
Ich hab den anonymen, seltsamen Look von Tabletten immer schon geliebt und war mehr als verblüfft, zu sehen, daß Damien Hirst dem Ganzen tatsächlich eine eigene Ästhetik abgewinnen konnte. Medizin ist wunderschön, weil matter of fact. Ich finde es entsprechend schlimm, wenn die Pharmaindustrie sich dem Alltagsdesign in der Form öffnet, daß DayMed zum Beispiel jetzt aussieht wie ein Konsumprodukt und immer mehr Firmen Print- und TV-Anzeigen schalten. Kontraproduktiv. Medizin muß nach Medizin aussehen, nicht nach Waschmittel oder Coke .
31. Mai 2006 22:33 Uhr. Kategorie Stuff. 5 Antworten.
Mal im Ernst – wer zur Hölle interessiert sich für Kaffeebecher? Anscheinend ist das wieder so ein Blog-Trend, den ich halb verpennt habe. Also, lieber Markus, hier also die von dir gewünschten Tassen, aus denen wir derzeit Kaffee und Tee trinken. Leider kann ich nicht mit lustigen Papa-ist-der-beste-Tassen aufwarten oder mit Simpson-Mugs. Wenn du übrigens gerne Milch magst: Bei Manufactum bekommst du traumhaft schöne Bichl-Milchbecher. Durch die werde ich Latte-Becher ersetzen, wenn es sich mal ergibt.
Und los:

Gepiercter Kahla-Becher. Hängt so schön an der Rösle-Leiste. Leider verlieren einige Becher ratzfatz die Stahlkugel. Und es suppt etwas aus der Bohrung, wenn man den Becher zu voll macht. Trotzdem: Wunderbares Design.

Ganz tolle kleine Trinkschale von Maxwell & Williams, die ein spotbilliges und trotzdem schönes Service anbieten, das nicht nur unglaublich umfangreich ist, sondern auch einen schönen Bogen von Ost nachWest schlägt. Leider läßt mich Midori immer noch – seit vier Monaten – auf die schon bezahlten Teller warten :-(. Uncool. Aber das Geschirr von denen ist an sich sehr schön und unwirklich preiswert im Gegensatz zu….

Rosenthal Free Spirit Studio Line. Schrecklich empfindlich und schrecklich teuer und eben auch wunderschön. Ich habe inzwischen vier von deren nicht wirklich preiswerten Karaffen wegwerfen dürfen, weil die Schütte einfach schon beim Anblicken zerspringt – trotzdem ein tolles Service.

Und last not least die Latte-Macchiato-Tassen für die Z5 in weiß und in klar, in diesem Fall von Galzone. Wobei es vor allem die Klarglas-Tumbler nun wirklich überall gibt, so daß hier die zum Teil welche Manufactum und von Ikea und und und zum Einsatz kommen.
Photos von Alex, die heute ihren letzten Praktikums-Tag hier hat (yay… Freiheit, Alex – enjoy it!!!!) und leckeren Schokoflockina mitgebracht hat zu unser aller Freude.
16:17 Uhr. Kategorie Stuff. 5 Antworten.
Da ich ja als Dozent etwas zum Säuretesten meiner Studenten neige, ist Björn die Idee gekommen, anstelle der Scheine doch demnächst besser ein Shirt zu verleihen:

Macht Sinn.
15:22 Uhr. Kategorie Leben. 3 Antworten.

Alternativer Entwurf für ein Cover. Der genommene Entwurf ist auch sehr schön, aber Séans grandioser Fake eines alten Folios mit einem seltsam unheimlichen Baum viel zu schade um in der Schublade zu verschwinden. Also ab damit ans Tageslicht.



14:45 Uhr. Kategorie Arbeit. 4 Antworten.

Auch wenn es wahrscheinlich schon x-mal gesagt wurde: Die Yeah Yeah Yeahs erinnern mich verdammt an eine moderne Version von Siouxie & The Banshees. Sehr. So sehr, daß ich nicht überrascht gewesen wäre, wenn Karen Orzobal eine Track aus den Juju-Zeiten von Frau Sioux angestimmt hätte. Ah, aber dazu sind die YeahYeahYeahs dann doch zu cool. Aber von den Posen bis zu den Vocals, von den expressiven Drums von Brian Chase bis zu Nick Zinners Noisegitarre… das ist schon nah dran, einfach eine konsequente Weiterentwicklung dessen, was die Banshees vor allem am Beginn ihrer Laufbahn versuchten.
Die YYYs sind mit dem aktuellen Album Show Your Bones etwas relaxter als auf Fever to Tell geworden, und dementsprechend wirbelt das Konzert sehr konsequent zwischen dem Noise der alten Songs und dem spürbar tarantinoesqueren neuen Material. Was aber nie wirklich störend wirkt, sondernhervorragende Momente abgibt, wenn etwa der«Hit» Gold Lions von einer Soundexplosion gefolgt wird. Wahrscheinlich gibt es für den Sound der Combo ein griffiges Tagword, aber in Wirklichkeit läßt sich die seltsame Mischugn aus Punk, Folk, Jazz, New Wave, Garage, Low-Fi nur schwer greifbar vereinfachen. Die Band ist vielseitig und komplex, irrlichtert zwischen schrammeligem Proberaumfeeling und perfekter emotionaler Atmosphäre.
Die Show selbst – okay, nach Deichkind wirkt wahrscheinlich ALLES statisch – ist nicht allzu bemerkenswert. Solides Licht, etwas dünner Sound (keine Frage… der Bass fehlt halt doch), Brian macht ein paar typische Drummer-Mätzchen, Nick wirkt wie ein TV-Abziehbild vom Junkie-Rockstar, Karen O tanzt und mimt wie eine Zwischenfall-Tänzerin auf LSD, und läßt sich sogar an zwei Stellen dazu herab, ansatzweise mit dem Publikum zu sprechen. Aber insgesamt wirkt der Gig, obwohl unglaublich kraftvoll und energetisch gespielt und durch und durch begeisternd, einfach etwas kurz, etwas herzlos herabgezockt, zu introvertiert, zu weit weg vom Publikum. Zwei kurze Zugaben, beide grandios, aber Gott, da will man doch mehr hören. Zumal gerade ein solches Trio wunderbar improvisieren und flexibel erfinden könnte. Etwas schade, ich hätte es mir noch länger geben können.
Aber: Keine Frage, die YYYs sind eine Kultband, die den Status bei ihren Fans absolut verdient hat und einen Sound abliefert, der nahtlos bei New-Wave-Klassikern anschließt und die etablierten Ausdrucksformen der 80er wütend und brennend in ein neues Zeitalter zerrt. Großartige Musik, und die Studioaufnahmen der per se ja schon grandiosen CD kommen nicht einmal näherungsweise an die furiose Energie der Liveversionen heran.
Nach dem Break ein paar von Stevies patentierten Handy-Pix…
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30. Mai 2006 21:52 Uhr. Kategorie Live. Eine Antwort.
Im Grunde großes Finale. Wenn noch jemand vielleicht mal das Englische checkt, können wir die Datenbank reinigen, die Interviews aus Berlin eingeben und das Ding vielleicht ein wenig promoten, denn das Spiel machen einen Mordsspaß, finde ich.
Mit INVITE A FRIEND könnt ihr selbst spielen, euch einen Namen geben, via Mail oder IM per Copy-Link einen Freund einladen, der sich dann einloggt und los geht’s. Keine Registrierung oder so etwas nötig, alles quick und easy. Beim Wortassoziations-Spiel geht es darum, möglichst schnell auf den Begriff des Partners zu reagieren und das Erste zu antworten, was einem impulsiv in den Kopf geht. Im Grunde wie Tennis, nur schneller und mit Worten.
07:34 Uhr. Kategorie Online. 6 Antworten.
Das Spiegel-Titel-Interview mit mit Irans Präsident Ahmadinedschad ist ein Must-Read. Und immer, immer während der Lektüre daran denken, daß der Mann ein enorm einflußreicher Staatenlenker ist, eine zentrale Figur im geopolitischen und religiösen muslimischen Entwicklungsprozeß.
Und wenn du bei jedem Satz genau daran denkst, an die Bedeutung und Position von Mahmud Ahmadinedschad, wenn du etwas über seinen Background weißt, dann weißt du nicht, wie du dich nach dem Spiegel-Interview fühlen sollst. Aber ich kann mir vorstellen, es ist die Sorte Gefühl, die Leute wie Siegfried Kracauer wahrscheinlich Ende der 20er Jahre gehabt haben müssen.
07:03 Uhr. Kategorie Leben. 5 Antworten.

Naja, ehrlich gesagt, ist das Saisonheft der Bielefelder Philharmoniker schon seit dem 4. Mai weitgehend fertig, wird aber zusammen mit dem Theater gedruckt, das auch diese Woche fertig wird, so daß es am Ende recht entspannt mit den Korrekturen lief. Es gab eigentlich nur noch eine Verschiebung von Bildern, durchaus zum Vorteil des Heftes, die Tilmann mit dem richtigen Feeling eingebracht hat, und ein Vorwort zum Phototeil von mir, das den Bogen von Heft zu Bild schlägt und erklärt warum zur Hölle da so viele seltsame Photos erscheinen. Das ich tatsächlich was schreiben mußte, war ganz nüchtern der Preis dafür, daß ich die vollen 112 Seiten Heft behalten konnte – und diesen Tausch mache ich gerne, weil ich mich nicht von einem einzigen Bild hätte freiwillig trennen können. Jedesmal, wenn Tilmann laut überlegte, die Seitenzahl von 112 auf 96 zu kürzen, wurde ich ganz bockig. Und weil er ein Traum-Partner ist, hat er einen Kompromiß gefunden, der uns beide glücklich macht, weil er wirklich gut ist… sehr viel besser als meine Initialidee, wie ich finde. Das Heft ist einfach wunderbar geworden – und das kann ich sagen, denn es ist der Verdienst der mutigen Philharmoniker und der phantastischen Photos von Sannah Kvist, denn wahrnehmbares «Design» findet so gut wie gar nicht statt, wir haben ja sogar die overused FFDIN benutzt, weil wir keine unspektakulärere Schrift gefunden haben (die Apex haben wir probiert, immer noch zu viel Dynamik, selbst die Helvetica war mir nicht stumpf genug. Ich hätte gern die Neutral genommen, die mir als Synthese verschiedener Schriften so schön zum Thema Verbindungen gepasst hätte, sie aber für dieses Projekt leider nicht bekommen… also my beloved DIN.). Wenn man jetzt noch Budget hätte für tolles Papier und eine Veredelung auf dem Cover… it would be perfection. Und so etwas sag ich eher selten. Das Heft ist der wunderbare «Mißbrauch» eines Informationsträgers als Kunstobjekt, eine Miniatur-Ausstellung, ein kleines Geschenk der Philharmoniker an ihre Stadt, die Fortsetzung der kulturellen Bühnenarbeit in das Printmedium. Wie es sein soll. Kein anderes Orchester macht so etwas. (((Und ich bin auch gespannt, was die vielleicht konservativen Geister im Publikum dazu sagen werden – ach, man hätte doch auch Bilder von Geigern und Trompetern zeigen können (nein, konnte man tatsächlich aus Termingründen nicht, sorry.)))) Aber glaubt mir, die anderen Orchester werden anfangen, sie werden anfangen. Tiefen Dank an Tilmann Boettcher und Peter Kuhn und alle anderen Beteiligten. Ob man die Photos mag oder nicht, ist sicher Geschmackssache, wir alle mögen sie sehr, aber die Bielefelder Philharmoniker zeigen hier, daß man mit einem Spielzeitheft sehr viel mehr machen kann als reine Selbstbespiegelung, wie man diese Plattform nutzen und bespielen, damit inszenieren kann. Was da noch alles denkbar wäre…
Gott, hat dieses Heft Spaß gemacht.
Richtige Photos gibt es erst, wenn das Heft gedruckt bei mir ist, aber zur Feier des Tages ein paar schnelle Photos vom Bildschirm.
15:51 Uhr. Kategorie Arbeit. 5 Antworten.

