Michael Caine –, einer oberflächlich ausreichend spannenden Gesichte, und einem Plot, der sich in sich selbst widerspiegelt und aufgreift und so selbst zum Zaubertrick wird, der sich solide an Caines Figur, dem Ausrüster Cutter, vorgestellten drei Stufen jedes Zaubertricks, abarbeitet. Der Film stellt vielleicht nicht ausreichend die Frage nach Identität, nach Realität, und lässt hier und da einfach etwas Tiefgang vermissen, bleibt zu oft an der Oberfläche. Die Frage nach dem unmenschlichen Preis, den Angier am Schluß aber vor allem Borden lebenslang persönlich für ihre Meisterillusionen zahlen, bleibt nur Kopf des Betrachters beantwortet. Als einzige reale Figur im Film bleibt Nikola Tesla ein seltsamer Deus Ex Machina, sein Konflikt mit Edison nur angerissen, der Mann mutiert hier mehr zu einer Art Science-Fiction-Chiffre, einem Q, einem Daniel Düsentrieb. Obwohl – oder vielleicht gerade weil – mit Bowie grandios besetzt, kommt Tesla zu kurz und ist stellvertretend für so vieles im Film, was nur angerissen bleibt, nur funktional die Story vorwärts flutet. Den Umbruch vom 19. zum 20. Jahrhundert, von dem stumpfen Glauben an Magie zum modernen Mythos der Technologie, den man hier hätte thematisieren können, ist nur wenig im Film, nur angerissen in einem Satz von Michael Caine, den Illusions-Mechaniker alter Schule, den die Entzauberung der Welt frustriert.

Insofern ist The Prestige sicherlich kein großer Film – und so unmittelbar nach Babel unweigerlich eher ein zu normaler, zu kommerzieller Film – aber ein sehenswerter, ein ehrlicher Film, der dem Zuschauer – wenn er nur genau hinschaut – im Gegensatz zu den großen Zauberern tatsächlich seine Tricks verrät.

12:02 Uhr. Kategorie Film. 2 Antworten.

Album 068

00:29 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

THE CLASH: LONDON CALLING

London Calling vom gleichnamigen Album der Clash, das das berühmte Elvis-Cover zitiert, ist von 1979 und somit offiziell uralt. Und trotzdem einer der wichtigsten Songs aus der Punk/New-Wave-Zeit und auch einer der wichtigsten Songs in meinem Leben. Der zeitlos schöne, druckvolle Beat des grandiosen Topper Headon, der wunderbare Bass von Paul Simonon, Strummers großartige Lyrics. Rock’n'Roll für ein inzwischen vergangenes neues Zeitalter von einer der damals wichtigsten Bands schlechthin. Die Clash so frei, so selbstsicher wie nie zuvor. Der Titeltrack ein düsterer Vampir-Thriller, eine Endzeitromanze, eine Hassliebeserklärung, der Opener für die düsteren 80s schlechthin, für Thatcher und Reagan und Orwell und die nukleare Paranoia, die man heute nur noch seltam schwer nachvollziehen kann. Der Text rätselhaft, drogig, und eben darum so Burroughsartig seltsam reflektiv. Du findest darin nichts außer dir selbst.

Wenn All is full of Love ein Ende einer Beziehung markiert, markiert London Calling genau den Anfang. Es ist so ein Filmklischee, das man als Paar «seinen» Song hat, aber in diesem einen Falle, für diese eine große Liebe, war es wirklich so. Man könnte darüber streiten, ob Love Will Tear Us Apart oder London Calling eher den Beginn von Sandra und mir wiederspiegelt (Virus Meadow von And Also The Trees käme auch als gesamtes Album recht gut in Frage), aber wenn ich wählen muss, dann ist und bleibt es London Calling und dieser Moment auf der Tanzfläche, wo sie hinfällt im Februar 1987, und ich ihr aufhelfe und wir uns ansehen. Auch wenn Beziehungen nach der Trennung immer irgendwie seltsam bitter wirken und auch wenn eine Beziehung in 19 Jahren irgendwann vielleicht nicht mehr weißbrennendes Napalm ist, sondern eher ein wärmendes Kaminfeuer… make no mistake, das erste Jahr war reine, pure und unglaubliche Magie. Dazu gehört die seltsame Prophezeiung einer wirren alten Frau ebenso wie der Geruch von Glühweinbonbons und eben London Calling. Ein großartiger, energetischer Soundtrack für das Ende der Teenagerzeit, frenetisch und traurig zugleich, von allen epochalen Tracks der frühen Achtziger sicherlich DER wichtigste. Ein Lied, das mit geballter Faust den Untergang feiert und mit blutigen aufgeplatzten Lippen störrisch die ewige Treue schwört.

