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ROADTRIP

Okay, in der Theorie war es eine lustige Idee, in nur fünf Tagen Sulzburg, Verona und Zürich besuchen zu wollen. Mittwoch los, Donnerstag nach Italien, Freitag in Verona, Samstag nach Zürich, Sonntag zurück.
In der Praxis war es aber eigentlich auch sehr nett. Nur die extremen Staus in Richtung Italien bei 38° und auf der Rückfahrt ein sehr stillstehender Stau vor dem St.-Gotthard-Tunnel waren dann doch etwas anstrengend und haben die Fahrzeit auch um jeweils drei bis vier Stunden hochgepusht, was eher unschön war. Bei Kaupp in Sulzburg war es einfach rundherum schön, man sieht sich zu selten, aber wenn ich da bin, fühle ich mich immer hochwohl und freue mich aufs Wiedersehen. Die Durchfahrt durch die Schweiz war schnell und idylllisch, als würde man durch eine surreale Art Modeleisenbahnlandschaft fahren, Norditalien ist hingegen schrecklich häßlich – zumindest aus Autobahnperspektive –, nur abgenutzte Gewerbebauten und Bauruinen, verdörrte Landschaft, das weltdümmste Mautsystem, sehr erschreckender Kontrapunkt nach der wunderschönen Schweiz. Verona ist für einen Kurztrip aber mehr als traumhaft, die Altstadt zwar sehr touristisch aufgeputzt, aber architektonisch wirklich umwerfend. Es macht einfach Spaß, da am späten Abend zuzusehen, wie die Leute feingemacht in die Oper gehen (die aber nun wirklich schrecklich auf Touristik getrimmt ist – nur Aida, Tosca, Carmen und diese Art von massenkompatibler Oper, schade, aber so kriegt man die Arena wahrscheinlich am ehesten voll). Wäre man noch länger in Verona geblieben, hätten wir uns sicher noch schön an den Gardasee legen wollen, aber so ging es nach Zürich, wo wir nicht nur den Abend sehr sehr direkt entspannt am Limmatufer verbrachten und Nachtschwimmern zusahen, sondern am nächsten Morgen auch den supercharmanten Thierry Blancpain getroffen haben, der per se die Reise nach Zürich wert gewesen wäre. Ich hoffe, im Herbst schaffen wir noch mal einen Kurztrip nach Zürich, die Stadt ist ein paar Tage mehr wert. Vielleicht wenn es im frühen Oktober noch etwas sonnig ist… Schließlich Sonntag abend noch nach Köln, charmanter Absacker mit Nina und heimwärts.

Im Grunde habe ich – obwohl ich mir so vorgenommen hatte, endlich wieder mehr zu photographieren – nie Lust, bei rund 38° die Kameratasche immer mit mir herumzutragen. Und ich kam mir damit auch arg touristisch vor, und war auch meist zu sehr mit anderen Dingen (im Gras liegen, trinken, essen, quasseln, entspannen) beschäftigt, um mich wirklich auf Bilder zu konzentrieren. Ich habe nur einen Mittag kurz in Verone etwas herumgeknipst und auf der Fahrt über den St-Gotthard-Pass, der wirklich eine Überfahrt mehr als Wert ist, weil einfach wunderbar, das fangen die Photos nicht wirklich richtig ein. Wenn ihr durch die Schweiz wollt, nicht den Tunnel nehmen, sondern den Pass. Jedenfalls solange es hell und das Wetter gut ist ;-). Die Photos sind etwas ungebürstet und nicht groß bearbeitet und zum Teil für meine Verhältnisse seltsam Touri-mäßig, aber es wäre kein echter Urlaub ohne eine Dia-Show, oder? Aaaaalso….

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31. Juli 2006 16:05 Uhr. Kategorie Leben. 27 Antworten.

CYBERPORT

Okay, ich bin seit längerer Zeit Kunde bei Cyberport. Zum einen, weil die Preise halbwegs fair sind, nicht wirklich preiswert, aber okay, zum anderen, weil ich als Kunde gern einen festen Anlieferer für so Kleinzeug habe, einfach um des besseren Services willen. Ich hab keine Ahnung, für wieviel Euro ich so in den letzten Jahren bei Cyberport bestellt habe, aber es ist sicherlich eine ganz nette Summe unterm Strich. Monitore, Kameras, Peripherals halt. Ich hätte auch mein Asus dort bestellt, wenn Cyberport eine Konfigurierung des Laptops angeboten hätte.
Heute bekomme ich die 270-Mbit-Netgear-Karte, ein Warenwert von etwa 100 Euro, die ich in der Annahme bestellt habe, mein Asus W2JC würde PCMCIA in den Slot bekommen, zurück. Die Retoure könne nicht akzeptiert werden, da die Ware ja geöffnet sein. Ja super.
Zum einen bekomme ich sogar bei Amazon geöffnete Ware in der Regel blitzschnell und ohne Streß retourniert und gutgeschrieben, und oft sogar das Porto wieder erstattet, zum anderen kann ich bei Hardware nie wissen, ob sie paßt, bevor sie nicht ausgepackt ist.
Service ist ganz definitiv anders. Das gibt noch ne böse eMail von mir, aber im Grunde erwarte ich in solchen Fällen automatische Kulanz, zumal die Sache absolut originalverpackt zurückgegangen ist.

Wird wohl Zeit, sich einen neuen Dienstleister in Sachen Peripherals zu suchen…

11:29 Uhr. Kategorie Technik. 6 Antworten.

Noch ein Sticky…

Echte Hundedressurshow heute.
Noch ein Stöckchen, diesmal von Markus…der wissen will, welche Bravo vor meiner Geburt draußen war. Was ist denn derzeit los mit der Bravo? Erst ist sie bei Jürgen, dann hat man selbst zufällig aus Spaß plötzlich so ein Blatt nach 20 Jahren wieder in der Hand, jetzt das. Etwas viel Synchronicity, oder?
Hier jedenfalls das ausgesprochen todhäßliche Cover, daß meine Eltern aber mal sowas von sicher NICHT gekauft haben… :-D

09:22 Uhr. Kategorie Leben. 8 Antworten.

Sticky from Nicky

Kaum komm ich aus dem Drive-by-Urlaub zurück, liegt nicht nur ein fehlgeleitetes Kurierpaket einer Druckerei vor der Tür, das eigentlich zum Kunden sollte (daaaanke), sondern auch ein Stöckchen von Nick Blume… irgendwie sind Bloggern anscheinend verkorkste HUndedresseure, oder? Anyway…

>Top 5 Social Media Tools
Was sind Social Media Tools? Wenn ichs richtig verstehe: eMail, ICQ/Miranda, Telefon, Blogs, Foren

>Warum bloggst Du?
Wenn ich das mal selbst wüßte.

>Seit wann bloggst Du?
Seit Februar 2005, danach etwa 1 Jahr ein Forum, das recht ähnlichen Stil hatte, bevor ich die Form dem Inhalt angebpaßt habe ;-D.
>Selbstportrait
Hier

>Warum lesen Deine Leser Dein Blog?
Wenn ich das mal wüßte.
Wobei ich es offiziell habe, daß einige nicht lesen.

>Welche war die letzte Suchanfrage, über die jemand auf Deine Seite kam?

Rolling Stones Köln Bilder, 31. July, 8:32, aus Bonn.

>Welcher Deiner Blogeinträge bekam zu Unrecht zu wenig Aufmerksamkeit?
Zu Unrecht? Keiner :-D.

>Dein aktuelles Lieblings-Blog?
Ein spezifisches gibts da gar nicht so. Das hier ist ganz witzig.  Ansonsten halt die üblichen Verdächtigen.

>Welches Blog hast du zuletzt gelesen?
Heute? Naja, natürlich das von Nick, davor kurz die endlose Juli-Debatte beim Fontblog noch mal einen letzten Meter weitergeritten :-D. Ich hab noch nie gewußt, wann man eine Party verlassen sollte.

>Wie viele Feeds hast du gerade im Moment abonniert?
Gar keine. RSS ist mir zu nerdy, der Traum, alles auf einmal zu wissen, hyperinformiert zu sein. In Wirklichkeit war ich nur hypergenervt nach einer Weile. Inzwischen besuche ich Sites wieder live, da hab ich auch was vom Layout und so.

>An welche vier Blogs wirfst du das Stöckchen weiter und warum?
Annika. Stef. Sarah. Pia. Die ich alle nicht kenne, die dieses Blog auch gar nicht lesen, aber weil ein paar Frauennamen sich einfach immer gut machen.

09:09 Uhr. Kategorie Leben. Eine Antwort.

RED DOT 2006



Na, das ist ja mal ein schöner Tagesauftakt.
Gerade kam via Mail, daß wir dieses Jahr drei Red Dot Awards für hohe Designqualität geholt haben, gleich zwei für die Bielefelder Philharmoniker (Abendprogramme und Saisonheft), einen fürs Theater Bielefeld (Abendprogramme 5/6). Riesendank an Tilmann Boettcher, Peter Kuhn, Uwe Sommer und Brigitte Schiller, die hauptverantwortlich hinter dem Erfolg der Bielefelder Philharmoniker standen und an die Dramaturgen des Theater Bielefeld, die die Abendprogramme trotz so mancher interner und externer Kritik mit breiten Schultern und Glauben an gestalterische Qualität ermöglicht haben – Uwe Bautz, Claudia Lowin, Monika Gysel, Uwe Sommer, Anke Hoffmann und Christine Grunert, fühlt euch umarmt.

Die Abendprogramme haben damit übrigens das zweite Mal in diesem Jahr eine Auszeichnung erfahren, vorher gab es dafür ja noch den iF Award 2006. Ich hoffe ja, daß wir 2007 ein neues spannendes Theater finden, mit dem wir diese Erfolgsstory weiter fortsetzen können ;-). Ich hätte so richtig Lust auf Dortmund oder Köln, muß ich mal sagen. Bettina Peschke und Karin Beier sind zwei Frauen, mit denen ich mir eine Zusammenarbeit hochspannend vorstellen würde.

26. Juli 2006 09:12 Uhr. Kategorie Arbeit. 22 Antworten.

Sudelbuch 121


Glückskeks-Orakel…

08:26 Uhr. Kategorie Stuff. Eine Antwort.

Album 022

25. Juli 2006 16:37 Uhr. Kategorie Stuff. 4 Antworten.

ROLLING STONES KÖLN LIVE

Ich bin etwas mit Zweifeln zu diesem Konzert gegangen, weil die Rolling Stones zwar eine ikonische, wichtige Band sind, deren erste drei Alben in keinem Schrank fehlen dürfen und die neben den Beatles und Pink Floyd zu den wichtigsten und meistzitierten Grundsteinen der Rockgeschichte hören, ich aber mit den Stones von heute wenig am Hut habe.

Die Show im Müngersdorfer Stadion an sich ist die pure Perfektion. Die architektonisch durchgestaltet wirkenden, gewölbten Lichtträger an den Rändern der Bühne ragen bis unter die Stadiondecke, über 100 Meter hoch, fassen auf zwei Rängen rund 200 Personen, die onstage die Show verfolgen dürfen, sind mit LED-Animationen hinterlegt, die die große zentrale LED-Bildschirm-Einheit farblich abgestimmt begleitet und fassen eine Vielzahl von Licht- und Pyrotools für die Show, darunter auch transluzente Flächen, die farbig durchleuchtet werden. Die Bühne selbst hat drei Plattformen, links rechts und eine über der eigentlichen Bühne, dazu zwei ausgreifende Arme, in denen weitere Licht/Monitoringeinheiten untergebracht zu sein scheinen. Die Lichtshow ist jeden Penny des Eintritts wert. Perfekt auf den Verlauf von Abendlicht zu Nacht abgestimmt, steigert sich die Lightstimmung mit jedem Song, verbindet Live-Video mit Einspielungen und vergreift sich eigentlich nur ein- oder zweimal im Ton, etwa bei dem Bigger-Bang-Einspieler am Start, der schon wie etwas aufgesetzt US-Bombast wirkt. Grandios aber ist vor allem die Idee, für Front-of-the-Stage-Karten über 200 Euro zu nehmen (den Innenraum also in zwei Bereiche, hinten für Normalzahler, vorn für Deluxekunden zu unterteilen) und bis zu 450 Euro für den Onstage-Bereich zu nehmen… um dann mitten im Konzert die Bühne so weit nach vorne ins Stadion zu fahren, daß eben genau diese Leute faktisch gar nichts mehr sehen und die billigsten Plätze, ganz hinten im Stadion, für drei Songs die beste Sicht haben. Nice. Was die Stones an Bühnentechnik auffahren, an Design, an sense of architecture… großartig. Da wunder es nicht, wenn man mit 123 Trucks anreist.

