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Sudelbuch 060

31. Mai 2006 22:33 Uhr. Kategorie Stuff. 3 Antworten.

Fleischerei II


11:15 Uhr. Kategorie Photos. 5 Antworten.

Sudelbuch 059

00:10 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

Yeah Yeah Yeahs Live Music Hall Köln

Auch wenn es wahrscheinlich schon x-mal gesagt wurde: Die Yeah Yeah Yeahs erinnern stark an eine moderne Version von Siouxie & The Banshees. Sehr. So sehr, daß ich nicht überrascht gewesen wäre, wenn Karen Orzobal eine Track aus den Juju-Zeiten von Frau Sioux angestimmt hätte. Ah, aber dazu sind die YeahYeahYeahs dann doch zu cool. Aber von den Posen bis zu den Vocals, von den expressiven Drums von Brian Chase bis zu Nick Zinners Noisegitarre… das ist schon nah dran, einfach eine konsequente Weiterentwicklung dessen, was die Banshees vor allem am Beginn ihrer Laufbahn versuchten.

Die YYYs sind mit dem aktuellen Album Show Your Bones etwas relaxter als auf Fever to Tell geworden, und dementsprechend wirbelt das Konzert sehr konsequent zwischen dem Noise der alten Songs und dem spürbar tarantinoesqueren neuen Material. Was aber nie wirklich störend wirkt, sondernhervorragende Momente abgibt, wenn etwa der«Hit» Gold Lions von einer Soundexplosion gefolgt wird. Wahrscheinlich gibt es für den Sound der Combo ein griffiges Tagword, aber in Wirklichkeit läßt sich die seltsame Mischugn aus Punk, Folk, Jazz, New Wave, Garage, Low-Fi nur schwer greifbar vereinfachen. Die Band ist vielseitig und komplex, irrlichtert zwischen schrammeligem Proberaumfeeling und perfekter emotionaler Atmosphäre.

Die Show selbst – okay, nach Deichkind wirkt wahrscheinlich ALLES statisch – ist nicht allzu bemerkenswert. Solides Licht, etwas dünner Sound (keine Frage… der Bass fehlt halt doch), Brian macht ein paar typische Drummer-Mätzchen, Nick wirkt wie ein TV-Abziehbild vom Junkie-Rockstar, Karen O tanzt und mimt wie eine Zwischenfall-Tänzerin auf LSD, und läßt sich sogar an zwei Stellen dazu herab, ansatzweise mit dem Publikum zu sprechen. Aber insgesamt wirkt der Gig, obwohl unglaublich kraftvoll und energetisch gespielt und durch und durch begeisternd, einfach etwas kurz, etwas herzlos herabgezockt, zu introvertiert, zu weit weg vom Publikum. Zwei kurze Zugaben, beide grandios, aber Gott, da will man doch mehr hören. Zumal gerade ein solches Trio wunderbar improvisieren und flexibel erfinden könnte. Etwas schade, ich hätte es mir noch länger geben können.

Aber: Keine Frage, die YYYs sind eine Kultband, die den Status bei ihren Fans absolut verdient hat und einen Sound abliefert, der nahtlos bei New-Wave-Klassikern anschließt und die etablierten Ausdrucksformen der 80er wütend und brennend in ein neues Zeitalter zerrt. Großartige Musik, und die Studioaufnahmen der per se ja schon grandiosen CD kommen nicht einmal näherungsweise an die furiose Energie der Liveversionen heran.

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30. Mai 2006 21:52 Uhr. Kategorie Live. Keine Antwort.

Sudelbuch 058

18:28 Uhr. Kategorie Stuff. Eine Antwort.

Sudelbuch 057

07:06 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

Fleischerei I


00:29 Uhr. Kategorie Photos. 7 Antworten.

Sudelbuch 056

29. Mai 2006 17:58 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

Kirche VII

09:17 Uhr. Kategorie Photos. 2 Antworten.

Sudelbuch 055

06:28 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

Angel-A

Keine Frage, Luc Besson ist einer der, wenn nicht der singulär erfolgreichste Regisseur und Produzent Frankreichs. Wenn so einer nach gut sechs Jahren wieder selbst einen neuen Film macht, nicht nur produziert, tut er es nicht einfach so, zumal Besson nahezu jedes Genre, jeden Stil mit Bravour realisiert hat. Was bringt so einen noch in den Regiestuhl? Da erwartet man großes Kino und insofern kommt der mit Angel-A leider etwas sehr grobmotorisch benannte Film schon etwas vorbelastet ins Kino, was mich betrifft. Im Vorfeld als Bessons Paris-Hommage gewürdigt, als sein persönliches monochromes Gegenstück zu Jeunets farbenexplodierendem Amélie, ist der Film über weite Strecken ein stilistisches Meisterwerk. Thierry Arbogasts Kameraarbeit ist definitiv – wie stets – makellos, und tatsächlich eine beständige Verbeugung vor der Lichterstadt, die hier sehr viel realistischer als bei Jeunet, aber doch ebenso stilisiert eingefangen ist, in winzigen Leica-Momenten, die aus der Reduktion auf Schwarzweiß ein Maximum herausholen. Das Kunststück, wie Jeunet eine tiefe Liebeserklärung abzugeben und sich doch von dem Vorgänger abzuheben, gelingt. Anja Garbareks sanft jazzpopiger Soundtrack ist so ganz anders als Yann Tiersen, so wie auch die Bilder anders sind, aber ebenso einprägsam, ebenso kongenial. So gelingt es beiden Filmemachern, die Stadt anders einzufangen und doch fast wie ein Werbefilm zu funktionieren. Es ist fast erschreckend, wie Besson die Highlights der Stadt in drastischem Black and White durchhetzt.

Die Story vom armen Kleinganoven André, dem ein leibhaftiger Engel erscheint, um ihn die Liebe zu sich selbst beizubringen, ist so banal wie nebensächlich, eine oft an der Peinlichkeit entlangschrammende Selbstfindungs-Trip-Geschichte, die spätestens an der Stelle, wo Angel-A Flügel entfaltet und gen Himmel fliegt, eher für unfreiwilliges, leicht unangenehm berührtes Gelächter sorgt. Ist es etwa Absicht, daß diese Szene, die einen Höhepunkt darstellen soll, so erbärmlich und arm wirkt? Wäre nicht hier auch weniger eben mehr gewesen. Hätte man die Idee nicht petischer, weniger alber, weniger konkret erzählen können? Mit Ausnahme dieser einen Szene schaffen es die beiden grandiosen Hauptdarsteller, die zahlreichen Peinlichkeiten des Scripts größtenteils vergessen zu lassen. Jamel Debbouze, tatsächlich ein Amélie-Veteran (der Obsthändler), spielt hier auf Oskar-Niveau, nahtlos zwischen gnadenlosen Ham Acting und völliger Reduktion, immer glaubhaft in einer höchst unglaubhaften Figur, immer überzeugend, mit einer umwerfenden Körpersprache, die jeden Trick unnötig macht. Eine absolute Meisterleistung und zudem ein perfektes Casting. Denn Rie Rasmussen – Luc Bessons Neigung zu Hypermodels folgend – ist das perfekte Gegenstück zu dem kleinen Knuddelgesicht Debbouze: Eine riesenhafte kühle Newton-Sphinx jenseits von Uma Thurman, die jede Geste, jeden Fingerzeig, jedes verschmierte Make-Up zur Inszenierung macht, ein Wesen wie aus dem Computer. Der Gegensatz, die reine Körperlichkeit der beiden, ist perfekt, ideal in der Szene, in der André seinen Engel das erste Mal aus dem Wasser fischt. Ist Jamel Luc Bessons Every-Man, sein James Stewart, sein Cary Grant, so ist die Rasmussen Grace Kelly, die Monroe, Ava Gardner, die Ekberg in einer Person. Wobei ihr Sex-Appeal weniger aus dem überzüchteten Designerkörper resultier, als vielmehr aus der ungeheuren Selbstsicherheit, der fast arroganten Lässigkeit von Angel-A. Die Besetzung ist grandios, die Kamerarbeit umwerfend, der Sound perfekt.

