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Photos in DD



30. April 2005 19:36 Uhr. Kategorie Arbeit. Keine Antwort.

SCHON KLAR….

16:31 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

FLOATING LOGOS

Ebenfalls, wenn auch etwas direkter, via Laundromat kommt diese Site, die digital nachbearbeitete Bilder zeigt, auf denen die Montagemaste von AmbientLogos und Werbung wegretuschiert sind. Das Ergebnis sind fast religiöse, unwirkliche, irgendwie durchaus bedrohliche Bilder. Derart abstrahiert von der Realität wird erst spürbar, wie befremdlich und unnatürlich die uns ja fast überall umgebenden Firmenlogos eigentlich wirklich sind.

*


06:08 Uhr. Kategorie Design. Keine Antwort.

WEIRD WEIRD WEB

Das hier finde ich bei Satan’s Laundromat:

Weil ich neugierig bin, schaue ich mal, was unter der URL so abgeht…
http://newyork.craigslist.org/mis/
beziehungsweise in dem Post selbst:

R-Train,9:30amFriApr22,Guyingraypinstripedsuitlooking4tallhotBrunette! – m4w
R-Train,9:30am,FridayApr22nd,BrklynBoundR-TrainBetRector&Lawrence

I am the guy looking for the Tall Slender Gorgeous Brunette with hair up I saw on the R-Train Friday April 22nd morning at 9:30am. You were wearing pinstriped suit pants with hot heels, dark jacket. You got on R-Train at Rector. You did a double take with a smile when you got on. After you sat you were looking at me; I was looking at you. When you got off you stood at the doors looking at me as the train slowed. We looked at each other through the window of the subway car after you got off at Lawrence St-MetroTech, maybe Court St. I looked out the door and you were still looking at me. Why didn’t you get up and walk out the doors by me??? I was late for a funeral but now regret letting you get away. If you see this, don’t look for me there, me being there was a one-off deal. Normally I am at work by 7am in midtown so there is no way I can come look for you. If you are still reading this, yes I am
the guy that was sitting, reading, with dark short hair in the dark gray pinstriped suit.

Solche und ähnliche Posts gibt es da seitenweise. Seitenweise. Craigslist ist allein in diesem Subbereich eine Flut gebrochener beziehungsweise nie angefangener Beziehungen, ein Testament urbaner Kommunikationsschicksale. Und es hört nicht auf. Die ganze Site ist wie ein Anzeigenteil auf harten Drogen. Man muß das Net einfach lieb haben.

05:56 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

BLIK

Und von Velocity führt der direkte Weg zu den Wandgrafikern von Blik

28. April 2005 20:00 Uhr. Kategorie Design. Keine Antwort.

VELOCITY

Hier gibt es jede Menge wunderbare Designmöbel zu bestellen, vieles davon kriegt man auch in Deutschland (Vitra et al), aber den Groovetube-TV-Aufsatz, der hat schon was…

via relicious

19:56 Uhr. Kategorie Design. Eine Antwort.

LOTS OF FUN WITH SUPERMAN




27. April 2005 21:53 Uhr. Kategorie Film. Keine Antwort.

GUTE FRAGE

The French novelist Marcel Proust believed that people must know and understand themselves before they can know or understand others. He developed a list of subjective questions that he felt would help reveal to people their true selves and the inner personalities of those around them.

IF YOU COULD CHANGE ONE THING ABOUT YOURSELF, WHAT WOULD IT BE?

WHAT DO YOU CONSIDER YOUR GREATEST ACHIEVEMENT?

WHERE WOULD YOU LIKE TO LIVE?

WHO IS YOUR FAVORITE FICTIONAL HERO?

WHO ARE YOUR REAL-LIFE HEROES?

WHAT IS THE QUALITY YOU MOST ADMIRE IN A MAN?

WHAT IS THE QUALITY YOU MOST ADMIRE IN A WOMAN?

WHAT IS YOUR GREATEST FEAR?

WHAT IS YOUR CURRENT STATE OF MIND?

WHAT IS YOUR FAVORITE OCCUPATION?(WAY OF SPENDING TIME)

WHAT HISTORICAL FIGURE DO YOU MOST IDENTIFY WITH?

WHICH LIVING PERSON DO YOU MOST ADMIRE?

WHAT IS YOUR MOST TREASURED POSSESSION?

WHEN AND WHERE WERE YOU HAPPIEST?

WHAT IS YOUR MOST OBVIOUS CHARACTERISTIC?

