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Schwarzgelb

30. April 2006 16:53 Uhr. Kategorie Photos. Keine Antwort.

Sudelbuch 009

14:09 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

Kran VI

10:20 Uhr. Kategorie Photos. Keine Antwort.

Sudelbuch 008

00:53 Uhr. Kategorie Stuff. 2 Antworten.

Blech

29. April 2006 23:16 Uhr. Kategorie Photos. Keine Antwort.

Sudelbuch 007

19:23 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

Sudelbuch 006

09:13 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

CCTV

08:28 Uhr. Kategorie Photos. Keine Antwort.

LOCH










00:04 Uhr. Kategorie Arbeit. Keine Antwort.

Sudelbuch 005

28. April 2006 22:25 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

BANAL ABER WAHR

Egal, was du machst, versuche immer, der Beste zu sein.
Gehe nie mit der Masse.
Wenn alle rechts gehen, gehe nach links.
Und umgekehrt.

Yves Gijrath

20:14 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

Sudelbuch 004

19:12 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

Kran V

13:19 Uhr. Kategorie Photos. Keine Antwort.

Sudelbuch 003

09:10 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

NEON

06:11 Uhr. Kategorie Photos. Keine Antwort.

Sudelbuch 002

27. April 2006 22:45 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

Kirmes III

18:28 Uhr. Kategorie Photos. Keine Antwort.

SUDELBUCH

14:00 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

OPINION

You keep believing the bullshit that you are entitled to your own opinion, when I keep telling you, over and over, that you are only entitled to your informed opinion.

Harlan Ellison

12:00 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

Fundstück

Auch wenn wir nach der Fertigstellung seiner Homepage leider derzeit nicht mehr viel mit ihm machen, ich liebe Christoph Ingenhoven. Und zwar wegen Statements wie in diesem Fundstück in einem alten Sudelbuch aus der leider eingestellten Wochenzeitung «Die Woche». Hier streiten sich Antje Vollmer und Christoph über das Berliner Schloß, also darüber, was an Stelle des Palastes der Republik mal entstehen sollte. Vollmer gehört zu der Wiederaufbau-Fraktion (interessanterweise, da sie eigentlich – bevor sie als Politikerin quasi offiziell für den Prunkbau votieren mußte, nämlich 10996 im FAz-Magazin – selbst einen Park in Berlin Mitte Unter den Linden anregte), Ingenhoven plädiert dafür, die Sache ruhen zu lassen und erst mal einen Park zu errichten, eine Art Central Park, den die Stadt dringender bräuchte als noch einen Prunkbau. Kurzerhand macht Christoph aus dem Gespräch eine Grundsatzerörterung der Grünen und ihres Verrates an den eigenen Prinzipien, bis Vollmer schließlich die Nerven verliert und dieser Austausch kommt:

Vollmer: Darf ich noch leben?
Ingenhoven: Gerne.

Unbezahlbar.

07:04 Uhr. Kategorie Stuff. Eine Antwort.

Kran IV

06:19 Uhr. Kategorie Photos. Keine Antwort.

KFC I

26. April 2006 16:20 Uhr. Kategorie Photos. Keine Antwort.

M

09:03 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

Kran III

06:16 Uhr. Kategorie Photos. Keine Antwort.

Tower II

25. April 2006 17:30 Uhr. Kategorie Photos. Eine Antwort.

GOOD NIGHT AND GOOD LUCK

Good night and good luck ist ein minimalistischer und nostalgischer Film, ebenso gefüllt vom Rauch ungezählter Zigaretten wie vom Schmelz der Mode und des Feelings einer Zeit, die Drehbuch-Coautor und Regisseur Clooney in seinem zweiten Regiewerk als offenbar untergegangen betrauert. Eine Zeit ohne oberflächliche Political Correctness, eine Zeit der aufgekrempelten Ärmel, der klassischen Männerfreundschaft.

In grandios theatralischen Schwarzweißbildern von Robert Elsvit erzählt der Film die Geschichte des Moderators Edward R. Murrow, der atemberaubend, mit dieser fast autistischen Zeitlupen-Intensität des frühen deNiros, von David Strathairn absolut oskarreif gespielt wird. Ein starrer, irgendwie stolzer, Kerl von einem Prinzipienreiter, der in seiner Polit-Sendung See it Now in den frühen 50s gegen die Übergriffe des legendären US-Senators Joe McCarthy ankämpft. Eine Story, deren Background den meisten Deutschen fremd sein dürfte, die in den USA aber zum Mahnmahl eines im Namen des Antikommunismus fast faschistoid vorgehenden Staates, der auf Rufmord, falsche Beweise, Erpressung und Denunziation setzte und zahllose Menschen, darunter auch viele «linke» Kreative aus den verschiedensten Bereichen, um Karriere und Leben brachte. Die McCarthy-Ära gilt bis heute als eine schwarze Zeit für Amerika. Der Black-and-White-Kunstgriff erlaubt Clooney nicht nur eine glaubhafte Zeitreise, sondern ermöglicht auch die nahtlose Einbringung von Original-Bildmaterial aus jener Zeit, so daß sich eine Art kleines Kammerspiel auftut, daß die Tragödie jener Zeit fast beiläufig, nüchtern erzählt, so daß der Selbstmord von Don Hollenbeck (gespielt von Laura Palmers Vater Ray Wise, der hier beängstigend nach Jonah J. Jameson aussieht), fast störend wirkt und entsprechend aus der Ferne betrachtet wird. Was gut zu dem ruhigen, dokumentarischen Feel des Filmes paßt, in dem das Leben Murrows hgänzlich ausgeblendet bleibt, nur die Funkion wichtig ist.
Es ist ein seltsam unemotionaler, kühler Film, ein Film wie für den Protagonist gemacht, den Strathairn mit steinernem Mienenspiel gibt, während die Kamera auf ihm draufbleibt, wenn er off air ist, wenn die Fassade bröckelt, wenn die Angst und die Leere kommen. Murrow und sein Team spielen mit dem Feuer, es geht um die persönliche Karriere, um den Sender an sich, um Freundschaften, die auf dem Spiel stehen. Und, auf der anderen Seite, ums Prinzip, um die Moral, um den Ethos, für den Ed Murrow nahezu alles aufs Spiel setzt, um am Ende einen schalen hohlen Sieg davonzutragen.

Es ist ein Film mit einer klaren Botschaft, die Clooney in die post-9/11-Zeit sendet: Das Individuum hat die Pflicht, dem Staat zu mißtrauen, die Presse hat die Pflicht, zu hinterfragen und die Wahrheit zu sagen. Mach dich nicht eins mit dem Staat. Laß dich nicht einspannen. Werde nicht zum Komparsen eines Systems, zum Einluller, zum Barbiturat einer Nation. Es ist eine kaum vermantelte Warnung an die zur Zeit des Afghanistan- und Irakkriegs freiwillig gegeißelte Epoche des «Embedded Journalism», der wehenden Fahnen, der TV-reifen Dramatisierung von Fakten, in der für Recherche, unangenehme Wahrheiten und klare Positionen kein Raum mehr ist. Die Warnung, die Murrow gegen Ende des Films ausspricht, ist längst unsere Realität.

