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PARIS, JE T’AIME

Passender Abschluss des Paris-Urlaubs, irgendwie, sich diese Anthologie von Kurzfilmen zur City of Lights anzusehen. In 18 kurzen Episoden versammelt Paris, je t’aime teils banale, teils komische, teils berührende Liebesgeschichten rund um verschiedene Orte und Quartiers von Paris. Bei einer solchen Dichte von Filmen ist die Qualität unweigerlich durchwachsen, auch wenn hochrangige internationale Regisseure, wie Wes Craven, die Coen-Brüder oder Tom Tykwer beteiligt sind, von einer fast erschütternden Garde an Star-Mimen einmal ganz zu schweigen. An ein paar Stellen im Film hab ich nur noch schwach murmeln können: Damn, gibt es irgendwen, der hier NICHT mitspielt? Frankreichs absolute A-Garde wird umrahmt von internationalen Stars und absolut vielversprechenden Newcomern. Die darstellerischen Leistungen sind oft sogar überzeugender als die Storys an sich, wobei es zugegeben schwer ist, in nur fünf bis sieben Minuten eine atmosphärisch dichte Geschichte zu spinnen. Manches wirkt durchaus auch mal banal, manches aufgesetzt. Vincenzo Natali, immerhin einer der Macher von Cube (der gerade an JG Ballards High Rise sitzt, nebenbei), enttäuscht leider mit einer Sin-City-meets-Dracula-Story, Wes Craven, einer der Horror-Altmeister schlechthin, wirkt platt, Gus van Sant, den ich sonst oft mag, bringt eine flachwitzelnde Pointe. Andere Shorts sind umwerfend, allen vorweg die Episode Loin de 16e, von Walter Salles und Daniela Thomas, die mit einfachsten Mitteln und nur einer Darstellerin auskommend, eine der anrührendsten und unangestrengtesten Geschichten des Films abgibt. Tom Tykwer, dessen Episode in Faubourg Saint-Denis angesiedelt ist, erzählt (prominent unterstützt von Natalie Portman) eine rasante Liebesgeschichte zwischen dem Blinden Thomas und der Schauspielerin Francine, die leider am Ende in ein etwas flaches Happy Ende abdriftet, mittendrin aber so wunderbar MTV-Ästhetik und narratives Handwerk vermählt, dass man fast nicht glauben mag, dass der gleiche Regisseur Das Parfum so verbeutelt haben kann ;-D. Dazu Portmanns Stimme am Anfang über den Soundtrack, das ist an Melodramatik kaum zu toppen. Die Eiffelturm-Episode mit den beiden Pantomimen ist hochgradig absurd und – gerade WEIL Pantomimen nerven – wunderbar, die Bastille-Episode mit dem Mann, der sich von seiner frau trennen will, bevor er erfährt, dass sie an Leukämie sterben wird, hat eine fast Jeunet-artige Mischung aus Leichtigkeit und Melancholie… und die letzte Episode mit der großartigen Margo Martindale als amerikanische Touristin in Paris hat zwar einen etwas kitschigen Schlusspunkt, dafür aber auch eine der mitunter bewegendsten stillen Szenen des Films und eine grandios selbstironische Hauptdarstellerin.

Paris, je t’aime ist keine durchweg großartige Sammlung von Kurzfilmen, was auch sicherlich nahezu unmöglich gewesen wäre. Aber im Querschnitt gelingt es den Filmen, zu unterhalten oder zu berühren und viel mehr kann und sollte man nicht erwarten. Die großartigen Darsteller machen den Film zu einem Feuerwerk an name-dropping, aber es sind oft die unbekannten Gesichter, die du mit nach Hause nimmst, so wie Catalina Sandino Moreno oder Seydou Boro. Das es zudem einem Film gelingt, dem Klischee-Thema Paris neue Seiten abzugewinnen und geradezu dezent mit der Stadt als Background umzugehen, also nahezu kitschfrei zu operieren… das verdient Anerkennung. Oh… und der Soundtrack ist grandios.

31. Januar 2007 23:09 Uhr. Kategorie Film. 4 Antworten.

PARIS I

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29. Januar 2007 21:52 Uhr. Kategorie Photos. 12 Antworten.

STEFFI FRAGT… 12

Steffi fragt:
Der Designer, den du am meisten bewunderst, trifft dich, als du gerade beim Einkauf bist. Er bietet dir an, für ein halbes Jahr mit nach San Francisco zu kommen, wo du mit ihm an drei Projekten zusammen für absolute Traumkunden arbeitest. Dort lebst du in einem riesigen Haus mit vielen anderen interessanten Menschen. Für das halbe Jahr Arbeit bekommst du vorab 500.000 Euro auf dein Konto überwiesen. Es gibt nur eine Bedingung. Du musst jetzt sofort, wenn du den Supermarkt verlässt, losfliegen. Du darfst niemanden davon erzählen. Erst wenn du ein halbes Jahr später wiederkommst, kannst du allen berichten, wo du warst.
Fliegst du mit?

24. Januar 2007 12:02 Uhr. Kategorie Stuff. 15 Antworten.

STEFFI FRAGT… 11

Steffi fragt:
Du bekommst einen Wahrheits-Keks geschenkt Wenn du diesen Keks zusammen mit einer Frage an einen Menschen schickst, wird er den Keks essen und dir wahrheitsgemäß auf die Frage zurück schreiben. Ihm ist nicht möglich, zu lügen. Das kann jeder Mensch sein, aus deinem privaten oder auch nur medialem Umfeld.
Wer bekommt den Keks mit welcher Frage?

22. Januar 2007 11:05 Uhr. Kategorie Stuff. 12 Antworten.

JONATHAN CARROLL: VOICE OF OUR SHADOWS

Wenn ich selbst schreibe – so wie gerade am Weihnachtsgeschenkbuch Irrlicht – gibt es Autoren, die mich besonders inspirieren. Da es bei Irrlicht im höchsten Maße um «Magischen Realismus» geht, also um aufbrechende Grenzen zwischen der von uns als normal empfundenen Welt und eher ungewöhnlichen Dingen… habe ich angefangen, alte Bücher von Jonathan Carroll zu lesen, der nicht nur einer der besten Beobachter, einer der schönsten Romantiker, sondern eben auch ein wunderbarer Surrealist sein kann.

