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Sudelbuch 121


Glückskeks-Orakel…

26. Juli 2006 08:26 Uhr. Kategorie Stuff. Eine Antwort.

Album 022

25. Juli 2006 16:37 Uhr. Kategorie Stuff. 3 Antworten.

ROLLING STONES KÖLN LIVE

Ich bin etwas mit Zweifeln zu diesem Konzert gegangen, weil die Rolling Stones zwar eine ikonische, wichtige Band sind, deren erste drei Alben in keinem Schrank fehlen dürfen und die neben den Beatles und Pink Floyd zu den wichtigsten und meistzitierten Grundsteinen der Rockgeschichte hören, ich aber mit den Stones von heute wenig am Hut habe.

Die Show im Müngersdorfer Stadion an sich ist die pure Perfektion. Die architektonisch durchgestaltet wirkenden, gewölbten Lichtträger an den Rändern der Bühne ragen bis unter die Stadiondecke, über 100 Meter hoch, fassen auf zwei Rängen rund 200 Personen, die onstage die Show verfolgen dürfen, sind mit LED-Animationen hinterlegt, die die große zentrale LED-Bildschirm-Einheit farblich abgestimmt begleitet und fassen eine Vielzahl von Licht- und Pyrotools für die Show, darunter auch transluzente Flächen, die farbig durchleuchtet werden. Die Bühne selbst hat drei Plattformen, links rechts und eine über der eigentlichen Bühne, dazu zwei ausgreifende Arme, in denen weitere Licht/Monitoringeinheiten untergebracht zu sein scheinen. Die Lichtshow ist jeden Penny des Eintritts wert. Perfekt auf den Verlauf von Abendlicht zu Nacht abgestimmt, steigert sich die Lightstimmung mit jedem Song, verbindet Live-Video mit Einspielungen und vergreift sich eigentlich nur ein- oder zweimal im Ton, etwa bei dem Bigger-Bang-Einspieler am Start, der schon wie etwas aufgesetzt US-Bombast wirkt. Grandios aber ist vor allem die Idee, für Front-of-the-Stage-Karten über 200 Euro zu nehmen (den Innenraum also in zwei Bereiche, hinten für Normalzahler, vorn für Deluxekunden zu unterteilen) und bis zu 450 Euro für den Onstage-Bereich zu nehmen… um dann mitten im Konzert die Bühne so weit nach vorne ins Stadion zu fahren, daß eben genau diese Leute faktisch gar nichts mehr sehen und die billigsten Plätze, ganz hinten im Stadion, für drei Songs die beste Sicht haben. Nice. Was die Stones an Bühnentechnik auffahren, an Design, an sense of architecture… großartig. Da wunder es nicht, wenn man mit 123 Trucks anreist.

Um so sympathischer, daß die Combo selbst in all diesem virtuellen Exoskelett gar nicht so perfekt wirkt wie das Drumherum. Es ist fast verblüffend, wie eine Band, die mit insgesamt 14 Leuten auf der Bühne steht (darunter vier Bläser, drei Chorsänger, davon einer noch mit Akustikgitarre zwei Keyboarder und Bassmann Darryl Jones) irgendwie immer noch so klingt, als sei sie im Proberaum oder in einem kleinen Club. Ron Wood verdudelt sich in seinen Soli eigentlich permanent, Richards hat hier und da Timingprobleme und Gentleman Charlie Watts spielt im Grunde immer die gleiche Schlagzeugfigur, no matter which song. Wohltuend, wie unperfekt die Band spielt und wieviel Spaß Richards und Wood dabei zu haben scheinen. Der Sound wirkt gemessen an der großartigen Vorband Razorlight sogar etwas dünner, vielleicht weil Watts’ altes Gretsch-Kit nicht soviel Power abgibt (wird denn da etwa nichts angetriggert?). Razorlight fand ich übrigens wirklich groß, auch wenn das Publikum etwas undankbar war. Schön zu sehen, daß die Stones sozusagen den eigenen Nachwuchs, die neuen angry young man with massive drug problems, an die Bühnenfront holen. Very trendy.

Wie leider jede große Band sind auch die Stones zu ihrer eigenen Coverband verkümmert und spielen bangbangbang die großen Hits durch. Der Aufbau ist immer der gleiche: Du startest mit zwei Krachern, spielst dann ein paar Tracks des neuen Albums, dann kommt die VanityZone, wo eventuelle Solosongs von einzelnen wichtigen Mitgliedern Raum haben müssen, während der eigentliche Sänger sich entspannen darf, und dann Best-of. Genau so läufts hier auch. Mit Streets of Love wird die neue SIngle promoted, ich glaube es gab noch ein zwei Songs von Bigger Bang, ein wunderbares Cover von Ray Charles Night Time is the Right Time, mit einer vorhersehbaren aber trotzdem grandiosen Soloeinlage der schwarzen Backgroundsängerin, dann zwei Songs von Keith Richards (der herrlich relaxt seine Ansagen macht, die Kippe wegschnippt und anfängt zu spielen, um nach seinen Songs die Kippe wieder irgendwo vom Bühnenrand aufzuklauben, großes Kino)… und ab da HitsHitsHits. Ich selbst mag mich da als Stones-Laie gar nicht beschweren, aber irgendwie stelle ich es mir surreal vor, als Band 30 Jahre lang immer wieder Satisfaction spielen zu müssen. Stillstand olé.

