HD Schellnack /// Kontakt Twitter iPhoto pointandshoot Typographie Alternative Pop Licht nodesign Aktionen Zitat Natur Photographie Denken Fail ScienceFiction Apple Studium Belletristik Comics Dayshot Vernacular Scratchbook Werbung Fragen Winter Software Medien Fun Retro Gesellschaft Farbe Print Electronic Magazine iOS Zukunft Web Drama Frühling Jazz Sommer Kitsch Kunst Sachbuch Hardware Fantasy Klassik Herbst Thriller Emma

ALBUM 037

31. August 2006 18:58 Uhr. Kategorie Stuff. 5 Antworten.

Album 036

30. August 2006 20:48 Uhr. Kategorie Stuff. 2 Antworten.

VISION




Kurt Schrage mailt mir heute, daß seine frühere Foto-Studentin von der Ruhrakademie, Christiane Scheidt, im chinesischen Magazin Vision vertreten ist. Glückwunsch!

14:06 Uhr. Kategorie Design. Keine Antwort.

MILA

Exzellenter nicht ganz jugendfreier Stream-of-Consciousness-Track vom Lenin-Album der Goldenen Zitronen.

29. August 2006 19:09 Uhr. Kategorie Musik. 7 Antworten.

Album 035

28. August 2006 19:38 Uhr. Kategorie Stuff. 8 Antworten.

THE SHEEP LOOK UP

John Brunner hat in seinem – inzwischen größtenteils vergriffenen – Oevre vier herausragende Bücher geschrieben, die sich mit «Close-Up-SF» befassen, die sich nicht mit Sternenkriegern und Aliens befaßt, sondern mit der unmittelbaren soziopolitischen Zukunft. Jagged Orbit mit der Rüstungsindustrie, Shockwave Rider mit der Computergesellschaft, Stand On Zanzibar mit der Bevölkerungsexplosion und The Sheep Look Up mit der eskalierenden Umweltverschmutzung. Von den genannten Titeln habe ich bisher nur Zanzibar und Sheep lesen können, die anderen sind derzeit nur gebraucht verfügbar. Der Titel des Buches ist John Miltons «Lycidas» entlehnt: The hungry sheep look up and are not fed // But swoln with ind and the rank mist they draw,// Rot inwardly and foul contagion spread und Brunner überträgt diese auf Kirche und Gott gemünzte Betrachtung der ungefütterten, innerlich von den eigenen Gasen faulenden Schafe auf die Menschen und ihre Ökosphäre.

Die Welt von Sheep ist eine, die 1973 vielleicht noch als SF zu sehen war. Aus heutiger Sicht schreibt Brunner nahezu milde über unsere Gegenwart. Die siebziger Jahre waren eine gute Zeit für Öko-SF, für futuristische Romane, die ausgehend von den Warnungen des Club of Rome zu Kassandrarufen ansetzten und von denen einige herausragende Qualität hatten. Brunner nimmt man diese Rolle allerdings besonders ab, da der Brite zeitlebens aktiv gegen die Rüstungsspirale und für eine saubere Umwelt gekämpft hat und unter anderem das seit den späten Sechszigern populäre Peace-Symbol (ein Semaphor-Konstrukt aus ND für «Nuclear Disarmament» miterfunden hat. Sheep fällt unter diesen Romanen auf, weil es nicht allein auf eine dystopische Zeichnung der ceteris paribus auf uns zukommenden Welt schafft, sondern weil es auch schriftstellerisch – wie bereits Zanzibar – herausragend ist.

Brunner setzt sich elegant über alle Genregrenzen hinweg und verzichtet auf eine lineare charakter- oder plotorientierte Erzählung. Sein Protagonist ist die Erde, ist die Menschheit selbst. Am deutlichsten wird dieser Ansatz dadurch, daß es nicht den «einen» Hauptdarsteller oder eine fest umrissene Gruppe von Protagonisten gibt, sondern nahezu mit jedem Kapitel eine andere Figur einsetzt wird, fast zögernd einige zentrale Charaktere emergieren. Die Geschiche von Sheep entfaltet sich schlaglichtartig, wie ein Mosaik, mit abrupten Handlungssprüngen, ohne offensichtlichen Spannungsbogen, ohne übertriebene Empathie für die Figuren – die ohnehin meist schnell sterben. Stein um Stein setzt John Brunner eine fiktionale Welt zusammen, die sich als Horrorszenario entpuppt, fast beiläufig eskaliert, und die zutiefst schockiert… weil dir beim Lesen bewußt wird, daß wir diese Vision längst erreicht, und eigentlich längst überholt haben.

Das Erschreckende an Brunners Buch ist die Alltäglichkeit, mit der die Bevölkerung seiner Welt mit vergiftetem Wasser, verrußter Luft, urbaner Armut, Läusen, Fliegen und Ratten, ungesundem Essen, Dreck und Armut und dem permanenten Krieg gegen Terroristen (den sogenannten «Tupas») lebt. Was dem Leser unerträglich erscheint, wird stoisch als Alltag hingenommen. Und tatsächlich hat unsere Wirklichkeit Brunner längst übertroffen und die Trägheit der Masse ist Realität. In Japan und L.A. werden tatsächlich alltäglich Papier-Atemmasken getragen, in Deutschland gehört Feinstaubalarm zum Alltag, Tschernobyl und New Orleans sind gekommen und gegangen, ohne ein Umdenken, und die alltäglichen Skandale um hormonbehandeltes Fleisch, genmanipuliertes Getreide, Rinderwahnsinn und AIDS… nehmen wir ebenso stumpf hin wie die Protagonisten in Brunners Buch. Die Tatsache, daß er Talk-TV-Formate heutiger Prägung punktgenau vorwegnimmt und sein Präsident der USA – fast liebevoll Prexy genannt – mit seinen dumpfen Machosprüchen und Pathos präzise so klingt wie unser «Dubya» Bush, machen das Buch zusätzlich beklemmend…

Brunners Bild der Zukunft ist hochkongruent mit unserer Gegenwart und teilweise einfach längst davon eingeholt. Dieser Eindruck wird nicht nur deutlich, wenn man einen Blick in die Zeitung wirft, sondern auch durch das Nachwort des US-Naturschützers James John Bell, der die Realität an Brunners Buch mißt und dessen Prognose düster ausfällt.

Dabei ist Sheep alles, aber kein platter Weltuntergangs-Roman, auch wenn das letzte Kapitel in den sanftesten Tönen eine Lösung der Probleme skizziert, die an Grauen kaum zu übertreffen ist. SF-Romane, deren Selbstzweck düstere Zukunftprophesie, sind meist eher langweilig und führen nicht zum Kern des Genres, verlängern nur aktuelle latente Ängste in die Abstraktion der Zukunft. brunner aber liefert keinen B-Movie-Stoff, sondern ein hochkomplexes Werk, das den greifbaren Zorn des Autoren in eine vielschichtige, fraktale Erzählform gibt, aus deren zahllosen Details und schnellen Stichproben sich eine Art Panorama ergibt. Schriftstellerisch balanciert Brunner dabei erfolgreich auf einem hohen Seil – seine Charaktere, wiewohl oft nur skizziert, sind glaubhaft, die Mosaiktechnik schafft es, die Komplexität des Themas, die Unausweichlichkeit und Polyvalenz der Umweltproblematik – inklusive der Quer- und Kettenreaktionen – einzubetten in die Schicksale der Einzelfiguren aus aller Welt. Das macht dieses Buch sozusagen holographisch – wie ein zerborstener Kristall reflektieren Brunners Figuren, diese seltsamen kurzlebigen Homunculi, das große Ganze. Er verleiht selbst den kurzlebigsten Eintagsfliegen glaubhafte Dialoge und individuelle Probleme und webt gegen Ende des Buches ein sich beschleunigendes, dichtes Netzwerk aus zentraleren Charakteren, deren Schicksale sich kurz scheinbar zufällig kreuzen. Durch die hohe und gnadenlose Mortalität seiner Figuren hat man zudem tatsächlich Angst um jeden Spieler auf Brunners Schachbrett. Es ist meisterhaft, wie John Brunner unter Verzicht auf jedwede offensichtliche Identfikationsfigur maschinengewehrartige Erzählsalven auf die Leser niederprasseln läßt, provokativ, anspruchsvoll, verwirrend, komplex, wie er die Auflösung von Fortentwicklungen und Querverweisen dem Leser anvertraut, wie er eine hochverzweigte Geschichtte erzählt und zugeich doch eine stringente Handlung entwickelt, die von der ersten bis zur letzten düsteren Seite einen spezifischen Plot verfolgt. Die vielen Fäden in der Hand des Autors verzweigen sich, aber verheddern sich nie. Sheep läuft wie Uhrwerk, mit einer Präzision, die andere herausragende dystopische Romane wie 1984, Clockwork Orange oder Brave New World nie erreichen – zudem alles Bücher, die eher monoprotagonistisch arbeiten, sich die Sache also eigentlich leichter machen. Während des Lesens merkt man das alles kaum, außer vielleicht in Form des zunehmenden emotionalen Drucks des Buches, aber nach dem ersten Lesen möchte man fast sofort noch einmal von vorne beginnen, nur, um die rein handwerkliche Ebene zu würdigen, diesen wunderbaren Teppich, den Brunner mit kalter, präziser Wut Nadelstich umd Nadelstich zusammenfügt, mit makelloser visionärer Kraft.

Es ist eine herausragende Leistung, wenn ein Werk des Science-Fiction-Genres den Leser dazu bringt, die Gegenwart neu zu sehen, die Normalität des Alltags plötzlich wieder als Schrecken erfahren zu können. Wenn für einen Momentdie Abstumpfung verschwindet. Würde man einen Menschen aus den fünfziger oder sechziger Jahren in unsere Zeit holen – schlimmer noch aus den Zwanzigern – und ihm kurz berichten, was die letzten Jahrzehnte so alles passiert ist… unser Zeitreisender würde uns für geisteskranke apathische Monster halten. Die Welt, in der wir leben, ist auf erstickende, mannigfaltige Art denaturiert, pervertiert, übersättigt und unterernährt zugleich. Wir haben uns daran gewöhnt, so sehr, daß die nächste Katastrophe uns nur noch ein Schulterzucken entlockt. Densibilisierung ist vielleicht die einzige Reaktion auf diese Serie von großen und kleinen Katastrophen, von kleinen Verlusten, die man meint, nicht ändern zu können.

Brunners Buch – und sei es nur für einen kurzen Moment – entlarvt dieses Schulterzucken als das dumpfe Dahinvegetieren verhungernder Schafe.

07:35 Uhr. Kategorie Buch. Eine Antwort.

