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SOYLENT GREEN

Den Film, den Peter unten meint, ist Soylent Green, einer der absoluten SciFi-Klassiker. Mit einem grandiosen Edward G. Robinson in seiner letzten Rolle. Großartiger Film, sehr inspiriert von der damaligen Club-of-Rome-Prognose der Weltüpberbevölkerung. Soylent Green hat seine Durchhänger und natürlich die üblichen 70s-Mängel der damaligen SciFi-Movies, wie Westworld oder Logans Run ja auch, ist aber einer der letzten Social Science Fiction Filme, bevor Star Wars dem echten Science Fiction Genre zumindest im Kino den Garaus gemacht hat. Hat mich als Kind neben PhaseIV stets sehr beeindruckt, dieser Film. Richard Fleischers düsteres SF-Szenario zählte lange zu meinen Lieblingsfilmen des Genres, einen Platz, den heute recht fest Terry Gilliams furiose 1984-Farce Brazil hält.

Würde man mich morgen zum Intendanten eines Theaters machen, nebenbei, wäre das eines der ersten Stücke, die ich auf die Bühne bringen würde. Es ist immer ein bißchen schade, daß die Theater keinen Mut zur Science Fiction haben. Ich glaube, der Erfolg von Solaris als Bühnenadaption zeigt, was hier machbar wäre. Gute Stoffe gibt es genug. Ich würde zum Beispiel wirklich gern Williams Gibsons Red Star, Winter Orbit über die letzten Stunden an Bord einer zum Absturz verdammten russischen Raumkapsel als Bühnenfassung sehen wollen

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LI /// LÜ

Ich hege ein großes Mißtrauen gegen alles, was übermäßig okkult und homöopathisch oder überpsychologisiert ist, mit vielleicht einer Ausnahme, dem I Ging . Ich habe 1999 damit angefangen, im Krankenhaus, aus Langeweile, zumal ich passenderweise stark unter Morphium war, da paßten Castaneda, Reich, Jung, Einstein, Wilson und eben chinesische Orakel irgendwie. Die von Richard Wilhelm übersetzte Fassung habe ich mir inzwischen, nachdem ich das Paperback durchgewetzt habe, in Leder binden lassen. In Streßphasen vergesse ich das Buch manchmal, aber normalerweise gehört es zum Tagesablauf, morgens einmal die Hölzer zu werfen, vielleicht nur, weil ich den Klang davon so mag. Ich mag auch die rationale Seite dieses Orakels, die hochmathematische Technologie (eigentlich die erste binäre Computerlogik), den Zusammenhang zu Jungs Synchronizität, die ich für plausibel halte, die Entspanntheit des Tao, den Zusammenhang zwsichen chance occurrences im Mikrokosmos, die mit ähnlichen Zufallsfaktoren im Makrokosmos übereinstimmen könnten, letztlich die Vorwegnahme der Quantenidee, die Vorstellung, daß wenig eindeutig ist, daß bestimmte Ergebnisse zu dem einen ODER dem anderen Hegagramm führen können, je nachdem, welchen Quantenzustand ein Strich einnehmen würde. Das hier ist eben nicht das mythologisch aufgeblasene Tarot (obwohl viele Tarot-Anhänger auf die bestehenden Zusammenhänge zwischen I Ging und Tarot verweisen könnten). Obwohl das Orankel eine kulturabhängige Affinität zu Bescheidenheit und Demut hat (beides Hinweise, die bei jemandem wie mir nahezu täglich sinnvoll sind), und eigentlich eher für das chinesische Denken geschrieben ist, scheint mir oft überraschend, wie die vagen Sprüche und Wilhelms findige Auslegungen sich als Spiegel innerer Prozesse anbieten, weniger Rat und Antwort bieten als vielmehr Meditations- und Reflexionsmöglichkeit.

