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CHARLES STROSS: SINGULARITY SKY

«The day war was declared, a raiin of telephones fell clattering to the cobblestones from the skies above Novy Petrograd. Some of them had half melted in the head of re-entry, others pinged and ticked, cooling rapidly in the postdawn chill. An inquisitive pigeoin hopped close, head cocked to one side; it pecked at the shiny case of one such device, then fluttered away in alarm when it beeped. A tnny voice spoke: ‹Hello? Will you entertain us?› The Festival had come to Rochard’s World.».

Das ist ein Anfang wie aus dem Lehrbuch, der dich mit den ersten fünf Worten packt. Krieg wird erklärt, Telefone regnen vom Himmel, was sind Novy Petrograd und The Festival? Eine gute Dosis WTF-Feeling für einen ersten Absatz. Der britische Autor Charles Stross hält dieses Versprechen über weite Teile, auch wenn man dem Buch hier und da anmerkt, daß er zuvor eher Kurzgeschichten geschrieben hat, weil es gewisse Längen gibt (vor allem bei der Beschreibung von Schiffsmanövern oder beim Erklären von bestimmten Quantentheorien) und weil der Plot sich während des Buches schon etwas verlustiert. Wiedergutmachung erfolgt in Form eines recht bizarren Buches, daß ein gewisses Hardcore-50s-SF-Flair (Technologie-zentriert) mit dem eher soziopsychologischen Touch der 70s und fast halluzinogenen Konzepten verbindet, so daß im weiteren Verlauf eine gottähnliche Figur (Eschaton), ein surreale zurückgebliebenes zaristisch-kommunistisches «Rußland» , ein Infovore (d.h. ein Wesen, daß sich von Information ernährt), sprechende Hasen, Aliens mit Mundegeruch (the Critics) und allerlei andere Skurrilitäten auftauchen. Was nach einem Douglas-Adams-Ansatz klingt, erweist sich allerdings als weniger einfach-komödiantisch, sondern eher von deutlich zynischerem Humor geprägt, aber auch von einem spürbaren soziologischen Interesse an Was-wäre-wenn. Das Stross dabei seine Figuren oft nur skizzenhaft entwickelt (mit Ausnahme des Epilogs, der vieles wiedergutmacht) und der Plot mitunter etwas aus den Fugen gerät (und im Grunde herzlich wenig passiert und die meisten Ansätze nach viel Aufbau einfach etwas ausfizzeln), darf nicht davon ablenken, daß dieses Buch einige sehr solide Treffer über die Sinnlosigkeit des Konfliktes mit einer weit fortgeschrittenen Spezies landet, über das soziale Bewältigen von Culture/Future Shock, über soziale Evolution per se und über das Leben in einem Kosmos, in dem die Menschheit so etwas ähnliches wie Gott getroffen hat, der ihnen dann aber mächtig in den Hintern getreten und 2/3 der Menschheit im Raum und Zeit verstreut hat. Bizarre Satz- und Wortkonstruktionen (die mich um die Qualität einer eventuellen deutschen Übersetzung bangen lassen), irrlichternde Fieberkonzepte, die hier und da eine fast Lamsche Qualität erreichen und ein Mut zur Komplexität in einem zu oft auf Space Opera reduzierten Genre, lassen auf ein gutes Potential von Stross hoffen, ein Erbe von Leuten wie Asimov, Heinlein oder Clarke anzutreten und den eher klassischen sciene-orientierten hard SF für die Neuzeit aufzupolieren. Abwarten, wie Iron Sunrise und Accelerando sind. Next: Haunted von Chuck Palahniuk.

26. Juni 2005 19:45 Uhr. Kategorie Buch. Keine Antwort.

CARROLL BLOG

I was at Ruby Tuesday’s having lunch with my son.

Nearby, at another table was an elderly couple. The man was a World War II vet, as was clearly evident by the outfit that he was wearing (it looked as if they had come from the local lodge or some similar place). Clearly, they had been together for many lifetimes, still enjoyed one another, and appeared to be very much in love. I watched them for a long time.

I approached their server and asked her to put their check on my bill. She asked me why; I told her it didn’t matter why and asked her to do it, please. She did.

As the couple was leaving, they approached my table and asked why I had picked up their check. I told the man I just wanted to do something nice for them to thank him for his time in the service and for fighting for our country. A small thing to let him know that I appreciate his commitment to our freedom. He saw my cane and asked if I was in the service. No, I said and Nikko and I explained to them my situation, as they sat with us and had coffee. During my story, the woman began to cry. Her husband leaned over and kissed her tears (an old man, so sweet!). I said to them that that was the kind of love I’d like to find one day… someone who will spend a lifetime kissing away my tears. No, he said, this is my bride of just three weeks. We found each other late and are trying to make up for lost time.

Jonathan Carrolls Blog ist Pflichtlektüre.

25. Juni 2005 08:40 Uhr. Kategorie Online. Keine Antwort.

CESKY SEN



Adbusting auf Tschechisch: Filip Remunda & Vit Klusak, zwei Satiriker und Filmemacher, parodieren den seltsamen Übergang ihres Heimatlandes vom grauen Sowjet-System zum grellen Konsumerismus in einem Film namens «Der tschechische Traum», indem sie einen Supermarkt bewerben, den es nicht gibt und die Reaktionen der Bevölkerung auf die letztendlich leeren Konsumversprechen filmen. Gratis wurden die beiden dabei unterstützt von Werbeprofis, deren Attitudes wiederum Teil des dokumentarischen Films sind. Das Endergebnis hört sich nach einer guten Dosis kafkaesken Humors an.
Hier

via Bruce Sterling

08:20 Uhr. Kategorie Design. Keine Antwort.