Album 034

27. August 2006 21:33 Uhr. Kategorie Stuff. 8 Antworten.

Album 033

26. August 2006 20:16 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

Album 032

25. August 2006 20:11 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

Album 031

22. August 2006 20:07 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

ADAMS ÄPFEL

Die dänische Komödie Adams Äpfel verläßt sich in bester britischer und skandinavischer Manier auf ihre Charaktere: ein prügelfröhlicher Skinhead samt seiner Clique, ein Möchtegernterrorist, eine schwangere Trinkerin, ein Vergewaltiger, ein spastisches Kind, ein ultrazynischer Arzt und ein scheinbar naiv-weltfremd gutmenschelnder Priester bilden das Gerüst des Films. Der Plot ist einfach, oft grobgeschnitzt wirkend, und dient nur als Folie für die Figuren. Skinhead Adam kommt in die Obhut des Pfarrers Ivan und beschließt dort, als «Projekt» einen Apfelkuchen zu backen. Ursprünglich als Veräppelung des Priesters, dessen weiche Art Adam nervt, gedacht, wird aus diesem Projekt zunehmend ernst, denn von Krähen bis Blitzschlag scheint sich alles gegen Adams Äpfel verschworen zu haben. Wie Hiob – die Bibelstelle wird im Film etwas aufdringlich immer wieder präsentiert – wird also auch Adam geprüft und am Ende vielleicht nicht geläutert, aber doch verändert. Aber im Kern ist das Beiwerk, Rahmen, für die Interaktion der freakigen Charaktere, aus denen sich der komödiantische Aspekt des Films nährt. Wenn Tankstellenräuber Khalid (dem die Synchronisierung einen etwas nervigen Akzept verpaßt hat) ganz trocken eine Waffe aus seinem Overall zieht und die Krähen abschießt, dabei gleich noch die Katze von Ex-Tenniswunder und Fettklops Gunnar mit abknallt und Ivan der Katze dann suizidale Tendenzen unterstellt; wenn Khalid die ihn anpöbelnden Skinhead-Kumpel von Adam kurzerhand durchlöchert, um dem genervten Adam dann zu erklären, er sei halt gerade nicht gut drauf («Isch bin im Streß»); wenn Gunnar nachts im Tenniskostüm durch das Haus schleicht, eine Flasche Speiseöl und eine Aubergine in der Hand und Adam dann die gefesselte und ohnmächtige Sarah in Gunnars Zimmer findet… das ist schon Perfektion. Dr. Kolberg legt mit jedem Beweis seiner puren Boshaftigkeit und Rohheit einen Gewinn hin. Und Mads Mikkelsen verleiht dem Pfarrer Ivan eine so seltsame Mischung aus blinder Naivität und Hinterfotzigkeit, daß man nie ganz weiß, was Absicht und was wirkliche Weltfremdheit ist, die nicht einmal Adolf Hitler erkennt («Ist das dein Vater? Nein? Hitler? Hatte der nicht einen Vollbart?»). Ulrich Thomsen schließlich als eben gar nicht so tumber Glatzenfascho, der von der Weichheit des Pfarrers und von den Freaks um ihn herum genervt ist und dessen Aufgabe es zunehmend wird, Ivans Naivität zu durchbrechen. Es gibt ganze Sequenzen, die nur auf Adams Gesicht gehen, ohne Dialog, und in denen Thomsen die Gedankenwelt von Adam durch minimale stoische Mimik kommuniziert.

Dabei ist der Film nicht nur komisch. In der Szene am Sterbebett von Poul ist Schluß mit lustig, auch wenn Regisseur Anders Thomas Jensen (von dem als Autor eben auch brilliante Filme wie In China essen sie Hunde und Old Men in New Cars stammt und der als Regisseur bereits Dänische Delikatessen drehte, alles Filme, die in ihrer Mischung aus sinnfreier Gewalt und Komik eben nicht ganz weit weg von Adams Äpfel ist) die Seriosität mit Ivans unerschütterlich gutem Glauben schnell wieder ins Surreale kippt. Auch die Szene, in der der inzwischen dank Adam von jeglicher Naivität leider gründlich kurierte Ivan erschossen wird und er blutend, mit aufgeplatztem Kopf zu Boden liegt, während hinter ihm ein Skinhead steht, dessen Kopf mit Ivans blut rotgefärbt ist, ist eben durch die Leichtigkeit des skurrilen Films eine grandiose Schocksekunde, die du nicht erwartest, die wirklich Stille ins Kino zaubert. Am Ende geht natürlich trotzdem alles gut aus, es gibt doch noch einen Kuchen, Adam läßt sich eine schicke Frisur wachsen (großartige Perücke), Ivan überlebt wundersam, wird sogar durch den tödlichen Schuß von seinem Krebstumor geheilt (was Dr. Kolberg gar nicht lustig findet), und so schließt sich final zum Soundtrack der BeeGees der Kreis, obwohl sich zugleich alles geändert hat. Der Plot, wie gesagt, ist vorhersehbar wie eine Spielzeugeisenbahn. Die Moral der Geschichte ist – auf den ersten Blick – einfach nervend platt. Erst beim zweiten Blick wird klar, daß hier mehr passiert als die Wandlung eines Nazis, sondern daß sich vor allem eigentlich Ivan wandelt, nicht nur äußerlich, sondern auch in seinem Glauben. Daß er von blindem Glauben nach all seinen lebenslangen Prüfungen in die Krise, den Zweifel, die Abwendung von Gott geht («Gott hgat uns schon immer gehaßt») und dann wieder zu seiner alten Leichtigkeit zurückfindet, die sich aber nicht mehr aus Naivität nährt, sondern aus innerer Überzeugung. Das ist eine seltsame Wendung für einen Regisseur, der ansonsten sinnfreie, fast nihilistische Filme gemacht hat und ist vieleicht etwas schwer zu schlucken für säkularisierte Kino-Besucher, die den Plot schnell kitschig finden könnten. Überraschend und schön sind vor allem aber einfach die Details der Charaktere, das beiläufige, die kleinen Beobachtungen, und – wie in anderen Filmen von Jensen – diese skurrile Mischung aus Elmore Leonard und dänischem Alltag.

Kein perfekter Film, da das religiöse Überthema mitunter eben doch anstrengt und die Handlung an sich mitunter eine etwas lineare Moralgeschichte zu sein scheint, mit allzu offensichtlichen Deux-ex-machina-Momenten, aber sicher ein Film, den man sich gut ansehen kann und dessen kleine Momente definitv eine surreale Komik haben. Allein der wunderbare Understatement-Gag mit der Aubergine und dem Öl ist eigentlich das gesamte Eintrittsgeld wert.

13:32 Uhr. Kategorie Film. Keine Antwort.

Album 030

21. August 2006 16:50 Uhr. Kategorie Stuff. Eine Antwort.

Album 029

20. August 2006 20:17 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

REBAKKA BAKKEN: IS THAT YOU?

Mit ihrem aktuellen Album I keep my cool auf dem Markt, lohnt sich ein Blick auf Rebekka Bakkens Vorgänger, Is that you? Nach Alben wie Daily Mirror, The Art of How to Fall und Beloved präsentiert sich die Sängerin ungewöhnlich un-jazzy, zwischen Norah Jones, Anna Mara Jopek und anderen Grenzgängern aus Pop, Soul und Jazz – kommerzieller, aber vielleicht eben deshalb auch zugänglicher. Was gleich bleibt, ist die mystische, zugleich schwebende und erdige Stimme der Norwegerin, deren nasale Sarah-McLachlan-Töne mitunter so gar nicht zu dem ätherischen Erscheinungsbild der Sängerin passen wollen. Bakken ist sicher eine dieser Jazzvokalistinen, die sich nach Popmustern vermarkten lassen – jung guttaussehend, begabt –, die einen nahezu raketenartigen Erfolg hinlegen und eine federleichte Altherren-kompatible Mischung aus Easy-Listening-Jazz mit Popharmonien und -rhythmik liefern. Wo viele dieser Sängerinnen aber ja durchaus auch wunderbare Musik abliefern (und sei es nur zum Einschlafen oder Kuscheln), bleiben viele von diesen Produktionen seltsam oberflächlich. Jones, Krall, Beady Belle, selbst die exzellente Caecilie Norby – ultrahörbar, aber doch wenig Tiefgang im Kompsitorischen und ind en Arrangements. Wo Anna Maria Jopek ihre Mystik gegenüber diesen leichteren Vokalistinnen aus ihren polnischen Folk-Wurzeln zieht – und ein Song wie So Ro von Bakken bezieht sich klar auf eben diesen schleppenden Jopekschen Slow-Motion-Mystizismus –, scheint sich Bakken auf Is that you vor allem aus einer inneren Zurückgezogenheit, einer seltsam lässigen Widerborstigkeit zu nähren. Kompositionen, Musik und Stimme weigern sich in letzter Konsequenz, allzu freundlich oder anbiedernd zu sein. Düsterer und melancholischer als etwa Jones, urban geprägt und dennoch von der ja fast klischeehaften skandinavischen Kargkeit, schwingt da mehr mit als bei anderen Jazzpop-Produkten. Auf Is that you knebelt Bakken dennoch ihr stimmliches Potential, begrenzt ihre Bandbreite, um den Mainstream zu bedienen und das aktuelle Album I keep my cool folgt leider diesem Trend ebenfalls. Auf Is that you stimmt die Balance noch, obwohl die älteren Platten sicher mehr vokalistische Strahlkraft haben. Aus meiner Sicht wird dies aber durch die bessere Produktion, stimmige Arrangements und – bei den besseren, nicht allzu langsam daherplätschernden Liedern – druckvollere Kompositionen wettgemacht. Insofern dokumentiert genau dieses Album vielleicht den Bruch zwischen einer herausragenden Jazzmusikerin, die ihren Stil in ihrem alten musikalischen Segment sicherlich ausgereizt hatte, hin zu etwas anderem und neuen. Man wird abwarten müssen, ob Bakken nun kommerziell wird und Schmusepop produzieren will, oder ob sie auf ihrem nächsten oder übernächsten Album wieder Zähne zeigt.

Am 9.11.2006 ist Rebakka Bakken übrigens in Essen auf Zollverein live zu Gast.

19. August 2006 11:26 Uhr. Kategorie Musik. Eine Antwort.

Album 028

18. August 2006 20:39 Uhr. Kategorie Stuff. Eine Antwort.

SUPERMAN RETURNS

Ja. Nein. Vielleicht. Weiß nicht.

So, das war der Film in Kurzform, für die, die keine langen Filmkritiken mögen.
Der Rest folgt mir hier lang.

Wie bereits gesagt, muß der 8-jährige in mir zwanghaft in Superhelden-Filme, und das Superman sozusagen die Mutter aller Filme dieses Genre ist, ist Superman Returns natürlich Pflicht. Und was gab es im Vorfeld für ein Drama. Das Script von Kevin Smith, die bestätigten Gerüchte über den schrecklichen Einfluß von Jon Peters, der weder Kostüm noch einen fliegenden Superman, dafür aber gigantische Spinnen und Eisbären wollte, Tim Burton und Nicolas Cage, ein ziemliches Horrorszenario, obwohl ich Burton mag, ein endloses Hin-und-Her an Ideen und Gerüchten, bis dann schließlich Bryan Singer in die Fußstapfen von Richard Donner trat, um Superman in die Kinos zu bringen.

Und das mit den Fußstapfen ist wörtlich zu nehmen. Vielleicht aus Notwehr gegen die allzu kreativen Produzenten des Films, hat Singer sich komplett auf die etablierte Kinofassung aus den Siebzigern gestützt. Das Kostüm von Superman an sich, das mit dem kleinen S-Schild etwas zurückgeht zu der der noch älteren Max-Fleischer-Serie, ist noch die größte Abweichung. Ansonsten schließt Singer nahtlos an den ersten und zweiten Film an, die eher mediokre dritte und vierte Episode scheint ausgeblendet. John Ottmans Score übernimmt nahtlos, 1:1, Elemente aus John Williams legendärem Soundtrack. Die Festung sieht aus wie in den Filmen, ein eisiger Kristallpalast, Luthor schießt nahtlos an Gene Hackmans Interpretation an, ohne Otis, aber mit alberner Gespielin, Clark Kent ist nahezu verblüffend identisch und so weiter. Der Vorspann setzt das Meta-Thema des gesamten Filmes – ein leichtes Update der fliegenden transparenten 3D-Buchstaben aus dem ersten Film, irgendwie nach 70er-Jahre-Disco aussehend, im Background aufgepeppt mit aufwendiger 3D-Animation eines Flugs durch das Weltall (von Krypton zur Erde) – und so ist der ganze Film… eine Art Remake eines Songs, das über den eigentlichen Track nur neue Drums und ein paar Sounds legt. Bei den Szenen im Daily Planet wird das deutlich. Das Setdesign ist weniger realistisch als im ersten Film – erinnert streckenweise an eine etwas aufgeräumtere Version von Burtons überdesignten Art-Deco-Gotham City–, aber wirkt dennoch irgendwie altmodisch und könnte so aus einem 70er-Film stammen, wären da nicht Computerbildschirme und TFT-Fernseher. Der Bruch wirkt verstörend. Es ist, als hätte Richard Donner mit seinen ersten Teil à la George Lucas digital überarbeitet. An diesen seltsamen Spagat zwischen Nostalgie und moderner Technik muß man sich gewöhnen.