Es ist nur das Pathos, das Besson übertrieben in seinen Plot gewoben hat, die aufdringliche flunderflache Dale-Carnegie-Botschaft, das peinliche Ende, die platteplatteplatte Story, die einen Film, der wirklich grandios hätte sein können, großes französisches Kino in der Tradition des 60er, leider komplett beschädigt. Besson begnügt sich mit einer zu einfachen Botschaft (Liebe dich selbst und alles wird gut), mit einer zu simplen und doch zu komplizierten Darstellung von Engeln, die am Ende nur noch albern wirkt, mit einem vielleicht doch etwas zu kitschigem Paris, und mit Dialogen – es mag an der Übersetzung liegen – bei denen man hier und da eher das Gesicht verziehen mag. Mehr Lässigkeit, mehr nouvelle vague, die er doch so gern zitieren will, und eben weniger amerikanische Holzhammer-Erzählstrukturen… und bang, es WÄRE ein grandioser Film gewesen. Wäre. Unglaublich, welche Wucht Besson hätte entfalten können. Man darf gar nicht dran denken, wie dicht dieser Film an richtige Größe hätte kommen können, wo so viel Gutes doch vorhanden ist. An die Vielschichtigkeit und Lebensfreude von Amélie kommt er jedoch nie heran. Was Angel-A an Wucht fehlt, hätte Besson durch Eleganz, Leichtigkeit und die klassische französische Undurchschaubarkeit wettmachen können, aber das hat er leider versäumt.

So aber ist Angel-A nach wie vor sehenswerter Film, der alle richtigen Zutaten hat, die nur leider falsch und allzu kommerziell zusammengepappt wurden. Wenn man als Zuschauer bereit ist, den Film nachträglich etwas umzuschreiben, einiges ganz ganz schnell wieder zu vergessen und anderes vielleicht hinzuzuerfinden… dann wird es zumindest im Kopf doch noch ein wunderbarer Film.

28. Mai 2006 23:28 Uhr. Kategorie Film. 2 Antworten.

Sudelbuch 054

15:45 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

Kirche VI

12:13 Uhr. Kategorie Photos. Keine Antwort.

Sudelbuch 053

27. Mai 2006 23:50 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

Kirche V

17:45 Uhr. Kategorie Photos. Keine Antwort.

MUSIC

Schnelldurchlauf. Ohne Cover, ohne Links, ohne große Bandinfo.

Placebo: Meds
Nichts neues, die gewohnte Placebo-Mischung, vielleicht sogar noch einen Tick chartsorientierter als zuvor. Placebo stecken tief und fest in einer musikalischen Sackgasse. Was sie dort machen, ist nicht schlecht, aber sehr, sehr unbeweglich geworden.

Brian Eno: Another Day on Earth
Schlicht und ergreifend großartig. Eno geht hier ein Stück zurück von seinen esoterischen Ambient-Experimenten, wird fast kommerziell, aber eben nur fast. Schöne, entspannte und niemals dumme Platte.

Manu Katché: Neighbourhood
Für einen Star-Dummer wie Katché, der zur A-Liga der internationalen Schlagzeuger gehört, ein ungewohntes Soloprojekt. Die CD bietet sehr hörbaren, sehr gefälligen, fast einen Tick zu gewöhnlichen Jazz, dem man nie anhört, daß ein Drummer der Kopf des Projektes ist, im Gegenteil, das Schlagzeug wirkt fast so verhalten, als wolle Katché beweisen, daß er hier eben nicht als Drummer antritt, sondern als Komponist und Arrangeur. Hörenswert, aber nicht herausragend.

Orange Blossom: Everything must change.
Weltmusik-Ethno-JazzPop aus Frankreich, der mit Leïla Bounous eine hervorragende Vokalistin aufweist und wunderbar sicher zwischen verschiedenen musikalischen Grenzen schlafwandelt, immer leicht hörbar, niemals zu schmuseweich.

Morrisey: Ringleader of the Tormetors
Was soll ich sagen. Von Moz kann ich mich schlecht lösen. Die neue Platte ist… ach ja, okay. Aber man mache sich nichts vor: Niemals wird Morrisey wieder da sein, wo er mit Hatful of Hollow war. Never ever. Das erste Soloalbum ging noch, weil die Smiths auch einfach am Ende waren, aber inzwischen ist Moz wie Sting ein Schatten seiner selbst. Schade drum.

YMO: BGM
Alt, neuaufgelegt, weird. Takahashi, Hosono, Barakan und Sakamoto, das Yellow Magic Orchestra, liefern zehn seltsame Plastikpop-80s-Perlen, die zwischen Skurrilität und Genialität irrlichtern und Kraftwerk nicht ganz verdaut haben.

Laura Lopez Castro: Mi Libro Abierto
Es gibt Umstände, die Dinge wie die Fantastischen Vier und Freundeskreis eben doch wieder gutmachen. Nämlich die Tatsache, daß FourMusic den hereinströmenden Geldberg verwendet, um gute Musiker zu finanzieren und daß Max Herre als A&R diesen Act gefunden hat. Schaut man nicht aufs Label, deutet hier nichts daraufhin, daß wir ein deutsches Album in den Händen halten und das ist auch gut so. Entspannter Jazzpop, der nicht aneckt und niemandem wehtun will, aber zum Abhängen in lauen Sommernächten wie geschaffen ist. Muß es geben, und hier ist es gut. Astrud Gilberto hätte es nicht viel besser gemacht.

Boards of Canada: The Campfire Headphase
Genial. Hab die Platte schon so lange, daß es fast peinliuch ist, noch drüber zu schreiben, aber wer sie noch nicht hat: You MISS OUT! Genial. So einfach ist das.

David Sylvian: The good Son vs. the only Daughter (The Blemish Remixes)
Och jo. Blemish war schon ein seltsames Album und die Remixe machen es nicht besser. Wer hier tanzbares erwartet – please stay home. Die remixe dekonstruieren die Tracks mal mehr mal weniger elegant und fügen sie neu zusammen, aber da Blemish bereits fragil an der Grenze zum Ätherischen waberte, entsteht so kaum wirklich bemerkenswert Anderes. Aber jedes Sylvian-Album ist ein Must-Buy, aaaalso….

Anima: AnimaminA
Die Girlie-Backband von Sigur Ros auf Solopfad. Vertrackt, verspielt, makellos hörbar. Nicht einfach zu kriegen, diese 4-Track-EP, aber die Suche wert.

Tim Bowness: My Hotel Year

Yeah, hier kommt I-would-love-to-be-David-Sylvian-Musik. Aber Bowness singt ganz anders und auch wenn die Musik teilweise ganz schön entsetzlich bei Sylvians komplexen Songstrukturen kupfert, ist die Platte als ganzes recht hörenswert. Etwas mehr Eigenständigkeit wäre allerdings echt gut.

SpankRock: This is Spank Rock
Whoa. Ob das Genie oder Wahnsinn ist, muß die Zeit entscheiden. Erstmal sind es ein paar Typen, die eine schwere Sampling-Attacke starten und ein ziemlich seltsames Album daraus stricken. Geisteskrank und anstregend, aber irgendwie auch ausgezeichnet witzig.

Friedman & Liebezeit: Secret Rhythmus 2
Im Grunde die Vorstufe von Nine Horses. Vertrackte, kluge Platte, an deren Ende Sylvian einen Track singt, der dann etwas modifiziert auch auf Snow Borne Sorrow zu hören ist.

Mogwai: Mr. Beast
Mogwai halt. Endlos, ausufernd, gitarrig, genial. Etwas tougher als etwa noch auf Rock Action. Ausgezeichnete Platte einer großartigen Band. Und wer die mag, sollte sich auch die Band Explosions in the Sky gönnen (danke Kirsten!)

YeahYeahYeahs: Show Your Bones
Oh. Siouxie and the Banshees. In Modern. Wie nett.
Seriously, die YeahYeahYeahs werden mit dem neuen Album weniger Underground, mehr Charts und sind entsprechend auch in den UK eingeschlagen. Extrem hörbar.