In Voice of our Shadows reist der Autor Joe Lennox, der mit einem Bühnenstück über den Tod seines despotischen Bruders Ross berühmt und moderat reich geworden ist, nach Wien, wo er die faszinierenden India und Paul Tate kennen lernt. Joe und India beginnen eine Affaire, Paul stirbt an einer Herzattacke und sucht die beiden Ehebrecher forthin als Poltergeist heim. Joe flieht nach New York und verliebt sich neu in die scheue Kate, bis die Ereignisse ihn nach Wien zurückziehen und Paul ein furchtbares Geheimnis über India und Paul entdeckt.

Voice, 1984 erschienen, ist eine düstere Moralgeschichte, eine morbide Ghost Tale, in der sich bereits Carrolls enge und lange Verbindung zu Wien abzeichnet, ebenso – prototypisch – die Verbindung von belletristischem Ansatz und subtilen Horror. In Carrolls Büchern begegnet man faszinierenden, nahezu magisch aufgeladenen Menschen, deren Leben und Dialoge so bestechend sind, das man ihnen unweigerlich und komplett verfällt. Es ist nahezu unmöglich, sich nicht in seine Charaktere zu verlieben. Zugleich grenzt ihr Leben oft an etwas hypernaturalistisches, surreales – ob sprechende Hunde oder Engel, ob Geister oder Dämonen, in Carrolls Werk ist die Welt Schauplatz eines stillen Kampfes zwischen Gut und Böse, den man als Leser nur erahnen kann, dessen Schockwellen unsere Protagonisten oftmals nur erleben und denen sie oft zum Opfer fallen. Im Lovecraftschen Sinne ist die Welt des Jonathan Carroll eine Arena und wir alle jeden Tag von Magie, gut wie böse, berührt. Diese Verquickung von Belletristik und Gothic Novel à la Bierce oder Poe kann man mögen oder nicht, aber es gibt nur wenige moderne Vertreter dieser Gattung und Carroll ist Meister seines Fachs und aufgrund seiner Intensität nicht ohne Grund vor allen in Osteuropa ein gefeierter Star. Seine Geschichten haben den üppigen Reichtum von Städten wie Wien oder Prag in sich, diese atmosphärische Dichte, den moribunden Reichtum von Verfall und Hoffnung. Nicht alles, was er schreibt, ist durchgehend gut, vieles ist sogar eher schwach ausgefallen… aber jedes einzelne Werk belohnt dich mit einzelnen Momenten, in denen du das Buch küssen möchtest. Wie in seinem Blog, brilliert Carroll in kleinen Momentaufnahmen, in der Beschreibung des fast Vernachlässigwerten und schöpft hieraus ungewöhnlichen Reichtum.

Voice of Our Shadows
ist, meiner Meinung nach, nicht sein bestes Buch (das wird für mich immer Outside the Dog Museum bleiben, ein Buch, das man viermal lesen muss, mindestens). Es liest sich wie eine ausgestrecktere Kurzgeschichte, plätschert etwas harmlos vor sich hin – und wenn man den Clou der Geschichte kennt, auf die die Erzählung zurast wie eine Poe-Moritat, dann wird ein erneutes Lesen eher ermüdend. Man merkt zu schnell, wo der Autor die Auslösung im Text vorbereitet und es bleibt zu wenig anderes, um die Geschichte zu bereichern. Voice wirkt schnell hingeschrieben, viele Charaktere bleiben skizzenhaft, lange nicht so ausgereift wie spätere, komplexere Figuren aus Carrolls Hand. Wien ist noch Background, nicht eigener Protagonist. Es ist ein seminales Werk, ein Vorgeschmack von things to come, aber eben lange nicht so tief und räsonierend wie die Bücher seiner besten Schaffensphase. Dennoch, Voice ist eine ungemein originelle Geistergeschichte, die Joe Lennox zu einer grundlegenden Erkenntnis über sein Leben führt (wie sich das für eine gute Short Story gehört), die nur eben leider zu spät kommt. Das Ende des Buches wirkt atemlos, wie ein D-Zug entlangrasend, als wäre es in einem Rutsch geschrieben, was den Flair der atemlos-Poeschen Kurzgeschichte noch unterstreicht. Der Epilog, auf Formori, nur eine Seite Text, ist per se den Gesamtpreis des Buches wert und zeigt Carroll als Destillat, in holographischer Miniatur, und in ganz großer Form.

21. Januar 2007 14:09 Uhr. Kategorie Leben. Keine Antwort.

THE BALLAD OF CLINT AND WANDA

Das Bild wollte ich schon vor einem Monat posten, kam aber nicht zum Scannen… und habe es jetzt wieder bei Scans Daily gefunden. Einfach, weil es so toll ist. Das Artwork von Alex Maleev ist so reich, so verführerisch, einfach perfekt. Ich mag eine Welt, in der ein simples Mainstreamcomic wie The Avengers urplötzlich so etwas Großartiges hervorbringen kann.

13:26 Uhr. Kategorie Stuff. 3 Antworten.

Album 070

19. Januar 2007 23:03 Uhr. Kategorie Leben. Keine Antwort.

STEFFI FRAGT… 10

Steffi fragt:
Einen Tag lang bist du ein Superheld mit all seinen Fähigkeiten und allen Pflichten.
Welcher?

08:58 Uhr. Kategorie Stuff. 19 Antworten.

PLATY

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18. Januar 2007 18:36 Uhr. Kategorie Leben. Eine Antwort.

STEFFI FRAGT… 09

Steffi fragt:
Vor dir stehen zwei Flaschen. In der einen ist ein Elixier, das alle Äußerlichkeiten, die du selbst an dir noch nie mochtest, verschwinden lässt. Die andere Substanz führt dazu, dass du schlagartig 30 Kilo zunimmst und Haarausfall kriegst. Du darfst nur eine Flasche nehmen oder gar keine. Und du weißt nicht, was in welcher Flasche ist.
Nimmst du eine?