Zugleich, dezenter, erzählt der Film wehmütig von einer anderen Zeit. Nirgends wird dies deutlicher als in dem Raum der durch alle Bilder wabert. In der Liebe zur Mechanik in den Bildern, zu einer einfacheren Technologie der 50er, die entschleunigend einherging mit einer tieferen Auseinandersetzung mit den Dingen. Fast unterschwellig wird klar, wieviel die gutmeinende – und insofern oft in den USA eher vom linksliberalen Lager kommende – Entpolitisierung, «Feminisierung» des Alltags zusammen mit einem generellen rend zur Beschleunigung, am Ende eine Oberflächliche und ärmere Welt erzeugt. Eine weichere, weniger reflektierte Welt, in der Ego und Super-Ego längst verloren haben, in der die Britneys und die Brads wichtiger sind als die Politik und die Wahrheit, in der Philosophie und Politik tot sind zugunsten von Technicolor. Das Eindringen dieser faden Welt zeichnet sich im Film bereits in den Entertainment-Interviews ab, die Murrow widerwillig und gelangweilt führt, die das Einsickern des Weichspülers in das echte Leben verkörpern, der jeden Diskurs, jede Diskussion langsam und klebrig auslöscht. Und den die Sponsoren des Senders, die Industrie, deutlich mehr mag als Murrows nüchterne schwierige und aneckende Nachrichten. Clooney läßt zudem wenig Zweifel daran, daß die Zeit damals maskuliner war. Es gibt nur wenig Frauen in dem Film und selbst die sind tough cookies. Aber hauptsächlich erzählt der Film von Männerfreundschaft, von unausgesprochenen Bündnissen, von Treue und Ehre. Hier sind die Männer noch diejenigen, die das Fernsehen machen und präsentieren (während heute die meisten Nachrichten und journalistischen Sendungen in Frauenhand sind), in der die nörgelnde Ehefrau, die den Mann bittet, seine stinkenden Zigaretten auszumachen, nicht zur gesetzgeberischen Kraft geworden ist und die Jungs noch rauchen und trinken konnten, wie sie wollten. Es ist ein Film, ob richtig oder falsch, der den Untergang des Machismo lamentiert. Der Film ist insofern ein Heldenepos, aber weniger das Murrows, mehr die epische Wiederauferstehung einer versunkenen Medienepoche, bis hin zum Zitat der minimalistischen Bildsprache jener Zeit.
Good night and good luck ist also vor allem ein Abgesang, weniger eine Warnung. Mehr ein persönlicher, weniger ein politischer Schlüsselfilm. Unter dem offensichtlichen Subtext 9/11 steckt die tiefere Trauer um eine im bunten Weichspüler verlorene Ernsthaftigkeit, auch eine verlorene maskuline Dominanz, die Sehnsucht nach einer kälteren, rationaleren, härteren Welt, die zugleich langsamer und schneller ist, auf jeden Fall aber intensiver. Eine Sehnsucht, die man ein Stück weit – zumindest nur ein Stück weit – verstehen kann, wenn man Brandt und Adenauer mit Merkel und Beck vergleicht.

Unterm Strich ein sehr auf vielen Ebenen persönlicher, kleiner Film, ein weiteres Mosaiksteinchen auf Clooney persönlichem Weg nach Damaskus, vom Serienmimen zum ernsthaften Künstler, der als Schauspieler, Regisseur und Produzent (Section Eight, das Brainchild von Clooney und Soderbergh hat Good Night natürlich produziert) in der Bedürfnispyramide soweit oben angekommen ist, daß er sich leisten kann, zu sagen, was er will. Es sei ihm gegönnt, daß er diese Chance noch ein Weilchen länger hat. Denn nach Confessions of a dangerous mind zeigt sich Clooney hier wieder als überraschend hervorragender Regisseur, der es schafft, einen unterhaltsame Plot um mehrere Schichten Subtext zu bereichern und diese Melange dann in wunderbare Bilder umzusetzen. Mehr davon.

07:29 Uhr. Kategorie Film. 2 Antworten.

Kirmes II

00:19 Uhr. Kategorie Photos. 3 Antworten.

Fisch

24. April 2006 18:06 Uhr. Kategorie Photos. 5 Antworten.

Strom II

23. April 2006 14:07 Uhr. Kategorie Photos. Keine Antwort.

INSIDE MAN

Man merkt wirklich, daß man gut zu tun hat, wenn man erst gut eine Woche später dazu kommt, einen Film zu besprechen.

Inside Man ist sicher Spike Lees bisher kommerziellster Film (vielleicht auch, weil er den Job von Ron Howard geerbt hat?), ähnlich wie Oceans 11 (und 12) Steven Soderberghs wohl kommerziellste Filme sind. Nicht zuletzt drängt sich dieser Vergleich auf, weil beide eine Art Rififi-Plot vom «perfekten» Verbrechen aufweisen, ebenso Plotlöcher, durch die man einen Truck fahren könnte, stark verschwimmende Grenzen zwischen Gut und Böse und vor allem Stars, Stars, Stars.

Inside Man fährt mit Denzel Washington, Jodie Foster, Clive Owen und Willem Dafoe ein gutes Stück Hollywoods A-Liga auf, und dennoch ist der eigentliche Haupdarsteller des Films New York. Spike Lee beginnt den Film bereits mit einer genüßlichen Kamerafahrt durch die Stadt, unterlegt mit Bollywood-Muzak, und bestückt seinen Film großzügig mit der multiethnischen Bevölkerung New Yorks, zeigt Amerika – etwa mit dem Querschnitt der Geiseln in der Bank – als Melting Pot verschiedenster Nationalitäten und Gemüter. Die Art wie Lee verschiedene urbane Gruppen aufeinanderprallen läßt, etwa weiße und schwarze Cops, aber auch wenn ein als Geisel freigelassener Sikh von den Polizisten wie ein potentieller arabischer Terrorist be/mißhandelt wird und die ahnungslosen Cops ihm auch noch den Turban abnehmen. Der Sikh hebt zu einer flammenden Rede über den post-9/11-Rassismus in Amerika ab, die Detective Keith Frazier (Denzel Washington) flachwitzelnd abwürgt mit der Bemerkung, daß er aber doch zumindest wohl keine Probleme haben dürfte, ein Taxi zu bekommen.

Ein weiteres wichtiges Stück NY verkörpert die Anwältin/Problemlöserin Madaline White, eine Rolle, die fast so platt angelegt ist, wie der Nachname vermuten läßt. Gespielt von Foster – die bei aller gestylten Frostigkeit einfach doch zu treuherzig blickt für diese Rolle, das wäre sicher eher ein Fall für Sharon Stone gewesen – ist White die Verquickung von Politik und Medien, Korruption und Big Business, Skrupellosigkeit und Glitz. Am Ende des Films sitzt sie mit ihrem Auftraggeber (dem von Christopher Plummer eher routiniert und leider arg durchschaubar gegebenen Bankdirektor – der, wenn ich dem Spiegel glauben darf, an den Kriegsgewinnler und Präsidentengroßvater Prescott Bush angelehnt sein soll, und bei dem von der ersten Sekunde an klar ist, daß er Dreck am Stecken hat, weil er schon so schrecklich nach old money aussieht) am Tisch und da haben wir sie: The Rich and the Beautiful, daß Tom Wolfe seine reine Freude dran hätte, die Schickeria von NY, die Wallstreet. Und dann kommt Frazier und schiebt, wie er hinterher selbst sagt, den Weißen richtig schön tief seinen Fuß in den Hintern.

Wobei Frazier selbst beileibe keine Heldenfigur ist. In fast John-Woo-artiger Manier sind Held und Anti-Held in Inside Man unklar, laufen nicht entlang der üblichen Bahnen. Der Bösewicht ist nicht der Bankräuber, eher der Bankinhaber. Der Cop ist alles andere als ein strahlender Hero. Clive Owens Bankräuber ist smart, sexy und charmant und schon rein optisch eigentlich eher der moderne Heros, Cop Frazier hingegen wirkt eitel, notgeil («Big Willy und die Zwillinge»), korrupt (ich bin übrigens immer noch der Meinung, daß er am Ende des Films den MDA III einer Geisel gestohlen hat), er ist dem Ernst der Situation nicht annähernd gewachsen (er witzelt beispielsweise nahezu ununterbrochen, während um ihn herum ein Geiseldrama abläuft und Menschen in Lebensgefahr sind, er verliert beim ersten Kontakt mit dem Geiselnehmer die Nerven und wirkt auch hier, als habe er seinen Verhandlungsstil nicht aus der Polizeischule, sondern aus den Beverly-Hills-Cop-Filmen von Eddie Murphy … und wenn er gerade keine Witze reißt, kalkuliert er, wie dieser spezielle Job seiner Karriere behilflich sein kann.) Entgegen den üblichen Hollywood-Moralfilmen wandelt sich Frazier vor allem nicht im Laufe des Films. Er wächst nicht an seiner Aufgabe. Er bleibt ein Geck mit Hut, er bleibt korrupt – wenn es auch die Korruption des kleinen Mannes in einer viel größeren korrupten Welt ist – und am Ende ist er trotzdem der Gewinner, kriegt das Mädchen, kriegt das Geld, kriegt die Beförderung. Und zwar ausgerechnet dank seines Gegenspielers, dem Bankräuber Russell.