Svetlania


Mehr

via Warren Ellis

21. Juni 2005 23:49 Uhr. Kategorie Online. Keine Antwort.

MARK PENXAS SKIZZENBUCH





Hier.
Via Spreeblick

19. Juni 2005 20:19 Uhr. Kategorie Design. Keine Antwort.

MIRRORMASK

Neuer Trailer. Gott, ich hoffe, der Film wird im Kino gezeigt. Das Buch zum Film ist recht unspektakulär, aber ich denke, der Film selbst wird nahezu surreal gut sein. McKeans Low-Budget-Kurzfilme waren schon gut, mit etwas mehr Budget im Rücken bin ich sehr gespannt auf die Ergebnisse.



via Neil Gaiman

13:51 Uhr. Kategorie Film. Keine Antwort.

NY 70

Ein Großteil des guten Rufs, den New York bis heute genießt stammt aus dem kurzen Zeitfenster zwischen der Erfindung der Pille und der Entdeckung von AIDS. Auf diesen Bildern kann man recht nett sehen, wieso.

via Relicious

18. Juni 2005 23:59 Uhr. Kategorie Design. Keine Antwort.

Q1


Wie ich immer sagen: wer mit SF aufgewachsen ist, für den ist die Welt in diesen Tagen die Erfüllung eines Versprechens, das dir in deiner Kindheit gegeben wurde. Auf der 2005er Expo in Japan wurde gestern Repliee Q1 vorgestellt… und da erinnert nicht nur der Name an PK Dicks Replicants. Hiroshi Ishigurus Android hat bisher recht primitive 31 Artikulationspunkte/Gelenke, die Haut ist nur aus Silikon imitiert, aber aus einiger Entfernung ist die Ähnlichkeit schon täuschend, wie ich finde. Primitiv wie s/w-Fernsehen, aber man braucht hier nur noch wenig Phantasie, um zu sehen, wo der Weg hinführen wird.
Mehr und mehr und mehr und mehr und Video

via Warren Ellis

15. Juni 2005 09:47 Uhr. Kategorie Technik. Keine Antwort.

LIGHTSPACE



Lightspace™ provides cutting edge interactive lighting and entertainment products to numerous industries including Nightclubs, Family Entertainment Centers, Theme Parks, Fashion Shows, Special Events, Stage Lighting & Sound, Health Clubs and Architectural Lighting & Design. The Lightspace™ patent pending technology creatively engages and interacts with people to immerse them in a new experience of interactive visual and audio effects enhancing their overall enjoyment as they dance, play, workout and generally have fun.
Hier

via Future Feeder

09:06 Uhr. Kategorie Technik. Keine Antwort.

TRUST ME….

Future Feeder berichtet über ein Nasenspray, das Vertrauen chemisch fördern soll. Der Hauptbestandteil Oxytocin ist ein durch Stimuli wie Sex oder die mütterliche Brust geförderter natürlicher Botenstoff im Hirn und soll die Entstehung sozialer Zuneigung begünstigen. Schöne neue Welt. Mehr

14. Juni 2005 22:16 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

50s SF


Filmplakate aus den 50ern, teilweise in recht hoher Auflösung. Exzellent. Eine Epoche, die aus der amerikanischen Paranoia von Atomarmacht und Kaltem Krieg absolut unvorstellbar kreative, seltsame, trashige Filme hervorbrachte, die die Zeitgeist-Ängste einer ganzen Generation umfaßten.

via c-blog

13. Juni 2005 09:26 Uhr. Kategorie Design. Eine Antwort.

ALTE SUPERMARKT PHOTOS




US-Supermärkte
vergangener Zeiten, 50er-Jahre-Futurismus. Die ganze Website ist ziemlich interessant.

via c-blog

09:19 Uhr. Kategorie Design, Online. Keine Antwort.

DORTMUND BEREITET SICH AUF DIE WM VOR

A German city is rushing to install a series of drive-in wooden “sex garages” in time for next year’s Soccer World Cup and an expected boom in the local sex trade, a city official said on Wednesday. Dortmund, one of 12 cities to host World Cup matches, is anxious to keep prostitutes and their clients off the streets by providing them with discreet places to do business.
Mehr

via, absurderweise, Warren Ellis

09:02 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

BEETHOVEN GRATIS


So geht das. BBC bringt alle neun Symphonien von Beethoven gratis als MP3 an die Generation iPod.via Coolios

08:20 Uhr. Kategorie Musik. Keine Antwort.

EXACTITUDES

Exactitudes ist ein Portraitserien-Projekt des Rotterdamer Photographen Ari Versluis, das seit 1994 läuft und die Konformität in Dress-Codes verschiedener subkultureller Gruppen dokumentiert, indem die verschiedenen Menschen in gloeicher Umgebung und in gleicher Pose dargestellt werden. Die Bilder machen spürbar, daß in der Massenproduktionsgesellschaft angestrebte Individualität durch Kleidung und Styling doch immer nur zu einer Uniformität führt, weil sich statistisch genügend Menschen aus dem gleichen Meme-Pool bedienen und die gleichen Ideen mit den gleichen Mitteln umsetzen.


via Future Feeder

07:52 Uhr. Kategorie Design. Keine Antwort.