17. Januar 2007 15:42 Uhr. Kategorie Stuff. 12 Antworten.

FISCHHALTEBEUTEL

14:38 Uhr. Kategorie Stuff. 7 Antworten.

ICE

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16. Januar 2007 08:49 Uhr. Kategorie Photos. 14 Antworten.

STEFFI FRAGT… 08

Steffi fragt:
Für 3,99 Euro kannst eine DVD kaufen, auf der die Highlights von einem bestimmten Jahr deines bisherigen Lebens drauf sind.
Welches Jahr würdest du nehmen… UND WARUM?

15. Januar 2007 18:19 Uhr. Kategorie Stuff. 12 Antworten.

SALE

Essen, die Ausverkaufsstadt. Bei einem kleinen Bummel mit der wunderbaren Carina durch Essen habe ich angefangen, die Ausverkaufs-Schilder in den Läden zu photographieren. Was nach einer Weile etwas anstregend wurde, weil nahezu jeder Laden SALE und REDUZIERT im Fenster hatte. Wir haben pro Laden nur ein Photo gemacht und auch nicht gezielt gesucht, sondern sind nur einmal von Karstadt zum Hauptbahnhof spaziert. Jedes Bild ist also ein komplett anderer Laden. Nicht, daß man das merken würde. Es gab insgesamt vielleicht drei vier Läden, die nicht %%%% im Fenster hatten. Es ist etwas erschreckend, so durch Trash City zu gehen, den Niedergang eines Konsumsystems, das an der eigenen Überproduktion erstickt, so greifbar zu haben. Wie zu grell geschminkte alte Prostituierte wirken die Läden, die hier versuchen, ihre Waren zu verschleudern. Ein absurder Kreislauf aus Billigproduktion, Überkonsum, Werbung, der hier so herrlich greifbar nicht mehr funktioniert, so symbolisch kollabiert.

Interessant außerdem, wie auch die Idee von Corporate Design hier zusammenbricht. Egal, welcher Laden – die SALE-Schilder sind nahezu überall austauschbar, die Farben, Schriften, Piktogramme… alles ein Brei. Entweder schlecht selbstgemalt oder rot-weiß-schwarz. Prozentzeichen, laute Typo. Das Schild hier oben ist noch die einzig sympathische Ausnahme, alle anderen sind Einheitssuppe.

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14:51 Uhr. Kategorie Design. 3 Antworten.

PE

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14. Januar 2007 11:52 Uhr. Kategorie Photos. 2 Antworten.

GUSTAV: RETTET DIE WALE

Ebenso funkykitschigsynthetischselbstgemachtwunderschön wie das Artwork dieser CD ist auch die Musik von Gustav, einem Projekt der aus Österreich stammenden Eva Jantschisch, das sich jeder einfachen Kategorisierung entzieht, außer vielleicht der Einordnung in die Muß-man-haben-Klasse. Die Laptop-Tronica-Music ist leicht und minimalistisch, nie einseitig, nie platt, reicht von fixen Happygoluckytracks bis zum absoluten Herzensbrecher. Relaxt und etwas zeitlos programmiert, immer ruhig und sanft, oft hypnotisch, dabei aber auch immer smart und ambitioniert. Nichts ist hier Suppe, jedes Element ist sorgfältig am richtigen Platz.

Der Gesang ist beeindruckend vielseitig, reicht von Naiv-Girliepop bis zu einer fast hörspielartigen Intensität. Jantschisch kann nicht nur tonpräzise singen, sondern wunderbare küssenswerte Pausen setzen. A little bit behind the beat, I mean, just enough to turn you on.

Inmitten der absurden wunderbaren, engagierten, federleichten,poetischen und wahren Texte ragt Genua heraus, ein Negligée von einem Lied, fast transluzent schimmernd. Leicht atonal, leicht synkopisch, und bittersweet, die Mischung aus Gesang und Musik so makellos, dass du vor Freude und Trauer, Optimismus und Resignation losweinen musst. Schlagartig ist die ironisch-ernste Leichtigkeit des Albums plötzlich weggewischt und Eva zeigt, wie emotional sie sein kann …  echtes Chanson. Ohne Zweifel der Killertrack des Albums. Ein Song der durch die Tür kommt und dein Herz zerfleddert und wieder weiter zieht.

Andere Tracke wie das grandiose One Hand Mona, das poppige We shall Overcome, das wunderbar straightverspielt sparsamüberbordende treibende Da am Monopol, das psychotische Mein Bruder und der charmefunkelnde Titeltrack Rettet die Wale zeigen eine begeisternde Vielseitigkeit, stets zusammenhalten von einem Hang zum minimalistischen, zum obskuren Sound. Die Vocals so vielseitig wie die Musik, scharfkantig bis niedlich. Aber immer so, dass du Eva unbedingt kennen lernen willst. Die Texte stehen dieser Energie in nichts nach und entziehen sich – wie das gesamte Album – jeder Beschreibung, außer vielleicht «Peter Licht auf harten Drogen». Politisch, humorvoll, klug, naiv, mutig. Und immer wieder einzelne Zeilen, die dich fesseln, deren Resonanz bleibt. Die sind nicht ohne Grund im Booklet abgedruckt, das ist keine Eitelkeit, die sind wirklich lesenswert. Ich hab’ seit Niels Frevert nicht mehr so gerne Texte einfach nur gelesen. Alles ist gut hier.

Das Jahr ist noch jung, und das neue Bloc Party Album, das noch nicht erschienen ist, dass wir alle ja aber schon seit einem Monat haben, ist natürlich grandios … aber wenn nicht mehr viel passiert, habe ich den Soundtrack für 2007 irgendwie wohl schon im Januar gekauft.

Nicht fragen. Einfach kaufen.

13. Januar 2007 14:46 Uhr. Kategorie Musik. 5 Antworten.

STEFFI FRAGT… 07

Steffi fragt:
Du bekommst eine Million Euro pro Jahr bis zu deinem Lebensende. Allerdings nur, wenn du ab jetzt nie wieder arbeitest. In keinem anderen Beruf, auch nicht als Hobby und auch nicht ohne Bezahlung. Du hast NUR noch Freizeit. Und du musst die Million immer innerhalb eines Jahres ausgeben. Sonst bekommst du keine neue Million. Du darfst nichts davon verschenken oder spenden.
Nimmst du an?

