Weiter mit Hochdruck an den beiden Bielefelder Saisonheften. Beim Theater hat man sich für das Windrad-Logo entschieden, das die Zusammengehörigkeit der drei Segmente des Hauses symbolisiert. Spannend daran ist, daß der Intendant Michael Heicks sich genau für das Logo entscheidet, daß hier als allererste Idee und Reaktion entstand und von unserer dann in den Müll wanderte, weil ich es zu einfach fand. Heicks sah es vielleicht für drei Sekunden (zumal in einer anderen Fassung) bei unserer Präsentation über die Wand flackern und es hat ihn seitdem – auch in der ja wahren Flut weiterer Entwürfe von uns – nicht mehr losgelassen. Eine solche katalytische Reaktion ist etwas ganz besonderes, diese Liebe zu etwas, was fast vom Designer in den Müll geworfen wäre und sie zeigt ein besonderes Gespür, eine besondere Wahrnehmung, der ich blind vertraue. Es ist vielleicht nicht das Logo, daß ich selbst genommen habe, aber die Tatsache daß Michael Heicks wie ein Laserstrahl, wie ein Jagdhund treu und zielsicher an das Windrad glaubt, ist einzigartig und phantastisch. Heicks hat sich bisher in allen Gesprächen als unglaublich intuitiver, fast sanft-künstlerischer und zugleich doch sehr pragmatischer, greifbarer, un-esoterischer Mensch erwiesen, eine Fusion von Eigenschaften, die ich an anderen Partnern stets mehr als geliebt habe. Mein erster Eindruck, daß Heicks Elemente von Oberenders poetischer Intelligenz mit Hartmanns oder auch Steven Sloanes unglaublichem Fingerspitzengefühl für erfolgreiche und zeitgemäße Trends verbindet, bestätigt sich bei jedem Gespräch. Bei allem Stress auf beiden Seiten, der sich durch die Belastung, ein Theater zu leiten und zeitgleich ein neues zu erfinden, ergibt, hat sich jeder Kontakt mit dem Theater Bielefeld als für mich bereichernd herausgestellt. Susanne Wissen etwa hat im Umgang mit Sponsoren und Werbung und vor allem bei dem Ausbau des Heftes zu einem repräsentativen Start-Heft fast unmögliches gestemmt und wenn das Heft repräsentativer und großzügiger wirkt, so ist dies zu einem ganz großen Teil ihr Verdienst. Bis jetzt ist der Job hochanstrengend, weil Day&Night, und weil er viel Geduld vom TB verlangt, weil wir bis zur letzten Sekunde an Ideen feilen natürlich, aber Funfunfun. Good times. Ein Cover fürs Saisonheft gibt es noch nicht, es wird aber wohl eines der Baustellen-Bilder sein. Derzeit spiele ich da mit zwei groben Ideen, bei denen der Hefttitel «5/6» zum Bildelement der Baustelle mutiert. Einen richtigen Hefttitel wie «Umbau» o.ä. gibt es nicht, weil aus Sicht des Theaters zu negativ besetzt, aber mit 5/6 könnte ich gut leben, sehr reduziert und klar.

An dem Bild mag ich einfach, wie man erst sehr spät – beim Blick auf den Bagger – die wirkliche Dimension des Photos versteht. Wie gigantisch diese Baustelle ist :-D.
Oder:

Ein schöner, bescheidener titel, Schritte, die ins nichts führen, die wie frischen Schnee Neuland betreten. Ich glaube, dies wird ein starkes Cover werden, das Bild von Philipp Ottendörfer hat einfach was. Mag sein, daß man noch einen Titel auf das Cover nimmt, was ebenfalls sehr okay wäre, ein kraftolles, mutiges Wort, abwarten. Hier ist der Titel dezent versteckt, er steht auf dem Holz an der Wand:

Bei den Philharmonikern ist die Titelcover-Entscheidung gefallen (U2, 3 und 4 sind bei beiden Heften reine Werbefläche).
Es gab zwei Grundideen, einmal etwas in Richtung Lichtenstein, das die Mutation Mozarts zum Pop-Objekt auf den Punkt bringt.
Achtung Scribble, die Polka-Dots sitzen ganz schrecklich und das Gesicht ist Rohform, es ist noch kein Text in der Gedankenblase, aber die grundsätzliche Idee fand ich ganz okay…

Das ist es nicht worden, statt dessen gibt es ein Motiv, das etwa so aussieht. Bei mir ists immer irgendwie so, daß ich von zwei Alternativen, sobald ein Klient sich einmal entscheidet, azus welchen Gründen auch immer eher das abgelehnte KInd am liebsten habe (das müssen meine mütterlichen Instinkte sein), aber der angeknabberte Mozarttaler (echte Mäuse!) ist auch wunderschön und die Bißspuren passen auch phantastisch zum Hefttitel undzu der dann folgenden 32 Seiten langen Bilderstrecke mit Mozart-Sammelobjekten. Insofern haben Peter Kuhn und Tilmann Böttcher hier ohne Zweifel die richtige, die passende Wahl getroffen und ich bin beiden dankbar , daß sie die irre Idee, ein Saisonheft mit verschwenderischen 32 Seiten Mozartschneekugeln -flummies -schlüsselanhänger und und und zu machen, eine vielleicht verwirrende und einzigartige Sache gerade im Bereich der sympahonischen Musik, wo viele Spielzeithefte eher etwas konservativer sind. Jahr um Jahr erweisen sich die Bielefelder Philharmoniker als ein Traumpartner.

Weiter mit Hochdruck an den beiden Bielefelder Saisonheften. Beim Theater hat man sich für das Windrad-Logo entschieden, das die Zusammengehörigkeit der drei Segmente des Hauses symbolisiert. Spannend daran ist, daß der Intendant Michael Heicks sich genau für das Logo entscheidet, daß hier als allererste Idee und Reaktion entstand und von unserer dann in den Müll wanderte, weil ich es zu einfach fand. Heicks sah es vielleicht für drei Sekunden (zumal in einer anderen Fassung) bei unserer Präsentation über die Wand flackern und es hat ihn seitdem – auch in der ja wahren Flut weiterer Entwürfe von uns – nicht mehr losgelassen. Eine solche katalytische Reaktion ist etwas ganz besonderes, diese Liebe zu etwas, was fast vom Designer in den Müll geworfen wäre und sie zeigt ein besonderes Gespür, eine besondere Wahrnehmung, der ich blind vertraue. Es ist vielleicht nicht das Logo, daß ich selbst genommen habe, aber die Tatsache daß Michael Heicks wie ein Laserstrahl, wie ein Jagdhund treu und ziel