Um so sympathischer, daß die Combo selbst in all diesem virtuellen Exoskelett gar nicht so perfekt wirkt wie das Drumherum. Es ist fast verblüffend, wie eine Band, die mit insgesamt 14 Leuten auf der Bühne steht (darunter vier Bläser, drei Chorsänger, davon einer noch mit Akustikgitarre zwei Keyboarder und Bassmann Darryl Jones) irgendwie immer noch so klingt, als sei sie im Proberaum oder in einem kleinen Club. Ron Wood verdudelt sich in seinen Soli eigentlich permanent, Richards hat hier und da Timingprobleme und Gentleman Charlie Watts spielt im Grunde immer die gleiche Schlagzeugfigur, no matter which song. Wohltuend, wie unperfekt die Band spielt und wieviel Spaß Richards und Wood dabei zu haben scheinen. Der Sound wirkt gemessen an der großartigen Vorband Razorlight sogar etwas dünner, vielleicht weil Watts’ altes Gretsch-Kit nicht soviel Power abgibt (wird denn da etwa nichts angetriggert?). Razorlight fand ich übrigens wirklich groß, auch wenn das Publikum etwas undankbar war. Schön zu sehen, daß die Stones sozusagen den eigenen Nachwuchs, die neuen angry young man with massive drug problems, an die Bühnenfront holen. Very trendy.

Wie leider jede große Band sind auch die Stones zu ihrer eigenen Coverband verkümmert und spielen bangbangbang die großen Hits durch. Der Aufbau ist immer der gleiche: Du startest mit zwei Krachern, spielst dann ein paar Tracks des neuen Albums, dann kommt die VanityZone, wo eventuelle Solosongs von einzelnen wichtigen Mitgliedern Raum haben müssen, während der eigentliche Sänger sich entspannen darf, und dann Best-of. Genau so läufts hier auch. Mit Streets of Love wird die neue SIngle promoted, ich glaube es gab noch ein zwei Songs von Bigger Bang, ein wunderbares Cover von Ray Charles Night Time is the Right Time, mit einer vorhersehbaren aber trotzdem grandiosen Soloeinlage der schwarzen Backgroundsängerin, dann zwei Songs von Keith Richards (der herrlich relaxt seine Ansagen macht, die Kippe wegschnippt und anfängt zu spielen, um nach seinen Songs die Kippe wieder irgendwo vom Bühnenrand aufzuklauben, großes Kino)… und ab da HitsHitsHits. Ich selbst mag mich da als Stones-Laie gar nicht beschweren, aber irgendwie stelle ich es mir surreal vor, als Band 30 Jahre lang immer wieder Satisfaction spielen zu müssen. Stillstand olé.

Und auch als Fan freue ich mich eigentlich immer eher, wenn die Bands nicht nur ihre Chartserfolge runterballern, sondern eher obskure und coole Nummern spielen. Ich erinnere mich da an David Bowie bei der 1st Outside-Tour, wo er nur ganz alte Sachen und ganz neues Material spielte (mit Ausnahme des unsagbar schlechten Under Pressure)… und GOTT, war das ein ein brilliantes Konzert, bei dem der Mann ganz offensichtlich richtig Spaß hatte, weil er sich nicht als lebende Musikbox mißbauchen lassen mußte. Bei Sting nervt mich endlos, daß er nur noch gnadenlos die Massenfans bedient. Und so würde es mich vielleicht auch als Stones-Fan eher freuen, wenn da nicht bei jeder Tour gnadenlos die immergleichen berechenbaren sicheren Tracks abgeliefert würden. Als Nicht-Fan fand ich es aber natürlich schon lustig, mich mal so durch die Highlights der Bandgeschichte zu hören. Zumal gerade Sympathy for the Devil, eins meiner Stones-Lieblingslieder, großartig gegeben wurde. Wo Mick Jagger die Energie hernimmt, wie ein Tiger über die Bühne zu prowlen, zu posen, zu gurren, zu rennen und sich über 90 Minuten lang so hypersexy zu verausgaben… keine Ahnung. Aber ich würde mich nicht wundern, wenn bei dem alten Herren nach einem Konzert immer noch die 18jährigen Groupies wie hypnotisiert an die Tür klopfen. Als Gott den Sexappeal verteilte, stand Jagger dreizehnmal in der Schlange, denke ich.

Das lustige an den Stones ist ja, daß die Zeit sie wieder eingeholt hat. Während die Band in den 80ern fast weg war, ist sie jetzt wieder sehr in tune mit den neuen britischen Bands und dem Drug-Chic-Look der New New Wave. Gerade Jaggers Look ist so up to date, da es fast erschreckend ist, weil er sich ja eigentlich nicht verändert hat, sondern die Mode nur Full Circle gegangen ist und dünne Männer in schwarzen T-Shirts und engen Jeans wieder angesagt sind. Entsprechend modern klingen die Stones eigentlich auch, und entsprechend durchwachsen ist auch das Publikum, von 20jährigen Hipstern, die mal hören wollen, was die Dandy Warhols oder Infadels denn nun eigentlich so inspiriert, bis hin zu den 50 bis 70jährigen, die – zum Teil mit mitgebrachtem O-Saft im Tetrapack und kleinen Frikadellenbällchen – in einer Art munterem Picknick ihre Jugend nachleben und etwas Rentnerschwof haben.

Denn das ist natürlich der eigentliche Verdienst der Stones: Sie zeigen ihren Fans, daß man in Unehren alt werden kann. Das man es finanziell schaffen darf und sich auch anpassen muß, sich aber innerlich treu bleiben kann, Rock’n'roller bleibt. Die doch recht bürgerlichen Besucher des Publikums ebenso wie die altgewordenen Rockertypen brauchen diese Botschaft beide gleichermaßen, um sich in ihrem jeweils ja ganz unterschiedlichem Dasein (Anpassung vs. Verweigerung) bestätigt zu fühlen. Die Stones, genau an der Schnittkante dieser beiden Lebensentscheidungen balancierend, sind so ein Bindeglied, daß beiden Gruppen erlaubt, sich in ihren Lebensentscheidungen bestätigt zu fühlen und sich mit den Stones zugleich selbst zu feiern – nicht zuletzt auch, weil man überlebt hat. Die Stones sind noch da, anders als Jimi und Janis und John, und aus dem Publikum hörte ich immer wieder, das sie fast jede Tour besuchen, weil man ja nie weiß, wie lange es die noch geben wird, man wird ja schließlich nicht jünger. Und so feiern an diesem Abend die Stones ihr Überleben gemeinsam mit anderen Überlebenden und mit uns Youngstern, die wir hoffen, auch im Alter noch so cool zu ein wie Mick & Keith. Vom ersten bis zum letzten Moment ist ein Stoneskonzert insofern ein Monument wider das Alter, der Sieg des Willen über das Fleisch.
Es gibt schlimmeres.

16:11 Uhr. Kategorie Live. 2 Antworten.

Intelligence. Humanity. Courage.

Intelligence, humanity and courage. The combining of these three virtues may seem unobtainable to the ordinary person, but it is easy. Intelligence is nothing more than discussing things with others. Limitless wisdom comes from this. Humanity is something done for the sake of others, simply comparing oneself with them and putting them in the fore. Courage is gritting one’s teeth; it is simply doing that and pushing ahead, paying no attention to the circumstances. Anything that seems above these three is not necessary to be known.

Yamamoto Tsunetomo: Hagakure.

14:32 Uhr. Kategorie Stuff. 11 Antworten.

REISEPLANUNG

Es ist zumindest semioffiziell, ich komm mal aus dem Büro. Un-glaub-lich.

Mittwoch nach Sulzburg, von dort am Donnerstag nach Verona, vielleicht kurz zum Gardasee, dann Samstag auf Sonntag kurz nach Zürich und dann wieder heimwärts, ein paar Projekte finishen. Wahrscheinlich werd ich unterwegs etwas arbeiten müssen, aber für mich ists ein Luxus, auch mal nur für ein paar Tage ganz «off» zu sein, zumal ich in Italien kein Web habe. Und dann vielleicht sogar im Herbst nochmal, die Sonnenseite der Tatsache, daß man nächste Saison noch keinen Theaterstress hat. Schadet mir nichts, mal rauszukommen nach drei Jahren ohne Urlaub und nach dem letzten Jahr, denke ich. Obwohl mir drei Wochen Australien lieber wären ;-D.

14:11 Uhr. Kategorie Leben. Keine Antwort.

Sudelbuch 120

Später wurde aus dieser Idee dann ein Buchcover ;-)

11:50 Uhr. Kategorie Stuff. 6 Antworten.

Welcome Back Kirsten

Nach drei Wochen in Frankreich und einem Kameraspeicher voller Superbilder, die demnächst in ihrem Mitmachblog auftauchten dürften, ist Kirsten wieder im Urlaub. Auch auf die Gefahr hin, daß das Blog nach den Hollandbildern nun echt langsam zu «HDs-Freizeitblog» mutiert (was nicht der Fall ist, dafür fehlt echt zu viel), muß man doch ein paar Bilder von gestern zeigen, einem für Kirsten todlangweiligen Abend am Beach, in der Fabrica Italiana und auf einem alten Schulhof in Süd, wo wir noch eine grandiose Bravo gelesen, eine streunende Katze mit Chips gefüttert und uns gegenseitig angeblitzt haben.
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10:59 Uhr. Kategorie Leben. 13 Antworten.

Sudelbuch 119

24. Juli 2006 23:57 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

GRILLAFFEN IN THE DUTCH MOUNTAINS

Eigentlich bin ich ja kein Fan von Deutschen auf Hollandkurzurlaub, hauptsächlich wegen Klischealarm. Aber damn,d as war ein nettes Weekend. Erst am Freitag noch mit Steffi und Rain fix zu Julias Grill-Party in Dortmund, dann nachts noch zwei Stunden hoch in die Niederlands, Richtung Zwolle, da bis drei mit Bene und Nina Nachtluft getankt. Außerdem shoppen, Volleyball, Frisbeespielen, Frühstück (draußen gibts nur Cola ohne Kohlensäure), noch mal frühstücken (selbstgemacht und besser), grillen und Kanu paddeln. Sooooo viel in soooo kurzer Zeit. Das ist doch wie Ü-Ei, nur mit Holland drin, anstelle von HappyHippos. Und danach noch am Sonntag mit Hermann und Walter zu den Stones, auch sehr lustig, aber davon später mehr. Erst ein paar Bilder von Bene im Pyromanen-Wahn. Der Meister hat nicht nur das Fleisch perfekt gegrillt, sondern hinterher den Billiggrill gleich noch komplett mitgegrillt. Die Bilder sind aber ein bisserl schwach, weil abgesehen vom Grillfeuer und zwei komischen Stehkerzen mal so gar kein Licht mehr war :-D.
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17:23 Uhr. Kategorie Leben. 2 Antworten.

PS

Und weil ich Sonntag ja nicht da bin und gerade sooo schön beim Gratulieren:
Schon mal ein Happy Birthday auch an Kathrin Kluge, die Frau mit dem richtigen Auge fürs Bild beim Fontshop, die am 23. feiert.

21. Juli 2006 15:26 Uhr. Kategorie Leben. Eine Antwort.

Album 021

Das sieht nach Urlaub aus und passt auch… ich verabschiede mich bis Montag und düse jetzt gleich erstmal zu Julias Geburtstag, dann mit Nina und Benne und Steffi und Rain nach Holland übers Weekend und schließlich Sonntag abend mit Hermann zu den Stones nach Köln. Macht keinen Unsinn, während ich weg bin.

14:43 Uhr. Kategorie Stuff. 4 Antworten.

JOTTKAH BEEDEE

Julia Kappus hat heute Geburtstag! Alles Liebe, ma chere…

14:42 Uhr. Kategorie Leben. Eine Antwort.

LEXICHAIN ROUND 9: HD vs. Chip Kidd

Passend zum Buch das letzte Duell aus dem Lxichain-Spiel zur Typo 06. Ich beginne mit Play, Kidd antwortet ab da. Schön, daß er von meinem Versuch, auf Comics zu kommen, schnell wegduickte… vielleicht ist Marvel nicht seine Sache, vielleicht ist er eher ein DC-Fan. Schön auch zu wissen, daß Chip weder eine Vakuumpumpe für seine Erektion braucht, noch sich um Haarverlust Sorgen macht. Have fun…

14:39 Uhr. Kategorie Design. Eine Antwort.

Chip Kidd: The Cheese Monkeys

Das Chip Kidd ein außergewöhnlicher Buchcover-Designer ist, weiß ich eigentlich seit langem. Eine der seltsamen Dinge an Chip ist, das ich ihn wirklich über die von ihm gestalteten Medien gefunden habe, also über die Bücher, die ich lese. Und in dem Bereich verfolge ich seine Arbeit, unbewußt, seit fast zwei Dekaden. Ich habe jahrelang in der Phantasie gelebt, daß in den USA die Bücher einfach schöner gestaltet sind als hierzulande. Ein Trip in die Staaten bereinigte diesen Irrtum: auch dort wimmelt es von billigen, allzu lauten Buchumschlägen. Ich hatte einfach nur das Glück, mit meinem Autoren recht oft bei Chip zu landen :-D. Inzwischen bewundere ich an Kidd eigentlich gar nicht mehr so sehr seine (per se phantastische) Arbeit, deren Affinität für Pop-Art und für fingerschnipsend leichte und doch auf den zweiten Blick unglaublich homogene und traumwandlerisch sichere Lösungen fast jedes Buchcover von Kidd zu einem Erlebns macht, sondern vor allem eigentlich WEN DER MANN ALLES KENNT. Chip ist mit Autoren auf Du, die ich anbete. Frechheit, ungerechte Welt.