In den hinteren Teil des Saisonheftes kommen keine Inszenierungsbilder, sondern von Séan (und an ein zwei Stellen von mir) spürbar «morbidisierte» Baustellenbilder. Ich bin mir nach wie vor nicht ganz sicher, ob das Heft so unterm Strich nicht doch zu düster wird und bin positiv überrascht, daß Marketing und Intendanz da anscheinend mutiger sind als wir selbst und das Heft konsequent in die von den Personenbildern vorgegebene Richtung weiterentwickeln. Die gesamten Bilder, so wie sie hier sind, sieht man eigentlich nie wirklich im Heft, weil z.T. recht umfangreiche Textboxen über den Bildern liegen.
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12:14 Uhr. Kategorie Arbeit. 14 Antworten.

Keine Frage, Luc Besson ist einer der, wenn nicht der singulär erfolgreichste Regisseur und Produzent Frankreichs. Wenn so einer nach gut sechs Jahren wieder selbst einen neuen Film macht, nicht nur produziert, tut er es nicht einfach so, zumal Besson nahezu jedes Genre, jeden Stil mit Bravour realisiert hat. Was bringt so einen noch in den Regiestuhl? Da erwartet man großes Kino und insofern kommt der mit Angel-A leider etwas sehr grobmotorisch benannte Film schon etwas vorbelastet ins Kino, was mich betrifft. Im Vorfeld als Bessons Paris-Hommage gewürdigt, als sein persönliches monochromes Gegenstück zu Jeunets farbenexplodierendem Amélie, ist der Film über weite Strecken ein stilistisches Meisterwerk. Thierry Arbogasts Kameraarbeit ist definitiv – wie stets – makellos, und tatsächlich eine beständige Verbeugung vor der Lichterstadt, die hier sehr viel realistischer als bei Jeunet, aber doch ebenso stilisiert eingefangen ist, in winzigen Leica-Momenten, die aus der Reduktion auf Schwarzweiß ein Maximum herausholen. Das Kunststück, wie Jeunet eine tiefe Liebeserklärung abzugeben und sich doch von dem Vorgänger abzuheben, gelingt. Anja Garbareks sanft jazzpopiger Soundtrack ist so ganz anders als Yann Tiersen, so wie auch die Bilder anders sind, aber ebenso einprägsam, ebenso kongenial. So gelingt es beiden Filmemachern, die Stadt anders einzufangen und doch fast wie ein Werbefilm zu funktionieren. Es ist fast erschreckend, wie Besson die Highlights der Stadt in drastischem Black and White durchhetzt.
Die Story vom armen Kleinganoven André, dem ein leibhaftiger Engel erscheint, um ihn die Liebe zu sich selbst beizubringen, ist so banal wie nebensächlich, eine oft an der Peinlichkeit entlangschrammende Selbstfindungs-Trip-Geschichte, die spätestens an der Stelle, wo Angel-A Flügel entfaltet und gen Himmel fliegt, eher für unfreiwilliges, leicht unangenehm berührtes Gelächter sorgt. Ist es etwa Absicht, daß diese Szene, die einen Höhepunkt darstellen soll, so erbärmlich und arm wirkt? Wäre nicht hier auch weniger eben mehr gewesen. Hätte man die Idee nicht petischer, weniger alber, weniger konkret erzählen können? Mit Ausnahme dieser einen Szene schaffen es die beiden grandiosen Hauptdarsteller, die zahlreichen Peinlichkeiten des Scripts größtenteils vergessen zu lassen. Jamel Debbouze, tatsächlich ein Amélie-Veteran (der Obsthändler), spielt hier auf Oskar-Niveau, nahtlos zwischen gnadenlosen Ham Acting und völliger Reduktion, immer glaubhaft in einer höchst unglaubhaften Figur, immer überzeugend, mit einer umwerfenden Körpersprache, die jeden Trick unnötig macht. Eine absolute Meisterleistung und zudem ein perfektes Casting. Denn Rie Rasmussen – Luc Bessons Neigung zu Hypermodels folgend – ist das perfekte Gegenstück zu dem kleinen Knuddelgesicht Debbouze: Eine riesenhafte kühle Newton-Sphinx jenseits von Uma Thurman, die jede Geste, jeden Fingerzeig, jedes verschmierte Make-Up zur Inszenierung macht, ein Wesen wie aus dem Computer. Der Gegensatz, die reine Körperlichkeit der beiden, ist perfekt, ideal in der Szene, in der André seinen Engel das erste Mal aus dem Wasser fischt. Ist Jamel Luc Bessons Every-Man, sein James Stewart, sein Cary Grant, so ist die Rasmussen Grace Kelly, die Monroe, Ava Gardner, die Ekberg in einer Person. Wobei ihr Sex-Appeal weniger aus dem überzüchteten Designerkörper resultier, als vielmehr aus der ungeheuren Selbstsicherheit, der fast arroganten Lässigkeit von Angel-A. Die Besetzung ist grandios, die Kamerarbeit umwerfend, der Sound perfekt.
Es ist nur das Pathos, das Besson übertrieben in seinen Plot gewoben hat, die aufdringliche flunderflache Dale-Carnegie-Botschaft, das peinliche Ende, die platteplatteplatte Story, die einen Film, der wirklich grandios hätte sein können, großes französisches Kino in der Tradition des 60er, leider komplett beschädigt. Besson begnügt sich mit einer zu einfachen Botschaft (Liebe dich selbst und alles wird gut), mit einer zu simplen und doch zu komplizierten Darstellung von Engeln, die am Ende nur noch albern wirkt, mit einem vielleicht doch etwas zu kitschigem Paris, und mit Dialogen – es mag an der Übersetzung liegen – bei denen man hier und da eher das Gesicht verziehen mag. Mehr Lässigkeit, mehr nouvelle vague, die er doch so gern zitieren will, und eben weniger amerikanische Holzhammer-Erzählstrukturen… und bang, es WÄRE ein grandioser Film gewesen. Wäre. Unglaublich, welche Wucht Besson hätte entfalten können. Man darf gar nicht dran denken, wie dicht dieser Film an richtige Größe hätte kommen können, wo so viel Gutes doch vorhanden ist. An die Vielschichtigkeit und Lebensfreude von Amélie kommt er jedoch nie heran. Was Angel-A an Wucht fehlt, hätte Besson durch Eleganz, Leichtigkeit und die klassische französische Undurchschaubarkeit wettmachen können, aber das hat er leider versäumt.
So aber ist Angel-A nach wie vor sehenswerter Film, der alle richtigen Zutaten hat, die nur leider falsch und allzu kommerziell zusammengepappt wurden. Wenn man als Zuschauer bereit ist, den Film nachträglich etwas umzuschreiben, einiges ganz ganz schnell wieder zu vergessen und anderes vielleicht hinzuzuerfinden… dann wird es zumindest im Kopf doch noch ein wunderbarer Film.
28. Mai 2006 23:28 Uhr. Kategorie Film. 4 Antworten.

Reale Anzeige, die eine alte Mitstudentin dann als Weihnachtskarte verschickte…
15:45 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.
Ich höre öfters mal von Kunden: Ach, Flash ist doch Müll.
Und wenn ich dann zufällig solche Seiten entdecke, weiß ich auch, woher dieser Quatsch eigentlich kommt. Allein das Intro gehört schon nach den Genfer Konventionen unter Strafe gestellt.
Zumal das ganze aussieht, als wäre es von einem Blindenhund mit Swish programmiert. Schrecklich.
Wird Zeit, daß das Arbeitsamt nicht aus jedem Landschaftsgärtner einen Webdesigner in 14 Tagen umschult.
20:32 Uhr. Kategorie Design. 9 Antworten.