Insofern wirken auch die Trickeffekte seltsam. Ganz überdeutlich ist Superman hier eine sehr häufig komplettanimierte Figur, vom jungen Clark, der durchs Feld springt bis hin zum fliegende Superman (auch eine Homage an den ersten Film) zum Schluß. Auf der anderen Seite gibt es Effekte, die in ihrer Schlechtheit auch aus den Seventies stammen könnten. Die Startsequenz von Superman und Lois Flug über die Stadt, manche Landemanöver. Überhaupt bewegt sich Superman zu langsam… vielleicht um die mangelnde Gelenkigkeit des Computer-Superman abzufedern… wirkt steif, posierend. Jede Haltung scheint einstudiert, gefroren, übermenschlich. Das ist sicherlich eine tiefere Absicht – Superman unwirklich, alien, wirken zu lassen, ebenso wie das sehr kühle Make-Up, das Licht, die ätherische Makellosigkeit. Singer betont durchgehend, daß Superman kein normaler Mensch ist, körperlich wie seelisch ein Alien. Sein Clark Kent wirkt inmitten der Menschen unbeholfen, eine Maske, ein Spion, der sich nicht richtig assimilieren kann, während sein Superman wie ein Demigott erscheint, seltsam verschüchtert, fremdelnd, unbeholfen in die Kameras wirkend. Ein Boyscout, dessen demonstrative Höflichkeit und Freundlichkeit nur verdecken, wie entfremdet er sich fühlt. Ein einzelner Gast auf einer Party, der betont nett zu allen ist, um gemocht zu werden… und dabei vielleicht etwas anstrengend seltsam wirkt. Brandon Routh gibt einen Superman, der Christopher Reeves seltsame Schüchternheit aufgreift, aber surrealer, entrückter wirken läßt. Sein Superman, noch mehr sein Clark, ist ein Milchbubi, ein fast unsympathisch kantenloses, perfektes, Wesen. Wenn Superman am Ende des Films nachts heimlich in das Schlafzimmer seines Sohnes fliegt und dem schlafenden Jungen streichelt… wer denkt da nicht an Michael Jackson. Dieser Superman ist ein seltsam unmenschliches, gefühlsverwirrtes Wesen, bei dem man sich schon wundert, wie Lois überhaupt von Supie schwanger werden konnte (im zweiten Teil, aber dessen Superman war menschlicher. Wobei mir einfällt…hat Lois im zweiten Teil den Sex mit Clark nicht hypnotisch vergessen? Wundert die gute sich dann nicht etwas, schwanger zu werden??? Wäre das dann so etwas wie eine unbefleckte Geburt?).

Es ist viel über die Parallelen zwischen Singers Superman und Jesus geschrieben worden und ja, sie sind aufdringlich. Das Vater-Sohn-Geplänkel als Klammer um den Film (der Vater schickt seinen Sohn, der seltsame Fähigkeiten ist, zu den Menschen, damit sie wie er werden mögen), die Posen von Routh im Weltall (grandios ästhetische Cape-Animation, nebenbei) und auch vor der Sonne, die Metaphorik ist nicht gerade dezent. Dieser Subtext stört nicht, bietet sich sogar an, auch wenn ich mich Frage, ob die beiden jüdischen Schöpfer von Superman, Siegel und Shuster, das nun unbedingt so gewollt hätten. Superman war bei Ihnen ein fast sozialistischer Held des Volkes, kein abgehobener Gottesgesandter. Und so macht es Sinn, daß dieser seltsame Gott sich um Bankräuber und Lx Luthor kümmert, aber nicht um den Hunger auf der Welt, um den Krieg im Nahen Osten und so weiter. Und das obwohl Singer die echte Welt ja in den Film läßt – das WTC-Attentat, wird angedeutet, hat in Supermans Abwesenheit stattgefunden. Superman scheint die Welt nicht zu verstehen, wie ein Kind aus Impulsen zu reagieren. Wissenschaftler finden eine Spur seines Heimatplaneten und woosh, ist der Mann mal fünf Jahre weg, ohne sich groß zu verabschieden. Und kommt dann zurück und denkt, alles müsse wieder so sein wie zuvor. Wundert sich eigentlich niemand, daß Clark auch fünf Jahre verschwunden war? Kaum wieder da, nimmt sich Clark seinen alten Job zurück und tritt auch sofort wieder in Lois Leben, die aber inzwischen mit ihrem rundweg als nice guy etablierten neuen Freund Richard zusammen und mit Kind im Anhang. Wenn man so will drängt sich Superman hier also in eine bestehende Beziehung. Und ruiniert sie… es ist im Film klar, daß Lois Richard gegenüber Superman relativ egal ist. Wie ein Kind greift sich Superman, was er will, ohne die Konsequenzen zu verstehen.

Lois wird von Kate Bosworth, entgegen den vielen Kritiken, sehr solide und engagiert gegeben. Vielleicht gegenüber Margot Kidder eine Spur zu jung, nicht die zynische Reporterin, die wir kennen, ist sie eher eine junge, hungrige, ehrgeizige Frau, die alles und jeden riskiert, wenn es um ihre Story geht. Bosworth bringt das glaubhaft auf den Punkt, wie überhaupt das Casting des Films gelungen ist. Routh tritt so souverän in Reeves Stiefel, daß man es sich nahtloser, integerer kaum denken kann. Spacey nimmt die Rolle des albernen Luthors aus den ersten Filmen und melkt aus dem humorigen Luthor von Gene Hackmann eine bei aller Opera-buffo-Attitude doch wahnsinnige, doch böse Figur. Wie ein Tarantino-Bösewicht gibt es diesem Luthor eine schöne Fallhöhe, wenn er über weite Teile des Films abstrus agiert und Spielzeuglandschaften explodieren läßt oder seltsame Welteroberungspläne hat und generell agiert wie ein Bond-Gegenspieler auf Acid… um dann plötzlich umzukippen in eine ganz physische, echte, glaubhafte Wut, als Superman durch Kryptonit geschwächt am Boden liegt. Wie der offenbare Feigling Luthor Superman erst durch seine Vasallen weichprügeln läßt, um ihn dann in endloser Wut zu treten und ihm einen Kryptonitsplitter in den Rücken zu jagen… das ist eine der besten Sequenzen im Film. Vom Einbringen des Prometheus-Mythos als Motivation für Luthor, von den kleinen angedeuteten Feig- und Eitelkeiten von Spaceys Luthor bis hin zu der reinen, machtvollen Wahnhaftigkeit… Spacey bringt den Film-Luthor deutlich in eine neue Dimension. Die Idee, das ALTE zu nehmen und etwas Neues daraus zu spinnen, ist hier völlig gelungen. Aber auch Richard, Perry, Jimmy und selbst der kleine Jason funktionieren sauber. Olsen nervt, aber das ist Teil seiner Rolle, und altkluge Kinder wie Jason sind im Kino immer anstrengend und kitschig, aber über weite Strecken des Teils funktioniert der kleine sauber. Aber mal im Ernst: Wer nicht schon in der ersten Sekunde denkt: Hmmm, die Haare von Jason sehen aber aus wie bei Clark, der ist blind. Schön ist, daß Jason ein anfälliges Kind ist… vielleicht weil er ein Hybrid aus menschlichem und kryptonischen DNA ist.

Es gibt einige wenige unfreiwillig peinliche Situationen in diesem Film, wie es sie in jedem Superhelden-Kostümschinken gibt. Ein Mann, der Unterhose über der hose trägt, in einem flatternden Cape herumspaziert und in Primärfarben gekleidet ist – cool ist sicherlich anders. Aber Singer gelingt es, vielleicht gerade, weil er auf Donner aufbaut, daß all dies meist homogen und natürlich wirkt und Superman nicht wie ein unwirklicher Störfaktor wirkt. Bei Singer ist die Welt weniger 100% realistisch, im Gegensatz zu Donner, der seinen Superman in ein absolut echtes NY-als-Metropolis setzte. Der Daily Planet und andere Sets sind etwas aufgebretzelter, aber es gibt auch eine wunberrbare Katastrophen-Film-Sequenz, die Superman fest in der Realität verankert. In vielerlei Hinsicht wirkt Clark unwirklicher als Kal-El, wegen seines Milchbrötchen-Looks. Hier etwas moderner und wirklicher zu werden wäre eine aufgabe für kommende Filme, die gnadenlose Homage, die Singer hier fährt, auf die Gegenwart abzustimmen. Als Wiedergutmachung für die wenigen Peinlichkeiten gibt es eine ganze Anzahl von majestätischen Bildern, die die Kräfte von Superman fast schwerelos und überzeugend inszenieren.
Der Plot an sich ist eine Melange der Ansätze, die schon seit Jahren kursieren, man fühlt deutlich, daß Singer gerettet hat, was zu retten war, aus den endlosen Skriptvarianten und Gremien das kondensiert hat, was ging. Ich denke, auch der rückgriff auf den 70s-Superman ist ein solcher Rettungsansatz… lieber zurück zum etablierten Original, als die Hollywood-Produzenten Superman in ein Batman-Kostüm stecken lassen. Wieviel von dem Plot wirklich «sein» Superman ist, ist fraglich. Brauchte man Jason? Mußte Superman «rückkehren»? Man hätte all diese Elemente nicht gebraucht und ich denke, vor allem Supermans Sohn wird in folgenden Filmen ein richtig ernsthaftes Problem werden, es sei denn, man baut darauf auf und macht aus der Richard-Superman-Lois-Jason-Clark-Richard-Beziehung ein Element, das eine Trilogie ergibt. Jason ist sicherlich eine Brücke für jüngere Zuschauer, die über ihn die Figur Superman erleben und bestaunen dürfen.

Überhaupt ist der Film überraschend kindsgerecht geraten. Die Gewalt ist auf ein Minimum reduziert, man sieht für einen modernen Film unglaublich wenig Blut, es gibt genug Humor, Luthor ist als kindertauglicher Räuber-Hotzenplotz-Schurke angelegt (inklusive dem disneyesquen Ende von Luthor, die moralische Strafe, allein auf einer einsamen Insel mit Kitty Kowalski zu landen). Der Plot ist für Kinder vielleicht etwas zu komplex, aber das, was an Subtext über ihren Horizont geht, blenden sie aus und der Rest müßte durchaus einfachst funktionieren, kompliziert ist die Hauptgeschichte ja mal beileibe nicht. Der Plot entspringt im Grunde eher einem Serien-Niveau, es sind die Details drumherum, die die simple Story erträglich machen, die Symbolik, die Bildersprache. Mit 2 Stunden 30 Minuten ist der FIlm für 8-10jährige aber vielleicht etwas lang geraten (und dabei ist es ja schon um 30 Minuten gekürzt). Aber Singer versucht – einigermaßen gelungen – den Spagat zwischen den 30-40jährigen, die hier ihren inneren 8järhigen aufleben lassen wollen (wie ich) und ihren Kindern, denen hier Superman das erste Mal wieder-begegnet. Das ist riskant und nicht einfach, aber größtenteils gelungen.

Natürlich hat der Plot gigantische Löcher, natürlich ist er unlogisch, natürlich benehmen sich sowohl die Superkräfte von Superman als auch das Kryptonit seeeehr seltsam. Superman wird auf der Kryptonit-Insel erst so geschwächt, daß er von Luthor fast zu Tode geprügelt wird… und kann dann plötzlich genau die gleiche Insel plötzlich ins All wuchten? Okay. Aber über so etwas muß man bei Filmen dieses Genres wohl etwas hinwegsehen. Schade, in den Comics kommen die Autoren sinniger mit der Aufgabe zu Rande, einen übermächtigen Helden in spannende Aufgaben einzuspannen.

Natürlich sieht man dem Film das angeblich gigantische Budget nicht an. Ich denke, viel Geld ist in die 3D-Animation geflossen, das wird sich erst ab dem zweiten Teil rechnen. Die analogen Bauten und das Setdesign sind beeindruckend, es gibt schon Szenen mit deutlichem WOW-Faktor. Aber wirklich umwerfend im Sinne des ersten Matrix-Filmes oder der Highlight-Szenen der beiden Nachfolger ist Superman nie wirklich. Gerade der finale Kampf zwischen Neo und Smith macht deutlich, was hier an visuellem Impact erreichbar wäre.