WHAT IS THE TRAIT YOU MOST DEPLORE (HATE) IN YOURSELF?

WHAT IS THE TRAIT YOU MOST DEPLORE IN OTHERS?

WHAT IS YOUR GREATEST EXTRAVAGANCE?

WHAT IS YOUR FAVORITE JOURNEY?

WHAT DO YOU MOST DISLIKE ABOUT YOUR APPEARANCE?

WHAT DO YOU CONSIDER THE MOST OVER-RATED VIRTUE?

ON WHAT OCCASION DO YOU LIE?

WHICH WORDS OR PHRASES DO YOU MOST OVER-USE?

WHAT IS IT YOU MOST DISLIKE?

WHAT DO YOU VALUE MOST IN YOUR FRIENDS?

HOW WOULD YOU LIKE TO DIE?

IF YOU WERE TO DIE AND COME BACK AS A PERSON OR AN ANIMAL, WHAT DO YOU THINK IT WOULD BE?

IF YOU COULD CHOOSE AN OBJECT TO COME BACK AS, WHAT WOULD YOU CHOOSE?

WHAT IS YOUR MOTTO (WORDS YOU LIVE BY OR THAT MEAN A LOT TO YOU)?

WHO HAS BEEN THE GREATEST INFLUENCE ON YOU?

via Jonathan Carroll

19:31 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

MASHUP

Das Thema Remix geht mir gerade durch den Kopf und muß heraus. Das hier ist sehr sehr flow, sehr ins Unreine geschrieben, mea culpa, wenn es Schrott ist und doppeltes mea culpa für die Tippfehler und falschen Songtitel usw..