How funny, der Kaupp-Katalog wird inzwischen anscheinend bei eBay versteigert: Hier, hier, hier und hier. Und sogar noch einer aus der Zeit vor uns, auch wenn hier etwas unterschlagen wird, daß der alte Katalog zum Teil schwarzweiß war (und nur 320 Seiten hatte, unglaublich, wie sich das auf 900 Seiten entwickelt hat… ich habe immer wieder Respekt vor dem mutigen Sprung, den Melanie und Karlheinz da mit uns gemacht haben). Die Vorstellung, daß jemand diese Kataloge, die ja eigentlich punktuell nur für eine Auktion geschaffen werden, als eigenes Objekt betrachtet, um die darin abgebildeten Sammlerobjekte und Antiquitäten zu genießen, ist eigentlich schön. Immerhin stecken von allen Beteiligten – den Kunsthistorikern um Ruth Hötzel und Diana Lamprecht, die in Rekordzeit die Texte schreiben, Oliver und Marc, die in nur zwei bis drei Wochen alle Photos inklusive Imageteil herauspowern und nicht zuletzt uns, die in diesen drei Wochen rund 1000 Bilder freistellen und in etwa 16 Tagen den kompletten Katalog gestalten – viel Blood Sweat and Tears drin. Da ist es irgendwie nett zu wissen, daß die Kataloge nach einer Auktion vielleicht nicht überall im Müll, sondern auch mal im Regal landen. Und ja: Wenn man bedenkt, wie hektisch solche Kataloge produziert werden, und wieviel hochgradig heterogener Inhalt unterzubringen ist (andere Auktionshäuser haben pro Katalog deutlich weniger Exponate) MACHT Kaupp durchaus die schönsten Auktionskataloge in Deutschland…. :-D und besonders lustig ist es, wenn andere, zum Teil größere, Häuser versuchen, den Stil von Karlheinz und Melanie zu imitieren. Imitation is the flattest form of sincerity….
18:04 Uhr. Kategorie Online. Keine Antwort.
Will den Stapel wegkriegen, deshalb Schnelldurchlauf. Ohne Cover, ohne Links, ohne große Bandinfo. Mea culpa, ich gelobige Besserung. Aber anders werd ich den Rückstand von fast einem halben Jahr einfach nicht los. Es fehlt auch noch einiges, was ich im CD-Chaos nicht sofort gefunden habe.
Placebo: Meds
Nichts neues, die gewohnte Placebo-Mischung, vielleicht sogar noch einen Tick chartsorientierter als zuvor. Placebo stecken tief und fest in einer musikalischen Sackgasse. Was sie dort machen, ist nicht schlecht, aber sehr, sehr unbeweglich geworden.
Brian Eno: Another Day on Earth
Schlicht und ergreifend großartig. Eno geht hier ein Stück zurück von seinen esoterischen Ambient-Experimenten, wird fast kommerziell, aber eben nur fast. Schöne, entspannte und niemals dumme Platte.
Manu Katché: Neighbourhood
Für einen Star-Dummer wie Katché, der zur A-Liga der internationalen Schlagzeuger gehört, ein ungewohntes Soloprojekt. Die CD bietet sehr hörbaren, sehr gefälligen, fast einen Tick zu gewöhnlichen Jazz, dem man nie anhört, daß ein Drummer der Kopf des Projektes ist, im Gegenteil, das Schlagzeug wirkt fast so verhalten, als wolle Katché beweisen, daß er hier eben nicht als Drummer antritt, sondern als Komponist und Arrangeur. Hörenswert, aber nicht herausragend.
Orange Blossom: Everything must change.
Weltmusik-Ethno-JazzPop aus Frankreich, der mit Leïla Bounous eine hervorragende Vokalistin aufweist und wunderbar sicher zwischen verschiedenen musikalischen Grenzen schlafwandelt, immer leicht hörbar, niemals zu schmuseweich.
Morrisey: Ringleader of the Tormetors
Was soll ich sagen. Von Moz kann ich mich schlecht lösen. Die neue Platte ist… ach ja, okay. Aber man mache sich nichts vor: Niemals wird Morrisey wieder da sein, wo er mit Hatful of Hollow war. Never ever. Das erste Soloalbum ging noch, weil die Smiths auch einfach am Ende waren, aber inzwischen ist Moz wie Sting ein Schatten seiner selbst. Schade drum.
YMO: BGM
Alt, neuaufgelegt, weird. Takahashi, Hosono, Barakan und Sakamoto, das Yellow Magic Orchestra, liefern zehn seltsame Plastikpop-80s-Perlen, die zwischen Skurrilität und Genialität irrlichtern und Kraftwerk nicht ganz verdaut haben.
Laura Lopez Castro: Mi Libro Abierto
Es gibt Umstände, die Dinge wie die Fantastischen Vier und Freundeskreis eben doch wieder gutmachen. Nämlich die Tatsache, daß FourMusic den hereinströmenden Geldberg verwendet, um gute Musiker zu finanzieren und daß Max Herre als A&R diesen Act gefunden hat. Schaut man nicht aufs Label, deutet hier nichts daraufhin, daß wir ein deutsches Album in den Händen halten und das ist auch gut so. Entspannter Jazzpop, der nicht aneckt und niemandem wehtun will, aber zum Abhängen in lauen Sommernächten wie geschaffen ist. Muß es geben, und hier ist es gut. Astrud Gilberto hätte es nicht viel besser gemacht.
Boards of Canada: The Campfire Headphase
Genial. Hab die Platte schon so lange, daß es fast peinliuch ist, noch drüber zu schreiben, aber wer sie noch nicht hat: You MISS OUT! Genial. So einfach ist das.
David Sylvian: The good Son vs. the only Daughter (The Blemish Remixes)
Och jo. Blemish war schon ein seltsames Album und die Remixe machen es nicht besser. Wer hier tanzbares erwartet – please stay home. Die remixe dekonstruieren die Tracks mal mehr mal weniger elegant und fügen sie neu zusammen, aber da Blemish bereits fragil an der Grenze zum Ätherischen waberte, entsteht so kaum wirklich bemerkenswert Anderes. Aber jedes Sylvian-Album ist ein Must-Buy, aaaalso….
Anima: AnimaminA
Die Girlie-Backband von Sigur Ros auf Solopfad. Vertrackt, verspielt, makellos hörbar. Nicht einfach zu kriegen, diese 4-Track-EP, aber die Suche wert.
Tim Bowness: My Hotel Year
Yeah, hier kommt I-would-love-to-be-David-Sylvian-Musik. Aber Bowness singt ganz anders und auch wenn die Musik teilweise ganz schön entsetzlich bei Sylvians komplexen Songstrukturen kupfert, ist die Platte als ganzes recht hörenswert. Etwas mehr Eigenständigkeit wäre allerdings echt gut.
SpankRock: This is Spank Rock
Whoa. Ob das Genie oder Wahnsinn ist, muß die Zeit entscheiden. Erstmal sind es ein paar Typen, die eine schwere Sampling-Attacke starten und ein ziemlich seltsames Album daraus stricken. Geisteskrank und anstregend, aber irgendwie auch ausgezeichnet witzig.
Friedman & Liebezeit: Secret Rhythmus 2
Im Grunde die Vorstufe von Nine Horses. Vertrackte, kluge Platte, an deren Ende Sylvian einen Track singt, der dann etwas modifiziert auch auf Snow Borne Sorrow zu hören ist.
Mogwai: Mr. Beast
Mogwai halt. Endlos, ausufernd, gitarrig, genial. Etwas tougher als etwa noch auf Rock Action. Ausgezeichnete Platte einer großartigen Band. Und wer die mag, sollte sich auch die Band Explosions in the Sky gönnen (danke Kirsten!)
YeahYeahYeahs: Show Your Bones
Oh. Siouxie and the Banshees. In Modern. Wie nett.
Seriously, die YeahYeahYeahs werden mit dem neuen Album weniger Underground, mehr Charts und sind entsprechend auch in den UK eingeschlagen. Extrem hörbar.
The Knife: Silent Shout
Die Weitsicht von Rough-Trade, die The Knife mit Kino schon 2004 auf einem Sampler hatten, sei mal betont. Popmusik, so wie sie sein muß: Vorwärtsblickend und smart und ein klein bißchen schmutzig vom Spielen im Sandkasten.
Sarah Mc Lachlan: Bloom (Remixes)
Hallo? Wir wollen neue Songs!!! Danke. Remixe können den Songs von McLachlan nicht schaden, machen sie aber eben auch nicht besser. Völlig okay angedacht, und von der Creme der soliden Pop-Chill-Remixer bedient (Thievery, Talvin Singh), ist es eine ruhige nette Platte geworden, die niemandem weh tun will, aber die emotionale Kraft der Originale auch nie wirklich erreicht. Einfach eine Art Frischzellenkur. Aber solange es helfen würde, eine neue Platte herauszubringen…
Nightmares on Wax: In a space outta Sound
Ich erwarte von diesem Projekt gar nichts mehr, weil ich sowieso jedesmal überrascht werde. Keine Ahnung, wie man den Sound von NOW noch nennen oder beschreiben will, aber Damn ist ein Killertrack. Definitiv inzwischen sehr viel mehr als Chill-Out-Music oder Café-del-Mar-Weichspüler, hat sich das Projekt weiter und weiter musikalisch entwickelt, und obwohl man immer noch Cannabiswolken durch die Musik wabern hört, ist es sehr viel smarter und klüger und psychedelischer geworden als je zuvor.
The Concretes: In Colour
Nett, aber zu harmlos. On the Radio und Song for the Songs sind die Highlights des Albums, das insgesamt etwas in Beliebigkeit dahinvegetiert und langweilige Pseudofolk-Songs eine wirklich gute Stimme einpferchen.
The Secret Machines: Ten Silver Drops & Now here is nowhere
Charmanter Band-Pop, der fröhlich zwischen Power und very laid back wechseln kann und hörenswert ist, allerdings auch nie wirklich 200% im Ohr bleibt.
Tomte: Buchstaben über der Stadt
Deutscher Pathos-Rock. Ich frage mich, ob man Thees und Co eines Tages so sehen wird, wie man heute BAP sieht. Damals fand man Kristallnacht ja auch vielleicht okay. Time will tell. Nettes Album, transparent geschriebene Songs, okay-e Texte, nur in einem Rutsch kann man es kaum hören, weil zu wenig Abwechslung und Bandbreite. Live sind Tomte genial, auf Platte etwas arg schaumgebremst.
Jim Noir: Tower of Love
Singer-Songwriter-Stuff und das mit Humor. Schöne Platte, die nur oberflächlich einfach und poppig wirkt.
Richard Swift: Collected Works I
Doppel-Cd mit zwei kurzen Re-releases, die seltsam, bezaubernd, verwirrend, uncool, verspielt, konzeptionell und weird as hell ist. Ich hab keine Ahnung, ob das hier gut oder schlecht ist, aber es ist ziemlich einzigartig.
Death Cab for Cutie: Plans
Sehr sympathische, gut ausgewogene Scheibe, die Death Cab noch fester als eine der wirklich guten neuen hochemotionalen Alternative-Bands etablieren dürfte. Exzellente Scheibe, aber für mich bleibt ihr bester Song nach wie vor das Cover von Björks All is Full of Love, sorry.
Barry Guy: Folio
Recht neutönerische Kammermusik, mit Guy selbst am Bass. Die improvisiert wirkenden Stücke erfordern ein gerüttelt Maß an Konzentration und Zuneigung. Das Klassik Weichspülermusik ist, widerlegt Guy mit dem Münchener Kammerorchester und seiner seltsamen Grenzgängerei zwischen Jazz und Klassik hier klug und eindrucksvoll.
14:05 Uhr. Kategorie Musik. Keine Antwort.

Hier nicht allzu bekannt, produziert das Weymouth-Team schöne amerikanische Designlösungen, oft im Annual-Report-Bereich, die mich stark an Bill Cahan erinnern, ohne dabei ganz dessen konzeptionelle Brillianz zu erreichen. Die Homepage ist zwar etwas unglücklich geworden, die einzelnen Arbeiten aber immer hoch sehenswert.
10:36 Uhr. Kategorie Design. Keine Antwort.