Unterm Strich ist Superman eine wackelige Angelegenheit. Ein Film, der vielen Anforderungen gerecht werden mußte und eine der schrecklichsten Produktions-Vorgeschichten schlechthin auf dem Buckel hat. Und Jon Peters als Produzent. Der einen verbrauchten Mythos aufpolieren soll, der seit Jahren auch in den Comics eher lustlos stagniert herumflattert. Der für Erwachsene und Kinder funktionieren sollte, aber auch für das Teen-Publikum, das in den Staaten das Hauptpublikum der Kinos ausmacht (und ich denke, an dieser Front versagt der Film leider etwas, hip oder cool ist er so gar nicht). Das Ergebnis ist ein seltsamer Film. Etwas starr, etwas schüchtern – wie der Superman im Film selbst – etwas unsicher und tapsig, irgendwie desorientiert aber gerade deswegen auch wieder liebenswert. Er ist wie ein Pflänzchen, bei dem man sich irgendwie freut, daß es überhaupt gewachsen ist und um das man sehr in Sorge war und hey… es ist ja doch ganz okay, also Gießen und hoffen, daß es wächst. Die Spider-Man-Filme immerhin werden ja auch von Teil zu Teil besser, jedenfalls wenn Teil III hält, was der Trailer verspricht.

Superman Returns ist ein simpler kleiner Film, trotz des großen Budgets ein seltsam bescheidener Film, ein old school movie, überraschend und vielleicht wohltuend weit weg von Singers X-Men. Durch und durch eine Hommage an Donners Film, wirkt er zunächst sehr zeitlos und arbeitet sich im Verlauf des Films an moderne Standards vorsichtig heran. Singers Leistung ist, den Film sauber ins Ziel gebracht zu haben und dabei einen unterhaltsamen, mitunter auch coolen Film auf Hollywood-Niveau gemacht zu haben. Superman kämpft nicht gegen riesige Spinnen, Luthor nicht gegen Eisbären, der Mythos ist intakt und respektvoll behandelt, die massiven Kürzungen, die Singer auf Wunsch von Warner vornehmen müssen (die komplette Krypton-Sequenz ist ja entfernt worden, ebenso der neue Lebensgefährte von Ma Kent usw.), fallen nicht wirklich immens auf.

Gemessen an anderen Filmen ist Superman Returns eine der ernsthaftesten, respektvollsten Herangehensweisen an einen Mythos. Luthor fällt als clownesque Figur fast aus dem Rahmen, aber der Rest ist Emo-Superman pur, gegen Ende bis hin zur depressiven Frisur. Superman hier ist eine tragische Gestalt. Singer ist hier dicht an Sam Raimis Spider-Man, der den Mythos schon wandelt, aber immer sehr behutsam wirkt, sehr oldschool. Wie Spider-Man liefert auch Singer ein paar Insider-Gags. Ein Boot, das an John Byrnes Man-of-Steel-Serie erinnert, Alex-Ross-artige Bilder, die fast schwerelos und zeitlos schwebend sind, bewegte Gemälde, eine Homage an das erste Action-Comics-Cover aus den dreißiger Jahren. Jede modische Verortbarkeit wird ansonsten vermeidet. Superman Returns verbiegt sich also nie so wie Batman Begins, wird nie so chaotisch und Matrix-Derivat wie X-Men. Was fehlt ist jeder Versuch, den Mythos zu erneuern und frisches Blut hineinzupumpen, zu aktualisieren. Aber das haben die Comics in den letzten 20 Jahren ja selbst auch kaum geschafft, trotz aller Versuche. Während Batman auch heute noch aktuell wirkt, ist Superman in seiner eigenen Serie ein fader Pfadfinder mit wenig Tiefgang, nur für straighte Action und ein bißchen Soap zu gebrauchen. Und mehr und weniger liefert Singer eben auch nicht ab. Solides Handwerk mit wenig Inspiration und wenig Tiefgang, aber sicher genug Unterhaltungswert, um sehenswert zu sein. Returns wird, da er dem Mythos wenig eigenes hinzufügt, sondern nahezu unsichtbar in Donners Schatten fungiert, niemals den historischen Wert haben wie Superman – The Movie, aber heute zutage ist so etwas vielleicht auch nicht mehr denkbar.

Immerhin haben wir uns inzwischen ja doch längst an fliegende Menschen gewohnt.

17. August 2006 13:34 Uhr. Kategorie Film. 15 Antworten.

DESIGN VS ART

„The one thing to say about Art is that it is one thing. Art is art-as-art and everything else is everything else. Art-as-art is nothing but at. Art is not what is not art.“
Ad Reinhardt

Eine der seltsamsten Sachen bei der ansonsten eher höflichen Entry-Podiumsdiskussion um Innovation und Design gestern abend war das kurze Aufbranden der Frage, ob Design Kunst ist. Diese Debatte kommt immer wieder auf, unter Kollegen wie mit Studenten und ehrlich gesagt, verstehe ich nicht ansatzweise, wo sie herkommt. Weil ich mich zunehmend frage, ob auch Köche, Schreiner und Bäcker auf irgendwelchen Symposien zusammenkommen, an ihrem Wein nippen, die Bügelfalten gerade streichen und dann von sich behaupten, «Künstler» zu sein. Die Absurdität dieser Behauptung, die Eitelkeit, die Naivität und der greifbare Wunsch, etwas anderes zu sein, als man de facto ist, wirkt dabei so atemberaubend, daß man nur schwer dagegen andiskutieren kann… es ist in etwa so, als würde man einem quengelnden Kind erklären wollen, warum der Mond nun mal nicht aus Käse sei, wenn das Kind permanent «Wohl. Wohl. Wohl. Wohl.» kreischt.

Sicher. Kunst ist vielleicht relativ. Es gibt einen relativistischen, einen «offenen» Kunstbegriff, der schier alles zur Kunst deklarieren kann. Dagegen ist auch zunächst wenig einzuwenden. Dieser Begriff ermöglicht uns im Alltag ja, daß wir auch den röhrenden Hirschen an der Wand als Kunst bezeichnen dürfen. Wir reden also in Wirklichkeit nicht über KUNST, sondern über Geschmack. I don’t know about art, but I know what I like. Es ist dieser Geschmack-ist-Privatsache-Ansatz, der jede kreative Anstrengung, die dir persönlich «schmeckt» zur Kunst diffamieren darf. Danach kann sicherlich ein Schweinebraten Kunst sein («Ein Gedicht!»), ein Stuhl, meinethalben ein Brötchen. Danach kann jede menschliche Leistung ein Kunstwerk sein – auch das Attentat auf das World Trade Center vom 11.9.2001. Ich habe im Kern keine Probleme mit diesem offenen Kunstbegriff, außer das er so schwammig, so zuckrig demokratisch ist, daß er wirklich alles, aber auch alles, vom Bild eines Vierjährigen bis zur Rolltreppe als object d’art klassifizierbar macht. Er ist unanfechtbar – und insofern auch nicht zu verteidigen. Das ist alles so sympathisch und warm und so waldorfweich, so subjektiv-geschmäcklerisch, so wohlwollend und ohne Ecken und Kanten, daß es einfach, Verzeihung, Bullshit ist. Wer sich auf dieser Basis als Designer zum Künstler deklariert…. oh, meinethalben. Aber denkt dran: Auch das Bild eines Vierjährigen ist nach diesem Approach «Kunst». Dieser Ansatz Everything-as-Art macht alles gleich, ist Wischiwaschi, eben Everything-as-Everything. Man kann mit diesem Zustand des grenzenlosen Gleichmachens glücklich sein und von einem Aufweichen der Trennlinien sprechen, aber bitte… die Trennlinien waren nie deutlicher, nie wichiger als heute. Ohne solche Kategorien darf man getrost jeden Diskurs über Kunst – und eben über Nicht-Kunst – abbrechen, weil man sich völig im Nebel des Gefühlten und Gefühligen bewegt, in dieser schwitzig-schwülen Sauna des klebrigen Geschmacks. In dieser emotiven Arena des Kitsches kann dann auch eine Rose mirnixdirnix zur Kunst werden, weil sie ja «irgendwie so schön» ist. Obwohl es bei einer natürlich wachsenden Rose nicht einmal einen Künstler, einen Urheber gibt. Und als ob «Schönheit» und «Ästhetik» auch nur im Geringsten Kriterium von Kunst wären. In diesem Everything-as-Art-Paradigma entsteht Kunst also wahrhaftig im Auge des Betrachters, braucht keinen Schöpfer mehr, keine Intention. Alles läßt sich qua «Oh, I love it» zur Kunst deklarieren bzw. diffamieren. Dahinter steckt die seltsame Eitelkeit des Betrachters: Wenn es mir gefällt, muß es doch Kunst sein. Look at all the beautiful colors.

Und daran glaube ich eben nicht. Ein Schweinebraten ist keine Kunst, sondern ein Hauptgang auf einer Speisekarte, egal wie lecker er ist. Ein Stuhl ist kein Kunstobjekt, sondern ein Stuhl. Ein Brötchen ist ein Frühstücksprodukt, keine Kunst. Und wenn es noch so liebevoll handgeformt ist :-D.

Im engeren Kunstbegriff «Art-as-Art» bewegen wir uns in einem winzigen Splitter dessen, was die Allgemeinheit als Kunst an die Wand hängen würde, vor allem aber weit abseits des eigenen oder allgemeinen Geschmacks. Kunst will hier nicht schön sein, Kunst will keinem Zweck dienen, nichts verkaufen, keine Antworten liefern, vielleicht nicht einmal mehr Fragen stellen. Sie will nur SEIN. Sie muß nur raus. Der Künstler stellt seine Arbeit in den Raum, wobei es meist nicht Auftragsarbeit ist (und wenn dann meist staatlich bzw. privat mäzenenhaft gefördert), er holt etwas aus sich heraus– sicher auch in Reaktion auf seine Umwelt – was als finales Werk völlig zweck- und sinnfrei sein kann und darf, vielleicht sogar muß. Kunst ist das, was nicht funktionieren muß. Und genau deshalb funktioniert. Es ist das, was im höchsten Maße als Ergebnis wie in der Entstehung asozial gedacht sein darf, also losgelöst von den Lebensprozessen einer Gesellschaft. Die kein anderes Ziel hat als einen ästhetischen, intellektuellen oder emotionalen Stimulus – eine Reaktion, gleichwohl in welche Richtung.

Art-as-Art ist dabei natürlich ein sehr moderner Kunstbegriff, der des 20. Jahrhunderts, der Kunst von heute, der postphotographischen, konzeptionellen Kunst. Kunst wird hier oft durch den reinen Taufakt zur Kunst. Duchamp. Warhol. Es geht nicht um Mittel, um handwerkliches Können, es geht um Zeichensetzungsakte. Um Intention. Warhol war kein Designer, auch wenn seine Tools aus dem Bereich der Werbegrafik kommen. Er war ein Pop-Artist. Seine Kunst war Kunst qua Definition. Ansonsten wäre sie gar nichts mehr gewesen als nur ein Siebdruck etwa eines Curt-Swan-Superman. Eine Kopie. Lichtenstein dito. Die Kunst bei Pop-Art war mehr oder minder die schiere dreiste Deklaration des Alltags als Objekt der Kunst, die Rahmenänderung. Spätestens hier löst sich auch der Akt der Kunst – der jetzt als intellektueller oder emotionaler stattfindet – von dem des Handwerkens. Damien Hirst braucht seine Kühe nicht selbst zu zersägen, die Kunst ist, die Idee zu haben, präzise zerteilte Kuhkadaver in Glaskuben in einem Museum auszustellen. Kunst wird hier zur asozialen Idee, zur Perversion des Kreativen, das sich von Zweck und Form befreit hat, um völlig freiflottierend, bar von Verantwortung und Vernunft existieren zu können. Kunst ist, was Kunst ist.