Here we are now entertain us

Text für das BLOG-Magazin. Geschrieben in etwa 10 oder 15 Minuten und ohne redaktionelle Richtung oder Vorgaben dementsprechend nicht besonders anspruchsvoll, aber adrenalingetrieben…

Die Frage ist ja nicht, was du als Student von mir willst. Du kriegst von mir, was ich geben kann. Das ist nicht immer genug, wahrscheinlich niemals genug, aber hoffentlich gut genug. Wenn ich kann, überlade ich dich mit Eindrücken, mit Ideen und Ansichten und Bildern… und aus der Flut nimmst du mit, was du tragen kannst. Was vielleicht erst viel später für dich wichtig wird. Wenn ich kann, rede ich zu schnell, zu viel und verwirre dich, wo und wie und soviel ich nur kann, nehm dir deine Sicherheiten. Wenn ich kann, bin ich eine Wand, vor die du deine Bälle wirfst. Dein Vollarsch-Drill-Sergeant und der, mit dem du nachts via ICQ über deine privaten Probleme reden kannst. Was du von mir willst, ist nicht die Frage. Was ich habe, kriegst du.

Was ich von DIR will, ist wichtig. Die Ruhrakademie ist keine FH, sie filtert nicht aus Hunderten von Aspiranten die 50 besten aus, sie nimmt dich nicht wegen deiner Mappe, sondern weil sie an dich glaubt. Das ist erst einmal eine Schwäche. Und dementprechend schlecht sind viele der Arbeiten an der RA manchmal. Die Hochschul-Designer sind oft bereits vor dem ersten Semester schneller, härter, weiter. Weniger naiv. Der Mappentest härtet ab, selektiert ganz sozial-darwinistisch die Schwachen aus. Unterm Strich kein unpragmatischer Weg, an eine Elite zu kommen. Aber ist Elite dass, was durch einen uniformierten Bewerbungsprozess kommt, sinnlose Aufgaben erfüllt, sich anbiedert und anpasst, um die Mappe Dozentengerecht zu kriegen? Ist das Kunst, ist das Design? Ist das der Spirit, den wir brauchen… die Konkurrenz-Mentalität von vielen kleinen egomanischen kleinen Ich-AGs? Man sieht, wie der Design-Markt der Eitelkeiten heute funktioniert und er ist das Ergebnis dieses Prozesses, der Verhochschulung von Design, des Gegeneinanders. Vielleicht ist schon die Idee, dass man sein Können mit einem Diplom besiegelt haben muss, dass ein Diplom dich erst „echt“ macht, schon der falsche Ansatz. Was du hast, sind vier Jahre. Fordere dich und deine Dozenten und nutz die Chance. Form dich. Das ist eine andere Art, vielleicht die bessere, an eine Elite zu kommen. Es ist viel mehr Arbeit, für Dozenten, für die Schule, für die Schüler, aber sie ist viel lohnender und spannender und fairer. Die Ruhrakademie sollte langfristig ein Eliteinstitut sein, es gibt keinen anderen Weg für eine kleine Designakademie im Konkurrenzmarkt als einfach die Besten hervorzubringen, aber der Weg kann und sollte nicht der einer FH sein, im Gegenteil.

Was ich von dir will, ist wichtig. Denn als Dozent arbeite ich hier nicht mit vorgefilterten Semi-Profis, die schon wissen, wie sich die Thesis von der Legato unterscheidet und wer Jürgen Teller und Bruce Mau sind. Die schon von selbst nach Berlin zur Typo fahren oder zur Face2Face. Ich arbeite oft mit naiven blutigen Anfängern und manche von euch sind im Mappentest gescheitert, oder haben’s nicht mal erst an der FH versucht. Versteh mich nicht falsch, ich sehe das nicht als Nachteil. Das du nicht geformt bist, heißt nicht, daß du kein Talent hast. Talent hat nichts mit Mappe zu tun und nichts damit, wie viel Know-How du besitzt. Guck dir David Carson an.Aber nimm die Sache hier auch bitte nicht als gegeben hin. Das hier ist deine Chance, keine Ausbildung wie zum Friseur oder Bäcker. Wenn du das erwartest, hey, wir brauchen bestimmt noch viele Landschaftsgärtner und Fleischergesellen. Tschüß, nett dich gekannt zu haben, it’s nothing personal. Aber ansonsten: Hau rein, Fang jetzt an. Nutz die kleine Schule hier, wo du nicht drei Tage auf einen Dozententermin wartest, wo du in der Cafeteria mit deinen Lehrern zusammensitzen kannst, wo der Gemeinschaftsgeist ein ganz anderer sein kann, wenn du nur willst. Hier zu sein ist nicht selbstverständlich, nur weil du monatlich deinen Beitrag zahlst. Eine gute Design-Akademie ist eine Chance, keine Schule.