Vom Dub in den 70ern bis zum aktuellen Mashup/Bootlegging: Die Geschichte des Remixes ist auch ein Stück Kulturgeschichte. Die Idee, daß ein Kunstwerk – in diesem Fall ein Song – Bestand haben muß, eine solide, feste Form, wurde mit dem kommerziellen Remix und den Extended Versions ausgehebelt. Hier kehrte im Grunde in den Poprock zurück, was in Klassik und Jazz Alltag war und ist: Die Interpretation. Ein Dirigent remixt Brahms, Bruckner, Bach. Miles Davis und Chet Baker remixen alte Standards, keine zwei Versionen sind hier gleich. Im Pop galt lange die gefrorene Album-Version als «definitiv». Der Remix überschreibt diese Idee und macht Popmusik zu einem fluiden, lebendigen Medium, ohne eine definitive Autorenschaft. Grandmaster Flash vermengt Another One bites the Dust und Rappers Delight, Trevor Horn erhebt die ständige Permutation des immer wieder gleichen Urmaterials zur Kunstform und bringt mit Frankie Goes to Hollywood die Idee des Extended Mix in ungeahnte Höhen (meiner Ansicht nach ist ein Apex seines Arbeits der Young Person’s Guide Into The 12 Inch Mix von Rage Hard), ebenso Depeche Mode unter Gareth Jones. Spätestens ab hier ist der Remix Mainstream. Populärkunst ist zerlegbar, undefiniert. Zusammen mit dem aufkommenden Sampling (Fairlight, Synclavier) emergiert hier die Idee eines kulturellen Cut&Paste – Kunst ist, was du zerschnippelst, neu filterst und wieder zusammenklebst. Benjamins Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit… hier trifft es die mediale Wirklichkeit. Es gibt kein Kunstwerk mehr, nur noch die permanente Re-Iterierung im Kurzzeitgedächtnis der Charts. Von KLF über Fatboy Slim bis hin zu den ungezählten namenlosen Klingeltontechno-Kapellen, die mit bastardisierten 80er-Jahre-Songs die Hitparaden verkleistern, prägt diese Wahrnehmung das musikalische Schaffen. Ein DJ nimmt sich nur folgerichtig inzwischen selbst als Musiker wahr, ungeachtet der Tatsache, daß er kein originäres Instrument beherrscht.
Von dieser Vorstellung der endlosen Formbarkeit von Kunst (die ja auch das moderne Theater prägt, wo Klassiker remixt und remastered neu aufgelegt werden, mit einem etwas knackigeren Beat, mehr Bass, mehr Delay) ist es nur ein kleiner Schritt zur Idee der Formbarkeit des eigenen Körpers, und so ist es vielleicht kein Zufall, daß es zwar bereits in den 40ern und 50ern zahlreiche Schönheits-OPs gab, aber der wirkliche Siegeszug des operativen Eingriffs in die zuvor als natürlich gegeben hingenommene Körperwirklichkeit fast simultan mit dem Remix verläuft. Sonnenbank, Fitneßstudio, Fettabsaugung, Straffungen und Vergrößerungen, Piercings und Tattoos… der Remix des eigenen Körpers reflektiert den Umgang mit Musik. So wie der Song «extended» wird, verlängert sich auch das medial vorgegebene Schönheitsbild in die Gesellschaft, so wie der DJ einen Song umwerkelt, basteln die Menschen an ihrer eigenen Identität, die dabei mehr und mehr ein Patchwork von bereits präfabrizierten Angeboten bleibt, ein Mashup von vorgefertigten Pattern, auf die man sich nur noch einlassen muß. Das dabei (in der wahrnehmbaren Masse) weniger NEUE Musik entsteht und das bei (wiederum in der Masse) weniger Menschen wirklich sie selbst und weniger individuell sind als jemals zuvor, ist kein Zufall. Das wirklicher Ausdruck Kreativität also sozusagen in subkulturelle Nischen gezwungen wird, ist sicherlich so pauschalisiert etwas übertrieben, aber dennoch ist gerade mit dem Remix als kulturelles Paradigma eine Fraktalisierung, ein Zersplittern der Gesellschaft einhergehend. Zum einen, weil in der Post-Wirtschaftswunder-liberalisierten westlichen Hemisphäre solche Zersplitterungs-Prozesse überhaupt erstmals wirtschaftlich denkbar sind, zum anderen aber auch weil in der Remix-Gesellschaft alles formbar, alles individualisierbar und damit eben alles in Wirklichkeit formlos ist. Nimmt man dazu das enorme Tempo, in der die Konsumindustrie subkulturelle Trends in den Mainstream hievt, den aktuellen Trendmix also charttauglich macht, versteht man nur all zu schnell, daß die weniger am Mainstream orientierten Individuen, die eigentlichen Trendsetter, in einem Durchlauferhitzer gefangen sind, der sie zwingt, immer schneller und radikalisierter Abgrenzungsverhalten zu generieren. Piercing, obschon bereits im viktorianischen Zeitalter in England verbreitet, ist aus genau diesem Grunde heute eher ein Zeichen von dem Wunsch nach Anpassung und Biederkeit als alles andere. So spießig wie der Wollschal der ersten Grünen, so müde wie ein braver Extended Cut aus der Mitte der Achtziger. Denn wie die Gesellschaft sind auch die Mixes immer aggressiver, rasanter, letzthin destruktiver geworden. Nehmen sich namhafte Mixer heute einen Track vor, erkennt man kaum mehr das Original… und die Tools sind dabei so verbreitet, daß eigentlich jeder Teenager selbst schnell und erfolgreich zum Remixer werden kann, ohne Vorkenntnisse, aber mit etwas Liebe zur Frickelei.

Das Ende dieser Entwicklung, die (wie alle Trends) mal auf- und mal abebbt (Norah Jones et al sind zum Beispiel Vertreter der Sehnsucht nach «echten» Songs, dito die zahllosen «The»-Bands, die in den Fußstapfen von Smiths und Coldplay (ihrerseits auch eher eine Epigonen-Kapelle) wandern), ist im Grunde erst absehbar, wenn das Dasein nicht mehr so kompliziert und grobmotorisch «remixbar» ist wie heute. Matrix Online ist ein erster Schritt in diese Richtung, in ein Dasein, daß (da digitalisiert) weitestgehend formbar und remix-tauglich ist, für jedermann. Der nächste logische Schritt des gesamtkulturellen Remix ist insofern der Abschied vom müden, widerspenstigen Fleisch, hin zu Pixeln und Bits, die sich schnell und leicht trendgerecht editen lassen. Denn auch im echten Leben lockt der extended mix, die virtuelle Unsterblichkeit, das digitale Nirvana. Bis zum nächsten Diskcrash jedenfalls

26. April 2005 22:39 Uhr. Kategorie Design. Keine Antwort.

BIOMORPHE ARCHITEKTUR

Bruce Sterling hat mich (wie üblich) auf dieses Thema gestoßen, bzw. wieder gestoßen, mit diesen Bildern:

SCI-Arc, an independent, degree-granting educational laboratory, tests the limits of architecture in order to transform existing conditions into the designs for the future. With its location in a quarter-mile-long former freight depot in the intensely urban Artist District in Downtown Los Angeles, SCI-Arc provides a uniquely inspiring environment in which to study Architecture. An integral part of the emerging cultural hub of a city with a tradition of architectural experimentation, the school is devoted to finding radically new responses to the real needs and aspirations of today’s world.