Und auch als Fan freue ich mich eigentlich immer eher, wenn die Bands nicht nur ihre Chartserfolge runterballern, sondern eher obskure und coole Nummern spielen. Ich erinnere mich da an David Bowie bei der 1st Outside-Tour, wo er nur ganz alte Sachen und ganz neues Material spielte (mit Ausnahme des unsagbar schlechten Under Pressure)… und GOTT, war das ein ein brilliantes Konzert, bei dem der Mann ganz offensichtlich richtig Spaß hatte, weil er sich nicht als lebende Musikbox mißbauchen lassen mußte. Bei Sting nervt mich endlos, daß er nur noch gnadenlos die Massenfans bedient. Und so würde es mich vielleicht auch als Stones-Fan eher freuen, wenn da nicht bei jeder Tour gnadenlos die immergleichen berechenbaren sicheren Tracks abgeliefert würden. Als Nicht-Fan fand ich es aber natürlich schon lustig, mich mal so durch die Highlights der Bandgeschichte zu hören. Zumal gerade Sympathy for the Devil, eins meiner Stones-Lieblingslieder, großartig gegeben wurde. Wo Mick Jagger die Energie hernimmt, wie ein Tiger über die Bühne zu prowlen, zu posen, zu gurren, zu rennen und sich über 90 Minuten lang so hypersexy zu verausgaben… keine Ahnung. Aber ich würde mich nicht wundern, wenn bei dem alten Herren nach einem Konzert immer noch die 18jährigen Groupies wie hypnotisiert an die Tür klopfen. Als Gott den Sexappeal verteilte, stand Jagger dreizehnmal in der Schlange, denke ich.

Das lustige an den Stones ist ja, daß die Zeit sie wieder eingeholt hat. Während die Band in den 80ern fast weg war, ist sie jetzt wieder sehr in tune mit den neuen britischen Bands und dem Drug-Chic-Look der New New Wave. Gerade Jaggers Look ist so up to date, da es fast erschreckend ist, weil er sich ja eigentlich nicht verändert hat, sondern die Mode nur Full Circle gegangen ist und dünne Männer in schwarzen T-Shirts und engen Jeans wieder angesagt sind. Entsprechend modern klingen die Stones eigentlich auch, und entsprechend durchwachsen ist auch das Publikum, von 20jährigen Hipstern, die mal hören wollen, was die Dandy Warhols oder Infadels denn nun eigentlich so inspiriert, bis hin zu den 50 bis 70jährigen, die – zum Teil mit mitgebrachtem O-Saft im Tetrapack und kleinen Frikadellenbällchen – in einer Art munterem Picknick ihre Jugend nachleben und etwas Rentnerschwof haben.

Denn das ist natürlich der eigentliche Verdienst der Stones: Sie zeigen ihren Fans, daß man in Unehren alt werden kann. Das man es finanziell schaffen darf und sich auch anpassen muß, sich aber innerlich treu bleiben kann, Rock’n'roller bleibt. Die doch recht bürgerlichen Besucher des Publikums ebenso wie die altgewordenen Rockertypen brauchen diese Botschaft beide gleichermaßen, um sich in ihrem jeweils ja ganz unterschiedlichem Dasein (Anpassung vs. Verweigerung) bestätigt zu fühlen. Die Stones, genau an der Schnittkante dieser beiden Lebensentscheidungen balancierend, sind so ein Bindeglied, daß beiden Gruppen erlaubt, sich in ihren Lebensentscheidungen bestätigt zu fühlen und sich mit den Stones zugleich selbst zu feiern – nicht zuletzt auch, weil man überlebt hat. Die Stones sind noch da, anders als Jimi und Janis und John, und aus dem Publikum hörte ich immer wieder, das sie fast jede Tour besuchen, weil man ja nie weiß, wie lange es die noch geben wird, man wird ja schließlich nicht jünger. Und so feiern an diesem Abend die Stones ihr Überleben gemeinsam mit anderen Überlebenden und mit uns Youngstern, die wir hoffen, auch im Alter noch so cool zu ein wie Mick & Keith. Vom ersten bis zum letzten Moment ist ein Stoneskonzert insofern ein Monument wider das Alter, der Sieg des Willen über das Fleisch.
Es gibt schlimmeres.

16:11 Uhr. Kategorie Live. 2 Antworten.

Intelligence. Humanity. Courage.

Intelligence, humanity and courage. The combining of these three virtues may seem unobtainable to the ordinary person, but it is easy. Intelligence is nothing more than discussing things with others. Limitless wisdom comes from this. Humanity is something done for the sake of others, simply comparing oneself with them and putting them in the fore. Courage is gritting one’s teeth; it is simply doing that and pushing ahead, paying no attention to the circumstances. Anything that seems above these three is not necessary to be known.

Yamamoto Tsunetomo: Hagakure.

14:32 Uhr. Kategorie Stuff. 7 Antworten.

Sudelbuch 120

Später wurde aus dieser Idee dann ein Buchcover ;-)

11:50 Uhr. Kategorie Stuff. 3 Antworten.

Sudelbuch 119

24. Juli 2006 23:57 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

Album 021

21. Juli 2006 14:43 Uhr. Kategorie Stuff. 4 Antworten.

LEXICHAIN ROUND 9: HD vs. Chip Kidd

Passend zum Buch das letzte Duell aus dem Lxichain-Spiel zur Typo 06. Ich beginne mit Play, Kidd antwortet ab da. Schön, daß er von meinem Versuch, auf Comics zu kommen, schnell wegduickte… vielleicht ist Marvel nicht seine Sache, vielleicht ist er eher ein DC-Fan.

14:39 Uhr. Kategorie Design. Eine Antwort.

Chip Kidd: The Cheese Monkeys

Das Chip Kidd ein außergewöhnlicher Buchcover-Designer ist, weiß ich eigentlich seit langem. Eine der seltsamen Dinge an Chip ist, das ich ihn wirklich über die von ihm gestalteten Medien gefunden habe, also über die Bücher, die ich lese. Und in dem Bereich verfolge ich seine Arbeit, unbewußt, seit fast zwei Dekaden. Ich habe jahrelang in der Phantasie gelebt, daß in den USA die Bücher einfach schöner gestaltet sind als hierzulande. Ein Trip in die Staaten bereinigte diesen Irrtum: auch dort wimmelt es von billigen, allzu lauten Buchumschlägen. Ich hatte einfach nur das Glück, mit meinem Autoren recht oft bei Chip zu landen :-D. Inzwischen bewundere ich an Kidd eigentlich gar nicht mehr so sehr seine (per se phantastische) Arbeit, deren Affinität für Pop-Art und für fingerschnipsend leichte und doch auf den zweiten Blick unglaublich homogene und traumwandlerisch sichere Lösungen fast jedes Buchcover von Kidd zu einem Erlebns macht, sondern vor allem eigentlich WEN DER MANN ALLES KENNT. Chip ist mit Autoren auf Du, die ich anbete. Frechheit, ungerechte Welt.