The Knife: Silent Shout
Die Weitsicht von Rough-Trade, die The Knife mit Kino schon 2004 auf einem Sampler hatten, sei mal betont. Popmusik, so wie sie sein muß: Vorwärtsblickend und smart und ein klein bißchen schmutzig vom Spielen im Sandkasten.

Sarah Mc Lachlan: Bloom (Remixes)
Hallo? Wir wollen neue Songs!!! Danke. Remixe können den Songs von McLachlan nicht schaden, machen sie aber eben auch nicht besser. Völlig okay angedacht, und von der Creme der soliden Pop-Chill-Remixer bedient (Thievery, Talvin Singh), ist es eine ruhige nette Platte geworden, die niemandem weh tun will, aber die emotionale Kraft der Originale auch nie wirklich erreicht. Einfach eine Art Frischzellenkur. Aber solange es helfen würde, eine neue Platte herauszubringen…

Nightmares on Wax: In a space outta Sound
Ich erwarte von diesem Projekt gar nichts mehr, weil ich sowieso jedesmal überrascht werde. Keine Ahnung, wie man den Sound von NOW noch nennen oder beschreiben will, aber Damn ist ein Killertrack. Definitiv inzwischen sehr viel mehr als Chill-Out-Music oder Café-del-Mar-Weichspüler, hat sich das Projekt weiter und weiter musikalisch entwickelt, und obwohl man immer noch Cannabiswolken durch die Musik wabern hört, ist es sehr viel smarter und klüger und psychedelischer geworden als je zuvor.

The Concretes: In Colour
Nett, aber zu harmlos. On the Radio und Song for the Songs sind die Highlights des Albums, das insgesamt etwas in Beliebigkeit dahinvegetiert und langweilige Pseudofolk-Songs eine wirklich gute Stimme einpferchen.

The Secret Machines: Ten Silver Drops & Now here is nowhere
Charmanter Band-Pop, der fröhlich zwischen Power und very laid back wechseln kann und hörenswert ist, allerdings auch nie wirklich 200% im Ohr bleibt.

Tomte: Buchstaben über der Stadt
Deutscher Pathos-Rock. Ich frage mich, ob man Thees und Co eines Tages so sehen wird, wie man heute BAP sieht. Damals fand man Kristallnacht ja auch vielleicht okay. Time will tell. Nettes Album, transparent geschriebene Songs, okay-e Texte, nur in einem Rutsch kann man es kaum hören, weil zu wenig Abwechslung und Bandbreite. Live sind Tomte genial, auf Platte etwas arg schaumgebremst.

Jim Noir: Tower of Love
Singer-Songwriter-Stuff und das mit Humor. Schöne Platte, die nur oberflächlich einfach und poppig wirkt.

Richard Swift: Collected Works I
Doppel-Cd mit zwei kurzen Re-releases, die seltsam, bezaubernd, verwirrend, uncool, verspielt, konzeptionell und weird as hell ist. Ich hab keine Ahnung, ob das hier gut oder schlecht ist, aber es ist ziemlich einzigartig.

Death Cab for Cutie: Plans
Sehr sympathische, gut ausgewogene Scheibe, die Death Cab noch fester als eine der wirklich guten neuen hochemotionalen Alternative-Bands etablieren dürfte. Exzellente Scheibe, aber für mich bleibt ihr bester Song nach wie vor das Cover von Björks All is Full of Love, sorry.

Barry Guy: Folio
Recht neutönerische Kammermusik, mit Guy selbst am Bass. Die improvisiert wirkenden Stücke erfordern ein gerüttelt Maß an Konzentration und Zuneigung. Das Klassik Weichspülermusik ist, widerlegt Guy mit dem Münchener Kammerorchester und seiner seltsamen Grenzgängerei zwischen Jazz und Klassik hier klug und eindrucksvoll.

14:05 Uhr. Kategorie Musik. Keine Antwort.

WEYMOUTH

Hier nicht allzu bekannt, produziert das Weymouth-Team schöne amerikanische Designlösungen, oft im Annual-Report-Bereich, die mich stark an Bill Cahan erinnern, ohne dabei ganz dessen konzeptionelle Brillianz zu erreichen.

10:36 Uhr. Kategorie Design. Keine Antwort.

Sudelbuch 052

09:41 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

LEXICHAIN ROUND 1: DAVID CARSON VS ALESSIO LEONARDI

David Carson gegen Alessio Leonardi, wobei Alessio nach dem Startwort PLAY den Anfang macht mit «Kids» und dann zum schwarzen Stift gewechselt hat, so daß die BLAUEN Worte von David sind und die SCHWARZEN von Alessio.

26. Mai 2006 16:49 Uhr. Kategorie Design. Eine Antwort.

Kirche IV

14:35 Uhr. Kategorie Photos. Keine Antwort.

Sudelbuch 051

11:42 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

Sudelbuch 050

25. Mai 2006 18:57 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

Sudelbuch 049

13:51 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

Sudelbuch 048

24. Mai 2006 20:38 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

DICKE TIERE

Australiens Tiere werden dicker, berichtet der Spiegel.
Aber keine Bange vor der Globalisierung.

Denn Deutschlands Tierwelt hält mit:

16:09 Uhr. Kategorie Stuff. 5 Antworten.

Cracks

14:35 Uhr. Kategorie Photos. Keine Antwort.

Sudelbuch 047

12:23 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

MILO UND SANUK



Auch wenn es so kurz nach der Typo vielleicht FF-Overkill ist… gerade kam eine New-Releases-Mail vom amerikanischen Fontshop mit zwei neuen Fontshop-Fonts, die mir wirklich gefallen und die Tradition von FSI fortsetzen, mehr und mehr zeitgemäße typographische Lösungen anzubieten, die Lesbarkeit und Individualität vereinen und durchaus auch inzwischen einen ganz spezifischen Stil moderner Typographie bilden.

Beide, die Milo von Michael Abbink, dem Designer der Kievit (die in Deutschland als Hausschrift der CDU dient und tatsächlich eine wunderbare solide Schrift ist) und die wunderbar zwischen straight und mit zunehmender Strichstärke etwas weird balancierende, gut ausgebaute Sanuk von Xavier Dupré, dem wir unter anderem bereits Megano und Absara verdanken, liegen als Opentype vor (endlich steigt FSI da konsequent ein und bietet auch mehr und mehr Fonts als OTF nachträglich an, schlecht für Early Adopters, aber natürlich gut für alle anderen User…). Beide Schriften lassen sich wunderbar für Corporate Design und Editorial nutzen, sind aber auch Displaytauglich (von der Sanuk gibts die schönen Hairline-Varianten, die wir schon von der überarbeiteten Meta kennen) und sollten als Open Type keine typographischen Wünsche offen lassen.

23. Mai 2006 22:49 Uhr. Kategorie Design. 4 Antworten.

Sudelbuch 046

07:02 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

Kirche III

00:42 Uhr. Kategorie Photos. Keine Antwort.

Sudelbuch 0045

22. Mai 2006 23:21 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

Sudelbuch 044

17:16 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

X

18. Mai 2006 13:54 Uhr. Kategorie Photos. Keine Antwort.

Sudelbuch 043

10:49 Uhr. Kategorie Stuff. Eine Antwort.

Post

17. Mai 2006 17:25 Uhr. Kategorie Photos. Keine Antwort.

Sudelbuch 042

13:01 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

Droog

Hier…

07:45 Uhr. Kategorie Design. Keine Antwort.

The SADDEST THING I OWN

Hier

via Jonathan Carroll, wo ich gerade auch das italienische Cover von Dave McKean für «A child across the sky» entdecke:


07:16 Uhr. Kategorie Online. Keine Antwort.

Sudelbuch 041

06:41 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

Signatur

I BELIEVE THE CLIENT GETS THE BEST OUT OF YOU WHEN YOU DESIGN SOMETHING YOU ARE INCREDIBLY PROUD OF AND EXCITED BY
IAN CARTLIDGE

16. Mai 2006 23:32 Uhr. Kategorie Design. Keine Antwort.

Kirche II

14:21 Uhr. Kategorie Photos. Keine Antwort.