12. Januar 2007 23:02 Uhr. Kategorie Stuff. 13 Antworten.

FRISEUR

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17:51 Uhr. Kategorie Photos. 6 Antworten.

Alte Peinlichkeiten…

Im Fontblog habe ich gestern Nacht einen alten Brief entdeckt, den ich Jürgen etwa 1994 geschickt habe, als ich in Kommunikationswissenschaften bei Jo Reichertz meine Zwischenprüfung zum Thema «Typographie als Zeitsymptom» schrieb. Ich find’ witzig, wie man dem Brief ansieht, das ich mich irgendwie damals zwar für Design interessiere, vaaaage, aber absolut NULL Ahnung hatte. Nichts konnte, völlig naiv war. Dieses alberne Schraubenbild, die pesudoflippigen Ziffern. Und die Typo der Adresse natürlich 1a im Abheftbereich. Und noch sehr von der wissenschaftlichen Ecke her kam (das waren dann die Fremdworte, die Jürgen so störten, die hatte man einfach intus im Studium, ein paar Jahre später kommen die einem in der Tat sehr aufgesetzt und fremd vor, kann verstehen, warum Jürgen sich an diesem naseweisen Slang störte.)

Die Antwort, seinerzeit wirklich nicht so hilfreich, fand ich aber eigentlich auf eine smarte Art sehr sympathisch. Kein Grund, einen roten Kopf zu kriegen, Jürgen. Spannend, was draus geworden ist. Auf die nächsten zwölf Jahre.

11. Januar 2007 14:44 Uhr. Kategorie Leben. 13 Antworten.

BAR

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08:38 Uhr. Kategorie Photos. Eine Antwort.

STEFFI FRAGT… 06

Du triffst einen Wahrsager, der dir ermöglicht, zu sehen, wie du sterben wirst. Du weißt dabei aber nicht, wie alt du sein wirst und kannst es nicht verhindern oder beeinflussen.
Willst du es wissen?

00:44 Uhr. Kategorie Stuff. 16 Antworten.

APPLE IPHONE

Das Apple-Handy ist also da.
Und ich bin damit offiziell ein Prophet, Ladies und Gentleman. 

Und ich muss leider sagen, wie erwartet ist es ein sehr schönes Gerät, eben Apple-Design, und sicher auch ein Kick-Ass-Handy. Wenn es auch eher ein PDA und weniger ein Handy per se ist. Aber nichts, was man nicht schon kennen würde, oder? Gegen den HTC etwas eleganter, schmaler, aber auch hier und da weniger leistungsstark, wobei die 8 GB on board Spaß machen. Nokia und Sony werden sich warm anziehen müssen, denke ich. Und Apple hat mit diesem Handy den ersten Schritt zu einem neuen Markt für Apple getan und kehrt zum Watson, dem ersten PDA, zurück. Endlich. Das Gerät dürfte sich trotz einiger Mängel verkaufen wie geschnitten Brot und einiges in Bewegung setzen. Rundherum gute Sache. Bis auf die Tatsache, dass es ein Apple ist, sprich dieses seltsame iTunes/DRM-Ding, das ich so gar nicht mag. Davon abgesehen;: Goldrichtig und längst überfällig. Aber lieber ein Jahr warten und es richtig machen. Da dürfte sich in den kommenden Jahren endlich einiges tun im Digital-Assistant-Sektor.

10. Januar 2007 14:50 Uhr. Kategorie Technik. 10 Antworten.

STEFFI FRAGT… 05

Du hast in deinem Keller eine Tür. Wenn du durch diese Tür hindurch gehst, kommst du sofort an einen beliebigen Ort in der Welt. Diese Tür funktioniert rund um die Uhr. Aber nur mit einem einzigen Ort, den du vorher einmal bestimmst.
Welchen Ort nimmst du?

9. Januar 2007 20:13 Uhr. Kategorie Stuff. 12 Antworten.

PRAKTIKUM BEI NODESIGN

Stuhl frei!
Wir suchen ab sofort einen Praktikanten oder eine Praktikantin für unser kleines Designbüro in Essen. Mo-Fr 11-18 Uhr. Die ersten zwei Monate sind unvergütet, danach 400-Euro-Basis. Ein Auto solltest du haben. Je mehr du kannst, umso besser;-D.
Wenn ihr jemanden wisst, soll er sich melden bei schellnack@nodesign.com

11:52 Uhr. Kategorie Leben. 19 Antworten.

PERSPECTIVE

Bilder der Erde (kaum mehr als ein Pixelhaufen, hervorgehoben zwischen den beiden Strichen und deutlicher in der Vergrößerung) von VoyagerI, vier Billionen Meilen entfernt von der Erde aufgenommen, im Jahre 1991, mit einer der ersten Digitalkameras überhaupt.

We succeeded in taking that picture [from deep space], and, if you look at it, you see a dot. That’s here. That’s home. That’s us. On it, everyone you ever heard of, every human being who ever lived, lived out their lives. The aggregate of all our joys and sufferings, thousands of confident religions, ideologies and economic doctrines, every hunter and forager, every hero and coward, every creator and destroyer of civilizations, every king and peasant, every young couple in love, every hopeful child, every mother and father, every inventor and explorer, every teacher of morals, every corrupt politician, every superstar, every supreme leader, every saint and sinner in the history of our species, lived there on a mote of dust, suspended in a sunbeam.

Carl Sagan, Pale Blue Dot

via BigSkyAstroClub

8. Januar 2007 19:01 Uhr. Kategorie Stuff. 5 Antworten.

STEFFI FRAGT… 04

In Deutschland wird die ABOB gegründet, die Anti-Burn-Out-Behörde. Diese zwingt dich dazu, ein komplettes Jahr in einem anderen Beruf zu arbeiten, um Abstand zum eigenen Job zu erlangen und neue Sichtweisen zu gewinnen. Leider sind für Desiner nur drei Berufe zur Auswahl gestellt:

1. Du wirst Brötchenverkäufer bei Kamps.
2. Du wirst Altenpfleger in einer karitativen Einrichtung.
3. Du wirst Ticketkontrolleur bei der Deutschen Bahn.