(Entwurf für das ägyptische Museum von Herman Diaz Alonso)

Glen Howard Small ist vielleicht nicht der Vater der biomorphen Bauidee, aber sicher einer der ältesten Vertreter dieser Ästhetik. Wer heute also kritisiert, biomorphes Bauen sähe aus wie Hans Rudi Gigers Alien-Designs, muß realisieren, daß der Exzentriker Small vor Giger, also bereits in den Sechzigern einen Stil entwickelt hat, der an Knochenstrukturen, Gewebe, fließende biologische Formen gemahnt und gegen den Frank O. Gehry heute wirkt wie ein braver Schuljunge. Geprägt von der futuristischen zukunftsverliebten Psychedelik-Ästhetik der frühen 70er Jahre, entwickelt Small vor allen in seinen frühesten Arbeiten die Vision einer Architektur, die sich von den bisherigen Vorstellungen des Bauens noch drastischer verabschiedet als jeder andere Architekt es bisher vor ihm tat, kehrt den Blick konsequent auf die Art und Weise, in der die Natur Strukturen entwickelt, und nutzt diese evolutionären Ergebnisse als Vorbild.Reste dieser biokybernetischen Idee von Small, der später auch Professor am SCI-Arc (Southern California Institute of Architecture) war, finden sich als Spurenelemente bei vielen Architekten, auch im deutschen Bereich. Ich erinnere mich lebhaft, auf Jan Esches Schreibtisch, damals noch bei Christoph Ingenhoven, ein Buch über Bionik bzw. Biokybernetik gefunden zu haben und ich denke, dieses Interesse wird durchaus seine Spuren in der hochtransparenten Leichtbauweise, für die Christoph bekannt ist, hinterlassen haben. Auch der «Wurm», den er seinerzeit für den Audi-Messestand entwickelt hat (neben dem Hamburger Airbus-Konzet eines der durchdachtesten, glühendsten Konzepte von Ingenhoven), lebt (wie andere gleiche Ideen) von dieser naturbezogenen Ideenwelt. Aber wo die biokybernetisch interessierten Architekten sich eher bei der Technologie der Natur bedienen, um ideale Spannungsflächen, natürliche Temperierungsmethoden etc. zu entwickeln, ansonsten aber oft in einer zwar innovativen, aber doch weitgehend aus dem Vertrauten abgeleiteten Formensprache steckenbleiben, gehen die biomorphen Architekten einen Schritt weiter und bauen Gebäude, gegen die zeitgenössische etablierte Ex-Avantgardisten wie Gehry und Libeskind brav und vorsichtig wie Kinder im dunklem Wald wirken.

Denn wer will sich wirklich ein Gebäude in die Innenstadt stellen, daß aussieht wie ein gestorbener Pottwal? Oder wie eine schockgefrostete Schleimfontäne? Die biomorphen Konstruktionen haben etwas abstoßend Alllzumenschliches an sich, die Vorstellung in einem solchen Hochhaus zu wohnen, wie ein mikrobischer Parasit in einer größeren seltsam unirdischen Lebensform zu hausen, stößt zunächst ab.

Und doch… die Idee, sich von evolutionsgeschichtlich bewährten Konstruktionsformen inspirieren zu lassen, macht Sinn. Nicht nur mit Blick auf Erdbeben und flxiblere/stabilere Bauweisen. Wir sind erstmals in der Lage, mit Hilfe von Maya & Co, mit Hilfe neuer fluider Leichtbaustoffe, neuer Glas- und Betonarten (die ohnehin nur eine Vorstufe komplett neuer plastikbasierter Baustoffe sein werden, die wiederum der Nanotechnologie weichen werden) Gebäude zu skizzieren, die sich eben nicht mehr an Stein und Mörtel, Glas und Holz halten müssen, an die geraden Strukturen, an den rechten Winkel. Computergenerierte Häuser folgen der Logik der Bezierkurve, nicht der Logik des Geodreiecks, sie entstehen im dreidimensionalen Feld, nicht mehr auf dem zweidimensionalen Papier. Ich bin ein großer Fan ALTER Architektur, die noch Leben und Größe und Authentizität hat, aber es läßt sich nicht abstreiten, daß meine alte These Form Follows Technology geradezu zwangsläufig bedingt, daß neue Häuser sich der Ästhetik von 3D-Softwares anpassen werden, anpassen MÜSSEN. Design ist die Geschichte der Werkzeuge. Die gesamte Schriftentwicklung ist bis heute eine Geschichte der Tools, analog verhält sich die Architektur. DasSein bestimmt das Bewußtsein. Fliessende, weiche, fluide Formen werden mehr und mehr emergieren, die sich wie Stoffe, wie Haut, wie getrocknete Flüssigkeiten in die Städte schmiegen. Nicht, weil sie neu sind und provokativ, sondern einfach, weil sie möglich sind und schon immer in uns geschlummert haben. Erstmals, zumindest ansatzweise, sind wir in der Lage, weiche Formen zu bauen, die dem entsprechen, was wir selbst als anthropolgisch vertraut empfinden. Auch, wenn wir sie im baulichen Kontext zunächst als fremd empfinden. Das aber ist eine reine Gewohnheitssache. Und Gewohnheiten ändern sich.