Sudelbuch 040

09:44 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

ALLZWECKTUCH

06:18 Uhr. Kategorie Stuff. Eine Antwort.

Sudelbuch 039



15. Mai 2006 19:47 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

Telefunken

The Glory of Old School Design.




12:04 Uhr. Kategorie Design. Keine Antwort.

Sudelbuch 037


06:27 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

Puppe

01:49 Uhr. Kategorie Photos. Keine Antwort.

Sudelbuch 036

14. Mai 2006 16:42 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

Kirche I

09:05 Uhr. Kategorie Photos. Keine Antwort.

Sudelbuch 035

00:33 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

Sudelbuch 034


13. Mai 2006 22:32 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

Ruhr

15:43 Uhr. Kategorie Photos. 4 Antworten.

Sudelbuch 033

12:12 Uhr. Kategorie Stuff. Eine Antwort.

Sendemast

02:01 Uhr. Kategorie Photos. Keine Antwort.

Sudelbuch 032

12. Mai 2006 20:12 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

Sudelbuch 031

16:45 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

Spiegelei

16:38 Uhr. Kategorie Photos. Keine Antwort.

AUA

06:40 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

Sudelbuch 030

11. Mai 2006 14:50 Uhr. Kategorie Stuff. 2 Antworten.

Z

06:08 Uhr. Kategorie Photos. Keine Antwort.

Sudelbuch 029

00:40 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

Sudelbuch 028

10. Mai 2006 17:11 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

Die Eitelkeit des Designers

Eine der Seltsamkeiten des Designer-Berufs ist der Mythos der Eitelkeit. Opponiert man eine Idee des Kunden oder verteidigt man eine bestimmte gestalterische Linie, selbst wenn diese a priori gemeinsam erarbeitet wurde, so folgt vorhersehbar das Argument, man würde nur seine eigene «künstlerische» Eitelkeit durchsetzen wollen. Ich frage mich, woher dieser Mythos kommt. Der Beruf des Designers von seinem gesamten Ansatz und weitgehend auch von Mittel und Ergebnissen her einfach definitiv nicht künstlerisch. Insofern geht es auch hochselten um persönliche Eitelkeiten, wenn man als Profi darauf hinweist, daß eine bestimmte Idee einfach ästhetisch oder funktional im Rahmen eines bestimmten Konzeptes falsch, atonal ist. Niemand würde einem Mechaniker künstlerische Eitelkeit vorwerfen, wenn er darauf hinweist, daß man nicht mit defekten Bremsen weiterfahren sollte, oder den Elektriker beiseite schieben, um ein wenig selbst mit der Kombizange im Sicherungskasten herumfruckeln und dann dem Fachmann beleidigt Eitelkeit vorwerfen, wenn er entsetzt die Hände über dem Kopf zusammenschlägt ist. Niemand würde der Anzug-Verkäuferin schließlich wirklich böse sein, wenn sie darauf hinweist, daß man in der Hose einen entsetzlichen dicken Hintern hat.

Der leicht herablassende Habitus, der ja hinter diesem Vorwurf der «Arroganz» bei Gestaltern steckt, emergiert aus dem Irrglauben, daß es bei Design um Geschmack ginge. Und Geschmäcker sind ja angeblich verschieden. An dieser Alltagsvorstellung ist aber falsch: Als Designer hat man keinen «Geschmack». Man denkt nicht in persönlichen «schön» oder «häßlich» Kategorien. Man denkt in funktionalen, systemischen Zusammenhängen, das ist fast wichtiger als die Fähigkeit zur ablativen Kreativität. Pars pro toto ist einer der Gründe, warum gute Designer so verbissen um Details kämpfen, weil der eine häßliche Flyer, das eine schlimme Plakat, der eine müde Kompromiß, die Architektur des Ganzen zerstört … und damit die Funktion der Arbeit. Bei Begriffen des Geschmackes geht es zu oft das Ornamentale, bei Begriffen der Funktion um das Grundsätzliche, Design ist in diesem Sinne eben keine künstlerische Selbstverwirklichung, sondern ein Beruf, in dem du Antworten auf Fragen des Kunden stellst, die dieser selbst nicht beantworten kann. Das bedeutet aber eben nicht, zum bloßen Handlanger visueller Vorstellungen des Kunden zu mutieren – das ist nicht Design, sondern Setzereiarbeit –, sondern mit dem Know-How des Experten einen Schritt tiefer und weiter zu gehen. Schmerzhaft sind für uns Gestalter die müden Kompromisse und die Ästhetikdebatte vor allem, weil wir wissen, daß der Kunde sich häufig selbst schadet, indem er durch geschmackliche kurzfristige Wünsche die Kohärenz seines Erscheinungsbildes beeinträchtig. Und zumindest unbewußt werden diese Störungen in der Außenwelt eben gespürt. Ist etwas klar, sachlich, durchdacht und in sich logisch? Oder stört da etwas? Ist da ein Mißton? Aus Gesprächen mit vielen Ex-Studenten weiß ich, daß die meisten Agenturen wider besseren Wissens auf Kundenwunsch im Kern schreckliche Anzeigen und Layouts produzieren, oft geprägt von der ängstlichen Insiderperspektive vieler Kunden, austauschbar, sicher, konturlos. Die Agenturen machen das widerstandslos, nur verständlich, wenn es darum geht, 50 oder 500 Arbeitsplätze zu sichern. Und vielleicht ist das auch mit ein Grund, warum so viel Werbung nicht funktioniert, verpufft. Sie ist ja austauschbar, sicher, konturlos. In der Flut der Reklame gehen sie alle unter, weil es nicht mehr darum geht, Erfolg zu haben, sondern Mißerfolg zu vermeiden. Was todsicher zum Mißerfolg führt. Wer als Kunde gegen den Gestalter ein Design nach dem eigenen Belieben durchsetzt, endet in der Beliebigkeit. Jedesmal wenn du dich als Kunde gegen deinen Gestalter durchsetzt, schadest du dir also am Ende selbst. Am Ende hast du Grafik-Kechte, die als Pixelschieber unmotiviert ihre Pflicht tun. Nichts könnte schlimmer sein, oder?

Es geht also nicht um die die mythische Designer-Eitelkeit, sondern um das Kundeninteresse, daß wir Designer in die Hand nehmen und im Laufe eines Projekts nahezu ausnahmslos irgendwann einmal gegen den – stets wohlmeinenden – Kunden selbst verteidigen müssen. Über die Jahre habe ich gelernt, daß selbst mit geringem Budget die besten Ergebnisse entstehen, wenn die Klienten sich aus der Vorstellung befreien, daß ihr individueller Geschmack mit der Lösung zusammenhängen muß. Dieser Mythos – «aber das muß mir doch gefallen…» ist ebenso tödlich wie der Mythos «aber das muß der Zielgruppe doch gefallen». Nein, es muß nicht gefallen. Es muß stimmen. Es muß durchdacht sein, irgendwoher kommen und irgendwohin führen. Es muß das richtige Molekül an der richtigen Stelle sein.

Diese Kongruenz ist oft schwer kommunizierbar. Dieses Gefühl Aus all den Möglichkeiten ist diese hier die richtige basiert ja auf einem polyvalenten, oft unbewußten Strom von Fachwissen, aufgesogener Kultur, Emotionen, Erinnerungen, Zukunft, technischem Know-How, angeeignetem und erarbeitetem Horizont, Experimentierlust, Neugier… so das die Lösung schwer, fast nur noch schamanisch, kommunikabel ist. Wie ein Architekt nur noch in nebulösen Worten erklären kann, warum ein Entwurf für den Ort und die Ansprüche perfekt ist, und sich in Floskeln flüchtet, so tut es unsere Branche auch. Entweder in diffuse Designer-Floskeln, die eben schrecklicherweise der Kunst entliehen sind, oder aber durch eine Begründung mithilfe der betriebswirtschaftlichen Krücke der Zielgruppe. Aber die Wahrheit ist: Wenn du dir Arbeiten anschaust, die Designer relativ unbeschadet ins Ziel gebracht haben, den Anlaß und die Lösung, die Frage und die Antwort, dann ist es so: Wenn der Designer was kann, stimmt die Sache einfach. Von Designer zu Designer natürlich unterschiedlich – ein Mike Meiré kommt zu einer anderen Antwort als ein Klaus Hesse als ein Fons Hickmann. Aber die Antwort wird in aller Regel gut sein. Und selten von einer rein künstlerischen Handschrift geprägt sein, sondern deutlich eine Reaktion, wenn auch eine mitunter unerwartete, auf die tatsächlichen tieferliegenden Fragestellungen des Kunden darstellen. Oft versucht der Designer dabei, ein Enthemmer zu sein, den seine Berufung ist ja, den Kunden mutiger, interessanter, spannender darzustellen als der sich vielleicht selbst sieht. Als Designer siehst du das Beste in deinen Kunden und projiziert es in die Zukunft… in der Hoffnung, daß die Realität (wie so oft) der Halb-Fiktion folgen wird.