30 Li So haftet die doppelte Klarheit des berufenen Mannes am Rechten und vermag dadurch die Welt zu gestalten. Indem der Mensch, der bedingt und nicht unabhängig dasteht in der Welt, diese Bedingtheit anerkennt, sich abhängig macht von den harmonischen und guten Kräften des Weltzusammenhangs, hat er Gelingen. … Indem der Mensch diese Fügsamkeit und freiwillige Abhängigkeit in sich pflegt, erlangt er Klarheit ohne Schärfe und findet seinen Platz in der Welt.

56 Lü Als Wanderer und Fremdling darf man nicht schroff sein und hoch hinauswollen. Man hat keinen großen Bekanntenkreis, darum darf man sich nicht brüsten. Man muß vorsichtig und zurückhaltend sein… die Straße ist seine Heimat. Darum muß er dafür sorgen, daß er innerlich recht und fest ist, daß er nur an guten Orten verweilt und nur mit guten Menschen verkehrt. Dann hat er Heil und kann unangefochten seine Straße ziehen.

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THE BATTLE FOR THE BULGE

Ich sags ja… die Frage, ob Apple überlebt oder nicht, hängt davon ab, ob Jobs & Co es schaffen, binnen kurzer zeit ein Killer-handy auf den Markt zu werfen, daß die Brand-Eigenschaften und den besonderen Sense of Design von Apple auf ein portables Smartphone überträgt. Das Nokia 91 zeigt, wie die Uhr da für Apple tickt und wie schwach sie in diesem Markt noch aufgestellt sind, zeigt das Motorola ROKR… eine Kooperation, die Apple auch eher peinlich zu sein scheint. Ich denke, da wird fließig hinter der Kulisse gearbeitet. Piers Fawkes sieht das ganz ähnlich. Und hat auch eine Meinung zu iTunes, die ich teile: …consider iTunes as an early version of Windows – it’s an inflexible monopolistic proprietary system just waiting to be cracked and reworked over by some Linux dudes. Soon, if not already, a Web 2.0 version of iTunes will be available where you can download from the iTunes library AND any other library you choose from. The monopoly ends. True democratization of music to be listened to on the device of your choosing. And remember: you only want one ‘device’ to squeeze into that pocket. Hier lesen.

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LORI NIX



Aus meiner Arbeit für Architekten weiß ich, daß Modelphotographie eine Kunst ist. Das small scale model glaubhaft zum Leben zu erwecken, ist keine leichte Übung. Das sich hier aber auch ungeahnte poetische Möglichkeiten entdecken, ist eine Überraschung. Lori Nix photographiert im Großformat en miniature eine präzise nachgebaute Realität, die in ihrer seltsam ausgeleuchteten Starre eine seltsame Unwirklichkeit, eine überkonstruierte Süßlichkeit, gewinnt. Genau so sieht Gott die Welt. Gefroren, klein, unwirklich. Jedes dieser Diorama erzählt oder vielmehr suggeriert eine komplette Geschichte, deutet einen Ausschnitt aus einer Realität an, die wir zuende denken und die doch immer nur als Simulation entstanden ist.

via Influx

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I/O BRUSH

I/O Brush is a new drawing tool to explore colors, textures, and movements found in everyday materials by «picking up» and drawing with them. I/O Brush looks like a regular physical paintbrush but has a small video camera with lights and touch sensors embedded inside. Outside of the drawing canvas, the brush can pick up color, texture, and movement of a brushed surface. On the canvas, artists can draw with the special “ink” they just picked up from their immediate environment.

Hier. Und da gibt es auch einiges anderes an spannenden Interface-Ideen.

via Bruce Sterling

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JED’s OTHER POEM

Dieser unveröffentlichte Video von Granddaddy wurde mit Apple gemacht. Und zwar mit Applesoft II von 1979, einem Derivat von Microsofts Basic.Programmed entirely in Applesoft BASIC on a 1979 Apple ][+ with 48K of RAM–a computer so old it only types in capitals and has no up or down arrow keys, let alone a mouse. Jeff Bernier worked a miracle packaging the video in one night.

via PSFK

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PUBLIC BETA: ARCHITEKTENGRUPPE

Noch beileibe nicht ganz fertig – Impressum, Kontakt und andere Details fehlen noch und wir müssen sicher noch an einigen Textdetails feilen –, aber schon so weit, daß man sie mal testfahren (und uns Bugs melden) kann:Die Mini-Site für die architektengruppe. Eine kleines Düsseldorfer Büro um Erhard Syffus, Hans Knaack und Hans Hofmann, für die wir via Björn Syffus bereits ein Büchlein gemacht haben und jetzt – darauf aufbauend – eine ganz winzig kleine Flash-Site ohne große Spielereien.