Um diese Themen herum strickt Lee routiniert einen schnellen, wohlgelaunten Film, der zwar ein paar Längen und logische Mängel aufweist, die aber die Spielfreude der Besetzung auffängt – auch hier also eine Verwandschaft zu Oceans 11/12. Ein purer Blockbuster ist dabei nicht wirklich herausgekommen, Spike Lee fährt sehr viel glücklicher als Namensvetter Ang beim Hulk, zeigt souverän, daß ihm der Spagat zwischen mordernem Black Cinema und «normalem» Unterhaltungsfilm traumwandlerisch gelingt. Schnell und reibungslos kommt er zum Kern des Plots, um so mehr Zeit zu haben für ästhetische und erzählerische Extratouren, wie etwa die in den Handlungsverlauf bereits vorgreifend eingeschnittenen Vernehmungen der Geiseln, die ein schönes Spannungsmoment liefern, oder eben die ungezählten kleinen anekdotischen Details, die selbst seinen kleineren Figuren Tiefe verleihen. Es ist vielleicht kein Zufall, daß ausgerechnet Foster und Plummer die klischeehaftesten (weißen) Cookie-Cutter-Figuren sind, vielleicht kein Zufall, daß die Geiseln an die gefangenen Taliban auf Kuba erinnern, vielleicht kein Zufall, daß Lee hier über das multiethnische New York, das geldgeile und geschichtslose New York erzählt. Es ist ein politischer Film im Gewande des Kommerzkinos, eine mitunter hochsubversive Sache, ein Wolf im Schafspelz. Unterm Strich ist Inside Man Entertainment mit hochbrisantem Subtext, Zuckerwatte mit Cyanidkern. Und allein dafür ein Kinoticket wert.

00:16 Uhr. Kategorie Film. Keine Antwort.

Oder

22. April 2006 23:36 Uhr. Kategorie Photos. Keine Antwort.

Fritten

08:23 Uhr. Kategorie Photos. Keine Antwort.

Kran II

21. April 2006 16:54 Uhr. Kategorie Photos. Eine Antwort.

LIVE DRIVE

Wie ich ja öfter angedeutet habe, liegt die mittelfristige Zukunft wahrscheinlich darin, daß wir alle unsere Daten – Musik, Filme, Bilder, Texte – online speichern und mit Broadband direkt auf verschiedene relativ schlanke und insofern auch mobile devices herunterladen werden, sei es Fernseher, Hifi-Satelliten, Cellphone, Auto und und und. Man hätte so seine persönlichen Daten im Grunde global überall und jederzeit in Echtzeit verfügbar, als Stream sozusagen. Mit Ausnahme von echten Arbeitsstationen, im Grafik-, Audio- oder Filmbereich etwa, wären herkömmliche Rechner damit fast so etwas wie Dinosaurier, vom Aussterben bedroht, während Technologien wie UMTS Broadband (noch besser: stadtweite WLAN-Netze), serverbasierte Datenspeicherung und RFID im Grunde nahezu jedes nur denkbare Gerät internettauglich machen würde. DVD-Player, herkömmliche CD-Spieler, herkömmliche Fernseher, herkömmliche Laptops und PDAs und Handys würden verschwinden, wir hätten kleinste mobile Universalgeräte.
Microsoft macht jetzt den ersten Schritt, unter dem denkbar uninspirierten Namen Live Drive, zu solchen Serverfarmen. Vielleicht nicht wirklich die Firma, der die meisten Leute ihre Daten anvertrauen werden.

Denn der Schritt von local zu remote Datenverwaltung ist eine Vertrauenssache. Hier wird sich entscheiden, ob der User über seine Daten verfügt oder die Industrie. DRM und microsofteigene Spyware lassen da nichts Gutes ahnen (nicht daß Apple besser wäre, die iTunes-Songs sind auch alle mit seltsamen Digital Rights Management ausgestattet). Auch der Umgang mit internationalen Copyrights wird da spannend werden, schließlich lassen sich für solche Online-Drives wahrscheinlich sehr schnell kreative illegale Verwendungen finden.

Richtig technologisch aufregend ist das Ganze eigentlich nicht, da man sich ja ohne weitere inzwischen auch so einige GB als Server leisten kann (es ist eher so, daß der Zugriff mobil noch zu langsam ist, das wireless internet muß viel schneller werden), und es gibt ja auch berewits ungezählte Anbieter von Onlinemöglichkeiten, Bilder und andere Daten zu hinterlegen… ausschlaggebend wäre also vielmehr die Frage, ob es Gates und Co gelingt, die Technik massentauglich zu bekommen. Schließlich gab es MP3 und auch kleine tragbare MP3-Player schon lange vor dem iPod, aber erst die Marketingpower von Apple hat die Sache breitenkompatibel gemacht.

08:46 Uhr. Kategorie Technik. Keine Antwort.

TOWER

20. April 2006 20:48 Uhr. Kategorie Photos. Keine Antwort.

Reiher


07:34 Uhr. Kategorie Photos. 2 Antworten.

Tonnen

19. April 2006 18:54 Uhr. Kategorie Photos. Keine Antwort.

Wurst

07:01 Uhr. Kategorie Photos. Keine Antwort.

Kran

18. April 2006 09:54 Uhr. Kategorie Photos. Keine Antwort.

Kirmes

00:49 Uhr. Kategorie Photos. Keine Antwort.

Pandora


Pandora basiert auf dem Music Genome Project und stellt eine Art Audiostream dar, mit verschiedenen virtuellen Stationen, die basierend auf einer Band- oder Songvorgabe Vorgabe des Anwender ähnliche Tracks abspielen. Das Ganze hat seine Grenzen, akustisch (nur 128 k, aber Stereo und somit durchaus ausreichend für «Radioqualität») wie technisch (vielmehr lizenztechnisch, Pandora darf gewisse Dinge einfach nicht), ist aber eine ziemlich geniale Sache, wenn man einfach mal eine bestimmte Richtung hören möchte, aber trotzdem überrascht werden will. Wenn man also vielleicht den Flair von Múm braucht, aber einfach nicht die Bands, die man eh schon kennt hören will. Interessante Methode also, um komplett neue Acts kennenzulernen. Und im Zweifelsfall sofort kaufen zu können :-D.

Ich frage mich, welche Funktion herkömmliche Radiosender, deren Playlists gerade mal im dreistelligen Bereich liegen, angesichts von iPod und Streaming-Music aus dem Web, noch innehaben wollen. Die müssen ganz schnell neue Konzepte und Angebote, eine neue Definiton haben, um zu überleben. Den reinen Bügelmucke-Funk kann es nicht mehr lange geben. Ich persönlich halte das Basiskonzept von EinsLive als ultraaktiven Entdecker-Sender vor Ort (also für den «Sektor»), also als sehr inklusives Jugend-Angebot, und das von WDR5 als reinen Kultur/Info-Sender für wegweisend,frage mich aber, was normale Kommerz-Sender machen wollen, die einfach nur Nachrichten und Musik liefern. Die werden sterben. Wenn die Flartrate fürs Handy preiswert und Breitband kommt, sind die doch tot.

Und die Fernsehsender sollten die drei vier Jahre, die ihnen die Technik noch läßt, nutzen, um sich ganz schnell was einfallen zu lassen. Denn die werden das gleiche Problem kriegen, sobald jedes Handy aus dem Web nicht nur Filme und beiträge streamen kann, sondern diese via UPnP an jedes beliebige TV oder Hifi-Gerät senden kann. In den Kinderschuhen geht das schon längt – Nokia bringt gerade ein via Bluetooth als UPnP-gerät nutzbares Handy auf den Markt.

Aber was, liebe TV-Sender, wenn das alles erst einmal ausgereift ist?

17. April 2006 14:56 Uhr. Kategorie Technik. Eine Antwort.

Comiclopedia

Hier gibt es eine unglaubliche, umfassende Übersicht über Comicartists.

14:33 Uhr. Kategorie Design. Keine Antwort.

Hände

14:16 Uhr. Kategorie Photos. Keine Antwort.

Stein

01:05 Uhr. Kategorie Photos. Keine Antwort.

Tische

16. April 2006 18:36 Uhr. Kategorie Photos. Keine Antwort.

EXPO


Bei Flickr hat ninecormorants zwei Photosets eingestellt, einmal die Weltausstellung 1964 in NY, einmal die von 1967 in Montreal. Beide Sets, die er im Wortsinne auf der Straße gefunden hat, bestechen durch diese seltsam ausgebluteten Farben, die wir so mit dne 60ern und 70ers assozieren und durch grandios touristisch nichtssagende und eben daher so wunderbare Photos.

via wemakemoneynotart

12:56 Uhr. Kategorie Leben. Keine Antwort.

Ende

Everything’s been done in design today… it’s all about how you edit your cultural references.
ATTIK, Noise Four, 2001

Everything that can be invented has been invented.

Charles H. Duell, Commissioner of the US Patent Office, 1899

12:34 Uhr. Kategorie Design. Keine Antwort.