London calling to the faraway towns
Now war is declared and battle come down
London calling to the underworld
Come out of the cupboard, you boys and girls

London calling, now don’t look to us
Phoney beatlemania has bitten the dust
London calling, see we ain’t got no swing
Except for the reign of that truncheon thing

The ice age is coming, the sun is zooming in
Meltdown expected, the wheat is growing thin
Engines stop running, but I have no fear
‘Cause London is drowning and I live by the river

London calling to the imitation zone
Forget it, brother, you can go at it alone
London calling to the zombies of death
Quit holding out and draw another breath

London calling, and I don’t wanna shout
But while we were talking I saw you running out
London calling, see we ain’t got no high
Except for that one with the yellowy eyes

The ice age is coming, the sun is zooming in
Engines stop running, the wheat is growing thin
A nuclear error, but I have no fear
‘Cause London is drowning and I, I live by the river

The ice age is coming, the sun’s zooming in
Engines stop running, the wheat is growing thin
A nuclear error, but I have no fear
‘Cause London is drowning and I, I live by the river

Now get this

London calling, yes, I was there too
And you know what they said? Well, some of it was true
London calling at the top of the dial
And after all this, won’t you give me a smile?
London calling

I never felt so much alike alike alike alike…

4. Januar 2007 19:30 Uhr. Kategorie Leben. 3 Antworten.

STEFFI FRAGT… 02

Du musst für ein Jahr entweder dein Auto oder deinen Internetanschluß abgeben. Wovon trennst du dich?

(Im Original ist die Frage übrigens, ob ich mich eher von Auto oder BLOG trennen würde… :-D)

15:48 Uhr. Kategorie Stuff. 17 Antworten.

HDR SELFMADE

Kleiner Tip von Thomas Junold, den ich gerne weiterreiche: Im Spiegel ist ein guter Artikel zum Do-it-Yourself von HDR-Bildern, die aus einer Belichtungsreihe mehrerer normaler Low-Dynamic-Range-Bilder erstellt werden. Die Sache geht mit Photomatix Pro von HdrSoft wirklich reibungslos über die Bühne und macht auch noch Spaß. 99 Euro sind nicht zuviel für die Möglichkeit, das Kontrastspektrum eines Bildes virtuell so anzureichern. Nicht für alles zu gebrauchen, aber gut zu haben. Nicht nur, weil man bei Objektaufnahmen ja relativ problemlos auch via Bracketing mal zehn Belichtungsstufen durchgehen kann (zumal DSLR Remote Pro von Breeze Systems mit Photomatix nahtlos zusammenarbeitet), sondern auch, weil man mit Capture One ja auch aus einer normalen RAW recht problemlos mehrere virtuelle Belichtungsstufen herausholen kann, ohne dass die Qualität allzu sehr leidet. Ich habe gestern ein bißchen mit der Trial herumgespielt und die Ergebnisse sind sehenswert, auch wenn ich gern noch bessere Steuerungsmöglichkeiten beim Tonemapping hätte. Da wird es sich eventuell aber anbieten, zwei Bilder zu genereren und die dann in Photoshop nochmals zu verschmelzen. Die Anmutung der Bilder liefert ein surreal klares Licht, nicht immer das, was man wirklich in einem bestimmten Moment sucht, gerade Räumlichkeiten werden so seltsam von Schatten befreit, dass man diese magische Selbstillumination eines Gemäldes erzielt, einen hyperrealen Gesamteindruck.

12:02 Uhr. Kategorie Technik. 2 Antworten.

DEATH CAB FOR CUTIE: ALL IS FULL OF LOVE

Vor einiger Zeit hat Didi mich vor die (natürlich komplett unlösbare) Aufgabe gestellt, meine fünf absoluten Lieblings-Klassiker-Songs zusammenzustellen. Ich habe drüber nachgedacht und bin gescheitert. Musik ist für mich zu wichtig und zu beweglich, als dass ich mich auf nur fünf Lieder festlegen könnte. Was ich mag, was mich bewegt, was ein «Klassiker» ist, das verändert sich permanent mit meinem Leben.