Und dann kann der Mann auch noch selbst schreiben. Sein Romandebut The Cheese Monkeys beweist, unter einem wunderbaren pull-away-Cover, daß Kidd nicht nur Designer (obwohl das Buch en detail liebevollst durchgestaltet ist), sondern vor allem auch Leser ist – und von den Großen der Zunft gelernt hat, wie man eine schmissige Geschichte mit Tiefgang schreibt. Nahezu mühelos verknüpft er in seinem Erstling klassische Coming-of-Age- und College-Story-Elemente, gewandet in eine scharfzüngige und schnelle Schreibe, die sich in etwa so liest, wie Scott F. Fitzgerald gelebt hat, Screwballcomedy on Acid. Wie passend, daß die weibliche Protagonistin Himillsy Dodd stark an Fitzgeralds exzentrische, kluge, zynische und lebenshungrige Partnerin Zelda Sayre erinnert. Mit dem ersten Erscheinen von Hims explodiert das Buch förmlich, die wunderbaren Dialoge rund um die Kunst von Hills und dem Ich-Erzähler bersten vor Klugheit, Charme und Witz. Sich in Himillsy zu verlieben, ist entsprechend einfach. Die Figur ist in ihrer Egozentrik, ihrer Durchtriebenheit, ihrem Selbsthaß, ihrem Sex-Appeal, ihrem zynischem Witz, einfach ein Geschenk an den Leser.

Aber auch jede Nebenfigur ist ausgereift, zum Klischee hypermutierte Realität, dreidimensional und greifbar, glaubhaft und surreal. Maybelle, David David, Phil und allen vorweg der verbitterte, skurrile und genialische Dozent in dem neuen Fach Graphic Design Winter Sorbeck – jede der Figuren ist so authentisch unecht, daß sie förmlich von der Seite poppt. Wobei Winter keine Nebenfigur bleibt, sondern sich schnell als eigentliche Hauptfigur von The Cheese Monkeys entpuppt. Wiewohl er unnahbar, etwas diffus bleibt, ist er ein zentraler Katalysator der Geschichte, und nicht ohne Grund ändert sich mit seinem Auftritt im Roman die Schrift zur Bodoni… so wie das gesamte Buch mit Sorbeck die Richtung ändert. So wie unser Held seine Lebensbestimmung findet, findet auch der Roman selbst zu einer neuen Entschlossenheit, Druck und Leidenschaft, zu unerwarteten Wendungen, die dem zuvor etwas richtungslosen Plot schlagartig Dramatik und Verve einhauchen.

Kidd gelingt es so nicht nur, einen brillianten kleinen Uni-Roman zu schreiben, einen Selbstfindungs-Trip des Ich-Erzählers, der voller Pointen, Pay-offs und Überraschung steckt und sich hinter Donna Tarts Secret History beileibe nie verstecken muß (im Gegenteil), er meistert auch noch einen Exkurs über Design und die Bedeutung von Gestaltung im Spannungsfeld zwischen Kunst und Kommerz. Was Sorbeck seinen Studenten zu vermitteln versucht, hat mich begeistert, ist überraschend kongruent mit meinen eigenen Erfahrungen und Ansichten … und ein paasr Ideen werde ich mir da als Dozent frech abschauen (wofür meine Studenten Chip wahrscheinlich in Zukunft hassen werden.).

Und so entdeckt nicht nur unser Protagonist in den späten 50ern seine Liebe zum Design, und seine Liebe zu Winter, sondern der Leser entdeckt auch, daß Chip Kidd sehr gründlich inspiriert ist von dem, was er beruflich tut und wahrscheinlich selbst ein herausragender Lehrer wäre, wenn Kidds inspirierte, herrlich launische und vor allem wunderbar histrionische Rede auf der Typo 06 in Berlin ein Indiz sein kann.

The Cheese Monkeys ist inspiriert und inspirierend, unterhaltend, klug, ein Buch nicht nur für Designer sondern für alle. Das man nebenbei etwas über Design lernt – im Setting einer Zeit, als dieses Metier sich gerade überhaupt erst entwickelte, ist ein reiner Bonus, aber nicht entscheidend für den Spaß an der Geschichte. Im Zentrum des Buches stecken «Happy», Hims und Winter und das seltsame Semester, das sie miteinander erlebten und das ihre Leben verändert. The Cheese Monkeys spielt klug mit schriftstellerischen Tricks und Finessen, ohne je aufdringlich zu sein, und ist dabei ganz nebenbei eben auch als pures Designobjekt ein Leckerbissen (Kidds Umgang mit den Danksagungen, der in zwei Richtungen lesbar bedruckte Buchspiegel, der Umgang mit dem Impressum, usw…. also bitte unbedingt das Hardcover kaufen, es lohnt sich.)

Absolut atemberaubend exzellentes Debut – ich hoffe, Kidd findet neben seinem Day-Job die Zeit, mehr zu schreiben.

14:13 Uhr. Kategorie Buch. 4 Antworten.

Sudelbuch 118

Das sind die ersten Scribbles zur nodesign-Site, etwa 2001/2. Irre, wie lange das gedauert hat.

08:29 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

FITNESS COMPANY

Markus ist schuld. Jedenfalls sind wir, da Joggen wegen meiner schwachen Knöchel echt flachfällt, auch bei der Fitness Company. Mal sehen, obs was bringt und mal sehen, ob ich dabeibleibe. Wenn nicht, muß Herr Sorger dafür büßen. Das ist zwar ungerecht und sinnlos, aber Spaß muß sein. Sehe ich hingegen in einem Jahr aus wie ein junger Gott (was immer das heißen mag), ist er hiermit offiziell zum Essen eingeladen. Die Zeit wirds zeigen.

Die Fitness Company in Essen – Ableger einer deutschlandweiten Kette – ist nicht ganz so gut aufgestellt wie die in Köln, scheint mir. Kein Schwimmbad, weniger supermoderne Geräte mit Bluetooth-Pulsgeber, keine ganz so spezifischen Zielgruppen-Circuits. Interessant fand ich auch, daß der Jahresbeitrag zunächst bei fast 700 Euro liegen sollte, mit allen Anmeldegebühren noch deutlich höher bei knapp 900, bis ich auf Markus konkreten Preis hinwies und denen plötzlich einfiel, daß es ja auch ein Superangebot für 412 Euro inklusive allem für 12 Monate gibt, wenn auch mit etwas trickigerer Kündigungdfrist. Also unbedingt nachhaken. Ansonsten fand ich die FC charmanter und netter und eleganter als die anderen Angebote in Essen und Velbert. Man hat nicht das Gefühl, in einem umgebauten Edeka-Markt zu hocken und man radelt nicht vor einer Fensterscheibe, während Leute vorbeimarschieren. Ganz im Gegenteil, im Spinning-Raum läßt sich eine ganze Wand wegfahren, so das man in frischer Luft übt – aber trotzdem ohne Voyeure. Das Crew-Team ist soweit sehr sehr nett im Vorgespräch gewesen, unglaublich geduldig mit meinen blöden Fragen :-D, das Shopdesign ist ansprechend und aufgeräumt, die Extrapreise für Getränke und Solarium sind fair, man darf eigene Getränke mitbringen und so weiter. Die Geräte sind gepflegt und modern, es gibt einen besonderen Ruheraum für Training ohne Musik, die Besucher, die wir so gesehen haben, sind soweit keine hyperdumpfen Hantelheinies gewesen. Alles sehr charmant und sympathisch, was gerade einem Einsteiger etwas die Schwellenangst nimmt. Wenn die Trainer gut sind und es schaffen, mich zu motivieren, wird alles gut. Unterm Strich ist das Angebot, das wir nach dem Nachfragen bekommen haben, soweit sehr fair und bei der Leistung markttauglich. Ich halte euch auf dem Laufenden.

20. Juli 2006 23:26 Uhr. Kategorie Leben. 7 Antworten.

FLIP

Bei diesem Wetter muß man hier im Studio echt aufpassen, weil die Natur sich breitmacht. Nicht nur wurde Seán heute von einer Wespe gestochen, Steffi ist ein einziger Mückenstich, sondern in einem Kaffeebecher hat sich auch ein süßes Tierchen eine neue Heimat gesucht:

17:13 Uhr. Kategorie Leben. Eine Antwort.

Album 020

12:56 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

HANS GERHARD SCHELLNACK

Ich habe gestern erfahren, daß mein Vater am Montag gestorben ist. Wahrscheinlich wegen Sauerstoffmangel im Bad gefallen, ohnmächtig, so unglücklich gefallen, daß die Knochen bis durch die Haut getrieben wurden. Über die Hintergründe weiß ich noch nichts, eine Freundin, die ihn am Montag in dem niederbayrischen Ort Plattling, wo er wohnte, in seiner Wohnung vorfand, rief mich gestern an.

Im Grunde habe ich als Scheidungskind zu meinem Vater keinen Kontakt mehr, seit Jahren. Bei der Trennung meiner Eltern war ich noch ein Kind, gesehen habe ich meinen Vater noch einmal, alks ich noch studierte und ihn besuchte, was eher bedrückend war. Danach noch ein zwei Anrufe, wenn er die Melancholie hatte. Insofern ist da jemand verstorben, der sehr sehr weit weg von mir war, faktisch ein Fremder, so daß es etwas unwirklich sein wird, sich um die Sache zu kümmern.

Aber ein seltsames Gefühl ist da trotzdem.

09:35 Uhr. Kategorie Leben. 5 Antworten.

Sudelbuch 117

Tut euch den Gefallen und scrollt dieses Bild mal vorsichtig mit dem Wheel…

07:44 Uhr. Kategorie Stuff. 3 Antworten.

WARM

Geht es euch eigentlich auch so, daß man bei diesem Wetter nur sehr sehr langsam arbeitet? Jetzt weiß ich endlich, wie sich ein überhitzter Prozessor fühlt…

19. Juli 2006 19:33 Uhr. Kategorie Leben. 6 Antworten.

LIEBESGRÜSSE AUS ISRAEL

Erinnert sich jemand an die Sprüche, die amerikanische GIs auf Vietnam-Bomben oder auf Fat Man und Little Boy im Zweiten Weltkrieg schrieben?

History repeating itself. Hier schreiben israelische Kinder auf Bomben, die gegen den Libanon abgefeuert werden.

Ugh.

18:58 Uhr. Kategorie Stuff. 6 Antworten.

HAARE IN BERLIN

Die Semesteraufgabe meiner Studenten an der Ruhrakademie lautet «Grenzen». Sie produzieren dabei ein Design-Objekt (Buch, Daumenkino, Film, Kalender und so weiter) zu einem bestimmten Grenzthema und machen, sozusagen als Warm-Up, selbst eine Grenzerfahrung in diesem Bereich. Ist das Thema also zum Beispiel die Grenze zwischen Traum/Realität und das finale Objekt etwa ein Buch mit Bildern, die assoziativ mit dem Übergang zum Traum arbeiten, so ist die eigene körperliche Grenzerfahrung, so lange wch zu bleiben, wie es körperlich eben möglich ist. Das Design hat an sich mit der Erahrung nichts zu tun, aber ich denke, die persönliche Konfrontation mit einem Grenzzustand nährt die Intensität und Qualität der Gestaltung. Und so werden meine Studenten sich hypnotisieren lassen, oder sich je eine Woche in Askese und Exzess üben, Blind oder Gheörlos sein, seltsame Dinge essen, in einen Rebirthingtank steigen oder sich in einsamer Leere aussetzen lassen, mit einem Bestatter Trauerbesuche tätigen oder im Leichenschauhaus arbeiten und so weiter.

Oder ein anderer Mensch werden. Gregor Eisenmann geht nach Berlin, wo er für eine Woche lang die eigene Identität in Frage stellt und versucht, sich neu zu erfinden, sich anders zu frisieren, kleiden, leben, sprechen, existieren. Und so ist er nach dem letzten Unterricht an der RA am Dienstag völlig übermüdet in den Stau Richtung Berlin gesprungen, um sich dort zu verwandeln. Gregors erste Entwürfe sind vielversprechend und er ist ein guter Typ, ich bin also sehr gespanntm ob und wie er die Sache durchzieht.

Hier sind die ersten Bilder…




Ein PS aus Gregors eMail:
Ich wurde schon wegen meines neuen Styles im Supermarkt durchsucht bzw. ich musste meine Taschen zeigen

18:17 Uhr. Kategorie Stuff. 9 Antworten.

Sudelbuch 116

09:53 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

Album 019

18. Juli 2006 22:29 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

Sudelbuch 115

Werbung für The Filth von Grant Morrison und Chris Weston.

07:26 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

LUUPS

Mal im Ernst: Ich hasse diese Gastro-Gutscheinbücher. Irgendwie bedienen sie eine Grabbeltischmentalität (2 for the price of 1) und vor allem sind sie meist häßlich und die Lokale irgendwie beliebig.