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ATOM


Der Nebel um die Gerüchte um das neue O2-Smartphone lichtet sich etwas und endlich sieht es so aus, als gäbe es wieder ein vernünftigeres Smartphone auf dem Markt. Während im X/V/MDA-Bereich bisher die leistungsstärkeren Geräte ja zunehmend bulky und unhandlich werden bzw. die handygroßen Mini-Phones keinen Touchscreen und keine Power haben, bereitet O2 mit dem Atom ein Smartphone/PDA vor, das sich vernünftiger anhört. 2 MP-Kamera, Wifi, Bluetooth, MP3, Video, handlich mit 150 g und 58 x 102 x 18.5mm. Das es nur Mini-SD-Karten gibt, der Kopfhörer immer noch anscheinend auf 2,5″ läuft (argh) und das Wifi nicht 54 sondern nur 11 ist, scheint etwas wenig zukunftskompatibel (da ist das N91 von Nokia schon weiter). Und als Vodaphone-Kunde darf ich ohnehin wieder wartenwartenwarten. In Sachen Innovation hängt Vodaphone T-Mobile und vor allem O2 fast unerträglich hinterher.
Aber immerhin wieder ein Schritt in die richtige Richtung, weg von Semi-Laptops, hin zu kleinen aber leistungsstarken PDA/Smartphones.
Recht sexy ist übrigens auch der Pidion…Aber ob der jemals in Deutschland angeboten wird, sei mal dahingestellt. Rein vom Design her bisher mein Lieblings-PDA. Wenn Apple in Richtung Smartphone denkt, brauchen Sie nicht mehr lange zu suchen…

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CHIP KIDD


Bei Slanted

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DER DESIGNER ALS AUTOR

Der von mir absolut geliebte Rick Poynor ist seit langem an der Definition des Designers als Autor (nicht Auteur) interessiert. Und es ist tatsächlich die beste Definition der Arbeit. Ich glaube nicht an den Designer als freien Künstler. Wiewohl Kunst mit den Mitteln des Designs machbar ist, ist Design per se die Erstellung eines Gebrauchsgegenstandes, der seinen eigenen Zweck hat und dem du die entsprechenden Mittel zu geben hast. Selbst beim abgefahrensten CD-Artwork geht es noch um einen Konsumartikel. Du löst nicht deine eigenen Probleme, sondern die von anderen. Zugleich glaube ich – was beim letzten Satz zu naheliegt – nicht an den Designer als Dienstleister. Ein Designer ist kein Pizzabäcker. Design ist keine kausale Einbahnstraße mit Problem > Lösung. Im Grunde löst Design auch gar keine Probleme. Das ist ein viel zu lineares Denken, ein Marketingdenken, und nichts ist Design im Herzen ferner als klassisches Marketing. Marketing setzt Design als Verpackungs-Werkzeug strategisch am Ende einer davon losgelösten Entstehungkette ein, während es idealerweise am Anfang mit eingeklinkt wird.