Altes Bild von Medizinstudenten, die mit ihren dunklen Hauben alle aussehen wie böse Frauen.
Darunter das alte Paradox von den zwei Satelliten, die die Erde umkreisen. Will Objekt B das Objekt vor sich überholen, muß es langsamer werden. Nur so kann es in eine niedrigere Kreisbahn sinken und an Objekt A vorbeiziehen.
09:41 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.
Ich dachte, ich wäre durch, aber aus akutem Anlaß eine finale Zugabe: Die Kids von Stefan und Martina :-D.
Monday kommen noch die gesammelten Baustellenbilder von Séan…

26. Mai 2006 21:52 Uhr. Kategorie Arbeit. Keine Antwort.
Okay, während die Play-Site ihrem FInale entgegengeht (jetzt mit Namen, Mainmenu läuft, Hand-Drag korrigiert; Gewinner stehen, aber der HighScore im Mainmenu wird noch kommen… bitte fleissig weiterbetatesten, ja?), haue ich schon mal nach und nach die Original-Handschrift-Spiele von der Typo ins Blog.
Als erstes David Carson gegen Alessio Leonardi, wobei Alessio nach dem Startwort PLAY den Anfang macht mit «Kids» und dann zum schwarzen Stift gewechselt hat, so daß die BLAUEN Worte von David sind und die SCHWARZEN von Alessio. Have fun… ich finde übrigens, daß Carson ganz wunderbare Antworten gibt (Lucky > Me), ideal ist sein «Nine» (sprich: NEIN) am Ende, weil er noch nicht Schluß machen wollte ;-D.

16:49 Uhr. Kategorie Design. 3 Antworten.

Nicht mehr wirklich frisch aus der Druckerei, ein paar Sachen aus den letzten Wochen… es sind auch noch zahlreiche andere Sachen gelaufen, die mir aber nicht vorzeigenswert scheinen.
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15:44 Uhr. Kategorie Arbeit. Keine Antwort.
Unser Kölner Tierfreund Nina schickt uns Beweise, daß Fatty eben doch süß ist. :-D


13:45 Uhr. Kategorie Stuff. 4 Antworten.
Immerhin: kein Fieber mehr. Sich gestern abend ins Kino zu schleppen war nicht meine beste Idee, weil ich immer noch Husten habe und mein Atem leicht asthmatisch klingt, was in einem kleinen Kino schnell stören kann :-D. Ansonsten dank heißer Zitrone mit Honig, reichlich Medikamenten und liebevoller Pflege, heute wieder etwas den Kopf klarer. Dafür fängt Steffi heute morgen an zu niesen und ihr Hals kratzt… ohoh…
13:33 Uhr. Kategorie Leben. Eine Antwort.

Der südafrikanische Film Tsotsi wurde mehrfach mit dem grandiosen Film City of God verglichen und mir außerdem von Kirsten wärmstens an Herz gelegt. Da erwartet man dann vielleicht zuviel. Aber ich muß ehrlich sagen, die Story vom durch harte Kindheit gefühlsverarmten Township-Kleingangster David (alias Tsotsi), der durch ein Baby, das er in einem gestohlenen Wagen findet, auf den Weg zur Wandlung kommt. Klischeebeladen bis zum Würgereflex kommt der Film völlig ohne jede Überraschung oder Wendung aus. Die Gang von Tsotsi (Presley Chweneyagae) wartet mit einem dicken Dummen auf, einem brilletragenden Klugen, einem brutalen Killertypen und eben unserem Helden. Tsotsi hat einen weichen kern, aber die gemeine Kindheit hat ihn zum Brutalo werden lassen. Ach, die Klischees sind so dicke, daß man sie nicht aufzählen mag, es ist einfach too much. Auf dem erzählerischen Niveau der Vorstadtkrokodile daherkommend, völlig eindimensional und ohne jeden Subtext, ohne jede Metaebene, ohne jede Schikane oder Komplikation im Plot, hat man eher das Gefühl einen pädagogisch korrekten ARD-Film zu sehen, keine Kinokost. Die Hauptrollen spielen ihr Zeug unter Gavin Hoods Regie solide durch, aber in den Nebenrollen (wie etwa bei den Polizisten) wird es auch schnell mal peinlich. Daumendicker Pathos, müde Klischees in der Wandlung vom «Gangsta» zum verantwortungsbewußteren Menschen und eine doch eher laue Cinematographie machen zunichte, was einen soliden, vielleicht sogar kraftvollen Film hätte ergeben können. Einzig die Townships an sich sind fesselnd, aber deren soziales Elend hat man schon oft und auch realistischer, packender gesehen – ein dramatischer Braunblau-Verlaufsfilter ist hier eher Kitsch und ergo kontraproduktiv (und erinnert auch viel zu sehr an eben City of God, der in jeder Hinsicht Tsotsi meilenweit überlegen ist). Gott, ich meine: ein jugendlicher Gangster, der durch ein süßes Baby von Haß und Gewalt abkehrt und zur Liebe und Verantwortung findet. Da möchte man heulen – aber nicht vor Rührung, sondern weil es so entsetzlich platt ist. Ich bin aber sicher, der Film wird in Sozialkunde-Kursen der achten Klasse prima ankommen. Ich befürchte, sogar X-Men 3, dem ich mit Grauen entgegensehe, wird besser sein :-D.
25. Mai 2006 23:01 Uhr. Kategorie Film. Keine Antwort.
Leute, die in diesem Bild ein süßes Tierchen sehen, sind doch schon irgendwie strange, oder?

12:16 Uhr. Kategorie Stuff. 3 Antworten.

Australiens Tiere werden dicker, berichtet der Spiegel.
Aber keine Bange vor der Globalisierung.
Denn Deutschlands Tierwelt hält mit:


16:09 Uhr. Kategorie Stuff. 5 Antworten.
Der Play-Betatest läuft. Multiplayer-Modus, Navigation mit Drag-Hand und Googlebarkeit der Begriffe laufen (bei uns). Wir müssen noch einiges fixen (Anzeige der Spielernamen im Spiel und eines Endergebnisses Sieger nach Gesamttempo, sauberer Zurück-Übergang zum Mainmenu und und und), aber für den Betatest, um zu sehen, ob es auf allen System läuft, reichts, während Alexandra die Texte entziffert und Marian die letzten Details fixt. Ihr braucht Flash 8, sonst geht gar nichts. Für ein Nebenprojekt insofern ganz witzig, als das man hier eigentlich die Basis für ein flashbasiertes Multi-User-CMS gelegt hat, bei dem mehrere Leute in Echtzeit miteinander kommunizieren und Inhalte editieren können. Sobald alles läuft, geben wir die Spiele der Typo-Besucher und VIPs ein. Das Spiel läuft so: Ihr gebt euch einen Spielernamen, kopiert mit COPY den Link zu eurem eigenen Spiel, sendet diesen via eMail oder IM an einen Freund, müßt dann warten, bis dieser sich ebenfalls eingeloggt hat und könnt dann den zweiten Begriff eingeben. Der erste ist IMMER Play. Viel Spaß, laßt mich wissen, wo das Ding Probleme macht. Alle Spiele des Betatestes löschen wir final aus der Datenbank, wenn es richtig losgeht. Ich habs getestet, it’s fun.
12:28 Uhr. Kategorie Design. Eine Antwort.
… ja lustig. Irgendwie habe ich seit heute Mittag eine leichte Grippe. Husten, Kopfweh, Halsschmerzen. Was soll das jetzt, lieber Körper… ich hab zu tun. Hoffe, das geht bald vorüber.
23. Mai 2006 23:39 Uhr. Kategorie Leben. 3 Antworten.


Auch wenn es so kurz nach der Typo vielleicht FF-Overkill ist… gerade kam eine New-Releases-Mail vom amerikanischen Fontshop mit zwei neuen Fontshop-Fonts, die mir wirklich gefallen und die Tradition von FSI fortsetzen, mehr und mehr zeitgemäße typographische Lösungen anzubieten, die Lesbarkeit und Individualität vereinen und durchaus auch inzwischen einen ganz spezifischen Stil moderner Typographie bilden.
Beide, die Milo von Michael Abbink, dem Designer der Kievit (die in Deutschland als Hausschrift der CDU dient und tatsächlich eine wunderbare solide Schrift ist) und die wunderbar zwischen straight und mit zunehmender Strichstärke etwas weird balancierende, gut ausgebaute Sanuk von Xavier Dupré, dem wir unter anderem bereits Megano und Absara verdanken, liegen als Opentype vor (endlich steigt FSI da konsequent ein und bietet auch mehr und mehr Fonts als OTF nachträglich an, schlecht für Early Adopters, aber natürlich gut für alle anderen User…). Beide Schriften lassen sich wunderbar für Corporate Design und Editorial nutzen, sind aber auch Displaytauglich (von der Sanuk gibts die schönen Hairline-Varianten, die wir schon von der überarbeiteten Meta kennen) und sollten als Open Type keine typographischen Wünsche offen lassen.
Auf der deutschen Fontshop-Homepage habe ich beide (noch) nicht gefunden, aber ich bin sicher ein Anruf in Berlin (03069596-333) hilft euch weiter, wenn ihr die Schriften kaufen wollt.
22:49 Uhr. Kategorie Design. 5 Antworten.