Wichtig ist also, was ich von DIR will. Denn wegen dir bin ich ja hier. Nicht wegen dem Gehalt und Ruhm oder Ehre. Sondern um zu sehen, was du mir geben kannst. Was ich sehen will, ist, dass du arbeitest. Härter als du es gerne willst. Wenn da Blut unter den Fingernägeln ist, prima. Ich will, dass du nachts meinen Namen verfluchst. Ich will Ringe unter den Augen sehen bei Präsentationen. Man wird kein Profiboxer ohne permanent in den ring zu steigen, zu verlieren und immer wieder neu anzufangen. Man wird kein Photograph ohne Tausende von schlechten Photos, kein Designer ohne zig verkackte Entwürfe. Keep moving. Beschwer dich nicht, wenn es anstrengend wird, der Job ist anstrengend. Das Leben ist anstrengend. Lerne, mit weniger Schlaf auszukommen, wenn du Designer werden willst, Stress und Frustration sind in diesem Job deine treuesten Gefährten. Wenn du weich sein willst, mach was anderes. Bitte. Schlechte und faule Designer gibts doch genug, oder? Und das hat nicht nur mit dem eigentlichen Arbeiten zu tun. Ich will, dass du die vier Jahre nimmst, um mehr Bücher zu lesen als je zuvor in deinem Leben. Nicht nur Design-Bücher, sondern auch Philosophie, Soziologie, Kunst, Kultur, Musik, Managementtheorie. Mach dich dreidimensional. Gewinn Tiefe. Lass dich verändern. Vergiss´, was bisher deine Vorstellung von gut und schlecht, hübsch und hässlich war. Geh in die Breite und in die Tiefe und schau, was du ans Licht zerren kannst, welche Theorien und Ideen dich begeistern. Hab keine Angst, auch einfach ziellos, explorativ zu driften. Du kommst schon an dein Ziel. Mach Fehler, imitiere, was dich begeistert, mach Fehler, verlass dich nicht auf die Tools, die du schon kennst, schalte deinen Computer aus, mach Design mit der Kettensäge, mit Essen, mit Schrott… mach mehr Fehler, erfinde neue Systeme, geh feiern, verzweifele an dir selbst, lerne zu spielen, streite dich, arbeite mit anderen zusammen, besprich dich nicht mit deinem Kopf. Lerne, zu brennen. Und fang jetzt damit an, irgendwo, sofort. Vergiss, dass du später mal mit Design dein Geld verdienen wirst und vielleicht in einer B-Agentur Anzeigen für Damenbinden layouten musst. Vergiss, dass du später mal der nächste Mike Meiré sein willst. Das kommt alles von selbst, dafür hast du jetzt keine Zeit. Fang einfach an. Denke bösartiger, denke subversiver. Entwickele Ideen, die mich anekeln, schockieren, begeistern. Studenten, die ich nie vergesse, dass sind die, die sich bei einer Präsentation die Haare abrasieren und sich mit Mett oder Kuhaugen bewerfen. Die Motorhauben beschriften und zehn Meter lange LKW-Planen. Die aus Frühlingsrollen Alphabete formen. Die ein Booklet daraus entwickeln, dass sie ein Huhn gekauft, geschlachtet, gekocht und gegessen haben. Die mich fiktiv entführt und getötet haben. Die halb Dortmund mit „Sinnlos“-Stickern bekleben. Die einen Tag im Bärenkostüm durch die Stadt rasen.

Wichtig ist, was ICH von DIR will. Ich will mich in dich verlieben dürfen. Das ist alles.

Und jetzt fang an.

10. Juni 2005 00:00 Uhr. Kategorie Stuff. 2 Antworten.

PROMI-LUFT

Die Celebrity.Mania schlägt neue Wellen. Life is good.

via defamer

9. Juni 2005 22:58 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

Cover Recognition


Pattern Recognition ist ein wunderbares Buch. So etwas verdient gute Umschläge. Ein paar davon findet ihr hier.

22:14 Uhr. Kategorie Buch. Eine Antwort.

QUARK


Die neue Quark-Kampagne ist hinreißend. Echt. Wirklich. Mein letztes Design macht andere Menschen zu Millionären, behauptet da Chee, Senior Designer, der gern auch mal Lottoscheine gestaltet, mit der Grammatik aber auch mal Probleme haben darf. Wo Chee arbeitet, wissen wir nicht. Vielleicht in irgendeiner Datenbank für politisch einwandfreie Motive,vielleicht bei Benetton. Um Chee geht es ja mal auch gar nicht, obwohl man vielleicht aus Angst vor chinesischen Dumping-Preis-Designern schon zuerst etwas zusammenzuckt. Nein, es geht um Quark. Um XPress. 6.5. Schön erstmal, daß Quark als letzte Firma an solchen Nummern festhält.

QXP kann jetzt tolle Sachen. Die bisher nirgends nicht gingen. Ebenen, PSD-Import (einfach so, schon irre), Excel-Tabellen-Import und… Vollhammer: MEHRFACHES WIDERRUFEN.
Toll.

