
Ein Buch, das ich verliehen hatte, nie wieder bekam (das ist ne lange Liste inzwischen), dann lange nicht kriegen konnte und jetzt endlich wieder habe, ist das legendäre Ziegelstein-Buch der Amsterdamer Agentur Kesselskramer (nicht von der Site verwirren lassen, reloaden und Spaß haben :-D), das exemplarisch zeigt, wie weit vorn die Niederländer (die inzwischen auch in London tätig sind) sind, nicht nur in Sachen Design, sondern auch bei ganz normaler kommerzieller Werbung, etwa für Mobiltelefonie-Anbieter. Es ist weniger das (durchaus exzellente und oft bewusst trashige) Design von Kessselskramer, sondern vielmehr die immer vorbildlich anderen Ideen, mit denen sie ihre Klienten beglücken – und diese unglaublichweise irgendwie an scheinbar extrem mutigen Marketingentscheidern vorbeikriegen.
Bei Fake im letzten Jahr fragte Gesine Grotrian- Steinweg die versammelten Studenten, ob sie KK kennen, und niemand kannte es. Nichts schlimmes, man kann ja echt nicht jeden kennen. Aber dies ist eure Chance, diese Wissenslücke zu schließen – es lohnt sich. Oh, und bestellt das hier und jenes hier doch gleich mit :-D.



20. Dezember 2008 16:01 Uhr. Kategorie Design. Tag Sachbuch. 5 Antworten.
Warum hat Kesselskramer so “komische” Websites? ;)
unfassbar. allergrößten respekt so potentiellen kunden gegenüber zu treten. lachen ist eine heilsame medizin.
Ich glaub aber, dass KK zum einen keine große Not hat, Kunden zu ziehen – die kommen da von alleine (hoffe ich), zum anderen ist das ja genau die subversive Komik, die ihre Werbung und ihre Designarbeiten prägt, passt schon.
Abgesehen davon bin ich ziemlich sicher, dass inzwischen eine Homepage kaum noch Auswirkungen auf Kunden hat. Ich meine, wir haben seit 2000 oder so keine – und kommen trotzdem an neue Kunden. ich finde vor allem heute ein Problem, dass im Web auch (und gerade) die schrecklichsten Krautfirmen so tun, als wären sie weiß Gott wie groß – da wird gefaked, was das Zeug hält, ein Ein-Mann-Studentenladen wird zum Großdesignbüro mit zehn Niederlassungen und die Texte schmiergeln den Kunden ein Gesumms ins Gesicht, da werden Worthülsen abgefeuert, als wäre man im Krieg, es ist traurig. Anhand einer HP kann man kaum entscheiden, was eine Firma taugt, da selbst in den Portfolios geradezu abstrus geschummelt wird. Früher gab es diese Fake-Firmen, die so getan haben, als würden sie «weiterschalten», wenn sie nur mal das Telefon einen Stuhl weitergeben mussten, heute bläst man sich via Homepage zum Kugelfisch auf. Ich glaube, in Dortmund gibt es eine Agentur, die sogar Leute anmietet, damit es bei Kundenbesuchen im Büro nach mehr Mitarbeitern aussieht. Find ich großartig. Da kann Katharina II. dann jederzeit durchreisen.
Insofern weiß KK vielleicht, dass die Webpräsenz eh ein Scherz ist und handelt nur konsequent in diesem Fall :-D.
ich meinte nichts anderes, lieber HD.
vielleicht nicht klar genug formuliert, oder zu kurz. :-)
Ich kann nur lang :-D