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Sudelbuch 060

Ich hab den anonymen, seltsamen Look von Tabletten immer schon geliebt und war mehr als verblüfft, zu sehen, daß Damien Hirst dem Ganzen tatsächlich eine eigene Ästhetik abgewinnen konnte. Medizin ist wunderschön, weil matter of fact. Ich finde es entsprechend schlimm, wenn die Pharmaindustrie sich dem Alltagsdesign in der Form öffnet, daß DayMed zum Beispiel jetzt aussieht wie ein Konsumprodukt und immer mehr Firmen Print- und TV-Anzeigen schalten. Kontraproduktiv. Medizin muß nach Medizin aussehen, nicht nach Waschmittel oder Coke .

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STOCK UND TASSE, DAS IST KLASSE

Mal im Ernst – wer zur Hölle interessiert sich für Kaffeebecher? Anscheinend ist das wieder so ein Blog-Trend, den ich halb verpennt habe. Also, lieber Markus, hier also die von dir gewünschten Tassen, aus denen wir derzeit Kaffee und Tee trinken. Leider kann ich nicht mit lustigen Papa-ist-der-beste-Tassen aufwarten oder mit Simpson-Mugs. Wenn du übrigens gerne Milch magst: Bei Manufactum bekommst du traumhaft schöne Bichl-Milchbecher. Durch die werde ich Latte-Becher ersetzen, wenn es sich mal ergibt.

Und los:

Gepiercter Kahla-Becher. Hängt so schön an der Rösle-Leiste. Leider verlieren einige Becher ratzfatz die Stahlkugel. Und es suppt etwas aus der Bohrung, wenn man den Becher zu voll macht. Trotzdem: Wunderbares Design.

Ganz tolle kleine Trinkschale von Maxwell & Williams, die ein spotbilliges und trotzdem schönes Service anbieten, das nicht nur unglaublich umfangreich ist, sondern auch einen schönen Bogen von Ost nachWest schlägt. Leider läßt mich Midori immer noch – seit vier Monaten – auf die schon bezahlten Teller warten :-(. Uncool. Aber das Geschirr von denen ist an sich sehr schön und unwirklich preiswert im Gegensatz zu….

Rosenthal Free Spirit Studio Line. Schrecklich empfindlich und schrecklich teuer und eben auch wunderschön. Ich habe inzwischen vier von deren nicht wirklich preiswerten Karaffen wegwerfen dürfen, weil die Schütte einfach schon beim Anblicken zerspringt – trotzdem ein tolles Service.

Und last not least die Latte-Macchiato-Tassen für die Z5 in weiß und in klar, in diesem Fall von Galzone. Wobei es vor allem die Klarglas-Tumbler nun wirklich überall gibt, so daß hier die zum Teil welche Manufactum und von Ikea und und und zum Einsatz kommen.

Photos von Alex, die heute ihren letzten Praktikums-Tag hier hat (yay… Freiheit, Alex – enjoy it!!!!) und leckeren Schokoflockina mitgebracht hat zu unser aller Freude.

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HD Ready

Da ich ja als Dozent etwas zum Säuretesten meiner Studenten neige, ist Björn die Idee gekommen, anstelle der Scheine doch demnächst besser ein Shirt zu verleihen:


Macht Sinn.

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BAUM

Alternativer Entwurf für ein Cover. Der genommene Entwurf ist auch sehr schön, aber Séans grandioser Fake eines alten Folios mit einem seltsam unheimlichen Baum viel zu schade um in der Schublade zu verschwinden. Also ab damit ans Tageslicht.



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Fleischerei II


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Sudelbuch 059

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Yeah Yeah Yeahs Live Music Hall Köln

Auch wenn es wahrscheinlich schon x-mal gesagt wurde: Die Yeah Yeah Yeahs erinnern mich verdammt an eine moderne Version von Siouxie & The Banshees. Sehr. So sehr, daß ich nicht überrascht gewesen wäre, wenn Karen Orzobal eine Track aus den Juju-Zeiten von Frau Sioux angestimmt hätte. Ah, aber dazu sind die YeahYeahYeahs dann doch zu cool. Aber von den Posen bis zu den Vocals, von den expressiven Drums von Brian Chase bis zu Nick Zinners Noisegitarre… das ist schon nah dran, einfach eine konsequente Weiterentwicklung dessen, was die Banshees vor allem am Beginn ihrer Laufbahn versuchten.