Und dann kann der Mann auch noch selbst schreiben. Sein Romandebut The Cheese Monkeys beweist, unter einem wunderbaren pull-away-Cover, daß Kidd nicht nur Designer (obwohl das Buch en detail liebevollst durchgestaltet ist), sondern vor allem auch Leser ist – und von den Großen der Zunft gelernt hat, wie man eine schmissige Geschichte mit Tiefgang schreibt. Nahezu mühelos verknüpft er in seinem Erstling klassische Coming-of-Age- und College-Story-Elemente, gewandet in eine scharfzüngige und schnelle Schreibe, die sich in etwa so liest, wie Scott F. Fitzgerald gelebt hat, Screwballcomedy on Acid. Wie passend, daß die weibliche Protagonistin Himillsy Dodd stark an Fitzgeralds exzentrische, kluge, zynische und lebenshungrige Partnerin Zelda Sayre erinnert. Mit dem ersten Erscheinen von Hims explodiert das Buch förmlich, die wunderbaren Dialoge rund um die Kunst von Hills und dem Ich-Erzähler bersten vor Klugheit, Charme und Witz. Sich in Himillsy zu verlieben, ist entsprechend einfach. Die Figur ist in ihrer Egozentrik, ihrer Durchtriebenheit, ihrem Selbsthaß, ihrem Sex-Appeal, ihrem zynischem Witz, einfach ein Geschenk an den Leser.

Aber auch jede Nebenfigur ist ausgereift, zum Klischee hypermutierte Realität, dreidimensional und greifbar, glaubhaft und surreal. Maybelle, David David, Phil und allen vorweg der verbitterte, skurrile und genialische Dozent in dem neuen Fach Graphic Design Winter Sorbeck – jede der Figuren ist so authentisch unecht, daß sie förmlich von der Seite poppt. Wobei Winter keine Nebenfigur bleibt, sondern sich schnell als eigentliche Hauptfigur von The Cheese Monkeys entpuppt. Wiewohl er unnahbar, etwas diffus bleibt, ist er ein zentraler Katalysator der Geschichte, und nicht ohne Grund ändert sich mit seinem Auftritt im Roman die Schrift zur Bodoni… so wie das gesamte Buch mit Sorbeck die Richtung ändert. So wie unser Held seine Lebensbestimmung findet, findet auch der Roman selbst zu einer neuen Entschlossenheit, Druck und Leidenschaft, zu unerwarteten Wendungen, die dem zuvor etwas richtungslosen Plot schlagartig Dramatik und Verve einhauchen.

Kidd gelingt es so nicht nur, einen brillianten kleinen Uni-Roman zu schreiben, einen Selbstfindungs-Trip des Ich-Erzählers, der voller Pointen, Pay-offs und Überraschung steckt und sich hinter Donna Tarts Secret History beileibe nie verstecken muß (im Gegenteil), er meistert auch noch einen Exkurs über Design und die Bedeutung von Gestaltung im Spannungsfeld zwischen Kunst und Kommerz. Was Sorbeck seinen Studenten zu vermitteln versucht, hat mich begeistert, ist überraschend kongruent mit meinen eigenen Erfahrungen und Ansichten … und ein paasr Ideen werde ich mir da als Dozent frech abschauen (wofür meine Studenten Chip wahrscheinlich in Zukunft hassen werden.).

Und so entdeckt nicht nur unser Protagonist in den späten 50ern seine Liebe zum Design, und seine Liebe zu Winter, sondern der Leser entdeckt auch, daß Chip Kidd sehr gründlich inspiriert ist von dem, was er beruflich tut und wahrscheinlich selbst ein herausragender Lehrer wäre, wenn Kidds inspirierte, herrlich launische und vor allem wunderbar histrionische Rede auf der Typo 06 in Berlin ein Indiz sein kann.

The Cheese Monkeys ist inspiriert und inspirierend, unterhaltend, klug, ein Buch nicht nur für Designer sondern für alle. Das man nebenbei etwas über Design lernt – im Setting einer Zeit, als dieses Metier sich gerade überhaupt erst entwickelte, ist ein reiner Bonus, aber nicht entscheidend für den Spaß an der Geschichte. Im Zentrum des Buches stecken «Happy», Hims und Winter und das seltsame Semester, das sie miteinander erlebten und das ihre Leben verändert. The Cheese Monkeys spielt klug mit schriftstellerischen Tricks und Finessen, ohne je aufdringlich zu sein, und ist dabei ganz nebenbei eben auch als pures Designobjekt ein Leckerbissen (Kidds Umgang mit den Danksagungen, der in zwei Richtungen lesbar bedruckte Buchspiegel, der Umgang mit dem Impressum, usw…. also bitte unbedingt das Hardcover kaufen, es lohnt sich.)

Absolut atemberaubend exzellentes Debut – ich hoffe, Kidd findet neben seinem Day-Job die Zeit, mehr zu schreiben.

14:13 Uhr. Kategorie Buch. 3 Antworten.

Sudelbuch 118

Das sind die ersten Scribbles zur nodesign-Site, etwa 2001/2. Irre, wie lange das gedauert hat.

08:29 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

FLIP

20. Juli 2006 17:13 Uhr. Kategorie Leben. Eine Antwort.

Album 020

12:56 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

Sudelbuch 117

07:44 Uhr. Kategorie Stuff. 2 Antworten.

LIEBESGRÜSSE AUS ISRAEL

Erinnert sich jemand an die Sprüche, die amerikanische GIs auf Vietnam-Bomben oder auf Fat Man und Little Boy im Zweiten Weltkrieg schrieben?

History repeating itself. Hier schreiben israelische Kinder auf Bomben, die gegen den Libanon abgefeuert werden.