Aus der Akademie kommend, finde ich gerade diese eMail:
Sehr geehrter Herr Schellnack,
Sie sind einer der Preisträger unseres iF communication design award 2006. Herzlichen Glückwunsch – wir freuen uns mit Ihnen! Ihr Beitrag ist von der diesjährigen international hochkarätig besetzten 15 köpfigen Jury mit dem begehrten iF award für exzellentes Design ausgezeichnet worden. In diesem Jahr bewarben sich 1.240 Beiträge aus 23 Ländern.
Beitrags-Name: Abendprogramme Theater Bielefeld
Schöne Sache. Zumal ich sehr sicher war, mit so einem Stapel doch recht preiswert bedrucktem Papier (die Programme werden ja Stück für 1,50 Euro verkauft, da muß man sehr auf die Druckkosten achten) schon haptisch nicht gewinnen zu können und wie so oft mal wieder nichts abschicken wollte. Steffi hat mich überredet und wird heute abend zum Essen ausgeführt. Mit einem anderen eingereichten Projekt – den SchneiderBuch-Unterlagen – haben wir leider nicht gewonnen, obwohl ich nach wie vor finde, daß wir da im Rahmen des für diesen Kunden und seine Zielgruppe machbaren sehr netten Job hingekriegt haben. Trotzdem: Ich freu mich total. Awards sollten einem ja ganz cool egal sein, aber ich und mein schwaches Ego, wir freuen uns trotzdem, so. Einen Riesendank an die Bielefelder Dramaturgen, die uns oft genug mit schönen Ideen haben durchkommen lassen, you rock!!!
19:27 Uhr. Kategorie Arbeit. 10 Antworten.
… kommt post-Typo, wenn der erste Student dir via ICQ mitteilt, daß er ein Referat von den nur drei Wochen, die er hatte, nicht fertig gekriegt hat. Einen Beitrag über Peter Saville, wobei alle Designer-Profiles eben primär SPASS machen sollten, eine Chance für jeden Studenten, sich in «seinen» Designer zu stürzen und zu verlieben, um dieses Feeling dann hoffentlich allen beizubringen.
Nachdem man drei Tage mit ultramotivierten Menschen, ob Anfänger oder Profi, zusammen war… kommt einem das irgendwie unwirklich vor. Irgendwie hat Jürgen Huber ja recht, wenn er fragt, warum zur Hölle ICH denke, meine Studenten motivieren zu müssen. Die müssen MICH motivieren. Der Auftraggeber wirds ja später auch nicht tun, sondern sie müssen IHN begeistern. Kann man nicht früh genug lernen. Wer Design nur macht, wenn er in die Schule geht, und nicht von morgens bis abends in sein Leben einbindet, sollte lieber einen normaleren, weniger intensiven Job finden. Wenn du in einer Stadt wie Berlin nicht einen Stein werfen kannst ohne zehn «Mediendesigner» (was immer dieses Wort auch bedeutet) zu treffen, dann werden nur die überleben, die sich selbst immer wieder motivieren und aufstehen und ihr Bestes geben, ohne einen wirklichen exogenen «Anlaß» dafür zu haben, weil es eben in ihnen drin steckt und raus muß. Weil sie es, unterm Strich, für sich selbst tun und andere daran teilhaben lassen.
Vielleicht ist die Aufgabe als Dozent also weniger, die Unmotivierten motivieren zu müssen, wie ich immer denke, als vielmehr diejenigen, die Talent und mehr als genug Drive haben, eindeutig herauszufordern, sich weiterzuentwickeln und in die richtige Richtung zu schieben.
08:36 Uhr. Kategorie Leben. 19 Antworten.
Neben dem Medienwelt-Text fand ich letzlich noch einen alten Text, der heute (für mich selbst) irgendwie spannend ist, weil er die Medienkonvergenz von TV und interaktiven Formaten vorwegnimmt. Da wir auf der Typo über Snow Crash sprachen, paßt das gerade so schön.
Das Internet kannte ich damals, 1995, selbst noch kaum, geschweige denn war es in seiner heutigen Form so schnell so massenwirksam vorhersehbar. Man hat ein bisserl gemailt, ein bisserl im Usenet herumgehangen oder auf BBs… Interessant, was da in nur einer Dekade passiert ist.
Hier kommt also ein wahrer Textwust, wer schon bei Filmkritiken wegzoomt, sollte nicht auf Weiter klicken ;-D….
die mediale simulation der interaktion
April 1995
anfang
Die Zukunft hat schon begonnen.
Das Ende des 20. Jahrhunderts markiert den Aufbruch in eine digitale Ära, den technischen und ästhetischen Paradigmenwechsel von der traditionellen Kommunikation zu einer neuartigen, durch die elektronischen Medien geprägten Form der Interaktion. Die Wahrnehmung der Umwelt und damit zugleich die »Art und Weise, wie wir denken und handeln« (McLuhan, 1984, 41) wird durch die neugeschaenen technischen Möglichkeiten und die damit verbundene künstliche Erweiterung der Sinne tiefgreifend verändert – und somit nimmt auch die Interaktionskultur einer Generation, für die Fernsehen, Video, Computer, Glasfaserverkabelung, cd-Technologie, globale Datennetze und die massive Expansion der Kommunikationsinfrastruktur zur Selbstverständlichkeit geworden sind, andere, der zunehmend von synthetisch erzeugten Bildern und Tönen geprägten Lebenswelt entsprechende Formen an.
Im Rahmen dieser Technisierung der sozialen Kommunikation vollzieht sich – insbesondere im Bereich neuer Fernseh- und Computerangebote – während der letzten Jahre unter Einbezug der verbesserten technischen Möglichkeiten der Wandel des Medienbenutzers vom passiven Konsumenten zu einem mit dem Kommunikationsträger verstärkt in Wechselbeziehung stehenden Partner, der vermittels eines Rückmeldungskanals selektiv oder sogar steuernd in das Programm eingreifen kann. Medienindustrie und Unterhaltungsbranche locken dabei einerseits mit interaktiven und multimedialen Programmoerten, die eine veränderte, aktivere Auseinandersetzung mit den Medien und ihrer Programmpalette versprechen, andererseits mit weltumspannenden Kommunikationsnetzwerken und virtuellen Erfahrungswelten, die den Abschied aus der Wirklichkeit und das Eintauchen in eine Natur und Gesellschaft transzendierende, neue Interaktionsform ermöglichen könnten.
Im folgenden soll, ausgehend vom Status Quo der interaktiven Ansätze, eine Reflexion über die mit ihnen verbundenen möglichen Konsequenzen versucht werden. Da das Potential der neuen Medien jedoch aufgrund der nach wie vor defizitären Technologieressourcen – und zum Teil auch aufgrund ihrer mangelnder Emanzipation und Kreativität – gegenwärtig noch nicht annähernd realisiert ist, und sich angesichts dieser Tatsache auch die Industrie bevorzugt in futorologischer Clairvoyance versucht, ist für eine Auseinandersetzung mit der simulierten Interaktion beziehungsweise der interaktiven Simulation – insbesondere in letzterem Bereich, der mit der virtuellen Wirklichkeit immerhin ein Ultramedium umfaßt, das potentiell alle bisher bestehenden technologischen Medien subsidieren könnte – ein gewisses Maß an Extrapolation unverzichtbar, wenn die Überlegungen über Sinn und Zweck neuer Interaktionsmittel und -formen mit dem immer schneller voranschreitenden Einsatz der Technik Schritt halten sollen. So finden sich auf den nächsten Seiten seltsame und vielleicht auch erschreckende Zukunftsvisionen vom sozialen Exodus in den Cyberspace, von digitalisierten Kunstwelten, deren Gestalt nur noch durch die menschliche Phantasie beschränkt ist, vom Ende der alphabetischen Kultur, von der Dissoziation von Geist und Körper und von Cybernauten, deren Kommunikationsform an Telepathie grenzen könnte.
Science Fiction?
Vielleicht.
07:26 Uhr. Kategorie Design. Eine Antwort.

Ich muß zugeben, am dritten Tag habe ich nur einen einzigen Vortrag gesehen und auch den nur halb. Der Grund ist, daß die grandiose Ines Wildhage von Textkontakt, die den hochstressigen Job hat, die Pressetermine der Typo-VIPs zu jonglieren, es irgendwie geschafft hat, mir ein paar bekannte Gesichter zuzuschieben, so daß ich auch heute recht viel im (bzw. vor dem) Sprecheraum in der Sonne saß und mit ein paar netten Menschen quasselte, die (und deren Arbeiten) ich sehr mag. Alessio Leonardi, David Carson, Erik Spiekermann, Chip Kidd, Donald Beekman und und und, das war schon anregend heute und unterm Strich sicher auch lustiger, als passiv Vorträge zu hören. Ich bin nicht so der Star-Schmoozer, aber damn, it WAS fun. Alle Beteiligten haben sich lustig in das Lexichain-Game gestürzt und hoffentlich so ein paar Minuten Spaß an der Sonne gehabt. Last not least eben Petr Blokland, wie ich schon erwähnte für mich DIE Entdeckung der Typo, mit dem ich so vertieft war, daß wir beide Fons Hickmann verpaßt haben und kaum merkten, wie es wieder zu regnen began. Und obwohl ich Fons wirklich sehr mag, derzeit der deutsche Designer im Plakat-Bereich, keine Frage, war es das allemal wert. Das einzige was ich also gesehen habe, waren eben Petr und Erik Blokland und dazu Just van Rossum, die bei ihrer Präsentation ein seltsames Online-Spiel gespielt haben, bei dem Petr als störender dritter Bruder ständig in die Präsentation funkte. Ich weiß nicht, ob man den ganzen Gag im Publikum verstanden hat, oder man das nur für ein seltsames Flashgedöhns gehalten haben kann (wobei ich nicht so sicher bin, daß es nur oder überhaupt Flash war, zu einfach für die Bloklands), aber es war schon großartig, zuzusehen, wie sich Petr wireless in die Anwendung einloggte und mit Touchpad/Tastatur-Kombinationen bestimmte Typospielereien veranstaltete (Bewegung mit zwei Fingern auf dem Touch zum Beispiel macht die Schrift größer oder kleiner, man kann den Font wechseln, und so weiter, ziemlich cooler Shit).
Die Photos sind also alle von Séan, der leiderleiderleider kaum seinen Sitz verlassen hat, weil er – als der absolut höflichste Mensch auf der ganzen Welt – wohl niemanden stören oder die Sicht stehlen wollte. Weswegen er auch, im Gegensatz zu mir, einfach nicht unverschämt genug ist, den Leuten ins Gesicht zu knipsen :-D. Trotzdem hoffentlich spannende Photos, vor allem für mich… ich hab ja gar nichts von den Vorträgen gesehen und es ist schön, zu raten, was welches Chart wohl bedeutet hat. Es ist halt so: Egal, was du machst, du verpasst auf der Typo immer etwas. Und so soll es auch sein.
Die Party im Big Eden, einer früher Rolf Eden gehörenden Popperdisco im herrlich abgeschmackten Pseudonobel-Design, grottig as can be, war super, auch wenn ich mich peinlicherweise langgelegt habe und wieder mal zu feige war, Fons Hickman vollzutexten. Meine Angst vor namhaften Kollegen ist irgendwie strange, der Ranschmeisser werde ich in diesem Leben wohl nicht mehr. Was ja auch okay ist. Die Musik, ein irrlichtender Mix aus 60s, 80s und akutem Stuff, war gelungen, leider hat der DJ, kaum das ich jenseits der Schamgrenze angeheitert war und bei korrekter Musik tanzen gegangen wäre, auf House umgestellt, was rein mit Blick auf die Uhr professionell die richtige Entscheidung war, aber ich hätte etwas mehr Gitarre brauchen können, so mal ganz persönlich. Danach noch bei Burger King ein finaler Cholesterinschock und im Morgenhellen ins Hotel zurück. Es ist gut, betrunken durch die Straßen von Berlin zu gehen. So siehts aus.
Später mehr, muß erst mal das Hotel räumen, fixfix…
…
Danach noch Frühstück mit Anne, Séans Freundin, die einfach perfekt-o-nett ist, eine grandiose Modedesignerin abgäbe und zudem einen großartigemn Musikgeschmack hat, mit dem sie im Dortmunder FZW hoffentlich demnächst die Wände wackeln läßt. Zugfahrt zurück in überfüllten Zügen, bei der wir noch einen sehr netten Barmeister aus dem Schlösschen in Bielefeld kennengelernt haben, samt seinem supersüßen Sohn Theo, der mir gern jederzeit meine Kekse wegfuttern darf.
Die Frage von vielen meiner Studenten, ob die TYPO ihr Geld wert ist, ist nach drei solchen Tagen irgendwie eher albern. Hier lernst du in drei Tagen mehr über den aktuellen Stand der Branche als in einem Jahr an der Uni, so sieht es aus. Und das für 200 Euro. Ich selbst habe von den verschiedensten Seiten einen – hoffentlich nachwirksamen – Motivationsschub erfahren, mich in meiner Arbeit deutlich klarer zu definieren. Entweder sind einfach sehr sehr viele Menschen an diesem Wochenende sehr nett zu mir gewesen und wollten mein Ego polieren oder ich verkauf mich vielleicht – nur vielleicht – unter Wert, was mir selbst gegenüber und meinen Kunden gegenüber insgesamt etwas unprofessionell wäre. Da muß man mal in Ruhe drüber nachdenken und Kurskorrektur vornehmen, um auf ein nächstes Level im Spiel zu kommen und die entsprechenden Jobs zu machen. Ob Erik, Clemens, Johannes, Holger oder Jürgen… es war nett von euch, meine Probleme geduldig anzuhören und mich aufzubauen und an euren Erfahrung teilhaben zu lassen. Und natürlich ist es – durch die gesamte Typo hindurch – gut, egal ob ich mit Studenten geplaudert habe oder mit den Kollegen, daß nahezu alle meine eigenen Hoffnungen und Frustmomente, Faszinationen und Selbstzweifel aus dem eigenen Alltag nur zu gut kennen. Tatsache ist, daß ich mich im Sprecherraum diesmal zwar immer noch leicht deplaciert – stört man da nicht, immerhin bin ich kein Sprecher, guckt Uta gerade sauer, weil ich schon wieder Kaffee trinke? (Hallo Uta, ich hab dir gar nicht «Guten Tag» gesagt, weil ich mich echt nicht getraut hatte, du hast sicher Wichtigeres zu tun gehabt, dachte ich und wollte nicht nerven…) – fühlte, aber durchaus irgendwie auch at home. Danke an alle, die das möglich gemacht haben und für drei gute Tage. Ich revanchier’ mich, wann immer ihr es irgendwie (und wie auch immer ihr es) brauchen könnt. Und Kathrin: Du BIST auf der Top-Liste von Leuten die ich mag, ja? Weißte doch aber auch! :-D
Die Wortspiele, die wir mit Gästen und Sprechern gemacht haben. Poste ich demnächst zuerst als Original-Scan im Blog. Die Software steht schon so gut wie, der Two-Player-Modus läuft (Yay Marian!!!) und das Spiel kann bald online gehen, eigentlich sind nur noch Details zu lösen, es dauert nicht mehr lang.
23:12 Uhr. Kategorie Leben. 18 Antworten.