(Günter Domenigs Mensa der Schuleschwestern)

Selbst Gunter Henns Entwurf für das neue Karstadt-Haus am Limbecker Platz, ein angesichts des Bauherrn und des Zwecks des Gebäudes sicher nicht als avantgardistisch zu verdächtigendes Design, zeigt dies bereits auf. Gehrys runde Formensprache ist längst im Mainstream angekommen und verdrängt das Kantige, Eckige, Klirrende, das wir noch aus den 80ern und 90ern kennen. Architektur wird weich, zerläuft, alles ist schmusig rund und zum Blobject geworden. Architektur wird Gizmo-esk. Antiurban soll es sein, oder Neo-urban, je nachdem. Und entsprechend wirkt das Karstadt-Haus wie ein Ufo, das inmitten der Innenstadt gelandet ist, in der alten Formensprache, dem Ruhrgebiets-Mietskasernenstil der Nachkriegszeit, graue alte Häuser die wie erstarrt auf diesen grünen fußballstadionartigen Fremdkörper starren, aus dem zwei glubschige große Augen in den Himmel, zum Mutterschiff empor, starren. Das zeugt davon, daß bei Karstadt die Verzweiflung zum Mut gereicht und es kann, baulich sauber umgesetzt, auch ein Designhighlight in Essen werden, wenn Henn sich auch im Inneren den Zwängen der Konsumarchitektur, der Junk Culture, dem Sachzwang der Finanzen, verweigert. Ein Interaktion mit der Innenstadt sehe ich hier leider nicht wirklich, aber das muß in diesem Fall und genau bei dieser Innenstadt vielleicht auch nicht sein. Vielleicht ist es besser, in die Tristesse etwas völlig anderes zu setzen, in der Hoffnung, ein Leuchtturm zu sein, eine ansteckende Idee, als sich der Tristesse anzupassen. In der Essener Innenstadt gibt es wenig bis nichts, was ein Architekt noch zu respektieren hätte. Lieber also kaputtmachen und neuaufbauen. Die Erhaltung von Teilelementen der alten Karstadt-Fassade erscheint da fast überflüssig, Verbeugung vor dem Bauherrn. Ich bin immer gegen antigeschichtliches Bauen, aber im Falle von Essen ist eine saubere Atombombe und ein kompletter sauberer Neuanfang wohl da sinnvollste, wie fast jede Innenstadt im Ruhrgebiet ist die Karre einfach zu sehr versaut.

Aber zurück zum Thema: Man sieht, die weiche Formensprache der Biokybernetik, die idealen Spannungsfelder runder Formen bevorzugt, hat sich durchgesetzt, obwohl sie vor ein zwei Dekaden noch die Außenseiterrolle hatte.

Man vergleiche nur einmal wie starr und rigide, wie unbewegt und tot dagegen heute das damals so kontroverse Ginger and Fred an der Jiraskuv-Brücke in Prag wirkt:


Biomorphes Bauen ist also der legitime Erbe der einstigen Avantgarde, die (wie es so üblich ist) den Mainstream von heute stellt. Die logische Konsequenz ist, daß die heutige Avantgarde den Mainstream von Morgen bilden wird. Biomorphe Architektur hat also gute Chancen, morgen bereits Alltag zu sein. Sie wird von mutigen jungen Architekten über Wettbewerbe in die Normalität begleitet werden.