Ugh.

19. Juli 2006 18:58 Uhr. Kategorie Stuff. 3 Antworten.

Sudelbuch 116

09:53 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

Album 019

18. Juli 2006 22:29 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

Sudelbuch 115

Werbung für The Filth von Grant Morrison und Chris Weston.

07:26 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

WE HAVE TO TEACH YOU HOW TO SEE

You are a designer. You have to eat the world with your eyes. You must look at everything as if you’re going to die in the next five minute, because in the relative scheme of things, you are.

Chip Kidd, The Cheese Monkeys

17. Juli 2006 12:11 Uhr. Kategorie Design. Eine Antwort.

Sudelbuch 114

08:40 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

Album 018

15. Juli 2006 08:43 Uhr. Kategorie Stuff. Eine Antwort.

Sudelbuch 113

08:17 Uhr. Kategorie Stuff. Eine Antwort.

Sudelbuch 112

14. Juli 2006 07:48 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

Album 017

13. Juli 2006 19:04 Uhr. Kategorie Stuff. 2 Antworten.

Mocky Navy Brown Blues

Der Kanadier Dominic Salole, der sich auch als Freund und Produzent von unter anderem Peaches und Gonzales einen Namen gemacht hat, realisiert auf seinem dritten Longplayer Navy Brown Blues den Durchbruch, den er mit Are + Be und dem Singletrack Sweet Music bereits angedeutet hat. Elektronische Produktion meets Akustiksoundmelancholie und das Ergebnis ist mal ein verhangenener trauriger Optimismus, wie der ja hoch und runter gespielte Track Fightin Away the Tears, aber auch Songs, die deutlich jazzfunkiger klingen, entfernt an Princes erste Gehversuche als Multiinstrumentalist (etwa an den trockenen Sparfunk von Lady Cab Driver) erinnern. Musikalisch ist das Ergebnis begeisternd, reduzierter Lowfi-Pop. Weniger eingängig ist Mockys Gesang, stets einen Hauch zu Martini, zu trocken, zu weit dem Niveau der Musik hinterherhinkend. Es fehlt der Charme, das Lässige in diesem Gesang, der nie schlecht aber auch nicht wirklich gut ist, der die Ruhe von Jacques Brel haben möchte, aber nicht erreicht. Das fällt umso dramatischer auf, wenn eine Frau wie Feist an den Gastvocals daran erinnert, wieviel mehr Feuer und Potential in Saloles Kompositionen und Arrangements stecken könnte, wenn man eine ausdrucksstarke Stimme anstelle des leicht lieblos herunterperlenden Männersprechgesangs hätte. Dessen ungeachtet ist Navy Brown Blues eine bestens hörbare Platte, die Laptop-Elektronica, Funk, Soul, Jazz und Akustiksound scheinbar mühelos vermengt und so auf bittersüße Art ideal zwischen allen Stühlen sitzt. Mocky schafft so den Sprung vom Geheimtip hinein in die Radiosender und den Mainstream und belohnt so das Four-Music-Label für die Ambition, mit sicherem Gespür auch Acts jenseits von griffigen Schubladen aufzubauen.

07:21 Uhr. Kategorie Musik. Eine Antwort.

Sudelbuch 111

06:25 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

Album 016

12. Juli 2006 23:27 Uhr. Kategorie Stuff. Eine Antwort.

Sudelbuch 110

17:07 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

NELLY FURTADO LOOSE

Ich mag Nelly Furtado eigentlich seit ihrem ersten Album Whoa Nelly. Jung, gutaussehend, hochtalentiert hat sie vom Erstling an einen international vermarktbaren Pop präsentiert, der trotzdem Ecken und Kanten hat, radiotauglich und doch nicht reiner Mainstream und obendrein selbstkomponiert. Die nöhlende Stimme der kleinen portugiesischen Kanadierin Ihr zweites Album Folklore wirkte deutlich gereifter,vielseitiger, tiefer als Whoa Nelly davor und in diesem Sinne ist Loose vielleicht ein Schritt zurück. Zurück zum Kommerz, wie schon das an eine Autogrammkarte erinnerde Starbildchen nahelegt. Zurück zum amerikanischen Markt, vor allem, den sie hier mit der Producercrew um Timbaland im Beyoncé-Stil zu bedienen versucht. Weil Furtado trotzdem mit ihren skurrilen Einfällen ab und zu durchblitzt, ist die Platte nicht ganz so glatt poliert, wie man befürchten müßte, aber gegenüber Folklore wirkt sie ungleich kommerzieller, stampfender und deutlich weniger ambitioniert. Ohne Zweifel eine Gute-Laune-Platte, Loose eben, aber auch ohne jeden wirklichen Tiefgang. Braucht es im Pop vielleicht auch nicht. Und die Rechnung scheint aufzugehen: Der Kracher Maneater und die US-Dancefloornummer Promiscous Girl haben das Album zum internationalen Durchstarter gemacht. Es gibt wirklich schlimme Tracks, wie Showtime oder In God’s Hands, aber auch insgesamt wirkt das Album eher wie ein Schritt zurück und es ist bedrückend, daß es kommerziell so erfolgreich ist, denn musikalisch ertrinken hier Furtados ehedem schöne Pop-Anflüge in Mr. Mosleys mißlungenem Versuch, sie zu einer zweiten ShakiraMadonnaBeyoncé zu modellen. Nichtsagend, flach, unsensibel, vorhersehbar und weitestgehend enttäuschend. Maneater macht Spaß, Promiscous groovt ganz nett und Afraid hat noch Energy, der Rest dümpelt schwer auf Halbflagge. Bleibt sehr zu hoffen, daß Furtado auf ihrem nächsten Release wieder etwas mutiger zu einem eigenen, einzigartigeren Stil findet und nicht nur auf den kurzfristigen Chart-Erfolg schielt. Unterm Strich eine Platte zum netten Nebenbei-Hören, aber weit entfernt von dem Potential des Vorgängers.

09:12 Uhr. Kategorie Musik. Keine Antwort.

