

Ich habe ewig lange nichts mehr aus der Arbeit gezeigt, was nicht heißt, daß es hier ruhiger zugeht, ganz im Gegenteil. Wir sind gerade im Endspurt des nächsten 850-Seiten-Kataloges von Kaupp, stricken an Abendprogrammen und CD-Medien fürs Bielefelder Theater, an der nächsten Wissen und Handeln vom ikf, an Einladungen für SchitzzJuniors Potterparty, an Imagemedien für Schmitz und Suchthilfe, an ganz frischen Kunden und und und… es geht gut rund. Aber viele Dinge laufen einfach so schnell durch, daß man sie nicht ins Blog stellt, oder sind noch nicht fertig, in verschiedenen Entwicklungsphasen. Ein Beispiel dafür, daß man vielleicht aber schon im Entwicklungszustand mal zeigen kann (und ich glaube, Tilmann Böttcher hat auch nichts dagegen), sind die Saisonplakate der Philharmoniker in Bielefeld. Nachdem wir da letzte Saison mit den Polaroid-Szenarien ja auf einen eher trashigen und bunten Ansatz gegangen sind, ist diese Saison, passend zum Heft, ganz bewußt etwas konservativ, was ich bei klassischer Musik auch immer wieder richtig finde. Ich finde es gut, hier im Wechsel mal etwas nach vorn zu gehen, um dann wieder zu zeigen, daß es auch ruhig geht. Es paßt auch zum aktuellen Zeitgeist und zu den Dingen, die mich visuell gerade selbst beschäftigen. Da kann ich mich dann zwar nicht so austoben und Bilder verbrennen, Fische auf Eis legen oder Masken basteln, aber als übergeordnete Idee mag ich dieses sinusförmige Schwingen von eher etwas provokanten und eher affirmativen Saisons… Insofern folgt 05/06 einem hochklassischen Aufbau, ruhiger sogar als in der ersten Saison, Typo ist nach der Tribute im Saisonheft hier die Garamond Premier Pro, für Plakate fand ich die Tribute (obwohl ich ein großer Fan von Frank Heine bin) etwas grobmotorisch und die Poster schließen sowieso gestalterisch nicht ans Saisonheft an, so what. Und… man wird ja alt. Ich fange an, Garamond und Helvetica zu lieben. Das Ganze ist also ein bisserl neoklassisch und da ist auch ein Schuß Saville/Joy Division (und damit eben unweigerlich wieder Tschichold), wobei ich den Bogenschlag eben auch gut finde, von Bruckner zu Ian Curtis ist es tatsächlich nur ein überraschend kleiner Sprung.
Besonders froh machen mich hier Julias Photos. Die meist mit einer alten Holga gemachten Bilder, ob s/w oder cross, haben eine sehr eigene Komposition, eine whimsicalness. Sie sind irgendwie kurios, fast beiläufig gemacht und folgen doch intuitiv einem sehr sauberen Aufbau, haben große Weißräume und fast ausnahmslos, unabhängig vom Motiv, eine sehnsüchtige Melancholie. Es sind einfach großartige Bilder und ich hoffe, Frau Kah produziert noch einige mehr, damit wir Plakate und Hefte damit füllen.
Die Plakate lassen sich über die Saison sowohl 4c als auch 2c produzieren (immer ans Kulturbudget denken) und obwohl mich etwas die Sorge plagt, daß ich so im letzten Drittel vielleicht bereue, einen derart ruhigen Aufbau gewählt zu haben, bei dem das Design unsichtbar in den Hintergrund tritt, bin ich gerade im Moment mit diesem Gegenpol zu den letztjährigen Trash-Typo-Plakaten ganz happy und auch mit der Möglichkeit, hier einfach ruhige Bilder sehr subtil Emotionen erzeugen zu lassen.
Mehr als der halbe Spaß an der Arbeit ist immer wieder das Arbeiten mit Geschäftsführer Tilmann Böttcher, der eventuelle Einwände stets solide und immer aufrichtig begründet, gemeinsame Ziele kommuniziert und schafft und tatsächlich insofern an einer konkreten Lösung arbeitet, der unglaublich in seinem emotionalen und intellektuellen Know-How klassischer Musik ist und mir Klassik-Laien trotzdem und vor allem vertraut und einfach jemand ist, der greifbar seine Sache entschlossen vorantreiben will. Der mit diesem recht kleinen (aber feinen) Orchester mehr bewegt als andere Geschäftsführer mit deutlich größeren Möglichkeiten. Mehr als diesen Willen, etwas zu tun und zu bewegen, kann man sich gar nicht wünschen! Bei jedem anderen Haus hätte ich vielleicht Angst haben müssen, daß die den reinen Aufbau betrachten und das Plakat altbacken oder konservativ finden (was es beides ja auch etwas ist, wenn da eben nicht die Photos wären), daß es pseudomodern wirken muß, daß Klassik sich anspruchslos und lockercremig wie ein Joghurt verkaufen muß. Bei Tilmann ist diese Sorge völlig unbegründet.
Ich habe ewig lange nichts mehr aus der Arbeit gezeigt, was nicht heißt, daß es hier ruhiger zugeht, ganz im Gegenteil. Wir sind gerade im Endspurt des nächsten 850-Seiten-Kataloges von Kaupp, stricken an Abendprogrammen und CD-Medien fürs Bielefelder Theater, an der nächsten Wissen und Handeln vom ikf, an Einladungen für SchitzzJuniors Potterparty, an Imagemedien für Schmitz und Suchthilfe, an ganz frischen Kunden und und und... es geht gut rund. Aber viele Dinge laufen einfach so schnell durch, daß man sie nicht ins Blog stellt, oder sind noch nicht fertig, in verschiedenen Entwicklungsphasen. Ein Beispiel dafür, daß man vielleicht aber schon im Entwicklungszustand mal zeigen kann (und ich glaube, Tilmann Böttcher hat auch nichts dagegen), sind die Saisonplakate der Philharmoniker in Bielefeld. Nachdem wir da letzte Saison mit den Polaroid-Szenarien ja auf einen eher trashigen und bunten Ansatz gegangen sind, ist diese Saison, passend zum Heft, ganz bewußt etwas konservativ, was ich bei kl