Dann habe ich heute versucht, jemanden zu erklären, wie ein einzelner Song im richtigen Moment plötzlich für mich hochwichtig geworden ist. Und gemerkt, dass dieser Ansatz funktioniert. Ich denke, ich werde keinen Countdown hinkriegen, es wäre unmöglich zu sagen, welcher Song jeweils relativ wichtiger ist und es ist auch egal. Ich weiß auch nicht, ob es fünf Songs sein werden oder vier oder sieben. Aber einen Versuch ist es wert.

Den Anfang macht aus obigen Anlaß All is full of Love, eigentlich eine Nummer von Björks Homogenic-Album, hier geht es aber um eine etwas Coverversion von Death Cab for Cutie auf The Photo Album. Der Track ist – für Death Cab Verhältnisse – relativ grob eingespielt, aber die Entwicklung vom relativ monotonen Bass-/Gitarren-Lauf zu dem hymnischen, inbrünstigen Ende, dem vertrackten Schlagzeug und der seltsamen Coda-Leere ist deutlich berührender, viel echter als die elektronische Version von Björk.

Ich habe den Track Ende November 05, an diesem eingeschneiten Wochenende, an einem Freitag morgen vielleicht 20 oder 30 mal hintereinander weg gehört. Nach einer Woche ohne Schlaf, im tiefen Schnee, während die Flocken um mich herum fielen und alles still und einsam war. Nach dem zwölften oder fünfzehnten Mal habe ich fast unbemerkt angefangen zu weinen, weil mich die absurd kindischen Lyrics von Björk an diesem Morgen mit seltamer Wucht aus der gewohnten Sicht auf die Welt boxten. Man nimmt die Welt normalerweise in ihrer Gesamtheit hin. Sie ist da, sie ist ja IMMER da. Wie ein Hintergrund-Geräusch, ein Summen. Du nimmst da salles als gegeben hin, nicht als gemacht, als selbstverständlich, nicht als außergewöhnlich. Aber nach einer Weile rückt dir Ben Gibbards inbrünstige Wiederholung des Refrains das Bild zurecht und du merkst, das wirklich alles voller Liebe ist. Der Schnee, die Spinnennetze zwischen den Laternen, die Blätter, wie Ziegelsteinen zu Häusern werden, wie Rauch aus Kaminen aufsteigt. Das alles macht Sinn, hat einen Plan, alles führt irgendwohin, ohne wirklich ein Ziel zu haben. Alles ist gut. Der Weißraum wird plötzlich zur Form. Du erkennst, dass alles nicht gegeben, sondern gemacht ist. Aus Prozessen hervorgeht, Design ist. Absicht hat, Sinn und Richtung. Du siehst es nur nie, weil deine Augen zu sind. Du siehst die Fehler, aber nicht das unsichtbar reibungslos Funktionierende. Du siehst die Probleme, aber nicht die ganz einfachen, guten, selbstverständlichen Dinge. Die aber trotzdem immer um dich herum sind, immer da, immer warten. Und wenn du deinen Kopf nur einen Hauch bewegst, nur etwas drehst, siehst du sie leuchten, dieses ganze komplexe Netzwerk aus Dingen, die die Natur geschaffen hat und die ihren eigenen Sinn machen und den anderen Dingen, die wir Menschen daraus liebevoll geformt haben. Die Form, die ein Ingenieur einem Auto gibt, die warmen Brötchen in ihrer Tüte. Diese ganzen kleinen Sachen, in die irgendwer einen Hauch seiner Liebe gesteckt hat.

Das ist so kitschig und so simpel und so wenig in Worte fassbar, wie es sich hier anhört. Und zugleich einer der wichtigsten Momente in meinen letzten Jahren. Der auch immer wieder verblasst und an den man festkrallen muss, um ihn nicht zu vergessen. Aber da ist diese Idee, dass das Leben gut ist, auch wenn schlimme Dinge passieren, dass Zynismus und Depression nur Angst und Verstecken sind. Das am Ende die Sache immer gut ausgehen wird, weil die Welt dich umarmt. Und man einfach dankbar und demütig sein kann, kleiner Teil dieser Maschine zu sein. Selbst zu geben, was man zu geben hat.