Mal abgesehen davon, daß «Widerrufen« eine wunderschön unbürokratische Eindeutschung von Undo ist (statt des öden Rückgängig), würde ich mich wirklich freuen, daß Quark das jetzt plötzlich alles kann. Wenn ich nicht schon seit paar Jahren mit InDesign arbeiten würde, das seit Jahren diese Features bietet. So wirkt es eher ein wenig wie spät-realsozialistische Ankündigungen…

Aber Quark kann noch mehr: «Falls Sie jemals mit QuarkXpress gearbeitet haben, wissen Sie bereits, wie Sie QuarkXPress 6.5 nutzen.» Ja, da wird ja der Hund in der Pfanne verrückt vor Freude. Einfahc so wissen, wie man eine Nachfolgeversion benutzt. Wenn Sie Opel fahren können, können Sie Opel fahren. Persil – da weiß man was man hat (Jaaaa… Persil eben, steht ja auf der Packung….) Die Softwarebedienung wird zum tautologischen Argument, die laienunfreundliche Insellösung zum Verkaufsargument. QXP benutzt also demnach nur, wer zu faul ist, sich neue Tastenkürzel zu merken. Leute wie Chee halt. Das im weiteren Text als Vorteil erwähnt wird, aufgrund dieser Vertrautheit würde die «zeitraubende Suche nach Kurzbefehlen» wegfallen, ist kaum weniger erfreulich. Ich kenne ein paar Leute, die seit Jahren mit QXP arbeiten und bei bestimmten Befehlen immer noch auf eine Shortcut-Card schauen müssen.

Ehrlich, ich habe alle meine QXP4-Befehle mit WONNE vergessen.

Und dann kommt das Kaufargument schlechthin. Wenn sonst nix zieht, dann geht man auf die Preisschiene Denn QXP kostet neu nur 1738 € brutto. Also etwa so viel wie die gesamte Adobe Creative Suite 2 Premium. Ein Paket mit Photoshop, Illustrator, Indesign, Acrobat und GoLive (das, zugegeben, kein Mensch so richtig verwendet). Na, wenn das kein Grund ist, bei Quark zu bleiben.

Das Quark am Schluß nach Erfahrungen mit unerwarteten, absurden oder schlimmen Projekten fragt, die die Leser einschicken sollen, damit Quark sie veröffentlichen kann…, läßt wirklich nur noch einen Schluß zu: Adobe hat diese Anzeigenserie finanziert, um QXP den Rest zu geben. Anders ist das nun echt nicht zu erklären. So schlecht darf Werbung sonst nicht sein. Eine echte Firma würde doch eher nach interessanten, spannenden und erfolgreichen Projekten fragen, gelle?

Gott, ich arbeite schon lange nicht mehr mit QXP und vermisse es nicht und irgendwie beschleicht mich ja oft die Ahnung, daß die meisten Agenturen ohnehin so bei 4 oder 5 mit den Updates aufgehört haben… und das auch nur, weil den Entscheidern irgendwie egal ist, womit ihre Mitarbeiter täglich zu kämpfen haben. Selbst obwohl Adobe die Entwicklung von ID künstlich etwas ausbremst und die Verschmelzung der CS-Komponenten langsamer geht als sie es vielleicht könnte, ist die Arbeit mit InDesign gegenüber Quark einfach gar kein Vergleich mehr. Porsche Boxter vs. VW Bully. Aber trotzdem… wir alle brauchen Quark. Und sei es nur als letzte Bastion gegen das totale Monopol von Adobe.

Also bitteschön, Jungens: Macht’s wenigstens eine halbwegs gute Werbung, wenn es schon mit der Software nicht mehr so klappt… ja?

Danke.

7. Juni 2005 13:44 Uhr. Kategorie Design. Keine Antwort.

1500 Worte Liebe

Right now. Wir leben mitten in der Zukunft. Wir können die Träume unserer Kindheit anfassen. Wer als Kind sein Plastik-Walkie-Talkie liebte, ist in der Cellphone-Gegenwart angekommen. Eine bizarre und gute Welt, geprägt von singenden Fröschen, von Telephonen, die zu Statussymbolen auf Schulhöfen und Managementmeetings mutieren, von iPods, die von ihren Besitzern liebevoll in Plüschtaschen aufbewahrt werden, von Elektrogeräten, die dich ganz persönlich beim Einschalten begrüßen. Eine Welt mit intelligenten Arphid-Geräten, mit geklonten Babies, intelligenten Viren. In der Challenger-Astronauten in einem kaleidoskopischen Feuerball explodieren und das US-Militär davon träumt, die Kampfrüstung von Iron Man real werden zu lassen. Eine Welt, die sich irrlichternd auf das zubewegt, wovon die SF-Autoren immer nur geträumt haben und die dabei zugleich glorios und alptraumhaft werden wird, wie es eigentlich ja immer auch schon klar war. In der wir gegen die Volkszählung protestiert haben, aber für 3% vom Einkaufspreis unser gesamtes Konsumverhalten nur zu gerne offen legen… In der eBay den Kapitalismus mit Kapitalismus bekämpft. Wir leben mitten in einer modernen Renaissance, in der Quantenphysik, Philosophie, Religion und Kunst wieder so nahe beisammen sind wie seit ewig nicht mehr. In der Programmer und Designer verschmelzen, Künstler und Produktmanager eine Zweckehe eingehen. In der verschiedene Bereiche, voneinander lernen, sich gegenseitig befruchten wie seit langem nicht mehr.

In der nicht zuletzt auch die Kunst immer technologischer wird. Architektur hat erstmals historisch die Chance, delirierend-visionäre Bauten zu kreiiern. Wir werden in den nächsten dreißig Jahre hoffentlich Bauwerke sehen, die mehr und mehr Ergebnis kranker Experimente und einer neuen Aufbruchsstimmung sind, die ermüdet ist von der Ordnung, von der Nutzfläche, vom Sinn. Bauten, die wir lieben und hassen können, die emotional sind, die eine Chance auf Geschichte haben. Die von winzigen, fraktalen Büros kommen, nicht von teuren 400-Mann-Strukturen.