Was nun keineswegs heißt, daß der Kunde nun gar keine Meinung haben darf, um Gottes Willen. Ganz im Gegenteil. Er muß nur bereit sein, ihr nicht als ultima ratio zu vertrauen und sie gegen seinen Gestalter durchzuboxen, er muß die eigene Beratungsresistenz abbauen, die eigenen Ängste. Jedes Gespräch mit Kunden, jeder Austausch hilft dir als Designer, die Antwort besser zu formulieren. Design ist ein Kennenlernprozeß der gegenseitigen Durchdringung, keine Auftragvergabe. Ich kenne keinen Kollegen, der nicht gerne mit den Kunden über deren Denken, deren Arbeit, deren Wahrnehmung redet. Designer sind hochneugierige Tiere. Aber der Kunde kann sich selbst nicht die Antwort auf seine Fragen geben, so wie ein Patient sich nicht selbst diagnostizieren kann (aber sehr wohl weiß, ob sein Arzt zu ihm paßt oder nicht). Debatte, Austausch, Kommunikation ist dabei immer richtig, jede Feedbackschleife zählt – aber die «Wer zahlt hat recht»-Haltung ist eben keine Kommunikation, sondern deren Ende.
Es geht also nicht um Kunst, es geht nicht um «gefallen». Es geht um Richtig oder Falsch. Die Frage ist nicht, ob dir der Anzug gefällt, sondern ob du darin gut aussiehst. Und wenn dir ein rosa Hawaiihemd mit grünen Bermudashorts und Bademeisterschlappen noch so gut gefällt, es stimmt eben nicht wirklich für ein Businessmeeting. Angela Merkel mag vielleicht privat Schlabberpullis oder pinke Kostüme mögen, aber es gibt Profis, die ihr völlig zurecht für offizielle Anlässe in ihrer Rolle als Kanzlerin zu einem anderen Outfit raten werden. Nicht, weil ihr das besser stünde, sondern weil es kontextuell stimmt. Und wir kämen doch nie auf die Idee, das habe mit Kunst zu tun. Oder gar mit Eitelkeit. Das ist einfach der Job von Merkels Beratern. Zu wissen, wie sie ihr Vorteile geltend macht und ihre Nachteile überwindet.

Designer sind, in diesem Sinne, Unternehmensberater, keine Künstler. Chirurgen, keine Primadonnas. Kommunikationsexperten, keine DTP-Operatoren.

Was allerdings stimmt, ist der Mythos, daß wir literweise Kaffee konsumieren :-D

17:06 Uhr. Kategorie Design. 3 Antworten.

Blume


15:15 Uhr. Kategorie Photos. Keine Antwort.

Sudelbuch 027

13:42 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

RAUCH












10:37 Uhr. Kategorie Arbeit. Keine Antwort.

LAMPE

9. Mai 2006 22:37 Uhr. Kategorie Photos. Keine Antwort.

Sudelbuch 026

Nochmal Emigre.

19:35 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

liebe und regen

stunden später
mit nassen haaren
die der wind zerpflückt
im regen
ihre entschuldigenden handflächen
für hungrige sekunden
so dicht vor seinen augen
daß er sie fast greifen möchte
atemlos verliebt
für heute und morgen
blutige kaninchen liegen im schnee

19:02 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

Nightscribbles V

Drei Motive, die mir wirklich gefallen, weil der Visual Pun im Bild durch die Montage surrealisiert wird und so besser funktioniert. Außerdem bin ich froh, daß das obere Motiv überhaupt was geworden ist, da war etwas viel Raum um die Figur, wir haben faktisch einen ganzen Aufzug entfernt, der an sich zu der Idee mit dem Wäschesack schön gedacht war, aber mit den Texten in Konflikt gekommen wäre.


18:39 Uhr. Kategorie Arbeit. Keine Antwort.

Sudelbuch 025

13:22 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

MISSION IMPOSSIBLE III

Das einzig wirklich Interessante an der Wiederbelebung der Mission-Impossible-Fernsehserie durch Tom Cruise als Produzenten und Hauptdarsteller sind, aus meiner Sicht, die Regisseure. Cruise ist als Agent Ethan Hunt eher oberflächlich und uninteressant – im gleichen Sinne in dem eigentlich alle Pulpfiguren eine gewisse Oberflächlichkeit aufweisen, aber zusätzlich leider ohne jede Ironie. Selbst James Bond (in seiner Connery-Inkarnation) hat mehr Dimension. Die Plots aller drei Filme sind ein wüstes Konvolut aus Action, Rififi und eben Bond-Versatzstücken, von dem die Originalserie ja stark beeinflusst war, welche allerdings im Remake dann wieder bestenfalls noch als Stilzitat vorkommt (sich sebst vernichtende Kommunikationsmedien, Masken, und eben Lalo Schifrins atemberaubende Titelmelodie, und selbst die wird spätestens im 3. Teil nur noch pro forma eingesetzt).

Was bleibt ist die Tatsache, daß Brian de Palma, John Woo und jetzt JJ Abrams eine Handschrift haben, die selbst durch den Nebel eines Blockbuster-Monsters hindurch noch erkennbar bleibt. DePalmas erster Teil ist zwar verwirrend, ein solider Plot kaum erkennbar, aber seine Eleganz, seine permanenten Hitchcock-Zitate, sein Talent fürs rein Cinematographische haben seinem Autakt der Serie einige extrem beeindruckende Sequenzen, etwa den großartigen Einbruch in Langley, verliehen. Der Kampf auf dem TEE, mit diesem wunderbaren Computerzoom über die Landschaft bis ins Abteil, und die komplette Over-the-Top-absurde Actionsequenz am Ende machen de Palmas Film schon hochsehenswert. Auch John Woo machte sich den Film zu eigen, inklusive Kirchenszenen, Tauben, einer gewissen Verbundenheit vom Helden und seiner Nemesis, und den Woo-üblichen absolut surreal hyperinszenierten Actionsequenzen, die die Kunst des Martial Arts/Samurai-Films im großen Stil nach Hollywood bringen. Niemand kann mir ernsthaft die Handlung von MI2 wiedergeben, aber fast jeder erinnert sich an die Bergsteigersequenz am Anfang oder das Motorradduell gegen Ende.

Worum es also geht, die Story, ist seit jeher für MI egal, wie es sich für das Blockbuster-Genre ja eigentlich inzwischen auch gehört. Hirn aus, Popcorn her. JJ Abrams macht sich insofern nicht einmal mehr die Mühe, einen wirklichen Konflikt zu erzeugen. Ich habe selten einen Film gesehen, in dem der McGuffin so eindeutig nur der Form halber existierte. In MI ist das ohnehin Standard – Hunt jagt ja permanent irgendwelchen ominösen Datenträgern hinterher – aber in MI3 erfahren Zuschauer und Held während des gesamten Films nie so wirklich, worum es eigentlich geht. Die geopolitische Dimension des Films spielt so fast keine Rolle.