Und Design ist etwas völlig anderes. Design ist tatsächlich ein Schweinebraten, nur: Design ist der Prozeß darüber nachzudenken, wie ein Schweinebraten besser funktionieren kann… schneller zuzubereiten, ästhetischer aufbereitet, besser schmeckend. Design ist ein zutiefst sozialer, positiv aufgeladener Vorgang, der insofern auch eher als die Kunst in Teamstrukturen stattfinden kann (Designer-Klient oder auch Designteams). Sogar idealerweise in Teamstrukturen stattfinden sollte, der runde Tisch ist und bleibt das Idealmodell des Designs– jeder bringt seine Ideen und Lösungen an den Tisch und die beste Idee, die man gemeinsam mit dem Know-How verschiedenster Bereiche erarbeitet, wird realisiert. Design ist also kommunikativ und interdisziplinär, wo Kunst meist monoman ist. Design ist zutiefst uneitel, wo Kunst ja legendär von Eitelkeit geprägt ist. Design ist Evolution. Design gebraucht Technik, Kunst stellt sie eher in Frage, oder pervertiert sie klug und richtigerweise, wendet sie kritisch und oft mit einem Grundpessimismus gegen sich selbst. Design will etwas, meist etwas Solides, Greifbares. Ein Ergebnis. Der Prozeß hat ein Ziel. Kunst ist der Prozeß, nicht primär das Endergebnis. Ein Staubsauger, egal wie kreativ sein Industrial Design sein mag, ist ein Staubsauger und für die Frage, ob er gut «gestaltet» ist, wird seine Funktionalität eben immer ein Kriterium sein, ebenso wie die ästhetische Ebene von Gestaltung ihrerseits der Funktion beizutragen hat… d.h. Audio- und Produktdesign ebenso wie Packaging und Benutzerhandbuch haben die Funktion genießbarer zu machen, zu erleichtern usw… dazu gehört sicher auch durchaus die Funktion, zu repräsentieren, Status zu kommunizieren, eben qua Produktdesign und damit meist qua Markenprodukt. Aber am Ende des Tages geht es doch immer erst einmal darum, Krümel vom Teppich zu kriegen. Kunst hingegen würde ein Staubsauger erst durch eine Ent-Funktionalisierung, durch einen Verneinung der Krümelbeseitigung. Anders gesagt: Erst wenn ein Schweinebraten kein Schweinebraten mehr sein will, hat er eine Chance, Kunst zu sein. Die Negation der Funktion ist doch die Funktion der Kunst, ihr eigentlicher Wert. Kunst darf sinnlos sein. Noch anders gesagt: Philippe Starcks berühmte Saftpresse Juicy Salif, die Anfang der 90er bei Alessi erschien, ist ein Kunstobjekt. Obwohl als «Design» bezeichnet ist die Saftpresse, ob sie es will oder nicht, sinnlos. Einfach deshalb, weil sie sich ihrer Funktion erledigt hat… denn Saft mit der Salif aus einer Zitrone zu bekommen ist ein höchst frustrierendes Erlebnis, weswegen die Juicy Salif auch meist eher als Dekorationsobjekt dient. Sie ist eine formelle Meditation, ein formales, abstraktes und skulpturales Objekt, das Starck nur qua Mimikry in die Designküchen – oft sogar eher in die Wohnzimmerschränke – gezaubert hat. Ob die Salif nun wirklich Kunst ist, sei einmal dahingestellt. DESIGN aber ist sie sicherlich nicht mehr.

Auch Architektur ist (meist) keine Kunst, sondern Design, die Dienstleistung, ein Haus zu bauen. Architektur löst ein sachliches Problem – und die Ästhetik, das Kunsthandwerk, das Ornamentale (oder der Verzicht darauf) springt als Lösungsmechanismus zur Seite. Es ist integral eingebettet, aber sinngerichtet, nicht freiflottierend, fokussiert, nicht Selbstzweck. Anders gesagt: Bei Design ist die Konnotation funktional und Denotation künstlerisch. Dieser künstlerische Ausdrucksaspekt ist eher die nonverbale Kommunikationsebene der Architektur, sie läuft unterschwellig mit, ist wichtig, aber nicht das Zentrum des Handelns. Und auch hier gibt es potentielle Grenzgänger, Gehry und Libeskind vielleicht, bei denen die Ästhetik von der denotativen Ebene auf die konnotative springt… aber doch das auch auf den zweiten Blick stets als Funktion. Wer Gehry kauft, will ja – meist um des Auffallens, der PR, der Besucherzahlen willen –, daß es nach Gehry ausschaut. Und das ist doch die pure Funktion.
Die Grenzen erscheinen sicher etwas schwimmend, aber dabei doch glasklar. Ein Bürogebäude ist ein Bürogebäude, egal wie tough die Fassade daherkommt. Es wird immer ein Bürogebäude bleiben, eine Immobilie, eine Nutz- oder Mietfläche. Kunst aber wird niemals ein Bürogebäude sein. Der Entwurf von Frei Otto und Christoph Ingenhoven für den bisher unrealisierten Stuttgarter Bahnhof mag ungemein ästhetisch aussehen und sicherlich eine klare Spur kreativen Querdenkens bergen… aber diese Kreativität ist doch zweckgerichtet. Und dieser Zweck ist ein besserer Bahnhof. Der sanfter ins Stadtumfeld paßt, der in seiner Inszenierung Besuchern mehr Spaß macht und die Stadt bzw. die DB imagebildend aufwertet, ökologisch funktionaler als ältere Bauten. Der durchdacht und abgeklopft und – in jeder Hinsicht – ganz pragmatisch ist. Anwendungsbezogen, lösungsorientiert. Er ist ergo ein Stück sauberes Produktdesign. Wertarbeit im Sinne Dieter Rams. Das Formale, der künstlerisch-gestaltende Gestus, ist funktional eingebettet in diese Lösung, nahtloser und ehrlicher Teil von ihr. Dieser Bahnhof will ein Bahnhof sein. Kunst aber will kein Bahnhof sein, sondern Kunst. Erst wenn sich der gestaltende intellektuelle Aspekt so sehr von der pragmatischen Nutzbarkeit entfernt, daß der Bahnhof nahezu unbrauchbar wird, ist es kein Design mehr. Dann ist es entweder einfach nur Mist… oder vielleicht Kunst. Aber kein Bahnhof mehr.
Damit ist also keineswegs Art-as-Art definiert. Diese Aufgabe ist auch nicht zu bewältigen. Was Kunst ist, ist schwimmend, schwierig zu greifen. Aber was Design ist, ist viel einfacher. Design ist das, was für morgen funktioniert.

Jan Hoet hat das gestern schön gesagt: Design ist Heute. Nicht im Sinne von modern, sondern im Sinne von Auf-der-Höhe-der-Zeit. Ein Objekt, ein Bauwerk, eine Drucksache, die den Geist ihrer Zeit in sich trägt, die eigene Geschichte nachvollziehbar macht, moderne Materialien und Möglichkeiten sinnvoll nutzt und eine fühlbare Neugierde auf das MACHBARE in sich trägt, die im Jetzt unruhig vibriert und auf die Zukunft sinnt.

Das aber ist nicht Kunst, sondern angewandter Futurismus. Design ist Über-Morgen-nachdenken. Wo Kunst das Heute in Frage stellt, sinniert Design (meist fast perfide unbeirrbar optimistisch) über die Antworten auf Morgen nach. Design ist insofern die Antwort auf die Kunst, der pragmatische Zwillingsbruder. Wie kriegt man Mobiltelefon kleiner und smarter und die Akkus weniger umweltschädlich? Wie kriegt man verrottbare Joghurtverpackungen auf den Markt? Wie kriegt man – eine Nummer bescheidener – einen Onlineshop für Photos interaktiver und smarter und funktionaler und spaßiger und anregender und produktiver? Design reichert sozusagen die Gegenwart mit Antworten auf die Zukunft an. So wie Ingenieure über die Maschinen von morgen nachdenken, denken wir über die Kommunikation und die Haptik und die Töne und die Bilder und die Formen und die Farben von Morgen nach.
Design ist also, darüber nachzudenken, wie der Schweinebraten von morgen sein könnte. Die Hoffnung darauf, ihn schneller produzieren zu können, gesünder zu machen, leckerer zu machen und zugleich

Wobei, um die Sache noch einmal zu komplizieren, Design keine Werbung ist. Werbung will NIX. Die will eben nur funktionieren. Loslos, kauf mein Hundefutter/meine Pickelcreme/meine Nudelsuppe. Die will nur das nackte Primat des Marketing und des Umsatzes. Was völlig okay ist, aber zunehmend nicht so richtig funktioniert. Die kreative Konnotation wird hier bei der Lösungsfindung soweit zurückgefahren, das sie fast nur noch unfreiwillig durchblitzt. Werbung kann, muß aber kein Design beinhalten. So wie das Design Stilmittel der Kunst einsetzt, kann die Werbung Stilmittel des Designs (und somit nochmals gefiltert der Kunst) verwenden. Schweinebratenwerbung will also einzig und allein die bestehenden Braten verkaufen und Design findet dabei mal eher durch Zu- beziehungsweise Unfall statt. Werbung ist nicht im Heute, sondern immer im Gestern. Sie befriedigt, was die Leute wollen (oder was sie wollen sollen), nicht was sie brauchen. Weil sie nicht über morgen nachdenkt. Sie ist nachgeschaltet. Reine Verkaufe, wenig integral. Sie ist eben kein Futurismus (auch wenn sie durchaus Trends miterschaffen kann).

Werbung verändert nichts. Design verändert.

Wir haben also die Dreifaltigkeit von Werbung | Design | Kunst. Mit diesen drei Schubladen, wobei einzelne Arbeiten sicher auch immer mal wieder die Genregrenzen sprengen, müssen wir zumindest im Groben leben. Und damit lebt es sich auch okay. Ein Krimi-Autor will schließlich nicht unbedingt mit einem Historienschinken-Romancier verwechselt werden. Oder mit Samuel Beckett. Es gibt einen sinnvollen Unterschied zwischen einem Porno-Streifen, einem Tarantino-Film und einem Greenaway-Film.

Als Designer würden wir darüber lachen, wenn sich z.B. die Agentur, die Werbung für Iglo oder Ferrero-Küßchen macht, als «Künstler» bezeichnen wollte, oder? Zumal sie sich auch noch dabei SELBST als Künstler definieren will.
Und doch machen wir immer wieder genau das selbe. Immer wieder sehe ich Kollegen, die sich hinsetzen mit ihren Imagebroschüren, ihren Websites, ihren Visitenkarten, ihren Büchern und Zeitschriften – ergo ihren Verkaufshilfen, die sie in Auftragsarbeit produzieren – und sich selbst als Künstler sehen. Oder Architekten, mit ihren Bahnhöfen und Hochhäusern, Brücken und Kaufpalästen – ero mit ihren Nutzgebäuden, die sie in Auftragsarbeit produzieren–, die sich selbst als Künstler sehen. Was treibt uns dazu? Ist «Künstler»-sein denn soviel besser? Ist Designer oder Architekt zu sein nichts wert, wenn man nicht in den vermeintlich höheren Sphären der Kunst sein Unwesen zu treiben meint? Ist das eine Art Minderwertigkeitskomplex? Oder doch kollektive Hybris?

Die Folgen sind drastisch. Abgesehen davon, daß Studenten den Spagat zwischen kreativer Neugier/Futurismus und Eben-Nicht-einfach-Künstler-sein-sondern-stringent-etwas-kommunizieren-können nur schwer verstehen (kreativ sein UND funktional denken) und an dieser extremen Herausforderung handwerklich wie persönlich sehr oft scheitern, ist es auch in der Praxis immer wieder anstrengend, auf dieser diffusen Kunst-Ebene diskutieren zu müssen. Denn Künstler sind ja brotlos, machen doch sowieso, was sie machen müssen, toben sich aus. Da geht es nicht um eine erlernte Profession, um ein hochspezielles Know-How, um eine ausgebildete und seltene Fähigkeit (oder eher – in Anlehnung an Bruce Sterling – eine Allergie), sondern ja «nur» um die Kunst. Und die Reaktion – wie eben so oft bei moderner Kunst – ist dann ein: Ach, das kann ich auch selbst. Das ist Schattenseite des offenen Kunstbegriffes… man macht sich gemein. Neben dieser pragmatischen Ebene ist es aber etwas darüber gelagert auch einfach nervend und im Hinblick auf das zu erreichende irreführend bis gefährlich, über Design mit den Kriterien des Kunst reden zu wollen, also mit dem Werkzeugkasten des Geschmacks.