Von der Suchthilfe Direkt bekamen wir vor einiger Zeit aber als kleines Dankeschön die Luups-Gutscheine für «Essen, Trinken, Kultur und Freizeit», die wirklich Spaß machen. Die ausgewählten Läden sind durch die Bank lässig oder schön, es gibt auch Gutscheine für Kino und Museum, sogar eine Rundreise durch Essen ;-). Die Sache macht durch die Bank Spaß bisher. Und weil es nicht so ein trashiges Design ist, muß man sich auch nicht wie Mr-und-Mrs-Sparhauser vorkommen.

Außerdem verbinden Karsten Brinsa und Roland Schare, die hinter Luups stehen, die praktische Seite mit einem kulturellen Bonus: Das etwa CD-große Heftchen ist durchweg mit Bildenr und Photos von lokalen Künstlern gespickt. Zum Teil ist da eher wenig berauschendes dabei, aber im Photo-Bereich blitzen recht sehenswerte Sachen auf, die die Idee endgültig zur guten Sache macht, weils hier nicht mehr um die Gier der Bürger geht, sondern um ein smoothes Transportmedium für Kulturarbeiten, so daß am Ende alle etwas von der Sache haben, die Künstler, die Gastrobetreiber und wir, weil wir Biergartenspaß haben. Also: auch holen…

17. Juli 2006 13:38 Uhr. Kategorie Leben. 2 Antworten.

WE HAVE TO TEACH YOU HOW TO SEE

You are a designer. You have to eat the world with your eyes. You must look at everything as if you’re going to die in the next five minute, because in the relative scheme of things, you are.

Chip Kidd, The Cheese Monkeys

12:11 Uhr. Kategorie Design. Eine Antwort.

WEEKEND AT THE SEASIDE

Der Workshop bei JP:PR ist gelaufen. Die Vertauschung der Tage durch den Stromausfall, durch den wir am Freitag Praxis und am Samstag Theorie machen mußten, war wie erwartet etwas unglücklich, weil wir alle Samstag etwas durch den Wind waren. Ich war so bis halb zwei noch mit in DD unterwegs, einige andere haben bis um 5:00 Uhr durchgehalten, da sind 7 Stunden Frontaltypographie nicht so der Knaller, trotz eher leichterer Kost in Sachen Inhalt und trotz des schnell improvisierten Sektfrühstücks :-D. Sehr zufrieden war ich mit dem Workshop, der auch mit der verkleinerten Mannschaft gut lief und aus dem man sicher einiges über den Designprozeß und die Abstimmung mit Klienten mit nach Hause nehmen kann. Das hat auf dem ersten Blick wenig mit Design und Typogaphie zu tun, aber – unter Ausklammerung des Ästhetisch-Geschmacklichen – steckt in Wirklichkeit alles Essentielle drin. Schön war auch zu sehen, daß meine von Chip Kidd entlehnte Anhalter-Idee funktioniert, tatsächlich ein Verständnis der Aufgabe von Design bringt – it has to work–, zugleich aber auch ganz praktisch funktioniert und zwei Leute mit der richtigen Idee und mit Mut Erfolg hatten. Außerdem bin ich immer gern bei JP:PR, einfach eine sehr sehr nette Mannschaft und der Art Director, Lars Dombrowski, ist einfach jemand, mit dem ich immer gern quassele.

Trotz des ziemlich durchgemachten Freitags und nach 16 Stunden Workshop entsprechenden Müdigkeit sind wir dann Samstag abend noch mit Nina und Benne zur Schwarzen Lene, die ich eher sauenttäuschend fand, sehr sehr durchschnittliches Chinafood zu hohen Preisen, aber immerhin super Aussicht und dann zum Seaside Beach am Baldeneysee, der spektakulär spaßig ist. Im Grunde finde ich die Idee, künstliches Südeuropa-Flair in Deutschland zu schaffen, etwas absurd, in der Praxis ist es aber wunderbar, die Füße im Quartzsand zu haben, ein gutes Bier zu trinken, im Liegestuhl hängend den klaren Sternenhimmel zu bewundern – und das alles bei grandioser Aussicht auf den Baldeneysee. Die Umnutzung des Licht- und Luftbades, das nach der Schließung der Becken des Baldeneysee-Schwimmbades überblieb, mit 250 Meter Strand in ein etwas trendigeres Beach-Konzept, komplett mit Cocktailbar, Grillplätzen, Volleyball, Surfschule, Massage, Kanupaddeln und allem piffbangpow, ist gelungen. Vor allem deshalb, weil es nur fünf Minuten von mir entfernt ist und man nicht nach Düsseldorf oder Dortmund oder Duisburg fahren muß, um die Strand-Simulation zu haben. Die Fake-Strände poppen derzeit ja in allen großen Städten hoch und mal ehrlich: Wenn man einmal da ist, denkt man über das Simulacra ja nicht mehr nach, sondern genießt Sonne, Strand und versucht, die Mücken einigermaßen zu vertreiben. Absoluter Weggeh-Tipp für tagsüber und abends, solange es noch warm ist. Zumal die Crew um Beachvolleyball-Fan und Promoter Marc Stöckel, Tom Ahlemeyer und Holger Walterscheid auch spät abends noch ohne Müdigkeitserscheinungen mit reichlich Charme Fackeln und Bier ausgibt. Kein Wunder also, daß wir Sonntag direkt wieder am Strand lagen, oder?

PS: Wenn ich schon – anders als üblich – mal ein paar Läden nenne und aus dem Abends-weggehen-Alltag berichte, noch ein paar Tips: Mit JP:PR waren wir vor einem Trip zu Les Halles am Güterbahnhof Derendorf (großartige Atmosphäre, leider recht schreckliche Musik) im Lieblings in Düsseldorf, das ich absolut ohne jeden Abstrich empfehle, exzellentes Essen, supernette Bedienung, grandios gefrickelte Innenarchitektur und einfach gemütlich.
Sehr nett fand ich auch letzte Woche einen Abstecher ins Wallberg, wo das Essen von einem Haute-Cuisine-verliebten Russen ohne viel etepetete wunderbar gezaubert wird und wo man sich mal gut in ein Gespräch über die (ausgezeichneten) Intendanten-Qualitäten von Michael Kaufmann verlieren kann. Draußen sehr nette Atmosphäre (innen ist es mir einen Tick zu sehr Mensa-Flair), schöner Blick vom Biergarten in den Park, der Location entsprechend fast noch moderate Preise und anscheinend trotz A-Lage nicht allzu überrannt. Außerdem ist es schön, zuzusehen, wie nach einem Konzert die Essener Kulturfreunde aller Altersklassen in den Biergarten stürmen, ein Meer aus Abendgarderobe, beautiful people.

09:58 Uhr. Kategorie Leben. Keine Antwort.

Sudelbuch 114

Einladung zu einem Vortrag über Typographie und Emotion in der Akademie für Kommunikationsdesign in Düsseldorf, gestaltet von einer Studentin der Akademie…. Außerdem der Tag meiner ersten Fahrt mit dem Amazon 121, der prompt wegen leerem Tank auf dem Weg zum Vortrag liegen blieb und sich aufgrund seines massiven Gewichtes als absolut un-schiebbar herausstellte. So daß ich, gottseidank noch mit genug Rstschwung von der Autobahn gekommen, mit tickender Uhr im Rücken, erst einmal zur nächsten Tankstelle dackeln durfte, um den Volvo zu betanken, dann aufzutanken und dann endlich nach Düsseldorf zu kommen. Wo alle bereits zig Gäste ungeduldig warten, ich fix aufbaue… und dann ein 4 cm kleines dusseliges VGA-Adapter-Kabel meines damaligen Vaio-Subnotenbooks verschunden war (ich hatte ihn bei einem Vortrag drei Tage davor vergessen). Äußerst peinliches Erlebnis.. The world really hated me that day.

08:40 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

Album 018

15. Juli 2006 08:43 Uhr. Kategorie Stuff. Eine Antwort.

Sudelbuch 113

Keine Bilder vom Designprozess-Workshop, den ich eigentlich heute abhalten wollte. Weil gestern bei JP:PR mehrere Stunden Stromausfall war, mußten wir die Reihenfolge tauschen und die Praxis vor die Theorie ziehen, d.h. den Workshop gestern abhalten. Dank Steffis wunderbarer Rettungsaktion, mir die Sachen aus Essen nach DD zu bringen, hat das auch prima geklappt, aber ich habe halt keine Kamera dabei gehabt… folglich no images, sorry. Hat aber Spaß gemacht, muß ich sagen, und die Effekte auf beiden Seiten (Klient und Agenturen) waren ähnlich wie in Berlin. Absruserweise kommt dann heute, nach durchgemachter Nacht, der Theorieteil mit sehr hohem Wortanteil von mir. Vielleicht sollte ich den Spieß umdrehen und Powerpoint-Karaoke aus der ganzen Sache machen, einfach die Seminarbesucher vor meinen Beamer stellen und was zu meinen Charts erzählen lassen.

08:17 Uhr. Kategorie Stuff. Eine Antwort.

Sudelbuch 112

Bin heute und morgen weg, zwei Tage Workshop für eine kleine sympathische Düsseldorfer Top-5-Unternehmensberatung, also wird es etwas ruhig werden. Vielleicht komme ich morgen dazu, ein paar Photos zu machen. Am zweiten Tag mache ich meinen kleinen Remix von Petr van Bloklands Designprozess-Spiel, allerdings leider nur mit 8 Leuten, was kritisch wenig ist, und bin gespannt auf die Ergebnisse. The message is feierei…

14. Juli 2006 07:48 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

Album 017

13. Juli 2006 19:04 Uhr. Kategorie Stuff. 2 Antworten.

Mocky Navy Brown Blues

Der Kanadier Dominic Salole, der sich auch als Freund und Produzent von unter anderem Peaches und Gonzales einen Namen gemacht hat, realisiert auf seinem dritten Longplayer Navy Brown Blues den Durchbruch, den er mit Are + Be und dem Singletrack Sweet Music bereits angedeutet hat. Elektronische Produktion meets Akustiksoundmelancholie und das Ergebnis ist mal ein verhangenener trauriger Optimismus, wie der ja hoch und runter gespielte Track Fightin Away the Tears, aber auch Songs, die deutlich jazzfunkiger klingen, entfernt an Princes erste Gehversuche als Multiinstrumentalist (etwa an den trockenen Sparfunk von Lady Cab Driver) erinnern. Musikalisch ist das Ergebnis begeisternd, reduzierter Lowfi-Pop. Weniger eingängig ist Mockys Gesang, stets einen Hauch zu Martini, zu trocken, zu weit dem Niveau der Musik hinterherhinkend. Es fehlt der Charme, das Lässige in diesem Gesang, der nie schlecht aber auch nicht wirklich gut ist, der die Ruhe von Jacques Brel haben möchte, aber nicht erreicht. Das fällt umso dramatischer auf, wenn eine Frau wie Feist an den Gastvocals daran erinnert, wieviel mehr Feuer und Potential in Saloles Kompositionen und Arrangements stecken könnte, wenn man eine ausdrucksstarke Stimme anstelle des leicht lieblos herunterperlenden Männersprechgesangs hätte. Dessen ungeachtet ist Navy Brown Blues eine bestens hörbare Platte, die Laptop-Elektronica, Funk, Soul, Jazz und Akustiksound scheinbar mühelos vermengt und so auf bittersüße Art ideal zwischen allen Stühlen sitzt. Mocky schafft so den Sprung vom Geheimtip hinein in die Radiosender und den Mainstream und belohnt so das Four-Music-Label für die Ambition, mit sicherem Gespür auch Acts jenseits von griffigen Schubladen aufzubauen.

07:21 Uhr. Kategorie Musik. 2 Antworten.

Sudelbuch 111

06:25 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

Album 016

12. Juli 2006 23:27 Uhr. Kategorie Stuff. Eine Antwort.

Hau ab, du stinkst…

Markus hat einen Designwettbewerb ausgerufen… mit duften Preisen. Macht mit…

17:45 Uhr. Kategorie Design. 2 Antworten.

Sudelbuch 110

17:07 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

Early Adaptors are fucked…

Super. Mein Asus W2JC hat einen Express-Card-Slot. Schöne Sache, schnellerer Cardbus als PMCIA. Der kommende Standard. Nicht so gut: EC ist nicht abwärtskompatibel. Das heißt, obwohl Asus ausdrücklich in der Produktbeschreibung einen PCMCIA-Slot angibt, existiert absolut KEINER.

Mein RangeMax 270 Mbit gibt es aber bisher nur als PCMCIA. Mit anderen Worten: ich habe 270 Mbit Wireless LAN mit erhöhter Reichweite und wunderbarem Tempo, kann aber de facto momentan nur die lahmen 54 Mbit nutzen, die das notebookinterne kümmerliche WLAN-Modul hergibt.

Ick freu mir…

12:11 Uhr. Kategorie Technik. 2 Antworten.