HAFEN


15. April 2006 21:02 Uhr. Kategorie Photos. Eine Antwort.

THE MALL

It’s a Mall. The biggest one in the United States. The second biggest in the world … The ideal thing is to celebrate your eighteenth birthday here at the Mall. There is an entire population in the Twin Cities of Minneapolis and St. Paul whose dream is to come here on the major occasions of of life, to these long, windowless galleries, devoid of fresh air, dotted with surveillance cameras and the occasional sniffer dog, noisy, stiffling. They come here to pick one another up. Flirt. Lift their spirits when things aren’t going well. Hang out. Treat themselves to a festive honeymoon. Get married. … It brings to mind the famous «absolute, minute, regular, provident and mild» authority predicted by Tocqueville, the dominant characteristic of which would be a state of «perpetual childhood», in which the master is «well content that the people should enjoy themselves provided they have only enjoyment in mind.» And in both cases, we are gripped by an obscure terror, as though we had suddenly discovered another face of Big Brother, enveloping and gentle, pure love – and thus all the more perilous.

Bernard-Henri Levy, American Vertigo

20:43 Uhr. Kategorie Leben. Keine Antwort.

SPIELZEUG

10:03 Uhr. Kategorie Photos. Keine Antwort.

STÜHLE

14. April 2006 22:31 Uhr. Kategorie Photos. Keine Antwort.

PERSONAL DNA


Personal DNA

Advocating Artist.

You are an Artist

Your appreciation of beauty, ability to think abstractly, and innovativeness make you an ARTIST.

Never one to be tied to a particular way of doing things, you let your imagination guide you in discovering different possibilities.

You would rather seek out new experiences than stick to your everyday habits, taking in as much of the world as possible.

Your eye for beauty and your willingness to consider different perspectives make your creative efforts interesting—even though you may not realize this yourself.

You prefer to think about things before voicing your opinion, considering a wide, diverse range of options.

While there are forms and styles that you prefer, you tend to keep an open mind when it comes to your artistic preferences.

You are curious about things, interested in the “why” more than the “how.�?

You have an active imagination that leads you express yourself in a distinct way.

Your sense of adventure is supreme – you’re up for anything, anytime. Making plans in advance isn’t necessary for you: you’d rather figure things out on the go.

You have a strong sense of style and value your personal presentation – friends may even seek your style advice from time to time.

Generally, you believe that you control your life, and that external forces only play a limited role in determining what happens to you.

You are Advocating

Being social, empathic, and understanding makes you ADVOCATING.

Some people find being around others exhausting—but not you! You are energized by spending time with friends, and you are good at meeting new people.

One of the reasons you enjoy conversation as much as you do is that you often learn about yourself while talking things out with a friend; you realize things about your own beliefs while discussing them with others.

You have insight into what others are thinking and feeling. This ability allows you to be happy for others, and to commiserate when something has gone wrong for them.

You are highly compassionate, and being conscious of how things affect those close to you leaves you cautious about trusting others too hastily.

Despite these reservations, you are open-minded when it comes to your worldview; you don’t look to impose your ways on others.

Your sensitivity towards others’ plights contributes to an understanding—both intellectual and emotional—of many different perspectives.

As someone who understands the complexities of the world around you, you are reluctant to pass judgments.

Your sense of adventure is supreme – you’re up for anything, anytime. Making plans in advance isn’t necessary for you: you’d rather figure things out on the go.

You have a strong sense of style and value your personal presentation – friends may even seek your style advice from time to time.

Generally, you believe that you control your life, and that external forces only play a limited role in determining what happens to you.

18:49 Uhr. Kategorie Leben. 2 Antworten.

STROM

13. April 2006 16:49 Uhr. Kategorie Photos. Keine Antwort.

SCHÄNDUNG

Vielleicht habe ich zuviel erwartet.

Botho Strauß ist einer meiner bevorzugten deutschsprachigen «großen» Autoren und der Züricher Bruno Ganz ist ohne jeden Zweifel einer der ganz großartigen Bühnendarsteller, den ins Schauspielhaus Bochum zu ziehen schon fast Eventcharakter besitzt. Dazu kommt, daß Luc Bondys Inszenierung von Strauß’ Viol – Schändung (und der vorhergegangene Zwist zwischen Peymann und Ganz) in Paris für größte mediale Aufmerksamkeit sorgte, man also bei einer deutschen Premiere eigentlich versuchen sollte, Bondy gleichzuziehen oder besser zu überbieten. Und daß Goerden durchaus der richtige Mann für den Stoff ist, der das Thema durchziehen kann, nicht zuletzt, weil er Strauß’ Vorlage bereits gut kennt. Da darf, kann doch eigentlich nicht schiefgehen.

Im Stück selbst, einer Fortschreibung von Shakespeares Titus Andronicus, hat Strauß viel Reichtum angelegt. Schon in den Figuren gibt es wunderbare Parallelen, zwischen Lavine und ihrem Mund, ihrem Metatron, ihrem Zwilling Monika, die ja nicht ohne Grund an ihrer statt erneut vergewaltigt wird, zwischen Lavine und Tamora, die beide einen tiefen Fall erleben (von der Gotenfürstin zur Gefangenen Roms, von der Tochter des Generals zum verstümmelten Ding) und im Sex ihren Trost, ihren Lebenssinn finden, um schlußendlich beide unterzugehen. Zwischen Titus, dem Feldherrn und Ordnungsfanatiker, diesem Technokraten des Todes, dessen Söhne in der Schlacht fielen und der ohne Regung Tamoras Sohn verbrennen läßt, der seiner Tochter nie wirklich nahe kommt, und dem Mohren Aaron, dem Zyniker, dem Intriganten, dem Diabolischen dem größten Regelverstoß in Titus Welt, der am Ende die Liebe zu seinem Kind entdeckt und so findet, was Titus verloren ging, auch wenn es Aaron das Leben kostet.

Dazu kommen die üblichen Straußschen Sprengsel von Zeitgeist, wie etwa die Rahmenhandlung in der Shopping Mall, die Lukas/Lucius einführt, die Medienkritik, die fast unvermeidliche und insofern schon nahezu langweilige Folterthematik, die die Übermalung von Shakespeares Urgewalt zu einer Fabel für die Neuzeit machen oder doch zumindest machen wollen , über die Gewalttätigkeit des Menschen und das fragile Ordnungswerk, das wir über diesem Barbarismus errichten. Titus wirft es in den Wahn, als diese Ordnung, die er als Soldat in den Regeln und Bräuchen des alten Römischen Reichs liebt, zugrunde geht und sich Geilheit und Gewalt in seine Welt drängen. Es ist ein Sinnbild für die Dekadenz des Westens, den möglichen Niedergang der geschichtslos gewordenen westlichen Hemisphäre, diesem Kristallpalast, in dem wir alle leben und ficken und sterben. Es ist also schon einiges drin an hermeneutischem Lego in diesem Stück, viel Botho trotz oder wegen William, genug um das Stück lieben oder hassen zu dürfen, genug, um mit einigen Änderungen, einen grandiosen Bühnenabend hinzulegen.