Die Bilderflut von Tag 2 der Typo. Da ich den größten Teil des Tages nicht bei Vorträgen war, außer bei eBoy und natürlich Chip Kidd, sondern bei Petr Bloklands Spiel und in Gesprächen mit ein paar Rednern und Besuchern, sind die Photos von Steffi & Séan, es viel kann ich also nicht dazu schreiben. Heute sollte ich mal sehen, daß ich die Slanted-Crew finde und Nick Blume… die Typo ist irgendwie immer so, daß man einfach nicht alles schaffen kann, was man schaffen will, es gibt einfach zu viel zu sehen und zu erleben…
20. Mai 2006 09:08 Uhr. Kategorie Leben. Keine Antwort.

Wer mich etwas kennt, weiß, daß ich ab und zu kein Ende finde. In diesem Sinne ein einfacher, nicht endenwollender Bilderstrom vom ersten Tag der Typo 2006 unter dem Motto PLAY in Berlin. Einfach deshalb so viel, weil es Spaß macht, sich die Bilder anzusehen (mir jedenfalls). Mea culpa an alle Modemuser, nach dem Break kommen über 150 Bilder. Kommentieren werde ich die Bilder wohl erst nachträglich können, da ich gleich schon wieder auf dem Sprung bin und gestern nacht keine Zeit mehr hatte, zumal das Laptop tatsächlich jetzt rund 8 Stunden an den RAWs herumgerechnet hat, was etwas unwirklich ist. Also: Später nochmal reinsehen. Los gehts …
19. Mai 2006 09:43 Uhr. Kategorie Leben. 16 Antworten.

Schönheits-OP und altes Bowie-Songzitat. Teil meiner ewigen Faszination fürs Postnatürliche.
.
10:49 Uhr. Kategorie Stuff. 2 Antworten.
blasen treiben
stummen gesang
von deinem mund zur oberfläche
mondlicht spielt
in deinen augen
die strömung spielt mit
deinem haar
im klaren nachtwasser
morgen schon
werden algen auf dir siedeln
und fischmäuler zerren
an deiner weichen weissen haut
die ich so geliebt habe
17. Mai 2006 23:28 Uhr. Kategorie Stuff. 4 Antworten.
So, morgen gehts um 8 zum Bahnhof und nach einer halben Nachtschicht nach Berlin zur Typo 2006. Meist ist man nach dem extensiven und sehenswerten Programm und einigen Cocktails nachts dort urlaubsreifer als vorher,es sei denn man setzt sich einfach in die Sonne, was bei dem Programm aber fast unmöglich sein wird ;-D. Von Do bis So ist das Büro also komplett geschlossen, weil Séan, Steffi und ich gemeinsam losdüsen. Ich versuche, wenn die Technik mitspielt, vor Ort zu bloggen und falls möglich, versuche ich für Slanted ein paar Interviews usw zu kriegen. Schauen, ob das machbar ist vor Ort. Außerdem planen Marian und ich ein Wortassoziations-Projekt, dessen Embryo schon ansatzweise online ist, wenn auch noch mit einem anderen Startbegriff und mit lange nicht allen Funktionen, das wir ausbauen wollen. Mal sehen, ob ich jemanden wie Chip oder David Carson Kidd dazu kriege, mitzuspielen.
14:34 Uhr. Kategorie Leben. Eine Antwort.
Hier…
via Jonathan Carroll, wo ich gerade auch das italienische Cover von Dave McKean für «A child across the sky» entdecke:
07:16 Uhr. Kategorie Online. Keine Antwort.

Sitemap einer Ausstellung in Prag, wie man sehen kann, in einem alten Theater mit wunderbarer Architektur.
06:41 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

Marian und Rilana haben für einen eiligen kleinen Job, den wir demnächst wohl für den Börsenverein des Deutschen Buchhandels machen werden, weder Dreck noch Mühe gescheut und eine schöne Erweiterung von Marians Ponyhof-Bildidee produziert. Soweit ein sehr schöner Auftrag – zwei Streifenplakate, eins mit Junge, eins mit Mädchen, die man nach Gendervorliebe aufhängen kann oder beide nebeneinander, sehr schöner Text, schönes Thema – und eben wirklich schöne Bilder, hier in einer schnellen Preview-Version, also noch nicht final bearbeitet. 1000 Dank euch beiden!
00:42 Uhr. Kategorie Arbeit. 2 Antworten.
Gott, ich habe diesen Text bestimmt ein halbes Jahr als Signatur verwendet… Zeit für etwas Neues. Aber er ist einfach so wahr. Stammt aus einem Buch von Rick Poynor, nebenbei, und alles von Rick ist lesenswert. Alles. Wahrscheinlich ist sogar sein Einkaufszettel spannend.
I BELIEVE THE CLIENT GETS THE BEST OUT OF YOU WHEN YOU DESIGN SOMETHING YOU ARE INCREDIBLY PROUD OF AND EXCITED BY
IAN CARTLIDGE
16. Mai 2006 23:32 Uhr. Kategorie Design. Keine Antwort.
schwarzgetäfelt
wie der herbst
der doch nur automat
mit pumpen und schläuchen sein muß
wie er jahr für jahr
ums neue herankriecht
stumm und geduldig
plötzlich umschlagen
die sonnenroten punkte
auf den gesichtern
maserkranker kinder
die noch
mit ihren fieberthermometern tanzten
zu staubgrauen krusten
der herbst
mit pumpen und schläuchen
ist doch nur ein automat
schwarzgetäfelt
20:57 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

Prager Nationalmuseum. Ich mochte die funky Videokamera irgendwie. Und die Typo dazu.
Gott, ich hoffe, diese Scrapbook-Bilder langweilen nicht zu sehr, es kommen noch einige :-D.
Am meisten mag ich selbst daran, daß ich auf den Photos alte Notizen partiell entdecke und überlege, was DAS denn nun wieder bedeutet, was ich da geschrieben habe. Sachen, die man im Buch selbst nicht wieder lesen würde, sind in der photographischen BRechung auf einmal für mich wieder total spannend…
09:44 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.
Kein Scherz, das gab es wirklich genau so zu kaufen… achtet mal auf die Zeichnung. «Sieben verschiedene trendy Tragvarianten» …wer kommt eigentlich auf sowas?

06:18 Uhr. Kategorie Stuff. 2 Antworten.



Reste von einem gigantischen Plakat zu David Carsons Vortrag in der Essener Uni, den Anna Berkenbusch seinerzeit eingeladen hatte. Wunderbarer Vortrag und ein Baustein zum Job als Designer.
15. Mai 2006 19:47 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.


Auseinandergenommenes Polaroid, dessen Reste ich seinerzeit für das KinoOpenAir-Plakat verwendete.
06:27 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.
Es geht dem Ende entgegen. Die Gruppenshots lassen sich nicht verfremden. Noch drei Bilder, die hoffentlich bald als RAW kommen, und ich bin durch. Nach wie vor hochgradig strange, im Grunde Tag und Nacht unter Hochdruck im Photoshop an einem Projekt zu arbeiten, in dem final eventuell nicht einmal unser Name auftaucht :-D.




13:13 Uhr. Kategorie Arbeit. 3 Antworten.

Aufbauschema einer Lampe aus dem Conran-Shop. Schon an sich wunderbar.
00:33 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.