Als Designer bist du Autor. Nicht nur im übertragenen Sinne, den Poynor meint, sondern auch viel greifbarer: Du «schreibst» verschiedene Texte, mal Belletristik, mal journalistisch, mal Essay. Mal Shortstoy, mal Wälzer. Was man eben gut kann. Wie ein echter Autor bist du oft der eigenen Arbeit hilflos gegenüber, verlangen Stoffe und Charaktere Dinge von dir, die du anfangs so gar nicht geplant hast. Ein Cover oder ein Plakat läßt sich nicht alles vom Designer gefallen, es muß eben «in
character» bleiben, es sagt dir schon sehr klar, was du machen sollst und besser läßt. Wie ein Autor bist du geplagt von der Unzufriedenheit mit den eigenen Mitteln und Möglichkeiten. Es gibt auch zahlreiche Regeln für gutes und für eher schlechtes Schreiben, von den simplen Rechtschreibregeln bis hin zu den feinen Details in Sachen Metaphorik und Stil. Wie ein Autor ist man sensibel und schnell persönlich berührt, wenn deine Protagonisten oder dein Plot angegriffen werden. Ein kleines Detail ändern zu müssen, kann die ganze Story ruinieren, weil für dich als Autor die Welt, die du schreibst eben aus lauter solchen Details besteht. Das ist manchmal unmöglich schwer zu komminzieren, wie ein solcher Kleinstbaustein das große Ganze ruinieren kann, aber man stelle sich nur mal vor, James Bond trüge pinke Socken. William Goldman («Which Lie did I tell») kann ein Lied davon singen, wie ein schlüssiges Drehbuch von solchen Petitessen zerschossen werden kann.

Was Poynor meint, ist, daß man als Designer, wie ein Autor oder ein Künstler, eine Schöpfungshöhe hat. Man kreiiert etwas – und ist dafür verantwortlich, sich selbst und der Welt gegenüber. Authorship ist eben nicht eine Dienstleistung, sondern ein Prozess. Der läuft ideal mit anderen Co-Autoren oder Lektoren, wenn man sich die Bälle zuwirft und fast nicht mehr erkennbar ist, wer wo welches Kapitel beigesteuert hat. Und… wenn du deinen Lektor respektieren kannst (weil er dich reziprok respektiert und versteht) und weißt, daß er dir vertraut und du ihm vertrauen kannst, redet man auch auf Augenhöhe über Änderungen und Modifikationen, hört gern auf kompetente Verbesserungsvorschläge, arbeitet an einer besseren Lösung. Kein Autor ist sich seiner Arbeit so sicher, daß er nicht auf Ratschläge und Input hört. Aber jeder Designer, der sein Geld wer ist, will wahrscheinlich sofort einen Job hinschmeissen, wenn der Kunde mit dem «Wer zahlt hat Recht»-Argument kommt. Nur, weil du ein Buch bezahlst, hast du ja auch noch lange keinen Einfluß auf die Geschichte, oder? Du kannst es lesen oder weglegen, aber nicht umschreiben. Wenn du es könntest, wärst du selbst Schriftsteller.

Jobs, die mich als Autor glücklich machen sind die, wo die Co-Autorenschaft zwischen Designer und Klienten möglichst früh beginnt. Wo man gemeinsam an einem Thema arbeitet, zu verschiedenen Ideen kommt und die besten Ergebnisse herausfiltert. Solche Kooperationen gab es immer wieder mit den verschiedensten Leuten, mal langfristig, mal wie ein schnelles Abenteuer, aber wenn es klappt, ist es immer eine Bereicherung. Kunden, die uns als Zweckerfüller sehen und Vorschriften machen, werden bei uns nicht glücklich. Dafür sind wir zu widerborstig, zu sehr am Austausch interessiert, am besseren Argument, an der gemeinsamen Story. Da gibt es andere, die können das besser als wir, die wollen nur ein Diktat aufnehmen und kassieren, denen ist die Geschichte per se egal. Uns eben nicht. Uns geht es darum, gemeinsam Stärken zu finden und eine Erfolgsgeschichte zu schreiben, die ehrlich ist, kein hohler Hype ist. Marketing, vielleicht auch die klassische Agentur-Werbung, ist die Kunst der feinen Lüge. Design ist Ehrlichkeit im besten Licht. Wenn Studenten mir mit Sprüchen kommen wie: «Hauptsache der Kunde ist zufrieden (oder auch nur der Dozent)», möchte ich sie durchschütteln. Es geht nicht um den Kunden, es geht nicht um den Dozenten, es geht nicht um die Verkaufe.

Die Hauptsache ist, daß die Geschichte gut wird.