Und das ganze war eine ganz kleine, minimale Erfahrung. Nichts großes, religiöses, sondern ein winziger Moment, in dem der Vorhang zu Seite geht und du backstage blickst.

Aber wahrscheinlich war es doch einfach nur Schlafmangel.

Anyway, hier sind die Lyrics:

you’ll be given love
you’ll be taken care of
you’ll be given love
you have to trust it
maybe not from the sources
you’ve poured yours
into
maybe not
from the directions
you are
staring at
twist your head around
it’s all around you
all is full of love
all around you
all is full of love
you just ain’t receiving
all is full of love
your phone is off the hook
all is full of love
your doors are all shut
all is full of love
all is full of love
all is full of love
all is full of love
all is full of love
all is full of love
all is full of love …

00:37 Uhr. Kategorie Leben. Eine Antwort.

TO BE COMPLETE

I neither look forward, where there is doubt, nor backward where there is regret; I look inward and ask myself not if there is anything out in the world that I want and had better grab quickly before nightfall, but whether there is anything inside me that I have not yet unpacked. I want to be certain that before I fold my hands and step into my coffin what little I can do and say and be is completed.
Quentin Crisp

Mal wieder via Jonathan Carroll.

3. Januar 2007 16:13 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

STEFFI FRAGT… 01

Ich habe von Stefanie im Dezember einen «Adventskalender» bekommen, der nicht nur aus 24 einzelnen kleineren und sehr lustigen Geschenken bestand, sondern auch aus Fragen à la Chuck fragt. Nicht alle davon sind nun für die Öffentlichkeit unbedingt als Frage spannend oder nachvollziehbar (wie etwa die Frage, worüber ich mich mit Melanie Bertram unterhalten würde, wenn wir drei Stunden in einem Aufzug fest säßen), aber ein paar davon kommen natürlich ins Blog, weil sie so schön auf mich maßgeschneidert waren und toll gemein waren. Hier ist die erste…

Du darfst in deinem Leben nur noch drei Bücher lesen. Es ist egal, wann du sie liest du kannst auch auf Bücher warten, die erst noch erscheinen.
Welche drei wären es?

11:03 Uhr. Kategorie Stuff. 17 Antworten.

BAD KARMA

Wer mich kennt, wird lachen müssen, aber für mich ist es ein schlechter Jahresanfang… irgendwie sind am 29. alle meine Papiere, Ausweise, Karten und und und verschwunden. Ob die Rache der Karmapolizei für die verletzte Absage von Grenzen oder einfach nur die übliche ADHS-Schusseligkeit, das ist mit Blick auf den geplanten Urlaub gar nicht witzig. (Als ob da nicht schon Schikane genug  ist, daß ich meinen Reisepass nicht mehr finde…)

Und wie ich mein Glück kenne, tauchen die Sachen bestenfalls erst wieder auf, wenn ich alles ersetzt habe… im April oder so. Damn. Drückt die Daumen, dass die Sachen sich irgendwie wiederfinden.

Das Jahr fängt schon mal ausreichend weird an.