Doch die Inszenierung in Bochum läßt mich, fast unerwartet, kalt. Obwohl es immer wieder Szenen gibt, die ich ansprechend finde – wie die Meta-Pressekonferenz, in der die Figuren aus sich heraustreten, oder wie die an Bowies Outside-Tour erinnenden Neonröhren von der Decke herabfallenden in der Folterszene zwischen Aaron und Titus. Es gibt den Moment, da die geschändete Lavinia still wimmernd am Boden liegt, den man hätte ausdehnen können, die Zeit bremsen, um ein wirkliches Unwohlsein zu erzeugen. Und es gibt bei Ganz Momente, wo seine Figur tatsächlich Textur gewinnt und funktioniert, mehr wird als Klischee.Vielleicht hätte ich mehr erwartet als einen Hauptdarsteller, der das Stück mißbraucht, der sich durch den Irrsinn von Titus eher woyzeckt als alles andere, sich von einer Hitlerparodie des brutalen siegreichen Generals zu einer Art «Hannibal-Lector-meets-Louis-de-Funes» wandelt, dessen Irrsinn so wenig durch den Darsteller kommuniziert wird, daß man ihm eine Hand auf die Schulter klebt, vielleicht um zu zeigen, daß Titus jemanden neben sich stehen hat. Ganz schnarrt, schreit und komödiert wie ein routinierter Bühnendarsteller, aber die Essenz der Figur bleibt unter diesem Kunstgewerbe seltsam vergraben. Zur Stille unfähig, mutiert sein Titus zur Witzfigur, zur Parodie der Parodie. Ein ruhigerer, stillerer, fokussierter Irrsinn hätte vielleicht mehr Gefühl in mir ausgelöst, hätte Empathie geschafften. Ein nach innen verdorrender, schwelender, brennender Irrsinn, der sich schließlich Bahn bricht, der hätte mich mehr begeistert als all der spritzende Speichel und die geschwollenen Adern. Auch bei Lavinia, gespielt von Lisa Stroux, wäre weniger einfach mehr gewesen. Verzeiht Freunde, wenn ich die krächzende stammelnde Figur nicht armselig (no pun intended) und mitleidsheischend fand, sondern nur albern. Auch Strauß Schuld, der konsequent die Stumme hätte stumm sein lassen müssen, ohne ihr ein menschliches Mundwerk zur Seite zu stellen. Die zuckenden Bewegungen, die gutturalen Laute, all das soll das Elend der Unkommunikation greifbar machen und ist doch zuviel Kommunikation. – = + wäre hier ein Weg gewesen, die größere Herausforderung für Autor, Regie, Darsteller. So ist es absurd, die stumme Tochter wird zum Plappermaul, zur geil krächzenden Lachnummer, die eher in eine Talkshow gehört. Was an sich auch ein Ansatz ist, aber das tragische wicht dem (unfreiwillig? gewollt?) Komischen, ohne wirklich jemals ganz eins von beiden zu sein. Vielleicht fehlt Stroux auch die Gnadenlosigkeit, der ungebremste Bühnennarzismus von Dörte Lyssewski, der ich schon zutraue, die Balance des lebenshungigren Torsos zwischen Albernheit und Trauer, zu stemmen. Stroux, durchaus ein Talent, scheitert hier vielleicht noch. Die finale Auflösung, in der Tamora ihren von Monika und Titus, inzwischen in wunderbarem Elektra-Komplex zum Paar mutiert, gekochten Sohn verzehrt, ist so abgegriffen und so mau, daß man ihn bitte hätte entweder nie so schreiben dürfen oder in der Dramaturgie komplett hätte ändern müssen.Das ausgerechnet Ganz nahtlos das Ende von Hannibal nachspielt (ganz zu schweigen davon, daß die Idee bereits in unzähligen Filmen, sorry, eben verwurstet wurde), das hätte nicht sein dürfen. Es ist nicht grausig, es ist banal und langweilig, es ist die Wiederholung eines Medienklischees, das bildgewordene Hinterherhinken des Theaters.

Apropos Bild: Das Bühnenbild, mich seltsam an Hartmanns Handschrift erinnernd, macht aus Rom ein Spinnennetz, umgeben von komplex wuselnden Linienkonstruktionen, gekrönt von dem Logo «Amor», das – eine doch etwas platte – Brücke zwischen dem fiktiven Shoppingcentre und Rom(a) schlägt. Wobei man Amor eben vergebens in Strauß Stück sucht, denn niemand hier findet Liebe – außer vielleicht Aaron, übrigens phantastisch gegeben von Martin Rentzsch, der mich neben Ulli Maier am ehesten mitreißt – der Rest der Figuren landet eher in den Armen von Eros und Thanatos den beiden Trieben, die fast ausnahmslos die seltsamen Wandlungen der Handlung bestimmen. Geilheit und Zorn. Das Bühnenbild an sich ist… so zeitgemäß, wie eine Cocktailbarlounge. Dunkles Holz, illuminiertes transluzentes Plastik, schwarze und weiße Lederinseln. Es ist ein Wohnzimmer und so relaxt plätschert auch das Stück hin.

Nach Goschs exzessiven Macbeth ist man vielleicht verdorben. Denn wo die Chance zu Radikalität liegt, in dem Stück, wo man – wie in Gaspar Noés Irreversibel – das bürgerliche Publikum hätte verstören können und dürfen und vielleicht auch müssen, da bleibt es in Bochum brav. Brav. Brav. Gewalt findet Off-Screen statt, unsichtbar, und das nicht einmal phantasievoll. Wo der Stoff nach einem Exzeß an Blut und Schock geradezu schreit, ist das schockierndste wohl, einige Millisekunden Maier und Rentzsch nackte Körper zu sehen. Der Rest…? Schweigen. Oder besser: Plappern. Die Vergewaltigungen, oder ihre Ansätze, die man auf der Bühne sieht, haben eher boulevardesken Charakter, sind zugetextet, ohne Intensität, ohne Energie.
Man mag das sehen als Reaktion auf die Welle von «Schocktheater»-Ansätzen, als den Wunsch, sich einem Blut-und-Ekel-Ansatz zu entziehen, zur Essenz zu kommen, der eigenen Abstumpfung zu begegnen. Vielleicht ist man auch müde, noch ein Stück zu 9/11 und Folter und Abu Ghuraib zu machen. Auch wenn genau diese Sachen im Programmheft thematisiert werden, so, als fänden sie auf der Bühne tatsächlich statt, als wäre da mehr als nur Andeutungen und eine allzu vorhersehbare Anspielung auf Folter und Rassismus.

Glasklar. es hat auch etwas mit der Handschrift von Dramaturgie und Regie zu tun und ich respektiere das. Aber es hat auch etwas zu tun, vielleicht, mit der Angst vor dem Publikum, mit dem Versuch, nicht anzuecken, in einer Stadt, die wahrscheinlich für etwas mehr Ecken und Kanten im Theater durchaus empfänglich wäre, weil sie sich – teilweise ja zu Recht – als eine der Spitzenstätten deutschen Theaterschaffens sieht. Leid und Lust, das zentrale Thema des Stückes, bleibt so aber außen vor, der Stoff wirkt entkernt, kastriert.

Was bleibt, und vielleicht habe ich zu viel erwartet, ist Brei. Blendwerk, das versucht, die Entkernung dekorativ zu umfloren. Das Stück ist nicht komisch, aber auch nicht tragisch, nicht politisch, aber auch nicht persönlich, nicht mitreißend, aber eben auch nicht wirklich schlecht. Es tut nicht weh, es reißt nicht mit. Es ist solide, es will nett sein, es will doch nur spielen… es ist das, was halt in deutschem Stadttheater allzu oft so läuft. Aber eben nicht mehr. In nahezu keiner Sekunde wirklich mehr. Es ist ein Bausparvertrag, aber eben kein Theater. Am Ende bleibt mir die Langeweile, wo mir andere Inszenierungen mit durchaus weniger Aufwand nahezu das Herz rausreißen, oder mich begeistert über so viel Mut böse grinsen lassen oder mich wenigstens, wenigstens, klug und ehrlich unterhalten, meinethalben auch nur zum Lachen bringen. Nichts von alledem passiert, das Ganze bleibt so unambitioniert wie auch das Abendprogramm, das nur funktionieren will, nur lieb Text und Bild liefert, ohne einen eigenen Geschmack zu hinterlassen, das nicht anregt oder wenigstens aufregt. Theater, unterm Strich, das farblos bleibt und müde wirkt.

Und das in einer Zeit, in der Theater wie lange nicht mehr brennen könnte. Brennen sollte.

Aber vielleicht erwarte ich ja zuviel.

11:55 Uhr. Kategorie Live. Keine Antwort.

HOCH

12. April 2006 13:14 Uhr. Kategorie Photos. Keine Antwort.

Das Ruhrgebiet wird Kulturhauptstadt…

Mal ehrlich, ich hätte es Görlitz auch gegönnt, aber die Tatsache, daß eben nicht ESSEN, sondern explizit das gesamte Ruhrgebiet sich als eine Stadt vermarketet und damit auch Erfolg hatte, weist einfach in die richtige Richtung. Ruhrmetropole all the way. Duisburg, Dortmund, Essen, Bochum und die dazwischen liegenden Städte bieten zusammen einen Kulturreichtum der eben Hamburg oder Berlin durchaus ebenbürtig ist, auch wenn man das, weil man zu nahe dran und drin lebt, manchmal aus den Augen verliert. Fein ist auch, daß ein paar Leute, die man so kennt, so vielleicht ihre in dem Kulturhauptstadt-Umfeld entwickelten Projekte umsetzen können. Und Oliver Scheytt hat sich den Erfolg mit einer Ochsentour wuchtiger und engagierter Kulturarbeit in Essen sicher auch einfach verdient. Gute Sache also, Glückwunsch.