Album 015

11. Juli 2006 19:50 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

THOM YORKE: THE ERASER

Anscheinend gelangweilt von den endlosen Diskussionen im Studio mit seiner Band Radiohead hat Thom Yorke sich zwischenzeitlich entschieden, ein Soloalbum zu veröffentlichen. Mit knappn 41 Minuten ist das lang erwartete Album im Grunde Radiohead Redux: In dem wunderbaren, aufwendig gestaltetem Digipack steckt eine CD, die sich nur wenig entfernt von dem, was wir von von den Post-OK-Computer-Radiohead kennen. Grooves und Instrumentierung erinnern an Kid A oder Hail to the Thief, insbesondere aber an die phantastische Amnesiac. Aufgrund der fehlenden Band wirkt das Album dabei etwas elektronischer, kühler, die Drums eher programmiert als live gespielt, vielleicht auch etwas skizzierter, als höre man eine Art Pre-Production für das nächste Radiohead-Album (allerdings eine verdammt perfekte). Drei vier Audio-Spuren mehr, der eigentliche Bandname aufs Cover und niemand wäre von diesem Album als Radiohead-CD überrascht gewesen. Und auch so ist es vielleicht einen Hauch enttäuschend, daß Yorke sich auf Solopfaden so derart treu bleibt, in seinem Gesangsstil, in der Komposition, selbst in den starken politischen Statements. Neue Wege beschreitet er hier sicher nicht. Ähnlich wie zuvor Roisin Murphy von Moloko sucht Yorke – gemeinsam mit Radiohead Producer Nigel Godrich – weniger das komplett neue oder andere, versucht sich nicht aus dem Band-Korsett zu befreien, sondern präsentiert eine sehr konsequente Weiterentwicklung des gewohnten Sounds. Einen Bruch, wie es Ok Computer ja für die Band selbst spürbar darstellte, daß White Album-Pendant von Radiohead, sucht man hier vergebens. Yorkes Suche nach einem minimalistischen, fast unsichtbaren Sound, nach einer zunächst simpel und fast naiv wirkenden Instrumentierung, deren Arrangement sich erst nach und nach in Schichten enthüllt und immer neue kleine Submelodien, seltsame Phrasierungen und verborgene kleien Gimmicks entblößt, ist hier einfach noch einen Schritt weiter getrieben als etwa auf Amnesiac, dem wohl ambitioniertesten Radiohead-Album und dem musikalischen Zwilling von The Eraser. Wie Amnesiac, wenn auch weniger zwischen Extremen oszillierend, weniger experimentierfreudig, ist Eraser eine Platte, die man immer und immer wieder hören kann, ohne daß Sie langweilig wird – im Gegenteil, sie entblättert sich in der Repeat-Moebiusschleife. Die Fusion von Studio-Technik (Loops, wabernde Synths, Electronica-Drumsounds) und Gitarrenpop ist hier vielleicht noch einen Tick konsequenter, weniger exzentrisch, kristallener. Die Platte ist konzentriert wie ein Diamant und wirkt doch entspannt, so als habe Yorke munter im Studio eigene Ideen mt Spurenelementen von Radiohead vermengt und mit viel Freude vorm Mikrophon gelitten.

Nicht wirklich ein Sommeralbum, sondern eher eine Platte für den Herbst, zeigt Eraser, daß Yorke seinen eigenen Stil nach all den Sprüngen mit Radiohead inzwischen gefunden zu haben scheint oder doch zumindest sehr konsequent auf einer Spur verfolgt. . Es gibt nur zwei Bands, die in ihrer introvertierten Emotionalität vergleichbvar sind – die sehr späten TalkTalk unter dem drogenvernebelten Mark Hollis und Sigur Rós, die allerdings sehr viel lauter und musikalisch ganz woanders sind. Yorkes nuschelnde Introvertiertheit läßt sich sicher weiter steigern… in Richtung minimal beat ist da noch viel herauszukitzeln und man darf gespannt sein, wie er sich weiterentwickelt, aber wenn es einen Zweifel gibt, wer der modern master of angst ist, beseitigt Eraser diese nachdrücklich: Niemand leidet derzeit so schön wie Thom Yorke.

Im besten Sinne ist Eraser ein Design-Album, ein Studie von Form und Wirkung, von Effizienz, von Ehrlichkeit und Ausdruck. Man merkt Yorke an, daß er nach einer Art musikalischem Haiku sucht, nach einer reinsten Ur-Form von seiner Musik im Jungschen Sinne, der er mit immer neuen Iterationen der an sich gleichen Songstrukturen näher und näher kommt. Yorke schreibt keine Songs mehr, er modelliert eine Skulptur. Jeder neue Song ist nur eine weitere Annäherung an den Perfekten Song, der irgendwo in der Tonmasse steckt und an den Yorke sich hervorarbeitet. Es ist nur konsequent, auf diesem Weg irgendwann ohne Band weitermachen zu wollen, Ballast abzuwerfen, noch schlichter und kleiner zu werden. Das das Piano als eines der essentiellsten Musikinstrumente bereits dominant im Sound vieler Songs ist, erscheint dabei symbolisch… auch Mark Hollis von Talk Talk endete schließlich als Soloact ja bei fast puren Piano-Tracks mit etwas Gesang, bei Musik, die mehr aus Pausen denn aus Füllungen bestand. Nicht umsonst erscheinen Hollis und Yorke als musikalisches Gegenstück zum Schreibstil von Samuell Beckett oder Jon Fosse. Die Suche beider Musiker nach einer minimalistischen Essenz scheint die gleiche, wenn auch der Weg unterschiedlich ist. Beide sind Poeten, die die reine Form einer Idee jagen.

Und es macht Spaß, Yorke bei dieser Jagd über die Schulter blicken zu dürfen.

08:13 Uhr. Kategorie Musik. Keine Antwort.

Sudelbuch 109

Mutilate – großartige Ausstellung in Antwerpen. Seitdem versuche ich zunehmend, als Designer auch wie ein Kurator zu denken.