Die YYYs sind mit dem aktuellen Album Show Your Bones etwas relaxter als auf Fever to Tell geworden, und dementsprechend wirbelt das Konzert sehr konsequent zwischen dem Noise der alten Songs und dem spürbar tarantinoesqueren neuen Material. Was aber nie wirklich störend wirkt, sondernhervorragende Momente abgibt, wenn etwa der«Hit» Gold Lions von einer Soundexplosion gefolgt wird. Wahrscheinlich gibt es für den Sound der Combo ein griffiges Tagword, aber in Wirklichkeit läßt sich die seltsame Mischugn aus Punk, Folk, Jazz, New Wave, Garage, Low-Fi nur schwer greifbar vereinfachen. Die Band ist vielseitig und komplex, irrlichtert zwischen schrammeligem Proberaumfeeling und perfekter emotionaler Atmosphäre.

Die Show selbst – okay, nach Deichkind wirkt wahrscheinlich ALLES statisch – ist nicht allzu bemerkenswert. Solides Licht, etwas dünner Sound (keine Frage… der Bass fehlt halt doch), Brian macht ein paar typische Drummer-Mätzchen, Nick wirkt wie ein TV-Abziehbild vom Junkie-Rockstar, Karen O tanzt und mimt wie eine Zwischenfall-Tänzerin auf LSD, und läßt sich sogar an zwei Stellen dazu herab, ansatzweise mit dem Publikum zu sprechen. Aber insgesamt wirkt der Gig, obwohl unglaublich kraftvoll und energetisch gespielt und durch und durch begeisternd, einfach etwas kurz, etwas herzlos herabgezockt, zu introvertiert, zu weit weg vom Publikum. Zwei kurze Zugaben, beide grandios, aber Gott, da will man doch mehr hören. Zumal gerade ein solches Trio wunderbar improvisieren und flexibel erfinden könnte. Etwas schade, ich hätte es mir noch länger geben können.

Aber: Keine Frage, die YYYs sind eine Kultband, die den Status bei ihren Fans absolut verdient hat und einen Sound abliefert, der nahtlos bei New-Wave-Klassikern anschließt und die etablierten Ausdrucksformen der 80er wütend und brennend in ein neues Zeitalter zerrt. Großartige Musik, und die Studioaufnahmen der per se ja schon grandiosen CD kommen nicht einmal näherungsweise an die furiose Energie der Liveversionen heran.

Nach dem Break ein paar von Stevies patentierten Handy-Pix…
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Sudelbuch 058

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PLAY OMEGA

Im Grunde großes Finale. Wenn noch jemand vielleicht mal das Englische checkt, können wir die Datenbank reinigen, die Interviews aus Berlin eingeben und das Ding vielleicht ein wenig promoten, denn das Spiel machen einen Mordsspaß, finde ich.
Mit INVITE A FRIEND könnt ihr selbst spielen, euch einen Namen geben, via Mail oder IM per Copy-Link einen Freund einladen, der sich dann einloggt und los geht’s. Keine Registrierung oder so etwas nötig, alles quick und easy. Beim Wortassoziations-Spiel geht es darum, möglichst schnell auf den Begriff des Partners zu reagieren und das Erste zu antworten, was einem impulsiv in den Kopf geht. Im Grunde wie Tennis, nur schneller und mit Worten.

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Sudelbuch 057

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Pflichtlektüre

Das Spiegel-Titel-Interview mit mit Irans Präsident Ahmadinedschad ist ein Must-Read. Und immer, immer während der Lektüre daran denken, daß der Mann ein enorm einflußreicher Staatenlenker ist, eine zentrale Figur im geopolitischen und religiösen muslimischen Entwicklungsprozeß.
Und wenn du bei jedem Satz genau daran denkst, an die Bedeutung und Position von Mahmud Ahmadinedschad, wenn du etwas über seinen Background weißt, dann weißt du nicht, wie du dich nach dem Spiegel-Interview fühlen sollst. Aber ich kann mir vorstellen, es ist die Sorte Gefühl, die Leute wie Siegfried Kracauer wahrscheinlich Ende der 20er Jahre gehabt haben müssen.