MIRANDA PROBLEM

ICQ hat mal wieder ein Update gemacht und Miranda logt entsprechend nicht mehr ein, wenn ihr eine alte Version des ICQ-Plugins benutzt. Steve hat hier einen Link zum neuen ICQ.dll, einfach die aktuelle Miranda-Version downloaden, die alte ICQ.dll im Plug-In Ordner mit der neuen überschreiben und fertig. Thanks, Steve.

09:19 Uhr. Kategorie Online. Keine Antwort.

NELLY FURTADO LOOSE

Ich mag Nelly Furtado eigentlich seit ihrem ersten Album Whoa Nelly. Jung, gutaussehend, hochtalentiert hat sie vom Erstling an einen international vermarktbaren Pop präsentiert, der trotzdem Ecken und Kanten hat, radiotauglich und doch nicht reiner Mainstream und obendrein selbstkomponiert. Die nöhlende Stimme der kleinen portugiesischen Kanadierin Ihr zweites Album Folklore wirkte deutlich gereifter,vielseitiger, tiefer als Whoa Nelly davor und in diesem Sinne ist Loose vielleicht ein Schritt zurück. Zurück zum Kommerz, wie schon das an eine Autogrammkarte erinnerde Starbildchen nahelegt. Zurück zum amerikanischen Markt, vor allem, den sie hier mit der Producercrew um Timbaland im Beyoncé-Stil zu bedienen versucht. Weil Furtado trotzdem mit ihren skurrilen Einfällen ab und zu durchblitzt, ist die Platte nicht ganz so glatt poliert, wie man befürchten müßte, aber gegenüber Folklore wirkt sie ungleich kommerzieller, stampfender und deutlich weniger ambitioniert. Ohne Zweifel eine Gute-Laune-Platte, Loose eben, aber auch ohne jeden wirklichen Tiefgang. Braucht es im Pop vielleicht auch nicht. Und die Rechnung scheint aufzugehen: Der Kracher Maneater und die US-Dancefloornummer Promiscous Girl haben das Album zum internationalen Durchstarter gemacht. Es gibt wirklich schlimme Tracks, wie Showtime oder In God’s Hands, aber auch insgesamt wirkt das Album eher wie ein Schritt zurück und es ist bedrückend, daß es kommerziell so erfolgreich ist, denn musikalisch ertrinken hier Furtados ehedem schöne Pop-Anflüge in Mr. Mosleys mißlungenem Versuch, sie zu einer zweiten ShakiraMadonnaBeyoncé zu modellen. Nichtsagend, flach, unsensibel, vorhersehbar und weitestgehend enttäuschend. Maneater macht Spaß, Promiscous groovt ganz nett und Afraid hat noch Energy, der Rest dümpelt schwer auf Halbflagge. Bleibt sehr zu hoffen, daß Furtado auf ihrem nächsten Release wieder etwas mutiger zu einem eigenen, einzigartigeren Stil findet und nicht nur auf den kurzfristigen Chart-Erfolg schielt. Unterm Strich eine Platte zum netten Nebenbei-Hören, aber weit entfernt von dem Potential des Vorgängers.

09:12 Uhr. Kategorie Musik. Keine Antwort.

Album 015

11. Juli 2006 19:50 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

THOM YORKE: THE ERASER

Anscheinend gelangweilt von den endlosen Diskussionen im Studio mit seiner Band Radiohead hat Thom Yorke sich zwischenzeitlich entschieden, ein Soloalbum zu veröffentlichen. Mit knappn 41 Minuten ist das lang erwartete Album im Grunde Radiohead Redux: In dem wunderbaren, aufwendig gestaltetem Digipack steckt eine CD, die sich nur wenig entfernt von dem, was wir von von den Post-OK-Computer-Radiohead kennen. Grooves und Instrumentierung erinnern an Kid A oder Hail to the Thief, insbesondere aber an die phantastische Amnesiac. Aufgrund der fehlenden Band wirkt das Album dabei etwas elektronischer, kühler, die Drums eher programmiert als live gespielt, vielleicht auch etwas skizzierter, als höre man eine Art Pre-Production für das nächste Radiohead-Album (allerdings eine verdammt perfekte). Drei vier Audio-Spuren mehr, der eigentliche Bandname aufs Cover und niemand wäre von diesem Album als Radiohead-CD überrascht gewesen. Und auch so ist es vielleicht einen Hauch enttäuschend, daß Yorke sich auf Solopfaden so derart treu bleibt, in seinem Gesangsstil, in der Komposition, selbst in den starken politischen Statements. Neue Wege beschreitet er hier sicher nicht. Ähnlich wie zuvor Roisin Murphy von Moloko sucht Yorke – gemeinsam mit Radiohead Producer Nigel Godrich – weniger das komplett neue oder andere, versucht sich nicht aus dem Band-Korsett zu befreien, sondern präsentiert eine sehr konsequente Weiterentwicklung des gewohnten Sounds. Einen Bruch, wie es Ok Computer ja für die Band selbst spürbar darstellte, daß White Album-Pendant von Radiohead, sucht man hier vergebens. Yorkes Suche nach einem minimalistischen, fast unsichtbaren Sound, nach einer zunächst simpel und fast naiv wirkenden Instrumentierung, deren Arrangement sich erst nach und nach in Schichten enthüllt und immer neue kleine Submelodien, seltsame Phrasierungen und verborgene kleien Gimmicks entblößt, ist hier einfach noch einen Schritt weiter getrieben als etwa auf Amnesiac, dem wohl ambitioniertesten Radiohead-Album und dem musikalischen Zwilling von The Eraser. Wie Amnesiac, wenn auch weniger zwischen Extremen oszillierend, weniger experimentierfreudig, ist Eraser eine Platte, die man immer und immer wieder hören kann, ohne daß Sie langweilig wird – im Gegenteil, sie entblättert sich in der Repeat-Moebiusschleife. Die Fusion von Studio-Technik (Loops, wabernde Synths, Electronica-Drumsounds) und Gitarrenpop ist hier vielleicht noch einen Tick konsequenter, weniger exzentrisch, kristallener. Die Platte ist konzentriert wie ein Diamant und wirkt doch entspannt, so als habe Yorke munter im Studio eigene Ideen mt Spurenelementen von Radiohead vermengt und mit viel Freude vorm Mikrophon gelitten.

Nicht wirklich ein Sommeralbum, sondern eher eine Platte für den Herbst, zeigt Eraser, daß Yorke seinen eigenen Stil nach all den Sprüngen mit Radiohead inzwischen gefunden zu haben scheint oder doch zumindest sehr konsequent auf einer Spur verfolgt. . Es gibt nur zwei Bands, die in ihrer introvertierten Emotionalität vergleichbvar sind – die sehr späten TalkTalk unter dem drogenvernebelten Mark Hollis und Sigur Rós, die allerdings sehr viel lauter und musikalisch ganz woanders sind. Yorkes nuschelnde Introvertiertheit läßt sich sicher weiter steigern… in Richtung minimal beat ist da noch viel herauszukitzeln und man darf gespannt sein, wie er sich weiterentwickelt, aber wenn es einen Zweifel gibt, wer der modern master of angst ist, beseitigt Eraser diese nachdrücklich: Niemand leidet derzeit so schön wie Thom Yorke.

Im besten Sinne ist Eraser ein Design-Album, ein Studie von Form und Wirkung, von Effizienz, von Ehrlichkeit und Ausdruck. Man merkt Yorke an, daß er nach einer Art musikalischem Haiku sucht, nach einer reinsten Ur-Form von seiner Musik im Jungschen Sinne, der er mit immer neuen Iterationen der an sich gleichen Songstrukturen näher und näher kommt. Yorke schreibt keine Songs mehr, er modelliert eine Skulptur. Jeder neue Song ist nur eine weitere Annäherung an den Perfekten Song, der irgendwo in der Tonmasse steckt und an den Yorke sich hervorarbeitet. Es ist nur konsequent, auf diesem Weg irgendwann ohne Band weitermachen zu wollen, Ballast abzuwerfen, noch schlichter und kleiner zu werden. Das das Piano als eines der essentiellsten Musikinstrumente bereits dominant im Sound vieler Songs ist, erscheint dabei symbolisch… auch Mark Hollis von Talk Talk endete schließlich als Soloact ja bei fast puren Piano-Tracks mit etwas Gesang, bei Musik, die mehr aus Pausen denn aus Füllungen bestand. Nicht umsonst erscheinen Hollis und Yorke als musikalisches Gegenstück zum Schreibstil von Samuell Beckett oder Jon Fosse. Die Suche beider Musiker nach einer minimalistischen Essenz scheint die gleiche, wenn auch der Weg unterschiedlich ist. Beide sind Poeten, die die reine Form einer Idee jagen.

Und es macht Spaß, Yorke bei dieser Jagd über die Schulter blicken zu dürfen.

08:13 Uhr. Kategorie Musik. Keine Antwort.

Sudelbuch 109

Mutilate – großartige Ausstellung in Antwerpen. Seitdem versuche ich zunehmend, als Designer auch wie ein Kurator zu denken.

06:43 Uhr. Kategorie Stuff. 3 Antworten.

Album 014

00:15 Uhr. Kategorie Stuff. 2 Antworten.

Sudelbuch 108

10. Juli 2006 17:35 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

POP-ABO

Nachdem ich vom Saisonheft des Konzerthauses Dortmund ja eher etwas enttäuscht war, muß ich klar sagen, daß die Site vom Popabo, die ebenfalls von JvM/Next kommt, gelungen ist. Ich kann so auf den ersten Blick nicht beurteilen, ob die Site statisch oder dynamisch gebaut ist, rein visuell gefällt sie mir aber ziemlich gut, die Bilder aus dem Haus sind solide und die ja meist nicht so berauschenden Künstlerbilder sind brauchbar gelöst und eingebunden. Es gibt keine wirkliche über die reine Sache hinausgehende Ambition, was etwas schade ist, Kultur sollte immer mehr wollen als nur Tickets verkaufen, aber die Site sieht abgesehen von schon recht grundlegenden Typofehlern recht smooth und professionell aus, was im Kultursegment ja schon allein erfreulich ist und einem Haus wie Dortmund so auch ansteht – und der kleine Gag mit Zigarette, Kaugummi usw. ist schon nett.

14:33 Uhr. Kategorie Design. 2 Antworten.

Zidanes Kopfarbeit

Die Hölle friert zu und es ist soweit: ich schreibe auch einmal über die WM :-D.
Wie versprochen, hatte ich mir tatsächlich ein Spiel mit Steffi angesehen, und das Finale – weil eben Finale und ohne Deutschland (also ohne das ganze deutsche Nationalgebimmel) – war schon sehenswert. Lustig ist ja, daß ich vom Spiel per se nahezu albern ahnungslos bin («Wie, die wechseln schon wieder die Seiten?»), aber Hintergründe wie Merchandising (Puma vs. Adidas – also doch deutsches Finale), Management und Technik (Kameraaufnahmen sehen fast aus wie Videogames… Ästhetikkonvergenz) recht spannend finde. Die Stimmung am Essener Kennedyplatz, wo wir ziemlich last minute hindrifteten, war entspannt, recht leer, so daß man weit nach vorne kam und nicht lange aufs Bier warten mußte, aber voll genug für etwas Multikulti-Party, überraschenderweise die Frankreich-Fans sehr viel präsenter als die Freunde Italiens… da zahlt sich noch einmal aus, daß Frankreich früher koloniale Großmacht war. Das Spiel an sich hat mich wenig mitgerissen, zumal beide Mannschaften bis zum Schluß vor sich hinschlurften, vor allem Italien verpeilt wirkte – spannender fand ich da das male pattern behaviour der muslimischen Frankreich-Fans vor uns, großes Kino.

Highlight war natürlich Zidanes Ausraster gegen Schluß, wo selbst ich Laie mich frage, warum eine Legende sich so selbst demontiert. Nicht nur, daß er heute wahrscheinlich in Frankreich doch deutlich weniger frenetisch gefeiert werden wird als vor diesem Ausfall, weil die Franzosen MIT ihm sicher beim Elfmeter eine bessere Chance gehabt hätten, sondern auch, weil hier tatsächlich moralisch das Recht zu gewinnen auf die Italiener überging, die den Pokal rein spielerisch nicht verdient hätten. Und obwohl die meisten Bleus-Fans ihrem Zizou bei seiner Stier-Einlage am meisten zujubelten, Gladiotor-Style, fragt sich, welche Folgen ein Karriere ende mit roter Karte für Zidanes Post-Soccer-Karriere hat. Entweder bist du danach der Fighter schlechthin für Nike und Co und erst recht Gold wert, oder aber du bist persona non grata, die sinnlos gegen den Fair-Play-Codex verstoßen hat. Der Markt wird es entscheiden. Akut wirkte es jedenfalls schwachsinnig, und Gott, wüßte ich gerne, was Materazzi Zidane vorher gesagt hat, um diese Reaktion zu provozieren – ohne die rote Karte hätte Frankreich bessere Titelchancen beim Elfmeter gehabt, aber selbst als Vize wäre Zidane als Held der WM gefeiert worden und hätte einen sauberen Karriereabschluß hingelegt. Ich denke, wenn die Presse es richtig spielt, kann man die Bilder der Attacke und Zidanes dramatischen Abstieg in die Kabinen immer und immer wieder in Schleife zeigen, das ist echtes tragisches Heldenepos alter Schule. Zumal der Mann vorher wirklich genial gekämpft hatte. Bin gespannt, ob die Franzosen nun beim «nous t’aimons!» bleiben oder ihn kreuzigen werden.
Naja und dann weinende Franzosen, jubelnde Italiener, Hupkonzerte, gute Laune, schlechte Musik, noch ein Dinner im Zug, und endlich endlich endlich wird die Welt wieder normaler… bin gespannt, wie die Deutschen reagieren, wenn sie merken, was die Bundesregierung in den letzten Wochen so alles clandestin während der WM an Gesetzen durchgeschoben hat :-D.