Welchen Job nimmst du?

15:58 Uhr. Kategorie Stuff. 18 Antworten.

PHILHARMONISCHE PLAKATE


Das letzte Plakat der Saison ist wie immer etwas aus der Reihe fallend. Während alle Plakate aus zwei Motiven bestehen, ist das letzte eigentlich nur ein Bild, das ohnehin mittig geteilt ist in Himmel und Erde. Wir haben es auf den Kopf gedreht und – damit weiter zwei Bilder zu einem werden – die Vögel aus einem anderen Bild von Sannah eingefügt.
Und die Sonderplakate für Neujahr und Unikonzert, jeweils mit gelber Schrift.

12:16 Uhr. Kategorie Arbeit. 12 Antworten.

DESIGNER ALS MAGIER

Ein Nachtrag zu The Prestige… im Film gibt es eine Sequenz, in der Michael Caines Figur Cutter erklärt, was Magier für das Publikum leisten – die Aufladung, und sei es nur für einen kurzen Moment, des Alltags mit etwas Besonderen, die Verzauberung eines kurzen Moments. Men who live by up dressing plain and sometimes brutal truths to amaze. Die Hauptfigur Alfred Borden, gespielt von Christian Bale, sagt an anderer Stelle des Films: A real magician tries to invent something new, that other magicians are gonna scratch their heads over. Etwas Neues, das zudem ganz simpel und selbstverständlich und leicht aussehen muß, aber nicht einfach ist, ein Höchstmaß an Leidenschaft, Detailliebe und Fanatismus fordert.
An anderer Stelle sagt Angier: The audience knows the truth – that the world is simple. Miserable. Solid all the way through. But if you could fool them, even for a second, you could make them wonder.Then you got to see something very special

Diese Zitate, wie auch das Haupmotiv des Films, haben für mich überraschend viel mit Design zu tun. Designer – Produktgestalter ebenso wie Printdesigner – sind Magiere, sind Regisseure der Realität geworden. Wenn wir gut sind, wenn wir beflügelt sind, nehmen wir den profanen Alltag und verwandeln ihn mit Willenskraft und einigen an sich billigen Tricks in etwas besonderes. Ob Achitektur, Film oder Design… im Grunde versuchen wie, unser Publikum ins Staunen zu versetzen. Selbst wenn die Betrachter das Maß an Aufwand und Liebe hinter einem Zaubertrick nicht verstehen, verstehen sie die Inszenierung, die unwillkürliche Magie des Moments. Ähnlich versteht auch ein Laie, sofern er nicht aller ästhetischen Wahrnehmung beraubt ist, warum ein Gehry-Bau magisch aufgeladen ist. Warum jenes Buchcover profan ist, dieses aber atemberaubend und faszinierend. Warum diese Tasse nur Kaffee hält, jene aber zum Objekt altäglicher Freude in der Benutzung wird.

Und wie bei guter Magie lenkt der Zauberer nie durch zuviel von der Wirkung ab. Er kaschiert die Arbeit, die Tricks, und schüttelt die Magie fast leichtfertig aus dem Ärmel. Die Anstrengung, die Proben, die stundenlangen Proben, das Know-How, der Schmerz… all das bleibt dem Publikum verborgen. Ebenso müssen die stundenlangen Entscheidungsprozesse, die verworfenen Ideen, die ungezählten Stunden in einem finalen Entwurf unsichtbar bleiben. Ob simpel oder komplex, gutes Design wirkt so selbstverständlich, so unhinterfragbar wie die perfekte Illusion. Man weiß, daß etwas besonderes, erstaunliches passiert, aber die Leichtigkeit der Präsentation macht es zum Genuß, verführt zur Akzeptanz.

Wir Designer sind Magier.
Laßt uns entsprechend leben.

7. Januar 2007 07:30 Uhr. Kategorie Design. 12 Antworten.

TURM

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02:07 Uhr. Kategorie Photos. 2 Antworten.

Album 069

5. Januar 2007 23:34 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

STEFFI FRAGT… 03

(Eine Frage, die vielleicht nur drei Leute auf der Welt verstehen, aber trotzdem mal sehen, wie ihr antworten würdet… )

Du hast folgende Wahl: Das Essen wird aus Zeitgründen generell abgeschafft, Stattdessen schluckst du zwei Mal am Tag eine Tablette mit allen Nährstoffen und Vitaminen, die du brauchst. Die Pille ist geschmacksneutral. Alternativ kannst du auch wählen, jeden Tag Hackbällchen mit identischem Vitamin- und Nährstoffgehalt zu essen. Diese haben den typischen Hackbällchengeschmack. Die Entscheidung gilt ein leben lang. Wofür entscheidest du dich?

15:08 Uhr. Kategorie Leben. 22 Antworten.

The Prestige

Nach dem Trailer hatte ich von The Prestige nicht all zuviel erwartet. Ein solides Stück Mainstream-Ausstattungskino mit großen Namen. Aber Christopher Nolan ist aber immerhin ein Regisseur, dem man nach Memento handwerklich einiges zutraut und der in Batman Begins seinen Touch für einen schaurigen Gothic Look bewiesen hat, perfekt also für ein Stück im Nebel des Jahrhundertwende-Londons. Und, man wird das Gefühl niht los, als wollte Nolan nach dem Hollywood-Kommerzstreifen Batman mit Bale und Caine einfach noch einmal mit kleinerem Budget und freier einen besseren Film produzieren. Das macht natürlich neugierig.