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Fleischerei I


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Sudelbuch 056

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FERTIGFERTIGFERTIG

Naja, ehrlich gesagt, ist das Saisonheft der Bielefelder Philharmoniker schon seit dem 4. Mai weitgehend fertig, wird aber zusammen mit dem Theater gedruckt, das auch diese Woche fertig wird, so daß es am Ende recht entspannt mit den Korrekturen lief. Es gab eigentlich nur noch eine Verschiebung von Bildern, durchaus zum Vorteil des Heftes, die Tilmann mit dem richtigen Feeling eingebracht hat, und ein Vorwort zum Phototeil von mir, das den Bogen von Heft zu Bild schlägt und erklärt warum zur Hölle da so viele seltsame Photos erscheinen. Das ich tatsächlich was schreiben mußte, war ganz nüchtern der Preis dafür, daß ich die vollen 112 Seiten Heft behalten konnte – und diesen Tausch mache ich gerne, weil ich mich nicht von einem einzigen Bild hätte freiwillig trennen können. Jedesmal, wenn Tilmann laut überlegte, die Seitenzahl von 112 auf 96 zu kürzen, wurde ich ganz bockig. Und weil er ein Traum-Partner ist, hat er einen Kompromiß gefunden, der uns beide glücklich macht, weil er wirklich gut ist… sehr viel besser als meine Initialidee, wie ich finde. Das Heft ist einfach wunderbar geworden – und das kann ich sagen, denn es ist der Verdienst der mutigen Philharmoniker und der phantastischen Photos von Sannah Kvist, denn wahrnehmbares «Design» findet so gut wie gar nicht statt, wir haben ja sogar die overused FFDIN benutzt, weil wir keine unspektakulärere Schrift gefunden haben (die Apex haben wir probiert, immer noch zu viel Dynamik, selbst die Helvetica war mir nicht stumpf genug. Ich hätte gern die Neutral genommen, die mir als Synthese verschiedener Schriften so schön zum Thema Verbindungen gepasst hätte, sie aber für dieses Projekt leider nicht bekommen… also my beloved DIN.). Wenn man jetzt noch Budget hätte für tolles Papier und eine Veredelung auf dem Cover… it would be perfection. Und so etwas sag ich eher selten. Das Heft ist der wunderbare «Mißbrauch» eines Informationsträgers als Kunstobjekt, eine Miniatur-Ausstellung, ein kleines Geschenk der Philharmoniker an ihre Stadt, die Fortsetzung der kulturellen Bühnenarbeit in das Printmedium. Wie es sein soll. Kein anderes Orchester macht so etwas. (((Und ich bin auch gespannt, was die vielleicht konservativen Geister im Publikum dazu sagen werden – ach, man hätte doch auch Bilder von Geigern und Trompetern zeigen können (nein, konnte man tatsächlich aus Termingründen nicht, sorry.)))) Aber glaubt mir, die anderen Orchester werden anfangen, sie werden anfangen. Tiefen Dank an Tilmann Boettcher und Peter Kuhn und alle anderen Beteiligten. Ob man die Photos mag oder nicht, ist sicher Geschmackssache, wir alle mögen sie sehr, aber die Bielefelder Philharmoniker zeigen hier, daß man mit einem Spielzeitheft sehr viel mehr machen kann als reine Selbstbespiegelung, wie man diese Plattform nutzen und bespielen, damit inszenieren kann. Was da noch alles denkbar wäre…

Gott, hat dieses Heft Spaß gemacht.

Richtige Photos gibt es erst, wenn das Heft gedruckt bei mir ist, aber zur Feier des Tages ein paar schnelle Photos vom Bildschirm.

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BAUSTELLE

In den hinteren Teil des Saisonheftes kommen keine Inszenierungsbilder, sondern von Séan (und an ein zwei Stellen von mir) spürbar «morbidisierte» Baustellenbilder. Ich bin mir nach wie vor nicht ganz sicher, ob das Heft so unterm Strich nicht doch zu düster wird und bin positiv überrascht, daß Marketing und Intendanz da anscheinend mutiger sind als wir selbst und das Heft konsequent in die von den Personenbildern vorgegebene Richtung weiterentwickeln. Die gesamten Bilder, so wie sie hier sind, sieht man eigentlich nie wirklich im Heft, weil z.T. recht umfangreiche Textboxen über den Bildern liegen.
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