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THE ALBUM CLUB OKTOBER

Sandra hat mir ja zum Geburtstag unter anderem (neben vielen Büchern, von denen ich eins bei Gelegenheit bei Slanted vorstelle, Konzerttickets, Theatergutscheinen, Vasen und Besteck und anderen tollen Dingen fürs Büro und das Leben) auch eine Mitgliedschaft in The Album Club geschenkt. An und für sich eine grandios yuppie-esque Idee: Haste keinen Musikgeschmack, kauf dir welchen. Beim Album Club suchen nach deinen Kriterien die Leute von Rough Trade, einem der legendärsten Alternative-Plattenläden (und Labels) die CDs für dich aus. In meinem Fall fünf pro Monat. Sassa hat die Vorlieben so wild und weitgestreut wie überhaupt möglich angegeben, right-on für mich. Ich mag die Idee vom Album Club. Er ist überteuert und dekadent und eigentlich suche ich mir meine Musik auch ganz gerne selbst aus, kaufe blind nach Cover oder lasse mir Sachen von Freunden empfehlen… aber Gott, die Idee, einfach komplett blind einmal im Monat fünf völlig wirr gemischte Scheiben zu bekommen… wer kann da denn nein sagen? Ich jedenfalls nicht.

Was ist alles im Start-Paket, das man bekommt? Ein CD-Kalender, in dem die Liefertage (in Deutschland etwas verzögert) markiert sind. Ihr seht, die erste Lieferung kam schon vor meinem Birthday am 26.

Lustige Aufkleber, die keiner braucht.

Noch mehr lustige Aufkleber, die auch keiner braucht, die aber Markenbewußtsein ausstrahlen (sollen).

Ein Anschreiben, das mich als Musikliebhaber adelt. Whoa… was man sich für ein paar Pfund heute alles an Liebe kaufen kann, eh? Welcome to our little club ist aber eben doch sehr charmant und nett, vor allem, wenn ich Mitglied 1600-irgendwas bin.

Mit dabei ist auch ein Rough Trade Best of 2004-Sampler, der nicht nur hier und da ein paar Bekannte aufweist (Coil, Le Tigre, Bloc Party, Throbbing), sondern auch ziemlich abgefahrene neue Bands. Mehr als empfehlenswert. Selten, daß ich bei Compilations alle Tracks überraschend und gut und frisch finde. Die SPEX ist da immer recht nahe dran. Und eben immer weit vorn. Wem die Richtung also gefällt, der mag auch diesen Sampler.


Einmal im Monat kommt dann das Album-Club-Paket (das ist schon so cool,vor allem, weil man nicht weiß, was kommt. Perfekte Marketing-Idee). Es ist einfach die genaiel gegenrichtung zu MP3. Hier wird die CD zum Geschenk. zum Kultobjekt, zur Überraschung. Du legst sechs sieben Stunden Musik ein und weißt, bei dieser extremen Auswahl, nahezu nie, was da auf dich zukommt. Das bringt ein ungeheures Stück Wertigkeit des Mediums zurück, das für mich mit MP3 verloren gegangen ist.

Mit dabei sind King Creosote (Singer/Songwriter, sehr ruhig, angenehm, einen Hauch nichtssagend zuerst, aber nice), Betty LaVette (R&B-Jazz, female vocal, Tarantino-Sound, exzellent), The Sounds of Monsterism Island (so schräg wie der Titel vermuten läßt, eine Compilation von / für den Londoner Starillustrator Pete Fowler mit absolut psychedelischen Songs, very different), Boards of Canada (Electronica, Warp-Label, das glaub ich eine Rough-Trade-Tochter ist oder war, so verkauft man dann natürlich auch die eigenen Alben gleich mit, mui praktisch. Ist aber sehr hörenswert) und Ladytron, die vielleicht bekannteste Combo dabei, von denen hab ich eh zwei Alben und diese neue Scheibe klingt zwar etwas härter, erwachsener als die alten Sachen, behält aber diesen leicht französischen St-Etienne-on-very-very-very-bad-acid-Charme der Liverpooler Band. Ich mag Ladytron und dieses Album ist so gut, wenn nicht sogar besser als die alten Sachen, rockiger und zugleich spaciger. Retrofuturism at its best.