Photo1 von dem bekennenden Fußballfan und großartigen Star-Photographen Olaf Heine. Photo 2 von der ARD.

09:14 Uhr. Kategorie Leben. 2 Antworten.

Backstage

Bei der Durchsicht von einigen CDs habe ich diese Photos von Julia Kappus gefunden, die sie für Markus Sorger im Backstagebereich eines Konzertes von Anette Louisan gemacht hat. Die Bilder werden – modifiziert – wahrscheinlich ihren Weg auf Markus Homepage finden, die wir so ab Juli/August angehen wollen, aber ich wollte sie vorweg einmal ganz unverändert zeigen.

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08:23 Uhr. Kategorie Design. 3 Antworten.

Album 013

9. Juli 2006 15:30 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

TRASH TIMES THREE

Okay, wenn ich im Streß oder krank bin, lese ich meist billige amerikanische Paperbacks. Thriller, Krimis, Pageturner, mit grober Hand geschrieben, die sich meist eher anfühlen als versuche der Autor, eine Fernsehserie, bestenfalls einen Film aus seinem Script herauszumelken, aber beileibe kein Buch. Dialoglastig und mit ungeschickten, zu langen Beschreibungen, grobmotorischen Charakteren, ohne nennenswerte Sub- oder Metatextur, ohne etwas wahrhaft Neues, zum Großteil unambitioniert in den Fußstapfen anderer, begabterer Autoren, wie etwa Raymond Chandler, unterwegs. Aber dabei (meist) einfach spannend. Und in sofern (meist) doch lesenswert. Guilty Pleasure olé.
Drei davon habe ich in einem Zug während meines Fiebers vor ein paar Wochen gelesen, hier sind sie:

F. Paul Wilson: Gateways
Wilson ist ein gnadenloser Massenautor, der unter anderem die Repairman Jack-Serie produziert. Jack ist eine Art Traummann von Ayn Rand, der ultimative liberale Freigeist, der sich nach einem persönlichen Trauma vom amerikanischen Bürokratie-System befreit und als eine Art Ghost in the Machine frei agiert. Als eine Art Mr. Fixit, löst Jack Probleme, die mehr in Systemzwänge eingebettetete Institutionen nicht angehen. In Gateways verschlägt es den erklärten New Yorker nach Florida, wo er – dem zunehmend mehr in Richtung X-Files driftenden Flair der Buchserie folgend – allerlei seltsame Mutantenwesen und auch noch eine echte Hexe trifft – und nebenbei seinem Vater das Leben rettet. Das Buch ist eingebettet in eine Rahmenhandlung, die sich seit einigen Bänden hinschleppt und insofern nichts für Einsteiger. Und mit dieser übergreifenden Handlung wird im 7. Band eben auch klar, daß Wilson ein deutliches Problem hat, seinen Charakter eindeutig erkennbar zube lassen. Jack sollte der ultimative Liberale sein, ein free man, ist aber von Buch zu Buch mehr eingebettet, mehr vernetzt. An die Stelle des prototypischen Einzelgängers, der sich als reiner Funktionsträger à la James Bond durch eine eher plotgetriebene Handlung kämpft, ist ein Mensch getreten, der eine Freundin hat, eine Tochter, ein Baby auf dem Weg, Freunde, einen Bruder, eine verstorbe Schwester, einen Vater. Das kann man nicht mehr wirklich als urbanen Loner bezeichnen. Wobei der Wandel zu einem dreidimensionalen Charakter, die Figur absurderweise eindimensionaler und ärmer macht, entblößt sich hier doch zunehmend die schriftstellerische Stereotypie von Wilson. Repairman Jack als Funktionsträger einer Geschichte war erzählerisch effizient und schlank, Repairman Jack als Mensch wirkt in seiner konkreten Umsetzung eher anödend aufgebläht. Von Band zu Band verliert Wilson aus dem Blick, was den Charakter eigentlich ausmachte… übrig bleibt ein weiterer austauschbarer Papp-Protagonist, der von seinem Autor durch drittklassige Fantasy-Plots gehechelt wird.

Robert Crais: The Forgotten Man
Crais hat es da etwas leichter. Elvis Cole, der Philipp-Marlow-auf Lachgas-Held dieser Buchserie, war von Anfang an eher ein eigener Charakter, wenn auch kaum weniger austauschbar Der Privatdetektiv als smarter, selbstironischer Sprücheklopfer, vom Start der Serie nie rein eindimensionaler Held, sondern ein sympathischer Loser, der oft fast hilflos oder nur mit etwas Glück durch den Plot der Geschichte taumelt. Crais fehlt dabei die literarische Wucht, die visionäre Kraft von Chandler, die tatsächliche Begabung, die alle Genregrenzen wegsprengte. Crais verläßt nie das Kinderbecken der ungezählten Krimi-Serienautoren, sicher im seichten Wasser. Cole und vor allem sein Freund Joe Pike bleiben dabei stets etwas steife Charaktere. Umso überraschender, daß Crais mit Carol Starkey, die ihr Debut in Demolition Angel hatte (einem per se nicht zur Cole-Reihe zählenden Buch), eine recht dreidimensionale, glaubhafte und von inneren Konflikten getriebene Figur geschaffen hat. Die Ex-Bombenentschärferin Starkey, von einer Explosion körperlich und seelisch gezeichnet, taucht in The Forgotten Man als Nebenfigur auf avanciert fast spielerisch zu einer zentralen Figur, von ihren Wünschen und ihrer Unsicherheit zerfressen. Die tatsächliche Handlung – Cole versucht das Geheimnis eines Mannes zu lösen, der sich vor seiner Ermordnung als Coles Vater ausgab – verblaßt vor dem intrapersonellen Konflikt von Starkey, die in Cole verliebt ist, aber zu unsicher, es ihm zu gestehen und insofern fast erniedrigend um ihn herumeiert, um am Ende von Lucy Chenier, Coles Ex-Freundin, beiseite gewischt zu werden. Diese Dreiecksbeziehung wird von Crais zwar etwas hölzern konstruiert – inklusive einer der peinlichsten Traumsequenzen schlechthin – ist aber allemal interessanter als der an Abstrusität kaum zu überbietende eigentliche McGuffin des Buches, der aber trotz oder gerade wegen seiner unlogischen Wendungen und seiner grandiosen logischen Fehler, die Oceans 12 fast das Wasser reichen können, jederzeit einfach spannend bleibt.

PS… Ich langweile gern mit der Ansicht, daß Chandlers Fünfziger-Jahre-Detektivfiguren heute nicht funktionieren könnten. In Zeiten von Mobiltelephon, GPS und Internet ist es mehr als schwer, eine Hauptfigur glaubhaft Informationen suchen zu lassen oder in eine bedrohliche Situation zu bringen. Du kannst ja immer schnell dein Handy aufklappen und Hilfe herbeirufen. Schaut so aus, als habe Crais dieses Problem erkannt, und es auf die denkbar dusseliglustigste Art gelöst: Cole beschwert sich im Grunde das halbe Buch über den lausigen, ständig aussetzenden Empfang seines ohnehin ungeliebten Cellphones. Und presto: Das Problem der Moderne ist gelöst, das Handy funktioniert im entscheidenden Moment natürlich nie.

Brad Meltzer: Dead Even
Brad Meltzer schreibt inzwischen auch Comics, wie etwa die Justice League of America. Das macht er so schlecht nicht und so machte es nur Sinn, ihn auch einmal als Schriftsteller kennen lernen zu wollen. Im Grunde ist es mit Dead Even dann auch tatsächlich wie mit Comis oder auch mit Crais’ Forgotten Man… die Abstrusität, die Unlogik, die riesigen Plot-Holes, machen den eigentlichen Fun-Faktor des Buches aus. In einer Art Grisham-Light (sofern so etwas denkbar ist) erzählt Meltzer die Geschichte eines Ehepaares, er ist karrieregetriebener Anwalt einer Großkanzlei, sie frischgebackene New Yorker Staatsanwältin mit ausgeprägter Angst, durch kommunale Sparmaßnahmen den Job direkt wieder zu verlieren. Sara Tate klaut also einem anderen Anwalt einen Fall, der sich aber nicht als der große Jobretter herausstellt, sondern als scheinbar einfacher Raubüberfall. Umso seltsamer, daß der vermeintlich kleine Dieb ausgerechnet ihren Mann anheuert, um sich zu verteidigen. Im Verlauf des Buches werden Sara und Ehemann Jared massiv von zwei Seiten unter Druck gesetzt, den Fall gegeneinander durchzuziehen, anderenfalls, so die Hintermänner, würde der jeweilige Partner umgebracht. Alles klar? Man kichert bei diesem Buch entsprechend oft etwas unfreiwillig, weil die Verrenkungen, die Meltzer betreibt, um seine Ausgangs-Idee vorwärtszutreiben, von Kapitel zu Kapitel zunehmend absurd werden. Die Bösewichte nehmen fast überdimensionale Bedrohlichkeit an, werden nahezu allwissend, sind aber am Ende doch anscheinend naive Stümper, die nicht nur einen der dümmsten Morde in der Krimigeschichte begangen haben, sondern auch noch die wirklich dümmste, komplizierteste und abstruseste Art gefunden haben, diesen kaschieren zu wollen. Der Pitch zu diesem Buch ist: Wäre es nicht lustig, wenn Mann und Frau vor Gericht streiten und den Streit dann privat weiterführen – LA Law meets Rosenkrieg… und Meltzer verzichtet auf jede Logik, jede innere Stringenz, um diesen etwas eindimensional Gag möglichst lange gegen absolut jede normale Vernunft und die natürlich thrillergerecht-permanente Eskalation der Handlung aufrechtzuerhalten. Das eine der Nebenfiguren dabei auf die dämlichstmögliche Art und Weise umgebracht wird, die Bösewichte aus ganz groben Balsaholz geschreinert sind, und beide Ehepartner so derart unsympathisch karrieregeil und kommunikationsunfähig sind, daß man ihnen jetzt schon einen guten Scheidungsanwalt auf den Hals wünscht… wen stört das da noch? Highlight des Buches, das sich insgesamt trotz nahezu verstörender Logikfehler (die aber nötig sind, ansonsten wäre die Story nach 20 Seiten einfach beendet bzw niemals in Gang gekommen) ganz flockig wegliest, ist die Nebenfigur des Alexander Guff, Saras Assistent, von Aussehen und Körpersprache ganz der nerdy looser, der sich aber (natürlich) als hypersmarter New Yorker und als Goldiherz schlechthin erweist. Guffs Dialoge sind in ihren besen Momenten Screwball, schnell und funny, ohne jemals wirklich allzu platt nur als comical release zu dienen. Wo der Rest des Buches den stereotypen Geschlechterkampf um Karriere und Alltag eher unbewußt zum Rosenkrieg zweier karriere- und mediengeiler Unsympathen verzettelt, wirkt Guff als einzige dramatis personae so, als habe der Autor ein Stück seiner Selbst, ein Stück Herzblut investiert. Die absolute Unlogik des Plots gewährleistet einige wundervolle Dreher und Windungen der Geschichte, die – wenn man nur bereit ist, sein Gehirn ab der dritten Seite elegantabzuschalten – im Sinne einer zweitklassigen Tv-Serie durchaus Spaß machen. Dead Even ist die Sorte Buch, das man ideal als Minzplättchen betrachten kann. Man liest es peu à peu, während man eigentlich ein echtes, vielleicht einen Tick zu anstrengendes (oder zu langweiliges…) Buch liest, um zu entspannen. Und in diesem Sinne sind alle drei Bücher großartig, absurd, eindimensional, aber eben spannend und unterhaltsam. Natürlich enthält keines auch nur einen einzigen Moment, der dein Leben bereichert oder auch nur den Anflug einer neuen Idee, eines zuvor ungelesenen Satzes, eine Formulierung, die dich ausbremst und einen WOW-Moment erzeugt. Aber alle drei sind in solider amerikanischer Handarbeit so geschrieben, daß du umblättern willst. Und das ist ja auch keine kleine Leistung.

11:22 Uhr. Kategorie Buch. Keine Antwort.

Sudelbuch 107

Max Goldt.