Individueller Geschmack hat im Design keinen Platz. Stil des Designers, Handschrift, eine gewachsene Ästhetik sicher. Markenziele, mögliche Träume und Wünsche des finalen Konsumenten von Design, oh sicher. (Nicht zu verwechseln mit der Chimäre der Zielgruppe, bitte.)

Aber Geschmack? Keine Spur. Mit «Geschmack» entsteht bestenfalls Werbung. Da mag Marketingchef X ein Grün so sehr, weil er es frisch findet. Und man bemüht vielleicht die Werbepsychologie, die grün dann faktisch auch als frisch und lebendig analysiert… und vergißt, das solche Klischees ein Hamsterrad der Ästhetik sind, ein träge dahinschepperndes Perpetuum Mobile. Grün ist frisch weil Grün frisch ist. Wird klar, warum Werbung insofern selten «Morgen» ist?

Designer neigen dazu, das Geschmacksargument auch noch tatsächlich durchzulassen, weil sie von ihrem EIGENEN Geschmackssinn ausgehen. Der aber ist wie gesagt allergisch, infiziert, geschult und trainiert und ebensowenig «nur» individueller Geschmack wie die Geschmacksnerven eines Meistersommeliers mit denen eines Ladenmädchens zu vergleichen wären.

Petr van Blokland stellt in seinem Design-the-Designprozess den Vergleich auf zwischen TicTacToe, Schach, Go eben Design. Bei TicTacToe bringt jeder Zug 4 neue potentielle Züge mit sich, im Schach sind es etwa 35, bei dem an Komplexität fast nicht zu meisternden Spiel Go sind es rund 100 solcher Entscheidungsverzweigungen… und bei Design über 1000. Jede Entscheidung im Designprozeß zieht also 1000 potentielle NEUE Entscheidungen nach sich.

Redet ein Designer also über «Geschmack», so redet er von etwas ganz anderem als den Alltags-Geschmack.

Er hat mit einer eigenen Geschmacksentscheidung – meist unbewußt und in Echtzeit – eine supra-individuelle Kette von Einordnungen und Kategorisierungen vollzogen, die seinen Geschmack über Jahre der Beschäftigung mit Ästhetik ausgebildet haben. So wie ein Linguist ein Gedicht ganz anders sieht, ein Kunsthistoriker ein Gemälde intuitiv «geschmacklich» ganz anders wahrnimmt. Unsere Geschmacksnerven sind trainiert. Unser «Geschmack» ist professionalisiert, kontextualisiert, reaktiv, intuitiv und geschult, geschult, geschult. Und insofern nicht wirklich mit der Alltagsästhetik vergleichbar. Ein guter Innenarchitekt wird Materialien und Konstellationen nicht aufgrund von «Mag ich / Mag ich nicht» wählen, sondern in Einklang mit der Aufgabe, mit dem Raum, mit der Persönlichkeit der Nutzer, mit psychologischen Aspekten, mit aktuellen oder kommenden modischen Trends, mit einem Gespür für Aktualität vs. Zeitlosigkeit. Aber nicht nur, weil er pink gerade todschick findet. Sondern, weil er in der Lage ist, in Echtzeit aus einem großen angesammelten Wissensarray Entscheidungsprozesse abzurufen und sicher an ein mögliches (und eben im Hinblick auf die Lösung wahrscheinliches) von mehreren denkbaren Zielen zu gelangen – so wie ein Londoner Taxifahrer tausende von kleinen Straßen auswendig kennen muß, um an sein Ziel zu kommen. Der schaut nicht in den Stadtplan und der reagiert eben auch seltsam muffig, wenn der Fahrgast ihm den Weg erklären will… denn er weiß ja, was er tut. Aber der würde sich dennoch nie als Künstler betrachten. Sondern nur als Profi.

Bezeichnen sich Designer aber als Künstler, laufen sie immer wieder in die Falle, sich unter Wert zu verkaufen. Kunst ist relativ. Design ist absolut. Oder umgekehrt :-D. Anders gesagt: Design ist ein sozialer Akt. Die Qualität hängt von der Zusammenarbeit ab, ist ein diskursiver Akt. Ich habe immer wieder Kunden, die mir acht Zeilen Briefing zum Fraß vorwerfen und dennoch ein Ergebnis wollen, ein gutes zudem, und einfach nicht verstehen, daß meine Leistung weniger ist, ein lustiges Logo aus dem Nichts heraus zu malen, als vielmehr, MIT IHNEN ZU REDEN. Sie auszufragen, sie auszupressen, sie zu foltern und zu nerven und zu löchern und zu hinterfragen. Das macht die Arbeit mit guten Designern zu einem höchst anstrengenden Akt, zu einem Round-Table, zu einer permanenten Debatte. Das finden die einen Kunden wahrhaft schrecklich, die wollen dann meist eben nur Werbung, kein Design… und die anderen finden das anregend und wachsen mit, ertragen die Anstrengung und wissen, daß dieser Sport fit macht und fit hält und die Verkalkung vermeidet. Designer verkaufen ungebremsten Enthusiasmus, Glaube an den Kunden und Optimismus… und sind zugleich das permanente Säurebad der Ideen, sowohl der eigenen als auch der des Kunden. Designer sind ungeduldig, unruhig und sagen verdächtig oft Sachen wie «In fünf Jahren machen wir…». Denn da sitzen sie mental schon. Und von Kunden, die das begeistert mittragen, von denen kriegst du selbst dann auch in gleicher Münze aus ihrem Sujet zurückgegeben, da beginnen gegenseitige Lern- und Befruchtungsprozesse, da beginnt Evolution, da beginnt an allen Fronten Designdenken. Mit solchen Menschen machst du dann Design. Echtes Design, umfassendes Design, von der ersten Produktidee bis zur finalen Printkommunikation. Diesen kleinen unsicheren Schritt in die Zukunft in allem, was du tust. Mit solchen Kunden hast du dann auch den Mut, ausgetretenen Wege zu verlassen und etwas Neues zu versuchen. Weil man auch mal danebengreifen darf, weil Trial & Error funktioniert. Wer immer nur Erfolge will, braucht Werbung, braucht das Gestern. Im Heute (und noch mehr im Morgen) muß man auch mal auf den Hintern fallen dürfen. Mit den anderen Kunden machst du eben Werbung. Und Kunst… oh Gott, für die Kunst bräuchtest du doch gar keine Klienten.

Anders gesagt: Als Designer wird man immer wieder auch Werbung machen (und dabei versuchen, Design herauszumelken). Aber als Designer macht man nur dann Kunst, wenn man den Kern des Designs hinter sich läßt: Den Diskurs, die Klienten, die Funktionalität. Es sieht dann vielleicht noch aus wie Design – Mimikry olé –, aber das ist in Zeiten allgemeiner Medienkonvergenz ja unvermeidlich, die Tools werden immer identischer.
Insofern ist es durchaus nicht so, daß die Grenzen verschwimmen. Gerade, weil sie technologisch verschwimmen. Um zu wissen, wo du hingehst, mußt du wissen, wo du herkommst. Als Designer kommen wir in direkter Linie von Leonardo da Vinci. Nichts täte dem polylateralen Futuristen da Vinci mehr Unrecht, als ihn als «Künstler» zu bezeichnen. Und nichts führt uns Designer im Mikro- wie im Makrobereich mehr auf den falschen Weg als das Selbstverständnis «Kunst» produzieren zu wollen oder müssen (wiewohl ich das jedem wirklich gönne und selbst Spaß an Design-as-Art habe). Was wir sind ist dies: Architekten und Ingenieure der Kommunikation, von Heute und von Morgen. Das ist die Verantwortung, in ihrer ganzen technologischen und ästhetischen Bandbreite. Große Verantwortung und große Macht.
Und das ist nicht mehr oder weniger, aber auf jeden Fall etwas komplett anderes als Kunst.

16. August 2006 09:26 Uhr. Kategorie Design. 27 Antworten.

SPAM IS FUN

Das kam heute als Spam an.

Geschäftsvorschlag.

Zuerst muß ich um Ihre Zuversicht in dieser verhandlung bitten. Das ist auf Grund seiner lage, als das sein total VERTRAULICH und Geheimnisvoll.

Aber ich weiss, dass eine verhandlung dieses Ausmaßes irgendeinen Ängstlich und besorgt machen wird,aber ich versichre Ihnen, dass alles am Ende des tages in ordnung sein wird.
Wir haben uns entschieden Sie durch eine E-mail sendung,wegen der Dringlichkeit diese verhandlung zu erreichen, als wir davon zuverlassig von seiner schnelligkeit und vertraulichkeit Überzeugt worden sind.

Ich möchte mich nun vorstellen. Ich bin Herr Joseph Mbekulu (Rechnungprüfer bei der Chartered Bank von Süd Afrika).
Ich kam zu ihrem kontakt in meiner persönlichen suche nach einer zuverlassigen und anstandige person, um eine sehr vertrauliche verhandlung zu erledigen, die Übertragung von einem fremden Konto das maximale zuversicht erfordert.
Der vorschlag:Ein Ausländische,verstorbener Ingenieur Jurgen Rosenthal, ein Diamante-Handler/unternehmer mit der Republik Süd Afrika.

Er war bis seinem Tod vor drei jahren in einem Flugzeug absturz,als unternehmer bei der Regierung tatig. Herr Rosenthal war unser kunde hier bei der Chartered Bank von Süd Afrika Johannesburg und hatte ein Konto guthaben von US$14.3 million (Vierzehnmilliondreihunderttausend
United States Dollar). welches die Bank jetzt fraglos erwartet durch seine Verwandten das Sie sich melden, wenn Sie sich nicht melden wird alles zu einem Afrikanischen vertrauens fond für waffen und munitions besorgungen bei einer freiheitsbewegung hier in Africa gespendet.

Leidenschaftliche wertvolle Anstrengungen werden durch die Chartered Bank gemacht,um einen kontakt mit jemanden von der Rosenthal familie oder Verwandten zu bekommen.Es hat aber bis jetzt keinen Erfolg gegeben.

Es ist wegen der wahrgenommen moglichkeit keinen verwandten der Rosenthal zu finden (er hatte keine frau und kinder) dass eine Anordnung für den fond als nicht zubehaupten deklariert werden,sollte, und dann zum vertrauens-fond für waffen und munition bersorgung ausgeben,die dem kurs vom krieg in Afrika gespendet wird.

Um dieser negative Entwicklung abzuwenden, haben ich und einige meiner bewährten kollegen in der Bank beschlossen das Geld nach Ihre zustimmung zu Überweisen und suchen jetzt Ihre Erlaubnis das Sie sich als verwandter des verstorbenen Ing.Jurgen Rosenthal deklarieren,damit der Fond in der höhe von USD$14.3m infolgen dessen als der Nutznießer(Verwandter des Rosenthal)auf Ihr Bank Konto Überwiesen werden.

Alle beurkundungen und Beweist die Ihnen ermöglichen diese Fonds zu behaupten werden wir zu Ihrer verfügung stellen,damit alles gut verläuft und wir versicheren Ihnen ein 100% Risiko freie Verwicklung.
Ihr Anteil wäre 30% von der totalen Gange, während die restlichen 70% ist für mich und meine kollege.

Wenn dieser vorschlag für Sie OK ist und Sie Wünschen das vertrauen auszunutzen, das wir hoffen auf Ihnen und Ihrer Gesellschaft zu verleihen,dann senden sie mir netterweise sofort per meine personal E-mail Adresse, Ihre Voll Namen, Adresse, Telefonnummer, fax-nummer und Ihre vertraulicher E-mail adresse, damit ich Ihnen die relevanten details dieser verhandlung senden kann.

Danke in voraus.

Mit freundlichen Grüße.

Joseph Mbekublu.