Jeder CD liegt eine kleine Beschreibung (Who und What) bei und eine Erklärung (Why). Außerdem Extras wie signietres Material, Bonus-Maxis, Promozeug. Unterm Strich: Fünf Platten, fünf grundsätzlich unterschiedliche Stile, fünf Treffer. Ist auch schwer, Musik zu machen, die mir nicht gefällt. Wenn das so weitergeht, bleibt es auf jeden Fall spannend. Der 2004er Sampler läßt da hoffen, da er durchgehend krank und unkommerziell, aber ebenso klasse war. Den Sinn, den Album Club für mich als Idee ad hoc hatte – diese Mischung aus musikalischem Überraschungsei und Trüffelschwein – sehe ich bestätigt. Merci an meine wunderbare Frau. Du bist und bleibst das beste Geburtstagsgeschenk.


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Musik: Tomte – Endlich einmal

Schon klar, Tomte ist eine Band, die wahrscheinlich inzwischen bei EinsLive hört, in der Zeit usw besprochen wird, die neuen Tocotronic und die so klar im Fahrwasser von ihren Busenfreunden Kettcar (und insofern der brillanten Nationalgalerie) paddeln, daß man sie wahrscheinlich nicht ganz blamagefrei hören darf.

Trotzdem habe ich auf dem ganzen Weg nach Hause von der Ruhrakademie heute nur ein Lied gehört (knapp 1 Stunde 20 Minuten lang also), nämlich Endlich einmal vom aktuellen Album, daß schon seit einiger zeit bei mir schlummert aber etwas in meinem Kopf versackt ist. Der Text von Thees kommt ohne die Musik, ohne diesen schönen Basslauf nicht identisch rüber… das ist nicht das gleiche, diese wunderbare Pause in der Mitte, die so verschleppt daherkommt. Aber selbst gedruckt hat das Ding doch noch einen Wert, der den Kettcar-Texten nicht nachsteht, an Nils grandiose leuchtende Texte fast (aber wirklich ganz) herankommt. Schöne Herbstmusik. Wenkg gesagt und alles gesagt, schöne von hinten kommende Traurigkeit. Und trotzdem elegisch, mit ganz weit ausgestreckten Armen. Nach dem wirklich sehr sehr guten Tag heute die Musik, die paßt. Die glücklich macht, gerade auf der Autobahn. Und ich liebe diese Line: In dieser Welt die für uns aus 3 Sachen besteht: Eine Hand auf dem Bauch//eine Stunde an der Luft//eine Jagd auf den Geruch der Lust verspricht. Besser gehts nun wirklich kaum noch.

Ich und mein Hund, wir mögen zusammen gehn
Da vorne könnte etwas passiern
Wir bleiben stehn, ich ziehe deine Anwesenheit
Den meisten Menschen vor
Du trägst immer eine Leine und das nur wegen mir

Denn ich würde töten wenn du stirbst
Und das sage ich nur dir
In dieser Welt die für uns aus 3 Sachen besteht
Eine Hand auf dem Bauch, eine Stunde an der Luft,
eine Jagd auf den Geruch der Lust verspricht

Endlich einmal
Etwas das länger als vier Jahre hält
Endlich einmal
Etwas das länger als vier Jahre hält

Du jagst die Kronkorken die ich schmeiße
Du hast viel zu tun
In dieser Zeit
Du wirst unruhig wenn du die Elbe riechst
Du weisst ich war nervös während dieser Monat verstrich

Das ist kein Urlaub, das ist eine Reise
Das ist alles andere als
die gute Seite,
Sie erreichen ihre Ziele
Für uns ist es unsagbar weit