04:35 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

Henning und Sonja

Auf der sehr sehr netten Hochzeit von Henning und Sonja gestern habe ich einen Moment lang etwas Langeweile gehabt, fix meine Kamera aus dem Auto geholt und so etwa 15 Minuten lang herumgeknipst. Dann fand ich es doch etwas unhöflich, den Leuten mit dem Apparat ständig ins Gesicht zu zielen und fand auch, es gab meeeehr als genug Leute, die Photos gemacht haben und hab die Kamera dann doch wieder weggepackt. Trotzdem hier ein paar von den Photos… ohne große Bearbeitung. Sehr nette Leute da und gegen Ende wirklich gute Stimmung, irgendwie also schade, daß man die meisten Leute – wie immer bei solchen Sachen – irgendwie nie wieder sehen wird…

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02:41 Uhr. Kategorie Leben. 11 Antworten.

Sudelbuch 106

8. Juli 2006 14:57 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

Lido

Kleiner Tip, den vielleicht noch nicht alle kennen. Das Lido in Düsseldorf ist ein puristisch strenger Kubus mit einer direkt mittig im Rhein gelegenen Terasse. Direkt unter der von JSK entworfenen neuen 150 langen Brücke zwischen Hafen- und Speditionsstraße (also sozusagen zwischen zwei Ingenhoven-Bauten, direkt hinter der Kaistraße 16) gelegen, ist die Ponton-Terasse wunderbar mit schlichten modernen Holzmöbel und einladend großen Bänken möbliert. Man hat einen großartigen Ausblick aufs Wasser, die Preise sind für den Schickimicki-Medienhafen passabel (0,75 Wein = 15€), und zumindestens unser Kellner war nicht allzu arrogant. Überhaupt ist unglaublich, wie sich der Medienhafen weiter und weiter entwickelt, auch wenn die moderne Architektur in ihrer Ballung allmählich etwas monoton zu werden droht. Mir fällt schwerer und schwerer, den Bauten eine eindeutige Handschrift zuzuschreiben, die stilistische Konvergenz der großen Architektur-Studios/Büros sticht hier förmlich ins Auge, Formen und Materialien sind nahezu austauschbar… es ist etwas frappierend daß ausgerechnet der alte Gehry-Bau immer noch am prägnantesten ist. Das insgesamte Flair, wenn auch teilweise, ganz im Beat von Düsseldorf, etwas chichi ausgefallen, ist auf jeden Fall einen Besuch wert und zeigt, wie man brachliegende Stadtbezirke tatsächlich binnen einer Dekade anschieben kann, daß Architektur und Design de facto wirken.

Photo von decapitated

11:22 Uhr. Kategorie Leben. Keine Antwort.

KLAU KEINE TÜTEN

Dezente Einkaufshinweise bei einem mobilen Uhrenhändler:

Okay, mal etwas näher ran…

Gute Idee…

Photo von Steffi, wie der Jesus gestern auch am Essener Hauptbahnhof, einem der offenbar spannenderen Orte dieser Welt.

10:14 Uhr. Kategorie Stuff. 4 Antworten.

LIFE IS WAITING

We must be willing to get rid of the life we’ve planned, so as to have the life that is waiting for us.

Joseph Campbell

via Jonathan Carroll

7. Juli 2006 19:33 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

Aicher.

Zu der gerade kursierenden Diskussion um integriertes Design Management stoße ich zufällig auf ein ganz altes Zitat von Otl Aicher, der ja einfach immer für Zitate gut ist:

eine klassische kompetenzzuweisung ist aufgehoben. unternehmer, produktdesigner, architekten und grafiker sitzen am selben tisch,. dies ist nicht im sinne von gleichzeitigkeit zu verstehen, obwohl der kreis oft größer ist, sondern im sinn von innerer beteiligung. jedes thema geht alle an. auch wenn die zuständigkeiten unterschiedlich sind. ausschlaggebend ist nicht die ressortkompetenz, sondern das bessere argument, der bessere vorschlag, die bessere begründung.

Die Welt als Entwurf ist nach wie vor mein Lieblingsbuch von Aicher, zerlesen und mehrfach annotiert und markiert, neben Obey The Giant von Poynor,  LifeStyle von Mau und The Art of Looking Sideways von Fletcher sicher mein am ärgsten geschundenes Buch. Aicher wartet hier selbst noch in an sich langweiligen Texten mit bemerkenswerten Betrachtungen auf, die ich vor zehn Jahren inspirierend und richtig fand und die jedes Jahr mehr DImension, mehr Wahrheit erlangen, die einfache Wahrheiten sind, die man zu oft vergißt, weil sie banal zu drohen werden. Wo sonst wird so klar formuliert, daß «wirklichkeit eine kommunikative leistung» (und damit unser aller Job) ist? Politisch, engagiert, meinungsstark gibt es hier so endlos viele sätze, die man abnicken will. Noch ein paar Kostproben…

design ist zu begründen.

ein stuhl, auf dem man schlecht sitzt, ist ein schlechter stuhl. gutes design wird er nie.

die wahrheit liegt in der sache, nicht darüber.

design degeneriert zur verkaufsförderung. es wird zum eleixier des konsums. … das prinzip des fortschritts heißt umsatzsteigerung durch noch schöneren konsum. … vom bedarfskonsum treten wir über zum symbolkonsum. … ökonomie ist heute die herstellung säkularisierter transzendenz.

die natur kennt keine ästhetik gegen die vernunft.

zeitgeist ist ein begriff, der den zeitgeist besonders gut trifft. … jeder darf ihn so verstehen, wie er ihn formuliert.

die tätigeit des designers ist eine wertung.

ein designer ist ein moralist…, setzt sich zwischen alle stühle, hat zu wählen und zu entscheiden und … glaubwürdige resultate zu finden. er hat spannungen, differenzen und konflikte auszutragen.

der versorgungsstaat, der allen ökonomische sicherheit … verspricht, hat zur anspruchsgesellschaft geführt, die keine interessen mehr hat. … die kehrseite des versorgungsstaates ist der genehmigungsstaat, der aufsichtsstaat.

design ist aber schon von der gesinnung her frei vom personenkult der kunst. design ist für alle da. … der zwang zum personenkult kommt von der herrschaftskultur.

eine sache nicht nur schön zu machen, sondern richtig, setzt zusätzliche kreative fähigkeiten voraus. … design hatte eine moral.

moden entstehen immer dann, wenn formen beliebig sind… wo sie nichts vertreten, sind sie austauschbar.

die heutige architektur will keine probleme mehr lösen, sie will erscheinungen erzeugen.

es ist wie mit dem staat: jeder schimpft auf ihn und fühlt sich durch ihn in seiner freiheit eingeengt, aber alle erwarten, da er uns versorgt. sie kommen alle gelaufen, wenn er orden verteilt.

man kann nicht existieren, ohne sich zu zeigen, und wie man sich zeigt, so ist man.

der designer ist der philosoph des unternehmens, der sie … wahrnehmbar in erscheinung bringt.

im design sollte man keine angst vor den allereinfachsten lösungen haben, wenn sie die sache treffen. nur der schmuck und das dekor betreiben aufwand.

design ist der lebensvorgang eines unternehmens. … design … ist nicht ein mäntelchen, es is das zentrum der unternehmenskultur, der innovativen und kreativen beschäftigng mit dem unternehmenszweck.

noch sind grafiker frei. sie leben in der freien luft des wirklichen könnens. die stimulation ihrer arbeit kommt aus ihrem eigenen tun.

…und immer so weiter. Wer Design studiert, sollte um dieses Buch nicht herumkommen. Wer Designer ist, sollte es vielleicht einmal im Jahr lesen.

18:52 Uhr. Kategorie Design. 3 Antworten.

Es läuft nix im Kinoooooooo….

… kann das mal einer ändern? Danke.
Fucking Sommerloch!

16:56 Uhr. Kategorie Leben. 5 Antworten.

NIMM JESUS

Photo von Stevie am Essener Hauptbahnhof gemacht. Ich sag da mal gar nichts zu :-D

16:51 Uhr. Kategorie Stuff. 4 Antworten.

Album 012

16:42 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

Howard Hughes: The Untold Story

Howard Hughes ist einer dieser gigantischen amerikanischen Mythen, die heute fast in Vergessenheit geraten sind. Ins Gedächtnis gerufen wurde er mir vor allem durch seine Nebenrolle in James Ellroys großartigem American Tabloid, aber sicher nicht zuletzt auch durch den Film Aviator, der durch genau dieses Buch inspiriert ist, das Hauptdarsteller Leonardo diCaprio wohl gelesen hatte. Brown und Broeske entfalten eine Lebensgeschichte, die sich von Anfang bis Ende wie ein Thriller liest: Die Story des überverhätschelten Jungen, der sich zum Filmmogul, Flugpionier, Geschäftsmann, Militärindustriellen und Liebhaber nahezu jedes Stars in Hollywood aufschwingt und dessen Ende als Gefangener seiner eigenen Zwangsneurosen und seiner mormonischen Berater-Mafia umso tragischer wirkt. Das Buch melkt natürlich die alte Genie-und-Wahnsinn-Geschichte, tut dies aber auf eine hochspannende Art. Man hat oft das Gefühl, man liest vier Biographien gleichzeitig, weil Hughes einfach so hyperaktiv war, so monomanisch. Der Pilot, der mit 14 seinen ersten Flug macht, 1935 beginnt, erste Rekorde aufzustellen, eigene Flugzeuge (mit)entwickelt, 1938 in unter vier Tagen die Welt umrundet, 1946 bei einem Absturz seiner revolutionären XF-11 in Beverly Hills fast ums Leben kommt und mit schweren Brandverletzungen davonkommt, um den Flug nur zwei Jahre später erfolgreich zu wiederholen, Chef von TWA wird und diese Airline zum ernsthaften Konkurrenten für PanAm aufbaut. Der Erfinder, der Waffen und radikal neue Flugzeug- und Helicopterkonzepte erfindet, Satellitenprototypen mitentwickelt und Air-to-Air-Missiles entwickelt. Der Filmemacher, der bereits 1930 mit dem absurd teuren und in Sachen Flugzeugcinematographie unübertroffenen Hells Angels in die Filmgeschichte einging, der hinter Scarface, The Outlaw, Stromboli, Angel Face und zahllosen anderen Produktionen stand. Der Womanizer und seine endlosen Affairen mit Stars wie Joan Crawford, Bette Davis, Ava Gardner, Jane Greer, Jean Harlow, Rita Hayworth, Katherine Hepburn, Janet Leigh, Ginger Rogers, Jane Russel und Lana Turner, der sich zugleich einen regelrechten Harem an namenlosen Starlets hielt, die er mit Knebelverträgen an seine Produktionsfirma RKO band, in gemieteten Wohnungen wie Gefangene hielt und eher wie Sammelstücke behandelte, die er haben mußte, dann aber vergaß… und der beispielsweise versuchte, Sylvester gleichzeitig mit drei seiner Ladies zu verbringen, ohne daß die Frauen voneinander wußten. Schließlich die tragische Figur, von Zwangsneurosen und Krankheiten geschüttelt, der am Ende seines Lebens unter Überdosen von Drogen hinter geschwärzten Fenstern dahinvegetierte, nackt, ungepflegt, verdrogt, die Fingernägel so lang, daß sie sich einrollten, Opfer jener Mormonen, die ihn eigentlich pflegen sollten und die sich nach und nach durch Intrigen und clevere Strategien sein Imperium aneigneten, Hughes überhaupt nur noch vom Valium und Codein nahmen, um ihn der Presse vorzuführen oder ihn Verträge unterzeichnen zu lassen, bevor sie ihn am Ende en route zu einem Hospital einfach sterben ließen. Ein Finale wie von Shakespeare erdacht, ein intriganter Königshof um einen genialischen, aber dem Wahn verfallenen Caesaren. Sein descent into madness ist beängstigend geschildert und steigert sich von seltsamen Verhaltensauffälligkeiten zu seitenlangen manischen Anweisungen zum ausgeprägten Wahn – Hughes verbrennt regelmäßig seine Kleidung, vermeidet Körperkontakt jeder Art, ernährt sich fast ausschlielich von Hershey Schokoladenriegeln und faßt wirklich alles nur noch mit Kleenex-Tüchern an. Er verfaßt seitenlange manische Anweisungen, wie seine Kleenextücher-Schachteln zu positionieren sind, wie «Nahrung» zuzubereiten ist; er bauftragt ein Heer von Detektiven, die seine Gespielinnen ausspionieren. Am Ende starb Hughes geschrumpft, dehydriert, übersäht mit Injektionsspuren, von Fehlernährung angeschwollenem Bauch, mit nur noch 45 Kilo völlig unterernährt, mit Syphillis dritten Grades und stark degenerierten Hirnzellen, im April 1976, nachdem seine Berater ihn drei Tage lang bewußtlos in Acapulco, Mexiko hielten, auf dem Flug in ein Hospital in Houston, wo seine Lebensreise auch begann.