Man muß freilich das Elend lieben lernen. Die Armut, die schlechte Immigrationspolitik, die Mißstände. Du mußt das Gute darin sehen. Guck dir Los Angeles an. Das ist das Ruhrgebiet in zwanzig Jahren, wenn alles gut geht. Ghettos, Armut, Gangs, Chaos. Und das ist gut so. Ganze Städte werden zu Ghettos mutieren. Das Ruhrgebiet wird zu einer einzigen großen Metropole verschmelzen müssen, die Städte werden unter dem Kostenzwang aufgeben, zusammenbrechen, kollabieren. Notwirtschaftszone werden sie es nennen. Entweder daß oder zusehen, wie die Region stirbt. Du mußt das Elend umarmen, die Nacht treten, bis sie Tageslicht blutet. Berlin wird müde und spießig sein, wenn wir so weit sind, und dann kommen Sie, die Künstler, die Wilden, die hier ohne Geld und ohne Regeln arbeiten, in den abgewrackten Fabriken hausen, in tristen Reihenhaussiedlungen arbeiten und werkeln. Nur im Elend schreibt man die besten Gedichte. Neues entsteht nicht aus dem Bürgertum. Und deshalb freut euch, wenn in NRW die Mittel nach und nach verschwinden, wenn Kultur und Kunst, Bildung und Infrastruktur zusammenbrechen. Wenn die Schlingensiefs von morgen hier etwas finden werden, was es so in ganz Deutschland nicht gibt. Wenn die Theater und Konzerte hier eine ganz neue Dimension gewinnen, gegen die Berlin kleinstädtisch wirken wird. Das Ruhrgebiet als größte Stadt von Deutschland, als brutaler stinkender Underground, als Moloch, als Monster. Das ist kein Dystopia, das ist die Chance, die wir haben. Sao Paulo, Shanghai. Bigger than Jesus. Vernetzt, untertunnelt, schneller und böser als jede andere Stadt in Europa. Das Gefühl, daß dir London, Paris und NY geben, dieses Love-me-as-I-am-or-Fuck-Off, das wird kommen. Es gibt für eine so große urbane Anballung gar keine andere Chance, langfristig. Es gibt keine Alternative. Je eher wir anfangen, umso besser.

Freut euch, wenn die Politik zusammenbricht. Wenn die großen Volksparteien kollabieren. Jetzt die SPD, morgen die CDU, die es nicht besser machen wird, nicht besser machen kann. Europa, abgelehnt. Nicht die Idee, aber die Bürokratie, die Politiker, die Beamten. Freut euch mit jeder sinkenden Wahlbeteiligung, mit jedem geplatzten Versprechen… das ist der lange, langsame Abschied eines Systems, das mit uns nichts mehr zu tun hat. Das unser Leben nicht mehr bereichert, unsere Visionen nicht mehr entfacht. Freut euch auf die oder den nächste(n) Kanzler(in)… beide sind bereits ausgebrannt, bevor sie ihr Amt antreten. Weil sie nichts bewirken können. Sie alle sind verbraucht, ausgelaugt… und man sieht es ihnen an. Politik bewegt nichts. Eichel erhöht die Steuern und die Steuereinnahmen SINKEN. Freut euch, daß es keine Alternativen gibt. Denn wir brauchen sie nicht mehr. Keine PDS, keine NPD. Die Politik berührt unser Leben nicht mehr. Sie machen Gesetze und wir umgehen sie, arrangieren uns, ignorieren sie. Tricksen. Dieses System, ganz dialektisch gedacht, ist am Ende. Und nur weil kein Gegenentwurf in Sicht ist, atmet es noch. Freuen wir uns auf das Neue. Freuen wir uns über spontane Volksbefragungen und Attac. Auf die kleinen spontanen Netzwerke, auf lokale Lösungen, ruhig auch auf die Demagogen. Die neuen Populisten sind nicht besser und nicht schwerer zu durchschauen als die alten, als die jetzigen. Freuen wir uns auf die Haiders dieser Welt. Sie machen das Leben doch bunter. Freuen wir uns auf Kanzlerin Merkel, auf lachsfarbene Kostüme, auf eine Politik, die selbst bei absoluter Mehrheit in Bundestag und Bundesrat langfristig nichts steuern wird. Die Politik kann nur besser werden, je schlechter sie wird.