15. August 2006 22:59 Uhr. Kategorie Stuff. 2 Antworten.

Album 027

14. August 2006 23:22 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

Jonatham Lethem: The Disappointment Artist

Jonathan Lethem, der Autor des PK Dick-meets Raymond Chandler-inspirierten Gun with Occasional Music, sammelt in The Disappointment Artist kurze autobiographische Essays. Etwa über John Fords Western The Searchers, die Subwaystation in seinem alten Wohnviertel, Jack Kirby im besonderen und Comics im allgemeinen, warum er einundzwanzigmal Star Wars und Kubricks 2001 sah, über Dylan, Eno, Woody Allen und natürlich Philip K. Dick. Lethem versucht – mitunter gelungen – insofern die Annäherung an seine Jugend, an seine Eltern, an seine eigene künstlerische Arbeit, über die kulturellen und medialen Erinnerungsfragmente seines Erwachsenwerdens. Das liest sich für jemanden, der etwa aus der gleichen «Ära» kommt und – obwohl aus einem anderen Kulturkreis kommend – bestimmte Erfahrungen teilt, größtenteils ganz schnurrig weg und wiewohl der autobiographische Aspekt (an dem ich bei Lethem nun nicht so sehr interessiert bin) etwas anstrengend ist… und die Kindheit eines New Yorker Bohemian-Sohns auch beileibe nicht zu neu und «anders» auf mich wirkt, sondern eher allzu vertraut – sind die Gedanken zu Dick, Cassavetes, insbesondere auch zu Jack Kirby, aber auch zur Musik- und Pop-Kultur als Ganzes meist lesenswert. Aus den Versatzstücken und Fragmenten eben dieser Popkultur melkt Lethem seine indirekte Autobiographie und entblößt zugleich, wie sehr der moderne Mensch das Ergebnis seines medialen Nurturing geworden ist. Was und wer wir sind, prägen nicht mehr so sehr die eigenen Erfahrungen aus erster Hand, sondern (für urbane Mittelstandskinder zumindest) mehr und mehr die Erfahrungen zweiter Hand via Medien. Bücher, die man gelesen hat; Filme, die man gesehen hat; Musik, mit der man aufwuchs. Identität als Ergebnis kultureller Sozialisation. Und tatsächlich merkt man Lethems anderen Büchern solche Einflüsse ja deutlich an. Er ist – wie so viele von uns – ein kulturell durchcodierter Mensch, aufgeladen mit einem ganzen Array verschiedener medialer Impulse und aus der individuellen Konstellation dieser Medienmatrix entsteht dann eben die «eigene» Persönlichkeit. Die insofern aus prefabrizierten Angeboten gepatchworkt ist… was zunächst negativ klingt (und vielleicht auch ist), aber tatsächlich zunehmend wichtig für den sozialen Zusammenhalt wird, der sich nicht ja mehr aus ökonomischer Not ergibt, sondern aus der Kongruenz bestimmter «medialprogrammierter» Characterzüge. Nicht nur ganz banal, ob Film- Buch- oder Musikgeschmack kompatibel sind, sondern vor allem, ob die gemeinsam geteilten medialen Erinnerungen zusammenpassen. Wobei die Idee der «Big Love», der Beziehung aus Gemeinsamkeit nicht aus wirtschaftlicher Notwenigkeit, ja partiell ebenfalls eine (notwendige) mediale Konstruiktion ist.

Lethems Buchs wirft, gewollt oder ungewollt, die Frage nach dem modernen Mensch als Ergebnis einer komplexen Matrix kultureller Einflüsse auf und ist dafür – ebenso wie für seine cleveren Betrachtungen der amerikanischen Popkultur der 60er bis 80er Jahre – absolut lesenswert, wenn auch mitunter etwas zäh.

08:15 Uhr. Kategorie Buch. Keine Antwort.

Album 026

06:53 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

Inner City Youth London



Inner City Youth, London
ist ein Flash-Photoessay von Magnum-Photograph Simon Whitley über den Alltag britischer jugendlicher in Londoner Public Housing Programs und über die Grime-Musicszene Aus der Magnum-in-Motion-Serie, die der klassischen Print-Photostrecke ein neues Online-Gewand gibt.

auch via Future Feeder

13. August 2006 11:55 Uhr. Kategorie Design. Keine Antwort.

PHOTOSYNTH

Microsoft läßt sich von Google noch nicht ganz die Butter vom Brot nehmen und entwickelt eine Software, die basierend auf Hunderten von – auch verschiedenen – Einzelphotos ein 3D-Surrounding emuliert. Photosynth von den Microsoft Live Labs ermöglicht es, ähnlich wie Quick Times Virtual Reality, nur deutlich extremer, virtuelle Umgebungen zu schaffen. Da die Bilder nicht von einer einzelnen Person stammen müssen, wird das Ganze zusammen mit Flickr oder einer ähnlichen Photocommunity sicher eine spannende Sache…
via Future Feeder

11:50 Uhr. Kategorie Technik. Keine Antwort.

Connection Glass

Bei der Recherche nach Nabaztag fand ich übrigens auch das hier….

12. August 2006 17:56 Uhr. Kategorie Technik. 6 Antworten.

NABAZTAG

Oh, ich liebe diese künstlichen Tiere. Soooo à la  Do Androids dream of electric sheep. Ich denke, obwohl heute noch eher unfreiwillig komisch, sind Aibo und Nabaztag die Vorläufer einer ganz neuen Generation von Blobjects, die mit WiFi oder RFID, zunehmend besserer AI und einem soliden Mix aus niedlichem Design und Nutzwert unseren Alltag langsam aber sicher erobern werden. Anstelle der funky-cluncky Asimov-Roboter oder humanoider Roboter, sind diese soften süßen kleinen Dinger der Weg, auf dem sich immer und immer komplexere künstliche Wesen in unsere herzen schmuggeln werden. Technoide Roboter sind zu abschreckend, humanoide verstören und wirken immer wie ein Abklatsch, aber die fluffigen Blobrobots sind im Grunde der aktuellen Generation von 20jährigen schon von Kindesbeinen auf vertraut. Wer in den 80s/90s aufgewachsen ist, dem ist die Idee, von comicartigen Weichplastikwesen umgeben zu sein, zutiefst verankert und vertraut. Es ist dann kein großer Schritt, als Erwachsener von ähnlichen Gadget-Objekten – nur eben auch «erwachsen» geworden, also intelligenter und nützlicher – umgeben zu sein.

via Veer

11:45 Uhr. Kategorie Technik. Keine Antwort.

IDEENLABOR

Julia Kappus hat für uns und das ikf° Photos die Bilder der nächsten Wissen&Handeln und zugleich die neuen Backgrounds der ikf°-Site geschossen, die die Idee von dem Verhältnis von Banken und Mittelstand als potentielles Ideenlabor visualisieren. Wir werden wahrscheinlich nicht alle Bilder verwenden, außer vielleicht auf der Site, deshalb hier nach dem Weiter die lange Flut der 124 Motive, die wir aus etwas über 300 Photos ausgewählt und bearbeitet haben.
(weiterlesen …)

11. August 2006 11:08 Uhr. Kategorie Arbeit. 7 Antworten.

Album 025

10. August 2006 16:14 Uhr. Kategorie Stuff. 2 Antworten.

Tom Wolfe : The Bonfire of Vanities

Wolfe entfaltet die Dekonstruktion des Wall Street Brokers und Yale-Mannes Sherman McCoy als New Yorker Intrigenstadl. Es gibt niemanden hier, nicht bis ins kleinste Detail, der unschuldig ist. Vom Staatsanwalt und seinen Assistenten über einen schwarzen «Bürgerrechtler» Reverend Bacon, Sherman, seine Frau Judy, seine Geliebte Maria, seinen Anwalt Killian, Yellow-Press-Schreiberlin Fallow… bis hin zu kleinsten Nebenfiguren – ausnahmslos jede Figur in diesem Buch ist eitel, hat den Blick auf den eigenen Vorteil, ist manipulativ, gierig und dabei bemitleidenswert und verzweifelt. Sherman wird auf diesem «Freudenfeuer» (nicht Fegefeuer, wie der deutsche Buchtitel fälschlicherweise nahelegt) der Eitelkeiten fröhlich geopfert und ist doch keine tragische Figur, sondern selbst ein hohler Fatzke, bei dem selbst dessen Wendung zum professionellen Angeklagten am Ende des Buches keine echte Katharsis zu sein scheint, sondern nur eine weitere eitle Facette seiner Persönlichkeit. McCoy ist auf fast hilflos-kindische Art gefallsüchtig, so daß er selbst befürchtet, seine Zellennachbarn nicht ausreichend zu beeindrucken und aus seiner Fahrerflucht kurzerhand Totschlag macht… um genau aus dieser Episode später auf einer Party wieder Kapital zu schlagen, als er plötzlich genießt was er vorher noch so verabscheut: Im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stehen. Der Master of the Universe, wie er sich als Broker selbst definiert, verliert im Grunde nie seine Hybris, seine Großmannssucht, letztlich seine überkompensierten Minderwertigkeitskomplexe. Auch als Opfer inszeniert er sich noch. Wie ein Papierschiff driftet McCoy durch die Machenschaften seiner Umwelt, die Wolfe kühl zynisch entblättert. Fast ohne realen Spannungsbogen, journalistisch, geht es dem Buch eher um die Betrachtung von NY als Mikrokosmos der Oberflächlichkeiten, des Grellen, der Moderne im Niedergang. Es gibt keine einzige Figur, die in diesem System, in dem Oberschicht wie Unterschicht, Park Avenue wie Bronx, gleichermaßen abstoßend serviert werden, die wiedergutmachenden Charakter hätte, die Hoffnung zuläßt. Sie alle sind kaputt, sie alle sind gierig und genau deshalb vielleicht bemitliedens- oder sogar liebenswert. Aus diesem seltsamen Misachung zwischen Tragödie und Gegenwartssatire schöpft das Buch seine Kraft, ohne dabei jemals aufdringlich oder unentspannt zu werden, im Gegenteil, nur einmal durchbricht Wolfe die Pose des lässigen Raconteurs… wenn auf einer Dinnerparty der AIDS-Kranke Schriftsteller Aubrey die versammelte Gesellschaft der Schönen und Gelangweilten mit den Figuren in Poes The Masque of the Red Death vergleicht und damit für einen kurzen Moment den summenden Bienenstock der High Society zum Schweigen bringt.

9. August 2006 12:56 Uhr. Kategorie Buch. Eine Antwort.

Fit for Fun

Hier

via Julia 

11:42 Uhr. Kategorie Stuff. 3 Antworten.

Album 024

7. August 2006 22:48 Uhr. Kategorie Stuff. 6 Antworten.

THINK CLEAN

Doppelseite für Christian Hampes Clownfish-Magazin, dessen erste Ausgabe mit dem Thema «Amerika» erscheint.

16:00 Uhr. Kategorie Arbeit. Keine Antwort.