Nochmal Baader.
Gott, ich liebe die schiere emotionale Wucht, die diese Photos immer noch haben. Der Gesichtsausdruck. Selbst die, die die Backgrounds nicht kennen, sollte dieses Bild nicht kaltlassen. Und darunter: Diese Wucht von Individuum gegen System, das Verlieren, das Verzweifeln. Die Hinrichtung oder der Selbstmord, Wheels within wheels.
Zum Terror nochmal Karlheinz Stockhausens berühmte Feststellung in Hamburg nach dem WTC-Attentat vom 9.11.01 im O-Ton. Damals ein Riesenskandal, aber wenn man versteht, was KHS in der Abstraktion eigentlich tatsächlich meint, eigentlich ganz sinnfällig. Die Reaktion damals vielleicht im Kontext der Tragödie verständlich, aber etwas traurig, daß das ja nicht ganz dumme oder doch zumindest eine seriöse Diskussion verdienende abstrakte Verständnis eines terroristischen Aktes als Komposittion seinerzeit in der Political Correctnes der Alltagspolitik unterging. Das KHS Terror eindeutig nicht befürwortet, geht ja aus seinen Worten unmißverständlich hervor. Er vergleicht lediglich logistische und individuelle Leistung sowie die emotionelle Wirkung im Leben der Menschen.
Also – was da geschehen ist, ist natürlich – jetzt müssen Sie alle ihr Gehirn umstellen – das größtmögliche Kunstwerk was es je gegeben hat, dass also Geister in einem Akt etwas vollbringen, was wir in der Musik nie träumen könnten, dass Leute zehn Jahre üben wie verrückt, total fanatisch für ein Konzert und dann sterben. Das ist das größte Kunstwerk, was es überhaupt gibt für den ganzen Kosmos. Stellen sie sich das doch vor, was da passiert ist, das sind Leute, die sind so konzentriert auf das, auf die eine Aufführung und dann werden 5000 Leute in die Auferstehung gejagt in einem Moment. Das könnte ich nicht.
13. Mai 2006 22:32 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

Okay, was ist der Unterschied zwischen einer britischen und einer deutschen Band? Diesmal etwa zwanzig Pfund Koks, glasklar 1:0 für die deutsche Combo. Die Infadels wirkten im Duisburger Parkhaus Meiderich bei der Nacht in Duisburg von EinsLive verglichen mit ihrem Gig in Köln letzten Monat irgendwie ruhiger – vielleicht, weil es einfach zu warm war, die Herren waren klatschnass verschwitzt, Keyboarder Ritchie klebte schon beim vierten Song das typische rote Hemd am Körper. Vielleicht ist es beim zweiten Mal nur nicht mehr so überraschend, mit welcher Gewalt die Infadels durch ihren AcidRock brettern, vielleicht lag es auch an den ganz offensichtlichen Problemen, die vor allem Gitarre und Drums während des gesamten Konzerts hatten, weil irgendwo an der wunderbar analogen Effektpedal-Kette (mit einem alten Electro Harmonix) des Gitarristen ein Kabelbruch war und dem Drummer quasi permanent die Inner-Ear-Headphones für seinen Clicktrack ausfielen. Der Gig war kurz, reiner Warmup für Deichkind, was ich etwas schade fand, die Infadels hätten auch 60 oder 90 Minuten sauber gefüllt. So wie es war, spielten sie kompakt und auf den Punkt ihre Debutalbum-Knaller runter (Semtex, Jagger 67) und gingen ohne Zugabe von der Bühne.
Und dann kommen Deichkind. Dazu muß man wissen, daß ich HipHop zwar höre, aber nicht sonderlich bewußt und deutschen Rap historisch eher etwas albern finde (so schrecklich wenig Ghetto in Germany). Insofern kenne ich von den Deichkindern gerade mal zwei drei Tracks und hab nicht allzuviel erwartet. Ja denkste. Der Beat geht los und quer durch die wunderbar gemütliche Parkanlage hinter dem Parkhaus, wo wir mit Wurst und Bier auf der Wiese prollen, stampfen auf einmal vier Weirdos in weißem Müllsack-Outfit, mit seltsamen dreieckigen Leuchtstab-Hüten, auf denen Wunderkerzen brennen, in den Händen Laser-Rhumbakugeln, die mit einer Fußballfanfare lärmen und die Bühne entern. Und Party machen. Das hast du noch nicht gesehen. Die Mucke ist gnadenloser Billig-Electro-Pop, (die Jungs covern nicht umsonst irgendwann die alte Klingeltechnohymne «No Limit» von 2Unlimited), bretternder Bass, harte Bassdrum, nix kompliziertes, der Gesang besteht zu 80% aus Delay, teilweise kaum zu verstehen, wenn Phillip, Buddy und der Rest durcheinander auf die Kacke hauen. Das Ganze läuft bei Deichkind inzwischen ja nicht mehr auch nur ansatzweise unter HipHop, sondern unter dem Label Electro Super Dance Band, und so sieht das auch aus. NDW meets Jägermeister. Angst- und schmerzfrei schmeißen sich Deichkind in das Halbplayback, und powern so gnadenlos nach vorne, daß man sich fragt, ob es auch Gigs gibt, wo das Publikum mal nicht ausrastet und wie die dann wohl aussehen. Den ohne völlig abfeiernde Crowd sieht man wahrscheinlich etwas dämlich aus in einem Outfit aus Gaffatape und Plastiktüte, mit aufbalsbaren Sektfklaschen und Baseballschlägern, Regenschirm, Leuchtstäben und Leuchtkugeln, angeklebten Hermes-Flügeln und splitterfasernackt mit Wackelbauch und C&A-Unterhose, die nicht so richtige Zweifel an der Penisgröße aufkommen läßt, vor so 100 oder 200 Leuten. Im Parkhaus aber geht die Meute fast surreal ab, Arme in die Luft, mitgröhlen, springen, stagediving, das komplette olle Bühnen-Ledersofa wird durch den Saal auf Händen getragen, als die Band es kurzentschlossen ins Publikum schiebt, und beim Reprise von Remmi Demmi (watch the video!) gibt es im Grunde keine Bühne mehr, weil die Leute oben stehen und mitfeiern. Soviel Liebe ist hart verdient, die Band tanzt, tobt, schwitzt, schreibt, macht an, zockt die Songs nahezu pausenlose durch, selbst zwischen den Zugaben machen sie über die Wireless-Microphone noch die Leute aus dem Garten an, singen dass letzte Stück zur Hälfte gar nicht auf der Bühne. Eine Band mit so extrem wenig Berührungsangst, mit soviel Mut zur Pogo-Performance sieht du selten. Und du hoffst, die sind privatversichert, weil Körperverletzungen und Alkoholvergiftungen hier offensichtlich Touralltag sind. Jackass olé. Ich seh die nicht mit einem Schopenhauer-Buch backstage einen Weißwein trinken, nope. Als Zuschauer weißt du nie ganz, ob du hier absurdes Theater siehst oder eine religiöse Sekte, denn wie die Audience bei Komm schon oder Bon Voyage abgehen, hat schon was ekstatisches. Und ich weiß immer noch nicht, ob ichs da nun wirklich das Bo auf der Bühne mitstand, oder ob einfach nur Bassmann Porky, unter seinem Battlestar-Galaxy-Helm ja eh kaum zu erkennen, nicht einfach nur zweimal türlich türlich sagen mußte. Man muß ja sparen wo man kann.
Wie die Ur-Prodigy verbinden Deichkind Punk und Rave zu einer seltsamen Fusion, machen dabei aber eben nicht auf aggro wie die Briten, sondern geben eine groteske White-Trash-Party, Al Bundy auf LSD, CHeech and Chong in Pornoland. Während des Gigs denkst du, daß du immer supernett sein solltest zu kiffenden Loosertypen, die mit 37 noch in einer WG wohnen und an ihrer Musik frickeln, weil du nienienie sicher sein kannst, ob die acht Jahre später nicht auch so auf einer Bühne stehen und die Leute massiv headfucken.
Insgesamt die Sorte Konzert, wo es einfach böse ist, wenn man selbst derjenige ist, der im don’t drink and drive Kosmos leben muß und sich nicht alle Sicherungen durchknallen kann, um mitzupogen, scheiß auf die Alterswürde.
Nach dem Break verwackelte Handyphotos, courtesy of Steffi:
Jede Menge Bilder auch bei EinsLive…
(weiterlesen…)
09:35 Uhr. Kategorie Live. 6 Antworten.

Der Zettel sah schon im Laden so aus.
12. Mai 2006 20:12 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

Ich liebe diese kleinen Indie-US-Comics mit diesem netten Retro-Design.
16:45 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.


Schön ist, daß wir beim Pitch um das Konzerthaus Dortmund gegen einen echten Namen verloren haben – immerhin Jung von Matt in Hamburg. Die sich schon qua Ruf und Ruhm kaum noch Mühe geben müssen, um ein fünfköpfges inhabergeführtes Studio aus dem Ruhrgebiet wegzublasen.
Weniger schön ist, daß es eben nicht nach JvM aussieht. Die können ja eigentlich was, sind aus meiner Sicht unter den «normalen» großen Werbeagenturen noch die im deutschen Einerlei mit frechsten Köpfe. Aber hier ist keine dreiste oder schöne Idee à la JvM weit und breit, die Gestaltung fast wie vom Vorgänger Pantos übernommen, nur eben um 90° gedreht. Nichts gegen Kontinuität, aber whoa, war da was? Langweilige Pressephotos, die gleiche (eher verwirrende) Farblogik. Normalerweise, wenn große Agenturen im Kulturbassin fischen, geht es Ihnen um Awards, ums Geld kann es hier ja nicht gehen. Aber preisverdächtig find ich dieses Heft, das mehr nach Tabellensatz als nach allem anderen aussieht, einfach nicht. Jesus.
Ich trete hier nicht nach, bitte nicht mißverstehen. Im Gegenteil. Mal im Ernst, diesen Job nicht zu kriegen hat mir persönlich weh getan, weil ich Benedikt Stampa absolut mag – ich hätte sehr gerne mit ihm gearbeitet – und weil wir unter extremen Stress eine Lösung gefunden haben, von der ich glaube, daß sie zwar ultrakommerziell und völlig pragmatisch war, dem Durchsatz und Konsumdruck eines großen Hauses angemessen, aber trotzdem einen eigenen Ton und Anspruch des Hauses kommunizierte. Und weil da eine Idee für das Haus, für die Region in der DNS steckte. Weil da viel richtig war, etwa die Bilder von Harald Hoffmann. Aber auch ohne uns… ich hätte Stampa, auch nachdem wir den Pitch verloren haben, ein grandioses, ein kraftvolles, ein mutiges Heft gewünscht. Und auch gedacht, daß er das von einer Riesenagentur, die sich vielleicht nicht auf so viele Kompromiß-Debatten mit dem Marketing einlassen muß, auch bekommen könnte. Eins, das nach vorne geht und ihn als A-Liga-Konzerthauschef zementiert, als den mutigen und cleveren Mann, der er ja ist, der es schaffen kann, gegen die Doppelspitze-Konkurrenz von Konzerthaus und Aalto in Essen das Dortmunder Konzerthaus zum Must-See zu machen. Wenn das einer kann, dann er. Ich hätte ihm einen Auftritt gewünscht, der zu ihm paßt.
Nicht sowas.
Shit, ist das deprimierend…
11:55 Uhr. Kategorie Design. 5 Antworten.

Comics sind manchmal doch schon etwas strange.
via Scans Daily
06:40 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.



Irgendwann zähle ich mal nach, in wieviel meiner Arbeiten für die verschiedensten Kunden genau dieser eine Ast irgendwann einmal auftaucht. Er ist so eine Art Hitchcock geworden.
06:27 Uhr. Kategorie Arbeit. Keine Antwort.