Zu sagen, daß Hughes Leben ein Krimi gewesen ist, wäre eine Untertreibung. The Untold Story deutet auch Verstrickungen mit der US-Regierung (darunter eine grandiose Farce in Zusammenhang mit der Watergate-Affäre, durch die Hughes eher unfreiwillig Nixon zu Fall brachte, den er eigentlich sehr bewunderte), mit Geheimdiensten und deren Ex-Mitarbeitern an, die jeden Verschwörungstheoretiker glücklich machen dürften. Am Ende legt man das Buch kaum aus der Hand, so spannend und so tragisch endet die Story. Es ist kein Wunder, daß Stan Lee seinen Iron Man (Anthony Stark) an Howard Hughes Skandalen und Genie orientierte (noch bevor Hughes endgültig aus der Öffentlichkeit verschwand), oder daß eben James Ellroy die Intrigen um den späten Hughes als Backdrop für seine düsteren Moralgeschichten aus den USA der 60er nutzt. The Untold Story ist ein hochspannendes Buch, und Peter Harry Brown und Pat H. Broeske geben sich alle Mühe, die Solidität ihrer Recherchen zu belegen, was auch nötig ist, weil vieles einfach zu unglaublich klingt. Oft hat man das Gefühl, die Autoren deuten aus Angst vor Prozessen einiges nur vorsichtig an oder kontern sogar nach ihren fast 600 Gesprächen mit Vertrauten und Zeitgenossen von Hughes bewußt einige Gerüchte – wie etwa die homosexuelle Beziehung zwischen Cary Grant und Hughes –, aber das bestärkt nur das Gefühl, daß Hughes eben wirklich eine amerikanische Legende geworden ist, größer als der tatsächlich dahinterstehende Mensch, den man nun einmal nie ganz wird durchdringen können. Und genau so hätte er es auch gewollt – Hughes hat schließlich bereits zu Lebzeiten versucht, seine sämtlichen Unterlagen zu vernichten, um wie Greta Garbo zum Mythos zu werden. Und das ist ihm gelungen. Howard Hughes bleibt ein faszinierendes Paradox.

14:41 Uhr. Kategorie Buch. Eine Antwort.

Sudelbuch 105

10:56 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

ALBUM 011

6. Juli 2006 14:41 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

Sudelbuch 104

12:57 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

UNILEVER



Link via Fabian… Unilever erklärt das neue Logo. Ich liebe dieses wunderbar verdrogte kleine Dingen.

5. Juli 2006 23:08 Uhr. Kategorie Leben. 14 Antworten.

EFFECTS

Altes Zitat, gefunden im Anhang von Seáns eMail-Adresse…
EFFECTS ARE PERCEIVED, WHEREAS CAUSES ARE CONCEIVED. EFFECTS ALWAYS PRECEDE CAUSES IN THE ACTUAL DEVELOPMENTAL ORDER > MARSHALL MCLUHAN

21:57 Uhr. Kategorie Design. 2 Antworten.

Kraftwerk Vocoder




Von Marc kommt gerade dieser Link zu einer beendeten eBay-Auktion, wo für 12.500$ ein angeblich von den Kraftwerk-Gründern Ralf Hütter & Florian Schneider verwendeter Vocoder aus den 70s verkauft wird. Höllisch gutes Sammlerstück, muß ich sagen… und ganz nebenbei auch wunderschön.

Die Mutter aller Transistor-Vokoder, Prototyp der frühen 70er, exklusiv gebaut für ein Elektronik-Duo dieser Periode, dokumentiert auf Rückseite Schallplattenhülle von KW’s “Ralf&Florian” und in einer Zeichnung auf dem der Platte beigefügtem Comic-Poster.

Der Apparat wurde bei der Studio-Produktion von 3 Musik-Stücken verwendet, “Ananas-Symphonie” , Mikrophon für Elektro-Gesang und Verwendung von Hawaii-Gitarre und Rhythmus-Maschine für den Begleit-Rhythmus, desgleichen bei “Kristallo” , Rhythmus-Maschine und EMS-Synthesizer, bei einer weiteren Aufnahme wurde das Gerät zur Intro von “Autobahn” benutzt.

Der Vokoder besteht aus Analyse- und Synthese-Filterbänken zu je 12 Kanälen , 2 Kompressoren für jeweils Sprach- und Ersatz-Signal-Eingänge , stimmhaft/stimmlos-Detektor sowie Filter-Matrix-Steckfeld.

Das Gerät wurde von den Elektronik-Ingenieuren Dipl.Ing.P.Leunig und Dipl.Ing.K.Obermayer aus dem Umfeld der physikalisch-technischen BundesAnstalt (PTB) Braunschweig entworfen und konstruiert.

Später wurde das know-how in abgespeckter Form von einem namhaften Studio-Ausrüster, R.Barth K.G., Hamburg zu einer Kleinserie unter dem Typennamen MUSICODER weiterentwickelt.

21:16 Uhr. Kategorie Technik. 21 Antworten.

NormEncore

Raffael Stükens Diplomarbeit (von mir bescheiden begleitet) wird übrigens in der aktuellen Encore vorgestellt. Danke für den Tip, Raf…

21:01 Uhr. Kategorie Leben. Keine Antwort.

Sudelbuch 103


10:03 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

ALBUM 010

4. Juli 2006 22:55 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

Spider-Man 3 Spoiler…

gibt es hier

Where does Venom come from? Well, the symbiote clings to Peter after a date with MJ – like gum on his shoe to begin with, almost. As he sleeps, covers him – we see this in the trailer. When he wakes up, he’s hanging upside down on the side of a building – much like the final shot in the teaser. It’s the old werewolf thing – but used to dramatise Peter’s internal conflict. Venom adopts an appearance like the red/blue Spidey suit because Peter is wearing it when it covers him – though he’s not wearing the mask, so there’s a little dramatic license at play. Tut tut – can do better, Mr. Raimi. See me after class.

Before getting on Peter, the symbiote has a rather 50′s sci-fi origin, not unlike that of The Blob. It looks like Raimi has had a lot of fun with this element of the story.

Okay – back to the plot. How does Eddie Brock become Venom? Well, when Spidey is “caught” by the symbiote, Brock follows this Venom character to a church bell tower. He’s both trying to upstage Peter’s coverage in the Bugle, and also twist the knife into Spidey. Here, Peter manages to overcome the symbiote and rip himself free of the suit, but some of it falls onto Brock. That is, of course, all he needs to soon “become” Venom. We see plenty of shots from this sequence in the teaser, including Brock’s discovery of who is inside the suit just before the symbiote gets onto him.

The Venom-Brock does not look exactly like the Venom-Spidey, but more organic, more like the comic book Venom. This is, apparently, due to the fact that Spidey had the red/blue suit on, Brock does not. Peter’s split into two-halves in so many ways (Peter/Spidey, Spidey/Venom-Spidey, Peter/Dark Peter) that it would get confusing if the metaphorical values of each wasn’t so clear.

For most of the film, Spider-Man is in pursuit of Flint Marko, The Sandman, but we begin with an early Green Goblin/Spider-Man show-down – some of which is seen in the trailer – shot at night-time, Harry’s face is exposed clearly in most shots, you see him fly into the wall fist first. It is only at the end of the film that Spidey faces off against Venom. Thankfully, Harry herein comes to his aid in Green Goblin guise, showing that he too has won his own internal conflict much like Peter has. Hurrah for Harry.

Sadly, though, Harry is killed. Tears for Harry.

Aunt May also dies within he film’s running time. Trust me, you don’t want to know when and where.

Apparently, MJ does NOT die. I know I was expecting her to go, but if she does, it is somehow being kept an even bigger secret than the rest of these details.

All the business in the trailer with the ring? Well, apparently, there’s much ado about that piece of jewellery – and at one point, it even ends up in a pawn shop. The romance storylines from 1 and 2 are every bit as much of 3 – maybe more so.
The Venom-Brock villain is conclusively dispatched, though the symbiote itself survives – so whatever hack is handed the series after Raimi leaves (taking Maguire and Dunst with him, no doubt) will be able to resurrect some kind of Venom villain.

Dark Spidey, as it were – Peter before he has overcome Venom – is the one who courts Gwen Stacey. Problems in the relationship with MJ, as well as professional issues – both as a photographer and crime-fighting webslinger, as it were – compound to bring him down. Real down. Even downer than last time. That’s how Raimi, Sargent and co are using Venom – as a dramatic device to show Peter not just giving up on his great responsibility, but getting drunk on his great power.

Venom-Spidey fights some robbers, The Sandman and the Green Goblin before Peter dispels it in the bell-tower.

There are scenes inside Curt Connor’s lab, where he studies the symbiote, and these scenes are also used to set up the research that will, in the character’s story – though not in this movie – turn him into The Lizard. Take these teasing references more as tantalising morsels for the fanboy piranhas than concrete set-up for any subsequent film, however.

Spidey’s fights with the Sandman not only take place in the Armoured Car chase so well covered on this blog (I was on set for much of the shooting) but also, I am told, in the subway. The final fight, the four-way rumble with Spidey, The Sandman, Venom and Harry as the Green Goblin, takes place in a construction site.

The extra villain that everybody has been speculating about makes only a fleeting appearance, and then only in a very off-hand but amusing way. Bruce Campbell’s character this time around is Quentin Beck – known to fans of the comic as Mysterio. Again, don’t take this as set-up for a subsequent film, but if anybody ever does put Mysterio in a film and NOT cast Bruce Campbell, they’ll have hell to pay.

And of course, this also cleverly shines a new light on Campbell’s two previous cameo appearances. Hilarious.

I can now confirm that the Black Cat does not make any significant appearance in the film, despite existing, on paper, in various earlier conceptions. She appears to have been removed for and replaced with Gwen Stacey. She was there for “Dark Peter” to romance, but Stacey was possibly considered a better choice as the franchise will need a new sweetheart now Dunst has made her intentions to depart clear.

via Lying in the Gutters

06:50 Uhr. Kategorie Film. 4 Antworten.

Sudelbuch 102


Großartig – aus der Zeit des BSE-Skandals…

06:22 Uhr. Kategorie Stuff. 2 Antworten.

LEXICHAIN ROUND 8: Lars Harmsen vs Romesh Naik

Am Slanted-Stand auf der Typo 2006 das Gefecht der Giganten. genial, wie die beiden eine Zeitlang nur noch Wie Tick Trick und Track einfach ihr Worte vervollständigen. Play-Station. Kreuz-Berg. :-D. Enjoy. Die Online-Fasung gibts hier, jetzt mit allen Texten drin.

3. Juli 2006 23:23 Uhr. Kategorie Design. Eine Antwort.

Album 009

13:11 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

Sudelbuch 101

Ich weiß zur Hölle nicht mehr, wo diese Farbskala herkam. Im Background noch Notizen zu einem Kalender für die Bochumer Photographen Engels und Kraemer, Digitaldruck mit siebbedruckter Acetatfolie fürs Kalendarium, von dem ich leider nie ein Muster bekam.

10:15 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

Sudelbuch 100

Gott, ich liebe Helmut Langs After-Shave, sorry.

Nicht viel Stoff heute von mir, weil wir den ganzen Tag gestrichen haben (leider mit zu kleiner Rolle, hehe) und einen Krempel-Raum aussortiert, entrümpelt und somit frei gemacht haben. Unglaublich, was sich so ansammelt im Laufe von drei Jahren. Aber schön, es mal endlich auseinanderzufriemeln. Jetzt noch Ordnung unterm Dach und im Keller und dann den ganzen Sums vom Umzug in einen großen Container und dann kann man weiter vorwärtsgehen. Wie clever die Aktion war, angesichts der Tatsache, daß mein Knöchel immer noch nicht richtig ordentlich zusammengeheilt ist und ich vor Heuschnupfen kaum geradeaussehen kann… abwarten :-D. Und jetzt erst mal ab in einen Biergarten oder sowas :-D.

2. Juli 2006 21:01 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

Moment

A moment is the best you can expect from perfection
Chuck Palahniuk

1. Juli 2006 20:59 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

Sudelbuch 099

Titanic…

16:15 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

Apropos Superhelden…

… nicht mehr wirklich neu, aber immer wieder sehenswert und hier in besserer Qualität als bei YouTube: Der Trailer für Spider-Man 3.

11:01 Uhr. Kategorie Film. 2 Antworten.

KEVIN SMITH ÜBER SUPERMAN

So mittelmäßig Bryan Singers Superman Returns wahrscheinlich sein wird – es hätte immer schlimmer kommen können. Hier berichtet Regisseur, Drehbuchautor und Comic Geek Kevin Smith über seine Erlebnisse mit John Peters bei seiner Arbeit an dem Drehbuch für Superman Reborn, dem Film, den damals ursprünglich Tim Burton mit Nick Cage in der Hauptrolle (worüber man ja mal gar nicht nachdenken darf) verfilmen sollte. Der Video ist recht lang und natürlich englisch, aber ein hochwitziger Einblick in die Hollywood-Maschine – und der Gag mit WildWildWest am Schluß ist das Warten wirklich wert :-D.

10:47 Uhr. Kategorie Film. Keine Antwort.

ONE BIT WONDER

Der Tip kam gerade von Marc Dirkmann: Mirko Schmidts One Bit Wonder Net Music haben unter «Releases» etwa 600 MB freier elektronischer Musik zum Download.

09:52 Uhr. Kategorie Musik. Keine Antwort.

ALBUM 008

00:15 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.


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