Die persönliche um so mehr. In typischer Alias-Manier beginnt Abrams in situ mit dem Spannungsmoment des Films: Der Bösewicht droht, Hunts Ehefrau umzubringen. In der Rückblende wird später klar, daß Hunt inzwischen nur noch als Ausbilder arbeitet, ein Privatleben hat (auf der Party tauchen übrigens zusätzlich noch ein paar Darsteller aus Alias auf), frisch verliebt ist. Das Freundin Julia, gespielt von Michelle Monaghan, auch noch nahezu genau so aussieht wie Katie Holmes (die für die Rolle ursprünglich einmal im Gespräch war), Tom Cruises neue Lebenspartnerin, und das Hunt nahezu so unermüdliche seine Liebe preist wie sein reales alter ego, daß man in den Warnungen seiner Kollegen, in der Brnache würde eine Beziehung nie länger als 24 Monate halten, auch wunderbar auf Hollywood übertragen kann… das ist sicher kein Zufall, immerhin ist Cruise ja auch Produzent. Es scheint, als würde er seine private Isn’t-Love-great-Tour nicht nur bei Oprah Winfrey machen, sondern eben auch hier in MI3.
Das Drehbuch stammt denn auch von gleich drei Autoren der TV-Serie Alias, die von JJ Abrams – der ja auch Lost macht – produziert und als Regisseur betreut wird. Alias ist, mittlerweile im fünften Jahr der Serie, wiederum stark von Filmfranchises wie James Bond oder MI beeinflußt, so daß sich hier vielleicht ein Kreis schließt. Denn MI3 fühlt sich absolut an wie eine auf Kinoformat aufgeblasene Folge von Alias. Es gibt sogar einen liebenswerten stotternden Computer-Supermann (Simon Pegg aus Shaun of the Dead), es gibt Briefing-Meetings in schick designten Räumen, es gibt natürlich einen Bösewicht in den eigenen Reihen, es gibt mehr Privatleben als in den ersten beiden Teilen zusammen (und das Privatleben von Alias-Protagonisten Sydney Bristow ist in der Serie absolut zentral), der gesamte narrative Aufbau erinnert an die Serie. Selbst die billig nachgebaute Internationalität, wo ein alter Hinterhof zu Berlin wird, ist da. Man erwartet eigentlich jeden Moment, daß Jennifer Garner selbst ein Cameo hat.

Das alles ist nicht unbedingt schlecht, schließlich ist Alias eine mutig gemachte Serie, die ja nicht umsonst selbst Quentin Tarantino von einem zweiteiligen Gastauftritt überzeugen konnte, aber es ist zumindest verwirrend, wenn ein Film so aufdringlich shanghait wird wie MI3 hier. Als Endergebnis aber entsteht so ein Blockbuster-Film, der sich überraschend Low-Budget anfühlt (obwohl er es nicht war), der auf die Hypertrophie der ersten beiden Teile oft verzichtet und sich irgendwie kleiner, intimer anfühlt, in der die Figur des Ethan Hunt zumindest etwas Dimension gewinnt, auch wenn Cruise einfach nicht in der Lage ist, gefühlvoll und authentisch zu spielen. Der Plot ist bestenfalls eine Ausrede, wie so oft, um von Actionsequenz zu Actionsequenz zu kommen, die aber sind die Ausrede meist wert. Von großer Materialschlacht wie die Helicopterjagd im Windrad-Park bis zu kleinen Szenen, wie eben der Hinrichtung von Hunts Freundin, Abrams geht kaum für eine Sekunde von der Adrenalinschiene. Der Film fühlt sich länger an als er ist, weil einfach so viel passiert.

Bemerkenswert ist vor allem Philipp Seymore Hoffman, der in bester Gert-Fröbe-Manier den Bösewicht gibt und jede Sekunde davon genießt. Lässig, wunderbar böse, Gift und Eis in den Adern, beherrscht er ab der ersten Sekunde die Leinwand. Wie jeder gute Agentenfilm lebt auch dieser von der Qualität des Schurken, und Hoffman rettet in dieser Hinsicht den Film, weil es einfach Spaß macht, ihm zuzusehen, und weil man angesichts eines so klaren Gegenspielers vergißt, daß es eigentlich keine wirkliche Geschichte um ihn herum gibt. Und das man die Fragmente der Geschichte halt eben auch schon zu gut kenne, aus True Lies, aus Alias, aus Oceans 11, nicht zuletzt aus den anderen beiden MI-Filmen (Einbruch in den Vatikan, Zeitlupensequenzen). Vielleicht darf man bei 150-Millionen-Dollar-Franchises keine Kreativität erwarten, weil alle zu ängstlich, zu vorsichtig sind. Was bleibt ist der Remix, die Melange. Es geht Abrams konsequent weniger um das Was – der Bösewicht wird natürlich erledigt, die Wandlung von Hunts Frau zur Fighterin überrascht auch nicht wirklich – sondern um die Inszenierung, um das Styling.
Insofern ist MI3 sicherlich Schund, wie inzwischen ja nahezu alle Blockbuster-Filme, aber als reines Popcorn-Kino sicherlich sehenswert und ein hinreichend gelungener Versuch, die immer wieder nahezu gleiche Geschichte im dritten Teil wiedererkennbar aber erneut anders zu erzählen.

12:07 Uhr. Kategorie Film. 2 Antworten.

Ast

10:34 Uhr. Kategorie Photos. Keine Antwort.

Sudelbuch 024

Klingt gefährlich.

00:42 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

Speed Script

Eines der großen Probleme mit dem PDA ist nachwie vor die Texteingabe. Handschrift- und Spracherkennung ist entweder unzuverlässig oder nervig, die klassische Qwerty in Emulationen wie spbs FullScreenKeyboard brauchbar, aber irgendwie nicht perfekt, immer eine Bluetooth-Stoaway dabeizuhaben widerspricht eher dem Sinn des winzigen Gerätes. Speedscript ist ein weiterer Versuch und mit etwas Übung eventuell gar nicht so schlecht, auf jeden Fall aber linguistisch spannend gedacht und ein wirklich neuer Ansatz. Die Tastatur besteht dabei nur noch aus einigen Sondertasten, einem Vokalfeld und Konsonanten. Schreibt man einen Konsonanten öffnet sich ein Matrixfeld mit Vokalen (und Leerzeichen) automatisch, so daß man die schnellsten nötigen Sachen einfach zur Verfügung hat. Mit etwas Übung, so die Hersteller, kommt man auf Zehn-Finger-Niveau. Was ich nicht unbedingt glaube, aber die Idee ist einfach schön. Extrem Umständlich sind allerdings j und y gelöst, was ich absolut gar nicht verstehe. Auch die Anordnung der Konsonanten macht mir (noch) Kopfzerbrechen. Schön wäre ein intelligenter Algorithmus, der Worte erkennt und die nächsten Konsonanten passend anbietet, so das man ganze Worte per Strichzug malen kann.

Auf jeden Fall einen Test wert.

7. Mai 2006 23:20 Uhr. Kategorie Technik. Eine Antwort.

Sudelbuch 023

Alte Emigre-Werbung.

22:35 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

Was geht?

Kaupp ist gelaufen, da beginnt bald ja schon die Auktion. Saisonheft Philharmoniker ist bis auf Details wie Abokarte und Korrekturen fertig und mal so richtig schön geworden. Saisonheft Theater ist in Arbeit, die Photoshop-Bastelei frisst Zeit, bin gespannt, ob das nett werden darf. Startbahn warte ich auf Logos von Silke, Buch-Börsenverein «Abenteurer gesucht» auf Photos von Marian und Sean. Insofern außer Photoshoppen dieses WE seltsamerweise trotz Termindruck etwas Ruhe – Zeit mal Schubladen aufzuräumen, bei Ikea zu shoppen, Papier zu entsorgen, ins Kino zu gehen, Kirsten, Svenja und Conny auf den Nerv zu gehen, nachts bei einem nur dezent prolligen Hiphopvideodreh vor der Lichtburg zuzugucken, im Garten zu sitzen und bei Erdbeerjoghurt grob zu planen, wie man diese Baustelle denn nun rettet oder ob mich nicht doch mal endlich einer bei der RTL-Fernsehshow MEIN GARTEN anmeldet (ich find übrigens die Idee, hier ein Grillfest zu machen und jeder, der kommt, muß einfach helfen, Rasen zu mähen und sähen, die Holzterasse mitzubauen, Kies zu schleppen, Wände/Treppe zu streichen und zu beflanzen, irgendwie immer noch sehr gut ;-)), und wenn es etwas kühler wird dann heute nacht noch Blumenmenschen fürs Theater zu basteln :-D. Und vielleicht zwischendurch noch was über ein Buch, einen Film und das Saisonheft des Theater Oberhausens zu schreiben…