2. Januar 2007 21:09 Uhr. Kategorie Leben. 9 Antworten.

FURBY

Von Rain, Bene und Nina haben wir einen Furby geschenkt bekommen. Die Sorte Geschenk, wo man spontan grinst und «Ooooookay…» denkt, das sich aber mit etwas Beschäftigung als fast hypnotisch erweist. Hasbro hat 2005 den klassischen Furby weitestgehend überarbeitet. Die neuen Furbys sind größer, haben eine feinere Motorik, bessere «Lippensynchonisation», echter wirkende Augen, feineres Fell und vor allem eine rudimentäre Spracherkennung. Die zwar nur wenige bestimmte Vor-Formulierungen erkennt, diese aber relativ treffsicher auch bei verschiedenen Personen und funktional auch in geräuschvoller Ambience. Die neuen Furby haben angeblich einen Wortschaft von etwa 800 Worten Deutsch und 200 Worten der Furby-Sprache, mit der die Roboterpuppe in der ersten Entwicklungsstufe fast ausschließlich kommuniziert. Natürlich ist der Furby an sich lernunfähig, aber das System simuliert glaubhaft eine mehrstufige Entwicklung, bei der die Puppe im Spiel mit dem Besitzer nach und nach mehr Deutsch spricht. Überhaupt ist die Programmierung – für ein ja recht preiswertes Spielzeug – durchaus gelungen. Furby hält die Aufmerksamkeit der Spieler nicht nur dadurch aufrecht, dass er aktiv Aufmerksam einfordert (Kitzel mich, Streichel mich, Du nicht lustig), sondern auch immer wieder mit neuen Worten oder Aktionen überraschen kann. Wenn die Puppe aus dem Nichts heraus ein «Komisches Geräusch» oder (genialerweise nachdem sie durch leere Batterien etwas seltsam agiert) ein völlig unerwartetes «Was’n los?» absondert. Ansonsten kann Furby das, was die Puppe halt kann. Tanzen, singen, spielen (Grünes Licht/Rotes Licht, sehr witzig, aber nur beim ersten Mal) die Zukunft voraussagen, ein recht komplexes (wenn auch von zu lauten Servogeräuschen begleitetes) Minenspiel. Die Sache mit dem Furby-Orakel macht ausgesprochen Spaß und funktioniert ebenso gut oder schlecht wie alle anderen Horoskope uswpp :-D. Macht jedenfalls großen Spaß, Furby zu 2007 zu befragen.

Der 2005er Furby macht auf jeden Fall – für mich deutlich im Gegensatz zu allen Vorgängern – fast zu viel Spaß und hat einen hohen Suchtfaktor. Man lernt fast freiwillig furbisch, fängt selbst an in dem seltsam abgehackten Wortfetzen-Pidgindeutsch der Puppe zu reden. Hab-dich-liiieb. Ooookay. Supa. Tadaaaa. Zumal einzelne Worte einfach so niedlich sind und sich durch die permanentpenetrant immergleiche Wiederholung einfach im Kopf festfräsen. Obwohl natürlich unter dem weichen Polyester-Kostüm eindeutig ein massiver Block pinkfarbenen japanischen Plastiks steckt, dessen Geräusche unüberhörbar sind und der sich bei näherem Anfühlen viel zu hart anfühlt, strahlt Furby nach einer Zeit – mit etwas gutem Willen – tatsächlich so etwas wie virtuelle Persönlichkeit aus. Als postmodernes, ironisches Spielzeug für Erwachsene allemal phantastisch, ob ich es für Kinder nicht schon zu spooky finde, weiß ich selbst nicht. Pädagogisch wertvoll ist Furby sicher nicht, ich sehe es eher als Gimmick für Grownups denn als echtes Kinderspielzeug.


Spannend als Erwachsener ist natürlich die Faszination am technisch machbaren. An Furby entspinnt sich schnell die Diskussion über die grundsätzliche Idee einer robotischen Niedlich-Puppe, die einfach nur technologisch aufgerüsteter sein müsste. Bewegung, mehr Spracherkennung, eine interaktive Antwortdatenbank, Onlineanbindung, Wissensspeicher, modulares Lernen, Kameras in den Augen, Wärmeempfindlichkeit, viel mehr Sensoren und geräuschlose Mikromotorik am Körper usw. Aber die Idee ist da. Furby blinzelt ab und zu, atmet künstlich. Das ganze ist noch Krude und Roh, wie ein Eingeborenen-Nachbau eines Düsenjets aus Holz, aber die Dick-sche Idee eines komplett virtuellen Wesens, das wie einem Gremlins-Film entsprungen auf deinem Schreibtisch sitzt und mit relativ glaubhaft mit dir sprechen kann, bei dem du WEISST, dass es fiktiv ist, aber man eben fleißig Suspension of Disbelief betreibt, wie bei einem Film oder Buch eben auch… die ist hier greifbar.