Hier greift die These, daß die populäre Science Fiction von heute mit verblüffend hoher Trefferquote die Welt von morgen hervorsagt, daß die Welt sich oft sogar entlang von und inspiriert durch SF überhaupt erst orientiert und selbst erfindet. Die Ideen, die Konzepte, die groben Vorstellungslinien, von SF-Autoren tropfen sozusagen medial-kulturell in die Köpfe von Militärs und Konzernen und somit natürlich auch in die Labors, wo sie dann umgesetzt werden, um via Marketing Teil der Alltagskultur zu werden. Wer Neal Stephensons Snowcrash gelesen hat und dann das Matrix Online-Rollenspiel sieht, weiß woher der Wind weht. Genetik, Nanotechnologie, Elektronik… all diese Bereiche sind beflügelt von den utopischen Wunschträumen, die die Wissenschaftler als Kinder gelesen und erlebt haben.

Wenn also in aktueller SF beispielsweise die Rede von nanotechnologischen, lebenden Häusern ist, die sich – basierend auf einer Programmierung, der tatsächlichen Leistung der Architekten von Morgen – faktisch selbst bauen, selbst umerfinden, selbst neustrukturieren und entsprechend der urbanen Bedürfnisse komplett neu wachsen, so fügt sich dies nahtlos mit den Entwürfen vom SCI Arc zusammen, die dieser Idee einer autonom wachsenden bioskalaren organischen Architektur, ästhetisch ja bereits entgegenkommt. Sind die Häuser von morgen nicht mehr Wohnmaschinen, sondern vielmehr Wohnorganismen? Die sich selbst reparieren nach einem Schaden? Die auf ein Erdbeben intelligent reagieren? Die das Innenklima wirklich intelligent autonom steuern können? Deren denkende Sicherheitssysteme Schlüssel so überflüssig machen wie Einbrüche unmöglich? Die ökologisch auf minimal waste angelegt sind und aus den Abfällen der Bewohner Baustoffe für die Nanobots recyclen? Die Schadstoffe aus der Atemluft filtern? Die entsprechend der Nutzung wachsen oder schrumpfen? Die einen Lebenszyklus haben, um dann zu sterben? Die sich vielleicht fortpflanzen?

Ohoh – das klingt fast bedrohlich. Lebende, denkende Häuser. So bedrohlich wie einst die Roboter klangen, die heute brav Teil des alltäglichen Lebens sind und in den Fabriken ihren Dienst tun. Die biomoprhe Bewegung wird hier zunächst die Ästhetik vorwegnehmen und ich denke, wir werden zusehen können, wie dieser Look (wie immer leicht abgemildert) in den Mainstream gelangen wird. Haiflossenstrukturen, Knochenbauformen, fließende, gewebeartige Materialflairs. Transluzente Membranen und organische Blobgebäude, die durch neue LED-Technologien wie seltsame Unterwasserwesen erleuchtet sein werden, um nach und nach wie fremdartige Fische in unsere Großstädte zu schwimmen. Sieh dir Fahrzeugstudien an oder neue Consumer Products… es ist schon längst da. Die Revolution des Rundgelutschten, Windkanalgeprüften ist nur eine Vorstufe gewesen. Alles wird weich und menschlich, anschmiegsam und sympathisch werden, schließlich auch nicht biomorph bleiben, sondern metamorph werden, Formen finden, die jenseits der menschlichen Erfahrungshorizonte liegen, die komplett neu und virtuell sind, die Architektur aus dem Kontext bisheriger Vorstellungen lösen können. Und warum nicht… wollen wir nicht alle Kleinkinder bleiben und lebenslang mit Fisher Price spielen? Metamorphe Formen erfüllen diesen Spieltrieb.

In zehn, zwanzig Jahren, ist das also der neue Mainstream, der sich nahtlos zusammenfügt mit der elektronschen Vernetzung «intelligenter» Häuser, in denen via WiFi die elektronischen Geräte zusammengeschaltet sind, in denen der Mensch eine Art Schaltmoment seiner Lebensumgebung wird. Da ist der Sprung vom simulierten Leben einer Wohnung zum echten Leben nur noch ein Detail.

Natürlich wird dann eine ganz neue Avantgarde vielleicht kantige, eckige, kalte Strukturen fordern. Oder ein Leben in virtuellen Realitäten. Abwarten.