06:43 Uhr. Kategorie Stuff. 2 Antworten.

Album 014

00:15 Uhr. Kategorie Stuff. Eine Antwort.

Sudelbuch 108

10. Juli 2006 17:35 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

Album 013

9. Juli 2006 15:30 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

Sudelbuch 107

Max Goldt.

04:35 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

Sudelbuch 106

8. Juli 2006 14:57 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

Lido

Kleiner Tip, den vielleicht noch nicht alle kennen. Das Lido in Düsseldorf ist ein puristisch strenger Kubus mit einer direkt mittig im Rhein gelegenen Terasse. Direkt unter der von JSK entworfenen neuen 150 langen Brücke zwischen Hafen- und Speditionsstraße (also sozusagen zwischen zwei Ingenhoven-Bauten, direkt hinter der Kaistraße 16) gelegen, ist die Ponton-Terasse wunderbar mit schlichten modernen Holzmöbel und einladend großen Bänken möbliert. Man hat einen großartigen Ausblick aufs Wasser, die Preise sind für den Schickimicki-Medienhafen passabel (0,75 Wein = 15€), und zumindestens unser Kellner war nicht allzu arrogant. Überhaupt ist unglaublich, wie sich der Medienhafen weiter und weiter entwickelt, auch wenn die moderne Architektur in ihrer Ballung allmählich etwas monoton zu werden droht. Mir fällt schwerer und schwerer, den Bauten eine eindeutige Handschrift zuzuschreiben, die stilistische Konvergenz der großen Architektur-Studios/Büros sticht hier förmlich ins Auge, Formen und Materialien sind nahezu austauschbar… es ist etwas frappierend daß ausgerechnet der alte Gehry-Bau immer noch am prägnantesten ist. Das insgesamte Flair, wenn auch teilweise, ganz im Beat von Düsseldorf, etwas chichi ausgefallen, ist auf jeden Fall einen Besuch wert und zeigt, wie man brachliegende Stadtbezirke tatsächlich binnen einer Dekade anschieben kann, daß Architektur und Design de facto wirken.

Photo von decapitated

11:22 Uhr. Kategorie Leben. Keine Antwort.

KLAU KEINE TÜTEN


10:14 Uhr. Kategorie Stuff. 3 Antworten.

LIFE IS WAITING

We must be willing to get rid of the life we’ve planned, so as to have the life that is waiting for us.

Joseph Campbell

via Jonathan Carroll

7. Juli 2006 19:33 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

Aicher.

Zu der gerade kursierenden Diskussion um integriertes Design Management stoße ich zufällig auf ein ganz altes Zitat von Otl Aicher, der ja einfach immer für Zitate gut ist:

eine klassische kompetenzzuweisung ist aufgehoben. unternehmer, produktdesigner, architekten und grafiker sitzen am selben tisch,. dies ist nicht im sinne von gleichzeitigkeit zu verstehen, obwohl der kreis oft größer ist, sondern im sinn von innerer beteiligung. jedes thema geht alle an. auch wenn die zuständigkeiten unterschiedlich sind. ausschlaggebend ist nicht die ressortkompetenz, sondern das bessere argument, der bessere vorschlag, die bessere begründung.

Die Welt als Entwurf ist nach wie vor mein Lieblingsbuch von Aicher, zerlesen und mehrfach annotiert und markiert, neben Obey The Giant von Poynor,  LifeStyle von Mau und The Art of Looking Sideways von Fletcher sicher mein am ärgsten geschundenes Buch. Aicher wartet hier selbst noch in an sich langweiligen Texten mit bemerkenswerten Betrachtungen auf, die ich vor zehn Jahren inspirierend und richtig fand und die jedes Jahr mehr DImension, mehr Wahrheit erlangen, die einfache Wahrheiten sind, die man zu oft vergißt, weil sie banal zu drohen werden. Wo sonst wird so klar formuliert, daß «wirklichkeit eine kommunikative leistung» (und damit unser aller Job) ist? Politisch, engagiert, meinungsstark gibt es hier so endlos viele sätze, die man abnicken will. Noch ein paar Kostproben…

design ist zu begründen.

ein stuhl, auf dem man schlecht sitzt, ist ein schlechter stuhl. gutes design wird er nie.

die wahrheit liegt in der sache, nicht darüber.

design degeneriert zur verkaufsförderung. es wird zum eleixier des konsums. … das prinzip des fortschritts heißt umsatzsteigerung durch noch schöneren konsum. … vom bedarfskonsum treten wir über zum symbolkonsum. … ökonomie ist heute die herstellung säkularisierter transzendenz.

die natur kennt keine ästhetik gegen die vernunft.

zeitgeist ist ein begriff, der den zeitgeist besonders gut trifft. … jeder darf ihn so verstehen, wie er ihn formuliert.

die tätigeit des designers ist eine wertung.

ein designer ist ein moralist…, setzt sich zwischen alle stühle, hat zu wählen und zu entscheiden und … glaubwürdige resultate zu finden. er hat spannungen, differenzen und konflikte auszutragen.

der versorgungsstaat, der allen ökonomische sicherheit … verspricht, hat zur anspruchsgesellschaft geführt, die keine interessen mehr hat. … die kehrseite des versorgungsstaates ist der genehmigungsstaat, der aufsichtsstaat.

design ist aber schon von der gesinnung her frei vom personenkult der kunst. design ist für alle da. … der zwang zum personenkult kommt von der herrschaftskultur.

eine sache nicht nur schön zu machen, sondern richtig, setzt zusätzliche kreative fähigkeiten voraus. … design hatte eine moral.

moden entstehen immer dann, wenn formen beliebig sind… wo sie nichts vertreten, sind sie austauschbar.

die heutige architektur will keine probleme mehr lösen, sie will erscheinungen erzeugen.

es ist wie mit dem staat: jeder schimpft auf ihn und fühlt sich durch ihn in seiner freiheit eingeengt, aber alle erwarten, da er uns versorgt. sie kommen alle gelaufen, wenn er orden verteilt.

man kann nicht existieren, ohne sich zu zeigen, und wie man sich zeigt, so ist man.

der designer ist der philosoph des unternehmens, der sie … wahrnehmbar in erscheinung bringt.

im design sollte man keine angst vor den allereinfachsten lösungen haben, wenn sie die sache treffen. nur der schmuck und das dekor betreiben aufwand.

design ist der lebensvorgang eines unternehmens. … design … ist nicht ein mäntelchen, es is das zentrum der unternehmenskultur, der innovativen und kreativen beschäftigng mit dem unternehmenszweck.

noch sind grafiker frei. sie leben in der freien luft des wirklichen könnens. die stimulation ihrer arbeit kommt aus ihrem eigenen tun.