Das Leben der Subkultur beschleunigt sich, unberührt von der Politik, längst. meine Teenagerzeit ist harmlos gegen den kommerziellen und sozialen Druck von heute. Die Drogen werden härter, der Sex kommt früher, die Kleidung ist teurer. Darüber kann man sich pädagogisch korrekt beschweren. Die Kindheit stirbt. Teens haben längst psychosoziale Probleme, die alptraumhaft sind. Positiv ist aber: Die Kindheit stirbt. Schneller und schneller befreien sich die Kids aus den Armen ihrer Eltern, werden zu urbanen Wesen, die mit Drogen und Sex ihren eigenen Weg aus der Perspektivlosigkeit suchen. Ein solider Prozentsatz bleibt dabei hängen. Aber ich hoffe, daß ein guter Prozentsatz von dieser Beschleunigung profitiert, daß die rein hedonistische Jugendphase nicht nur für Konsum und Status genutzt wird, sondern zunehmend auch für andere Zwecke. Wenn du mit Teens zu tun hast, verfliegt dein Bild von der Lost Generation. Sie sind klüger, schneller und gottseidank zynischer als viele Generationen vor ihnen. Sie haben nur das Kämpfen verlernt, sind weich geworden. Das aber wird die Realität ändern. Es wird eine Phase geben, in der die Teens versuchen werden, sich anzupassen, Assimilation, Mimikri, um jeden Preis einen Ausbildungsplatz, um jeden Preis einen Job, einen Platz in diesem System. Aber irgendwann sind es zu viele und sie werden spitzkriegen, daß Anpassung nichts mehr bringt. Egal, wie viel Spucke man sich in den Scheitel schmiert, egal wie sehr man sich verbiegt. Und dann lernen Sie, daß die einzige Strategie ist, sich treu zu bleiben, ehrlich zu sein, den eigenen Weg zu gehen. Hart zu arbeiten, eigene Ziele zu finden. Wenn Sie gelernt haben sich auf niemanden mehr zu verlassen, daß nur Tempo und Kreativität sie retten, das SMS-Schreiben-Können keine Qualifikation für irgendwas im Leben ist… oh, dann wird das spannend.

Wir leben in den 1920s. Varieté boomt, ob auf der Bühne oder in den Fratzenschauen im Fernsehen, in den Reality Shows wie in den extremeren Installationen der bildenden Kunst. Wir sind betäubt, wir suchen unseren Puls. Wir sind längst bereit, neue Grenzen zu suchen. Ja, alte Werte gehen verloren. Das Lesen. Das Kochen. Das Zusammenleben.. Die Ruhe und Sicherheit. Wir leben in einer seltsamen Risikogesellschaft, in der nichts mehr sicher ist. Und wir lernen, damit umzugehen, damit zu spielen. Während der Mainstream vor die Hunde geht, blüht die Subkultur wie selten zuvor. Während die Dudelfunk-Sender über rückgehenden Einnahmen klagen und die Musikindustrie (INDUSTRIE!) zwischen Angstkrämpfen und Machtgehabe wankt, haben wir längst eine der besten Independent-Szenen seit 15 Jahren, globaler und zugleich lokaler denn je zuvor, haben wir Internet-Radio, Podcasting, MP3-Blogs, Bands, die direkt eigenes Publikum online kennen. Manufakturen, kleine verschworene Gemeinschaften. Mundpropaganda. So intensiv, daß übernacht Alternative in den Mainstream kippt und zum One-Hit-Wonder mutiert. Daß Musiker, die keine CDs mehr vertreiben und über alternative online-Vertriebswege gehen, Grammies abkassieren. Das ist kein kleines Phänomen mehr. Das ist die Zukunft. Der Mainstream, auch wenn MTV das leider auch behauptet, stirbt.

Und so weiter. Im Schumpeterschen Sinne zerstört sich der Kapitalismus gerade fröhlich selbst, nicht um ganz zu verschwinden, sondern um anders neu zu erscheinen… und hinter den Brüchen im System entdecken wir keinen großen Gegenentwurf, keinen Marxschen Gesamtansatz, sondern das alltägliche Herumwursteln. Das winzige Netzwerk. Die Verweigerung, den eigenen Weg, einen weich abgefederten Anarchismus. Nicht als Big Idea, sondern weil es sonst nicht anders gehen würde. Das permanente Neu-Erfinden, die extreme Beschleunigung, wird zum Alltag werden und wir werden uns daran anpassen. Anpassen ist die eine Fähigkeit, die wir Menschen haben. Der Wohlstand wird sinken, aber die Kreativität wird steigen. Die Arbeitswelt der 50er bis 70er Jahre wird als Lebensmetapher verschwinden. Verschwinden müssen. Dafür wird etwas Neues entstehen, so ist das eben.

Denn die Zukunft kommt, so oder so, change is coming every day. Sie ist eigentlich schon da, immer da gewesen. Es gibt ja nun mal keine Gegenwart. Es gibt keine Sicherheit und an ihre dürre Fata Morgana glaubst du doch auch nicht mehr, oder? Es gibt nur Bewegung nach vorne. Das kannst du ablehnen, aber was bringt das schon?

Besser aber ist das hier:
Verliebe dich auf die Zukunft. Sie gehört dir.

11:02 Uhr. Kategorie Leben. Eine Antwort.

MEDIA

Film
Sky Captain
> als visuelles Experiment per se sehenswert, für mich eher interessant, weil er wie kaum ein zweiter Film zu den Pulp-Wurzeln zurückkehrt, aus denen sich nahezu alle modernen Mythen nähren. Ob Batman, Superman, Indiana Jones, Star Wars, James Bond oder Hellboy… die Quelle des in den zwanziger und dreißiger etablierten wilden Ideen-Potpourris lebt bis heute fort. Sky Captain hat alles, was dazugehört, die toughe Reporterin mit Herz, den geheimnisvolle Held und seine treu ergebene Crew, die etwas eigentlich erotischere «andere Frau», die aber doch nicht des Helden Herz erobert, Nazis, Roboter, Monster… und das alles ganz herrlich wild auf einmal. Der Plot ist, wie sich das gehört, dabei völlig unwichtig. Mir tun die Darsteller etwas leid, die permanent im Blue Screen agieren müssen, und man merkt dem Film diesen Makel an, ebenso wie das nirgendwo wirklich hinführende Drehbuch, das aus der reinen Hommage selten herauskommt. Und die CGIs sind eben doch nicht immer so, wie man sich das gerne selbst vorstellen würde.