Die Geschichte um zwei Junior-Magiere, die über den Tod einer Frau zu erbitterten Feinden und – im Laufe des Films und dieser Fehde – zu den größten Illusionisten ihrer Zeit werden, ist überraschend klar und straff erzählt. Ein fast unmodern mätzchenfreier Film, dem man die schnelle Produktion ansieht, und der nur in seltenen Momenten eine Art Harry-Potter-Retrokitsch verbreitet. Denn Nolan, Jackman, Bale und Caine gelingt das Kunststück, einen Charakterfilm anstelle eines Kostümschinken abzuliefern. Es geht nicht um Gaslicht und seltsame Hüte. Von Anfang an geht es um Bales übermenschliche Fixierung auf ein Leben im Namen der Magie, um die Aufopferung. Es gibt eine Schlüsselszene am Anfang des Films, in der der von Christian Bale dargestellte Magier Alfred Borden einen chinesischen Zauberkünstler für dessen Konsequenz, im Namen des perfekten Tricks sein gesamtes öffentliches Leben zu tarnen, ab der im Grunde klar ist, wie sich ein zentrales Motiv des Filmes auflösen wird. Der Film legt wunderbar ehrlich seine Fährten aus und man kommt als Zuschauer recht deutlich vor der realen Auflösung auf den Clou des Filmes – oder vielmehr die beiden Clous des Films. Ohne aber dabei enttäuscht zu sein, weil der Rhythmus einfach fair ist. Man kommt nicht zu leicht, nicht zu früh auf den Twist. Und die Auflösung ist befriedigend.

Es ist ein Film über Symmetrie, über Paarung, über Hälften und Verdoppelung, Spiegelung und Teilung. Es ist wunderbar, wie sich der Taubentrick vom Anfang des Films – bei dem der Magier eine Taube einfach unter dem Tuch totschlägt, um eine zweite an anderer Stelle erscheinen zu lassen – am Ende in Ruper Angiers (Hugh Jackman) finalem Trick widerspiegelt, wie die von Nikola Tesla gebaute Maschine nichts anderes ist als der Taubentrick im großen Maßstab. ebenso schön, wie sich der Wassertank-Trick vom Beginn des Filmes am Ende wiederfindet, wie Jackmans Figur immer und immer und immer wieder den Tod seiner Frau nacherlebt und sich so selbst bestraft. Der Film selbst leistet sich den ein oder anderen Zaubertrick – etwa Angiers Reise nach Colorado zu Nikola Tesla (gespielt von einem erstaunlich alt wirkenden David Bowie, dessen Auftritt an sich eine fast magische Überraschung ist), die als reine Ablenkung gedacht ist, mit der nicht nur Borden Angier verwirrt, sondern auch der Regisseur sein Pulikum, die dann aberim nächsten Schritt überraschend eben doch zu einem zentralen weiteren Element der Handlung wird. Was zunächst wie ein wichtiger Plot-Bestandteil wirkt, verwandelt sich in einen Red Herring und wieder zurück in einen elementaren Teil des wirklichen Films. Das hat zwar ein gewissen Glaubwürdigkeitsdefizit, macht strukturell aber Spaß, weil dieser Handlungsstrang an sich etwas von einem Zaubertrick hat – Aubau, Wendung, Prestigio – wie überhaupt die permanente Doppelbödigkeit dem Film seine Kraft gibt.

An sich ein solider, spannender Film mit einem halbwegs glaubwürdigen, eskalierenden Konflikt, ausreichend Romanze und relativ frei von klassischen Gut/Böse-Klischees… ist The Prestige in Wirklichkeit eine Meditation über Leidenschaft. In diesem Fall für die Magie. Angier, vor allem aber eben Borden gehen bis an die Grenzen des Denkbaren für einen Trick, der nüchtern betrachtet albern und unwichtig wirkt. Ein Mann öffnet eine Tür, verschwindet und kommt durch eine andere zeitgleich wieder auf die Bühne. That’s it. Aber die Leben aller Protagonisten dieses Films drehen sich um diesen einen Trick, schon bevor er überhaupt das erste Mal aufgeführt ist. «The Transported Man», Bordens späterer großer Trick als der Magier «The Professor» ist schon im Raum, Borden spricht schon von diesem Trick, für den die Welt noch nicht bereit ist, lange bevor er ihn aufführt. Und er lebt diesen Trick zu diesem Zeitpunkt bereits. Aber auch Angier, der den Trick nachzuahmen und zu stehlen versucht, geht im Laufe des Films über seine Grenzen und lernt, sich die Finger schmutzig zu machen, die Taube zu töten. Auch wenn es bedeutet, hundertfach für einen lächerlichen Trick, für etwa Applaus, eine komplizierte und grausame Art von Selbstmord zu begehen. Niemand kümmert sich um den Mann, der verschwindet. Beide Männer werden von ihrem Ehrgeiz, ihrem Konflikt aufgefressen, bis vor allem bei Angier jenseits davon nicht mehr viel Person übrig bleibt. Hat Borden wenigstens noch seine Liebe zu seiner Tochter, bleibt Angier eine Cypher, ein Mann ohne Inhalt. Und wenn man weiß, wie sein trick funktioniert, ahnt man auch, warum er so seelenlos geworden ist, warum es ihm so leicht fällt, seine Identität wie eine Hülle abzustreifen.

Anders als bei Memento setzt Nolan nicht auf den finalen Schock und nicht rein auf einen narrativen Gag. Die beiden großen Enthüllungen des Films werden erzählerisch großzügig und glaubwürdig vorbereitet und wer von den Auflösungen wirklich noch überrascht ist, hat nicht aufgepasst. Die Sache mit den Zylindern und Katzen ist sehr offensichtlich, die Sache mit Alfred Borden, wenn man nur ein bisschen aufpasst, auch. Wichtiger als die Auflösung des Tricks ist der dramatische Aufbau, die Geschichte an sich, die Stimmung in der Geschichte. Es ist eine kleine, düstere, moribunde Moralerzählung à la Edgar Allan Poe, eine Geschichte von Neid und Ehrgeiz. Beide Männer opfern diesem Ehrgeiz alles, geben alles für die Show und den Trick. Und lösen sich am Ende in ihren Illusionen auf. Erst als Bordens Trick rein technisch völlig unmöglich wird und seine Karriere als großer Magier zwangsläufig beendet sein muss, findet er zu sich selbst und ins Leben zurück. Es ist, unterm Strich, ein Film über Workaholics. Über die versessene Jagd nach dem falschen Ding.