Vom 18. bis 22. Mai sind wir alle übrigens in Berlin, die Typo aufmischen. Ich weiß immer noch nicht, ob ich die Eier habe, da fürs Blog ein paar Interviews zu führen (und denke, die Idee hat Nick auch schon, und Jürgen wird eh das Fontblog kochen lassen… obwohl ich MEHR als Lust hätte, Carson und Kidd zu löchern, immerhin beides Designer, die ich tief bewundere, Carson bei aller Kritik nach wie vor für seine Intuition und Kidd, obwohl ich nicht alle seine konkreten Ergebnisse mag, für die pure Vielseitigkeit und den unglaublichen Humor, seine Monographie gehört zu den besten Design-Selbstdarstellungen seit Sagmeisters Made you Look.), oder ob ich einfach nur entspannt Gast bin. Ich weiß auch gar nicht, ob ich noch Backstage darf, so als normaler Gast. Was schade wär, ich hab da ein Vermögen an Kaffee gespart dadurch. Die Idee, die Typo sozusagen semilive am gleichen Tag zu bloggen, ist eigentlich mal ganz reizvoll, wenn auch für die Leute, die so mit mir da sind, vielleicht etwas unspannend…

16:34 Uhr. Kategorie Leben. 5 Antworten.

KAFFEE

16:18 Uhr. Kategorie Photos. Keine Antwort.

dämmerung

mutter wiegt die kinder in den schlaf
die kleinen zählen die muster
auf ihrem rock
während vor den türen
die mönche die zukunft schmieden
mutters rock verrutscht
mit seinen mustern
und die kinder wissen
vom anbruch einer neuen zeit

13:45 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

Sudelbuch 022

Warum ist eigentlich die amerikanische Patriotismus-Ikonographie so unweigerlich attraktiv?

00:28 Uhr. Kategorie Stuff. 2 Antworten.

PAAR

Eines der beliebten, stets etwas feigen Schuß-in-den-Rücken-Bilder :-D

6. Mai 2006 15:48 Uhr. Kategorie Photos. Keine Antwort.

SHAPE OF SOUND

Shape of Song

Gott, ich liebe jegliche Software,die synästhetisch ist. Hier Shape of Song, einer der vielen Versuche, Musik zu visualisieren, diesmal in Form von wiederholten Phrasierungen in den einzelnen Tracks von MIDI-Files. Die Arbeit mit MIDI-Daten und die visuelle Umsetzung ist noch grobmotirisch, die Idee aber 100% Gold. Oben abgebildet Chopin, auf der Site gibt es noch von Madonna bis Philip Glass einige Stücke zu sehen.

via Future Feeder

11:24 Uhr. Kategorie Design. Keine Antwort.

Sudelbuch 021

Lebensfreude erfahren

Das war seinerzeit eine ganz ernstgemeinte Werbepostkarte, die ich mal im Briefkasten hatte.
Grandios finde ich in dem Kontext auch die Treppe im Bildhintergrund…

10:27 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

ANNA MARIA JOPEK LIVE

Ich weiß beim besten Willen nicht, ob Anna Maria Jopek noch ein Geheimtip ist oder nicht. Gerade im Jazzbereich ist das immer schwer zu beurteilen. Ich habe sie so etwa 2002 durch eine WDR-Radiosendung kennengelernt, etwa zu der Zeit, als sie ihr Pat-Matheny-Album eingespielt hat. Zu dem Zeitpunkt war die Jopek in ihrer polnischen Heimat bereits ein Superstar, sicher vergleichbar mit Diana Krall, hat die Welt getourt. Seitdem hat sie mit ihrem aktuellen Album Secret sehr – vielleicht zu – gezielt versucht, den internationalen Durchbruch hinzulegen, mit englischen Texten, Coverversionen, und einem Schritt in Richtung Schmusejazz, der ihr eigentlich nicht gutgetan hat. Viel von dem seltsamen Mix aus osteuropäischer Weltmusik-Sentimentalität, ethnischen Folkloregesang und modernen lebendigen Jazz ist dabei verloren gegangen, zugunsten von weichgespültem Studienrat-Jazz. Mit Tracks wie «I burn for you» oder «Don’t Speak» etwa, versucht sie so hart ein Hit zu haben, daß es eher deprimierend wirkt, obwohl man ihr den Durchbruch durchaus gönnen würde. Andererseits ist ihr aktuelles 2005er Album Niebo (Himmel) bei Amazon in Deutschand eben immer noch nicht zu haben, wie es ja überhaupt 70% ihrer Platten in Deutschland nicht ohne weiteres gibt. Was einfach verwundert, da die Sängerin nicht nur nahtlos alle Genregrenzen überschreitet – Jazz, Pop, Folk –, also durchaus mehrere Zielgruppen ansprechen kann, nicht nur fast ein dutzend Alben eingespielt hat, sondern für ihr Album Upojenie mit Pat Matheny stolze 15 Grammys gewonnen hat. Und auch dieses Album gibt es nicht einmal via Amazon.de – das ist schon irgendwie unwirklich, wenn man bedenkt, daß ihr Plattenlabel Universal Music heißt, oder? Gott, wenn sich eine der profiliertesten polnischen Musikerinnen schlechthin ausgerechnet in Deutschland nur verkaufen läßt, wenn sie englisch singt, ist es mit der Globalisierung ja doch noch nicht sehr weit, oder?

Die Frage nach dem Geheimtip kommt deshalb auf, weil es mich überrascht, daß es bei ihrem Konzert in Essen überraschenderweise noch ausreichend Abendkarten gibt, von Ausverkauft keine Spur, obwohl ich fast sicher war, keine Karten mehr zu bekommen. Das Publikum besteht darüber hinaus zu gut zwei Dritteln aus (wunderbar gemischten) polnischen Fans von Jopek, so daß man sich schon fragt, wie bekannt sie in Deutschland tatsächlich ist. Vielleicht war der Gig auch nicht gut promoted, zumal auch der Spielort – eingebunden in das umfassende Festival Europa verstehen: Polen (was sicher auch mit den Anteil polnischen Publikums begründet) – optimaler hätte sein können, obwohl die Zeche Zollverein als Location selbst natürlich wunderbar ist. Backline, Licht und Sound sind lokal gestellt, der Sound ist freundlich gesagt bis zur Mitte des Konzertes eher beschissen, zumal für Jazz-Verhältnisse, man merkt den Musikern an, daß sie auch recht häufig mit dem Sound auf der Bühne eher unzufrieden sind. Die Lichtanlage stört anscheinend die Audio-Anlage, so daß ein permanentes Brummgeräusch hörbar ist, gerade bei leisen Passagen keine echte Freude. Da der Saal nicht ganz verdunkelbar ist und von allen Seiten durch die Fenster Licht einströmt, hätte man sich das Licht größtenteils eh sparen können, erst so kurz vor Schluß wirkt die Lichtstimmung und selbst die ist recht langweilig gemacht, ein eigenes Bühnenlichtkonzept gibt es nicht, einfach ein paar Spots. Dabei sieht das ganze mit vier großen Traversen und einer großen Audioanlage eigentlich vielversprechend aus, aber weder Klang noch Licht werden der Band gerecht.