07:11 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

KISTEN

11. April 2006 11:01 Uhr. Kategorie Photos. 2 Antworten.

Wall

00:25 Uhr. Kategorie Photos. Keine Antwort.

HOOKS


10. April 2006 18:00 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

HOLGA DIGITAL

Ich habe ein starkes Faible für Analog-Photos, wie eher alte oder grottige Kameras à la Polaroid, Robot, Lomo, Holga oder Zweiaugen-Apparate sie oft ergeben. Auf der anderen Seite liebe ich die Möglichkeiten des digitalen Workflows und bin – als Desigenr eher vom Rechner herkommend – auch gar nicht dagegen, selbst die Photolabor-Arbeit mitübernehmen zu können.
Und damit bin ich anscheinend nicht allein. Der Photograph Kevin Black hat seine ganz eigene Lösung gefunden und die Low-Tech Holga mit dem High-End-Rückenteil H20 von PhaseOne verkoppelt.


Und das Ergebnis ist ganz sehenswert, auch wenn man in seinem Pixelpost-Blog noch nicht allzuviele Bilder sieht.

07:22 Uhr. Kategorie Design. 2 Antworten.

HERZ


9. April 2006 15:14 Uhr. Kategorie Photos. Keine Antwort.

DUCKY

8. April 2006 15:22 Uhr. Kategorie Photos. Keine Antwort.

SCHMETTERLING


Offiziell: Der Frühling kommt. Das erste Eis im (ziemlich verwüsteten) Garten und ein Schmetterling am Fenster, den Séan fix geknipst hat.

7. April 2006 14:32 Uhr. Kategorie Stuff. Eine Antwort.

BENZ

12:20 Uhr. Kategorie Photos. 2 Antworten.

10 Fragen…

Jaja, ich klaue schon wieder Fragen bei Anke Gröner, die sie bei Smartass geklaut hat. Auf daß niemand mich eines eigenen kreativen Gedankens beschuldigen kann.

1. Das erste, was du kurz nach dem Aufwachen tust?

Lächeln.

2. Der erste Impuls nach dem Aufstehen?
«Darf ich bitte liegen bleiben?»

3. Frühstück oder kein Frühstück?
Frühstück, wann immer es geht.

4. Nach welchen Kriterien wählst du jeden Morgen deine Kleidung aus?
Ist es schwarz?

5. Ein persönlicher Gegenstand ohne Funktion, den du mitnimmst, wenn du die Wohnung verlässt?
Nichts.
6. Das erste, was du tust, wenn du wieder deine Wohnung betrittst?
Die Tür schließen :-D

7. Darauf hast du dich den ganzen Tag gefreut:
Badewanne, Lesen, Bett.

8. Das letzte, was du vor dem Zubettgehen tust?
Lächeln.

9. Dein letzter Gedanke vor dem Einschlafen?
«Warum ist da noch niemand drauf gekommen… Man könnte doch eigentlich ganz einfach alle Probleme der Welt sofort lösen, wenn man nur… bzzz….»

10. Träumst du in Farbe oder schwarz-weiß?
Ich kann mich an meine Träume nie erinnern.

08:00 Uhr. Kategorie Leben. 2 Antworten.

MARK HADDON: THE CURIOS INCIDENT OF THE DOG IN THE NIGHT TIME

Laut seiner Biographie hat Mark Haddon mehrere Jahre mit behinderten Kindern gearbeitet, insofern wird er wissen, was eventuell in einem Kind mit Aspergers-Syndrom vor sich geht. Denn der Protagonist dieses Buches, das im Deutschen mit dem schwachen Titel «Supergute Tage» übersetzt wurde (womit gleich eine ganze wichtige Ladung Sir Arthur Conan Doyle über Bord geht), ist ein Autist. Hochintelligent, aber verhaltensgestört. Haddon schafft es, uns einen einen mitunter verstörenden aber doch meist eher liebenswerten Blick aus den Augen des Christopher Boone zu zeigen. Das Buch hat – ungeachtet der Tatsache, daß der Plot recht durchschaubar vor sich hinplätschert – einige wunderbare Sequenzen, die wahlweise wunderbar skurril-abschweifend sind und deutlich an Nicholson Bakers The Everlasting Story of Nory erinnern, wahlweise in Christopher hyperfokussiert-naiver Weltsicht durchaus auch schöne Erkenntnisse herausarbeiten.

Etwas langatmig wird das Buch bei Boones Trip nach London, der nicht nur detailliert aufgelistet wird, fast ermüdend (man wird gegen Ende das Gefühl nicht los, daß der Plot arg durchhängt und der Autor auch etwas Seiten zu schinden versucht), sondern auch Stellen hat, wo man fast schon zu deutlich eine Art filmischer Umsetzung des Stoffes vorgeliefert bekommt. Die Stelle, an der Christopher fast von einem Zug überfahren wird, hätte ein ordentliches Lektorat dem Autor ausreden sollen… zu platt. Aber abgesehen von dieser «Action»-Sequenz ist das Buch liebenswert, spannend, niemals wirklich dumm oder allzu platt und eine warme, sogar warmherzige Lektüre, nicht zuletzt ein Plädoyer für Verständnis und Toleranz. So schrecklich das klingt – The curious incident of the dog in the night time ist mit 224 Seiten auch absolut schnell weggelesen, ein echtes Wohlfühlbuch.

Next: American Vertigo von Bernard Lévy.

07:51 Uhr. Kategorie Buch. Eine Antwort.

FLOWERS


6. April 2006 22:09 Uhr. Kategorie Photos. Keine Antwort.

5D

Aufgrund eines Sensordefektes und eines neuen Auftrags mußte/konnte ich von der 20D auf die Canon EOS 5D umsteigen. Auf den ersten Blick sind die Kameras weitgehend identisch, so daß man das neue Modell ohne einen Blick in die Bedienungsanleitung, fast wie im Schlaf (ich bin ja seit der ersten Digital-SLR bei Canon) zusammensetzt. Leider hat Canon auch diesmal wieder einen neuen Batteriegriff konstruiert, es wird etwas nervig, auch den immer wieder ersetzen zu müssen, zumal sie im Grunde in der Funktion alle identisch sind und es vor der 20D ja auch ging, stets den gleichen Grip zu verwenden. Das ist doch eher Geldschinderei und nervt insofern. Das komplette Handling ist ansonsten identisch, man steigt nahtlos von einer Kamera zur anderen.

Auffällig auf den ersten Blick, sind das deutlich größere LCD-Display und der größere optische Sucher. Klingt beides banal, aber allein der Sucher ist den Umstieg wert. Unglaublich, was das für einen Unterschied macht. Das man mit dem größeren LCD jetzt auf einen Blick mehr sieht vom gemachten Bild, klarer beurteilen kann, wie das Bild geworden ist, ist auch ein echter Bonus.

Die Einstellungen im Menü sind wie gehabt. Wie gewohnt findet man also auch in den Customer-Einstellungen versteckt die erweitere ISO, mit denen man der 5D einen Spielraum von 50 bis 3200 ISO geben kann, also nach unten etwas mehr als bei der 20D. Die 5D bietet dabei feinere Schritte als die 20D, was sicher in der Praxis hilft, einen netten Kompromiß zwischen Licht und Rauschfaktor zu finden. Die meisten kamerasoftwareseitigen Änderungen sind mir ansonsten meist etwas egal, weil ich ohnehin nur mit RAW-Bildern arbeite, die die Software weitestgehend unberührt läßt.

Die 5D verzichtet endlich auch auf die furchtbaren vorprogrammierten Features (Portrait, Landschaft, Nacht und so weiter) und den eingebauten Spielzeugblitz, and thank the lord for small mercies. Damit positioniert Canon die Kamera weniger im Consumer-Bereich, sondern nähert sich dem Profisegment der 1D an. Überhaupt… der Chip ist der gleiche, soweit ich weiß, und bringt auf der gleichen Fläche (echte 24 x 36, also full frame, ohne Brennweitenverlängerung) nur eben etwas größere Pixel unter, wodurch die 5D zwar eine etwas geringere Auflösung (12 statt 16) liefert, aber die besseren Bilder. Ich persönlich fand keinen sinnvollen Grund, warum die 1D noch einmal 5000 Euro teurer ist, ehrlich gesagt. Auch der Verschluß hat einen anderen Sound als die 20D, solider und professioneller (und leiser… nur leider immer noch nicht leise genug, wie ich finde), weniger klackerig. Autofocus und Verschlußzeit reagieren in Echtzeit, wie bei einer Analogkamera. Auch den Standby merkt man der Kam nicht mehr an. Wenn sie sich ausschaltet, reicht ein simpler Druck auf den Auslöser und sie ist sofort da, sogar noch einen Hauch fixer als die 20D, die ich in dieser Hinsicht ja schon völlig befriedigend fand. Im Grunde auch hier ein sehr analoges Feeling. Der Port ist USB2.0, so daß auch Echtzeit-Tethered-Shooting inzwischen auch mehr als sinnvoll sein sollte. Ein Tool wie DSLRPro solte man wahrscheinlich trotzdem nutzen, die aktuelle 1.1er Version unterstützt die 5D, so wie auch CaptureOne in der aktuellen Fassung die 5D komplett supported. Die 5D verpackt Fat32-CompactFlash-Karten, also über 2 GB. Bei den CF-Karten fallen die Preise munter, so daß man sich alsbald sicher auch 4GB in den Slot packen kann.