The Prestige überzeugt mit soliden Darstellern – allen weit weit vorweg Michael Caine –, einer oberflächlich ausreichend spannenden Gesichte, und einem Plot, der sich in sich selbst widerspiegelt und aufgreift und so selbst zum Zaubertrick wird, der sich solide an Caines Figur, dem Ausrüster Cutter, vorgestellten drei Stufen jedes Zaubertricks, abarbeitet. Der Film stellt vielleicht nicht ausreichend die Frage nach Identität, nach Realität, und lässt hier und da einfach etwas Tiefgang vermissen, bleibt zu oft an der Oberfläche. Die Frage nach dem unmenschlichen Preis, den Angier am Schluß aber vor allem Borden lebenslang persönlich für ihre Meisterillusionen zahlen, bleibt nur Kopf des Betrachters beantwortet. Als einzige reale Figur im Film bleibt Nikola Tesla ein seltsamer Deus Ex Machina, sein Konflikt mit Edison nur angerissen, der Mann mutiert hier mehr zu einer Art Science-Fiction-Chiffre, einem Q, einem Daniel Düsentrieb. Obwohl – oder vielleicht gerade weil – mit Bowie grandios besetzt, kommt Tesla zu kurz und ist stellvertretend für so vieles im Film, was nur angerissen bleibt, nur funktional die Story vorwärts flutet. Den Umbruch vom 19. zum 20. Jahrhundert, von dem stumpfen Glauben an Magie zum modernen Mythos der Technologie, den man hier hätte thematisieren können, ist nur wenig im Film, nur angerissen in einem Satz von Michael Caine, den Illusions-Mechaniker alter Schule, den die Entzauberung der Welt frustriert.

Insofern ist The Prestige sicherlich kein großer Film – und so unmittelbar nach Babel unweigerlich eher ein zu normaler, zu kommerzieller Film – aber ein sehenswerter, ein ehrlicher Film, der dem Zuschauer – wenn er nur genau hinschaut – im Gegensatz zu den großen Zauberern tatsächlich seine Tricks verrät.

12:02 Uhr. Kategorie Film. 2 Antworten.

Album 068

00:29 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

STEFFI FRAGT… 02

Du musst für ein Jahr entweder dein Auto oder deinen Internetanschluß abgeben. Wovon trennst du dich?

(Im Original ist die Frage übrigens, ob ich mich eher von Auto oder BLOG trennen würde… :-D)

4. Januar 2007 15:48 Uhr. Kategorie Stuff. 17 Antworten.

HDR SELFMADE

Kleiner Tip von Thomas Junold, den ich gerne weiterreiche: Im Spiegel ist ein guter Artikel zum Do-it-Yourself von HDR-Bildern, die aus einer Belichtungsreihe mehrerer normaler Low-Dynamic-Range-Bilder erstellt werden. Die Sache geht mit Photomatix Pro von HdrSoft wirklich reibungslos über die Bühne und macht auch noch Spaß. 99 Euro sind nicht zuviel für die Möglichkeit, das Kontrastspektrum eines Bildes virtuell so anzureichern. Nicht für alles zu gebrauchen, aber gut zu haben. Nicht nur, weil man bei Objektaufnahmen ja relativ problemlos auch via Bracketing mal zehn Belichtungsstufen durchgehen kann (zumal DSLR Remote Pro von Breeze Systems mit Photomatix nahtlos zusammenarbeitet), sondern auch, weil man mit Capture One ja auch aus einer normalen RAW recht problemlos mehrere virtuelle Belichtungsstufen herausholen kann, ohne dass die Qualität allzu sehr leidet. Ich habe gestern ein bißchen mit der Trial herumgespielt und die Ergebnisse sind sehenswert, auch wenn ich gern noch bessere Steuerungsmöglichkeiten beim Tonemapping hätte. Da wird es sich eventuell aber anbieten, zwei Bilder zu genereren und die dann in Photoshop nochmals zu verschmelzen. Die Anmutung der Bilder liefert ein surreal klares Licht, nicht immer das, was man wirklich in einem bestimmten Moment sucht, gerade Räumlichkeiten werden so seltsam von Schatten befreit, dass man diese magische Selbstillumination eines Gemäldes erzielt, einen hyperrealen Gesamteindruck.

12:02 Uhr. Kategorie Technik. 2 Antworten.

TO BE COMPLETE

I neither look forward, where there is doubt, nor backward where there is regret; I look inward and ask myself not if there is anything out in the world that I want and had better grab quickly before nightfall, but whether there is anything inside me that I have not yet unpacked. I want to be certain that before I fold my hands and step into my coffin what little I can do and say and be is completed.
Quentin Crisp

Mal wieder via Jonathan Carroll.

3. Januar 2007 16:13 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

STEFFI FRAGT… 01

Du darfst in deinem Leben nur noch drei Bücher lesen. Es ist egal, wann du sie liest du kannst auch auf Bücher warten, die erst noch erscheinen.
Welche drei wären es?

11:03 Uhr. Kategorie Stuff. 16 Antworten.