23. April 2005 09:01 Uhr. Kategorie Design. Keine Antwort.

TAKE OFF

Passend zur Take-off-Flugthematik des kommenden finanzmarktforums hat das ikf° neue Bilder auf der Homepage, die Julia gemeinsam auf einem Rundflug mit dem ikf°-Mitarbeiter Daniel Kaltofen gemacht hat. Von den fast 500 Bildern sind 120 auf der Homepage gelandet, wo sie automatisch als Random-Backgrundbild geladen werden (oder wo sich der User ein eigenes Lieblingsbild unter Kontrolle aussuchen kann, wo er unter anderem ja auch die Menü- und Schriftfarben komplett nach Gusto umschrauben darf…). So macht F5-Drücken richtig Spaß.

(weiterlesen …)

20. April 2005 01:00 Uhr. Kategorie Arbeit. Keine Antwort.

BLAST



1914. Wyndham Lewis.
Hier

18. April 2005 20:23 Uhr. Kategorie Design. Keine Antwort.

BEUYSKREUZ

Allerdings befriedigten diese Darstellungen Beuys nicht richtig und er suchte nach einem anderen Weg, ‘das Christliche mit Naturkräften, mit kosmischen Dimensionen in Zusammenhang zu bringen’ (siehe Interview). Beeinflusst wurde Beuys in dieser Hinsicht von Rudolf Steiner. Der geht vom ‘Golgatha-Mysterium’ aus, durch das sich Christus unlöslich mit der Erde verband und somit die ganzen physischen Verhältnisse der Welt umwandelte. Beuys arbeitete nun nicht mehr mit dem traditionellen Jesusbild, sondern fragte nach dessen Wirkung für die Menschen. Es ging ihm um einen ‘Kräfteaustausch zwischen Oben und Unten, Erde und Welt, Gott und Mensch’. Zu Beginn der 60er Jahre erweiterte Beuys diese Entwicklung mit dem Braunkreuz. Er setzt dieses Kreuz fast überall ein, verarbeitete es in seinen anderen Werken. Einige Beispiele dazu sind ‘ohne Titel’ von 1960, ‘Halbiertes Filzkreuz mit Staubbild “Magda» ‘(1960/65), ‘Stummes Grammophon’ (1961), ‘Telefon S––––$ ‘ (1974) oder seine Handzeichnungen im Buch ‘Joseph Beuys, Zeichnungen I’ von 1974/75. Die Farbe der Braunkreuze, ein rotbraune oder rostfarbene Schattierung, erinnerte stark an getrocknetes Blut und war für Beuys ein Zeichen für den Menschen und die Erde. Die Braunkreuze waren auch ein Zeichen dafür, dass Materie besteht und vergeht.
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17. April 2005 18:49 Uhr. Kategorie Design. Keine Antwort.

MYMONDRIAN

Hierkann man sich anhand seiner persönlichen Daten ein Mondriangemälde flashen lassen.

via Coolios

16. April 2005 18:44 Uhr. Kategorie Design. Keine Antwort.

THE CLUETRAIN MANIFESTO

A powerful global conversation has begun. Through the Internet, people are discovering and inventing new ways to share relevant knowledge with blinding speed. As a direct result, markets are getting smarter—and getting smarter faster than most companies. These markets are conversations. Their members communicate in language that is natural, open, honest, direct, funny and often shocking. Whether explaining or complaining, joking or serious, the human voice is unmistakably genuine. It can’t be faked. Most corporations, on the other hand, only know how to talk in the soothing, humorless monotone of the mission statement, marketing brochure, and your-call-is-important-to-us busy signal. Same old tone, same old lies. No wonder networked markets have no respect for companies unable or unwilling to speak as they do. But learning to speak in a human voice is not some trick, nor will corporations convince us they are human with lip service about «listening to customers.» They will only sound human when they empower real human beings to speak on their behalf.

Komplett und gratis – hier

Passend dazu: Seth Godins Liar-Blog

via Joi Ito

15. April 2005 19:55 Uhr. Kategorie Online. Keine Antwort.

CATCHING UP WITH SATAN’S LAUNDROMAT

Ich war lange nicht mehr auf meinem Lieblingsphotoblog







19:48 Uhr. Kategorie Design. Keine Antwort.

APROPOS CARROLL

There was a feature on TV the other night about a man in lower Austria whose hobby is to scour junk shops and flea markets for old appliances– refrigerators, mixers, floor fans.. And painstakingly restore them to their former glory. That kind of small obsession has always delighted me when I see it in people. The fact someone works so hard and with so much love to make a toaster into a phoenix says we’re not all bad. Collectors, restorers, obsessives about the smallest things in life that most of us pay no attention to once they’ve outlived their usefulness. I love going to the flea market and seeing these people poring carefully over old movie magazines from the 1950′s. Or closely examining the workings of cheap Russian wristwatches. Sellers’ tables covered with only old huge steel locks, or smudged hand puppets in desperate need of everything, empty apothecary bottles. Look at the faces of the people holding those bottles, those puppets, those locks.