…und immer so weiter. Wer Design studiert, sollte um dieses Buch nicht herumkommen. Wer Designer ist, sollte es vielleicht einmal im Jahr lesen.

18:52 Uhr. Kategorie Design. 2 Antworten.

NIMM JESUS

16:51 Uhr. Kategorie Stuff. 2 Antworten.

Album 012

16:42 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

Howard Hughes: The Untold Story

Howard Hughes ist einer dieser gigantischen amerikanischen Mythen, die heute fast in Vergessenheit geraten sind. Ins Gedächtnis gerufen wurde er mir vor allem durch seine Nebenrolle in James Ellroys großartigem American Tabloid, aber sicher nicht zuletzt auch durch den Film Aviator, der durch genau dieses Buch inspiriert ist, das Hauptdarsteller Leonardo diCaprio wohl gelesen hatte. Brown und Broeske entfalten eine Lebensgeschichte, die sich von Anfang bis Ende wie ein Thriller liest: Die Story des überverhätschelten Jungen, der sich zum Filmmogul, Flugpionier, Geschäftsmann, Militärindustriellen und Liebhaber nahezu jedes Stars in Hollywood aufschwingt und dessen Ende als Gefangener seiner eigenen Zwangsneurosen und seiner mormonischen Berater-Mafia umso tragischer wirkt. Das Buch melkt natürlich die alte Genie-und-Wahnsinn-Geschichte, tut dies aber auf eine hochspannende Art. Man hat oft das Gefühl, man liest vier Biographien gleichzeitig, weil Hughes einfach so hyperaktiv war, so monomanisch. Der Pilot, der mit 14 seinen ersten Flug macht, 1935 beginnt, erste Rekorde aufzustellen, eigene Flugzeuge (mit)entwickelt, 1938 in unter vier Tagen die Welt umrundet, 1946 bei einem Absturz seiner revolutionären XF-11 in Beverly Hills fast ums Leben kommt und mit schweren Brandverletzungen davonkommt, um den Flug nur zwei Jahre später erfolgreich zu wiederholen, Chef von TWA wird und diese Airline zum ernsthaften Konkurrenten für PanAm aufbaut. Der Erfinder, der Waffen und radikal neue Flugzeug- und Helicopterkonzepte erfindet, Satellitenprototypen mitentwickelt und Air-to-Air-Missiles entwickelt. Der Filmemacher, der bereits 1930 mit dem absurd teuren und in Sachen Flugzeugcinematographie unübertroffenen Hells Angels in die Filmgeschichte einging, der hinter Scarface, The Outlaw, Stromboli, Angel Face und zahllosen anderen Produktionen stand. Der Womanizer und seine endlosen Affairen mit Stars wie Joan Crawford, Bette Davis, Ava Gardner, Jane Greer, Jean Harlow, Rita Hayworth, Katherine Hepburn, Janet Leigh, Ginger Rogers, Jane Russel und Lana Turner, der sich zugleich einen regelrechten Harem an namenlosen Starlets hielt, die er mit Knebelverträgen an seine Produktionsfirma RKO band, in gemieteten Wohnungen wie Gefangene hielt und eher wie Sammelstücke behandelte, die er haben mußte, dann aber vergaß… und der beispielsweise versuchte, Sylvester gleichzeitig mit drei seiner Ladies zu verbringen, ohne daß die Frauen voneinander wußten. Schließlich die tragische Figur, von Zwangsneurosen und Krankheiten geschüttelt, der am Ende seines Lebens unter Überdosen von Drogen hinter geschwärzten Fenstern dahinvegetierte, nackt, ungepflegt, verdrogt, die Fingernägel so lang, daß sie sich einrollten, Opfer jener Mormonen, die ihn eigentlich pflegen sollten und die sich nach und nach durch Intrigen und clevere Strategien sein Imperium aneigneten, Hughes überhaupt nur noch vom Valium und Codein nahmen, um ihn der Presse vorzuführen oder ihn Verträge unterzeichnen zu lassen, bevor sie ihn am Ende en route zu einem Hospital einfach sterben ließen. Ein Finale wie von Shakespeare erdacht, ein intriganter Königshof um einen genialischen, aber dem Wahn verfallenen Caesaren. Sein descent into madness ist beängstigend geschildert und steigert sich von seltsamen Verhaltensauffälligkeiten zu seitenlangen manischen Anweisungen zum ausgeprägten Wahn – Hughes verbrennt regelmäßig seine Kleidung, vermeidet Körperkontakt jeder Art, ernährt sich fast ausschlielich von Hershey Schokoladenriegeln und faßt wirklich alles nur noch mit Kleenex-Tüchern an. Er verfaßt seitenlange manische Anweisungen, wie seine Kleenextücher-Schachteln zu positionieren sind, wie «Nahrung» zuzubereiten ist; er bauftragt ein Heer von Detektiven, die seine Gespielinnen ausspionieren. Am Ende starb Hughes geschrumpft, dehydriert, übersäht mit Injektionsspuren, von Fehlernährung angeschwollenem Bauch, mit nur noch 45 Kilo völlig unterernährt, mit Syphillis dritten Grades und stark degenerierten Hirnzellen, im April 1976, nachdem seine Berater ihn drei Tage lang bewußtlos in Acapulco, Mexiko hielten, auf dem Flug in ein Hospital in Houston, wo seine Lebensreise auch begann.