Spannend daran ist, daß eine narrative Struktur in die dritte Dimension springt. Furby (und, auf ganz andere Art und Weise, Aibo), sind Vorboten einer GESCHICHTE in der echten Welt. Die nicht Buch, nicht Film, nicht Computerspiel ist, aber letzterem noch am ähnlichsten. Eine in ihrem Ablauf grob vorprogrammierte Fiktion, die von ihrem Urheber mit Eigenschaften und Potentialen ausgelegt ist, deren tatsächlicher Verlauf sich aber individuell in den Händen des Besitzers entfaltet. Solche robotischen Spielzeuge, wenn sie erst in den Bereich des K.I.-artigen fallen, werden also so etwas wie interaktive Erzählungen oder fleischgewordene PC-Spiele sein. Sie werden Online-Angebote umfassen, W-LAN-Funktionalitäten aufweisen (also auch Musik und IM anbieten usw), sie werden an Einkaufslisten erinnern, an Termine, werden mit Kühlschrank und anderen Hightech-Toys kommunizieren… und sie werden trotzdem Gizmos bleiben, Spielzeuge, die der Technologie ein anderes Antlitz geben, den Alltag erzählerisch verdichten, neben aller Funktionalität eben auch emotional unterhalten wollen. Wie gemacht für die Ein-Kind-Gesellschaft auf die wir zugehen, wie gemacht für die kommende überalteterte westliche Welt. Die echte Welt und die virtuelle überlappen sich zunehmend. Wir spielen in virtuellen Computerumgebungen und die Computersoftware nimmt immer Noch ist die AI-Technologie zu aufwendig und teuer, aber angesichts des hier wartenden Massenmarktes ist das nur eine Frage von Zeit, Serienfertigung und Miniaturisierung. Aber es wird kommen.

Und Furby ist der erste Vorgeschmack, der Kurier, dieser neuen Generation narrativer Spielzeuge. Die Furbys werden die Weltherrschaft übernehmen. Und uns dann zu Tode kuscheln.

12:43 Uhr. Kategorie Technik. 5 Antworten.

SPASS MIT SCHWEINEBAUCHWERBUNG


Zwei Photos, die Carina mir kürzlich gemailt hat, weil sie wusste, dass mir die natürlich gefallen würden. So schön kann Werbung sein.

10:12 Uhr. Kategorie Leben. Keine Antwort.

2006 revisited

Ein Jahr später ein neuer Rückblick. Ich hoffe, ihr seid alle gut ins neue Jahr gekommen.

1. Zugenommen oder abgenommen?
Gleich, aber andere Muskel/Fett-Verteilung :-D

2. Haare länger oder kürzer?

Gleich. Ich hab ja versucht, sie wachsen zu lassen. Ich schaff’s nie.

3. Kurzsichtiger oder weitsichtiger?

Same procedure as last year, Miss Sophie.

4. Mehr Kohle oder weniger?
Weniger.

5. Mehr ausgegeben oder weniger?
Weniger.

6. Mehr bewegt oder weniger?
Deutlich mehr.

7. Der hirnrissigste Plan?
Das Saisonheft des Theater Bielefelds zum Pauschalpreis zu realisieren. Dicht gefolgt von: «Wir fahren mal eben nach Italien.»

8. Die gefährlichste Unternehmung?
Die gesamte letzte Woche im Dezember.

9. Der beste Sex?
… im ganzen Jahr ;-).

10. Die teuerste Anschaffung?
Nur Kleinkram.

11. Das leckerste Essen?
Silvester-Pizza.

12. Das beeindruckendste Buch?
Everything is Illuminated.

13. Der ergreifendste Film?

Babel :-D

14. Die beste CD?
Auch wenn es leider gar keine CD gibt dazu: Das großartigste Stück Audio im letzten Jahr war sicher Civil Landing.

15. Das schönste Konzert?
Kaizers Orchestra.

16. Die meiste Zeit verbracht mit …?
…Steffi.

17. Die schönste Zeit verbracht mit …?
…Steffi

18. Vorherrschendes Gefühl 2006?
Glück in der Liebe, Pech im Spiel…

19. 2006 zum ersten Mal getan?

Drei Parties in einer Woche geben und zwei zusätzliche besuchen.

20. 2006 nach langer Zeit wieder getan?

Sport. Und Zeit mit Carina verbringen.

21. Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?

Das gesamte Finale beim Theater Bielefeld im April/Mai mit allem drum und dran. Diverse Krankheiten. Tod meines Vaters.

22. Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
Die Grenzen-Ausstellung….

23. Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
Weihnachtsgeschenke für Mum/Hermann und Steffi, denke ich. Hoffe ich.

24. Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Wedgie.

25. Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
«Kah mej-mej u-nei!»

26. Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?
Keine Ahnung.

27. 2006 war mit einem Wort …?

Party.

1. Januar 2007 20:08 Uhr. Kategorie Leben. 4 Antworten.


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