Denn die Band von Jopek ist Oberliga. Es ist eher selten, daß man wegen einer Sängerin zum Konzert geht und sich so gegen Ende wünscht, sie möge einfach mal 30 Minuten Pause machen und ihre Musiker zocken lassen. Jopek singt absolut Weltklasse, keine Frage, moderiert etwas unsicher und flüchtet sich somit manchmal in Routinen und Posen, arbeitet sich durch die Coverversionen und strahlt in ihren eigenen Songs, aber die Band… die Band überstrahlt sie einfach. Ich meine, es ist ja kein Geheimnis, daß Jazz- und Klassikinterpreten aus Osteuropa (und Asien) grandios sind, und die Band hier bringt es auf den Punkt. Marek Napiórkowski an der Gitarre bekommt regelmäßig Szenenapplaus, egal ob Akustik oder E–Guitar, wechselt nahtlos von David Gilmore zu Pat Matheny und zu fast absurden Fingerübungen ganz eigenen Stils, Baßmann Robert Kubiszyn hat leider nur ein (exzellentes) Solo, zeigt aber in nahezu jedem Song, was er draufhat, füllt jede Sekunde mit kleinen Miniaturen. Paweł Zarecki zeigt leider nur wenig von dem, was er an Piano und Rhodes leisten kann, ein winziges Solo, hat aber eine brilliant pseudo-prolo-witzige Einlage als MC (grandios deplaciert beim Jazzgig), und Paweł Dobrowolski an den Drums bläst mir fast den Kopf weg. Nominell hat der Mann zwei Soli, de facto macht er sich aber ohnehin jeden Song zu eigen, da er den Mainbeat locker mit dem linken Fuß auf der Hihat abliefert, hat er jede Menge Zeit und Energie, meisterhafte Strukturen einzuschieben. Ob mit Besen, Floppysticks oder normalen Sticks, ob Ballade oder NuJazz, ob im Midi-Clock-Gespann der Keyboards oder frei, Dobrowolski ist sauber wie ein Uhrwerk und dabei so quicklebendig spontan, so blitzschnell, daß man fast kreischen möchte. Wenn die Band zusammen zeigen kann, was sie draufhat – etwa bei den ausgedehnteren Gitarrensolos – ist man fast etwas frustriert, wenn es wieder zum gedeckteren Sound der Gesangssequenzen zurückgeht. Ich hätte mir echt gewünscht, nach dem Konzert die Combo ohne die Sängerin zu hören, zumal man ohnehin den Eindruck hatte, daß die Jungs gerade erst gegen Schluß richtig warm wurden und Spaß hatten.

Zu dem Spaß trug sicherlich auch die begeisterte Stimmung des Publikums bei, die nicht nur auf AMJs polnische Ansagen unglaublich einstiegen, sondern auch jeden einzelnen Musiker frenetisch feierten, mitklatschten, swingten und die Band zu zwei Zugaben herausforderten.

AMJ ist noch so bis 14. Mai in Deutschland unterwegs, in Hannover, Mannheim, Freiburg und Stuttgart. Es lohnt sich, hinzugehen.

07:54 Uhr. Kategorie Live. Keine Antwort.

Achtung

00:07 Uhr. Kategorie Photos. Keine Antwort.

Sudelbuch 020

5. Mai 2006 23:00 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

Q-LINAIR



Jetzt blogge ich schon Haushaltsartikel :-D. Keine Angst, ich stelle nicht demnächst auch noch meinen Staubsauger vor, aber die Q-linair Töpfe sind schon bemerkenswert. Zum einen ist das Set mit 189 Euro noch verhältnismäßig fair im Preis (wenn man bedenkt, daß meine alten Fissler-Töpfe je nach Angebot zwischen 350 und 520 Euro kosten), zum anderen sind die Töpfe einfach wirklich gut durchdacht und nicht ohne Grund mit diversen Designpreisen bedacht. Formal in jedem Detail praktisch und formal schön gelöst, wartet die Serie mit verschraubten Griffen auf, mit einem Deckel, der mit nur einem Dreh zum festen Teil des Topfes wird, so daß man den Topf daran sogar tragen kann. Die Töpfe aus gebürstetem Edelstahl haben eine spezielle Ausgießmulde, mit denen man problemlos Wasser von Nudeln oder Gemüse ausgießen kann. Im Inneren haben die Töpfe eine (leider nur siebgedruckte) Meßskala, simple aber hilfreiche Idee. Und effizient – im Sinne einer sparsamen Produktion – sind die Töpfe auch. Die Kasserole ist ein Topf, der in der Produktion einfach einen anderen Griff bekommen hat. Ich war erst etwas nervös, weil die Maße bei Manufactum und Q-Linair kleiner sind als gewohnte Topf-Durchmesser (die Niederländer geben den Bodendurchmesser angeben, nicht den Topf, und Manufactum hat das wohl übernommen) und weil die Töpfe auf den Photos etwas zierlich wirken, aber es sind ganz normale Töpfe, kein Spielzeug-Geschirr. Massiv und robust. Simpel, schön, sachlich.

18:03 Uhr. Kategorie Leben. Keine Antwort.

ENGEL

Abgelehntes Motiv für eine Abokampagne
(naja, zugegeben: den weißen Baum habe ich nachträglich noch reingemacht, da wäre normalerweise Copy gewesen)…

16:28 Uhr. Kategorie Arbeit. Keine Antwort.

Strom III

15:22 Uhr. Kategorie Photos. Keine Antwort.

Designpreis 2007

Wir sind nominiert, mit dem Bielefelder Saisonheft 2004/5 «Momentaufnahmen», für den Designpreis 2007. Mich wundert immer, wenn sowas kommt. Ich nehme immer hoch ungern an Wettbewerben Teil, weil ich meist denke, die Arbeiten sinds nicht wert. Man sieht ja immer nur das, was man ursprünglich wollte – und jedes Produkt ist am Ende ein Kompromiß, als Designer wolltest du immer mehr. Auch, wenn man gewinnt, bei aller Freude, sieht man selbst eher immer nur die Mängel, die Zugeständnisse in Produktion und gestaltung… und wie toll die Arbeiten von anderen sind. Wie in jedem künstlerischen Beruf ist man permanent unzufrieden mit den Ergebnissen der eigenen Arbeit, was ja unweigerlich auch Antrieb ist, weiter nach vorne zu gehen.

Umso mehr freut man sich, wenn eine Sache dann doch gut ankommt. Auch wenn ich keine Sekunde denke, daß wir wirklich einen Designpreis kriegen ;-).

14:31 Uhr. Kategorie Arbeit. Eine Antwort.

Sudelbuch 019

11:00 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

neue saison

heute
am strand
ein neues gesicht erstanden
verzweifelt freundlich
durch die saison
mich zu wühlen
und abends
sanft
aus den fenstern
zu blicken
mich
an dem leichten duft
ihres parfüms
an meinem handrücken
zu trösten

4. Mai 2006 22:16 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

2,25

17:18 Uhr. Kategorie Photos. Keine Antwort.

Sudelbuch 018

Glasaugen.

12:36 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

PLATZANGST

Teile einer langen Serie für Entwürfe, die final nicht realisiert werden. Die drei hier mochte ich irgendwie, weil sie als Plakate schön laut sind. Also mal schnell hier archivieren. Achtung, ganz grobe Scribbles…



10:14 Uhr. Kategorie Arbeit. Keine Antwort.

Sudelbuch 017

08:36 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

Do it yourself

01:29 Uhr. Kategorie Photos. 2 Antworten.

Düsseldorfer Schauspielhaus

Im Dezember haben wir ja den Pitch um das Düsseldorfer Schauspielhaus verloren (neben meiner für 9 Leute geplanten, vor drei gehaltenen total übermüdeten Präsentation ja unter anderem auch, weil wir unbedingt weiter für Michael Heicks arbeiten wollten, Amélie Niermeyer wollte lieber einen exklusiven Grafiker, ich wollte auf keinen Fall weg von Bielefeld. Schade drum, ich hätte es spannend gefunden, zwei Häuser unterschiedlich zu placieren, die Stadt Düsseldorf braucht andere Dinge als Bielefeld, und ich glaube, wir würden uns da auch nicht wiederholen oder zu selbstähnlich werden, ganz im Gegenteil, ich denke, das hätte sich befruchtet.). Jetzt ist das fertige Heft der ersten Spielzeit von Amélie Niermeyer erschienen, gestaltet von Ligalux in Hamburg.

00:51 Uhr. Kategorie Design. 2 Antworten.

Sudelbuch 016

Zen and the Art of Weihnachtspaketepacken. Später modifiziert in einem ganz alten Flyer von Schmitz verwendet.

00:25 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

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