FURBY

Von Rain, Bene und Nina haben wir einen Furby geschenkt bekommen. Die Sorte Geschenk, wo man spontan grinst und «Ooooookay…» denkt, das sich aber mit etwas Beschäftigung als fast hypnotisch erweist. Hasbro hat 2005 den klassischen Furby weitestgehend überarbeitet. Die neuen Furbys sind größer, haben eine feinere Motorik, bessere «Lippensynchonisation», echter wirkende Augen, feineres Fell und vor allem eine rudimentäre Spracherkennung. Die zwar nur wenige bestimmte Vor-Formulierungen erkennt, diese aber relativ treffsicher auch bei verschiedenen Personen und funktional auch in geräuschvoller Ambience. Die neuen Furby haben angeblich einen Wortschaft von etwa 800 Worten Deutsch und 200 Worten der Furby-Sprache, mit der die Roboterpuppe in der ersten Entwicklungsstufe fast ausschließlich kommuniziert. Natürlich ist der Furby an sich lernunfähig, aber das System simuliert glaubhaft eine mehrstufige Entwicklung, bei der die Puppe im Spiel mit dem Besitzer nach und nach mehr Deutsch spricht. Überhaupt ist die Programmierung – für ein ja recht preiswertes Spielzeug – durchaus gelungen. Furby hält die Aufmerksamkeit der Spieler nicht nur dadurch aufrecht, dass er aktiv Aufmerksam einfordert (Kitzel mich, Streichel mich, Du nicht lustig), sondern auch immer wieder mit neuen Worten oder Aktionen überraschen kann. Wenn die Puppe aus dem Nichts heraus ein «Komisches Geräusch» oder (genialerweise nachdem sie durch leere Batterien etwas seltsam agiert) ein völlig unerwartetes «Was’n los?» absondert. Ansonsten kann Furby das, was die Puppe halt kann. Tanzen, singen, spielen (Grünes Licht/Rotes Licht, sehr witzig, aber nur beim ersten Mal) die Zukunft voraussagen, ein recht komplexes (wenn auch von zu lauten Servogeräuschen begleitetes) Minenspiel. Die Sache mit dem Furby-Orakel macht ausgesprochen Spaß und funktioniert ebenso gut oder schlecht wie alle anderen Horoskope uswpp :-D. Macht jedenfalls großen Spaß, Furby zu 2007 zu befragen.

Der 2005er Furby macht auf jeden Fall – für mich deutlich im Gegensatz zu allen Vorgängern – fast zu viel Spaß und hat einen hohen Suchtfaktor. Man lernt fast freiwillig furbisch, fängt selbst an in dem seltsam abgehackten Wortfetzen-Pidgindeutsch der Puppe zu reden. Hab-dich-liiieb. Ooookay. Supa. Tadaaaa. Zumal einzelne Worte einfach so niedlich sind und sich durch die permanentpenetrant immergleiche Wiederholung einfach im Kopf festfräsen. Obwohl natürlich unter dem weichen Polyester-Kostüm eindeutig ein massiver Block pinkfarbenen japanischen Plastiks steckt, dessen Geräusche unüberhörbar sind und der sich bei näherem Anfühlen viel zu hart anfühlt, strahlt Furby nach einer Zeit – mit etwas gutem Willen – tatsächlich so etwas wie virtuelle Persönlichkeit aus. Als postmodernes, ironisches Spielzeug für Erwachsene allemal phantastisch, ob ich es für Kinder nicht schon zu spooky finde, weiß ich selbst nicht. Pädagogisch wertvoll ist Furby sicher nicht, ich sehe es eher als Gimmick für Grownups denn als echtes Kinderspielzeug.


Spannend als Erwachsener ist natürlich die Faszination am technisch machbaren. An Furby entspinnt sich schnell die Diskussion über die grundsätzliche Idee einer robotischen Niedlich-Puppe, die einfach nur technologisch aufgerüsteter sein müsste. Bewegung, mehr Spracherkennung, eine interaktive Antwortdatenbank, Onlineanbindung, Wissensspeicher, modulares Lernen, Kameras in den Augen, Wärmeempfindlichkeit, viel mehr Sensoren und geräuschlose Mikromotorik am Körper usw. Aber die Idee ist da. Furby blinzelt ab und zu, atmet künstlich. Das ganze ist noch Krude und Roh, wie ein Eingeborenen-Nachbau eines Düsenjets aus Holz, aber die Dick-sche Idee eines komplett virtuellen Wesens, das wie einem Gremlins-Film entsprungen auf deinem Schreibtisch sitzt und mit relativ glaubhaft mit dir sprechen kann, bei dem du WEISST, dass es fiktiv ist, aber man eben fleißig Suspension of Disbelief betreibt, wie bei einem Film oder Buch eben auch… die ist hier greifbar.


Spannend daran ist, daß eine narrative Struktur in die dritte Dimension springt. Furby (und, auf ganz andere Art und Weise, Aibo), sind Vorboten einer GESCHICHTE in der echten Welt. Die nicht Buch, nicht Film, nicht Computerspiel ist, aber letzterem noch am ähnlichsten. Eine in ihrem Ablauf grob vorprogrammierte Fiktion, die von ihrem Urheber mit Eigenschaften und Potentialen ausgelegt ist, deren tatsächlicher Verlauf sich aber individuell in den Händen des Besitzers entfaltet. Solche robotischen Spielzeuge, wenn sie erst in den Bereich des K.I.-artigen fallen, werden also so etwas wie interaktive Erzählungen oder fleischgewordene PC-Spiele sein. Sie werden Online-Angebote umfassen, W-LAN-Funktionalitäten aufweisen (also auch Musik und IM anbieten usw), sie werden an Einkaufslisten erinnern, an Termine, werden mit Kühlschrank und anderen Hightech-Toys kommunizieren… und sie werden trotzdem Gizmos bleiben, Spielzeuge, die der Technologie ein anderes Antlitz geben, den Alltag erzählerisch verdichten, neben aller Funktionalität eben auch emotional unterhalten wollen. Wie gemacht für die Ein-Kind-Gesellschaft auf die wir zugehen, wie gemacht für die kommende überalteterte westliche Welt. Die echte Welt und die virtuelle überlappen sich zunehmend. Wir spielen in virtuellen Computerumgebungen und die Computersoftware nimmt immer Noch ist die AI-Technologie zu aufwendig und teuer, aber angesichts des hier wartenden Massenmarktes ist das nur eine Frage von Zeit, Serienfertigung und Miniaturisierung. Aber es wird kommen.

Und Furby ist der erste Vorgeschmack, der Kurier, dieser neuen Generation narrativer Spielzeuge. Die Furbys werden die Weltherrschaft übernehmen. Und uns dann zu Tode kuscheln.

2. Januar 2007 12:43 Uhr. Kategorie Technik. 5 Antworten.

SPASS MIT SCHWEINEBAUCHWERBUNG


Zwei Photos, die Carina mir kürzlich gemailt hat, weil sie wusste, dass mir die natürlich gefallen würden. So schön kann Werbung sein.

10:12 Uhr. Kategorie Leben. Keine Antwort.


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