Zu sagen, daß Hughes Leben ein Krimi gewesen ist, wäre eine Untertreibung. The Untold Story deutet auch Verstrickungen mit der US-Regierung (darunter eine grandiose Farce in Zusammenhang mit der Watergate-Affäre, durch die Hughes eher unfreiwillig Nixon zu Fall brachte, den er eigentlich sehr bewunderte), mit Geheimdiensten und deren Ex-Mitarbeitern an, die jeden Verschwörungstheoretiker glücklich machen dürften. Am Ende legt man das Buch kaum aus der Hand, so spannend und so tragisch endet die Story. Es ist kein Wunder, daß Stan Lee seinen Iron Man (Anthony Stark) an Howard Hughes Skandalen und Genie orientierte (noch bevor Hughes endgültig aus der Öffentlichkeit verschwand), oder daß eben James Ellroy die Intrigen um den späten Hughes als Backdrop für seine düsteren Moralgeschichten aus den USA der 60er nutzt. The Untold Story ist ein hochspannendes Buch, und Peter Harry Brown und Pat H. Broeske geben sich alle Mühe, die Solidität ihrer Recherchen zu belegen, was auch nötig ist, weil vieles einfach zu unglaublich klingt. Oft hat man das Gefühl, die Autoren deuten aus Angst vor Prozessen einiges nur vorsichtig an oder kontern sogar nach ihren fast 600 Gesprächen mit Vertrauten und Zeitgenossen von Hughes bewußt einige Gerüchte – wie etwa die homosexuelle Beziehung zwischen Cary Grant und Hughes –, aber das bestärkt nur das Gefühl, daß Hughes eben wirklich eine amerikanische Legende geworden ist, größer als der tatsächlich dahinterstehende Mensch, den man nun einmal nie ganz wird durchdringen können. Und genau so hätte er es auch gewollt – Hughes hat schließlich bereits zu Lebzeiten versucht, seine sämtlichen Unterlagen zu vernichten, um wie Greta Garbo zum Mythos zu werden. Und das ist ihm gelungen. Howard Hughes bleibt ein faszinierendes Paradox.

14:41 Uhr. Kategorie Buch. Eine Antwort.

Sudelbuch 105

10:56 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

ALBUM 011

6. Juli 2006 14:41 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

Sudelbuch 104

12:57 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

UNILEVER



Link via Fabian… Unilever erklärt das neue Logo. Ich liebe dieses wunderbar verdrogte kleine Dingen.

5. Juli 2006 23:08 Uhr. Kategorie Leben. 10 Antworten.

EFFECTS

Altes Zitat, gefunden im Anhang von Seáns eMail-Adresse…
EFFECTS ARE PERCEIVED, WHEREAS CAUSES ARE CONCEIVED. EFFECTS ALWAYS PRECEDE CAUSES IN THE ACTUAL DEVELOPMENTAL ORDER > MARSHALL MCLUHAN

21:57 Uhr. Kategorie Design. 2 Antworten.

Kraftwerk Vocoder




Von Marc kommt gerade dieser Link zu einer beendeten eBay-Auktion, wo für 12.500$ ein angeblich von den Kraftwerk-Gründern Ralf Hütter & Florian Schneider verwendeter Vocoder aus den 70s verkauft wird. Höllisch gutes Sammlerstück, muß ich sagen… und ganz nebenbei auch wunderschön.

Die Mutter aller Transistor-Vokoder, Prototyp der frühen 70er, exklusiv gebaut für ein Elektronik-Duo dieser Periode, dokumentiert auf Rückseite Schallplattenhülle von KW’s “Ralf&Florian” und in einer Zeichnung auf dem der Platte beigefügtem Comic-Poster.

Der Apparat wurde bei der Studio-Produktion von 3 Musik-Stücken verwendet, “Ananas-Symphonie” , Mikrophon für Elektro-Gesang und Verwendung von Hawaii-Gitarre und Rhythmus-Maschine für den Begleit-Rhythmus, desgleichen bei “Kristallo” , Rhythmus-Maschine und EMS-Synthesizer, bei einer weiteren Aufnahme wurde das Gerät zur Intro von “Autobahn” benutzt.

Der Vokoder besteht aus Analyse- und Synthese-Filterbänken zu je 12 Kanälen , 2 Kompressoren für jeweils Sprach- und Ersatz-Signal-Eingänge , stimmhaft/stimmlos-Detektor sowie Filter-Matrix-Steckfeld.

Das Gerät wurde von den Elektronik-Ingenieuren Dipl.Ing.P.Leunig und Dipl.Ing.K.Obermayer aus dem Umfeld der physikalisch-technischen BundesAnstalt (PTB) Braunschweig entworfen und konstruiert.

Später wurde das know-how in abgespeckter Form von einem namhaften Studio-Ausrüster, R.Barth K.G., Hamburg zu einer Kleinserie unter dem Typennamen MUSICODER weiterentwickelt.

21:16 Uhr. Kategorie Technik. 15 Antworten.

Sudelbuch 103


10:03 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

ALBUM 010

4. Juli 2006 22:55 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

Sudelbuch 102

06:22 Uhr. Kategorie Stuff. 2 Antworten.

LEXICHAIN ROUND 8: Lars Harmsen vs Romesh Naik

Am Slanted-Stand auf der Typo 2006 das Gefecht der Giganten. genial, wie die beiden eine Zeitlang nur noch Wie Tick Trick und Track einfach ihr Worte vervollständigen. Play-Station. Kreuz-Berg. :-D. Enjoy. Die Online-Fasung gibts hier, jetzt mit allen Texten drin.

3. Juli 2006 23:23 Uhr. Kategorie Design. Eine Antwort.

Album 009

13:11 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

Sudelbuch 101

10:15 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

Sudelbuch 100

2. Juli 2006 21:01 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

Moment

A moment is the best you can expect from perfection
Chuck Palahniuk

1. Juli 2006 20:59 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

Sudelbuch 099

Titanic…

16:15 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

ALBUM 008

00:15 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.


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