Endlich einmal
Etwas das länger als vier Jahre hält …

Aber wir gehn unsagbar weit …

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EVERYTHING I TOUCH

Jan Chipchase schlägt zum Datamining von Konsumgewohnheiten ein einfaches und schönes Experiment vor, bei dem die Projektteilnehmer einfach ab dem Aufstehen zumindest einen halben Tag lang alles photographieren, was sie anfassen oder womit sie interagieren. So entsteht ein wunderbares Diorama der Alltagsgegenstände, die underen Tagesablauf mit bestimmen. Das Ganze eigent sich auch hervorragend als Vorstufe zur Implementation von emergierenden RFID-Technologien (die unsere Interaktion mit Technologie auf ein ganz anderes Level katalputieren wird). Über diesen praktischen Aspekt hinaus ergibt sich natürlich ein sozio-ethnographisches Gesamtbild verschiedener Kulturen und sicher spannende Ergebnisse über die Gadet-isierung bestimmter Länder. Interessanterweise ein Projekt, bei dem Jürgen Siebert auftaucht ;-).

vias MIT laboratory for branding culture

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VERMARKTE DEINE KINDHEIT

Apropos Kindheit und Konsum. Proctor & Gamble haben eine Tochtercompany namens Tremor, die Kinder als virale Marketingimnstrumente gebraucht. etwa so, wie von William Gibson in Pattern Recognition beschrieben, bekommen die Kids exklusive Produkte, für die sie dan im Klassenraum und bei Freunden aktiv Werbung machen. Direkter geht Direktwerbung nicht. Ugh.

via MIT laboratory for branding cultures

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ZEITKAPSELN














Ein paar Spielzeuge aus meiner Kindheit… mehr hier. Irgendwie durchaus persönliche damalige Fetischobjekte dabei, wie etwa der Viewmaster, den ich innig geliebt habe. Slime war auch toll. Interessant, wie sehr einen solche Eindrücke auch später prägen, vielleicht, weil man in unserer Gesellschaft auch den Luxus hat, nie ganz erwachsen werden zu müssen. Natürlich fehlt hier einiges, mein Phantom-Ring, diverse Yps-Gimmicks, der James-Bond-Aston, jede Menge Superhelden-Spielzeuge und meine beiden wichtigsten Toys: eine Schreibmaschine (erst mechanisch, Geschenk meiner Tanten, späte eine wunderbare IBM-Kugelkopf von meiner Mum) und ein Schlagzeug (viel später, da war ich 15, aber ich glaube, als kleines Kind schenkte mir die Haushälterin eines Onkels schon eine Kindertrommel. Sie ist also schuld, wenn ich heute noch permanent auf dem Tisch herumklopfe.).

Deine ersten Filme, Songs, die du mit 14 gesungen hast, Bücher, die du mit 12 gelesen hast, Spielzeug, das du mit sieben in den Händen hattest – diese Sachen bleiben. Diese frühen Formen in den Matritzen deines Gehirns verbinden Pathways, Neuronen, Netze, anhand derer man sich bis ins hohe Alter entlanghangelt, die später als Erwachsener dein Leben gestalten. Die Interessen, die ich als Kind und als Teen hatte, ziehen sich bis heute greifbar durch, da ist für mich ein langes, klares Band erkennbar. Ich glaube, in dem Alter zwischen 7 und 16 entscheiden sich im Alltag grundlegende Dinge für den späteren Menschen – ein Umstand, den man auch ganz bewußt (als Eltern oder Staat) instrumentalisieren könnte und vielleicht sogar sollte. Momentan, interessanterweise, hat diese Erkenntnis eher de Industrie für sich gemacht, die seit knapp einer Dekade die immer jünger werdenden Markenkonsumenten etabliert und auf der hungrigen Suche nach neuen Zielgruppen und noch unsaturierten Märkten tiefer und tiefer in die Kindheit einsteigt. Per se muß das nichts negatives sein, wenn es mit Fingerspitzengefühl und nicht nur zur reinen Konsumankurbelung stattfindet, sondern auch bestimmte Werte kommunziert werden. Das «Design» der Kindheit wird insofern immer wichtiger für die Zukunft der Gesellschaft.

In Antwerpen gibt es, nebenbei, einen phantastischen Spielzeugladen mit Toys aus den 70s. Go and visit it.

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