Und die braucht man auch, denn die 5D hat eben 12 statt 8 Megapixel, erzeugt also auch größere Datenmengen. Aber die lohnen sich. Die 5D liefert A4-Plus-Photos, die man aufgrund der großen Pixel auch problemlos noch um einiges hochvergrößern kann, die Dynamik bei einem 100-ISO-Bild gibt da einiges her. Die Schärfe und Detailtreue der Bilder ist eher erschreckend, bei Portraits kommt man nicht mehr umhin, die Bilder nachzubearbeiten, weil wirklich jedes Haar und jeder Pickel deutlich sichtbar ist.

Zudem braucht die Kamera sicher ordentliche Objektive, aufgrund des größeren Chips, der leicht allergisch auf chromatische Verzerrungen am Linsenrand reagieren wird, aber da ich ja nur L-Objektive habe, war das für mich kein Problem. Mann, ich wußte ja, eines Tages freue ich mich noch mal, an den Optiken nicht gespart zu haben.

Glasklar, läßt sich auch an der 5D einiges verbessern, mehr Megapixel sind immer gut, aber im großen und ganzen ist die Kamera ein solider Schritt nach vorn von der ebenfalls schon sehr guten 20D, und läßt im Grunde kaum noch Wünsche offen. Näher kommt man einem analogen Feeling kaum noch, und mit gestochen scharfen A4-Formaten ist die Kamera in Sachen Bildqualität endgültig auch der herkömmlichen KB-Analogkamera überlegen.

19:13 Uhr. Kategorie Technik. 3 Antworten.

BOXES



17:26 Uhr. Kategorie Photos. Keine Antwort.

McCORMACK

Ich werd’ wahrscheinlich Ärger kriegen dafür, aber hier ein kleines Pic von Séan bei der Arbeit.

14:13 Uhr. Kategorie Stuff. 9 Antworten.

FISCHMANUFAKTUR…

Es mag ja an mir liegen und «Manufaktur» sollte ja eigentlich positive Assoziationen wecken, aber irgendwie finde ich das Wort «Fischmanufaktur» nicht sonderlich appetitanregend :-D

14:06 Uhr. Kategorie Stuff. 5 Antworten.

Geniales Logo…

Ganz ironiefrei, finde ich grandios! Ist natürlich tatsächlich ein Elektro-Installateur. Einfach und phantastich.

13:36 Uhr. Kategorie Design. 2 Antworten.

WORST CASE SCENARIO

Heute ist ein schwarzer Tag für nodesign.
Unsere Z5 hat den Geist aufgegeben und muß in die Werkstatt.
Kein … Latte … mehr.
How will we ever survive this?

13:21 Uhr. Kategorie Stuff. 2 Antworten.

Get here now

Kirsten photobloggert jetzt auch, die alte Trendschnulle. Und da sie tolle Photos macht, wird sich ein Besuch lohnen, auch wenn das Blog jetzt noch etwas embryonal wirkt. Also fix hin, damit ihr sagen könnt: Die kannte ich schon, als sie noch ein Geheimtipp war.

5. April 2006 11:38 Uhr. Kategorie Online. Keine Antwort.

CAHAN

Ich war ewig nicht mehr auf der Site von Bill Cahan, einem US-Designer mit Vorbildcharakter in jeder Hinsicht, und war überrascht, einen Relaunch vorzufinden, der mehr und aktuellere Arbeiten vorstellt. Sehr schön.

11:33 Uhr. Kategorie Design. Keine Antwort.

FLY BABY FLY

Irgendwie schaut es momentan so aus, als habe sich unsere Papierflieger-Idee bei der Startbahn Ruhr vorerst erledigt und wir gehen in eine andere Richtung. Was schade ist, weil die alte Idee toll war, aber vielleicht auch spannend, weil die neue Idee so gar nicht zur Sache paßt und völlig seltsam wäre und vielleicht deshalb gut.

Aber diese Illustration von Björn will ich dann doch nicht verkommen lassen, auch wenn ich das Gesicht des Iso-Mannes noch nicht perfekt fand…

08:49 Uhr. Kategorie Arbeit. Keine Antwort.

Metamorphosen…

In der aktuellen Page gibt es einen Artikel über vermeintlich neue Trends im Corporate Design – und wie neu die wirklich sind, sei mal ein anderes Thema – unter dem Titel Metamorphosen.

Einer der innovativen Ansätze ist ein von den ausgezeichneten CD-Spezialisten Martin et Karczinski entwickeltes Signet für Inoutic, das ich an sich recht schön fand:

…wenn es mir nur nicht irgendwie vage vertraut vorgekommen wäre. Wieso hab ich dan beim Blick in den Spiegel festgestellt, denn das Logo (und die Farbwelt) einer anderen Firma, die gar nicht in sooooo einer anderen Branche tätig ist (hinter Inoutic steckt Thyssen Polymer), schaut nämlich so aus:

Ooops. Metamorphosis indeed.
Das mich die Gestaltung der Anzeigenmotive dann auch noch leicht an die Deutsche Bank erinnert, und die Photos der Mitarbeiter sehr an Simon Hoegsbergs Thought Project ist da nur eine Randnotiz.

Es liegt an mir. Je älter man wird, desto mehr Dinge kommen einem eben vertraut vor.

4. April 2006 17:22 Uhr. Kategorie Design. 2 Antworten.

Designklicks

Wahrscheinlich bin ich wieder der letzte, der das entdeckt, oder? Sehr schön gemachte Site für eine schöne Idee.

17:04 Uhr. Kategorie Design, Online. Keine Antwort.

ONE HAND

with one hand you calm me
with one hand I’m still

editors, munich

16:07 Uhr. Kategorie Stuff. Eine Antwort.

THE CLICK OF TRAFFIC LIGHTS

And I walk down the street and it is very quiet even though it is the middle of the day and I can’t hear any noise except birds singing and wind and sometimes buildings falling down in the distance, and if I stand very close to traffic lights I can hear a little click as the colors change.

Mark Haddon, The Curious Incident of the Dog in the Night-Time, p 199

12:49 Uhr. Kategorie Buch. Eine Antwort.

RED CAR YELLOW CAR

Mr Jeavons, the psychologist at school, once asked me, why 4 red cars in a row made it a Good Day and 3 red cars in a row made it a Quite Good Day, and 5 red cars in a row made it a Super Good Day, and why 4 yellow cars in a row made it a Black Day, which is a day when I don’t speak to anyone and sit on my own reading books and don’t eat my lunch and Take No Risks. He said that I was clearly a very logical person, so he was surprised that I should think like this because it wasn’t very logical.
I said that I liked things to be in a nice order. And one way of things being in a nice order was to be logical. Especially if those things were numbers or an argument. But there were other ways of putting things in a nice order. And that was why I had Good Days and Black Days. And I said that some people who worked in an office came out of their house in the morning and saw the sun was shining and it made them feel happy, or they saw that it was raining and it made them feel sad, but the only difference was the weather and if they worked in an office the weather didn’t have anything to do with whether they had a good day or a bad day.

Mark Haddon, The Curious Incident of the Dog in the Night-Time, p 24

07:11 Uhr. Kategorie Buch. Keine Antwort.

REMEMBER

Try to get more work you can be proud of.

3. April 2006 17:42 Uhr. Kategorie Leben. 2 Antworten.

Gastgeber

Ein guter Designer möchte mit seinen Objekten die Mitmenschen erfreuen. Er ist ein guter Gastgeber, deshalb kocht er für seine Gäste Speisen, die ihnen auch schmecken. Er achtet auf ihr Wohlbefinden, aber lädt nur Menschen ein, mit denen er gewisse Grundwerte teilt. Reine Marketing-Designer überlegen sich dagegen, mit welchem Produkt sie den idiotischen Konsumenten herumkriegen können.