Eierdiebe > Habe ich etwas unwillig gesehen, Sandra mußte mich erst überzeugen, weil ich um deutsche Filme einen großen, großen Bogen mache. Tatsächlich ist Eierdiebe auch keine Komödie, sondern eine Art tragikomisches Kammerspiel, eigentlich ideal für eine Bühnenaufführung, und in diesem Kontext sehr annehmbar. Es gibt ein paar wirklich miese Wendungen, die allzu gut getimten Todesfälle etwa, zu viele und zu fehlplatzierte Slapstickeinlagen… aber dafür gibt es auch wunderbare Beobachtungen, Stille und einfach-mit-der-Kamera-draufhalten-können bei einer ziemlich guten Darstellercrew.Bemerkenswert ist hier vor allem der Vater des Protagonisten Martin Schwarz. Durchmischt, aber für einen deutschen Film überraschend gut.

Buch
Es kommt nicht darauf an, wer du bist, sondern wer du sein willst > Paul Arden, Ex- Executive-Creative-Dirctor von Saatchi & Saatchi, hat eine Art Dale Carnegie für Werbetreibende und Kreative geschrieben. Den Think-Positive-Grundkanon von Carnegie ergänzt er streckenweise um gruseliges Blendertum und eine solide Prise Opportunismus, vielleicht entgeht mir hier auch nur der britische Humor. Davon abgesehen gibt es streckenweise in dem extrem schnell durchgelesenem Büchlein Kurzweilige zu lesen, das man irgendwie immer auch schon selbst gewußt hat, wo es einen aber einfach freut, es auch mal abgedruckt zu lesen. Wie bei anderen Ratgeber-Büchern eben auch. Es macht einfach nur mehr Spaß als die meisten anderen Self-Improvement-Books, was vielleicht vage mit dem Hauptberuf des Autors zusammenhängen könnte :-D.

Ender’s Game > Ich habe Orson Scott Card lange vermieden. Zum einen, weil ich Saga-Autoren im SF-Bereich nicht sehr schätze. Die besten SF-Romane sind Einzelgeschichten oder, wie bei Asimov oder Gibson, nur im groben Kontext zueinander. Die meisten Saga-Autoren erzählen endlose Kolonialisierungs-Abenteuer, die wenig mehr bieten als den amerikanischen Pilger-Traum ins Weltall zu transferieren und die sich dabei meist in gruseligen Hard-SF-Platitüden ergehen. Der andere Grund ist, daß Card Mormone ist und seinen Glauben sehr intensiv in seine Romane einflechtet. Normalerweise kein Problem, aber gerade bei SF kann so etwas sehr schnell sehr anstrengend werden.
Ich weiß nicht, wie der Rest der inzwischen fünf oder sechsteiligen Ender-Saga, die Card 1977 begann und bis heute fortgesetzt hat (wenn auch inzwischen nicht mehr Ender selbst im Zentrum des Ganzen steht), ist, aber der erste Band, Ender’s Game, ist ein hervorragendes Jugendbuch, das man auch als Erwachsener gut lesen kann. Das Schicksal von hochbegabten Kindern und die intrinsische Unfairness jeder Lehr/Trainings/Combat-Situation werden hier schön mit einem klassischen Alien-Attack-Plot verwoben, der am Ende ganz anders ist, als es zunächst scheint. Spannend, ein paar nette Twists und Turns und dabei keineswegs so platt und dumm und vorhersehbar wie viele andere Bücher in diesem Twilightbereich zwischen Jugend- und Erwachsenenroman. Etwas Philiosophie und Politik eingestreut, für 1977 bzw. 1985 eine sehr clevere Vorwegnahme des Internets und politischer Foren. Kein zweites Stranger in a Strange Land und schon lange kein Philipp K. Dick, Harlan Ellion oder Roger Zelazny, ist das Buch trotzdem perfekt für ein nettes Weekend.

5. Juni 2005 23:43 Uhr. Kategorie Buch, Film. Keine Antwort.

BYE BYE BARCODE

Daß der Barcode in Zukunft durch RFID (Radio-Frequency ID)abgelöst wird, ist kein neues Thema. Im Grunde bahnt sich hier die komplette Überwachung von Konsumgütern und ihren Wegen ab. Bisher war die Technologie für den Masseneinsatz viel zu teuer, weil der Chip noch zu komplex in der Herstellung war… zugleich war der Chip einfach zu groß und unhandlich, um wirklich jedes beliebige Produkt online-identifizierbar zu machen.
Bis jetzt.

«While RFID (Radio Frequency Identification) technology enables automatic non-contact and non-line-of-sight conveyance of product and logistic information, current RFID applications require that relatively expensive chips be imbedded in the ID tags, making item-level tagging impractical for most products,» stated Elie Housman, Chief Executive Officer of InkSure Technologies Inc. «Our goal is to develop multi-bit ‘chipless’ RFID tags that can be manufactured and applied to product labels at a cost of well below one cent each. Such tags offer far more speed, functionality and ease-of-use than traditional barcodes and have the potential to revolutionize brand protection and supply chain management on a global scale.»

Via Bruce Sterling

HDSchellnack um

3. Juni 2005 21:26 Uhr. Kategorie Technik. Keine Antwort.


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