Hier

19:42 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

SHARE A SECRET

Hier

via Carroll

19:36 Uhr. Kategorie Online. Keine Antwort.

RUSSISCHE PLAKATE







Hier… viel, viel mehr. Wunderbare Sammlung.

via WFMU

19:00 Uhr. Kategorie Design. Keine Antwort.

DOVE MEETS HANNA BARBERA



Haben wir nicht alle schon mal gedacht, die meisten TV-Comic-Damen könnten ein Makeover vertragen? Dove auch. Mehrvia stayfreemagazine

18:41 Uhr. Kategorie Design. Keine Antwort.

DESPAIR

Motivation ist gut und schön,die wahre Kunst des Managements aber ist natürlich, das wissen wir nicht erst seit Herrn Sprenger, die De-Motivation. Da gibt es jetzt endlich auch fachkundige Hilfe:

Mit schönen Illustrationen:


Und das alles in zwei wunderschönen Editionen:

Charirman:

Und Executive:

Schöne Sache.

Gibts hier.

via Polylux

13. April 2005 20:44 Uhr. Kategorie Design. Keine Antwort.

SEVENTIES DESIGN




Mehr…
via relicious

9. April 2005 11:14 Uhr. Kategorie Design. Keine Antwort.

FRANK MILLER


People who call our culture a consumer culture are on the right track, but they don’t go nearly far enough. Ours is a devouring culture. Our choices of words are revealing, look at how even in our own field the creative work is called «product.» It’s just product. Look at how artists, writers, brain surgeons, and pig farmers are all lumped together under the term «provider».

Product. From Denny’s to McDonalds to Texaco to Exxon, the mass market makes one preeminent demand of its product and that demand is that it be consistent. You wanna know what you’re gonna get. No challenges, no surprises, a cheeseburger in Boise must taste and look exactly like a cheeseburger in Seattle. Everything has gotta be easy to swallow. Everything has gotta be the same every time, no challenges, no surprises. Of all of the homogenous products ingested equally today, the most uniquely predictable is entertainment.

Mehr
via Millarworld

7. April 2005 19:21 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

HUCH….

6. April 2005 09:17 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

LICHT

08:56 Uhr. Kategorie Design. Keine Antwort.

NOCHMAL THEATER

Wir machen für Thomas Oberender vom Bochumer Schauspielhaus das Programmheft zu Kleists Käthchen von Heilbronn, weil der Bochumer Hausdesigner Jan Frerichs an der Arbeit zum Abschlußbuch (mit tollen Texten, u.a. vom hochverehrten Axel v. Ernst) sitzt. Kleine Sache, sicher, aber immer wieder schön, mit Thomas zu arbeiten, da ist jeder Anlaß recht. Außerdem die sanfte Anfrage, ob ich Lust habe, mit ihm den III. Band von Die Zukunft des Politischen zu machen. Jajajajaja.

00:12 Uhr. Kategorie Arbeit. Keine Antwort.

PALEO-ZUKUNFT

Schöner Artikel über das Deja-Vu, das man als SF-Leser in den letzten Jahren immer wieder hat. Die Zukunft, die auf uns zukommt, ist die Zukunft, die wir aus den Büchern unserer Kindheit und Jugend kennen. Sprechende Kühlschränke, tragbare Universalcomputer, Nanotechnologie, Teleportation… was für viele andere vielleicht ein sich zunnehmend beschleunigender Wandel ist, erscheint uns vielmehr als Einlösung eines Versprechens, das uns vor Jahrzehnten gegeben wurde. Trixie Bedlam nennt das Paleo-Future und dokumentiert einige Beispiele via Flickr.

via Warren Ellis

5. April 2005 09:50 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.

NUKLEAR

Ein Video eines unterirdischen Atombombentests gibt es hier.
Wirklich nuklear sind allerdings die Kommentare auf der Page.

4. April 2005 01:00 Uhr. Kategorie Online. Keine Antwort.

LICHT

3. April 2005 03:20 Uhr. Kategorie Photos. Keine Antwort.

SCREENSHOT

1. April 2005 12:13 Uhr. Kategorie Stuff. Keine Antwort.


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