Anweisungen von Markus für den Hamburgbesuch.
11. Mai 2006 14:50 Uhr. Kategorie Stuff. 3 Antworten.
Ich merke, wie der Aufbau mancher Photos und der Wunsch nach «weniger Blume» und klarerer Erkennbarkeit der Portraits die Collagen zunehmend schwieriger, die Ergebnisse zugleich etwas alltäglicher wirken läßt. Wenn mir nicht zu viele Bilder zahnlos gemacht werden, sollte es im finalen Mix aber als Balance noch einigermaßen funktionieren, hoffe ich…




09:05 Uhr. Kategorie Arbeit. 4 Antworten.
bluten die stürzen in
den dreckigen schnee
windig die gassen sind kalt
umarmt die schwester
rauscht der puls
pocht warm
um alles und mich
ein irrlicht wie hoffnung
10. Mai 2006 22:51 Uhr. Kategorie Stuff. Eine Antwort.
Eine der Seltsamkeiten des Designer-Berufs ist der Mythos der Eitelkeit. Opponiert man eine Idee des Kunden oder verteidigt man eine bestimmte gestalterische Linie, selbst wenn diese a priori gemeinsam erarbeitet wurde, so folgt vorhersehbar das Argument, man würde nur seine eigene «künstlerische» Eitelkeit durchsetzen wollen. Ich frage mich, woher dieser Mythos kommt. Der Beruf des Designers von seinem gesamten Ansatz und weitgehend auch von Mittel und Ergebnissen her einfach definitiv nicht künstlerisch. Insofern geht es auch hochselten um persönliche Eitelkeiten, wenn man als Profi darauf hinweist, daß eine bestimmte Idee einfach ästhetisch oder funktional im Rahmen eines bestimmten Konzeptes falsch, atonal ist. Niemand würde einem Mechaniker künstlerische Eitelkeit vorwerfen, wenn er darauf hinweist, daß man nicht mit defekten Bremsen weiterfahren sollte, oder den Elektriker beiseite schieben, um ein wenig selbst mit der Kombizange im Sicherungskasten herumfruckeln und dann dem Fachmann beleidigt Eitelkeit vorwerfen, wenn er entsetzt die Hände über dem Kopf zusammenschlägt ist. Niemand würde der Anzug-Verkäuferin schließlich wirklich böse sein, wenn sie darauf hinweist, daß man in der Hose einen entsetzlichen dicken Hintern hat.
Der leicht herablassende Habitus, der ja hinter diesem Vorwurf der «Arroganz» bei Gestaltern steckt, emergiert aus dem Irrglauben, daß es bei Design um Geschmack ginge. Und Geschmäcker sind ja angeblich verschieden. An dieser Alltagsvorstellung ist aber falsch: Als Designer hat man keinen «Geschmack». Man denkt nicht in persönlichen «schön» oder «häßlich» Kategorien. Man denkt in funktionalen, systemischen Zusammenhängen, das ist fast wichtiger als die Fähigkeit zur ablativen Kreativität. Pars pro toto ist einer der Gründe, warum gute Designer so verbissen um Details kämpfen, weil der eine häßliche Flyer, das eine schlimme Plakat, der eine müde Kompromiß, die Architektur des Ganzen zerstört … und damit die Funktion der Arbeit. Bei Begriffen des Geschmackes geht es zu oft das Ornamentale, bei Begriffen der Funktion um das Grundsätzliche, Design ist in diesem Sinne eben keine künstlerische Selbstverwirklichung, sondern ein Beruf, in dem du Antworten auf Fragen des Kunden stellst, die dieser selbst nicht beantworten kann. Das bedeutet aber eben nicht, zum bloßen Handlanger visueller Vorstellungen des Kunden zu mutieren – das ist nicht Design, sondern Setzereiarbeit –, sondern mit dem Know-How des Experten einen Schritt tiefer und weiter zu gehen. Schmerzhaft sind für uns Gestalter die müden Kompromisse und die Ästhetikdebatte vor allem, weil wir wissen, daß der Kunde sich häufig selbst schadet, indem er durch geschmackliche kurzfristige Wünsche die Kohärenz seines Erscheinungsbildes beeinträchtig. Und zumindest unbewußt werden diese Störungen in der Außenwelt eben gespürt. Ist etwas klar, sachlich, durchdacht und in sich logisch? Oder stört da etwas? Ist da ein Mißton? Aus Gesprächen mit vielen Ex-Studenten weiß ich, daß die meisten Agenturen wider besseren Wissens auf Kundenwunsch im Kern schreckliche Anzeigen und Layouts produzieren, oft geprägt von der ängstlichen Insiderperspektive vieler Kunden, austauschbar, sicher, konturlos. Die Agenturen machen das widerstandslos, nur verständlich, wenn es darum geht, 50 oder 500 Arbeitsplätze zu sichern. Und vielleicht ist das auch mit ein Grund, warum so viel Werbung nicht funktioniert, verpufft. Sie ist ja austauschbar, sicher, konturlos. In der Flut der Reklame gehen sie alle unter, weil es nicht mehr darum geht, Erfolg zu haben, sondern Mißerfolg zu vermeiden. Was todsicher zum Mißerfolg führt. Wer als Kunde gegen den Gestalter ein Design nach dem eigenen Belieben durchsetzt, endet in der Beliebigkeit. Jedesmal wenn du dich als Kunde gegen deinen Gestalter durchsetzt, schadest du dir also am Ende selbst. Am Ende hast du Grafik-Kechte, die als Pixelschieber unmotiviert ihre Pflicht tun. Nichts könnte schlimmer sein, oder?
Es geht also nicht um die die mythische Designer-Eitelkeit, sondern um das Kundeninteresse, daß wir Designer in die Hand nehmen und im Laufe eines Projekts nahezu ausnahmslos irgendwann einmal gegen den – stets wohlmeinenden – Kunden selbst verteidigen müssen. Über die Jahre habe ich gelernt, daß selbst mit geringem Budget die besten Ergebnisse entstehen, wenn die Klienten sich aus der Vorstellung befreien, daß ihr individueller Geschmack mit der Lösung zusammenhängen muß. Dieser Mythos – «aber das muß mir doch gefallen…» ist ebenso tödlich wie der Mythos «aber das muß der Zielgruppe doch gefallen». Nein, es muß nicht gefallen. Es muß stimmen. Es muß durchdacht sein, irgendwoher kommen und irgendwohin führen. Es muß das richtige Molekül an der richtigen Stelle sein.
Diese Kongruenz ist oft schwer kommunizierbar. Dieses Gefühl Aus all den Möglichkeiten ist diese hier die richtige basiert ja auf einem polyvalenten, oft unbewußten Strom von Fachwissen, aufgesogener Kultur, Emotionen, Erinnerungen, Zukunft, technischem Know-How, angeeignetem und erarbeitetem Horizont, Experimentierlust, Neugier… so das die Lösung schwer, fast nur noch schamanisch, kommunikabel ist. Wie ein Architekt nur noch in nebulösen Worten erklären kann, warum ein Entwurf für den Ort und die Ansprüche perfekt ist, und sich in Floskeln flüchtet, so tut es unsere Branche auch. Entweder in diffuse Designer-Floskeln, die eben schrecklicherweise der Kunst entliehen sind, oder aber durch eine Begründung mithilfe der betriebswirtschaftlichen Krücke der Zielgruppe. Aber die Wahrheit ist: Wenn du dir Arbeiten anschaust, die Designer relativ unbeschadet ins Ziel gebracht haben, den Anlaß und die Lösung, die Frage und die Antwort, dann ist es so: Wenn der Designer was kann, stimmt die Sache einfach. Von Designer zu Designer natürlich unterschiedlich – ein Mike Meiré kommt zu einer anderen Antwort als ein Klaus Hesse als ein Fons Hickmann. Aber die Antwort wird in aller Regel gut sein. Und selten von einer rein künstlerischen Handschrift geprägt sein, sondern deutlich eine Reaktion, wenn auch eine mitunter unerwartete, auf die tatsächlichen tieferliegenden Fragestellungen des Kunden darstellen. Oft versucht der Designer dabei, ein Enthemmer zu sein, den seine Berufung ist ja, den Kunden mutiger, interessanter, spannender darzustellen als der sich vielleicht selbst sieht. Als Designer siehst du das Beste in deinen Kunden und projiziert es in die Zukunft… in der Hoffnung, daß die Realität (wie so oft) der Halb-Fiktion folgen wird.
Was nun keineswegs heißt, daß der Kunde nun gar keine Meinung haben darf, um Gottes Willen. Ganz im Gegenteil. Er muß nur bereit sein, ihr nicht als ultima ratio zu vertrauen und sie gegen seinen Gestalter durchzuboxen, er muß die eigene Beratungsresistenz abbauen, die eigenen Ängste. Jedes Gespräch mit Kunden, jeder Austausch hilft dir als Designer, die Antwort besser zu formulieren. Design ist ein Kennenlernprozeß der gegenseitigen Durchdringung, keine Auftragvergabe. Ich kenne keinen Kollegen, der nicht gerne mit den Kunden über deren Denken, deren Arbeit, deren Wahrnehmung redet. Designer sind hochneugierige Tiere. Aber der Kunde kann sich selbst nicht die Antwort auf seine Fragen geben, so wie ein Patient sich nicht selbst diagnostizieren kann (aber sehr wohl weiß, ob sein Arzt zu ihm paßt oder nicht). Debatte, Austausch, Kommunikation ist dabei immer richtig, jede Feedbackschleife zählt – aber die «Wer zahlt hat recht»-Haltung ist eben keine Kommunikation, sondern deren Ende.
Es geht also nicht um Kunst, es geht nicht um «gefallen». Es geht um Richtig oder Falsch. Die Frage ist nicht, ob dir der Anzug gefällt, sondern ob du darin gut aussiehst. Und wenn dir ein rosa Hawaiihemd mit grünen Bermudashorts und Bademeisterschlappen noch so gut gefällt, es stimmt eben nicht wirklich für ein Businessmeeting. Angela Merkel mag vielleicht privat Schlabberpullis oder pinke Kostüme mögen, aber es gibt Profis, die ihr völlig zurecht für offizielle Anlässe in ihrer Rolle als Kanzlerin zu einem anderen Outfit raten werden. Nicht, weil ihr das besser stünde, sondern weil es kontextuell stimmt. Und wir kämen doch nie auf die Idee, das habe mit Kunst zu tun. Oder gar mit Eitelkeit. Das ist einfach der Job von Merkels Beratern. Zu wissen, wie sie ihr Vorteile geltend macht und ihre Nachteile überwindet.
Designer sind, in diesem Sinne, Unternehmensberater, keine Künstler. Chirurgen, keine Primadonnas. Kommunikationsexperten, keine DTP-Operatoren.
Was allerdings stimmt, ist der Mythos, daß wir literweise Kaffee konsumieren :-D
17:06 Uhr. Kategorie Design. 6 Antworten.
Neue Bilder von Julia für das 7. Abendprogramm der Philharmoniker, Balladen.












10:37 Uhr. Kategorie Arbeit. Keine Antwort.