MATCH POINT

Diesen von der Kritik frenetisch gefeierten Film wollte ich eigentlich schon gesehen haben, als er ursprünglich in den Kinos lief… und wozu sind OpenAir-Kinos da, wenn nicht, um genau solche verpaßten Filme nachholen zu können? Also nach etwas Seaside-Strandgeflüster (nach dem Weiter) mit Nina, Bene, Rain, Julia und Annette noch mit den letzteren beiden ins Lichtburg-Open-Air, Kirsten besuchen und eben Match Point gucken. Ideal. Bis auf den Film. Den ich ja unbedingt sehen wollte. Weil Woody Allen. Und angeblich mal wieder ein guter. Angeblich. Wie bei jedem neuen Allen Film. Und ich fall immer wieder drauf rein…
Nur leider versagt der Film an vielen Fronten. Zwar gibt es das gewohnte, vieleicht mittlerweile auch etwas aussagslos/austauschbare, eben typische smarte Woody-Allen-Dialog-Gewitter von Pärchen, Doppelpärchen, Familie, Freunden und Fremdgängern, diese eleganten leeren Mid-Society-Smalltalks, die in London ebenso funktionieren wie in New York, zumal Allen London fast so touristisch-pittoresk inzeniert wie seine geliebte Heimatstadt. Die Norman-Foster-Gurke, die Tate Gallery, oh beautiful London. Und mittendrin die beautiful people. Jonathan Rhys-Meyers als Tennisprofi Chris Wilton, der Chloe Hewett (klasse: Emily Mortimer) für Geld und Karriere heiratet, aber mit der Ex-Gespielin seines Schwagers Tom im Bett landet: die Amerikanerin Nola Rice, die von Scarlett Johansonn als das typische Klischee des Amerikaners in Großbritannien gegeben wird, die sexy Kindfrau, kreativ, sprung- und lebhaft, emotional, laut, und insofern anziehend lebendiger Schmetterling vor der Folie der britischen stiff upper lip society. Der springende Ball, den Chris zu jagen so gewohnt war. Allen ist ein Meister von dieser Art cleverem Boulevard und dennoch fühlt der Film sich durchweg berechenbar an. Die Gesellschaft wird gezeigt, nicht seziert, mehr als Klischees inter der Fassade zeigt Allen nicht, womit er nur eine weitere Fassade präsentiert. Und die Klischees kennen wir aus ungezählten anderen Filmen: Chloe will unbedingt schwanger werden und foltert ihren Mann mit dem permanenten Wunsch nach Sex-zwecks-Kinderzeugung («Das macht doch Spaß!»), wird aber natürlich nie schwanger (erst am Ende des Films), während Nola natürlich sofort beim ersten unverhüteten Sex ein Kind von Chris bekommt. Unerwartet in diesem Flachwasser ist eigentlich nur Wiltons heftige Reaktion, gefangen zwischen dem finanziellen Luxus seiner Ehe und Nola, die ihn mit dem erwarteten Nachwuchs unter Druck setzt. Chris bringt Nola um und kommt am Ende des Films tatsächlich bei der Polizei gegen alle Logik mit seinem eher mau inszenierten Junkie-Einbruch-mit-Mord durch, um final dann doch unglücklich in seiner eigenen Schuld und der nur oberflächlich perfekten, leeren Ehe gefangen zu sein.

Als Moralspiel ist das alles durchweg schwach, nicht zuletzt, weil Rhys-Meyers vom Start weg durchweg unsympathisch ist, die tickende Zeitbombe. Wie Jack Nicholson in Kubricks Shining, ist man nicht wirklich überrascht, wenn er vom Parasiten und Lustmolch schließlich zum Soziopathen mutiert. Daß Johansonns Nola zudem auch noch um einiges unsympathischer ist als quirlige Chloe, macht den Film nicht überzeugender. Allen gibt sich alle Mühe, Chloe Hewett und ihre Familie als Klischee zu inszenieren, flache langweilige Society-Kulturfreunde mit Moorhuhnjagd und Kinderwurfinstinkt… aber das ändert nichts daran, daß Chloe die stets Wärmere der beiden weiblichen Hauptrollen ist und ihr Vater Alec als rundweg netter Mensch überzeugt. Unsympathisch wirkt insofern nur Chris Wilton, der Einheirater und Aufsteiger, der sich an die Freundin seines Schwagers heranmacht und später ihre – ja vernünftigen – Einwände gegen eine Beziehung beiseite wischt und sie erst fallenläßt (bzw. umbringt), als sie seine sichere Existenz bedroht. Der lügende und betrügende Spieler, der mit seinem Va banque sogar durchkommt. (Und bei dem die Schuldgefühle am Ende insofern etwas wenig überzeugend wirken). Durchweg der Stoff für einen guten film noir, aber der will Allen einfach nicht gelingen. Der Anfang schleppt sich unentschieden zwischen Komödie und prét-a-porter-Liebesfilm her, dann gibt es fast schockartig einen Einbruch von (nie wirklich gezeigter und insofern antiseptischer, intellektueller, abstrakter, eben nicht schmerzender) «Gewalt», gefolgt von abstrusen Geistererscheinungen (kleiner Anfall von Shakespeare?) und Polizisten, die so absurd dämlich sind, daß sie nahtlos aus Hitchcocks Frenzy stammen könnten. Der Film plätschert insofern eine ganze Weile lang als amüsant-harmloses Kammerspiel vor sich hin, um dann abrupt ins Dusselige abzurutschen. Gespickt mit Kulturzitaten (Caruso, Dostojewskij, Strindbergh, Design, Architektur, moderne Kunst in fast jeder dritten Szene), vibriert der Film wie der Tennisball am Anfang des Films auf der Netzkante zwischen drei Genres und scheitert an diesem Balanceakt. Was hätte böse sein können, ist altersmilde, was hätte bissig sein können, bleibt Routine, was hätte entlarvend sein können, ist Klischee, was hätte lustig sein können, bleibt Sitcom. Der Film ist als zynisch gefeiert worden, aber bei mir bleibt ein übler moralinsaurer Geschmack zurück, Dostojewskij light – der kleine Karrierist, in seinen Lügen verheddert und ein unschuldiges Opfer fordernd, schließlich in seiner eigenen Veruretilung gefangen. Per se schon kein sonderlich neuer Stoff, hätte man daraus aber doch sicher einen besseren Film schmieden können und sollen als für diese durchweg harmlose bis alberne kleine Landpartie.

(weiterlesen …)

12:48 Uhr. Kategorie Film. Keine Antwort.

POOP

6. August 2006 02:15 Uhr. Kategorie Stuff. 2 Antworten.

DER EWIGE GÄRTNER

Endlich mal wieder Kino, wenn auch mit Der ewige Gärtner einen etwas älteren Film, aber dafür nice and smooth mit Nina und Bene und Kirsten im Lichtburg Open Air. (Kaltes) Popcorn, guter Kaffee, frische Luft, schöner Background, und nette Leute da. (Hallo Annika, ich werd mir deinen Namen zu merken versuchen und dich nicht mehr Anette nennen. Das ist nämlich wer anders und die seh ich heute.)

Wo war ich? Der Film. Gedreht von Fernando Mereilles, dem Meister hinter City of God, fängt der Film im Vergleich mit dem Mereilles’ Debutfilm seltsam langsam an, mit einer schön unerklärten Rückblende, die im weiteren Verlauf des Films hilft, die Grenze zwischen Realität und Surrealität immer weiter aufzuweichen, bis man kaum weiß, wann der britische Diplomat Justin Quayle (großartig von Ralph Fiennes gespielt) seine verstorbene Frau Tessa (Rachel Weisz) in retrospektiver Erinnerung sieht oder sie nurmehr herbeihalluziniert. Die politische Aktivistin Tessa, damit beginnt der Film, wird ermordet, weil sie Beweise in einem Pharmaskandal in Afrika hat und wir folgen Justin bei seinem Versuch, den Mord aufzuklären. Diesen recht nichtssagenden Plot – der sich nicht nur nach «John le Carré» anhört sondern auch tatsächlich von David Cornwell stammt und der zwar fiktiv, aber von tatsächlichen Geschehnissen inspiriert ist– verleiht Mereilles im Verlauf des Films mit der zunehmenden Eskalation der Handlung einen ästhetischen Feinschliff, der schnell aus dem 08/15-Thriller ein unerhörtes Juwel macht, das sich nicht vor moralischem Kitsch scheut, diesen aber aufrecht und mit straightem Gesicht verkaufen kann. Die beeindruckende, wirklich grandiose Kameraarbeit von César Chalone (erkennbar eben auch der Cinematographer von City of God), die nie vor Experimenten zurückscheut und ein unglaubliches Gespür für Bildaufbau und Design hat, sowie der wundervolle suggestive Schnitt von Claire Simpson, dem es mehrfach gelingt, wunderbare Anschlüße und Übergänge zu schaffen, sind für die Atmosphäre des Films vielleicht wichtiger als alle Darsteller zusammen und schaffen es die oft unlogische und durchhängende Geschichte zum Leben zu erwecken. Psychologisch dicht fängt die Kamera Quayes zunehmende Paranoia, seine Unruhe ein, mit schnelleren Schnitten, jedes Auto, jedes Gesicht eine Bedrohung. Mr Hitchcock, how did you do it? Um dann, zurück in Kenia und später im Sudan, mit ganz anderen Farben, ganz anderem Tempo die Zivilisation zu verabschieden. Man kann die Kameraarbeit dieses Films gar nicht genug loben. Die Handlung, sieht man davon ab, daß der Protagonist am Ende am Turkana-See aufs malerisch Wundervollste stirbt, gänzlich unheroisch und unnötig und unlogisch und gerade deshalb seltsam glaubhaft, würde normalerweise gerade für einen mittleren Tatort reichen, die Regie und die Cinematographie (gemeinsam mit der stets pulsierenden, stets emotionalen Musik, die dich immer an und in der Hand hat) macht den Film zum Geschenk. Beileibe nicht auf dem Niveau von City of God, das die stärkere und ambitioniertere Story aufweisen darf, aber für einen «großen» Film sicher herausragend. Es gibt ein paar Durchhänger, ja, Längen, ja, peinliche Momente, ohhh ja. Der Film hat zahlreiche Mängel. Aber wie Mereilles die Geschwindigkeit der Geschichte zu steuern vermag, langsam anfängt und dann gnadenlos, leidenschaftlich, aufs Gas geht, Komplexität erzeugt, wo viele andere Regisseure einen platten Thriller abgeliefert hätten, Emotionen nicht scheut, sondern schürt und kontrolliert, engagiert seine Botschaft auf den Punkt bringt, immer wieder in kurzen eingeschobenen Details über die reine Pflichtarbeit hinausgehend ein bitteres Portrait von Afrika zu liefern vermag, um dann am Ende die perfekte Coda zu liefern – beeindruckend.

02:09 Uhr. Kategorie Film. 2 Antworten.

BLUMEN 04

Und der Schluß…
(weiterlesen …)

5. August 2006 09:11 Uhr. Kategorie Photos. 5 Antworten.

Album 023

4. August 2006 17:53 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

23:39

kein regen mehr
tropfen kleben still am glas
salz in meinen wunden

3. August 2006 23:48 Uhr. Kategorie Stuff. 4 Antworten.

Der Remix als kulturelle Metapher

Im aktuellen KulturSpiegel ist ein Interview mit dem US-Medienwissenschaftler Lev Manovich, der wunderbar zu meinem alten Mashup-Eintrag paßt. Manovichs These ist, vereinfacht, daß der Computer als medienhomogenisierendes Werkzeug den in den 70ern und 80ern in der Musik begonnen Trend von Rexmixing und Sampling auf alle Arten kreativen Schaffens überträgt. Da bei Musik, Film-Postproduktion, Design und Architektur gleichermaßen mit Software gearbeitet wird, verschwimmen die Grenzen zwischen den einzelnen Disziplinen, der postmoderne Stilmix, die Zitatästhetik, wird zur gesamtkulturellen Arbeitsmethode, der Computer zur «Petrischale», in der bestimmte Techniken nahtlos für die verschiedensten kpnstlerischen Anwendungen eingesetzt werden können. Das Ergebnis ist ein schnelleres Überspringen der DNA (bzw der Meme) von einem Bereich zum anderen, eine tiefgreifende, fast genetische Veränderung von Medienarbeit und unserer gesamtgesellschaftlichen Ästhetik. Manovich reißt außerdem kurze Ideen über Blogs und die Demarkationslinie zwischen Amateuren und Profis. Hochspannender Artikel!

11:26 Uhr. Kategorie Design. 4 Antworten.

BLUMEN 01

Sozusagen als Test für den neuen schwarzen Photo-Background hier (mit dem ich noch nicht so zufrieden bin) habe ich ein paar Blumenphotos gemacht. Nichts besonderes, aber was tue ich nicht alles, um das Blog zu befüllen. In den nächsten Tagen hier also etwas sinnfreie Flowerpower…
(weiterlesen …)

2. August 2006 13:13 Uhr. Kategorie Photos. 4 Antworten.

Sudelbuch 123


Und Ende…

11:04 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

Sudelbuch 122

1. August 2006 11:06 Uhr. Kategorie Stuff. 4 Antworten.


Creative Commons Licence