Vitra Chef Rolf Fehlbaum in der Zeit-Beilage Inspiration, März 2006

17:04 Uhr. Kategorie Design. Eine Antwort.

OH MY GOD!

In the end, the true criteria for great art is for someone to instinctively think «Oh my God!» upon encountering it. You walk into the gallery where the renowned painting is hung and freeze upon seeing it. Or the music begins and suddenly there are unexpected tears in your eyes. You read a line of poetry and it is impossible to continue. You simply must return and re-read that line again because it was so compelling. That’s what I mean about great art’s «Oh my God!» factor. It stops you in your tracks. It makes both your head and heart gasp.

Jonathan Carroll

09:22 Uhr. Kategorie Design. Eine Antwort.

Autopsie

Im zu hellen Licht von
viermal 500 Watt
nimmt der Pathologe
die Sektion vor.
Inspiziert Schädel, Bauch, Brust,
wiegt und vermißt, packt
die Proben pedantisch in
Ziploc-Beutel.
Die Augen längst staubig
für das innere Uhrwerk,
pflückt er Organe und
denkt an seinen Feierabend
Die Frau und die Zwillinge, die
bald das Abitur machen.
Im Kopf schon den Bericht
geschrieben, stopft er die
Organe zurück in den beuligen Leichnam,
den sein Assistent morgen
mit Nylon vernähen wird.
Der Raum ist kalt, das Licht
klar und professionell,
eine Anstrengung.
Im letzten Gruß nimmt er die
Handschuhe von den Händen,
wirft sie weg.
Löscht das zu helle Licht,
viermal 500 Watt,
und nimmt Abschied von
dem Mädchen, das
mit offenem Körper auf die
Nacht wartet.

09:10 Uhr. Kategorie Stuff. 3 Antworten.

NOSITE UPDATE



An einem ansonsten eher unerfreulichen Tag hatte ich heute zwei Highlights. Das eine war ein Spaziergang im ersten Sonnenschein in den Wäldern hier, das andere kam von Marian, der das CMS der nodesign-Site zum Betatesten schickte. Site und Content Management haben noch ein paar (eher kosmetische) Bugs, eigentlich schon sehr wenig für die Beta-Phase, aber das CMS ist einfach eine reine Freude. Automatische Thumbnail-Generierung per Drag & Drop, die zugleich in einem Schritt die einzelnen Projekte mit Bildern versorgt, wobei automatisch via Skript on the fly die beiden Bildgrößen berechnet und skaliert und fürs Web optimiert werden. Die Bilder sind WYSIWYG-editierbar und -skalierbar, man arbeitet eigentlich direkt in der Site, nur eben im Layout-Modus. Das Offline-Tool greift direkt auf die Online-Datenbank zu, liest den aktuellen Stand aus und lädt Bilder und neue Texte hoch, so daß News und neue Projekte sofort verfügbar sind. Für die Typo hat Marian die Unibody 8 von Underware als Opentype komplett überarbeitet und optimiert und um einen Bold-SmallCaps-Schnitt ergänzt. Außerdem kann das CMS spationieren und natürlich Hyperlinks, die automatisch magenta hervorgehoben werden. Das Verhältnis von Bild zu Text in der Site kann frei festgelegt werden, die aus der Datenbank kommenden Texte werden in der finalen Site, obwohl dynamisch generiert, mit einem kleinen Trick eine Random-Animation bekommen. Werks-Listen zu Projekten und Kunden generiert das Tool automatisch aus den Einzelprojekten. Die Startmatrix wird ebenfalls aus den Gesamtprojekten und -bildern zufallsgeneriert. Überhaupt ist sehr viel randomized – etwa die Position der Buttons Arbeit, News, Büro und Blog oder die Thumbnails bei den Listen usw. Die Site wirkt spröde, sachlich, fast kühl, die Gags zeigen sich erst, wenn man etwas herumspielen mag. Nach langem Überlegen haben wir uns auch entschieden, eine richtig klassische Site zu machen, mit Portfolio, Bürobildern, Team, News usw.

Kurzum: Ein ziemlich fettes Stück Arbeit, was man der nodesign-typischen visuell eher sehr schlicht gehaltenen fertigen Site – wie das bei solider Arbeit ja oft so ist – nicht ansehen wird, die aber im Grunde die gesamte Homepage zu einem gigantischen dynamischen Blog macht, bei dem in Windeseile Projekte, News und Büroinfos umstrickbar sind. Das man eigentlich ganz nebenbei mit einigen Handgriffen hiermit die erste Flash-Bloganwendung geschrieben hat, die ich kenne… naja, das ist eben typisch für Marian. Es gibt definitiv keine Anforderung, die er nicht umsetzen konnte. In den letzten Jahren hat er bei fast jedem Job eine Technologie erfunden, die es online in der Form vorher noch nicht gab, ich hab mich schon fast dran gewöhnt. Fast.

Nach den nächsten großen Jobs, also wahrscheinlich so im Mai, werden wir also noch mal Photos von alten Arbeiten machen (Julia Kappus freut sich an dieser Stelle, nicht mehr bei uns zu sein, die mußte nämlich für verschiedene Pitches immer und immer und immer wieder alte Sachen knipsen), etwas texten und dann gibt es endlich, endlich, endlich nach nur fünf Jahren mit einem dusseligen alten Trailer auf www.nodesign.com so etwas wie eine Homepage. Kaum zu glauben. Wer weiß, vielleicht wird die Mini-Monographie dann auch nochmal Wirklichkeit.

2. April 2006 23:22 Uhr. Kategorie Arbeit. 2 Antworten.

LED LOVE


Ah, ich liebe LED-Anwendungen. Diese Installation von United Visual Artists verbindet LED und 3D-Kamera, so daß der Nutzer mit seinen Bewegungen interaktiv Ton und Bild manipulieren kann.

via wemakemoneynotart

10:56 Uhr. Kategorie Design. Keine Antwort.

AUDIOCUBE

Endlich mal ein wirklich kleiner MP3-Spieler. Panasonics V-MP730V D-Snap Audio bietet 1 GB Speicher, 4 EQ-Einstellungen, ein LCD-Display und hat winzige Abmessungen von 71 x 23 x 14 mm bei knapp 35 g Gewicht. Ich bin mir nicht sicher, ob man den Display-Block abnehmen kann, was natürlich zusätzlich genial wäre.

via Productdose

10:47 Uhr. Kategorie Technik. Eine Antwort.

Maplecroft

Bei Maplecroft Maps findet ihr eine hochinformative interaktive Weltkarte. Beeindruckend.

via infosthetics

10:38 Uhr. Kategorie Online. Keine Antwort.

THE CHINESE ZOMBIE SHIPS OF AFRICA

…Four young Chinese crewman meet us with smiles and welcomes. They tell us that some of them have been on board for 2 years, non-stop. The trawler itself has been out here for eight years, and would probably be kept going for another six or so, or as long it lasted.  Here’s the thing – these ships seldom, or ever, visit a port. They’re re-supplied, refuelled, re-crewed and transhipped (unloaded) at sea. The owners and crews don’t seem to do any basic maintenance, apart from keeping the engine and winches running….

Weiter

via Attu

10:26 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

BIFF PANG POW

Jede Menge Lautmalerei aus der 60s-Batman-TV-Serie…

via Rian Hughes

10:14 Uhr. Kategorie Design. Keine Antwort.

PUSH

Kampagne von Grey für Childcare India. ‘Rilla vom Feinsten.

via Creative Criminal

09:48 Uhr. Kategorie Design. 2 Antworten.

NO CAGE IS BIG ENOUGH

Kampagne von JvM für den Tierschutzverband Noah, bei der übergroß gedruckte Plakate in A0-Displays gezwängt werden. Can we all say it together: Just in time for the German ADC. :-D
via Houtlust

09:42 Uhr. Kategorie Design. Keine Antwort.

STUFFIT

Ausgezeichnete Werbung von Saatchi für Stuffit Deluxe, ein Mac-Tool für Datenkompression

via Advertising for Peanuts

09:36 Uhr. Kategorie Design. Keine Antwort.

CONSUMERISM BEGINS AT HOME

Sorry, ich weiß, es interessiert keinen, aber diese Gläser sind einfach beau-ti-ful…


(weiterlesen …)

1. April 2006 17:34 Uhr. Kategorie Stuff. Eine Antwort.


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